[0001] Die Erfindung betrifft einen Elektronenemitter für eine Drehkolben-Röntgenröhre,
eine Kathode für eine Drehkolben-Röntgenröhre, eine Drehkolben-Röntgenröhre, einen
Drehkolben-Röntgenstrahler, ein Verfahren zur Emission von Elektronen mittels eines
Elektronenemitters und ein zugehöriges Computerprogrammprodukt.
[0002] Ein herkömmlicher Drehkolben-Röntgenstrahler umfasst typischerweise ein Gehäuse und
eine Drehkolben-Röntgenröhre, welche innerhalb des Gehäuses relativ zum Gehäuse rotierbar
gelagert ist. Beispielsweise ist aus der
DE 19 741 750 A1 ein derartiger Röntgenstrahler mit zwangsgekühlter Drehanode, mit einer Drehkolbenröhre,
deren Vakuumhülle innerhalb des mit einem flüssigen Kühlmittel gefüllten Strahlergehäuses
rotiert, bekannt.
[0003] Bei einem herkömmlichen Drehkolben-Röntgenstrahler dreht sich also typischerweise
die gesamte Drehkolben-Röntgenröhre, insbesondere der evakuierte Drehkolben gemeinsam
mit der Anode. Bei manchen Drehkolben-Röntgenstrahlern ist eine Kathode mit einem
Elektronenemitter ebenfalls drehfest mit dem Drehkolben verbunden, so dass die Kathode,
Anode und der Drehkolben dieselbe Drehfrequenz aufweisen. Andere Drehkolben-Röntgenstrahler
weisen eine Kathode mit einem Elektronenemitter auf, welche ortsfest sind und somit
nicht gemeinsam mit der Anode und dem Drehkolben verdreht werden, wie es beispielsweise
in der
DE 4 108 591 A1 beschrieben ist. Im Gegensatz dazu dreht sich bei einer herkömmlichen Drehanoden-Röntgenröhre
lediglich die Drehanode relativ zum evakuierten Röhrengehäuse.
[0004] Ein weiterer Unterschied zwischen einer herkömmlichen Drehanoden-Röntgenröhre und
einer herkömmlichen Drehkolben-Röntgenröhre betrifft eine Platzierung des Elektronenemitters.
Bei der herkömmlichen Drehanoden-Röntgenröhre wird der Elektronenemitter, welcher
im Gegensatz zur Anode ortsfest ist, üblicherweise exzentrisch außerhalb der Rotationsachse
direkt über einer kreisringförmigen Brennbahn der Anode platziert. Die Brennbahn entsteht
insbesondere dadurch, dass die in einem Brennfleck eintreffenden Elektronen aufgrund
der Drehung der Anode auf einer kreisringförmigen Bahn mit der Anode wechselwirken.
Ein Elektronenemitter einer solchen Drehanoden-Röntgenröhre kann beispielsweise bis
zu drei verschiedene Emitterelemente aufweisen, deren emittierte Elektronen geometrisch
auf verschiedene Brennfleckgrößen fokussiert werden können. Diese Fokussierung erfolgt
insbesondere mittels einer Ablenkungseinheit, welche dazu ein elektrisches oder elektromagnetisches
Feld erzeugt.
[0005] Bei der herkömmlichen Drehkolben-Röntgenröhre liegt der Elektronenemitter typischerweise
auf der Rotationsachse zentral über der Anode. Um den Brennfleck relativ zum Gehäuse
ortsfest zu halten, werden die emittierten Elektronen aus der Rotationsachse heraus
auf einen Randbereich der Anode abgelenkt, in der Regel durch ein elektromagnetisches
Feld. Dazu weist die Ablenkungseinheit insbesondere einen ersten Quadrupolmagneten
auf, welcher zum Einstellen des Verhältnisses aus Länge und Breite des Brennflecks
eingerichtet ist. Wenn die Ablenkungseinheit einen zweiten Quadrupolmagneten aufweist,
kann mit diesem typischerweise die Größe des Brennflecks eingestellt werden. Eine
Ausgestaltung eines Drehkolben-Röntgenstrahlers mit mindestens einem Quadrupolmagneten
ist vergleichsweise komplex und kostenintensiv.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Elektronenemitter für eine Drehkolben-Röntgenröhre,
eine Kathode für eine Drehkolben-Röntgenröhre, eine Drehkolben-Röntgenröhre, einen
Drehkolben-Röntgenstrahler, ein Verfahren zur Emission von Elektronen mittels eines
Elektronenemitters und ein zugehöriges Computerprogrammprodukt anzugeben, bei welchen
die Elektronenemission mittels des Elektronenemitters selbst flexibler ist, um den
Bedarf an zusätzlicher Ablenkung der Elektronen zu verringern.
[0007] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0008] Unabhängig vom grammatikalischen Geschlecht eines bestimmten Begriffes sind Personen
mit männlicher, weiblicher oder anderer Geschlechteridentität mit umfasst.
[0009] Der erfindungsgemäße Elektronenemitter für eine Drehkolben-Röntgenröhre weist
- eine segmentierte Emitterfläche auf, wobei die segmentierte Emitterfläche eine Vielzahl
an Emitternadeln aufweist und dazu eingerichtet ist, eine Teilmenge der Segmente der
segmentierten Emitterfläche als aktivierte Emissionsfläche zur Feldeffekt-Emission
von Elektronen aus der aktivierten Emissionsfläche derart zu aktivieren, dass aktivierte
Emissionsflächen durch Veränderung der Teilmenge paarweise zueinander um einen Drehpunkt
rotierbar sind.
[0010] Der Elektronenemitter ist besonders vorteilhaft, da die aktivierten Emissionsflächen
rotierbar sind, wodurch die Elektronenemission insgesamt flexibler wird. Das Rotieren
der aktivierten Emissionsflächen ermöglicht vorteilhafterweise ein Verringern und/oder
ein Weglassen zusätzlicher Ablenkungsvorgänge mittels einer Ablenkungseinheit.
[0011] Der Elektronenemitter ist insbesondere für eine medizinische Bildgebung geeignet.
Alternativ oder zusätzlich kann der Elektronenemitter für eine Werkstoffprüfung geeignet
sein.
[0012] Die segmentierte Emitterfläche ist insbesondere eine Feldeffekt-Emitterfläche. Die
Feldeffekt-Emission erfolgt insbesondere durch ein Anlegen einer Gatespannung in Bezug
auf einen Träger der Emitterfläche, auf welchem die Vielzahl an Feldeffekt-Emitternadeln
angeordnet sind. Durch die angelegte Gatespannung treten insbesondere an der Spitze
der Feldeffekt-Emitternadeln Elektronen aus. Die Feldeffekt-Emitternadeln weisen üblicherweise
Kohlenstoff, Silizium und/oder Molybdän auf.
[0013] Insbesondere bei einem Feldeffekt-Emitterfläche kann die Emitterfläche eine Vielzahl
an Segmenten aufweisen. Die Aktivierung nur eines Teils, sprich nicht aller Segmente,
eines solches Emitterelements kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass nur ein Teil
der Emitternadeln und somit nur ein Teil der Segmente zur Feldeffekt-Emission angeregt
wird. Das Anregen der Emitternadeln zur Feldeffekt-Emission kann als Aktivieren oder
Anschalten des jeweiligen Segments mit diesen Emitternadeln bezeichnet werden. Die
Emitterfläche kann also in Segmente unterteilt sein, welche unabhängig voneinander
aktiviert werden können. Die Feldeffekt-Emitterfläche ist insbesondere eine sogenannte
pixelierte Emitterfläche. Die Segmentierung der Feldeffekt-Emitterfläche ist insbesondere
eine kartesische oder rotationssymmetrische Segmentierung.
[0014] Die segmentierte Emitterfläche weist insbesondere mindestens vier Segmente auf, welche
in einer 2x2 Matrix angeordnet sind. Vorzugsweise weist die Emitterfläche mindestens
neun oder 100 Segmente auf. Eine Anzahl von Segmenten größer 256 oder 1024 ist ebenfalls
denkbar.
[0015] Eine äußere Form der segmentierten Emitterfläche kann rechteckig, insbesondere quadratisch,
oder rund sein. Im letzteren Fall ist die segmentierte Emitterfläche insbesondere
rotationssymmetrisch. Eine äußere Form der aktivierten Emissionsfläche kann von der
äußeren Form der segmentierten Emitterfläche abweichen. Beispielsweise ist es denkbar,
dass die äußere Form der segmentierten Emitterfläche quadratisch ist und die äußere
Form der aktivierten Emissionsfläche rund ist oder umgekehrt. Alternativ ist es denkbar,
dass die äußere Form der aktivierten Emissionsfläche der äußeren Form der segmentierten
Emitterfläche ähnelt oder entspricht.
[0016] Ein Segment der Emitterfläche ist insbesondere derart ausgestaltet, dass die Elektronenemission
durch die aktivierte Emissionsfläche dieses Segments angeschaltet sein kann oder abgeschaltet
sein kann. Im letzteren Fall bedeutet dies, dass dieses Segment keine aktivierte Emissionsfläche,
sondern eine deaktivierte Emissionsfläche aufweist.
[0017] Das Aktivieren bzw. Deaktivieren der Emissionsfläche kann getaktet und/oder mehrmals
in Abhängigkeit von einem Emitterschaltsignal erfolgen. Das Emitterschaltsignal kann
insbesondere von einer Steuereinheit bereitgestellt sein. Das Emitterschaltsignal
kann insbesondere ein Anschalten bzw. Abschalten einer Gatespannung in Bezug zu der
aktivierten Teilmenge der Segmente umfassen.
[0018] Die Einrichtung der segmentierten Emitterfläche zur Aktivierung mindestens der Teilmenge
der Segmente bedeutet insbesondere, dass die segmentierte Emitterfläche in Abhängigkeit
z.B. von dem Emitterschaltsignal zumindest teilweise oder vollständig aktiviert werden
oder sein kann. Beispielsweise kann das Emitterschaltsignal eine Angabe über die zu
aktivierenden oder über die aktivierten Segmente, welche die Teilmenge bilden, enthalten
und/oder diese Segmente aufgrund einer elektrischen und/oder physikalischen Verschaltung
direkt aktivieren.
[0019] Die aktivierte Emissionsfläche kann ausschließlich aktivierte Segmente umfassen.
Alternativ ist es denkbar, dass die aktivierte Emissionsfläche mindestens ein Segment
umfasst, welches deaktiviert ist.
[0020] Dass die aktivierten Emissionsflächen durch Veränderung der Teilmenge paarweise um
einen Drehpunkt rotierbar sind, bedeutet insbesondere, dass im Betrieb des Elektronenemitters
die aktivierten Emissionsflächen rotieren können und/oder rotierbar erscheinen, da
die Emissionsflächen nacheinander aktiviert werden und sich paarweise zueinander unterscheiden
können. Der Begriff rotieren umfasst in diesem Zusammenhang insbesondere einen Winkel
größer null einschließen oder verdreht oder verkippt.
[0021] Das Rotieren bezieht sich diesbezüglich nicht auf ein physisches Bewegen der Emitterfläche
als solche in eine Drehrichtung. Dass aktivierte Emissionsflächen rotierbar sind,
bedeutet insbesondere, dass in Bezug auf die segmentierte Emitterfläche diejenigen
Emissionsflächen, aus welchen die Elektronen austreten, rotierbar sind. Dass die aktivierten
Emissionsflächen rotierbar sind, umfasst insbesondere, ein Aktivieren zumindest eines
weiteren Segments und/oder ein Deaktivieren zumindest eines anderen Segments. Das
Aktivieren und Deaktivieren kann gleichzeitig erfolgen.
[0022] Erfindungsgemäß ist es also vorteilhafterweise möglich, die Elektronenemission aus
der segmentierten Emitterfläche über die Zeit zu rotieren. Dies bedeutet insbesondere,
dass die segmentierte Emitterfläche in einer Art Propeller- oder Schrauben- oder Zeigerbetrieb
betrieben werden kann, bei welchem die aktivierten Emissionsflächen je Zeiteinheit
paarweise zueinander rotieren können. Das durch Veränderung der Teilmenge paarweise
zueinander um einen Drehpunkt rotierbar sein, bedeutet insbesondere, dass eine erste
aktivierte Emissionsfläche zu einem ersten Zeitpunkt im Vergleich zu einer zweiten
aktivierten Emissionsfläche zu einem zweiten Zeitpunkt, wobei der erste Zeitpunkt
sich von dem zweiten Zeitpunkt unterscheidet und die erste aktivierte Emissionsfläche
sich von der weiten Emissionsfläche unterscheidet, rotiert sein kann. Eine aktivierte
Teilmenge der Segmente bei der ersten aktivierten Emissionsfläche unterscheidet sich
insbesondere von einer aktivierten Teilmenge der Segmente bei der zweiten aktivierten
Emissionsfläche.
[0023] Die Emission der Elektronen kann erfindungsgemäß mit einem Verfahren umfassend die
folgenden Schritte erfolgen:
- Empfangen eines Drehfrequenzsignals,
- Aktivieren von verschiedenen Teilmengen der Segmente der segmentierten Emitterfläche
derart, dass die aktivierten Emissionsflächen um einen Drehpunkt in Abhängigkeit des
empfangenen Drehfrequenzsignals rotieren.
[0024] Das Drehfrequenzsignal wird insbesondere mittels einer Schnittstelle beispielsweise
von einer Steuereinheit empfangen. Das Drehfrequenzsignal wird beispielsweise an die
Schnittstelle übertragen. Das Empfangen kann alternativ innerhalb einer Steuereinheit
von einer Teilsteuereinheit empfangen werden, wobei eine andere Teilsteuereinheit
innerhalb der Steuereinheit das Drehfrequenzsignal überträgt.
[0025] Das Drehfrequenzsignal beschreibt und/oder überträgt insbesondere einen Wert einer
Drehfrequenz. Das Drehfrequenzsignal kann insbesondere von einem Elektronenstrom und/oder
einer Beschleunigungsspannung und/oder einer Drehfrequenz einer Kathode abhängen.
Das Drehfrequenzsignal kann insbesondere der Drehfrequenz der Kathode entsprechen.
[0026] Das Rotieren der aktivierten Emissionsflächen kann insbesondere in Abhängigkeit von
dem Drehfrequenzsignal erfolgen, was insbesondere bedeutet, dass eine Wechselfrequenz,
gemäß welcher die Teilmenge der Segmente gewechselt wird, zumindest von dem Drehfrequenzsignal
beeinflusst wird oder dem Drehfrequenzsignal entspricht. In anderen Worten erfolgt
vorteilhafterweise ein Wechseln der aktivierten Emissionsfläche mit einer Wechselfrequenz,
welche dem insbesondere negativen Betrag des Drehfrequenzsignals entspricht. Das Wechseln
der aktivierten Emissionsfläche erfolgt insbesondere entgegen der Drehfrequenz.
[0027] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Drehpunkt ein Mittelpunkt der segmentierten
Emitterfläche ist. Diese Ausführungsform ist insbesondere vorteilhaft, weil dadurch
der Anteil an nutzbarer Emitterfläche erhöht sein kann, insbesondere wenn die jeweiligen
aktivierten Emissionsfläche sich lediglich in ihrem Drehwinkel zum Drehpunkt unterscheiden.
Vorteilhafterweise kann jede aktivierte Emissionsfläche im Wesentlichen dieselbe Form
und/oder dieselbe Anzahl an aktivierten Segmenten und/oder dieselbe Größe und/oder
denselben Elektronenstrom aufweisen.
[0028] Eine Ausführungsform sieht vor, dass die aktivierten Emissionsflächen sich maximal
teilweise überlappen. Diese Ausführungsform gewährleistet vorteilhafterweise, dass
nicht dieselbe Teilmenge an Segmenten unmittelbar aufeinanderfolgend erneut aktiviert
wird. Üblicherweise überlappen sich die aktivierten Emissionsflächen am Drehpunkt
und/oder um den Drehpunkt herum. In diesem Fall umfassen die aktivieren Emissionsflächen
insbesondere den Drehpunkt. Grundsätzlich ist es alternativ denkbar, dass die aktivierten
Emissionsflächen sich nicht überlappen, insbesondere wenn die jeweilige aktivierte
Emissionsfläche außerhalb des Drehpunkts angeordnet ist. In anderen Worten umfasst
die jeweilige aktivierte Emissionsfläche in diesem Fall nicht Drehpunkt.
[0029] Eine Ausführungsform sieht vor, dass die aktivierten Emissionsflächen übereinandergelegt
einen Kreis bilden. Bei dieser Ausführungsform werden typischerweise mehrere verschiedene
Zeitpunkte betrachtet, an welchen mehrere verschiedene Teilmengen der Segmente aktiviert
sind. Diese Ausführungsform kann typischerweise unabhängig von der äußeren Form der
segmentierten Emitterfläche erreicht werden. Die äußere Form der segmentierten Emitterfläche
kann ausdrücklich rund oder quadratisch sein, während die äußere Form der übereinandergelegten
Emissionsflächen rund ist. Die äußere Form der übereinandergelegten Emissionsflächen
ist insbesondere unabhängig von der jeweiligen Form der separat betrachteten aktivierten
Emissionsflächen. Übereinandergelegt bedeutet insbesondere addiert und/oder wenigstens
im Betrieb des Elektronenemitters wenigstens einmal aktiviert.
[0030] Eine erfindungsgemäße Kathode für eine Drehkolben-Röntgenröhre weist
- einen um eine Rotationsachse mit einer Drehfrequenz relativ zu einem feststehenden
Lagerteil drehbar lagerbaren Kathodenkopf und
- einen Elektronenemitter auf, welcher in den Kathodenkopf drehfest eingesetzt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die segmentierte Emitterfläche dazu eingerichtet ist, die Teilmenge der Segmente
derart zu aktivieren, dass die gemäß einer verschiedenen Teilmenge der Segmente aktivierten
Emissionsflächen entgegen der Drehfrequenz rotierbar sind.
[0031] Der Kathodenkopf weist typischerweise eine runde äußere Form auf und kann als Fokuskopf
ausgebildet sein. Die äußere Form des Kathodenkopfs kann alternativ oval oder eckig
sein.
[0032] Der Kathodenkopf kann insbesondere ein Lagermittel aufweisen, wobei der Kathodenkopf
mittels des Lagermittels um die Rotationsachse lagerbar ist. Der Kathodenkopf kann
insbesondere bzgl. dem feststehenden Lagerteil gelagert sein. Das feststehende Lagerteil
und optional das Lagermittel können Teil einer Lagereinheit sein. Die Lagereinheit
kann insbesondere ein Drehlager und/oder Teil der Kathode oder Teil der Drehkolben-Röntgenröhre
oder Teil des Drehkolben-Röntgenstrahlers sein. Das Lagermittel kann beispielsweise
ein Rotor und/oder rotierendes Lagerteil sein. Das feststehende Lagerteil kann insbesondere
ein Stator sein. Das Drehlager kann insbesondere ein Kugellager oder ein, insbesondere
Flüssigmetall-, Gleitlager sein.
[0033] Dass der Kathodenkopf lagerbar ist, gilt insbesondere analog für den Elektronenemitter.
In anderen Worten kann das Lagermittel Teil des Elektronenemitters sein, mittels welchen
der Elektronenemitter um die Rotationsachse mit der Drehfrequenz relativ zu dem feststehenden
Lagerteil drehbar lagerbar ist. Insbesondere weil der Elektronenemitter drehfest in
den Kathodenkopf eingesetzt ist, bedeutet eine Lagerung des Kathodenkopfs gleichermaßen
eine Lagerung des Elektronenemitters und umgekehrt.
[0034] Die Lagereinheit ermöglicht insbesondere eine Drehung des Kathodenkopfs bzw. des
Elektronenemitters mit der Drehfrequenz. Die Drehfrequenz beträgt beispielsweise mindestens
5 Hz, insbesondere 50 Hz, vorzugsweise 200 Hz.
[0035] Der Elektronenemitter ist typischerweise mit dem Kathodenkopf fest verbunden. Das
drehfeste Einsetzen umfasst insbesondere ein drehfestes Befestigen. Der Elektronenemitter
kann insbesondere mittels eines Befestigungsmittels in dem Kathodenkopf eingesetzt
sein. Das Befestigungsmittel kann eine Schraube und/oder ein Lötpunkt und/oder ein
Schweißpunkt sein.
[0036] Vorteilhafterweise kann die Kathode derart betrieben werden, dass die gemäß der verschiedenen
Teilmenge der Segmente aktivierten Emissionsflächen entgegen der Drehfrequenz rotieren.
Vorteilhafterweise kann dadurch der Drehung der Kathode relativ zum feststehenden
Lagerteil durch Veränderung der Teilmenge der Segmente entgegengewirkt werden, wodurch
der Einfluss der Drehung reduziert werden kann.
[0037] Besonders vorteilhafterweise ist eine Ausführungsform, wobei die aktivierten Emissionsflächen
entgegen der Drehfrequenz mit dem Betrag der Drehfrequenz rotierbar sind, so dass
die aktivierten Emissionsflächen relativ zum feststehenden Lagerteil im Wesentlichen
ortsfest sind. Vorteilhafterweise kann dadurch der Drehung der Kathode relativ zum
feststehenden Lagerteil durch Veränderung der Teilmenge der Segmente derart entgegengewirkt
werden, dass bei Drehung der Kathode die Elektronenemission im Wesentlichen ortsfest
erscheint. Die aktive Emissionsfläche ist sozusagen entgegensetzt zur Rotation des
Kathodenkopfs derart drehbar, dass die Elektronenemission im Wesentlichen ortsfest
erscheint. Dass die aktivierten Emissionsflächen relativ zum feststehenden Lagerteil
im Wesentlichen ortsfest sind, bedeutet also insbesondere, dass in Bezug auf das Koordinatensystem
des feststehenden Lagerteils die Ausdehnung und/oder Form des Elektronenstroms ab
Ursprung in den jeweiligen aktivierten Emissionsflächen im Wesentlichen gleich ist.
Ortsfest steht diesbezüglich für stationär.
[0038] Im Wesentlichen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass aufgrund der Dynamik beim Wechseln
der aktivierten Emissionsflächen und/oder physikalischer Wechselwirkungen beim Aktivieren
und/oder Deaktivieren der Segmente und/oder zwischen den emittierten Elektronen marginale
Abweichungen in Ausdehnung und/oder Form des Elektronenstroms entstehen können. Vorzugsweise
ist die Kathode derart eingerichtet, dass diese Abweichungen minimal sind oder nicht
existieren.
[0039] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Drehpunkt des Elektronenemitters auf der
Rotationsachse liegt. Diese Ausführungsform ist insbesondere für den Einsatz des Elektronenemitters
in der Drehkolben-Röntgenröhre vorteilhaft.
[0040] Die erfindungsgemäße Drehkolben-Röntgenröhre weist
- eine Kathode,
- einen um die Rotationsachse mit der Drehfrequenz relativ zu einem feststehenden Lagerteil
lagerbaren evakuierten Drehkolben und
- eine Anode auf,
wobei die Kathode und die Anode mit dem Drehkolben drehfest verbunden sind,
wobei die Kathode einen Kathodenkopf und einen Elektronenemitter, welcher in den Kathodenkopf
drehfest eingesetzt ist, aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Drehkolben in einem Abschnitt zwischen der Anode
und der Kathode aus einem Glas besteht.
[0041] Der Drehkolben als Glasausführung bietet unter anderem solche Vorteile, welche sich
unmittelbar aus einer äußeren Form des Drehkolbens und somit der Drehkolben-Röntgenröhre
ergeben. Die erfindungsgemäße Drehkolben-Röntgenröhre ist insbesondere als vergleichsweise
kostengünstige Ausführung geeignet.
[0042] Ein weiterer Vorteil des Drehkolbens ist, dass Glas isolierend ist und somit eine
optionale Ablenkungseinheit näher am Glaskolben positioniert sein kann. Die isolierende
Eigenschaft von Glas ist insbesondere auch vorteilhaft, weil für die elektrische Isolation
kein weiterer Werkstoff, wie z.B. herkömmlicherweise eine Keramik, eingesetzt werden
muss.
[0043] Der erfindungsgemäße Drehkolben als Glasausführung kann insbesondere als Glaskolben
bezeichnet sein. Der Glaskolben ermöglicht vorteilhafterweise eine relativ kompakte
Bauform, welche im Vergleich zu herkömmlichen Drehkolben-Röntgenstrahlern keine Taille
benötigt. Eine minimale Länge des Drehkolbens ist deshalb insbesondere durch eine
nötige Isolationslänge zwischen Anode und Kathode vorgegeben. Eine Ablenkung der emittierten
Elektronen mittels einer Ablenkeinheit kann vorzugsweise somit direkt ab der Kathode
erfolgen, während in einem herkömmlichen Drehkolben-Röntgenstrahler die Ablenkung
erst nach der Taille erfolgt.
[0044] Eine Kühlung der Anode bei der Drehkolben-Röntgenröhre ist eine Direktkühlung, wobei
Wärme von der Anode direkt in das den Drehkolben umströmende Kühlmedium, z.B. Öl,
abgeführt werden kann. Somit kann vorteilhafterweise auf eine Zwischenspeicherung
der Wärme in einem Zwischenwärmespeicher, welcher mit der Anode thermisch gekoppelt
ist und regelmäßig aus Graphit besteht, verzichtet werden. Somit ist vorzugsweise
eine maximale thermische Last der Anode relativ zur Größe der Anode und der mit der
Größe gewissermaßen zusammenhängenden Wärmekapazität vergleichsweise sehr groß.
[0045] Die Drehkolben-Röntgenröhre, insbesondere der Drehkolben, sind typischerweise vakuumfähig.
Der Drehkolben ist vorteilhafterweise hermetisch abgedichtet. Der evakuierte Drehkolben
umfasst insbesondere ein Hochvakuum.
[0046] Der Drehkolben ist um die Rotationsachse insbesondere mittels eines Lagermittels
lagerbar oder gelagert. Der Drehkolben kann insbesondere mit der Drehfrequenz um die
Rotationsachse drehen. Das feststehende Lagerteil kann insbesondere Teil einer Lagereinheit
sein. Das feststehende Lagerteil ist insbesondere Teil eines Drehkolben-Röntgenstrahlers
und nicht Teil der Drehkolben-Röntgenröhre. Grundsätzlich ist es denkbar, dass die
Lagereinheit gesamt und somit das feststehende Lagerteil Teil der Drehkolben-Röntgenröhre
sind.
[0047] Der Kathodenkopf kann alternativ insbesondere das Lagermittel aufweisen, wobei der
Kathodenkopf mittels des Lagermittels um die Rotationsachse lagerbar ist. Der Kathodenkopf
kann insbesondere bzgl. dem feststehenden Lagerteil gelagert sein. Das feststehende
Lagerteil und optional das Lagermittel können Teil der Lagereinheit sein. Die Lagereinheit
kann insbesondere ein Drehlager und/oder Teil der Kathode oder Teil der Drehkolben-Röntgenröhre
oder Teil des Drehkolben-Röntgenstrahlers sein. Das Lagermittel kann beispielsweise
ein Rotor und/oder rotierendes Lagerteil sein. Das feststehende Lagerteil kann insbesondere
ein Stator sein. Das Drehlager kann insbesondere ein Kugellager oder ein, insbesondere
Flüssigmetall-, Gleitlager sein.
[0048] Die Lagereinheit ermöglicht insbesondere eine Drehung des Kathodenkopfs bzw. des
Elektronenemitters bzw. des Drehkolbens mit der Drehfrequenz. Die Drehfrequenz beträgt
beispielsweise mindestens 5 Hz, insbesondere 50 Hz, vorzugsweise 200 Hz.
[0049] Die Kathode und die Anode sind innerhalb des Drehkolbens üblicherweise auf gegenüberliegenden
Seiten angeordnet. Zwischen der Kathode und der Anode ist insbesondere das Hochvakuum.
Die drehfeste Verbindung der Kathode und der Anode mit dem Drehkolben erfolgt beispielsweise
mittels eines Befestigungsmittels. Das Befestigungsmittel kann insbesondere ein Lötpunkt
und/oder Schweißunkt sein. Die drehfeste Verbindung der Kathode und der Anode mit
dem Drehkolben kann alternativ oder zusätzlich mittels Teile der Lagereinheit erfolgen,
so dass die Kathode und die Anode mit dem Drehkolben nicht unmittelbar gekoppelt sind.
Die Anode und die Kathode und der Elektronenemitter und der Drehkolben rotieren insbesondere
gemeinsam um die Rotationsachse mit derselben Drehfrequenz.
[0050] Der Abschnitt zwischen der Anode und der Kathode, welcher aus dem Glas besteht, ist
insbesondere ringförmig und/oder rotationssymmetrisch zur Rotationsachse ausgebildet.
Der Glasabschnitt erstreckt sich insbesondere in Längenrichtung des Drehkolbens mindestens
über den halben Abstand zwischen der Kathode und der Anode. Der Glasabschnitt kann
sich in Längenrichtung des Drehkolbens bis auf die Höhe der Kathode oder darüber hinaus
erstrecken. Alternativ oder zusätzlich kann sich der Glasabschnitt in Längenrichtung
des Drehkolbens bis auf die Höhe vor der Brennbahn auf der Anode oder hinter der Brennbahn
auf der Anode erstrecken. Im letzteren Fall dient der Glasabschnitt insbesondere als
Röntgenstrahlenaustrittfenster. Die Brennbahn umfasst insbesondere diejenigen Brennflecke,
in welchen die emittierten Elektronen auf der Anode auftreffen und aufgrund der Rotation
die ringförmige Brennbahn ausbilden.
[0051] Der Kathodenkopf weist typischerweise eine runde äußere Form auf und kann als Fokuskopf
ausgebildet sein. Die äußere Form des Kathodenkopfs kann alternativ oval oder eckig
sein.
[0052] Dass der Kathodenkopf lagerbar ist, gilt insbesondere analog für den Elektronenemitter.
In anderen Worten kann das Lagermittel Teil des Elektronenemitters sein, mittels welchen
der Elektronenemitter um die Rotationsachse mit der Drehfrequenz relativ zu dem feststehenden
Lagerteil drehbar lagerbar ist. Insbesondere weil der Elektronenemitter drehfest in
den Kathodenkopf eingesetzt ist, bedeutet eine Lagerung des Kathodenkopfs gleichermaßen
eine Lagerung des Elektronenemitters und umgekehrt.
[0053] Der Elektronenemitter ist insbesondere für eine medizinische Bildgebung geeignet.
Alternativ oder zusätzlich kann der Elektronenemitter für eine Werkstoffprüfung geeignet
sein.
[0054] Der Elektronenemitter ist typischerweise mit dem Kathodenkopf und somit mit dem Drehkolben
fest verbunden. Das drehfeste Einsetzen umfasst insbesondere ein drehfestes Befestigen.
Der Elektronenemitter kann insbesondere mittels eines Befestigungsmittels in dem Kathodenkopf
eingesetzt sein. Das Befestigungsmittel kann eine Schraube und/oder ein Lötpunkt und/oder
ein Schweißpunkt sein.
[0055] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Drehkolben zylinderförmig ausgebildet ist
und eine erste Stirnseite des zylinderförmigen Drehkolbens zur Aufnahme eines kathodenseitigen
Lagerteils und eine zweite Stirnseite des zylinderförmigen Drehkolbens zur Aufnahme
eines anodenseitigen Lagerteils ausgebildet ist, wobei am kathodenseitigen Lagerteil
die Kathode und am anodenseitigen Lagerteil die Anode befestigt sind und wobei das
kathodenseitige Lagerteil sowie das anodenseitige Lagerteil zur Rotation des Drehkolbens
relativ zum feststehenden Lagerteil um die Rotationsachse ausgebildet sind. Die Zylinderform
ermöglicht vorteilhafterweise eine kompakte Drehkolben-Röntgenröhre. Die erste Stirnseite
und die zweite Stirnseite schließen den zylinderförmigen Drehkolben auf den gegenüberliegenden
Seiten entlang der Rotationsachse ab. Die Mittenachse des Zylinders entspricht insbesondere
der Rotationsachse. Das kathodenseitige Lagerteil kann insbesondere an der ersten
Stirnseite vakuumdicht mit dem Drehkolben verbunden sein. Das anodenseitige Lagerteil
kann insbesondere an der zweiten Stirnseite vakuumdicht mit dem Drehkolben verbunden
sein. Das kathodenseitige Lagerteil und/oder das anodenseitige Lagerteil sind typischerweise
Teil der Lagereinheit, insbesondere des rotierenden Lagerteils und/oder des Rotors.
Das kathodenseitige Lagerteil und/oder das anodenseitige Lagerteil können zur Rotation
des Drehkolbens insbesondere mit dem feststehenden Lagerteil zusammenwirken.
[0056] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Drehkolben zylinderförmig ausgebildet ist
und die gesamte Mantelfläche des Drehkolbens aus dem Glas besteht. In diesem Fall
kann der Drehkolben im Wesentlichen aus der Mantelfläche und/oder ausschließlich aus
dem Glas bestehen. Diese Ausführungsform ist insbesondere mit der vorherigen Ausführungsform
vorteilhaft.
[0057] Eine Ausführungsform sieht vor, dass die Drehkolben-Röntgenröhre eine bipolare Hochspannungsröhre
ist, wobei an der Kathode ein negatives Hochspannungspotential und an der Anode ein
positives Hochspannungspotential anliegt. Die Differenz des positiven Hochspannungspotentials
und des negativen Hochspannungspotentials gibt insbesondere eine Beschleunigungsspannung
an, gemäß welcher die Elektronen von der Kathode in Richtung der Anode beschleunigt
werden können. Alternativ ist es denkbar, dass die Kathode oder die Anode auf Massepotential
liegen und nur eine der beiden Elektroden auf Hochspannungspotential liegt.
[0058] Eine Ausführungsform sieht vor, dass ein Durchmesser des Drehkolbens senkrecht zur
Rotationsachse kleiner als 100 mm ist, vorzugsweise 85 mm oder 65 mm beträgt. In diesem
Ausführungsbeispiel entspricht die Mittenachse des Drehkolbens insbesondere der Rotationsachse.
Der Drehkolben ist insbesondere zur Rotationsachse rotationssymmetrisch aufgebaut.
Diese Bauform ist vorteilhaft aufgrund der Kompaktheit.
[0059] Eine Ausführungsform sieht vor, dass eine Länge des Drehkolbens entlang der Rotationsachse
kleiner als 200 mm ist. In diesem Ausführungsbeispiel entspricht die Mittenachse des
Drehkolbens insbesondere der Rotationsachse. Der Drehkolben ist insbesondere zur Rotationsachse
rotationssymmetrisch aufgebaut. Dadurch kann vorteilhafterweise die Bauform der Drehkolben-Röntgenröhre
kleiner ausfallen.
[0060] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Drehkolben mittels eines Kugellagers um
die Rotationsachse rotierbar ist. In diesem Fall ist die Lagereinheit das Drehlager,
welches als Kugellager ausgebildet ist. Die Lagereinheit kann in Öl oder in Vakuum
gelagert sein. Das Lagermittel können insbesondere die Kugeln des Kugellagers sein.
[0061] Der erfindungsgemäße Drehkolben-Röntgenstrahler weist
- ein Gehäuse,
- eine Drehkolben-Röntgenröhre und
- eine Ablenkungseinheit auf,
wobei die Drehkolben-Röntgenröhre innerhalb des Gehäuses um eine Rotationsachse mit
einer Drehfrequenz relativ zum Gehäuse rotierbar gelagert ist,
wobei die Drehkolben-Röntgenröhre eine Kathode, einen Drehkolben und eine Anode aufweist,
wobei die Anode innerhalb des Drehkolbens mit dem Drehkolben drehfest verbunden ist,
wobei die Kathode einen Kathodenkopf und einen in den Kathodenkopf eingesetzten Elektronenemitter
zur Emission von Elektronen aufweist sowie innerhalb des Drehkolbens auf der Rotationsachse
angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ablenkungseinheit zur Erzeugung eines inhomogenen
Feldes zwischen der Kathode und der Anode innerhalb des Drehkolbens eingerichtet ist,
wobei das inhomogene Feld die emittierten Elektronen auf deren verschiedenen Bahnen
in Richtung der Anode beeinflusst und derart ausgestaltet ist, dass Weglängenunterschiede
der emittierten Elektronen entlang der verschiedenen Bahnen innerhalb des inhomogenen
Felds berücksichtigt sind.
[0062] Der Drehkolben-Röntgenstrahler ist besonders vorteilhaft, da durch die Verwendung
der Ablenkungseinheit zur Erzeugung des inhomogenen Feldes der Aufbau des Drehkolben-Röntgenstrahlers
wesentlich weniger komplex und somit kostengünstiger ist. Der Drehkolben-Röntgenstrahler
umfasst vorzugsweise nicht einen getrennten Dipol-/Quadrupolmagneten oder einen anderen
zusätzlichen höherpoligen Magneten. Erfindungsgemäß wird ein inhomogenes Feld erzeugt,
um die Elektronen abzulenken und gleichzeitig in geeigneter Weise zu fokussieren,
ohne Verwendung eines Dipol-/Quadrupolmagneten oder eines anderen zusätzlichen höherpoligen
Magneten. Dadurch, dass das inhomogene Feld die Weglängenunterschiede der emittierten
Elektronen berücksichtigt, fällt die Notwendigkeit einer komplexen Ablenkung vorzugsweise
weg. Vorteilhafterweise ermöglicht die Ablenkungseinheit eine gleichmäßige Belegung
im elektrischen Brennfleck, welche vorzugsweise mit einer homogenen Temperaturverteilung
einhergeht.
[0063] Das Gehäuse umschließt die Drehkolben-Röntgenröhre und die Ablenkungseinheit typischerweise
vollständig und/oder ist geschlossen. Das Gehäuse kann ein Kühlmedium zur Kühlung
der Drehkolben-Röntgenröhre und/oder der Ablenkungseinheit aufweisen. Das Kühlmedium
kann flüssig und/oder gasförmig sein. Das Kühlmedium ist insbesondere Luft und/oder
ein Öl. Das Gehäuse kann eine Kühlvorrichtung aufweisen, durch welche das Kühlmedium
temperiert und/oder ausgetauscht und/oder zirkuliert wird. Die Kühlvorrichtung kann
einen Wärmetauscher und/oder eine Kühlmediumzuführung und eine Kühlmediumabführung
aufweisen. Auf einer Außenseite des Gehäuses kann beispielsweise durch Kühlrippen
eine Oberfläche des Gehäuses vergrößert sein.
[0064] Die Ablenkungseinheit erzeugt das inhomogene Feld insbesondere in einer Art, wofür
herkömmlicherweise ein Quadrupolmagnet benötigt wird. Erfindungsgemäß ist die Ablenkungseinheit
im Vergleich zu einem herkömmlichen Drehkolben-Röntgenstrahler mit einem Quadrupolmagneten
vereinfacht, wodurch die Ablenkungseinheit für vergleichsweise weniger Arbeitspunkte
optimal eingestellt sein kann. Hingegen ist die erfindungsgemäße Ablenkungseinheit
dadurch technisch weniger komplex, erfordert keine komplexe Regelung und ist somit
kostengünstiger.
[0065] Die Ablenkungseinheit erzeugt das inhomogene Feld vorzugsweise derart, dass die Elektronen
in radialer Richtung aufgefächert und/oder abgelenkt werden können, insbesondere unter
Berücksichtigung der Weglängenunterschiede. Die Auffächerung in radialer Richtung
vergrößert vorteilhafterweise den elektrischen Brennfleck in seiner Länge. Die Ablenkung
in radialer Richtung ermöglicht insbesondere, dass die Elektronen die vorgegebene
Brennbahn erreichen. Ein weiterer Vorteil der radialen Ablenkung ist, dass die Breite
des Brennflecks reduziert werden kann, insbesondere wenn die aktivierte Emissionsfläche
des Elektronenemitters breiter als die gewünschte optische Breite ist.
[0066] Die Ablenkungseinheit erzeugt insbesondere ein Feld, dessen Feldstärke vom Ort abhängt.
Die Ablenkungseinheit erzeugt ein solches inhomogenes Feld insbesondere in einem Volumenabschnitt
des Drehkolbens, welcher zwischen dem Elektronenemitter und der Anode liegt. Der Volumenabschnitt
liegt insbesondere zwischen der aktivierten Emissionsfläche und einer Brennbahn auf
der Anode. Es ist denkbar, dass der Volumenabschnitt nicht auf einer direkten Sichtverbindung
zwischen der aktivierten Emissionsfläche und der Brennbahn liegt, insbesondere aufgrund
der auf die Elektronen wirkenden Kräfte, welche aus dem erzeugten inhomogenen Feld
resultieren. Die Ablenkungseinheit ist insbesondere derart angeordnet und ausgerichtet,
dass auf einen Großteil der emittierten Elektronen Kräfte einwirken, welche aus dem
erzeugten inhomogenen Feld resultieren. Die Ablenkung und/oder Auffächerung der Elektronen
in radialer Richtung erfolgt größtenteils insbesondere mittels ortsabhängiger Kräfte.
[0067] Dass die Ablenkungseinheit ein inhomogenes Feld erzeugt, kann umfassen, dass in einem
anderen Volumenabschnitt durch die Ablenkungseinheit ein homogenes Feld erzeugt wird.
Grundsätzlich ist denkbar, dass in dem Volumenabschnitt mit dem inhomogenen Feld zu
einem geringen Teil die Feldstärke nicht vom Ort abhängt. Dieser Teil liegt vorteilhafterweise
außerhalb der Flugbahn der Elektronen und/oder wirkt auf weniger als 50%, vorzugsweise
weniger als 20%, der emittierten Elektronen. Die Ablenkungseinheit ist insbesondere
derart auf die Bahnen der Elektronen ausgerichtet, dass ein Großteil, vorteilhafterweise
mindestens 80%, der Elektronen durch das inhomogene Feld beeinflusst werden. Die Ablenkungseinheit
ist insbesondere derart auf die Bahnen der Elektronen ausgerichtet, dass ein Großteil,
vorteilhafterweise mindestens 80%, der Elektronen durch das inhomogene Feld beeinflusst
werden.
[0068] Die Ablenkungseinheit erzeugt insbesondere ein inhomogenes Feld, welches für einen
Emissionszeitraum statisch ist. Das inhomogene Feld ist insbesondere innerhalb des
Emissionszeitraums unveränderlich. Der Emissionszeitraum umfasst insbesondere mindestens
eine Pulsdauer eines Röntgenstrahlenpulses.
[0069] Die Beeinflussung der emittierten Elektronen auf deren verschiedenen Bahnen bedeutet
insbesondere, dass durch das inhomogene Feld Kräfte auf die emittierten Elektronen
wirken, welche zu einer Ablenkung zumindest eines Elektrons führen können. Da der
Elektronenemitter typischerweise keine punktförmige Elektronenquelle ist, sondern
aus einer aktivierten Emissionsfläche innerhalb einer bestimmten, nicht punktförmigen
Ausdehnung mit verschiedenen Startpositionen Elektronen emittiert, weisen die emittierten
Elektronen regelmäßig eine räumliche Verteilung senkrecht zur Rotationsachse auf,
welche darin resultiert, dass die emittierten Elektronen auf verschiedenen Bahnen
propagieren. Die Weglängenunterschiede basieren insbesondere aufgrund verschiedener
Startpositionen der jeweiligen Elektronen am Elektronenemitter bzw. der räumlichen
Verteilung. Die Propagation in Richtung der Anode erfolgt insbesondere durch die Beschleunigungseinheit,
welche insbesondere die Hochspannung zwischen der Kathode und der Anode bereitstellt.
Ablenkung von mehreren Elektronen kann in diesem Zusammenhang insbesondere ein Verschieben
unter Beibehaltung der relativen Abstände zueinander und/oder ein Fokussieren und/oder
Defokussieren bedeutet. Beim Fokussieren bzw. Defokussieren wird durch die Ablenkung
mehrere Elektronen mindestens ein Abstand zwischen den Elektronen verändert, bei der
Fokussierung insbesondere verkleinert und bei der Defokussierung insbesondere vergrößert.
[0070] Durch die Auffächerung und/oder Ablenkung in radialer Richtung erfolgt die Propagation
der emittierten Elektronen typischerweise auf einer gekrümmten Trajektorie. Die verschiedenen
Bahnen der emittierten Elektronen sind üblicherweise gemäß der gekrümmten Trajektorie
gekrümmt. Aus der Krümmung der Trajektorie folgt, dass entlang der jeweiligen Bahnen
die Elektronen unterschiedliche Weglängen zurücklegen können, bis die Elektronen im
Brennfleck mit der Anode wechselwirken. Die aus der Krümmung der Trajektorie resultierenden
Weglängenunterschiede entlang der verschiedenen Bahnen der Elektronen sind vorteilhafterweise
durch die Ausgestaltung der ortsabhängigen Kräfte des inhomogenen Feldes berücksichtigt.
Das inhomogene Feld kann insbesondere derart ausgestaltet sein, dass die Elektronen
in Abhängigkeit von deren Bahnen verschiedenen ortsabhängigen Kräfte ausgesetzt sind.
[0071] Es ist denkbar, dass das inhomogene Feld in Abhängigkeit von einem Betrag der Hochspannung
zwischen der Kathode und der Anode von der Ablenkungseinheit erzeugt wird. Das inhomogene
Feld kann insbesondere derart erzeugt sein, dass eine räumliche kathodenseitige Verteilung
der Elektronen sich von einer räumlichen anodenseitigen Verteilung der Elektronen
unterscheidet. Kathodenseitig bzw. anodenseitig bedeutet insbesondere nach erfolgter
Elektronenemission an der Kathode bzw. vor Auftreffen der Elektronen an der Anode.
Der Unterschied in der räumlichen Verteilung zwischen Kathode und Anode kann in einer
unterschiedlichen Ausdehnung, insbesondere senkrecht zur Rotationsachse, vorzugsweise
in einer unterschiedlichen Breite und/oder unterschiedlichen Länge, liegen.
[0072] Eine Ausführungsform sieht vor, dass die Ablenkungseinheit den Drehkolben in einer
Ebene senkrecht zur Rotationsachse weniger als 360°, insbesondere weniger als 180°,
umgibt. Die Ablenkungseinheit umgibt den Drehkolben in diesem Fall in Umfangsrichtung
nicht vollständig, insbesondere nicht größtenteils. Diese Ausführungsform bietet also
den Vorteil des geringeren Platzbedarfs für die Ablenkungseinheit.
[0073] Eine Ausführungsform sieht vor, dass das inhomogene Feld ein Magnetfeld ist und dass
die Ablenkungseinheit insbesondere eine Spule mit einem Magnetkern aufweist. Grundsätzlich
ist es denkbar, dass die Ablenkungseinheit eine Spule ohne Magnetkern aufweist. Alternativ
kann die Ablenkungseinheit insbesondere ausschließlich einen Permanentmagneten umfassen.
Die Ablenkungseinheit erzeugt insbesondere ein inhomogenes Magnetfeld mittels der
Spule mit dem Magnetkern. Die Spule ist insbesondere stromdurchflossen und/oder weist
mehrere Wicklungen auf. Die mehreren Wicklungen können auf ein einziges Wicklungspaket
oder mehrere Wicklungspakete verteilt sein. Das von der Spule mit dem Magnetkern erzeugte
Magnetfeld ist insbesondere während des Emissionszeitraums statisch. Diese Ausführungsform
ist insbesondere vorteilhaft, weil das inhomogene Magnetfeld besonders dazu geeignet
ist, die Weglängenunterschiede der Elektronen zu berücksichtigen. Der Magnetkern weist
typischerweise ein weichmagnetisches Material und/oder Ferrit auf oder ist ein Permanentmagnet.
Bei einer Kombination der Spule mit dem Magnetkern wird das inhomogene Feld insbesondere
von der Spule und dem Magnetkern gemeinsam erzeugt. Wenn der Magnetkern in diesem
Fall ein Permanentmagnet ist, kann vorteilhafterweise ein Spulenstrom der Spule reduziert
sein, da der Permanentmagnet das geringere Magnetfeld der Spule kompensieren kann.
Der Magnetkern senkt vorteilhafterweise die erforderliche Spulenstromstärke zum Erreichen
des Magnetfeldes. Alternativ oder zusätzlich kann der Magnetkern den Feldgradienten
des inhomogenen Feldes beeinflussen. Dadurch kann insbesondere die Ablenkung in Länge
und/oder Breite beeinflusst werden. Idealerweise können höhere Momente des Magnetfelds
mittels des Magnetkerns minimiert werden. Rein physikalisch hat ein Magnetfeld in
Richtung der (momentanen) Geschwindigkeit der Elektronen typischerweise keinen Effekt.
Da die Elektronen im Wesentlichen entlang der Rotationsachse fliegen, ist insbesondere
das Magnetfeld in einer Ebene senkrecht zur Rotationsachse inhomogen.
[0074] Es ist denkbar, dass die Spule mehrere Pakete mit Wicklungen umfasst, wobei die mehreren
Wicklungspakete an zueinander verwinkelten Abschnitten des Magnetkerns angebracht
sind. In anderen Worten steht in dieser Ausführungsform eine Mittenachse eines ersten
Wicklungspaket zu einer Mittenachse eines zweiten Wicklungspaket in einem Winkel ungleich
180° und beide liegen somit nicht auf derselben Linie. Die Anzahl der Wicklungspakete
kann insbesondere zwei oder drei betragen. Die Wicklungspakete und die Abschnitte
des Magnetkerns können zueinander symmetrisch angeordnet und ausgebildet sein.
[0075] Der Magnetkern kann insbesondere eine gebogene Form aufweisen. Der Magnetkern ist
insbesondere nicht stabförmig. Die gebogene Form kann insbesondere eine C-Form sein.
Die Enden des Magnetkerns können einen Winkel ungleich null einschlie-βen. Der Winkel
kann insbesondere gleich oder kleiner 180° sein. Der Winkel kann insbesondere zwischen
90° und 180° liegen.
[0076] Alternativ oder zusätzlich kann zumindest ein Ende des Magnetkerns oder beide Enden
des Magnetkerns abgeschrägt sein. Die Abschrägung bezieht sich diesbezüglich auf eine
Krümmungsrichtung des Magnetkerns. Der Magnetkern ist insbesondere nicht abgeschrägt,
wenn die das Ende bildende Abschlussfläche des Magnetkerns senkrecht auf der Krümmungsrichtung
des Magnetkerns steht. Eine Abschrägung liegt also insbesondere vor, wenn die das
Ende bildende Abschlussfläche des Magnetkerns in einem Winkel ungleich 90° zur Krümmungsrichtung
steht.
[0077] Die gebogene Form und/oder die abgeschrägten Enden bedeuten insbesondere, dass der
Magnetkern vorteilhafterweise derart ausgestaltet ist, dass der Anteil parallel verlaufender
magnetischer Feldlinien außerhalb des Magnetkerns reduziert ist. Dadurch wird also
vorteilhafterweise das inhomogene Feld erzeugt wird.
[0078] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Magnetkern derart ausgerichtet ist, dass
die Enden des Magnetkerns in derselben Ebene senkrecht zur Rotationsachse liegen und
zur Rotationsachse äquidistant ausgerichtet sind. Die Enden des Magnetkerns liegen
insbesondere auf der gleichen Höhe relativ zur Rotationsachse. Die äquidistante Ausrichtung
ermöglicht insbesondere eine symmetrische Ausrichtung des Magnetkerns um die Rotationsachse
herum.
[0079] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Magnetkern derart ausgerichtet ist, dass
eine zur Rotationsachse senkrechte Ebene, in welcher die Enden des Magnetkerns liegen,
zwischen der Kathode und der Anode die Rotationsachse schneidet. Diese Ausführungsform
ist insbesondere vorteilhaft, weil die Ablenkungseinheit vergleichsweise nah an den
Elektronen angeordnet ist.
[0080] Eine Ausführungsform sieht vor, dass der Magnetkern derart ausgerichtet ist, dass
eine Mittenachse der Wicklungen der Spule in der zur Rotationsachse senkrechten Ebene
liegt, in welcher die Enden des Magnetkerns liegen. In diesem Fall liegen insbesondere
die Enden des Magnetkerns und die Mittenachse der Wicklungen vorzugsweise auf der
gleichen Höhe relativ zur Rotationsachse.
[0081] Das Computerprogrammprodukt kann ein Computerprogramm sein oder ein Computerprogramm
umfassen. Das Computerprogrammprodukt weist insbesondere die Programmcodemittel auf,
welche die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte abbilden. Dadurch kann das erfindungsgemäße
Verfahren definiert und wiederholbar ausgeführt sowie eine Kontrolle über eine Weitergabe
des erfindungsgemäßen Verfahrens ausgeübt werden. Das Computerprogrammprodukt ist
vorzugsweise derart konfiguriert, dass die Recheneinheit mittels des Computerprogrammprodukts
die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte ausführen kann. Die Programmcodemittel können
insbesondere in einen Speicher der Recheneinheit geladen und typischerweise mittels
eines Prozessors der Recheneinheit mit Zugriff auf den Speicher ausgeführt werden.
Wenn das Computerprogrammprodukt, insbesondere die Programmcodemittel, in der Recheneinheit
ausgeführt wird, können typischerweise alle erfindungsgemäßen Ausführungsformen des
beschriebenen Verfahrens durchgeführt werden. Das Computerprogrammprodukt ist beispielsweise
auf einem physischen, computerlesbaren Medium gespeichert und/oder digital als Datenpaket
in einem Computernetzwerk hinterlegt. Das Computerprogrammprodukt kann das physische,
computerlesbare Medium und/oder das Datenpaket in dem Computernetzwerk darstellen.
So kann die Erfindung auch von dem physischen, computerlesbaren Medium und/oder dem
Datenpaket in dem Computernetzwerk ausgehen. Das physische, computerlesbare Medium
ist üblicherweise unmittelbar mit der Recheneinheit verbindbar, beispielsweise indem
das physische, computerlesbare Medium in ein DVD-Laufwerk eingelegt oder in einen
USB-Port gesteckt wird, wodurch die Recheneinheit auf das physische, computerlesbare
Medium insbesondere lesend zugreifen kann. Das Datenpaket kann vorzugsweise aus dem
Computernetzwerk abgerufen werden. Das Computernetzwerk kann die Recheneinheit aufweisen
oder mittels einer Wide-Area-Network- (WAN) bzw. einer (Wireless-)Local-Area-Network-Verbindung
(WLAN oder LAN) mit der Recheneinheit mittelbar verbunden sein. Beispielsweise kann
das Computerprogrammprodukt digital auf einem Cloud-Server an einem Speicherort des
Computernetzwerks hinterlegt sein, mittels des WAN über das Internet und/oder mittels
des WLAN bzw. LAN auf die Recheneinheit insbesondere durch das Aufrufen eines Downloadlinks,
welcher zu dem Speicherort des Computerprogrammprodukts verweist, übertragen werden.
[0082] Bei der Beschreibung der Vorrichtung erwähnte Merkmale, Vorteile oder alternative
Ausführungsformen sind ebenso auf das Verfahren zu übertragen und umgekehrt. Mit anderen
Worten können Ansprüche auf das Verfahren mit Merkmalen der Vorrichtung weitergebildet
sein und umgekehrt. Insbesondere kann die erfindungsgemäße Vorrichtung in dem Verfahren
verwendet werden.
[0083] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
näher beschrieben und erläutert. Grundsätzlich werden in der folgenden Figurenbeschreibung
im Wesentlichen gleich bleibende Strukturen und Einheiten mit demselben Bezugszeichen
wie beim erstmaligen Auftreten der jeweiligen Struktur oder Einheit benannt.
[0084] Es zeigen:
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Elektronenemitter für eine Drehkolben-Röntgenröhre,
Fig. 2 den Elektronenemitter in einem alternativen Ausführungsbeispiel,
Fig. 3 eine Kathode für eine Drehkolben-Röntgenröhre,
Fig. 4 die Kathode in einer weiteren Ansicht,
Fig. 5 ein Verfahren zur Emission von Elektronen mittels eines erfindungsgemäßen Elektronenemitters,
Fig. 6 eine erfindungsgemäße Drehkolben-Röntgenröhre,
Fig. 7 eine Variante der erfindungsgemäßen Drehkolben-Röntgenröhre,
Fig. 8 einen erfindungsgemäßen Drehkolben-Röntgenstrahler,
Fig. 9 eine Variante der Ablenkungseinheit,
Fig. 10 eine weitere Variante der Ablenkungseinheit,
Fig. 11 eine andere Variante der Ablenkungseinheit,
Fig. 12 ein inhomogenes Feld
[0085] Fig. 1 zeigt einen Elektronenemitter 10 für eine Drehkolben-Röntgenröhre 30 in einer Draufsicht.
[0086] Der Elektronenemitter 10 weist eine segmentierte Emitterfläche 11 auf. Die segmentierte
Emitterfläche 11 weist eine Vielzahl an Emitternadeln in mehreren Segmenten auf. Jedes
Segment umfasst typischerweise mindestens eine Emitternadel.
[0087] Die Segmentierung der Emitterfläche 11 ist in Fig. 1 aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht gezeigt. Näherungsweise lässt sich die Segmentierung der Emitterfläche 11 aus
den dargestellten aktivierten Emissionsflächen 11.A ableiten, deren Abgrenzung entlang
Grenzen der Segmente erfolgt. Die Darstellung in Fig. 1 ist diesbezüglich schematisch,
da üblicherweise ein Segment nicht infinitesimal klein, sprich nur eine punktförmige
Emitternadel umfassend, ausgebildet ist. Daraus folgt, dass die stabförmigen Emissionsflächen
11.A in der Praxis beispielsweise gezackte oder geriffelte Kanten aufweisen. Die Anzahl
der Segmente kann wie zuvor ausgeführt in einem Extremfall vier betragen, in Anlehnung
an das in Fig. 1 gezeigte Ausführungsbeispiel beträgt die Anzahl beispielsweise 100
oder mehr.
[0088] Die segmentierte Emitterfläche 11 ist dazu eingerichtet, eine Teilmenge der Segmente
der segmentierten Emitterfläche 11 als aktivierte Emissionsfläche 11.A zur Feldeffekt-Emission
von Elektronen aus der aktivierten Emissionsfläche 11.A derart zu aktivieren, dass
aktivierte Emissionsflächen 11.A durch Veränderung der Teilmenge paarweise zueinander
um einen Drehpunkt D rotierbar sind. Die Rotationsrichtung der aktivierten Emissionsflächen
11.A ist anhand des Pfeils angedeutet.
[0089] Ferner ist in Fig. 1 gezeigt, dass der Drehpunkt D ein Mittelpunkt der segmentierten
Emitterfläche ist. Die aktivierten Emissionsflächen 11.A überlappen sich maximal teilweise
und bilden übereinandergelegt einen Kreis. Jede aktivierte Emissionsfläche 11.A in
Fig. 1 weist im Wesentlichen dieselbe stabförmige Form, vorzugsweise dieselbe Anzahl
an aktivierten Segmenten, dieselbe Größe und vorteilhafterweise denselben Elektronenstrom
auf.
[0090] Fig. 2 zeigt den Elektronenemitter 10 in einer alternativen Ausführungsform. Anstatt der
runden äußeren Form wie in Fig. 1 gezeigt weist die segmentierte Emitterfläche 11
eine eckige äußere Form auf. In diesem Fall weist die segmentierte Emitterfläche 11
insbesondere in einem Bereich in Richtung der Ecken Segmente auf, welche typischerweise
nicht Elektronen emittieren.
[0091] Fig. 3 zeigt eine Kathode 20 für eine Drehkolben-Röntgenröhre 30 in einer Draufsicht.
[0092] Die Kathode 20 für eine Drehkolben-Röntgenröhre 30 weist einen Kathodenkopf 21 und
einen Elektronenemitter 10, welcher in den Kathodenkopf 21 drehfest eingesetzt ist,
auf.
[0093] Der Kathodenkopf 21 und der Elektronenemitter 10 weisen in diesem Ausführungsbeispiel
eine runde äußere Form auf. Denkbar wäre, dass insbesondere Kathodenkopf 21 eine nicht-runde,
sondern ovale äußere Form aufweist. Der Kathodenkopf 21 ist um eine Rotationsachse
A mit einer Drehfrequenz relativ zu einem feststehenden Lagerteil drehbar lagerbar.
Der Drehpunkt D des Elektronenemitters 10 liegt auf der Rotationsachse A.
[0094] Die segmentierte Emitterfläche 11 ist dazu eingerichtet, die Teilmenge der Segmente
derart zu aktivieren, dass die gemäß einer verschiedenen Teilmenge der Segmente aktivierten
Emissionsflächen 11.A entgegen der Drehfrequenz rotierbar sind.
[0095] Fig. 4 zeigt die Kathode 20 der Fig. 3 in einer weiteren Ansicht.
[0096] Dabei ist die Kathode 20 relativ zu einem feststehenden Lagerteil, welches nicht
in Fig. 4 gezeigt ist, gelagert und rotiert mit einer Drehfrequenz. Die Richtung der
Drehung des Kathodenkopfs 21 gemeinsam mit dem Elektronenemitter 10 ist mit dem gestrichelten
Pfeil angedeutet. Die aktivierten Emissionsflächen 11.A sind entgegen der Drehfrequenz
mit dem Betrag der Drehfrequenz rotierbar, so dass die aktivierten Emissionsflächen
11.A relativ zum feststehenden Lagerteil im Wesentlichen ortsfest sind.
[0097] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel in Fig. 4 erscheinen die aktivierten Emissionsflächen
11.A übereinandergelegt und ortsfest. In anderen Worten heben sich die Drehung des
Kathodenkopfs 21 gemeinsam mit dem eingesetzten Elektronenemitter 21 und die Rotation
der aktivierten Emissionsflächen 11.A gegenseitig auf.
[0098] Fig. 5 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Emission von Elektronen mittels eines
erfindungsgemäßen Elektronenemitters 10 mit den Schritten:
Verfahrensschritt S100 kennzeichnet ein Empfangen eines Drehfrequenzsignals.
[0099] Verfahrensschritt S101 kennzeichnet ein Aktivieren von verschiedenen Teilmengen der
Segmente der segmentierten Emitterfläche 11 derart, dass die aktivierten Emissionsflächen
11.A um einen Drehpunkt D in Abhängigkeit des empfangenen Drehfrequenzsignals rotieren.
[0100] Fig. 6 zeigt eine Drehkolben-Röntgenröhre 30 in einem Längsschnitt entlang der Rotationsachse
A.
[0101] Die Drehkolben-Röntgenröhre 30 weist eine Kathode 20, einen um eine Rotationsachse
A mit einer Drehfrequenz relativ zu einem nicht in Fig. 6 gezeigten feststehenden
Lagerteil lagerbaren evakuierten Drehkolben 31 und eine Anode 32 auf. Die Kathode
30 und die Anode 32 sind mit dem Drehkolben 31 drehfest verbunden. Die Kathode 20
weist einen Kathodenkopf 21 und einen Elektronenemitter 10, welcher in den Kathodenkopf
21 drehfest eingesetzt ist, auf. Der Drehkolben 31 besteht in einem Abschnitt 33 zwischen
der Anode 32 und der Kathode 20 aus einem Glas.
[0102] Ferner ist in Fig. 6 gezeigt, dass der Drehkolben 31 zylinderförmig ausgebildet ist.
Eine erste Stirnseite des zylinderförmigen Drehkolbens 31 ist zur Aufnahme eines kathodenseitigen
Lagerteils 34 ausgebildet. Am kathodenseitigen Lagerteil 34 ist die Kathode 20 befestigt.
Eine zweite Stirnseite des zylinderförmigen Drehkolbens 31 ist zur Aufnahme eines
anodenseitigen Lagerteils 35 ausgebildet. Am anodenseitigen Lagerteil 35 ist die Anode
32 befestigt. Das kathodenseitige Lagerteil 34 sowie das anodenseitige Lagerteil 35
sind zur Rotation des Drehkolbens 31 relativ zu dem nicht in Fig. 1 gezeigten feststehenden
Lagerteil um die Rotationsachse A in Rotationsrichtung R oder gegen die Rotationsrichtung
R ausgebildet. Das kathodenseitige Lagerteil 34 und das anodenseitige Lagerteil 35
weisen jeweils eine Welle ausgerichtet an der Rotationsachse A auf. Die Welle dreht
sich beispielsweise in Rotationsrichtung R oder entgegen die Rotationsrichtung R und
mit der Welle rotiert die übrige Drehkolben-Röntgenröhre 30. Der Drehkolben 31 könnte
mittels eines nicht gezeigten Kugellagers um die Rotationsachse A rotierbar sein.
[0103] In dieser Ausführung besteht die gesamte Mantelfläche des Drehkolbens 31 aus dem
Glas. Die Drehkolben-Röntgenröhre 30 ist eine bipolare Hochspannungsröhre ist, wobei
an der Kathode 20 ein negatives Hochspannungspotential und an der Anode 32 ein positives
Hochspannungspotential anliegt.
[0104] Der Durchmesser des Drehkolbens 31 senkrecht zur Rotationsachse A ist in diesem Ausführungsbeispiel
kleiner als 100 mm und beträgt 85 mm. Eine Länge des Drehkolbens 31 entlang der Rotationsachse
A ist kleiner als 200 mm und beträgt 156 mm. Eine solche Länge ist geeignet, dass
der Glaskolben 30 eine Beschleunigungsspannung von bis zu 125 kV zwischen der Kathode
20 und der Anode 32 isoliert. Beispielsweise kann also das negative Hochspannungspotential
-62,5 kV und das positive Hochspannungspotential 62,5 kV betragen. Der Abstand zwischen
der Kathode 20 und der Anode 32 beträgt beispielsweise 90 mm, wobei die Anode 32 einen
Anodenwinkel von insbesondere 14° aufweist.
[0105] Fig. 7 zeigt eine Variante der Drehkolben-Röntgenröhre 30 in einem Längsschnitt entlang
der Rotationsachse A. Bei dieser Variante betragen der Anodenwinkel der Anode 32 16°
und der Durchmesser des Drehkolbens 31 senkrecht zur Rotationsachse A 65 mm.
[0106] Fig. 8 zeigt einen Längsschnitt durch einen Drehkolben-Röntgenstrahler 40.
[0107] Der Drehkolben-Röntgenstrahler 40 weist ein Gehäuse 41, eine Drehkolben-Röntgenröhre
30 und eine Ablenkungseinheit 42 auf. Die Drehkolben-Röntgenröhre 30 ist innerhalb
des Gehäuses 41 um eine Rotationsachse A mit einer Drehfrequenz relativ zum Gehäuse
41 rotierbar gelagert. Die Drehkolben-Röntgenröhre 30 weist eine Kathode 20, einen
Drehkolben 31 und eine Anode 32 auf. Die Anode 32 mit dem Drehkolben 31 drehfest verbunden
ist. Die Kathode 20 weist einen Kathodenkopf 21 und einen in den Kathodenkopf 21 eingesetzten
Elektronenemitter 10 zur Emission von Elektronen auf sowie ist innerhalb des Drehkolbens
31 auf der Rotationsachse A angeordnet.
[0108] Die Ablenkungseinheit 42 ist zur Erzeugung eines inhomogenen Feldes zwischen der
Kathode 20 und der Anode 32 innerhalb des Drehkolbens 31 eingerichtet. Das inhomogene
Feld beeinflusst die emittierten Elektronen auf deren verschiedenen Bahnen in Richtung
der Anode 32 beeinflusst und ist derart ausgestaltet, dass Weglängenunterschiede der
emittierten Elektronen entlang der verschiedenen Bahnen innerhalb des inhomogenen
Felds berücksichtigt sind. Wenn die Ablenkungseinheit 42 eine Spule mit einem Magnetkern
aufweist, ist die Ablenkungseinheit 42 in der Fig. 8 beispielhaft derart ausgestaltet,
dass eine zur Rotationsachse A senkrechte Ebene, in welcher die Enden des Magnetkerns
liegen, zwischen der Kathode 20 und der Anode 31 die Rotationsachse A schneidet.
[0109] Der Drehkolben-Röntgenstrahler 40 weist ferner ein feststehendes Lagerteil 43 auf,
welches mit dem Gehäuse 41 drehfest verbunden ist. Das feststehende Lagerteil 43 wirkt
insbesondere mit dem kathodenseitigen Lagerteil 34 und dem anodenseitigen Lagerteil
35 zusammen, um die Rotation der Drehkolben-Röntgenröhre 30 relativ zum Gehäuse 41
zu ermöglichen.
[0110] Fig. 9 zeigt drei Ansichten einer Variante der Ablenkungseinheit 42. Die Ablenkungseinheit
42 umgibt den Drehkolben 31 in einer Ebene senkrecht zur Rotationsachse A weniger
als 360°, insbesondere weniger als 180°.
[0111] Die Ablenkungseinheit 42 weist eine Spule mit einem Magnetkern auf. Der Magnetkern
ist derart ausgerichtet, dass die Enden des Magnetkerns in derselben Ebene senkrecht
zur Rotationsachse A liegen und zur Rotationsachse A äquidistant ausgerichtet sind.
Der Magnetkern ist ferner derart ausgerichtet, dass eine Mittenachse der Wicklungen
der Spule in der zur Rotationsachse A senkrechten Ebene liegt, in welcher die Enden
des Magnetkerns liegen. Der Magnetkern ist weiterhin derart ausgestaltet, dass der
Anteil parallel verlaufender magnetischer Feldlinien außerhalb des Magnetkerns reduziert
ist.
[0112] In der oberen Zeile zeigen die beiden Ansichten die Ablenkungseinheit 42 gemeinsam
mit dem Drehkolben 31 links in einer Frontalansicht und rechts in einer Seitenansicht.
In der unteren Zeile ist eine perspektivische Ansicht der Ablenkungseinheit 42 gezeigt.
[0113] Fig. 10 zeigt eine weitere Variante der Ablenkungseinheit 42 in einer Detailansicht. Das
inhomogene Feld ist ein Magnetfeld. Die Ablenkungseinheit 42 weist eine Spule mit
einem Magnetkern auf. Der Magnetkern ist gebogen und zumindest ein Ende, in diesem
Ausführungsbeispiel beide Enden, des Magnetkerns sind abgeschrägt.
[0114] Fig. 11 zeigt drei Ansichten (frontal, seitlich, perspektivisch von links nach rechts) einer
anderen Variante der Ablenkungseinheit 42. Die Ablenkungseinheit 42 weist eine Spule
mit einem Magnetkern auf. Die Spule umfasst mehrere Pakete mit Wicklungen. Die mehreren
Wicklungspakete sind an zueinander verwinkelten Abschnitten des Magnetkerns angebracht.
[0115] Fig. 12 zeigt ein inhomogenes Magnetfeld. Die Ablenkungseinheit 42 weist eine Spule mit einem
Magnetkern auf. Die Magnetfeldkomponenten sind schematisch eingezeichnet, woraus sich
der eingezeichnete Verlauf der Feldlinien gezeigt entlang der durchgezogenen Linien
ergibt. Ein derart konfiguriertes inhomogenes Magnetfeld ist insbesondere vorteilhaft,
da Bx einen Gradienten in negative y-Richtung hat sowie By das Vorzeichen der x-Achse
und einen Gradienten in y-Richtung.
[0116] Im Übrigen ist in Fig. 12 die Position der Rotationsachse A rein beispielhaft auf
Höhe der x-Achse eingezeichnet. Eine Verschiebung der Rotationsachse A nach oben oder
unten entlang der y-Achse ist ohne weiteres denkbar.
[0117] Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung dennoch nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Elektronenemitter (10) für eine Drehkolben-Röntgenröhre (30), aufweisend
- eine segmentierte Emitterfläche (11), wobei die segmentierte Emitterfläche (11)
eine Vielzahl an Emitternadeln aufweist und dazu eingerichtet ist, eine Teilmenge
der Segmente der segmentierten Emitterfläche (11) als aktivierte Emissionsfläche (11.A)
zur Feldeffekt-Emission von Elektronen aus der aktivierten Emissionsfläche (11.A)
derart zu aktivieren, dass aktivierte Emissionsflächen (11.A) durch Veränderung der
Teilmenge paarweise zueinander um einen Drehpunkt (D) rotierbar sind.
2. Elektronenemitter (10) nach Anspruch 1,
wobei der Drehpunkt (D) ein Mittelpunkt der segmentierten Emitterfläche (11) ist.
3. Elektronenemitter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die aktivierten Emissionsflächen (11.A) sich maximal teilweise überlappen.
4. Elektronenemitter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die aktivierten Emissionsflächen (11.A) übereinandergelegt einen Kreis bilden.
5. Elektronenemitter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei jede aktivierte Emissionsfläche (11.A) im Wesentlichen dieselbe Form und/oder
dieselbe Anzahl an aktivierten Segmenten und/oder dieselbe Größe und/oder dieselbe
Elektronenstrommenge aufweist.
6. Kathode (20) für eine Drehkolben-Röntgenröhre (30), aufweisend
- einen um eine Rotationsachse (A) mit einer Drehfrequenz relativ zu einem feststehenden
Lagerteil drehbar lagerbaren Kathodenkopf (21) und
- einen Elektronenemitter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welcher in
den Kathodenkopf (21) drehfest eingesetzt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die segmentierte Emitterfläche (11.A) dazu eingerichtet ist, die Teilmenge der Segmente
derart zu aktivieren, dass die gemäß einer verschiedenen Teilmenge der Segmente aktivierten
Emissionsflächen (11.A) entgegen der Drehfrequenz rotierbar sind.
7. Kathode (20) nach Anspruch 6,
wobei die aktivierten Emissionsflächen entgegen der Drehfrequenz mit dem Betrag der
Drehfrequenz rotierbar sind, so dass die aktivierten Emissionsflächen relativ zum
feststehenden Lagerteil im Wesentlichen ortsfest sind.
8. Kathode (20) nach einem der Ansprüche 6 oder 7,
wobei der Drehpunkt (D) des Elektronenemitters (1) auf der Rotationsachse (A) liegt.
9. Drehkolben-Röntgenröhre, aufweisend
- eine Kathode nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
- einen um die Rotationsachse mit der Drehfrequenz relativ zu dem feststehenden Lagerteil
lagerbaren evakuierten Drehkolben und
- eine Anode,
wobei die Kathode und die Anode innerhalb des Drehkolbens mit dem Drehkolben drehfest
verbunden sind.
10. Drehkolben-Röntgenröhre nach Anspruch 9,
wobei der Drehkolben in einem Abschnitt zwischen der Kathode und der Anode aus einem
Glas besteht.
11. Drehkolben-Röntgenstrahler, aufweisend
- ein Gehäuse,
- ein feststehendes Lagerteil und
- eine Drehkolben-Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 9 oder 10,
wobei das feststehende Lagerteil mit dem Gehäuse drehfest verbunden ist und die Drehkolben-Röntgenröhre
innerhalb des Gehäuses mittels des feststehenden Lagerteils relativ zum Gehäuse rotierbar
gelagert ist.
12. Drehkolben-Röntgenstrahler nach Anspruch 11,
wobei der Drehkolben-Röntgenstrahler eine Ablenkungseinheit aufweist, wobei die Ablenkungseinheit
zur Erzeugung eines inhomogenen Feldes zwischen der Kathode und der Anode innerhalb
des Drehkolbens eingerichtet ist, wobei das inhomogene Feld die emittierten Elektronen
auf deren verschiedenen Bahnen in Richtung der Anode beeinflusst und derart ausgestaltet
ist, wobei das inhomogene Feld ein Magnetfeld ist und wobei die Ablenkungseinheit
eine Spule mit einem gebogenen Magnetkern aufweist, dass Weglängenunterschiede der
emittierten Elektronen entlang der verschiedenen Bahnen innerhalb des inhomogenen
Felds berücksichtigt sind.
13. Drehkolben-Röntgenstrahler nach Anspruch 12,
wobei die Ablenkungseinheit den Drehkolben in einer Ebene senkrecht zur Rotationsachse
weniger als 360°, insbesondere weniger als 180°, umgibt.
14. Verfahren zur Emission von Elektronen mittels eines Elektronenemitters nach einem
der Ansprüche 1 bis 5,
- Empfangen eines Drehfrequenzsignals,
- Aktivieren von verschiedenen Teilmengen der Segmente der segmentierten Emitterfläche
derart, dass die aktivierten Emissionsflächen um einen Drehpunkt in Abhängigkeit des
empfangenen Drehfrequenzsignals rotieren.
15. Computerprogrammprodukt, welches direkt in einen Speicher einer Recheneinheit ladbar
ist, mit Programmcodemitteln, um ein Verfahren nach Anspruch 14 auszuführen, wenn
das Computerprogrammprodukt in der Recheneinheit ausgeführt wird.