Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Behälterbehandlungsanlage und ein Verfahren zum Betreiben
einer Behälterbehandlungsanlage.
Technischer Hintergrund
[0002] Bei der Abfüllung von Füllgütern wie Bier oder kohlensäurehaltigen Getränken in Behältern,
wie Glasflaschen, wird oftmals eine konstante Füllhöhe als Qualitätskriterium gefordert.
Die Füllhöhen der gefüllten Behälter werden bei verschiedenen Füllsystemen durch verschiedene
Effekte bzw. Parameter beeinflusst. Wird bei einem Rückluftrohrfüller der Füllstand
erzeugt, indem bei ansteigendem Füllspiegel bei korrekter Höhe die Verbindung zwischen
Behälter und Kessel durch die Flüssigkeit bedeckt wird und dadurch kein Gas mehr entweichen
kann, so wird bei einem Sondenfüller durch den ansteigenden Füllspiegel im Behälter
ein elektrischer Kurzschluss an der Sonde erzeugt und dadurch das Füllventil geschlossen.
[0003] Anders als bei Rückluftrohrfüllern und Sondenfüllern gibt es auch Füllsysteme, bei
denen die Füllhöhe aktiv über den Fülldruck gesteuert werden kann. Darüber lassen
sich verschiedene andere Einflussfaktoren, wie z. B. Produkttemperatur, ausgleichen.
Bei diesem Füllsystem kann das Füllventil geöffnet werden und solange Füllgut in den
Behälter strömen, bis ein Druckausgleich zum Kessel erreicht wird, wobei das Füllgut
in dem Kessel einen Absolutdruck über Umgebungsdruck aufweisen kann. Diese Füllsysteme
können auch als aktiv-fülldruckgesteuerte Füllsysteme bezeichnet werden.
[0004] In diesem Zusammenhang offenbart die
EP 2 937 310 A2 ein Verfahren zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt in einer Getränkeabfüllanlage,
umfassend das Bereitstellen des Füllprodukts unter einem Überdruck und das Evakuieren
des zu befüllenden Behälters zum Erreichen eines Unterdruckes. Das unter Überdruck
stehende Füllprodukt wird in den unter Unterdruck stehenden Behälter eingeleitet.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine verbesserte Technik zum Erreichen
einer konstanten Füllhöhe zu schaffen. Die Technik soll vorzugsweise bei einem aktiv-fülldruckgesteuerten
Füllsystem anwendbar sein.
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung angegeben.
[0007] Ein Aspekt der vorliegenden Offenbarung betrifft eine Behälterbehandlungsanlage.
Die Behälterbehandlungsanlage weist eine (z. B. Rundläufer-) Behandlungsvorrichtung
mit mehreren Behandlungsstationen, die jeweils ein Füllventil (z. B. eines aktiv-fülldruckgesteuerten
Füllsystems) zum Füllen eines in der jeweiligen Behandlungsstation positionierten
Behälters während einer füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer aufweisen, auf.
Die Behälterbehandlungsanlage weist eine Erfassungseinrichtung auf, die dazu ausgebildet
ist, Füllhöhen der von den Füllventilen gefüllten Behälter zu erfassen. Die Behälterbehandlungsanlage
weist eine Steuereinrichtung auf, die dazu konfiguriert ist, für die mehreren Füllventile
einen gemeinsamen Mittelwert auf Basis von den erfassten Füllhöhen mehrerer der von
den Füllventilen gefüllten Behälter zu ermitteln (z. B. zu berechnen). Die Steuereinrichtung
ist ferner konfiguriert, für mindestens eines der mehreren Füllventile einen füllventilindividuellen
Mittelwert auf Basis von den erfassten Füllhöhen mehrerer der von dem jeweiligen Füllventil
gefüllten Behälter zu ermitteln (z. B. zu berechnen) und die füllventilindividuelle
Öffnungszeitdauer für zukünftige Behälterfüllvorgänge in Abhängigkeit von dem jeweiligen
füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert anzupassen (z. B.
zu verlängern oder zu verkürzen).
[0008] Vorteilhaft ermöglicht die Behälterbehandlungsanlage eine automatische Anpassung
der Öffnungszeitdauer der Füllventile, sodass die Standardabweichung der Füllhöhe
als Qualitätskriterium deutlich verbessert werden kann. Die Anpassungen müssen daher
nicht aufwendig manuell von Technikern vorgenommen werden. Stattdessen können die
Füllhöhen der Behälter stationsgenau für jeden gefüllten Behälter automatisch erfasst
werden. Da es zu statistischen Streuungen der Füllhöhen kommt, ist nicht jede kleinste
Über- oder Unterfüllung direkt auf eine falsche Ventilöffnungsdauer zurückzuführen
ist. Daher können der gemeinsame Mittelwert und der jeweilige füllventilindividuelle
Mittelwert ermittelt und verglichen werden, sodass sich stationsabhängige, wiederholbare
Varianzen der Füllhöhe der Behandlungsstationen feststellen lassen. Wird beispielsweise
bei mehreren Behältern, die alle von demselben Füllventil gefüllt wurden, im Mittel
eine Unterfüllung von einigen Millimetern bzw. Millimetern im Vergleich zum Mittelwert
aller Füllventile erkannt, kann diese Information von der Steuereinrichtung zur automatischen
Anpassung der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer dieses Füllventils berücksichtigt
werden. Auf diese Weise kann beispielsweise automatisch auf Situationen reagiert werden,
in denen es aufgrund von verschiedenen Faktoren, z. B. Fertigungsvarianzen oder äußere
Verschmutzungen, zu einem langsamer öffnenden Ventilglied eines der Füllventile kommen
kann, sodass das Einströmen des Füllguts in den Behälter anfangs deutlich verlangsamt
ist und der Behälter mit einer zu geringen Füllhöhe nicht korrekt gefüllt wird. Zudem
kann auch auf mögliche Schwankungen der nötigen füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer
über einen längeren Zeitraum eingegangen werden.
[0009] Vorzugsweise können die Behandlungsstationen frei von Füllsonden und/oder Rückflussrohren
sein.
[0010] Bevorzugt kann die Erfassungseinrichtung stromabwärts von der Behandlungsvorrichtung
angeordnet sein. Alternativ kann die Erfassungseinrichtung beispielsweise in der Behandlungsvorrichtung
integriert sein.
[0011] Beispielweise kann der gemeinsame Mittelwert ein gemeinsamer arithmetischer Mittelwert
oder ein gemeinsamer Medianmittelwert sein. Alternativ oder zusätzlich kann der füllventilindividuelle
Mittelwert ein füllventilindividueller arithmetischer Mittelwert oder ein füllventilindividueller
Medianmittelwert sein.
[0012] In einem Ausführungsbeispiel ist die Steuereinrichtung dazu konfiguriert, für das
mindestens eine der mehreren Füllventile die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge in Abhängigkeit von dem jeweiligen füllventilindividuellen
Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert anzupassen:
- wenn eine Abweichung (z. B. Differenz) zwischen dem jeweiligen füllventilindividuellen
Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert größer als ein (z. B. mittels einer Benutzerschnittstelle
der Behälterbehandlungsanlage vorgebbarer) Abweichungsgrenzwert ist; und/oder
- wobei ein Ausmaß des Anpassens (z. B. eine Größe bzw. Höhe eines Korrekturwertes zum
Anpassen der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge)
abhängig von einem Wert (Größe bzw. Höhe) einer Abweichung zwischen dem jeweiligen
füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert ist.
[0013] Vorteilhaft kann auf diese Weise erreicht werden, dass nicht schon bei kleinsten
Unterschieden zwischen dem füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen
Mittelwert eine unnötige Anpassung des füllventilindividuellen Mittelwerts vorgenommen
wird. Vorteilhaft kann zudem eine Funktion festgelegt werden, mit welcher der notwendige
Korrekturwert zur Füllung bis auf die Sollfüllhöhe aus dem Wert der Abweichung errechnet
oder abgeleitet werden kann, sodass mit einer einzigen Anpassung der füllventilindividuellen
Öffnungszeitdauer die Sollfüllhöhe erreichbar ist.
[0014] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Steuereinrichtung dazu konfiguriert,
für das mindestens eine der mehreren Füllventile die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge in Abhängigkeit von dem jeweiligen füllventilindividuellen
Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert bis maximal zu einer (z. B. mittels einer
Benutzerschnittstelle der Behälterbehandlungsanlage) vorgebbaren Maximalöffnungszeitdauer
anzupassen. Vorteilhaft kann damit automatisch berücksichtigt werden, dass sich die
füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer nicht unbegrenzt verlängert werden sollte,
auch da sich die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer direkt auf eine mögliche
Leistung der Behandlungsvorrichtung auswirkt.
[0015] In einer Ausführungsform weist die Behälterbehandlungsanlage ferner eine (z. B. akustische,
visuelle und/oder haptische) Ausgabeeinrichtung zum Ausgeben von Informationen an
einen Benutzer auf. Vorzugsweise kann die Steuereinrichtung dazu konfiguriert sein,
die Ausgabeeinrichtung zum Ausgeben eines Hinweises (z. B. Fehlermeldung, Warnung
oder Wartungshinweis) zu betreiben, wenn sich für das mindestens eine der mehreren
Füllventile die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
der Maximalöffnungszeitdauer (z. B. auf einen mittels einer Benutzerschnittstelle
der Behälterbehandlungsanlage vorgebbaren Abstand) annähert (z. B. sukzessive oder
fortwährend annähert) und/oder die Maximalöffnungszeitdauer erreicht oder überschreitet.
Vorteilhaft kann somit automatisch eine Fehlermeldung usw. ausgegeben werden, um den
Betreiber der Behälterbehandlungvorrichtung darüber zu informieren, dass die betroffene
Behandlungsstation oder zumindest das betroffene Füllventil getauscht oder gewartet
werden muss, um Unterfüllungen und/oder Leistungsminderungen zu verhindern, was bei
Überschreiten der Maximalöffnungszeitdauer der Fall wäre. Durch eine ständige Überwachung
und ggf. Anpassung der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauern kann zudem eine
Entwicklung der Anpassungen bzw. Korrekturwerte überwacht werden, sodass beispielsweise
eine Warnung ausgegeben werden kann, sobald eine Behandlungsstation durchgehend mehr
füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer bzw. Korrekturzeit benötigt und beispielsweise
in absehbarer Zeit die Maximalöffnungszeitdauer überschreiten würde. Dadurch kann
vorteilhaft ermöglicht werden, die betroffene Behandlungsstation oder zumindest das
betroffene Füllventil in geplanten Stillstandzeiten zu überholen oder zu tauschen,
um somit ungeplante Stillstände während der Produktion zu verhindern.
[0016] In einer Ausführungsform ist die Steuereinrichtung dazu konfiguriert, den füllventilindividuellen
Mittelwert zu ermitteln (z. B. zu berechnen) als:
- einen füllventilindividuellen Füllhöhenmittelwert der erfassten Füllhöhen der mehreren
von dem jeweiligen Füllventil gefüllten Behälter oder einen von dem füllventilindividuellen
Füllhöhenmittelwert abhängigen Mittelwert; oder
- einen füllventilindividuellen Abweichungsmittelwert von Abweichungen der erfassten
Füllhöhen der mehreren von dem jeweiligen Füllventil gefüllten Behälter zu einer (z.
B. mittels einer Benutzerschnittstelle der Behälterbehandlungsanlage vorgebbaren)
Sollfüllhöhe oder einen von dem füllventilindividuellen Abweichungsmittelwert abhängigen
Mittelwert.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform ist die Steuereinrichtung dazu konfiguriert, den
gemeinsamen Mittelwert zu ermitteln (z. B. zu berechnen) als:
- einen gemeinsamen Füllhöhenmittelwert der erfassten Füllhöhen der mehreren von den
Füllventilen gefüllten Behälter oder einen von dem gemeinsamen Füllhöhenmittelwert
abhängigen Mittelwert; oder
- einen gemeinsamen Abweichungsmittelwert von Abweichungen der erfassten Füllhöhen der
mehreren von den Füllventilen gefüllten Behälter zu einer (z. B. mittels einer Benutzerschnittstelle
der Behälterbehandlungsanlage vorgebbaren) Sollfüllhöhe oder einen von dem gemeinsamen
Abweichungsmittelwert abhängigen Mittelwert.
[0018] In einem Ausführungsbeispiel ist die Steuereinrichtung ferner dazu konfiguriert,
abhängig von einem Vergleich zwischen dem gemeinsamen Mittelwert und einer (z. B.
vorgegebenen oder vorgebbaren) Sollfüllhöhe einen Betrieb der Behandlungsvorrichtung
anzupassen, wobei vorzugsweise:
- das Anpassen des Betriebs erfolgt, wenn eine Abweichung zwischen dem gemeinsamen Mittelwert
und der Sollfüllhöhe größer oder gleich einem Abweichungsgrenzwert ist; und/oder
- das Anpassen des Betriebs derart erfolgt, dass ein füllventilübergreifender Betriebsparameter
(z. B. mehrere oder alle Füllventile betreffender Betriebsparameter) für die zukünftigen
Behälterfüllvorgänge angepasst wird.
[0019] Vorteilhaft kann damit in Fällen, in denen mehrere oder alle Füllventile eine Betriebsanomalie
aufweisen, vergleichsweise reaktionsschnell reagiert werden.
[0020] Vorzugsweise kann ein Ausmaß des Anpassens (z. B. des füllventilübergreifenden Betriebsparameters)
abhängig von einem Wert der Abweichung zwischen dem gemeinsamen Mittelwert und der
Sollfüllhöhe sein.
[0021] Vorzugsweise kann der füllventilübergreifende Betriebsparameter bspw. ein Betriebsdruck,
z. B. ein Fülldruck und/oder ein Gegendruck, eine Leistung oder eine Geschwindigkeit
sein.
[0022] In einer Ausführungsvariante weist die Behandlungsvorrichtung einen Füllgutdruckspeicher
(z. B. mit einem oder mehreren Füllgutkesseln) auf, der mit den Füllventilen zum Zuführen
von einen mit einem Überdruck beaufschlagten Füllgut zu den Füllventilen verbunden
ist. Vorzugsweise kann die Behandlungsvorrichtung dazu ausgebildet sein, die Behälter
vor dem Füllen auf einen Unterdruck zu evakuieren (z. B. mittels eines Füllorgans
der jeweiligen Behandlungsstation) und die auf den Unterdruck evakuierten Behälter
mittels der Füllventile während der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer zum
Erzielen eines Druckausgleichs zwischen dem jeweils evakuierten Behälter und dem Füllgutdruckspeicher
zu füllen. Vorteilhaft kann die Behälterfüllung hierdurch vergleichsweise schnell
erfolgen. Das Füllgut wird nicht wie üblich durch seine Masse aufgrund der Gravitationskraft
hin zu dem Behälter beschleunigt. Stattdessen wird das unter Überdruck stehende Füllgut
durch die Druckdifferenz zwischen dem evakuierten Behälter und dem Füllgutdruckspeicher
zum Einströmen in den Behälter beaufschlagt. Die hierin offenbarten Techniken zur
Füllhöhenüberwachung sind besonders bevorzugt bei dieser Art der Fülltechnik anwendbar.
[0023] In einer weiteren Ausführungsvariante weisen die mehreren Behandlungsstationen ferner
jeweils ein Verschließorgan zum Verschließen des in der jeweiligen Behandlungsstation
positionierten Behälters auf. Vorzugsweise kann die Steuereinrichtung dazu konfiguriert
sein, für das mindestens eine der mehreren Füllventile die füllventilindividuelle
Öffnungszeitdauer für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge zusätzlich in Abhängigkeit
von einem (z. B. mittels einer Benutzerschnittstelle der Behälterbehandlungsanlage
vorgebbaren) Betriebsplan des Verschließorgans der jeweiligen Behandlungsstation anzupassen,
besonders bevorzugt derart, dass die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer für
die zukünftigen Behälterfüllvorgänge enden muss, bevor das Verschließorgan der jeweiligen
Behandlungsstation beginnt, sich dem befüllten Behälter in der jeweiligen Behandlungsstation
anzunähern. Vorteilhaft kann auf diese Weise automatisch der komplexe und aufeinander
abgestimmte Betrieb des Füllventils und des Verschließorgans derselben Behandlungsstation
automatisch beim Anpassen der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer berücksichtigt
werden.
[0024] Es ist auch möglich, dass das Anpassen in Abhängigkeit von dem Betriebsplan des Verschließorgans
zusätzlich oder alternativ derart erfolgt, dass die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge in einem Zeitfenster anpassbar ist, in der
ein Verschließerkopf des Verschließorgans der jeweiligen Behandlungsstation von einer
Grundposition zu einer Abdichtposition bewegt wird.
[0025] In einem Ausführungsbeispiel weisen die mehreren Behandlungsstationen jeweils eine
Behandlungskammer auf, in der zumindest ein oberer Abschnitt des Behälters mit einer
Behältermündung zum Füllen mittels des Füllventils der jeweiligen Behandlungsstation
und zum Verschließen mittels des Verschließorgans der jeweiligen Behandlungsstation
aufnehmbar ist. Optional kann der Behälter mittels einer Hubeinrichtung der jeweiligen
Behandlungsstation in die Behandlungskammer der jeweiligen Behandlungsstation einführbar
und aus der Behandlungskammer der jeweiligen Behandlungsstation herausbewegbar sein.
[0026] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Steuereinrichtung dazu konfiguriert,
für das mindestens eine der mehreren Füllventile die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge zusätzlich in Abhängigkeit von einem (z.
B. mittels einer Benutzerschnittstelle der Behälterbehandlungsanlage vorgebbaren)
Behandlungsplan der Behandlungskammer der jeweiligen Behandlungsstation anzupassen,
vorzugsweise derart, dass:
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
enden muss, bevor die Behandlungskammer der jeweiligen Behandlungsstation zum Erzielen
eines Druckausgleichs zwischen dem jeweils gefüllten Behälter und der Behandlungskammer
der jeweiligen Behandlungsstation vorgespannt wird; und/oder
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
innerhalb eines Zeitfensters anpassbar ist, in dem die Behandlungskammer der jeweiligen
Behandlungsstation evakuiert und/oder gespült wird.
[0027] Vorteilhaft kann auf diese Weise automatisch der komplexe und aufeinander abgestimmte
Betrieb des Füllventils, des Verschließorgans und der Behandlungskammer derselben
Behandlungsstation automatisch beim Anpassen der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer
berücksichtigt werden.
[0028] In einer Ausführungsform sind die Behandlungskammern jeweils mit dem darin positionierten
oberen Abschnitt des Behälters abdichtbar, vorzugsweise oberseitig mittels eines Verschließerkopfes
des Verschließorgans der jeweiligen Behandlungsstation und/oder unterseitig mittels
einer jeweiligen (z. B. aufblasbaren) Abdichtung zum Behälter, vorzugsweise Behälterhals.
[0029] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Offenbarung betrifft ein Verfahren zum Betreiben
einer Behälterbehandlungsanlage, vorzugweise wie hierin offenbart. Das Verfahren weist
ein Füllen mehrerer Behälter in mehreren Behandlungsstationen einer Behandlungsvorrichtung
mittels eines (z. B. in einem aktiv-fülldruckgesteuerten Füllsystem umfassten) Füllventils
je Behandlungsstation während einer füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer (z.
B. mit einem unter Überdruck stehenden Füllgut) auf. Das Verfahren weist ferner ein
Erfassen von Füllhöhen der von den Füllventilen gefüllten Behälter mittels einer Erfassungseinrichtung
auf. Das Verfahren weist ferner ein Ermitteln (z. B. Berechnen) eines gemeinsamen
Mittelwerts für die mehreren Füllventile auf Basis der erfassten Füllhöhen mehrerer
der von den Füllventilen gefüllten Behälter mittels einer Steuereinrichtung auf.
[0030] Das Verfahren weist ferner ein Ermitteln (z. B. Berechnen) eines füllventilindividuellen
Mittelwerts für mindestens eines der mehreren Füllventile auf Basis der erfassten
Füllhöhen mehrerer der von dem jeweiligen Füllventil gefüllten Behälter mittels der
Steuereinrichtung auf. Das Verfahren weist ferner ein Anpassen (z. B. Verkürzen oder
Verlängern) der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer des mindestens einen der
mehreren Füllventile für zukünftige Behälterfüllvorgänge in Abhängigkeit von dem jeweiligen
füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert mittels der Steuereinrichtung
auf, vorzugsweise wenn eine Abweichung (z. B. Differenz) zwischen dem jeweiligen füllventilindividuellen
Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert größer als ein (z. B. mittels einer Benutzerschnittstelle
der Behälterbehandlungsanlage vorgebbarer) Abweichungsgrenzwert ist und/oder wobei
ein Ausmaß des Anpassens abhängig von einem Wert einer Abweichung zwischen dem jeweiligen
füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert ist. Vorteilhaft
lassen sich mit dem Verfahren die gleichen Vorteile erzielen, die bereits unter Bezugnahme
auf die Behandlungsanlage erläutert wurden. Selbiges gilt für die nachfolgenden bevorzugten
Beispiele des Verfahrens.
[0031] In einem Ausführungsbeispiel ist beim Anpassen die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
(nur) bis maximal zu einer (z. B. mittels einer Benutzerschnittstelle der Behälterbehandlungsanlage)
vorgebbaren Maximalöffnungszeitdauer anpassbar. Optional kann das Verfahren ferner
ein Ausgeben eines (z. B. akustischen, visuellen und/oder haptischen) Hinweises an
einen Benutzer mittels einer Ausgabeeinrichtung, wenn sich für das mindestens eine
der mehreren Füllventile die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer für die zukünftigen
Behälterfüllvorgänge der Maximalöffnungszeitdauer (z. B. auf einen mittels einer Benutzerschnittstelle
der Behälterbehandlungsanlage vorgebbaren Abstand) annähert (z. B. sukzessive oder
fortwährend annähert) und/oder die Maximalöffnungszeitdauer erreicht oder überschreitet,
aufweisen.
[0032] In einem weiteren Ausführungsbeispiel weist das Verfahren ferner ein Evakuieren der
mehreren Behälter auf einen Unterdruck vor dem Füllen auf. Vorzugsweise kann das Füllen
in die auf den Unterdruck evakuierten mehreren Behälter zum Erzielen eines Druckausgleichs
zwischen dem jeweils evakuierten Behälter und einem Füllgutdruckspeicher erfolgen.
[0033] In einem weiteren Ausführungsbeispiel erfolgt das Anpassen (z. B. Verkürzen oder
Verlängern) der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer zusätzlich in Abhängigkeit
von einem (z. B. mittels einer Benutzerschnittstelle der Behälterbehandlungsanlage
vorgebbaren) Betriebsplan eines Verschließorgans der jeweiligen Behandlungsstation
und/oder von einem (z. B. mittels einer Benutzerschnittstelle der Behälterbehandlungsanlage
vorgebbaren) Behandlungsplan einer Behandlungskammer der jeweiligen Behandlungsstation
(in der z. B. zumindest ein oberer Abschnitt des Behälters mit einer Behältermündung
zum Füllen mittels des jeweiligen Füllventils und zum Verschließen mittels eines Verschließorgans
der jeweiligen Behandlungsstation aufnehmbar ist), vorzugsweise derart, dass:
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
enden muss, bevor das Verschließorgan der jeweiligen Behandlungsstation beginnt, sich
dem befüllten Behälter in der jeweiligen Behandlungsstation anzunähern; und/oder
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
enden muss, bevor die Behandlungskammer der jeweiligen Behandlungsstation zum Erzielen
eines Druckausgleichs zwischen dem jeweils gefüllten Behälter und der Behandlungskammer
der jeweiligen Behandlungsstation vorgespannt wird; und/oder
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
innerhalb eines Zeitfensters anpassbar ist, in dem die Behandlungskammer der jeweiligen
Behandlungsstation evakuiert und/oder gespült wird.
[0034] Es ist auch möglich, dass das Verfahren ferner ein Anpassen eines Betriebs der Behandlungsvorrichtung
abhängig von einem Vergleichen des gemeinsamen Mittelwerts und einer (z. B. vorgegebenen
oder vorgebbaren) Sollfüllhöhe aufweist, wobei vorzugsweise:
- das Anpassen des Betriebs erfolgt, wenn eine Abweichung zwischen dem gemeinsamen Mittelwert
und der Sollfüllhöhe größer oder gleich einem Abweichungsgrenzwert ist; und/oder
- das Anpassen des Betriebs derart erfolgt, dass ein füllventilübergreifender Betriebsparameter
(z. B. mehrere oder alle Füllventile betreffender Betriebsparameter) für die zukünftigen
Behälterfüllvorgänge angepasst wird.
[0035] Beispielsweise können die Behälter als Flaschen, Dosen, Kanister, Kartons, Flakons
usw. ausgeführt sein.
[0036] Vorzugsweise kann sich der Begriff "Steuereinrichtung" auf eine Elektronik (z. B.
ausgeführt als eine Treiberschaltung oder mit Mikroprozessor(en) und Datenspeicher)
und optional zusätzlich eine mechanische, pneumatische und/oder hydraulische Steuerung
beziehen, die je nach Ausbildung Steuerungsaufgaben und/oder Regelungsaufgaben und/oder
Verarbeitungsaufgaben übernehmen kann. Auch wenn hierin der Begriff "Steuern" verwendet
wird, kann damit gleichsam zweckmäßig auch "Regeln" bzw. "Steuern mit Rückkopplung"
und/oder "Verarbeiten" umfasst bzw. gemeint sein.
[0037] Die zuvor beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen und Merkmale der Erfindung
sind beliebig miteinander kombinierbar.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0038] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden unter Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Behälterbehandlungsanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Offenbarung;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Behandlungsstation einer Behälterbehandlungsvorrichtung
der beispielhaften Behälterbehandlungsanlage; und
- Figur 3
- ein Zeit-Druck-Diagramm mit einem beispielhaften Druckverlauf in einem Behälter während
einer Behälterbehandlung und einem beispielhaften Druckverlauf in einer Behandlungskammer.
[0039] Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen stimmen zumindest teilweise überein,
so dass ähnliche oder identische Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind
und zu deren Erläuterung auch auf die Beschreibung der anderen Ausführungsformen bzw.
Figuren verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
Detaillierte Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen
[0040] Die Figur 1 zeigt eine Behälterbehandlungsanlage 10 aufweisend eine Behandlungsvorrichtung
12 mit mehreren Behandlungsstationen 24, eine Erfassungseinrichtung 22 und eine Steuereinrichtung
52. Die Figur 2 zeigt eine der Behandlungsstationen 24 mit einem darin positionierten
Behälter.
[0041] Bevorzugt ist die Behandlungsvorrichtung 12 als eine Rundläufer-Vorrichtung bzw.
als ein Behandlungskarussell ausgeführt. Beispielsweise können die Behandlungsstationen
24 verteilt um einen Umfang der Behandlungsvorrichtung 12 angeordnet sein. Der besseren
Übersicht halber sind in der Figur 1 nur einige der Behandlungsstationen 24 mit einem
eigenen Bezugszeichen versehen.
[0042] Die Behandlungsvorrichtung 12 füllt die Behälter mit einem, vorzugsweise flüssigen
oder pastösen, Füllgut. Das Füllgut kann kohlensäurehaltig sein. Bevorzugt können
die Behälter mittels der Behandlungsvorrichtung 12 nach dem Füllen auch noch verschlossen
werden. Besonders bevorzugt können die Behälter in einer jeweiligen Behandlungsstation
24 nacheinander gefüllt und verschlossen werden, ohne die jeweilige Behandlungsstation
24 zu verlassen.
[0043] Die Behandlungsvorrichtung 12 kann (behälter-) stromabwärts von einem Behälterförderer
14 angeordnet sein. Der Behälterförderer 14 kann beispielsweise einen Einlaufstern
16 aufweisen, der Behälter an die Behandlungsvorrichtung 12 übergibt. Im Einzelnen
kann der Einlaufstern 16 die Behälter einzeln an die Behandlungsstationen 24 übergeben.
[0044] Die Behandlungsvorrichtung 12 kann (behälter-) stromaufwärts von einem Behälterförderer
18 angeordnet sein. Der Behälterförderer 18 kann beispielsweise einen Auslaufstern
20 aufweisen, der behandelte Behälter von der Behandlungsvorrichtung 12 übernimmt.
Im Einzelnen kann der Auslaufstern 20 die Behälter einzeln von den Behandlungsstationen
24 übernehmen. Bevorzugt kann der Behälterförderer 18 die Behälter beispielsweise
einspurig und/oder im Einzeltransport transportieren.
[0045] Die Erfassungseinrichtung 22 kann (behälter-) stromabwärts von der Behandlungsvorrichtung
12 angeordnet sein. Beispielsweise kann die Erfassungseinrichtung 22 an dem Behälterförderer
18 angeordnet sein.
[0046] Alternativ kann die Erfassungseinrichtung 22 beispielsweise in der Behandlungsvorrichtung
12 umfasst sein. Beispielsweise kann die Erfassungseinrichtung 22 an einem Behälterauslaufabschnitt
der Behandlungsvorrichtung 12 oder stromaufwärts davon angeordnet sein. Alternativ
kann die Erfassungseinrichtung 22 beispielsweise verteilt in jeder der Behandlungsstationen
24 umfasst sein.
[0047] Die Erfassungseinrichtung 22 ist dazu ausgebildet, eine jeweilige Füllhöhe der Behälter
zu erfassen. Die Erfassungseinrichtung 22 kann jegliche Sensortechnik aufweisen, die
geeignet ist, die Füllhöhen der Behälter zu erfassen. Beispielsweise kann die Erfassungseinrichtung
22 mindestens eine Kameravorrichtung, einen Lasersensor, einen LED-Sensor, einen Ultraschallsensor,
einen Röntgensensor und/oder einen Abstandsensor usw. aufweisen.
[0048] Die Erfassungseinrichtung 22 kann in Kommunikationsverbindung mit der Steuereinrichtung
52 zum Senden der erfassten Füllhöhen an die Steuereinrichtung 52 sein. Die Steuereinrichtung
52 und/oder die Erfassungseinrichtung 22 kann die erfasste Füllhöhe eines Behälters
einer jeweiligen Behandlungsstation 24 und/oder einem jeweiligen Füllventil 28, die/das
den Behälter, für den die Füllhöhe erfasst wurde, gefüllt hat, zuordnen, z. B. durch
einen bekannten Zusammenhang zwischen einen Behandlungszeitpunkt in der jeweiligen
Behandlungsstation 24 und einem Erfassungszeitpunkt durch die Erfassungseinrichtung
22.
[0049] Wie in Figur 2 beispielhaft dargestellt ist, weisen die Behandlungsstationen 24 jeweils
ein Füllorgan 26 mit einem Füllventil 28 auf. Optional können die Behandlungsstationen
24 beispielsweise ferner jeweils ein Verschließorgan 36, eine Behandlungskammer 42
und/oder eine Hubeinrichtung 46 aufweisen.
[0050] Das Füllorgan 26 ist zum Füllen des in der Behandlungsstation 24 positionierten Behälters
ausgeführt. Das Füllorgan 26 kann den Behälter mit einem flüssigen oder pastösen Füllgut
füllen. Beispielsweise kann das Füllorgan 26 das Füllventil 28 zum wahlweisen Freigeben
oder Blockieren eines Füllgutkanals des Füllorgans 26 aufweisen. Das Füllventil 28
kann beispielsweise elektrisch, elektromagnetisch, pneumatisch, hydraulisch oder mechanisch
betätigt werden.
[0051] Das Füllorgan 26 kann mit einem Füllgutdruckspeicher 32 (nur in Figur 1 dargestellt)
über eine Füllgutleitung 30 verbunden sein. Das Füllgutdruckspeicher 32 kann mindestens
einen Füllgutdrucktank bzw. Füllgutdruckkessel aufweisen. Das Füllgut kann beispielsweise
mit einem (Absolut-) Überdruck bis 9 bar, bevorzugt zwischen 2,5 bar und 6 bar, besonders
bevorzugt zwischen 2,8 bar und 3,3 bar, im Füllgutdruckspeicher 32 gespeichert sein.
[0052] Bevorzugt kann das Füllorgan 26 den Behälter ebenfalls evakuieren, vorspannen und/oder
spülen. Entsprechend kann das Füllorgan 26 einen Evakuierungskanal, einen Vorspannkanal
und/oder eine Spülkanal aufweisen. Der Evakuierungskanal kann mit einer Vakuumquelle
verbunden oder verbindbar sein. Die Vakuumquelle kann beispielsweise eine Vakuumpumpe
sein.
[0053] Die Füllorgane 26 können Teil eines aktiv-fülldruckgesteuerten Füllsystems sein.
[0054] Besonders bevorzugt kann der Behälter von dem Füllorgan 26 vor dem Füllen auf einen
Unterdruck evakuiert werden. Nach dem Evakuieren kann der auf den Unterdruck evakuierte
Behälter durch Öffnen des Füllventils 28 mit einem Füllgut gefüllt werden. Das Füllventil
28 kann für eine füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer geöffnet bleiben. Das Füllgut
strömt von dem Füllgutdruckspeicher 32 durch das geöffnete Füllventil 28 in den Behälter
zum Erzielen eines Druckausgleichs zwischen dem Behälter und dem Füllgutdruckspeicher
32. Die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer ist anpassbar.
[0055] Bevorzugt kann das Füllorgan 26 zum Behandeln des Behälters an eine Behältermündung
des Behälters anpressbar sein. Vorzugsweise kann dem Füllorgan 26 eine (Füllorgan-)
Verstelleinrichtung 34 zugeordnet sein. Die Verstelleinrichtung 34 kann das Füllorgan
26 zum Anpressen auf die Behältermündung und zum Freigeben der Behältermündung bewegen.
Die Verstelleinrichtung 34 kann das Füllorgan 26 bevorzugt entlang einer Achse bewegen,
die angeschrägt zu einer Hochachse der Behandlungsstation 24 bzw. des Behälters ist.
[0056] Die Verstelleinrichtung 34 kann bspw. elektrisch, elektromagnetisch, pneumatisch,
hydraulisch oder mechanisch betrieben werden, z. B. von der Steuereinrichtung 52.
Die Verstelleinrichtung 34 kann bspw. gesteuert von der Steuereinrichtung 52 ausfahren
und einfahren.
[0057] Bevorzugt kann die Verstelleinrichtung 34 einen Auslass des Füllorgans 26 innerhalb
der Behandlungskammer 42 bewegen. Die Verstelleinrichtung 34 kann den Auslass des
Füllorgans 26 innerhalb der Behandlungskammer 42 zum Anpressen auf die Behältermündung
bewegen, z. B. wenn eine Behandlung, wie bspw. Evakuieren, Spülen, Vorspannen und/oder
Füllen, durch das Füllorgan 26 gewünscht ist. Die Verstelleinrichtung 34 kann den
Auslass des Füllorgans 26 innerhalb der Behandlungskammer 42 weg von der Behältermündung
bewegen, um z. B. eine Behandlung des Behälters durch das Verschließorgan 36 zu ermöglichen.
[0058] Das Verschließorgan 36 kann einen Verschließerkopf 38 und eine (Verschließorgan-)
Verstelleinrichtung 40 aufweisen.
[0059] Das Verschließorgan 36 kann zum Verschließen des in der Behandlungsstation 24 positionierten
Behälters ausgeführt sein. Im Einzelnen kann der Behälter mittels des Verschließerkopfes
38 verschlossen werden, z. B. mit einem Kronenkorken. Zum Verschließen kann der Verschließerkopf
38 mittels der Verstelleinrichtung 40 auf die Behältermündung des Behälters abgesenkt
werden und nach dem Verschließen wieder angehoben werden.
[0060] Die Verstelleinrichtung 40 kann bspw. elektrisch, elektromagnetisch, pneumatisch,
hydraulisch oder mechanisch betrieben werden, z. B. von der Steuereinrichtung 52 (siehe
Figur 1). Die Verstelleinrichtung 40 kann bspw. gesteuert von der Steuereinrichtung
52 ausfahren und einfahren.
[0061] Bevorzugt kann der Verschließerkopf 38 mittels der Verstelleinrichtung 40 zu der
Behandlungskammer 42, aus der Behandlungskammer 42 und/oder innerhalb der Behandlungskammer
42 bewegt werden. Beispielsweise kann der Verschließerkopf 38 mittels der Verstelleinrichtung
40 in eine Grundposition (in Figur 2 dargestellt), in eine Abdichtposition (nicht
in den Figuren dargestellt) und/oder in eine Verschließposition (nicht in den Figuren
dargestellt) bewegt werden.
[0062] In der Grundposition kann der Verschließerkopf 38 außerhalb, vorzugsweise oberhalb,
von der Behandlungskammer 42 positioniert sein. Die Grundposition kann bspw. zu Beginn
einer Behälterbehandlung in der Behandlungsstation 24 eingenommen werden, wenn der
Behälter von einer Hubeinrichtung 46 in die Behandlungskammer 42 eingeführt wird.
[0063] In der Abdichtposition kann der Verschließerkopf 38 von der Verstelleinrichtung 40
zum oberseitigen Abdichten der Behandlungskammer 42 abgesenkt sein. Vorzugsweise kann
der Behälter von dem Füllorgan 26 behandelt, z. B. evakuiert, gespült, vorgespannt
und/der gefüllt, werden, während der Verschließerkopf 38 in die Abdichtposition bewegt
wird. Vor oder während des Bewegens kann der Verschließerkopf 38 noch einen Behälterverschluss,
z. B. einen Kronenkorken, übernehmen. Zum Ende der Behandlung des Behälters durch
das Füllorgan 26 kann der Verschließerkopf 38 in der Abdichtposition sein. Bevorzugt
kann die Behandlungskammer 42 dann ebenfalls unterseitig mittels einer Abdichtung
44 zum Behälter hin abgedichtet sein oder werden. Während der Verschließerkopf 38
in der Abdichtposition ist, kann die Behandlungskammer 42 bspw. evakuiert, gespült
und/oder vorgespannt werden.
[0064] In der Verschließposition kann der Verschließerkopf 38 von der Verstelleinrichtung
40 zum Verschließen der Behältermündung des Behälters in der Behandlungskammer 42
abgesenkt sein. Bspw. kann der Behälterverschluss so auf eine Behältermündung des
Behälters aufgepresst werden. Während einer Bewegung des Verschließerkopfes 38 von
der Abdichtposition zu der Verschließposition kann die Behandlungskammer 42 weiterhin
von dem Verschließerkopf 38 abgedichtet sein.
[0065] In der Behandlungskammer 42 kann zumindest ein oberer Abschnitt des Behälters mit
dessen Behältermündung zur Behandlung mittels des Füllorgans 26 und/oder des Verschließorgans
36 aufgenommen sein. Beispielsweise kann der Behälter mittels der Hubeinrichtung 46
zum Positionieren des oberen Abschnitts des Behälters in die Behandlungskammer 42
bewegt werden.
[0066] Für die Behandlung kann der in der Behandlungskammer 42 aufgenommene Abschnitt des
Behälters abgedichtet in der Behandlungskammer 42 aufgenommen sein.
[0067] Beispielsweise kann die Behandlungskammer 42 oberseitig von dem Verschließerkopf
38 abgedichtet werden, wenn der Verschließerkopf 38 auf die Behandlungskammer 42 abgesenkt
oder innerhalb der Behandlungskammer 42 positioniert ist (nicht in den Figuren dargestellt).
[0068] Beispielsweise kann die Behandlungskammer 42 unterseitig mittels einer Abdichtung
44 zu dem Behälter, vorzugsweise zu einem Behälterhals des Behälters, abgedichtet
sein. Die Abdichtung 44 kann bspw. als ein aufblasbarer Ringkörper ausgebildet sein,
der sich um einen Behältermantel oder einen Behälterhals des Behälters legen kann.
[0069] Die Behandlungskammer 42 kann bspw. evakuiert, gespült und/oder vorgespannt werden,
bevorzugt während der Behälter an das Füllorgan 26 angepresst ist. Besonders bevorzugt
kann gleichzeitig mit dem Behandeln (z. B. Evakuieren, Spülen, Vorspannen und/oder
Füllen) des Behälters mittels des Füllorgans 26, auch davor oder auch danach, die
Behandlungskammer 42 bspw. evakuiert, gespült und/oder vorgespannt werden. Das Füllorgan
26 kann nachfolgend von der Behältermündung des bereits mit dem Füllprodukt befüllten
Behälters entfernt werden, bevorzugt zu einem Zeitpunkt, zu dem in der Behandlungskammer
42 und im Behälter im Wesentlichen die gleichen Bedingungen herrschen. Die bspw. unter
dem Überdruck stehende Behandlungskammer 42 kann in dieser Phase entsprechend mit
dem mit dem Füllprodukt gefüllten Behälterinnenraum des Behälters kommunizieren.
[0070] In einem nächsten Behandlungsschritt kann dann in der noch immer unter Überdruck
stehenden Behandlungskammer 42 ein Behälterverschluss auf den Behälter mittels des
Verschließerkopfes 38 des Verschließorgans 36 aufgebracht werden. Nachfolgend kann
der in der Behandlungskammer 42 vorliegende Überdruck im Wesentlichen auf Umgebungsdruck
reduziert und dann der befüllte und verschlossene Behälter mittels der Hubeinrichtung
46 aus der Behandlungskammer 42 entfernt werden.
[0071] Die Hubeinrichtung 46 kann den Behälter anheben und absenken. Beispielsweise kann
die Hubeinrichtung 46 eine vertikal bewegbare Stützplatte 48 zum bodenseitigen Abstützen
des Behälters aufweisen. Die Hubeinrichtung 46 kann den Behälter in die Behandlungskammer
42 einführen und aus der Behandlungskammer herausbewegen.
[0072] Die Hubeinrichtung 46 kann bspw. elektrisch, elektromagnetisch, pneumatisch, hydraulisch
oder mechanisch betrieben werden, z. B. von der Steuereinrichtung 52. Die Hubeinrichtung
46 kann bspw. gesteuert von der Steuereinrichtung 52 ausfahren und einfahren.
[0073] Die Figur 3 zeigt für ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel für einen Zeitabschnitt
von kurz vor dem Füllen bis kurz nach einem Entlasten einen Druckverlauf A (durchgezogene
Kurve) im Behälter und einen Druckverlauf B (gestrichelte Kurve) in der Behandlungskammer.
[0074] Es ist beispielhaft dargestellt, dass der Behälter vor dem Füllen bereits auf einen
Unterdruck p0 evakuiert wurde. Zu einem Zeitpunkt t1 kann das Füllventil 28 geöffnet
werden. Das Füllventil 28 kann während einer Öffnungszeitdauer D bis zu einem Zeitpunkt
t2 geöffnet bleiben. Währenddessen kann sich der Behälter zum Erzielen eines Druckausgleichs
mit einem Druck p1 im Füllgutdruckspeicher 32 mit dem Füllgut füllen. Bei diesem Füllvorgang
kann solange Füllgut durch das geöffnete Füllventil 28 in den Behälter strömen, bis
ein Druckausgleich zwischen dem Behälter und dem Füllgutdruckspeicher 32 erreicht
wird.
[0075] Ab einem Zeitpunkt t3 kann die Behandlungskammer 42 bis auf einen Druck im befüllten
Behälter vorgespannt werden. Nachdem das Füllventil 28 geschlossen wurde (nach t2)
und nachdem die Behandlungskammer 42 auf ein Druckniveau im Behälter vorgespannt wurde,
kann das Füllventil 28 von dem gefüllten Behälter mittels der Verstelleinrichtung
34 entfernt werden. Um t4 herum kann das Verschließorgan 36 mit seinem Verschließerkopf
38 nun zu der Behältermündung des gefüllten Behälters bewegt werden. Zwischen t4 und
t5 kann der Behälter verschlossen und die Behandlungskammer 42 nach dem Verschließen
auf einen Umgebungsdruck entlastet werden. Der verschlossene, gefüllte Behälter kann
dann aus der Behandlungskammer 42 mittels der Hubeinrichtung 46 entfernt werden.
[0076] Wie in Figur 1 dargestellt ist, kann die Behälterbehandlungsanlage 10 ferner die
Ausgabeeinrichtung 50 aufweisen. Die Ausgabeeinrichtung 50 kann beispielsweise eine
akustische, visuelle und/oder haptische Ausgabeeinrichtung sein. Über die Ausgabeeinrichtung
50 können Informationen an einen Benutzer ausgegeben werden. Die Ausgabeeinrichtung
50 kann Teil einer Benutzerschnittstelle sein. Die Ausgabeschnittstelle kann beispielsweise
eine (z. B. berührungsempfindliche) Anzeige, einen Lautsprecher und/oder mindestens
eine Signalleuchte aufweisen.
[0077] Die Steuereinrichtung 52 kann die Behandlungsvorrichtung 12 betreiben bzw. deren
Betrieb steuern. Im Einzelnen kann die Steuereinrichtung 52 beispielsweise einen Betrieb
der Behandlungsstationen 24, einen Betrieb der Füllorgane 26, einen Betrieb der Füllventile
28, einen Betrieb der Verstelleinrichtung 34, einen Betrieb der Verschließorgane 36,
einen Betrieb der Verstelleinrichtung 40, einen Betrieb der Behandlungskammer 42,
einen Betrieb der Abdichtung 44, einen Betrieb der Hubeinrichtung 46 und/oder einen
Betrieb der Ausgabeeinrichtung 50 steuern.
[0078] Wie bereits erwähnt, kann beim Füllen der Behälter solange Füllgut durch das während
der Öffnungszeitdauer D geöffnete Füllventil 28 in den Behälter strömen, bis ein Druckausgleich
zwischen dem Behälter und dem Füllgutdruckspeicher erreicht wird. In gewissen Grenzen
beeinflusst in diesem Ausführungsbeispiel also die Öffnungszeitdauer D die Füllhöhe
der Behälter nicht. Allerdings wurde festgestellt, dass es aufgrund von verschiedenen
Faktoren, z. B. Fertigungsvarianzen oder äußere Verschmutzungen, zu einem langsamer
öffnenden Ventilglied (z. B. Produktkegel) des Füllventils 28 kommen kann, sodass
das Einströmen des Füllguts in den Behälter anfangs deutlich verlangsamt ist und der
Behälter mit einer zu geringen Füllhöhe nicht korrekt gefüllt wird. In diesem Fall
müsste die Ventilöffnungszeitdauer verlängert werden. Ist andererseits die Öffnungszeitdauer
viel zu lang gewählt, kann es passieren, dass über die gewollte Menge hinaus weiteres
Füllgut durch das geöffnete Füllventil 28 in den Behälter strömt und somit eine Überfüllung
erzeugt.
[0079] In Anbetracht der obenstehend erläuterten Ursachen für Unter- und Überfüllungen von
Behältern wurde erkannt, dass über die erzeugte Füllhöhe eines Behälters ein Rückschluss
auf die Korrektheit der Öffnungszeitdauer D des jeweiligen Füllventils 28 gezogen
werden kann. Nachfolgend ist ein Verfahren unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis
3 beschrieben, mit dem die Öffnungszeitdauer D automatisch angepasst werden kann,
um eine korrekte Füllhöhe zu erreichen.
[0080] Die Steuereinrichtung 52 ermittelt für die Füllventile 28 der Behandlungsvorrichtung
12 einen gemeinsamen Mittelwert. Der Mittelwert wird auf Basis von den von der Erfassungseinrichtung
22 erfassten Füllhöhen der von den Füllventilen 28 gefüllten Behälter ermittelt.
[0081] Zum Ermitteln des gemeinsamen Mittelwerts können je Füllventil 28 mehrere gefüllte
Behälter bzw. deren Füllhöhen berücksichtigt werden. Bevorzugt können die während
einer Betriebsdauer der Behälterbehandlungsanlage 10 von mindestens 8 h, mindestens
16 h oder mindestens 24 h erfassten Füllhöhen zum Ermitteln des gemeinsamen Mittelwerts
berücksichtigt werden.
[0082] Der gemeinsame Mittelwert kann besonders bevorzugt als ein gemeinsamer Füllhöhenmittelwert
der erfassten Füllhöhen der mehreren von den Füllventilen 28 gefüllten Behälter oder
als ein von dem gemeinsamen Füllhöhenmittelwert abhängiger Mittelwert ermittelt werden.
Beispielsweise können 1.000.000 gefüllte Behälter einen gemeinsamen Füllhöhenmittelwert
von 200,5 mm aufweisen.
[0083] Alternativ kann der gemeinsame Mittelwert beispielsweise als ein gemeinsamer Abweichungsmittelwert
von Abweichungen der erfassten Füllhöhen der mehreren von den Füllventilen 28 gefüllten
Behälter zu einer vorgebbaren Sollfüllhöhe oder als ein von dem gemeinsamen Abweichungsmittelwert
abhängiger Mittelwert ermittelt werden. Beispielsweise können 1.000.000 gefüllte Behälter
einen gemeinsamen Abweichungsmittelwert von 0,5 mm zu einer Sollfüllhöhe von bspw.
200 mm aufweisen.
[0084] Die Steuereinrichtung 52 ermittelt für mindestens eines, vorzugsweise mehrere oder
alle, der Füllventile 28 der Behandlungsvorrichtung 12 einen füllventilindividuellen
Mittelwert. Der füllventilindividuelle Mittelwert wird auf Basis von den von der Erfassungseinrichtung
22 erfassten Füllhöhen mehrerer der von dem jeweiligen Füllventil 28 gefüllten Behältern
ermittelt. Beispielsweise können je Füllventil 28 mindestens 10, mindestens 100, mindestens
1.000 oder mindestens 10.000 gefüllte Behälter bzw. deren Füllhöhen zur Ermittlung
des füllventilindividuellen Mittelwerts berücksichtigt werden.
[0085] Der füllventilindividuelle Mittelwert kann bevorzugt als ein füllventilindividueller
Füllhöhenmittelwert der erfassten Füllhöhen der mehreren von dem jeweiligen Füllventil
28 gefüllten Behälter oder als ein von dem füllventilindividuellen Füllhöhenmittelwert
abhängiger Mittelwert ermittelt werden. Beispielsweise können 1.000 durch eines der
Füllventile 28 gefüllte Behälter einen füllventilindividuellen Füllhöhenmittelwert
von 198 mm aufweisen.
[0086] Alternativ kann der füllventilindividuelle Mittelwert beispielsweise als ein füllventilindividueller
Abweichungsmittelwert von Abweichungen der erfassten Füllhöhen der mehreren von dem
jeweiligen Füllventil 28 gefüllten Behälter zu einer vorgebbaren Sollfüllhöhe oder
als ein von dem füllventilindividuellen Abweichungsmittelwert abhängiger Mittelwert
ermittelt werden. Beispielsweise können 1.000 durch eines der Füllventile 28 gefüllte
Behälter einen füllventilindividuellen Abweichungsmittelwert von 2 mm zu einer Sollfüllhöhe
von bspw. 200 mm aufweisen.
[0087] Für jedes betrachtete Füllventil 28 passt die Steuereinrichtung 52 die füllventilindividuelle
Öffnungszeitdauer D für zukünftige Behälterfüllvorgänge automatisch an, wenn erforderlich
oder gewünscht. Die (etwaige) Anpassung ist abhängig von dem jeweiligen füllventilindividuellen
Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert. Die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
D für zukünftige Behälterfüllvorgänge kann auch als die angepasste, füllventilindividuelle
Öffnungszeitdauer D bezeichnet werden.
[0088] Wie in Figur 3 veranschaulicht, kann die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
D beim Anpassen um einen Korrekturwert K angepasst bzw. korrigiert werden. Die Anpassung
kann beispielsweise eine Verkürzung der füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer D
sein, wenn der füllventilindividuelle Füllhöhenmittelwert (signifikant) größer als
der gemeinsame Füllhöhenmittelwert ist. Die Anpassung kann beispielsweise eine Verlängerung
der füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer D sein, wenn der füllventilindividuelle
Füllhöhenmittelwert (signifikant) kleiner als der gemeinsame Füllhöhenmittelwert ist.
[0089] Der jeweilige Korrekturwert K kann beispielweise eine Konstante sein (z. B. 100 ms)
oder abhängig von einer Abweichung bzw. Differenz zwischen dem füllventilindividuellen
Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert von der Steuereinrichtung 52 ermittelt werden.
Damit kann ein Ausmaß des Anpassens abhängig von einem Wert der Abweichung ermittelt
werden.
[0090] Die Anpassung der füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer D für zukünftige Behälterfüllungen
kann vorzugsweise dann erfolgen, wenn eine Abweichung zwischen dem jeweiligen füllventilindividuellen
Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert größer als ein Abweichungsgrenzwert ist.
Der Abweichungsgrenzwert kann bspw. 0,5 mm, 1 mm, 2 mm oder 3 mm sein.
[0091] Es ist möglich, dass sich die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer D für zukünftige
Behälterfüllungen nicht grenzenlos verlängern lässt. Stattdessen kann von der Steuereinrichtung
52 eine Anpassung der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer D nur bis maximal
zu einer vorgebbaren Maximalöffnungszeitdauer M zugelassen sein (siehe Figur 3).
[0092] Die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer D für zukünftige Behälterfüllvorgänge
kann beispielsweise zusätzlich oder alternativ in Abhängigkeit von einem Betriebsplan
des Verschließorgans 36 der jeweiligen Behandlungsstation 24 angepasst werden. Besonders
bevorzugt kann dies derart erfolgen, dass die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
D für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge bzw. die angepasste Öffnungszeitdauer D
enden muss, bevor das Verschließorgan 36 beginnt, sich dem befüllten Behälter in der
jeweiligen Behandlungsstation 24 anzunähern. Beispielweise kann dies derart implementiert
sein, dass die Maximalöffnungszeitdauer M enden muss, bevor eine Bewegung des Verschließorgans
36 von der Abdichtposition zu der Verschließposition beginnt.
[0093] Die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer D für zukünftige Behälterfüllvorgänge
kann beispielsweise zusätzlich oder alternativ in Abhängigkeit von einem Behandlungsplan
der Behandlungskammer 42 der jeweiligen Behandlungsstation 24 angepasst werden. Besonders
bevorzugt kann dies derart erfolgen, dass die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer
D für zukünftige Behälterfüllvorgänge bzw. die angepasste Öffnungszeitdauer D enden
muss, bevor die Behandlungskammer 42 der jeweiligen Behandlungsstation 24 zum Erzielen
eines Druckausgleichs zwischen dem jeweils gefüllten Behälter und der Behandlungskammer
42 der jeweiligen Behandlungsstation 24 vorgespannt wird. Beispielsweise kann die
Maximalöffnungszeitdauer M bei t3 oder in einem Bereich um t3 herum enden (siehe Figur
3), wenn begonnen wird, die Behandlungskammer 42 vorzuspannen.
[0094] Abhängig von einem Behandlungsplan der Behandlungskammer 42 der jeweiligen Behandlungsstation
24 kann die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer D für zukünftige Behälterfüllungen
innerhalb eines Zeitfensters anpassbar sein, in dem die Behandlungskammer 42 der jeweiligen
Behandlungsstation 24 evakuiert und/oder gespült wird, z. B. in einem Zeitraum zwischen
t1 und t3 (siehe Figur 3).
[0095] Besonders bevorzugt kann die Steuereinrichtung 52 die Ausgabeeinrichtung 50 zum Ausgeben
eines Hinweises betreiben, wenn sich für eines oder mehrere der Füllventile 28 die
füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer D für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
der Maximalöffnungszeitdauer M beispielsweise auf einen vorgebbaren Abstand annähert,
diesen erreicht oder sogar überschreitet.
[0096] Es ist auch möglich, dass abhängig von einem Vergleichen des gemeinsamen Mittelwerts
und einer Sollfüllhöhe ein Betrieb der Behandlungsvorrichtung 12 angepasst wird. Beispielsweise
kann das Anpassen des Betriebs erfolgen, wenn eine Abweichung zwischen dem gemeinsamen
Mittelwert und der Sollfüllhöhe größer oder gleich einem Abweichungsgrenzwert ist.
Vorzugsweise kann das Anpassen des Betriebs derart erfolgen, dass ein füllventilübergreifender
Betriebsparameter für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge angepasst wird.
[0097] Es versteht sich, dass auch wenn sich das bevorzugte Ausführungsbeispiel auf ein
aktiv-fülldruckgesteuertes Füllsystem bezieht, die Anwendung der hierin offenbarten
Techniken nicht darauf beschränkt ist.
[0098] Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich
fallen. Insbesondere beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und
die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den in Bezug genommenen Ansprüchen.
Insbesondere sind die einzelnen Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 jeweils unabhängig
voneinander offenbart. Zusätzlich sind auch die Merkmale der Unteransprüche unabhängig
von sämtlichen Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 und beispielsweise unabhängig
von den Merkmalen bezüglich des Vorhandenseins und/oder der Konfiguration der Behandlungsvorrichtung,
der Erfassungseinrichtung und/oder der Steuereinrichtung des unabhängigen Anspruchs
1 offenbart. Alle Bereichsangaben hierin sind derart offenbart zu verstehen, dass
gleichsam alle in den jeweiligen Bereich fallenden Werte einzeln offenbart sind, z.
B. auch als jeweils bevorzugte engere Außengrenzen des jeweiligen Bereichs.
Bezugszeichenliste
[0099]
- 10
- Behälterbehandlungsanlage
- 12
- Behandlungsvorrichtung
- 14
- Behälterförderer
- 16
- Einlaufstern
- 18
- Behälterförderer
- 20
- Auslaufstern
- 22
- Erfassungseinrichtung
- 24
- Behandlungsstation
- 26
- Füllorgan
- 28
- Füllventil
- 30
- Füllgutleitung
- 32
- Füllgutdruckspeicher
- 34
- Verstelleinrichtung
- 36
- Verschließorgan
- 38
- Verschließerkopf
- 40
- Verstelleinrichtung
- 42
- Behandlungskammer
- 44
- Abdichtung
- 46
- Hubeinrichtung
- 48
- Stützplatte
- 50
- Ausgabeeinrichtung
- 52
- Steuereinrichtung
- A
- Druckverlauf im Behälter
- B
- Druckverlauf in Behandlungskammer
- D
- Öffnungszeitdauer
- K
- Korrekturwert
- M
- Maximalöffnungszeitdauer
1. Behälterbehandlungsanlage (10) aufweisend:
eine Behandlungsvorrichtung (12) mit mehreren Behandlungsstationen (24), diejeweils
ein Füllventil (28) zum Füllen eines in der jeweiligen Behandlungsstation (24) positionierten
Behälters während einer füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer (D) aufweisen;
eine Erfassungseinrichtung (22), die dazu ausgebildet ist, Füllhöhen der von den Füllventilen
(28) gefüllten Behälter zu erfassen; und
eine Steuereinrichtung (52), die dazu konfiguriert ist:
- für die mehreren Füllventile (28) einen gemeinsamen Mittelwert auf Basis von den
erfassten Füllhöhen mehrerer der von den Füllventilen (28) gefüllten Behälter zu ermitteln;
und
- für mindestens eines der mehreren Füllventile (28):
- einen füllventilindividuellen Mittelwert auf Basis von den erfassten Füllhöhen mehrerer
der von dem jeweiligen Füllventil (28) gefüllten Behälter zu ermitteln; und
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für zukünftige Behälterfüllvorgänge
in Abhängigkeit von dem jeweiligen füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen
Mittelwert anzupassen.
2. Behälterbehandlungsanlage (10) nach Anspruch 1, wobei:
die Steuereinrichtung (52) dazu konfiguriert ist, für das mindestens eine der mehreren
Füllventile (28) die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen
Behälterfüllvorgänge in Abhängigkeit von dem jeweiligen füllventilindividuellen Mittelwert
und dem gemeinsamen Mittelwert anzupassen:
- wenn eine Abweichung zwischen dem jeweiligen füllventilindividuellen Mittelwert
und dem gemeinsamen Mittelwert größer als ein Abweichungsgrenzwert ist; und/oder
- wobei ein Ausmaß des Anpassens abhängig von einem Wert einer Abweichung zwischen
dem jeweiligen füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert ist.
3. Behälterbehandlungsanlage (10) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei:
die Steuereinrichtung (52) dazu konfiguriert ist, für das mindestens eine der mehreren
Füllventile (28) die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen
Behälterfüllvorgänge in Abhängigkeit von dem jeweiligen füllventilindividuellen Mittelwert
und dem gemeinsamen Mittelwert bis maximal zu einer vorgebbaren Maximalöffnungszeitdauer
(M) anzupassen.
4. Behälterbehandlungsanlage (10) nach Anspruch 3, ferner aufweisend:
eine Ausgabeeinrichtung (50) zum Ausgeben von Informationen an einen Benutzer, wobei
die Steuereinrichtung (52) dazu konfiguriert ist, die Ausgabeeinrichtung (50) zum
Ausgeben eines Hinweises zu betreiben, wenn sich für das mindestens eine der mehreren
Füllventile (28) die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen
Behälterfüllvorgänge der Maximalöffnungszeitdauer (M) annähert und/oder die Maximalöffnungszeitdauer
(M) erreicht oder überschreitet.
5. Behälterbehandlungsanlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
die Steuereinrichtung (52) dazu konfiguriert ist, den füllventilindividuellen Mittelwert
zu ermitteln als:
- einen füllventilindividuellen Füllhöhenmittelwert der erfassten Füllhöhen der mehreren
von dem jeweiligen Füllventil (28) gefüllten Behälter oder einen von dem füllventilindividuellen
Füllhöhenmittelwert abhängigen Mittelwert; oder
- einen füllventilindividuellen Abweichungsmittelwert von Abweichungen der erfassten
Füllhöhen der mehreren von dem jeweiligen Füllventil (28) gefüllten Behälter zu einer
Sollfüllhöhe oder einen von dem füllventilindividuellen Abweichungsmittelwert abhängigen
Mittelwert; und/oder
die Steuereinrichtung (52) dazu konfiguriert ist, den gemeinsamen Mittelwert zu ermitteln
als:
- einen gemeinsamen Füllhöhenmittelwert der erfassten Füllhöhen der mehreren von den
Füllventilen (28) gefüllten Behälter oder einen von dem gemeinsamen Füllhöhenmittelwert
abhängigen Mittelwert; oder
- einen gemeinsamen Abweichungsmittelwert von Abweichungen der erfassten Füllhöhen
der mehreren von den Füllventilen (28) gefüllten Behälter zu einer Sollfüllhöhe oder
einen von dem gemeinsamen Abweichungsmittelwert abhängigen Mittelwert.
6. Behälterbehandlungsanlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
die Steuereinrichtung (52) ferner dazu konfiguriert ist, abhängig von einem Vergleich
zwischen dem gemeinsamen Mittelwert und einer Sollfüllhöhe einen Betrieb der Behandlungsvorrichtung
(12) anzupassen, wobei vorzugsweise:
- das Anpassen des Betriebs erfolgt, wenn eine Abweichung zwischen dem gemeinsamen
Mittelwert und der Sollfüllhöhe größer oder gleich einem Abweichungsgrenzwert ist;
und/oder
- das Anpassen des Betriebs derart erfolgt, dass ein füllventilübergreifender Betriebsparameter
für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge angepasst wird.
7. Behälterbehandlungsanlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
die Behandlungsvorrichtung (12) einen Füllgutdruckspeicher (32) aufweist, der mit
den Füllventilen (28) zum Zuführen von einen mit einem Überdruck beaufschlagten Füllgut
zu den Füllventilen (28) verbunden ist; und
die Behandlungsvorrichtung (12) dazu ausgebildet ist, die Behälter vor dem Füllen
auf einen Unterdruck zu evakuieren und die auf den Unterdruck evakuierten Behälter
mittels der Füllventile (28) während der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer
(D) zum Erzielen eines Druckausgleichs zwischen dem jeweils evakuierten Behälter und
dem Füllgutdruckspeicher (32) zu füllen.
8. Behälterbehandlungsanlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
die mehreren Behandlungsstationen (24) ferner jeweils ein Verschließorgan (36) zum
Verschließen des in der jeweiligen Behandlungsstation (24) positionierten Behälters
aufweisen, wobei vorzugsweise:
die Steuereinrichtung (52) dazu konfiguriert ist, für das mindestens eine der mehreren
Füllventile (28) die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen
Behälterfüllvorgänge zusätzlich in Abhängigkeit von einem Betriebsplan des Verschließorgans
(36) der jeweiligen Behandlungsstation (24) anzupassen, besonders bevorzugt derart,
dass die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
enden muss, bevor das Verschließorgan (36) der jeweiligen Behandlungsstation (24)
beginnt, sich dem befüllten Behälter in der jeweiligen Behandlungsstation (24) anzunähern.
9. Behälterbehandlungsanlage (10) nach Anspruch 8, wobei:
die mehreren Behandlungsstationen (24) jeweils eine Behandlungskammer (42) aufweisen,
in der zumindest ein oberer Abschnitt des Behälters mit einer Behältermündung zum
Füllen mittels des Füllventils (28) der jeweiligen Behandlungsstation (24) und zum
Verschließen mittels des Verschließorgans (36) der jeweiligen Behandlungsstation (24)
aufnehmbar ist; und optional:
der Behälter mittels einer Hubeinrichtung (46) der jeweiligen Behandlungsstation (24)
in die Behandlungskammer (42) der jeweiligen Behandlungsstation (24) einführbar und
aus der Behandlungskammer (42) der jeweiligen Behandlungsstation (24) herausbewegbar
ist.
10. Behälterbehandlungsanlage (10) nach Anspruch 9, wobei:
die Steuereinrichtung (52) dazu konfiguriert ist, für das mindestens eine der mehreren
Füllventile (28) die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen
Behälterfüllvorgänge zusätzlich in Abhängigkeit von einem Behandlungsplan der Behandlungskammer
(42) der jeweiligen Behandlungsstation (24) anzupassen, vorzugsweise derart, dass:
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
enden muss, bevor die Behandlungskammer (42) der jeweiligen Behandlungsstation (24)
zum Erzielen eines Druckausgleichs zwischen dem jeweils gefüllten Behälter und der
Behandlungskammer (42) der jeweiligen Behandlungsstation (24) vorgespannt wird; und/oder
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
innerhalb eines Zeitfensters anpassbar ist, in dem die Behandlungskammer (42) der
jeweiligen Behandlungsstation (24) evakuiert und/oder gespült wird.
11. Behälterbehandlungsanlage (10) nach Anspruch 9 oder Anspruch 10, wobei:
die Behandlungskammern (42) jeweils mit dem darin positionierten oberen Abschnitt
des Behälters abdichtbar sind, vorzugsweise oberseitig mittels eines Verschließerkopfes
(38) des Verschließorgans (36) der jeweiligen Behandlungsstation (24) und/oder unterseitig
mittels einer jeweiligen Abdichtung (44) zum Behälter, vorzugsweise Behälterhals.
12. Verfahren zum Betreiben einer Behälterbehandlungsanlage (10), vorzugweise nach einem
der vorherigen Ansprüche, wobei das Verfahren aufweist:
Füllen mehrerer Behälter in mehreren Behandlungsstationen (24) einer Behandlungsvorrichtung
(12) mittels eines Füllventils (28) je Behandlungsstation (24) während einer füllventilindividuellen
Öffnungszeitdauer (D);
Erfassen von Füllhöhen der von den Füllventilen (28) gefüllten Behälter mittels einer
Erfassungseinrichtung (22);
Ermitteln eines gemeinsamen Mittelwerts für die mehreren Füllventile (28) auf Basis
der erfassten Füllhöhen mehrerer der von den Füllventilen (28) gefüllten Behälter
mittels einer Steuereinrichtung (52);
Ermitteln eines füllventilindividuellen Mittelwerts für mindestens eines der mehreren
Füllventile (28) auf Basis der erfassten Füllhöhen mehrerer der von dem jeweiligen
Füllventil (28) gefüllten Behälter mittels der Steuereinrichtung (52); und
Anpassen der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer (D) des mindestens einen der
mehreren Füllventile (28) für zukünftige Behälterfüllvorgänge in Abhängigkeit von
dem jeweiligen füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert mittels
der Steuereinrichtung (52), vorzugsweise:
- wenn eine Abweichung zwischen dem jeweiligen füllventilindividuellen Mittelwert
und dem gemeinsamen Mittelwert größer als ein Abweichungsgrenzwert ist; und/oder
- wobei ein Ausmaß des Anpassens abhängig von einem Wert einer Abweichung zwischen
dem jeweiligen füllventilindividuellen Mittelwert und dem gemeinsamen Mittelwert ist.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei:
beim Anpassen die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) bis maximal zu einer
vorgebbaren Maximalöffnungszeitdauer (M) anpassbar ist, wobei das Verfahren optional
aufweist:
Ausgeben eines Hinweises an einen Benutzer mittels einer Ausgabeeinrichtung (50),
wenn sich für das mindestens eine der mehreren Füllventile (28) die füllventilindividuelle
Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge der Maximalöffnungszeitdauer(M)
annähert und/oder die Maximalöffnungszeitdauer (D) erreicht oder überschreitet.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder Anspruch 13, ferner aufweisend:
Evakuieren der mehreren Behälter auf einen Unterdruck vor dem Füllen, wobei:
das Füllen in die auf den Unterdruck evakuierten mehreren Behälter zum Erzielen eines
Druckausgleichs zwischen dem jeweils evakuierten Behälter und einem Füllgutdruckspeicher
(32) erfolgt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei:
das Anpassen der füllventilindividuellen Öffnungszeitdauer (D) zusätzlich in Abhängigkeit
von einem Betriebsplan eines Verschließorgans (36) der jeweiligen Behandlungsstation
(24) und/oder einem Behandlungsplan einer Behandlungskammer (42) der jeweiligen Behandlungsstation
(24) erfolgt, vorzugsweise derart, dass:
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
enden muss, bevor das Verschließorgan (36) der jeweiligen Behandlungsstation (24)
beginnt, sich dem befüllten Behälter in der jeweiligen Behandlungsstation (24) anzunähern;
und/oder
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
enden muss, bevor die Behandlungskammer (42) der jeweiligen Behandlungsstation (24)
zum Erzielen eines Druckausgleichs zwischen dem jeweils gefüllten Behälter und der
Behandlungskammer (42) der jeweiligen Behandlungsstation (24) vorgespannt wird; und/oder
- die füllventilindividuelle Öffnungszeitdauer (D) für die zukünftigen Behälterfüllvorgänge
innerhalb eines Zeitfensters anpassbar ist, in dem die Behandlungskammer (42) der
jeweiligen Behandlungsstation (24) evakuiert und/oder gespült wird.