Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Getriebe zum Bewegen einer Treibstangenanordnung und/oder
eines Seilzugs eines Fensters oder einer Tür, wobei das Getriebe ein mit einem Griff
um eine Zahnraddrehachse drehbares Zahnrad mit einem ersten Zahnradzahn und eine zumindest
abschnittsweise mit dem Zahnrad kämmende Zahnstange mit einem Zahnstangenzahn aufweist,
wobei die Zahnstange durch Drehen des Zahnrads um seine Zahnraddrehachse in eine erste
Endstellung bewegbar ist, die einer Öffnungsstellung entsprechen kann und die Zahnstange
durch Drehen des Zahnrads um seine Zahnraddrehachse in eine zweite Endstellung bewegbar
ist, die einer Schließstellung entsprechen kann, wobei der Zahnstangenzahn in der
zweiten Endstellung zumindest abschnittsweise an der stirnseitigen Umfangsfläche des
ersten Zahnradzahns anliegt, um ein Bewegen der Zahnstange in die erste Endstellung
nur durch Ziehen an der Zahnstange ohne Drehbetätigung des Zahnrads zu vermeiden.
[0002] Ein solches gattungsgemäßes Getriebe ist aus der
FR 2 861 116 B1 bekannt geworden. Anderweitige Getriebebauarten, insbesondere mit Rückdrucksicherung,
sind aus der
GB 2 257 745 A, der
FR 2 821 381 A1, der
EP 2 808 466 B1, der
EP 2 784 248 B1, der
EP 2 692 969 B1, der
EP 2 581 531 B1, der
EP 0598 927 A1, der
DE 698 15 809 T2, der
DE 296 00 446 U1, der
DE 92 10 980 U1 und der
DE 39 37 817 A1 bekannt geworden.
[0003] Bekannte Getriebe haben jedoch oftmals den Nachteil, dass sie bei hoher Einbruchsicherheit,
d.h. bei guter Rückdrucksicherung, konstruktiv aufwändig ausgebildet sind.
Aufgabe der Erfindung
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Getriebe bereitzustellen, das konstruktiv
einfach ausgestaltet ist, aber dennoch eine zuverlässige Rückdrucksicherung bietet.
Es ist weiterhin Aufgabe der Erfindung, ein Fenster oder eine Tür mit einem solchen
Getriebe sowie ein Verfahren zum Betätigen eines solchen Fensters oder einer solchen
Tür bereitzustellen.
Beschreibung der Erfindung
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Getriebe gemäß Anspruch 1, ein
Fenster oder eine Tür gemäß Anspruch 14 und ein Verfahren gemäß Anspruch 15. Die abhängigen
Ansprüche geben bevorzugte Ausgestaltungen wieder.
[0006] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird somit gelöst durch ein eingangs beschriebenes Getriebe,
wobei die stirnseitige Umfangsfläche des ersten Zahnradzahns konvex gekrümmt zu einem
ersten Zahnradzahnzentrum ausgebildet ist, das um einen Gesamtversatz versetzt zur
Zahnraddrehachse ausgebildet ist. Hierdurch wirkt in der zweiten Endstellung der Zahnstange
eine Kraft auf das Zahnrad ein, die ein Drehmoment in die zweite Endstellung bewirkt.
[0007] Die Erfindung ermöglicht erhöhte Einbruchsicherheit bei konstruktiv besonders einfacher
Ausgestaltung des Getriebes.
[0008] Die Bewegungsrichtung der Zahnstange entspricht vorzugsweise ihrer Längserstreckung.
[0009] Das Getriebe ist vorzugsweise so ausgebildet, dass die Zahnstange in der zweiten
Endstellung anteilsweise senkrecht zu ihrer Bewegungsrichtung bewegt werden müsste,
um in die erste Endstellung zu gelangen. Die Zahnstange ist jedoch vorzugsweise so
im Getriebe geführt, dass diese anteilsweise senkrechte Bewegung der Zahnstange verhindert
wird, sodass eine Blockade der Zahnstange in der zweiten Endstellung erfolgt.
[0010] Der Zahnstangenzahn kann in der zweiten Endstellung, in Bewegungsrichtung der Zahnstange
gesehen, versetzt zur Zahnraddrehachse am ersten Zahnradzahn anliegen.
[0011] Der Gesamtversatz kann insbesondere 0,1mm bis 4mm betragen. Der Gesamtversatz beträgt
vorzugsweise zwischen 0,2mm und 3mm, insbesondere zwischen 0,5mm und 2mm.
[0012] Besonders bevorzugt weist der Gesamtversatz zumindest teilweise einen Parallelversatz
parallel zur Bewegungsrichtung der Zahnstange auf. Der Parallelversatz besteht vorzugsweise
von der Zahnraddrehachse zum Zahnradzahn hin, wenn sich die Zahnstange in der zweiten
Endstellung befindet. Befindet sich die Zahnstange in der zweiten Endstellung und
versucht ein Einbrecher diese in die erste Endstellung zu bewegen, so bewirkt der
Parallelversatz ein Drehmoment des Zahnrads in die Gegenrichtung, sodass eine besonders
zuverlässige Rückdrehsicherung bzw. Rückdrucksicherung besteht.
[0013] Der Gesamtversatz kann alternativ oder zusätzlich dazu zumindest teilweise einen
Senkrechtversatz, senkrecht zur Bewegungsrichtung der Zahnstange, aufweisen.
[0014] Um günstige Hebelverhältnisse zu erzielen, ist der Parallelversatz vorzugsweise größer
als der Senkrechtversatz. Der Parallelversatz kann zumindest 1,5-fach, insbesondere
zumindest 1,7-fach, vorzugsweise zumindest 2,0-fach so groß sein wie der Senkrechtversatz.
[0015] In besonders bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist die konvex gekrümmte Umfangsfläche
bogenförmig, insbesondere kreisbogenförmig, zum ersten Zahnradzahnzentrum ausgebildet.
Hierdurch wird die Konstruktion und Fertigung des Zahnrads signifikant erleichtert.
[0016] Weiter bevorzugt kann der Radius zwischen Umfangsfläche des ersten Zahnradzahns und
erstem Zahnradzahnzentrum vorzugsweise 5mm bis 35mm betragen. Der Radius beträgt vorzugsweise
10mm bis 20mm, insbesondere 13mm bis 17mm.
[0017] Der Abstand zwischen erster Endstellung und zweiter Endstellung, d.h. der Hub der
Zahnstange, beträgt vorzugsweise mehr als 10mm, insbesondere mehr als 13mm, besonders
bevorzugt mehr als 16mm. Weiter bevorzugt beträgt der Abstand zwischen erster Endstellung
und zweiter Endstellung maximal 100mm.
[0018] Das Zahnrad kann einen zweiten Zahnradzahn aufweisen. Zwischen dem ersten Zahnradzahn
und dem zweiten Zahnradzahn kann/können ein weiterer Zahnradzahn oder mehrere weitere
Zahnradzähne vorgesehen sein. Vorzugsweise ist der erste Zahnradzahn unmittelbar benachbart
zum zweiten Zahnradzahn vorgesehen.
[0019] Die Umfangsfläche des zweiten Zahnradzahns kann konvex gekrümmt, insbesondere bogenförmig,
vorzugsweise kreisbogenförmig, zu einem zweiten Zahnradzahnzentrum ausgebildet sein,
wobei ein Zahnstangenzahn in der ersten Endstellung zumindest abschnittsweise an der
Umfangsfläche des zweiten Zahnradzahns anliegt. Hierdurch kann ein Bewegen der Zahnstange
in die zweite Endstellung durch Ziehen der Zahnstange - ohne Drehung des Zahnrads
- vermieden werden. Mithin ist dadurch das Getriebe auch in der ersten Endstellung
vor einem Rückdrehen durch reines Ziehen an der Zahnstange gesichert. Ein versehentliches
Bewegen aus der ersten Endstellung wird vermieden. Der zweite Zahnradzahn liegt vorzugsweise
in der ersten Endstellung der Zahnstange am selben Zahnstangenzahn an wie der erste
Zahnradzahn in der zweiten Endstellung der Zahnstange.
[0020] Weiter bevorzugt ist die Außenform des zweiten Zahnradzahns gleich der Außenform
des ersten Zahnradzahns ausgebildet und/oder das Zahnrad ist symmetrisch zu einer,
die Zahnraddrehachse schneidenden, virtuellen Ebene ausgebildet.
[0021] Die gleiche bzw. symmetrische Ausbildung der Zahnradzähne erleichtert die Herstellung
und Montage des Zahnrads.
[0022] Die Zahnstange kann mehrere Zahnstangenzähne aufweisen. Mehrere Zahnstangenzähne
können gleich ausgebildet sein. Die konstruktive Ausgestaltung des Getriebes wird
jedoch weiter vereinfacht, wenn die Zahnstage nur einen einzigen Zahnstangenzahn aufweist.
[0023] Der Zahnstangenzahn kann zwei gerade Seitenflanken und spitz zulaufende Stirnseiten
aufweisen.
[0024] Die Seitenflanken verlaufen vorzugsweise parallel zueinander. Der Zahnstangenzahn
kann symmetrisch zu einer senkrecht zur Bewegungsrichtung der Zahnstange verlaufenden
Achse ausgebildet sein.
[0025] Das Zahnrad kann mehr als zwei Zahnradzähne aufweisen. Vorzugsweise weist das Zahnrad
genau zwei Zahnradzähne auf.
[0026] Die Zahnstange kann eine erste Ausnehmung für den ersten Zahnradzahn und eine zweite
Ausnehmung für den zweiten Zahnradzahn aufweisen. Die zwei Ausnehmungen können symmetrisch
zu einer senkrecht zur Bewegungsrichtung der Zahnstange verlaufenden Achse ausgebildet
sein. Besonders bevorzugt sind sowohl die beiden Ausnehmungen als auch der Zahnstangenzahn
spiegelsymmetrisch zu dieser senkrecht zur Bewegungsrichtung der Zahnstange verlaufenden
Achse ausgebildet.
[0027] Vorzugsweise weist das Getriebe einen ersten Anschlag für die Position des Zahnrads,
in dem sich die Zahnstange in der ersten Endstellung befindet, und/oder einen zweiten
Anschlag für die Position des Zahnrads, in dem sich die Zahnstange in der zweiten
Endstellung befindet, auf.
[0028] Das Zahnrad kann zwischen dem ersten Anschlag und dem zweiten Anschlag um einen Drehwinkel
drehbar sein. Der Drehwinkel kann zwischen 45° und 225°, insbesondere zwischen 60°
und 190°, vorzugsweise zwischen 80° und 100°, betragen.
[0029] Das Getriebe kann ein Gehäuse aufweisen, in dem das Zahnrad und die Zahnstange zumindest
teilweise, insbesondere vollständig, aufgenommen sind. Der erste Anschlag und/oder
der zweite Anschlag ist/sind vorzugsweise im Gehäuse ausgebildet. Das Gehäuse kann
zwei Gehäuseteile aufweisen. Vorzugsweise besteht das Gehäuse aus zwei Gehäuseteilen.
[0030] Das Getriebe kann eine mittelbar oder unmittelbar mit der Zahnstange verbundene Treibstangenanordnung
und/oder einen mittelbar oder unmittelbar mit der Zahnstange verbundenen Seilzug aufweisen.
[0031] Die Treibstangenanordnung und/oder der Seilzug kann/können zumindest einen Schließzapfen,
insbesondere mehrere Schließzapfen, aufweisen.
[0032] Das Getriebe weist vorzugsweise eine Stulpschiene mit einem Langloch zur Führung
eines Schließzapfens oder mehrere Langlöcher auf, in denen jeweils ein Schließzapfen
geführt ist. Alternativ oder zusätzlich dazu kann das Getriebe den Griff aufweisen.
[0033] Die Treibstangenanordnung weist eine erste Treibstange, die mittelbar oder unmittelbar
mit der Zahnstange verbunden ist, auf. Zusätzlich dazu kann die Treibstangenanordnung
eine zweite Treibstange aufweisen, die mittelbar oder unmittelbar mit der Zahnstange
verbunden ist.
[0034] Das Getriebe kann ein Umkehrzahnrad aufweisen, das zwischen Zahnstange und zweiter
Treibstange angeordnet ist, um die Bewegung der ersten Treibstange in eine Bewegung
der zweiten Treibstange in die Gegenrichtung zu übersetzen.
[0035] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Fenster oder eine Tür
mit einem festen Rahmen, einem Flügel und einem hier beschriebenen Getriebe.
[0036] Das Getriebe ist vorzugsweise vorgesehen, um den Flügel am festen Rahmen zu verriegeln
oder zu entriegeln. Hierfür kann eine Treibstangenanordnung und/oder ein Seilzug des
Getriebes einen Schließzapfen und/oder Schließhaken, insbesondere mehrere Schließzapfen
und/oder Schließhaken, aufweisen, um den Flügel an einem Gegenstück (Schließstück)
bzw. mehreren Gegenstücken (Schließstücken) zu verriegeln und zu entriegeln. Das Getriebe
ist vorzugsweise am Flügel montiert. Das Gegenstück bzw. die Gegenstücke ist/sind
vorzugsweise am festen Rahmen montiert.
[0037] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird schließlich gelöst durch ein Verfahren zum Betätigen
eines hier beschriebenen Fensters oder einer hier beschriebenen Tür, wobei in dem
Verfahren das Zahnrad um die Zahnraddrehachse gedreht wird, sodass sich die Zahnstange
aus der ersten Endstellung in die zweite Endstellung bewegt. In der zweiten Endstellung
liegt der erste Zahnradzahn stirnseitig an dem Zahnstangenzahn an, sodass das Zahnrad
im unbetätigten Zustand ein Bewegen der Zahnstange zurück in die erste Endstellung
blockiert.
[0038] Das beschriebene Verfahren wird vorzugsweise zum Verriegeln des hier beschriebenen
Fensters oder der hier beschriebenen Tür eingesetzt, wobei das Getriebe die Treibstangenanordnung
und/oder den Seilzug aufweist, die mit dem zumindest einen Schließzapfen und/oder
Schließhaken verbunden sind, wobei der Schließzapfen und/oder Schließhaken zum Verriegeln
des Fensters oder der Tür in das Gegenstück eingreift.
[0039] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten Merkmale erfindungsgemäß
jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung und Zeichnung
[0040]
- Fig. 1a
- zeigt eine perspektivische Ansicht eines Getriebes in einer ersten Endstellung.
- Fig. 1b
- zeigt das Getriebe aus Fib. 1a in einer zweiten Endstellung.
- Fig. 2
- zeigt das Getriebe aus den Fign. 1a, b in einer Explosionsdarstellung.
- Fig. 3a
- zeigt schematisch ein Fenster mit dem Getriebe aus Fig. 1a in der ersten Endstellung
in einer geschnittenen Ansicht.
- Fig. 3b
- zeigt das teilweise betätigte Getriebe aus Fig. 3a in einer Schnittansicht.
- Fig. 3c
- zeigt das weiter betätigte Getriebe aus Fig. 3b in einer Schnittansicht.
- Fig. 3d
- zeigt schematisch das Fenster aus Fig. 3a mit dem Getriebe in der zweiten Endstellung
in einer geschnittenen Ansicht.
- Fig. 4
- zeigt eine vergrößerte geschnittene Teilansicht des Getriebes aus Fig. 3d.
- Fig. 5
- zeigt eine weitere vergrößerte geschnittene Teilansicht des Getriebes aus Fig. 4.
[0041] Fig. 1a zeigt ein Getriebe
10 mit einem Gehäuse
12, einer ersten Treibstange
14a und einer zweiten Treibstange
14b. Die Treibstangen 14a, b stellen eine Treibstangenanordnung
16 dar und sind in Fig. 1a durch eine Stulpschiene
18 verdeckt. Die erste Treibstange 14a ist mit einem ersten Schließzapfen
20a, die zweite Treibstange 14b mit einem zweiten Schließzapfen
20b verbunden. Fig. 1a zeigt die Schließzapfen 20a, b in einer ersten Endstellung, die
der Öffnungsstellung, d.h. der entriegelten Stellung, entspricht.
[0042] Fig. 1b zeigt das Getriebe 10 mit den Schließzapfen 20a, b in einer zweiten Endstellung,
die der Schließstellung, d.h. der verriegelten Stellung, entspricht.
[0043] Fig. 2 zeigt die Einzelteile des Getriebes 10 mit der Stulpschiene 18, die ein erstes Langloch
22a zur Führung des ersten Schließzapfens 20a und ein zweites Langloch
22b zur Führung des zweiten Schließzapfens 20b aufweist. Fig. 2 zeigt weiterhin die erste
Treibstange 14a, die zweite Treibstange 14b sowie das Gehäuse 12, das aus einem ersten
Gehäuseteil
24a und einem zweiten Gehäuseteil
24b besteht. Die Stulpschiene 18 ist fest am Gehäuse 12 gehalten. Die Treibstangen 14a,
b sind jeweils bewegbar am Gehäuse 12 geführt.
[0044] Die erste Treibstange 14a ist mit einer Zahnstange
26 verbunden, die durch ein Zahnrad
28 betätigbar ist.
[0045] Die Bewegung der Zahnstange 26 wird durch ein Umkehrzahnrad
30 in die Gegenrichtung übersetzt. Das Umkehrzahnrad 30 betätigt die zweite Treibstange
14b, sodass sich die Treibstangen 14a, b bei Betätigung des Zahnrads 28 in entgegengesetzte
Richtungen bewegen, wie beispielsweise aus den Fign. 1a, b und den nachfolgend beschriebenen
Fign. 3a-d ersichtlich ist.
[0046] Fig. 3a zeigt ein Fenster
32 mit einem festen Rahmen
34 und einem Flügel
36. Das Getriebe 10 ist am Flügel 36 montiert. Es weist einen Griff
38 zur Betätigung des Zahnrads 28 auf. Der Griff 38 kann dabei in einen Innenmehrkant
40, hier in Form eines Innenvierkants, des Zahnrads 28 einführbar sein.
[0047] Die Zahnstange 26 befindet sich in der ersten Endstellung. In dieser ersten Endstellung
befinden sich die Schließzapfen 20a, b außer Eingriff mit einem ersten Gegenstück
42a und einem zweiten Gegenstück
42b des festen Rahmens 34. Das Fenster 32 befindet sich in der Öffnungsstellung.
[0048] Wenn sich die Zahnstange 26, wie in Fig. 1a gezeigt, in der ersten Endstellung befindet,
schlägt ein erster Zahnradzahn
44a vorzugsweise an einem ersten Anschlag
46a des Getriebes 10, hier des Gehäuses 12, an. Ein zweiter Zahnradzahn
44b liegt stirnseitig an einem Zahnstangenzahn
48 an. Hierdurch wird ein ungewolltes Verschieben der Zahnstange 26 aus der ersten Endstellung
verhindert.
[0049] Fig. 3b zeigt das Getriebe 10, wobei sich die Zahnstange 26 in einer Zwischenstellung zwischen
den beiden Endstellungen befindet. Der Zahnstangenzahn 48 kämmt mit den Zahnradzähnen
44a, b.
[0050] Fig. 3c zeigt das Getriebe 10 mit dem Zahnrad 28 in weiter verdrehter Stellung. Aus Fig.
3c ist ersichtlich, dass der Zahnstangenzahn 48 symmetrisch zwischen einer ersten
Ausnehmung
50a und einer zweiten Ausnehmung
50b der Zahnstange 26 ausgebildet ist, wobei die erste Ausnehmung 50a zur Aufnahme des
ersten Zahnradzahns 44a und die zweite Ausnehmung 50b zur Aufnahme des zweiten Zahnradzahns
44b ausgebildet ist.
[0051] Fig. 3d zeigt das Fenster 32 gemäß Fig. 3a, wobei sich die Zahnstange 26 in der zweiten Endstellung
befindet. Die Schließzapfen 20a, b befinden sich in Eingriff mit den Gegenstücken
42a, b, sodass sich das Fenster 32 in der Schließstellung befindet. Der zweite Zahnradzahn
44b liegt an einem zweiten Anschlag
46b des Getriebes 10, hier des Gehäuses 12, an. Weiterhin liegt der erste Zahnradzahn
44a stirnseitig am Zahnstangenzahn 48 an, um eine einbruchsichere Rückdrehsicherung
des Getriebes 10 zu bewirken. Diese Anlage ist im Detail in Fig. 4 dargestellt.
[0052] Fig. 4 zeigt das Getriebe 10 mit dem Zahnrad 28. Aus Fig. 4 ist ersichtlich, dass die Umfangsfläche
52 des ersten Zahnradzahns 44a kreisbogenförmig zu einem ersten Zahnradzahnzentrum
54 ausgebildet ist. Auch die Umfangsfläche
56 des zweiten Zahnradzahns 44b kann kreisbogenförmig zu einem zweiten Zahnradzahnzentrum
57 (siehe Fig. 5) ausgebildet sein. Insbesondere können die Zahnradzähne 44a, b denselben
Radius
58 (siehe auch Fig. 5) aufweisen.
[0053] Die Rückdrehsicherung ist besonders effektiv, wenn ein Zug an der sich in der zweiten
Endstellung befindenden Zahnstange 26 in die erste Endstellung zu einem Drehmoment
des Zahnrads 28 in die Gegenrichtung führt. Dies wird erreicht, indem das erste Zahnradzahnzentrum
54 um einen Gesamtversatz
60 versetzt zur Zahnraddrehachse
62 ausgebildet ist. Der Gesamtversatz 60 ist insbesondere entgegen der Bewegungsrichtung
der Zahnstange 26 in die erste Endstellung versetzt zur Zahnraddrehachse 62 ausgebildet.
[0054] Der Gesamtversatz 60 kann sich aus einem Parallelversatz
64 und einem Senkrechtversatz
66 zusammensetzen. Der Parallelversatz 64 bemisst sich dabei parallel zur Bewegungsrichtung
68 der Zahnstange 26, der Senkrechtversatz 66 bemisst sich senkrecht zur Bewegungsrichtung
68 der Zahnstange 26. Der Parallelversatz 64 weist vorzugsweise von der Zahnraddrehachse
62 in Richtung zum Zahnstangenzahn 48 hin, wenn sich die Zahnstange 26 in der zweiten
Endstellung befindet. Hierdurch entsteht ein Hebelarm zwischen der Zahnraddrehachse
62 und dem ersten Zahnradzahnzentrum 54, der durch den Kraftvektor zum ersten Zahnradzahnzentrum
54 eine zuverlässige Hemmung des Getriebes 10 bewirkt.
[0055] Fig. 5 zeigt das Getriebe 10 mit dem ersten Zahnradzahnzentrum 54 und dem zweiten Zahnradzahnzentrum
57. Aus Fig. 5 ist ersichtlich, dass das erste Zahnradzahnzentrum 54 symmetrisch um
eine Ebene
70 zum zweiten Zahnradzahnzentrum 57 ausgebildet ist. Alternativ oder - vorzugsweise
- zusätzlich dazu kann/können der ersten Zahnradzahn 44a symmetrisch um die Ebene
70 zum zweiten Zahnradzahn 44b ausgebildet sein.
[0056] Unter Vornahme einer Zusammenschau aller Figuren der Zeichnung betrifft die Erfindung
zusammenfassend ein Getriebe 10 mit einem um eine Zahnraddrehachse 62 drehbaren Zahnrad
28 und einer Zahnstange 26, die aus einer ersten Endstellung in eine zweite Endstellung
bewegbar ist. Die Zahnstange 26 weist zumindest einen Zahnstangenzahn 48 auf, der
in der zweiten Endstellung mit der Vorderseite seines freien Endes an der Vorderseite
des freien Endes eines ersten Zahnradzahns 44a anliegt. Die Berührung erfolgt dabei
vorzugsweise in Bewegungsrichtung der Zahnstange 26 von der ersten Endstellung in
die zweite Endstellung versetzt zur Zahnraddrehachse 62. Der erste Zahnradzahn 44a
weist eine Umfangsfläche 52 auf, deren erstes Zahnradzahnzentrum 54 versetzt zur Zahnraddrehachse
62 ausgebildet ist. Vorzugsweise ist dieser Gesamtversatz 60 zumindest anteilig in
Bewegungsrichtung 68 der Zahnstange 26 von der ersten Endstellung in die zweite Endstellung
versetzt zur Zahnraddrehachse 62 vorgesehen. Die Erfindung betrifft weiterhin ein
Fenster 32 oder eine Tür mit einem solchen Getriebe 10 sowie ein Verfahren zum Betätigen
eines solchen Fensters 32 oder einer solchen Tür.
Bezuaszeichenliste
[0057]
- 10
- Getriebe
- 12
- Gehäuse
- 14a
- erste Treibstange
- 14b
- zweite Treibstange
- 16
- Treibstangenanordnung
- 18
- Stulpschiene
- 20a
- erster Schließzapfen
- 20b
- zweiter Schließzapfen
- 22a
- erstes Langloch
- 22b
- zweites Langloch
- 24a
- erstes Gehäuseteil
- 24b
- zweites Gehäuseteil
- 26
- Zahnstange
- 28
- Zahnrad
- 30
- Umkehrzahnrad
- 32
- Fenster
- 34
- fester Rahmen
- 36
- Flügel
- 38
- Griff
- 40
- Innenmehrkant
- 42a
- erstes Gegenstück
- 42b
- zweites Gegenstück
- 44a
- erster Zahnradzahn
- 44b
- zweiter Zahnradzahn
- 46a
- erster Anschlag
- 46b
- zweiter Anschlag
- 48
- Zahnstangenzahn
- 50a
- erste Ausnehmung
- 50b
- zweite Ausnehmung
- 52
- Umfangsfläche des ersten Zahnradzahns 44a
- 54
- erstes Zahnradzahnzentrum
- 56
- Umfangsfläche des zweiten Zahnradzahns 44b
- 57
- zweites Zahnradzahnzentrum
- 58
- Radius
- 60
- Gesamtversatz
- 62
- Zahnraddrehachse
- 64
- Parallelversatz
- 66
- Senkrechtversatz
- 68
- Bewegungsrichtung der Zahnstange 26
- 70
- Ebene (Symmetrieebene)
1. Getriebe (10) zum Bewegen einer Treibstangenanordnung (16) und/oder eines Seilzugs
eines Fensters (32) oder einer Tür, wobei das Getriebe (10) Folgendes aufweist:
a) ein mit einem Griff (38) um eine Zahnraddrehachse (62) drehbares Zahnrad (28) mit
einem ersten Zahnradzahn (44a);
b) eine zumindest abschnittsweise mit dem Zahnrad (28) kämmende Zahnstange (26) mit
einem Zahnstangenzahn (48);
wobei die Zahnstange (26) durch Drehen des Zahnrads (28) um seine Zahnraddrehachse
(62) in eine erste Endstellung, die einer Öffnungsstellung entsprechen kann, und eine
zweite Endstellung, die einer Schließstellung entsprechen kann, bewegbar ist;
wobei der Zahnstangenzahn (48) in der zweiten Endstellung zumindest abschnittsweise
an der stirnseitigen Umfangsfläche (52) des ersten Zahnradzahns (44a) anliegt, um
ein Bewegen der Zahnstange (26) in die erste Endstellung nur durch Ziehen an der Zahnstange
(26), aber ohne Drehbetätigung des Zahnrads (28), zu vermeiden;
dadurch gekennzeichnet,
dass die stirnseitige Umfangsfläche (52) des ersten Zahnradzahns (44a) konvex gekrümmt
zu einem ersten Zahnradzahnzentrum (54) ausgebildet ist, das um einen Gesamtversatz
(60) versetzt zur Zahnraddrehachse (62) ausgebildet ist, sodass in der zweiten Endstellung
der Zahnstange (26) eine Kraft auf das Zahnrad (28) einwirkt, die ein Drehmoment in
die zweite Endstellung bewirkt.
2. Getriebe nach Anspruch 1, bei dem der Gesamtversatz (60) 0,1mm bis 4mm beträgt.
3. Getriebe nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Gesamtversatz (60) zumindest teilweise
einen Parallelversatz (64) parallel zur Bewegungsrichtung (68) der Zahnstange (26)
aufweist.
4. Getriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Gesamtversatz (60) zumindest
teilweise einen Senkrechtversatz (66) senkrecht zur Bewegungsrichtung (68) der Zahnstange
(26) aufweist.
5. Getriebe nach Anspruch 4 in Verbindung mit Anspruch 3, bei dem der Parallelversatz
(64) größer ist als der Senkrechtversatz (66).
6. Getriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Umfangsfläche (52) kreisbogenförmig
zum ersten Zahnradzahnzentrum (54) ausgebildet ist und der Radius (58) zwischen Umfangsfläche
(52) und erstem Zahnradzahnzentrum (54) insbesondere 5mm bis 35mm beträgt.
7. Getriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Zahnrad (28) einen zweiten
Zahnradzahn (44b) aufweist.
8. Getriebe nach Anspruch 7, bei dem die Umfangsfläche (56) des zweiten Zahnradzahns
(44b) kreisbogenförmig zu einem zweiten Zahnradzahnzentrum (57) ausgebildet ist, wobei
der Zahnstangenzahn (48) in der ersten Endstellung zumindest abschnittsweise an der
Umfangsfläche (56) des zweiten Zahnradzahns (44b) anliegt, um ein Bewegen der Zahnstange
(26) in die zweite Endstellung durch Ziehen der Zahnstange (26), aber ohne Drehung
des Zahnrads (28) zu vermeiden.
9. Getriebe nach Anspruch 7 oder 8, bei dem die Außenform des zweiten Zahnradzahns (44b)
gleich der Außenform des ersten Zahnradzahns (44a) ausgebildet ist und/oder das Zahnrad
(28) symmetrisch zu einer, die Zahnraddrehachse (62) schneidenden, Ebene (70) ausgebildet
ist.
10. Getriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Getriebe (10) einen
ersten Anschlag (46a) für das Zahnrad (28) aufweist, wobei sich die Zahnstange (26)
in der ersten Endstellung befindet, wenn das Zahnrad (28) am ersten Anschlag (46a)
anschlägt;
und/oder
das Getriebe (10) einen zweiten Anschlag (46b) für das Zahnrad (28) aufweist, wobei
sich die Zahnstange (26) in der zweiten Endstellung befindet, wenn das Zahnrad (28)
am zweiten Anschlag anschlägt.
11. Getriebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Getriebe (10) eine Treibstangenanordnung
(16) und/oder einen Seilzug aufweist, die/der mit der Zahnstange (26) verbunden ist/sind.
12. Getriebe nach Anspruch 11, bei dem das Getriebe (10) eine erste Treibstange (14a)
der Treibstangenanordnung (16) und eine zweite Treibstange (14b) der Treibstangenanordnung
(16) aufweist, die mittelbar oder unmittelbar mit der Zahnstange (26) verbunden sind.
13. Getriebe nach Anspruch 12, bei dem das Getriebe (10) ein Umkehrzahnrad (30) aufweist,
das zwischen der Zahnstange (26) und der zweiten Treibstange (14b) angeordnet ist
und sowohl mit der Zahnstange (26) als auch der zweiten Treibstange (14b) kämmt, um
die Bewegung der Zahnstange (26) in die Gegenrichtung zu übersetzen, sodass die beiden
Treibstangen (14a, b) durch Drehung des Zahnrads (28) gegenläufig bewegbar sind.
14. Fenster (32) oder Tür mit einem festen Rahmen (34), einem Flügel (36) und einem Getriebe
(10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
15. Verfahren zum Betätigen eines Fensters (32) oder einer Tür nach Anspruch 14 unter
Einsatz eines Fensters (32) oder einer Tür nach Anspruch 14, wobei das Zahnrad (28)
um seine Zahnraddrehachse (62) gedreht wird, sodass sich die Zahnstange (26) von der
ersten Endstellung in die zweite Endstellung bewegt, wobei der erste Zahnradzahn (44a)
in der zweiten Endstellung stirnseitig an dem Zahnstangenzahn (48) anliegt, sodass
das unbetätigte Zahnrad (28) ein Bewegen der Zahnstange (26) zurück in die erste Endstellung
blockiert.