(19)
(11) EP 4 470 957 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.12.2024  Patentblatt  2024/49

(21) Anmeldenummer: 24176531.2

(22) Anmeldetag:  17.05.2024
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 69/06(2006.01)
B65H 57/02(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
B65H 69/061; B65H 2701/31; B65H 57/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
GE KH MA MD TN

(30) Priorität: 01.06.2023 DE 102023114438

(71) Anmelder: Rieter Automatic Winder GmbH
52525 Heinsberg (DE)

(72) Erfinder:
  • PERSEKE, Jörg
    41199 Mönchengladbach (DE)

(74) Vertreter: Rieter 
Klosterstrasse 20
8406 Winterthur
8406 Winterthur (CH)

   


(54) FADENVERBINDUNGSVORRICHTUNG FÜR EINE ARBEITSSTELLE EINER AUFLAUFSPULEN HERSTELLENDEN TEXTILMASCHINE


(57) Die Erfindung betrifft eine Fadenverbindungsvorrichtung 19 für eine Arbeitsstelle 2 einer Auflaufspulen herstellenden Textilmaschine 1, mit einem Luftverteilerkörper 24, der mit Anschlussbohrungen 27 für Druckluftleitungen, Aufnahmebohrungen 25 für Halte- und Auflöseröhrchen 26 sowie einem Spleißprisma 28 ausgestattet ist, das einen mit Druckluft beaufschlagbaren Spleißkanal 29 aufweist, wobei am Luftverteilerkörper 24 wenigstens ein rotatorisch gelagertes, jeweils durch einen Einzelantrieb definiert beaufschlagbares Steuerelement 30, 31 angeordnet ist, mittels dem die beabstandet zum Spleißprisma 28 angeordneten Fadenbehandlungseinrichtungen, insbesondere die Fadenschneideinrichtungen 41, die Fadenklemmeinrichtungen 42 und/oder die Fadenzubringer 37, bedarfsgerecht ansteuerbar sind.
Erfindungsgemäß ist der Fadenzubringer 37 so ausgebildet, dass am Umfang des Luftverteilerkörpers 24 zwischen dem an dem Steuerelement 30, 31 angeschlossenen Fadenzubringer 37 und dem Spleißprisma 28 respektive den Halte- und Auflöseröhrchen 26 ein Umlenkmittel 44, 45 zur Führung des durch den Fadenzubringer 37 umgelenkten und durch die Fadenschneideinrichtung 41 abgelängten Fadens 43 in das Halte- und Auflöseröhrchen 26 , angeordnet ist, dass der Abstand der Fadenzubringer 37 auf dem Steuerelement 30, 31 zueinander dem Außendurchmesser des Spleißprismas 28 entspricht und dass das Steuerelement 30, 31 umfassend die Fadenzubringer 37 reversibel antreibbar und in den Bereich des Spleißprismas 28 verstellbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenverbindungsvorrichtung für eine Arbeitsstelle einer Auflaufspulen herstellenden Textilmaschine, mit einem Luftverteilerkörper, der mit Anschlussbohrungen für Druckluftleitungen, Aufnahmebohrungen für Halte- und Auflöseröhrchen sowie einem Spleißprisma ausgestattet ist, das einen mit Druckluft beaufschlagbaren Spleißkanal aufweist, wobei am Luftverteilerkörper wenigstens ein rotatorisch gelagertes, jeweils durch einen Einzelantrieb definiert beaufschlagbares Steuerelement angeordnet ist, mittels dem die beabstandet zum Spleißprisma angeordneten Fadenbehandlungseinrichtungen, insbesondere die Fadenschneideinrichtungen, die Fadenklemmeinrichtungen und/oder die Fadenzubringer, bedarfsgerecht ansteuerbar sind.

[0002] Fadenverbindungsvorrichtungen sind in der Textilindustrie, insbesondere im Zusammenhang mit Spulmaschinen und Luftspinnmaschinen, seit langem bekannt und in vielen Druckschriften ausführlich beschrieben.

[0003] Mittels solcher Fadenverbindungsvorrichtungen werden zwei Fadenenden pneumatisch zu einer knotenfreien Verbindung zusammengefügt, die nahezu Garnfestigkeit aufweist und ein fast garngleiches Aussehen besitzt. Das heißt, wenn es an einer der Arbeitsstellen einer Spulmaschine während des Spulprozesses zu einem Fadenbruch oder einem definierten Reinigerschnitt kommt, werden die Fadenenden des getrennten Fadens zunächst durch spezielle pneumatische Einrichtungen in den Bereich der Fadenverbindungsvorrichtungen zurückgeholt.

[0004] Damit die auf solchen Arbeitsstellen erstellten Garnverbindungen ein nahezu garngleiches Aussehen sowie annähernd Garnfestigkeit aufweisen, müssen die beiden Fadenenden, bevor sie pneumatisch verspleißt werden können, jeweils exakt abgelängt, ordnungsgemäß vorbereitet und schließlich vorschriftsmäßig im Spleißprisma positioniert werden. Das bedeutet, die Fadenverbindungsvorrichtungen dieser Arbeitsstellen sind außer mit Fadenklemmeinrichtungen und Fadenschneideinrichtungen noch mit einem Fadenzubringer, pneumatisch beaufschlagbaren Halte- und Auflöseröhrchen sowie einem pneumatisch beaufschlagbaren Spleißprisma ausgestattet.

[0005] Eine Saugdüse holt beispielsweise das Fadenende des so genannten Oberfadens von der Kreuzspule zurück und fädelt es in den Spleißkanal des Spleißprismas der Fadenverbindungsvorrichtung, eine oberhalb des Spleißkanals angeordnete Fadenklemmeinrichtung sowie in eine unterhalb des Spleißkanals positionierte Fadenschneideinrichtung ein. Gleichzeitig oder im Anschluss wird auch das Fadenende des so genannten Unterfadens, der von einer in Spulstellung positionierten Vorlagespule stammt, mittels eines unterdruckbeaufschlagbaren Greiferrohres in den Spleißkanal des Spleißprismas, eine unterhalb des Spleißkanals angeordnete Fadenklemmeinrichtung sowie eine oberhalb des Spleißkanals angeordnete Fadenschneidvorrichtung eingefädelt. Anschließend werden die Fadenenden durch die Fadenschneideinrichtungen abgelängt, in sogenannte Halte- und Auflöseröhrchen eingesaugt und dort für den nachfolgenden Spleißvorgang vorbereitet. Das bedeutet, die Fadenenden werden in den Halte- und Auflöseröhrchen zunächst weitestgehend von ihrer Garndrehung befreit, bevor sie durch einen Fadenzubringer so in den Spleißkanal zurückgezogen werden, dass die Fadenenden im Spleißkanal mit einer vorgebbaren Überdeckung nebeneinander liegen und dort schließlich pneumatisch verwirbelt werden können.

[0006] Gemäß der DE 10 2016 115 732 A1 ist eine Fadenspleißvorrichtung mit einem auf einem Luftverteilerkörper angeordneten Spleißprisma sowie zwei rotatorisch am Luftverteilerkörper gelagerte Steuerelemente offenbart, welche jeweils durch einen Einzelantrieb definiert beaufschlagbar sind und mittels derer die Fadenbehandlungseinrichtungen, wie insbesondere die Fadenschneideinrichtung, die Fadenklemmeinrichtung und/oder der Fadenzubringer bedarfsgerecht ansteuerbar sind. Über einen Antrieb wird ein erstes Steuerelement so beaufschlagt, dass dieses rotatorisch bewegt wird. Bei dieser Drehbewegung werden auf dem Steuerelement befindliche Schaltnocken so verlagert, dass die Fadenklemm- und die Fadenschneideinrichtung betätigt werden. Das zweite Steuerelement wird durch den zweiten Antrieb ebenfalls rotatorisch angetrieben. Durch die Drehbewegung kreuzt ein auf dem zweiten Steuerelement angeordneter Fadenzubringer die jeweils zwischen den Fadenschneideinrichtungen und dem Halte- und Auflöseröhrchen verlaufenden Fadenstränge des Ober- und Unterfadens. In den zunächst geradlinig vom Prisma über das Halte- und Auflöseröhrchen zur Fadenschneideinrichtung liegenden Faden verschwenkt der Fadenzubringer und bestimmt durch seine Endposition die ins Halte- und Auflöseröhrchen einzusaugende Fadenlänge.

[0007] Hat der Fadenzubringer seine Endposition erreicht, so steht der Faden unter einer Spannung in dieser Position. Wird der Faden nun in der Fadenschneideinrichtung geschnitten, so schießt der Faden um den Fadenzubringer herum und wird nicht immer sicher ins Halte- und Auflöseröhrchen eingesogen. Die Folge ist ein Fehlspleiß oder eine minderwertige Fadenverbindung. Darüber hinaus stellt der Abstand der Fadenzubringer zueinander ein wichtiges Maß dar. Da der Fadenzubringer jeweils erhaben auf dem Steuerelement angeordnet ist, besteht jedoch immer die Gefahr, dass einer oder beide Fadenzubringer sich im Laufe der Zeit radial nach innen oder radial außen neigen. Die Folge können qualitativ schlechtere Fadenverbindungen sein oder aber, dass der Fadenzubringer während des Verfahrens in respektive aus dem Fadenlauf des Fadens mit anderen Bauteilen der Fadenverbindungsvorrichtung wie beispielsweise dem Umlenkmittel in Kontakt kommt und an diesem schleifend entlang verfahren wird. Das führt zu Verschleiß oder einer Beschädigung der fadenführenden Konturen, deren hohe Oberflächenqualität für das ordnungsgemäße Funktionieren der Fadenverbindungseinrichtung unerlässlich ist.

[0008] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft daher eine Fadenverbindungsvorrichtung für eine Arbeitsstelle einer Auflaufspulen herstellenden Textilmaschine, mit einem Luftverteilerkörper, der mit Anschlussbohrungen für Druckluftleitungen, Aufnahmebohrungen für Halte- und Auflöseröhrchen sowie einem Spleißprisma ausgestattet ist, das einen mit Druckluft beaufschlagbaren Spleißkanal aufweist, wobei am Luftverteilerkörper wenigstens ein rotatorisch gelagertes, jeweils durch einen Einzelantrieb definiert beaufschlagbares Steuerelement angeordnet ist, mittels dem die beabstandet zum Spleißprisma angeordneten Fadenbehandlungseinrichtungen, insbesondere die Fadenschneideinrichtungen, die Fadenklemmeinrichtungen und/oder die Fadenzubringer, bedarfsgerecht ansteuerbar sind.

[0009] Die vorgeschlagene Fadenverbindungsvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass am Umfang des Luftverteilerkörpers zwischen dem an dem Steuerelement angeschlossenen Fadenzubringer und dem Spleißprisma respektive den Halte- und Auflöseröhrchen ein Umlenkmittel zur Führung des durch den Fadenzubringer umgelenkten und durch die Fadenschneideinrichtung abgelängten Fadens in das Halte- und Auflöseröhrchen, angeordnet ist, dass der Abstand der Fadenzubringer auf dem Steuerelement zueinander dem Außendurchmesser des Spleißprismas entspricht und dass das Steuerelement umfassend die Fadenzubringer reversibel antreibbar und in den Bereich des Spleißprismas verstellbar ist.

[0010] Die erfindungsgemäße Ausbildung des Umlenkmittels hat insbesondere den Vorteil, dass sichergestellt werden kann, dass die nach einer Spulunterbrechung angelieferten Fadenenden von Ober- und Unterfaden durch Einschwenken des Fadenzubringers definiert abgelängt und sicher in die Halte- und Auflöseröhrchen eingesaugt werden können. Das heißt, die spezielle Ausbildung des Umlenkmittels gewährleistet, dass das Fadenende, welches durch den Scherenschnitt entstanden ist, mit dem Umlenkmittel in Kontakt kommt und so geführt und/oder abgebremst wird, dass der Faden nicht unkontrolliert vorbeischießt, sondern durch den in den Halte- und Auflöseröhrchen vorherrschenden Unterdruck in diese ordnungsgemäß, sprich vorschriftsmäßig eingesogen werden kann. Dabei kann im Rahmen der Erfindung das Umlenkmittel vielfältig ausgebildet sein, beispielweise aus unterschiedlichen Werkstoffen, wie Metall oder Kunststoff, sowie flächig oder drahtförmig, wesentlich ist, dass der Faden durch das Umlenkmittel geführt und/oder abgebremst werden kann.

[0011] Zur Kontrolle, ob der Abstand der Fadenzubringer noch dem definierten Soll-Abstand entspricht, kann das die Fadenzubringer aufweisende Steuerelement so verstellt werden, dass die Fadenzubringer der Seitenwand des Spleißprismas zugestellt werden. Ist zwischen Fadenzubringer und Spleißprisma ein Spalt erkennbar, so weist dies auf eine radiale Auslenkung des Fadenzubringers hin. Kommt hingegen der Fadenzubringer in Kontakt mit dem Spleißprisma, so zeigt dies eine radial nach innen auftretende Verlagerung des Fadenzubringers an. In den beiden Fällen kann der Fadenzubringer manuell vom Fachpersonal nachjustiert werden, so dass die Fadenzubringer stets eine definierte Position aufweisen. Weil der Außendurchmesser des Spleißprismas exakt dem Abstand der Fadenzubringer zueinander entspricht, kann dies als Lehre verwendet werden, die es erlaubt, den Abstand der Fadenzubringer ohne zusätzliches Werkzeug zu kontrollieren.

[0012] Das Auftreten von nicht durchführbaren Fadenverbindungen oder das Erstellen qualitativ minderwertiger Fadenverbindungen wird auf diese Weise zuverlässig reduziert.

[0013] In einer vorteilhaften Ausgestaltung weist das Umlenkmittel eine hakenähnliche Ausbildung auf.

[0014] Durch eine solche Ausbildung und Anordnung einer hakenähnlichen Ausbildung ist zuverlässig sichergestellt, dass die hakenähnliche Ausbildung des Umlenkmittels beim Einschwenken des Fadenzubringers so angeordnet ist, dass diese den Faden zuverlässig im Sinne von "Führen and Abbremsen" beaufschlagt und somit verhindert, dass das Fadenende unkontrolliert vorbeischießt und nicht in die die Halte- und Auflöseröhrchen eingesogen werden kann.

[0015] Alternativ weist das Umlenkmittel eine Kontur auf.

[0016] Durch eine solche Kontur kann ebenfalls das entstehende Fadenende sicher und zuverlässig an einer unkontrollierten Bewegung gehindert werden. Beim Einschwenken des Fadenzubringers in den Fadenlauf des zwischen Spleißprisma, Halte- und Auflöseröhrchen und Fadenschneideinrichtung befindlichen Fadens wird gewährleistet, dass der geschnittene Faden aufgrund der plötzlich wegfallenden Spannung in Kontakt mit der Kontur des Umlenkmittels gelangt und dadurch abgebremst wird, so dass das Fadenende in die mit Unterdruck beaufschlagten Halte- und Auflöseröhrchen eingesogen werden kann.

[0017] Insbesondere ist das Umlenkmittel so ausgebildet, dass die hakenähnliche Ausbildung oder die Kontur dem Fadenlauf zugewandt ist.

[0018] Ist die erfindungsgemäße hakenähnliche Ausbildung oder die Kontur an der Seite des Umlenkmittels ausgebildet, die beim Einschwenken des Fadenzubringers in den Fadenlauf des zwischen Spleißprisma, Halte- und Auflöseröhrchen und Fadenschneideinrichtung befindlichen Fadens dem Faden zugewandt ist, kann ganz besonders zuverlässig und sicher das abgelängte Fadenende so geführt und abgebremst werden, dass ein unkontrolliertes vorbeischießen an den Halte- und Auflöseröhrchen vermieden werden kann.

[0019] Insbesondere ist das Steuerelement umfassend die Fadenzubringer manuell verstellbar.

[0020] Diese Ausgestaltung gewährleistet eine besonders einfache und unkomplizierte Überprüfung des Fadenzubringerabstandes.

[0021] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft daher eine Auflaufspulen herstellende Textilmaschine mit mindestens einer Fadenverbindungsvorrichtung mit einem Luftverteilerkörper, der mit Anschlussbohrungen für Druckluftleitungen, Aufnahmebohrungen für Halte- und Auflöseröhrchen sowie einem Spleißprisma ausgestattet ist, das einen mit Druckluft beaufschlagbaren Spleißkanal aufweist, wobei am Luftverteilerkörper wenigstens ein rotatorisch gelagertes, jeweils durch einen Einzelantrieb definiert beaufschlagbares Steuerelement angeordnet ist, mittels dem die beabstandet zum Spleißprisma angeordneten Fadenbehandlungseinrichtungen, insbesondere die Fadenschneideinrichtungen, die Fadenklemmeinrichtungen und/oder die Fadenzubringer, bedarfsgerecht ansteuerbar sind.

[0022] Die Auflaufspulen herstellende Textilmaschine mit mindestens einer Fadenverbindungsvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass mindestes eine Fadenverbindungsvorrichtung nach einer der vorstehenden Ausführungsformen ausgebildet ist.

[0023] Damit können die in diesem Zusammenhang beschriebenen Vorteile und Wirkungen erreicht werden. Durch eine derartige Ausgestaltung der Fadenverbindungsvorrichtung können reproduzierbar qualitativ hochwertige Fadenverbindungen gewährleistet werden. Das Aufkommen qualitativ minderwertiger Fadenverbindungen aufgrund nicht ordnungsgemäß positionierter Fadenenden in den Halte- und Auflöseröhrchen bis hin zu nicht durchführbaren Fadenverbindungen aufgrund eines fehlenden Fadenendes wird erfindungsgemäß reduziert. Darüber hinaus kann der Abstand der Fadenzubringer jederzeit völlig unkompliziert und ohne hinzuzuziehende Hilfsmittel überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden, was sich ebenfalls positiv auf die Qualität der herzustellenden Fadenverbindungen auswirkt.

[0024] Die Fadenverbindungsvorrichtung ist dabei sowohl bei Arbeitsstellen, die mit einem offenen Fadenlaufweg ausgestattet sind, als auch insbesondere bei Arbeitsstellen, die über einen geschlossenen Fadenleitkanal verfügen, vorteilhaft einsetzbar. Die Fadenverbindungsvorrichtung kann entweder als eine Fadenverbindungsvorrichtung mit einem Deckelelement ausgebildet sein oder über ein so genanntes offenes Spleißprisma verfügen. Ebenso kann eine solche Fadenverbindungsvorrichtung bei Textilmaschinen wie Luftspinnmaschinen oder Spulmaschinen Verwendung finden, welche eine mehrere Arbeitsstellen oder eine nur einer Arbeitsstelle zugeordnete Fadenverbindungsvorrichtung aufweisen.

[0025] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren und Zeichnungen, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, und aus den Patentansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verwirklicht sein.

[0026] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Figur 1
in Seitenansicht eine Arbeitsstelle einer Spulmaschine mit einer Fadenverbindungsvorrichtung;
Figur 2
schematische Darstellung der Fadenverbindungsvorrichtung mit erfindungsgemäß ausgebildeten Fadenzubringern;
Figur 3
schematische Darstellung der Positionierung des Fadenzubringers im Fadenlauf;
Figur 4
schematische Darstellung der Positionierung der Fadenzubringer im Bereich des Spleißprismas;
Figur 5
schematische Darstellung des erfindungsgemäß ausgebildeten Umlenkmittels.


[0027] In Figur 1 ist in Vorderansicht schematisch eine insgesamt mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnete Auflaufspulen herstellende Textilmaschine, im Ausführungsbeispiel eine Spulmaschine, dargestellt.

[0028] Derartige Spulmaschinen 1 weisen üblicherweise zwischen ihren (nicht dargestellten) Endgestellen eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen 2 auf, auf denen, wie bekannt und daher nicht näher erläutert, Kopse 3, die beispielsweise auf einer Ringspinnmaschine produziert wurden, zu großvolumigen Kreuzspulen 4 umgespult werden.

[0029] Nach ihrer Fertigstellung werden diese Kreuzspulen 4 mittels eines selbsttätig arbeitenden Serviceaggregates, vorzugsweise eines (nicht dargestellten) Kreuzspulenwechslers, auf eine maschinenlange Kreuzspulentransporteinrichtung 5 übergeben und zu einer maschinenendseitig angeordneten Spulenverladestation oder dergleichen transportiert.

[0030] Solche Spulmaschinen 1 weisen üblicherweise außerdem eine Logistikeinrichtung in Form eines Spulen- und Hülsentransportsystems 6 auf, in dem, auf Transporttellern 7 in vertikaler Ausrichtung, Kopse 3, beziehungsweise Leerhülsen umlaufen. Von diesem Spulen- und Hülsentransportsystem 6 sind in Figur 1 lediglich die Kopszuführstrecke 8, die reversierend antreibbare Speicherstrecke 9, eine der zu den Arbeitsstellen 2 führenden Quertransportstrecken 10 sowie die Hülsenrückführstrecke 11 dargestellt.

[0031] Des Weiteren verfügen solche Spulmaschinen 1 in der Regel über eine (nicht dargestellte) Zentralsteuereinheit, die über einen Maschinenbus sowohl mit den Arbeitsstellenrechnern 12 der einzelnen Arbeitsstellen 2 als auch mit einer Steuereinrichtung des Serviceaggregates verbunden ist.

[0032] Wie vorstehend bereits angedeutet, werden die angelieferten Spinnkopse 3 in den Abspulstellungen AS, die sich jeweils im Bereich der Quertransportstrecken 10 an den Arbeitsstellen 2 befinden, zu großvolumigen Kreuzspulen 4 umgespult.

[0033] Die einzelnen Arbeitsstellen 2 verfügen zu diesem Zweck, wie bekannt und daher nur angedeutet, über verschiedene Einrichtungen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb dieser Arbeitsstellen gewährleisten. Diese Einrichtungen sind beispielsweise eine um eine erste Schwenkachse 13 begrenzt drehbare Saugdüse 14 zum Handhaben eines Oberfadens 15, ein um eine zweite Schwenkachse 16 drehbares Greiferrohr 17 zum Handhaben eines Unterfadens 18 sowie eine Fadenverbindungseinrichtung 19, in die Ober- und Unterfaden 15, 18 zur Durchführung eines Fadenverbindungsvorgangs eingelegt werden.

[0034] Solche Arbeitsstellen 2 verfügen in der Regel außerdem über weitere, nicht näher dargestellte Einrichtungen, wie einen Fadenspanner, einen Fadenreiniger, eine Paraffiniereinrichtung, eine Fadenschneideinrichtung, einen Fadenzugkraftsensor sowie einen Unterfadensensor.

[0035] Das Wickeln der Kreuzspulen 4 erfolgt auf Spulvorrichtungen 20. Derartige Spulvorrichtungen 20 verfügen unter anderem über einen Spulenrahmen 21, der um eine dritte Schwenkachse 22 beweglich gelagert ist und eine Einrichtung zum drehbaren Haltern einer Kreuzspulenhülse aufweist. Während des Spulprozesses liegt die im Spulenrahmen 21 frei drehbar gelagerte Kreuzspule 4 mit ihrer Oberfläche auf einer Spulenantriebstrommel 23 und wird von dieser über Reibschluss mitgenommen.

[0036] Die Figur 2 zeigt eine Fadenverbindungsvorrichtung 19, die in diesem Ausfühungsbeispiel als Rotationsspleißer ausgebildet ist, in Draufsicht.

[0037] Wie ersichtlich, weist die Fadenverbindungsvorrichtung 19 als zentrales Bauteil einen Luftverteilerkörper 24 auf, der unter anderem mit Aufnahmebohrungen 25 für Halte- und Auflöseröhrchen 26 sowie mit Anschlussbohrungen 27 zur Zuführung von Druckluft ausgestattet ist.

[0038] Auf dem Luftverteilerkörper 24, der einen kreisrunden Außenumfang aufweist, ist ein Spleißprisma 28 angeordnet, das über einen Spleißkanal 29 verfügt, der über die Anschlussbohrung 27 pneumatisch beaufschlagbar ist.

[0039] Auf dem Außenumfang des Luftverteilerkörpers 24 sind, begrenzt drehbar, Steuerelemente 30, 31 gelagert, die auf einem Teil ihres Außenumfangs jeweils eine Verzahnung 32, 33 aufweisen. Die Verzahnung 33 des zweiten Steuerelementes 31 kämmt beispielsweise mit einem Ritzel 34B, das auf der Motorwelle eines als Schrittmotor 35 ausgebildeten Einzelantriebes angeordnet ist. Der zweite Schrittmotor 35 ist dabei seinerseits über eine Steuerleitung 36B an den Arbeitsstellenrechner 12 der betreffenden Arbeitsstelle 2 angeschlossen. Das zweite Steuerelement 31 ist außerdem mit einem Fadenzubringer 37 ausgestattet, der in den Fadenlauf des zunächst geradlinig vom Spleißprisma 28 über die Halte- und Auflöseröhrchen 26 zur Fadenschneideinrichtung 41 positionierten Faden verschwenkt und durch seine Endposition die Auflöselänge bestimmt.

[0040] Das erste Steuerelement 30 weist eine Verzahnung 32 auf, die mit einem Ritzel 34A korrespondiert, das auf der Motorwelle eines ersten Schrittmotors 38 angeordnet ist, der seinerseits über eine Steuerleitung 36A an den Arbeitsstellenrechner 12 der Arbeitsstelle 2 angeschlossen ist.

[0041] Das Steuerelement 30 ist außerdem mit ersten und zweiten Schaltnocken 39, 40 ausgestattet, die der Betätigung von Fadenschneideinrichtungen 41A, 41B bzw. der Betätigung von Fadenklemmeinrichtungen 42A, 42B dienen.

[0042] Über die beiden ersten Schaltnocken 39 werden dabei die Fadenschneideinrichtungen 41A bzw. 41B angesteuert, während die beiden zweiten Schaltnocken 40 der Betätigung der Fadenklemmeinrichtungen 42A bzw. 42B dienen.

[0043] Figur 3 zeigt die schematische Darstellung der Positionierung des Fadenzubringers 37 im Fadenlauf.

[0044] Der Faden 43 durchläuft den Spleißkanal 29 und ist über die Halte- und Auflöseröhrchen 26 in der Fadenschneideinrichtung 41 positioniert. Der Fadenzubringer 37 wurde in den Fadenlauf eingeschwenkt, lenkt somit den Faden 43 aus, wobei durch die Endposition des Fadenzubringers 37 die Auflöselänge des abzulängenden Fadens bestimmt wird. Der Faden 43 wird, nachdem der Fadenzubringer 37 seine Endposition erreicht hat, durch die Fadenschneideinrichtung 41 gekürzt, wobei das nun aufgrund des Spannungsverlustes sprunghafte Fadenende gegen das Umlenkmittel 44, 45 schlägt und dadurch abgebremst und/oder geführt wird, so dass es anschließend in die Halte- und Auflöseröhrchen 26 eingesogen wird.

[0045] In Figur 4 ist eine schematische Darstellung der Positionierung der Fadenzubringer 37 im Bereich des Spleißprismas 28 erkennbar. Die Fadenzubringer 37 wurden mittels des zweiten Steuerelements 31 so weit verstellt, dass sie sich im Bereich des Spleißprismas 28 befinden. Weil der Außendurchmesser des Spleißprismas 28 dem vordefinierten Abstand der Fadenzubringer 37 entspricht, kann auf diese Weise überprüft werden, ob die Fadenzubringer 37 ordnungsgemäß positioniert sind. Ist ein Spalt zwischen Fadenzubringer 37 und Spleißprisma 28 erkennbar, so ist der Fadenzubringer 37 radial nach außen verlagert. Schleift der Fadenzubringer 37 an dem Spleißprisma 28 entlang, ist der Fadenzubringer 37 radial nach innen ausgelagert. In beiden Fällen kann manuell die Positionierung des Fadenzubringers 37 korrigiert werden.

[0046] Die Figuren 5A und 5B zeigen jeweils eine vorteilhafte schematische Darstellung des erfindungsgemäß ausgebildeten Umlenkmittels 44, 45. In Figur 5A weist das Umlenkmittel eine hakenähnliche Ausbildung 44 auf, während in Figur 5B eine Kontur 45 vorhanden ist. Beiden Ausführungsbeispielen ist gemein, dass das durch das Schneiden des Fadens 43 in der Fadenschneideinrichtung 41 entstandene Fadenende mit der hakenähnlichen Ausbildung 44 oder der Kontur 45 in Berührung kommt und dadurch abgebremst und/oder geführt wird, so dass es zuverlässig durch den in den Halte- und Auflöseröhrchen 26 anstehenden Unterdruck in diese eingesogen werden kann.

Bezugszeichenliste



[0047] 
1
Auflaufspulen herstellende Textilmaschine
2
Arbeitsstelle
3
Kopse
4
Kreuzspulenspulentransporteinrichtung 21
6
Spulen- und Hülsentransportsystem
7
Transportteller
8
Kopszuführstrecke
9
Speicherstrecke
10
Quertransportstrecke
11
Hülsenrückführstrecke
12
Arbeitsstellenrechner
13
erste Schwenkachse
14
Saugdüse
15
Oberfaden
16
zweite Schwenkachse
17
Greiferrohr
18
Unterfaden
19
Fadenverbindungseinrichtung
20
Spulvorrichtung
21
Spulenrahmen
22
dritte Schwenkachse
23
Spulenantriebstrommel
24
Luftverteilerkörper
25
Aufnahmebohrungen
26
Halte- und Auflöseröhrchen
27
Anschlussbohrungen
28
Spleißprisma
29
Spleißkanal
30
erstes Steuerelement
31
zweites Steuerelement
32
Verzahnung
33
Verzahnung
34
Ritzel
35
zweiter Schrittmotor
36
Steuerleitung
37
Fadenzubringer
38
erster Schrittmotor
39
erste Schaltnocken
40
zweite Schaltnocken
41
Fadenschneideinrichtungen
42
Fadenklemmeinrichtungen
43
Faden
44
Hakenähnliche Ausbildung
45
Kontur



Ansprüche

1. Fadenverbindungsvorrichtung (19) für eine Arbeitsstelle (2) einer Auflaufspulen herstellenden Textilmaschine (1), mit einem Luftverteilerkörper (24), der mit Anschlussbohrungen (27) für Druckluftleitungen, Aufnahmebohrungen (25) für Halte- und Auflöseröhrchen (26) sowie einem Spleißprisma (28) ausgestattet ist, das einen mit Druckluft beaufschlagbaren Spleißkanal (29) aufweist, wobei am Luftverteilerkörper (24) wenigstens ein rotatorisch gelagertes, jeweils durch einen Einzelantrieb definiert beaufschlagbares Steuerelement (30,31) angeordnet ist, mittels dem die beabstandet zum Spleißprisma (28) angeordneten Fadenbehandlungseinrichtungen, insbesondere die Fadenschneideinrichtungen(41), die Fadenklemmeinrichtungen (42) und/oder die Fadenzubringer (37), bedarfsgerecht ansteuerbar sind, dadurch gekennzeichnet,

dass am Umfang des Luftverteilerkörpers (24) zwischen dem an dem Steuerelement (30,31) angeschlossenen Fadenzubringer (37) und dem Spleißprisma (28) respektive den Halte- und Auflöseröhrchen (26) ein Umlenkmittel (44, 45) zur Führung des durch den Fadenzubringer (37) umgelenkten und durch die Fadenschneideinrichtung (41) abgelängten Fadens (43) in das Halte- und Auflöseröhrchen(26), angeordnet ist,

dass der Abstand der Fadenzubringer (37) auf dem Steuerelement (30,31) zueinander dem Außendurchmesser des Spleißprismas (28) entspricht und

dass das Steuerelement (30,31) umfassend die Fadenzubringer (37) reversibel antreibbar und in den Bereich des Spleißprismas (28) verstellbar ist.


 
2. Fadenverbindungsvorrichtung (19) für eine Arbeitsstelle (2) einer Auflaufspulen herstellenden Textilmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkmittel eine hakenähnliche Ausbildung (44) aufweist.
 
3. Fadenverbindungsvorrichtung (19) für eine Arbeitsstelle (2) einer Auflaufspulen herstellenden Textilmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkmittel eine Kontur (45) aufweist.
 
4. Fadenverbindungsvorrichtung (19) für eine Arbeitsstelle (2) einer Auflaufspulen herstellenden Textilmaschine (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenkmittel so ausgebildet ist, dass die hakenähnliche Ausbildung (44) oder die Kontur (45) dem Fadenlauf des Fadens (43) zugewandt ist.
 
5. Fadenverbindungsvorrichtung (19) für eine Arbeitsstelle (2) einer Auflaufspulen herstellenden Textilmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerelement (31) umfassend die Fadenzubringer (37) manuell verstellbar ist.
 
6. Auflaufspulen herstellende Textilmaschine (1) mit mindestens einer Fadenverbindungsvorrichtung (19) mit einem Luftverteilerkörper(24), der mit Anschlussbohrungen (27) für Druckluftleitungen, Aufnahmebohrungen (25) für Halte- und Auflöseröhrchen (26) sowie einem Spleißprisma (28) ausgestattet ist, das einen mit Druckluft beaufschlagbaren Spleißkanal (29) aufweist, wobei am Luftverteilerkörper (24) wenigstens ein rotatorisch gelagertes, jeweils durch einen Einzelantrieb definiert beaufschlagbares Steuerelement (30,31) angeordnet ist, mittels dem die beabstandet zum Spleißprisma (28) angeordneten Fadenbehandlungseinrichtungen, insbesondere die Fadenschneideinrichtungen (41), die Fadenklemmeinrichtungen (42) und/oder die Fadenzubringer(37), bedarfsgerecht ansteuerbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auflaufspulen herstellende Textilmaschine (1) eine Fadenverbindungsvorrichtung (19) nach einem der vorherigen Ansprüche aufweist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente