[0001] Die Erfindung betrifft eine (Steck-) Verbinder-Vorrichtung für einen Kabelbaum, z.B.
zur Bereitstellung eines Datenbusses in einem elektrischen Gerät.
[0002] Ein elektrisches Gerät, insbesondere ein Hausgerät, weist typischerweise einen Kabelbaum
auf, durch den ein Datenbus bereitgestellt wird, der eine Datenkommunikation zwischen
unterschiedlichen elektronischen Baugruppen, z.B. Sensoren und/oder Steuereinheiten,
ermöglicht. Die einzelnen elektronischen Baugruppen können jeweils über eine Verbinder-Vorrichtung
an dem Kabel des Kabelbaums, und damit an dem Datenbus, angeschlossen sein.
[0003] Das elektrische Gerät kann unterschiedliche Varianten aufweisen, wobei sich die unterschiedlichen
Varianten in Bezug auf die Anzahl von elektronischen Baugruppen unterscheiden können,
die über den Kabelbaum miteinander verbunden werden müssen. Ferner kann es aus Effizienzgründen
vorteilhaft sein, Kabelbäume gleicher Bauart in unterschiedlichen Gerätetypen einzusetzen.
[0004] Das vorliegende Dokument befasst sich mit der technischen Aufgabe, eine Verbinder-Vorrichtung
für einen Kabelbaum bereitzustellen, die es ermöglicht, den Kabelbaum in flexibler
und effizienter Weise an unterschiedliche Varianten eines elektrischen Geräts und/oder
an unterschiedliche Gerätetypen anzupassen.
[0005] Die Aufgabe wird jeweils durch den Gegenstand der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen sind insbesondere in den abhängigen Patentansprüchen
definiert, in nachfolgender Beschreibung beschrieben oder in der beigefügten Zeichnung
dargestellt.
[0006] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Verbinder-Vorrichtung (insbesondere ein
Stecker) für einen Kabelbaum beschrieben. Die Verbinder-Vorrichtung kann ausgebildet
sein, an einem N-adrigen Kabel des Kabelbaums befestigt zu werden. Ferner kann die
Verbinder-Vorrichtung ausgebildet sein, an einer Baugruppe, z.B. an einer Leiterplatte
einer Baugruppe, befestigt zu werden. Dabei kann die Verbinder-Vorrichtung insbesondere
ausgebildet sein, auf die Leiterplatte der Baugruppe, z.B. auf eine Kante der Leiterplatte,
gesteckt zu werden. Das Kabel kann als Kabel für einen Datenbus, insbesondere für
einen CAN (Controller Area Network) Bus, ausgebildet sein.
[0007] Die Verbinder-Vorrichtung umfasst einen Grundkörper mit N Aussparungen zum Anordnen
von entsprechenden N Leitungen (bzw. Adern) des Kabels des Kabelbaums, wobei sich
die N Aussparungen entlang einer Längsachse der Verbinder-Vorrichtung erstrecken;
mit N≥1 (typischerweise N≥2 oder N≥3 oder N≥4 oder N≥5). Die Aussparungen können jeweils
ein Profil aufweisen, das dem Querschnittsprofil der Leitung entspricht, die in der
Aussparung angeordnet wird. Die einzelnen Aussparungen weisen typischerweise eine
Länge entlang der Längsachse auf, die signifikant (z.B. um den Faktor 5 oder mehr
oder 10 oder mehr) größer als der Durchmesser des Querschnitts der jeweiligen Aussparung
ist.
[0008] Des Weiteren umfasst die Verbinder-Vorrichtung ein erstes Leitungssegment (z.B. in
Form einer metallischen Schiene), das sich von einer Kontaktschneide in einem ersten
Bereich einer ersten Aussparung der N Aussparungen bis zu einer Kontaktzunge zur Kontaktierung
mit einer Baugruppe erstreckt. Die Verbinder-Vorrichtung umfasst ferner ein zweites
Leitungssegment (z.B. in Form einer metallischen Schiene), das sich von einer Kontaktschneide
in einem zweiten Bereich der ersten Aussparung bis zu einer Kontaktzunge zur Kontaktierung
mit der Baugruppe erstreckt. Die Kontaktschneiden des ersten und des zweiten Leitungssegments
können jeweils auf der IDC, insulation-displacement contact, Technologie basieren.
[0009] In die erste Aussparung kann eine entsprechende erste Leitung des Kabels angeordnet
werden. Die erste Leitung kann eine Konfigurationsleitung des Datenbusses, insbesondere
des CAN-Busses, sein. Die erste Aussparung der Verbinder-Vorrichtung kann somit dafür
vorgesehen sein, eine Konfigurationsleitung mit einer Baugruppe zu koppeln, um eine
flexible Konfiguration eines Kabelbaums zu ermöglichen.
[0010] Der erste Bereich der Aussparung ist entlang der Längsachse vor (bzw. hinter) dem
zweiten Bereich der Aussparung angeordnet. Zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten
Bereich kann ein zentraler Bereich der Aussparung angeordnet sein. Der zentrale Bereich
kann eine Länge entlang der Längsachse aufweisen, die z.B. 2mm oder mehr, oder 4mm
oder mehr, ist.
[0011] Die Verbinder-Vorrichtung kann einen Deckel umfassen, der ausgebildet ist, die N
Leitungen des Kabels in die entsprechenden N Aussparungen zu drücken, sodass die Kontaktschneiden
des ersten und des zweiten Leitungssegment jeweils eine elektrisch leitende Verbindung
mit der ersten Leitung in der ersten Aussparung bilden. Der Deckel kann ferner ausgebildet
sein, an dem Grundkörper befestigt (eingerastet) zu werden.
[0012] Die Verbinder-Vorrichtung kann entsprechende Komponenten für ein oder mehrere weitere
(insbesondere für alle) der N Aussparungen aufweisen. Die Komponenten können darauf
ausgelegt sein, eine elektrisch leitende Kontaktierung der einzelnen Leitungen mit
einer Baugruppe zu ermöglichen, auf die die Verbinder-Vorrichtung gesteckt ist.
[0013] Die Verbinder-Vorrichtung kann einen ersten Schenkel und einen zweiten Schenkel mit
einem zwischen den Schenkeln gebildeten Spalt zur Aufnahme einer Leiterplatte der
Baugruppe umfassen. Die Kontaktzungen des ersten und des zweiten Leitungssegments
können innerhalb des Spalts angeordnet sein. Die Leitungssegmente können sich jeweils
von der ersten Aussparung entlang einer Hochachse der Verbinder-Vorrichtung bis zu
dem Spalt erstrecken. Der Spalt kann sich parallel zu einer Ebene erstrecken, die
durch die Hochachse und durch eine Querachse der Verbinder-Vorrichtung aufgespannt
wird.
[0014] Die Leitungssegmente können derart ausgebildet sein, dass sich die Kontaktzungen
berühren, wenn in dem Spalt keine Leiterplatte angeordnet ist. Des Weiteren können
die Leitungssegmente derart ausgebildet sein, dass die Kontaktzunge des ersten Leitungssegments
auf eine erste Seite der Leiterplatte einwirkt und die Kontaktzunge des zweiten Leitungssegments
auf eine gegenüberliegende zweite Seite der Leiterplatte einwirkt, die in dem Spalt
angeordnet ist.
[0015] Die Verbinder-Vorrichtung kann somit derart ausgebildet sein, dass die Verbinder-Vorrichtung
auf eine Leiterplatte gesteckt werden kann. Die elektrisch leitende Kontaktierung
zwischen den Kontaktzungen der beiden Leitungssegmente kann dann über Leiterbahnen
und/oder über ein oder mehrere elektronische Bauteile auf der Leiterplatte bewirkt
oder unterbrochen werden. Ferner können durch die ein oder mehreren elektronischen
Bauteile bei Bedarf (Konfigurations-) Signale auf der ersten Leitung bewirkt werden.
[0016] Wie bereits weiter oben dargelegt, kann für ein oder mehrere weitere (insbesondere
für alle) Leitungen des Kabels eine entsprechende Kontaktierung mit der in dem Spalt
angeordneten Leiterplatte bereitgestellt werden.
[0017] Die Verbinder-Vorrichtung umfasst eine Unterbrechungseinheit, die ausgebildet ist,
die erste Leitung in dem zentralen Bereich zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten
Bereich der ersten Aussparung zu unterbrechen, insbesondere (ggf. irreversibel) zu
durchtrennen. Durch die Bereitstellung einer derartigen Unterbrechungseinheit kann
eine besonders flexible Konfiguration eines Kabelbaums ermöglicht werden (der für
unterschiedliche Varianten und/oder Gerätetypen einheitlich und/oder baugleich ausgebildet
ist).
[0018] Die Unterbrechungseinheit kann zumindest ein Schneideelement umfassen, das ausgebildet
ist, die erste Leitung zu durchtrennen. Des Weiteren kann die Unterbrechungseinheit
einen Stift umfassen, der ausgebildet ist, in Reaktion auf eine Betätigung (des Stifts)
das Scheideelement gegen die erste Leitung und/oder die erste Leitung gegen das Schneidelement
zu drücken, um die erste Leitung zu durchtrennen.
[0019] Die Verbinder-Vorrichtung kann z.B. einen Führungskanal für den Stift aufweisen,
wobei der Führungskanal entlang der Hochachse der Verbinder-Vorrichtung von dem Deckel
zu dem zentralen Bereich der ersten Aussparung verläuft. Der Stift kann beweglich
innerhalb des Führungskanals angeordnet sein, sodass der Stift von dem Deckel her
zu dem zentralen Bereich der ersten Aussparung hin gedrückt werden kann, um die erste
Leitung zu durchtrennen. Der Führungskanal kann ferner derart ausgebildet sein, dass
der Stift in dem Führungskanal einrastet, wenn die erste Leitung durchtrennt wurde.
[0020] Durch die Bereitstellung eines beweglichen Stifts und zumindest eines Schneideelements
kann eine besonders zuverlässige und effiziente Unterbrechung der ersten Leitung bewirkt
werden.
[0021] Die Unterbrechungseinheit kann ein erstes Schneideelement umfassen, das an einer
Grenze zwischen dem zentralen Bereich und dem ersten Bereich der ersten Aussparung
angeordnet ist. Des Weiteren kann die Unterbrechungseinheit ein zweites Schneideelement
umfassen, das an einer Grenze zwischen dem zentralen Bereich und dem zweiten Bereich
der ersten Aussparung angeordnet ist. Das erste und das zweite Schneideelement können
ausgebildet sein, einen Abschnitt aus der ersten Leitung zu schneiden, um die erste
Leitung zu durchtrennen. Der Abschnitt der ersten Leitung kann eine Länge entlang
der Längsachse aufweisen, die z.B. 2mm oder mehr, oder 4mm oder mehr, ist. Durch das
Ausschneiden eines Abschnitts der ersten Leitung kann eine besonders zuverlässige
Unterbrechung der ersten Leitung bewirkt werden.
[0022] Die Verbinder-Vorrichtung kann eine Kavität zur Aufnahme des ausgeschnittenen Abschnitts
der ersten Leitung umfassen. Der Stift kann ausgebildet sein, den ausgeschnittenen
Abschnitt der ersten Leitung in die Kavität zu schieben, wenn der Stift von dem Deckel
her zu dem zentralen Bereich der ersten Aussparung hin gedrückt wird. So kann eine
besonders zuverlässige Unterbrechung der ersten Leitung bewirkt werden.
[0023] Die N Aussparungen können (mindestens oder genau) zwei Daten-Aussparungen für (zwei
entsprechende) Datenleitungen des Kabels umfassen. Ferner können die N Aussparungen
eine Masse-Aussparung (für eine Masseleitung) und/oder eine Versorgungs-Aussparung
(für eine Versorgungsleitung mit einer Versorgungsspannung z.B. V+ oder V-) aufweisen.
Die Verbinder-Vorrichtung kann einen Führungskanal für ein Terminierungselement umfassen,
der sich von dem Deckel zu den zwei Daten-Aussparungen (und ggf. zu der Masse-Aussparung
und/oder zu der Versorgungs-Aussparung) erstreckt (wobei die zwei Daten-Aussparungen
(und ggf. die Masse-Aussparung und/oder die Versorgungs-Aussparung) entlang der Querachse
der Verbinder-Vorrichtung hintereinander angeordnet sind).
[0024] Die Verbinder-Vorrichtung kann derart ausgebildet sein, dass in den Führungskanal
ein Terminierungselement mit (zumindest oder genau) zwei Kontaktelementen (die z.B.
gemäß der IDC Technologie ausgebildet sind) eingesteckt werden kann, sodass die (zumindest
oder genau) zwei Kontaktelemente elektrisch leitend mit den zwei Datenleitungen in
den zwei Daten-Aussparungen verbunden werden. Ggf. kann das Terminierungselement ein
Kontaktelement für die Masseleitung und/oder ein Kontaktelement für die Versorgungsleitung
aufweisen. Durch das Terminierungselement kann somit ggf. eine (elektrisch leitende)
Kopplung der beiden Datenleitungen mit der Masseleitung und/oder mit der Versorgungsleitung
bewirkt werden.
[0025] Die Verbinder-Vorrichtung kann ferner derart ausgebildet sein, dass die zwei Datenleitungen
(und ggf. die Masseleitung und/oder die Versorgungsleitung) (elektrisch) voneinander
getrennt werden, wenn das Terminierungselement aus dem Führungskanal herausgenommen
wird.
[0026] Das Terminierungselement kann ein oder mehrere elektrische Bauteile, insbesondere
einen elektrischen Widerstand und/oder einen Kondensator, umfassen, über die die zwei
Datenleitungen (und ggf. die Masseleitung und/oder die Versorgungsleitung) miteinander
verbunden werden, wenn das Terminierungselement in dem Führungskanal eingesteckt ist.
[0027] Wie bereits weiter oben dargelegt, können der Führungskanal und das Terminierungselement
derart ausgebildet sein, dass über das Terminierungselement ein oder mehrere weitere
Leitungen (z.B. die Masseleitung und/oder die Versorgungsleitung) der N Leitungen
des Kabels, die in ein oder mehreren entsprechenden Aussparungen der N Aussparungen
angeordnet sind, mit den Datenleitungen gekoppelt werden (wenn das Terminierungselement
in dem Führungskanal angeordnet ist). Andererseits kann durch das Herausnehmen des
Terminierungselements eine Entkopplung der Leitungen bewirkt werden.
[0028] Die Bereitstellung eines Führungskanals für ein Terminierungselement ermöglicht eine
flexible Terminierung eines Datenbusses.
[0029] Der Führungskanal für das Terminierungselement und/oder das Terminierungselement
können eine mechanische Kodierung aufweisen, durch die ein fehlerhaftes Stecken des
Terminierungselements und/oder das Stecken eines fehlerhaften Terminierungselements
(z.B. mit einer anderen Anzahl von Kontaktelementen) in den Führungskanal zuverlässig
verhindert werden kann. Insbesondere kann die mechanische Kodierung derart ausgebildet
sein, dass das Terminierungselement nur in einer definierten Ausrichtung und/oder
Richtung in den Führungskanal eingesteckt werden kann. Der Führungskanal kann somit
so ausgeführt sein, dass ein fehlerhaftes Stecken eines Terminierungselements mit
einer falschen Polzahl und/oder in falscher Steckrichtung verhindert wird. So kann
z.B. verhindert werden, dass ein drei-poliges Terminierungselement mit Massebezug
falsch herum (z.B. Masse auf V+) oder versetzt (z.B. anstatt Masse, D-, D+ -> D-,D+,V+)
gesteckt werden kann.
[0030] Der Führungskanal und das Terminierungselement können somit eine mechanische Kodierung
aufweisen, die derart ausgebildet ist, dass das Terminierungselement nur in einer,
insbesondere nur in einer einzigen, vordefinierten Ausrichtung in den Führungskanal
gesteckt werden kann. So kann eine besonders zuverlässige Terminierung bewirkt werden.
[0031] Gemäß einem weiteren Aspekt wird eine weitere Verbinder-Vorrichtung für einen Kabelbaum
beschrieben. Die in diesem Dokument beschriebenen Merkmale sind einzeln oder in Kombination
auch für diese Verbinder-Vorrichtung anwenderbar.
[0032] Die Verbinder-Vorrichtung umfasst einen Grundkörper mit N Aussparungen zum Anordnen
von entsprechenden N Leitungen eines Kabels des Kabelbaums, wobei sich die N Aussparungen
(jeweils) entlang einer Längsachse der Verbinder-Vorrichtung erstrecken, und wobei
die N Aussparungen zwei Daten-Aussparungen für jeweils eine Datenleitung des Kabels
umfassen. Die N Aussparungen sind entlang der Querachse der Verbinder-Vorrichtung
hintereinander angeordnet.
[0033] Des Weiteren kann die Verbinder-Vorrichtung einen Deckel umfassen, der ausgebildet
ist, die N Leitungen in die N Aussparungen zu drücken und/oder darin zu fixieren,
und der ausgebildet ist, an dem Grundkörper befestigt zu werden
[0034] Die Verbinder-Vorrichtung umfasst ferner (zumindest) einen Führungskanal für ein
Terminierungselement, der sich von dem Deckel zu den zwei Daten-Aussparungen (und
ggf. zu einer Masse-Aussparung und/oder einer Versorgungs-Aussparung) erstreckt. Die
Verbinder-Vorrichtung ist derart ausgebildet, dass in den Führungskanal ein Terminierungselement
mit zwei (oder mehr) Kontaktelementen eingesteckt werden kann, sodass die zwei (oder
mehr) Kontaktelemente elektrisch leitend mit den zwei Datenleitungen in den zwei Daten-Aussparungen
(und ggf. mit einer Masseleitung in der Masse-Aussparung und/oder mit einer Versorgungsleitung
in der Versorgungs-Aussparung) verbunden werden. Die Bereitstellung eines Führungskanals
für ein Terminierungselement ermöglicht eine flexible Terminierung eines Datenbusses.
[0035] Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Kabelbaum beschrieben, der ein Kabel mit N Leitungen,
mit N≥ 1, umfasst. Der Kabelbaum umfasst ferner zumindest eine Verbinder-Vorrichtung,
die an dem Kabel angeordnet ist und die wie in diesem Dokument beschrieben ausgebildet
ist. Der Kabelbaum umfasst typischerweise zwei oder mehr, oder drei oder mehr, oder
vier oder mehr Verbinder-Vorrichtungen.
[0036] Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein elektrisches Gerät, insbesondere ein Hausgerät
(z.B. eine Waschmaschine, ein Trockner, ein Kühlschrank, eine Spülmaschine, ein Ofen,
etc.), beschrieben, das den in diesem Dokument beschriebenen Kabelbaum umfasst.
[0037] Es ist zu beachten, dass jegliche Aspekte der in diesem Dokument beschriebenen Verbinder-Vorrichtung
in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden können. Insbesondere können die
Merkmale der Patentansprüche in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden.
[0038] Im Weiteren wird die Erfindung anhand von in der beigefügten Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Dabei zeigen
- Figur 1a
- ein Hausgerät als Beispiel für ein elektrischer Gerät;
- Figur 1b
- einen beispielhaften Kabelbaum mit Verbinder-Vorrichtungen;
- Figuren 2a bis 2c
- unterschiedliche Ansichten einer Verbinder-Vorrichtung in einem Basis-Zustand;
- Figuren 3a bis 3c
- unterschiedliche Ansichten einer Verbinder-Vorrichtung in einem Unterbrechungs-Zustand;
und
- Figuren 4a bis 4c
- unterschiedliche Ansichten einer Verbinder-Vorrichtung in einem Terminierungs-Zustand.
[0039] Wie eingangs dargelegt, befasst sich das vorliegende Dokument mit der Bereitstellung
eines Kabelbaums, der in flexibler und effizienter Weise an unterschiedliche Varianten
eines elektrischen Geräts, insbesondere eines Hausgeräts, angepasst werden kann. In
diesem Zusammenhang zeigt Fig. 1a ein beispielhaftes (Haus-) Gerät 100 mit einer Vielzahl
von elektronischen Baugruppen 101, 102 (z.B. einer Steuereinheit 101 und ein oder
mehreren Sensoren 102), die über einen Datenbus 110, insbesondere über einen CAN (Controller
Area Network) Bus, miteinander gekoppelt sind, um Daten untereinander auszutauschen.
[0040] Der Datenbus 110 kann anhand eines (ggf. vorkonfektionierten) Kabelbaums bereitgestellt
werden. Fig. 1b zeigt einen beispielhaften Kabelbaum 120, mit einem Kabel 121, das
ein oder mehrere (allgemein N) Leitungen aufweist. Das Kabel 121 kann z.B. eine Plus-Leitung
und eine Minus- (bzw. GND) Leitung für die Energieversorgung (z.B. für eine 5V Energieversorgung)
aufweisen. Des Weiteren kann das Kabel 121 ein oder mehrere Datenleitungen (z.B. eine
CAN High und eine CAN Low Leitung) aufweisen. Ferner kann das Kabel 121 eine Konfigurationsleitung
aufweisen, über die z.B. die Konfiguration des Kabelbaums 120 (für eine bestimmte
Variante des elektrischen Geräts 100) erkannt werden kann.
[0041] Der Kabelbaum 120 weist ein oder mehrere Verbinder-Vorrichtungen 122 auf, die es
ermöglichen, ein oder mehrere entsprechende elektronische Baugruppen 102 elektrisch
leitend mit dem Kabelbaum 120 zu verbinden. Eine Verbinder-Vorrichtung 122 kann ausgebildet
sein, auf oder an einer Leiterplatte 130 einer elektronischen Baugruppe 102 platziert
zu werden (z.B. auf eine Kante der Leiterplatte 130 gesteckt zu werden).
[0042] Der Kabelbaum 120 kann derart ausgebildet sein, dass der Kabelbaum 120 in einer Vielzahl
von unterschiedlichen Varianten eines elektrischen Geräts 100 (und ggf. von Geräten
100 unterschiedlichen Typs) verwendet werden kann, wobei sich die unterschiedlichen
Varianten in der Anzahl von Baugruppen 102 unterscheiden können, die an den Kabelbaum
120 angeschlossen werden. Der Kabelbaum 120 kann z.B. für eine bestimmte Maximalzahl
von Baugruppen 102 ausgebildet sein, und kann für diesen Zweck eine entsprechende
Anzahl von Verbinder-Vorrichtungen 122 aufweisen. Dies führt dazu, dass ggf. ein oder
mehrere der Verbinder-Vorrichtungen 122 des Kabelbaums 120 in einem Gerät 100 nicht
genutzt werden, wenn dieses Gerät 100 eine niedrigere Anzahl von Baugruppen 102 aufweist
als die Maximalzahl.
[0043] Für eine flexible Anpassung des Kabelbaums 120 an unterschiedliche Konfigurationen
und/oder Varianten, können die einzelnen Verbinder-Vorrichtungen 122 des Kabelbaums
120 ausgebildet sein,
- bei Bedarf eine Terminierung der Datenleitungen (über einen TerminierungsWiderstand)
zu bewirken; und/oder
- bei Bedarf eine Unterbrechung der Konfigurationsleitung zu bewirken (um die Konfigurationsleitung
über eine Baugruppe 102 zu schleifen).
[0044] In den Figuren 2a bis 2c, 3a bis 3c und 4a bis 4c wird eine beispielhafte Verbinder-Vorrichtung
122 gezeigt. Die Verbinder-Vorrichtung 122 kann auf einer IDC (insulation-displacement
contact) Kontaktierung basieren, um die Verbinder-Vorrichtung 122 mit den einzelnen
Leitungen des Kabels 121 des Kabelbaums 122 elektrisch leitend zu verbinden.
[0045] Wie in Fig. 2a dargestellt, kann die Verbinder-Vorrichtung 122 einen Grundkörper
201 aufweisen, der Aussparungen 203, z.B. Mulden, für die einzelnen Leitungen 204
des Kabels 121 aufweist. Der Grundkörper 201 weist ferner Leitungssegmente 211, 212
(z.B. elektrisch leitende Schienen) auf, die von den einzelnen Aussparungen 203 zu
entsprechenden Kontaktbereichen für die Kontaktierung mit einer Leiterplatte 130 verlaufen.
Die Leitungssegmente 211, 212 können jeweils an dem Ende, das der jeweiligen Aussparung
203 für eine Leitung 204 zugewandt ist, eine Kontaktschneide 213 aufweisen, die ausgebildet
ist, die elektrische Isolationsschicht der jeweiligen Leitung 204 zu durchdringen,
um eine elektrisch leitende Verbindung zwischen der jeweiligen Leitung 204 und dem
jeweiligen Leitungssegment 211, 212 zu bilden.
[0046] Die Verbinder-Vorrichtung 122 umfasst ferner einen Deckel 202, der an dem Grundkörper
201 fixiert werden kann, und durch den bewirkt wird, dass die einzelnen Leitungen
204 auf die Schneiden 213 der einzelnen Leitungssegmente 211, 212 gedrückt werden,
um die Isolationsschicht der einzelnen Leitungen 204 zu durchdringen. Ferner kann
durch den Deckel 202 eine Fixierung der Leitungen 204 innerhalb der Aussparungen 203
bewirkt werden.
[0047] Die einzelnen Leitungen 204 des Kabels 121 können in dem in den Figuren dargestellten
kartesischen Koordinatensystem entlang der y-Achse (bzw. entlang der Querachse) hintereinander
angeordnet sein. Die einzelnen Leitungen 204 bzw. Aussparungen 203 können sich jeweils
entlang der x-Achse (bzw. entlang der Längsachse) des Koordinatensystems erstrecken.
[0048] Die Verbinder-Vorrichtung 122 kann zwei Schenkel 205 aufweisen, die sich jeweils
entlang der z-Achse (bzw. entlang der Hochachse) des Koordinatensystems erstrecken.
Zwischen den beiden Schenkeln 205 kann ein Spalt 206 zur Aufnahme einer Leiterplatte
130 gebildet werden. Der Spalt 206 kann parallel zu einer durch die y-Achse und durch
die z-Achse aufgespannten Ebene verlaufen. Die Verbinder-Vorrichtung 122 kann somit
ausgebildet sein, auf eine Leiterplatte 130 gesteckt zu werden, sodass die Leiterplatte
130 in dem Spalt 206 zwischen einem ersten Schenkel 205 und einem zweiten Schenkel
205 der Verbinder-Vorrichtung 122 angeordnet ist. Der erste Schenkel 205 der Verbinder-Vorrichtung
122 kann auf einer ersten Seite der Leiterplatte 130 angeordnet sein und der zweite
Schenkel 205 der Verbinder-Vorrichtung 122 kann auf einer zweiten Seite der Leiterplatte
130 angeordnet sein.
[0049] Die Leitungssegmente 211, 212 der Verbinder-Vorrichtung 122 können sich entlang der
z-Achse von der jeweiligen Aussparung 203 zu dem Spalt 206 erstrecken, sodass über
die Leitungssegmente 211, 212 jeweils eine elektrisch leitende Verbindung zwischen
einer Leitung 204 und der Leiterplatte 130 hergestellt wird (wenn die Leiterplatte
130 in dem Spalt 206 angeordnet ist).
[0050] Wie bereits dargelegt und wie in Fig. 2c ersichtlich, erstrecken sich die einzelnen
Aussparungen 203 bzw. Leitungen 204 entlang der x-Achse. Die einzelnen Aussparungen
203 bzw. Leitungen 204 weisen jeweils auf,
- einen ersten Bereich, der auf der ersten Seite des Spalts 206 und/oder auf Höhe des
ersten Schenkels 205 angeordnet ist;
- einen zweiten Bereich, der auf der zweiten Seite des Spalts 206 und/oder auf Höhe
des zweiten Schenkels 205 angeordnet ist; und
- einen zentralen Bereich, der zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten Bereich und/oder
auf Höhe des Spalts 206 angeordnet ist.
[0051] Die Verbinder-Vorrichtung 122 kann für die (erste) Aussparung 203 der Konfigurationsleitung
204 zwei Leitungssegmente 211, 212 aufweisen. Das erste Leitungssegment 211 kann sich
von dem ersten Bereich der (ersten) Aussparung 203 und/oder der (ersten) Leitung 204
entlang des ersten Schenkels 205 bis zu der ersten Seite des Spalts 206 erstrecken.
Das zweite Leitungssegment 211 kann sich von dem zweiten Bereich der (ersten) Aussparung
203 und/oder der (ersten) Leitung 204 entlang des zweiten Schenkels 205 bis zu der
zweiten Seite des Spalts 206 erstrecken. Das erste Leitungssegment 211 und das zweite
Leitungssegment 212 können jeweils Enden (Kontaktzungen) 214 aufweisen, die sich innerhalb
des Spalts 206 berühren. Die Enden 214 können derart ausgebildet sein, dass die Leiterplatte
130 zwischen die Enden 214 geschoben werden kann, sodass das Ende 214 des ersten Leitungssegments
211 die erste Seite der Leiterplatte 130 kontaktiert und sodass das Ende 214 des zweiten
Leitungssegments 212 die zweite Seite der Leiterplatte 130 kontaktiert.
[0052] Die Verbinder-Vorrichtung 122 kann somit derart ausgebildet sein, dass der erste
Bereich und der zweite Bereich zumindest einer Leitung 204 (insbesondere der Konfigurationsleitung)
in einem Basis-Zustand der Verbinder-Vorrichtung 122 direkt über die Leitung 204 selbst
(insbesondere über den zentralen Bereich der Leitung 204) und indirekt über zwei Leitungssegmente
211, 212 der Verbinder-Vorrichtung 122 elektrisch leitend miteinander verbunden sind.
Figuren 2a bis 2c zeigen die Verbinder-Vorrichtung 112 in dem Basis-Zustand.
[0053] Die Verbinder-Vorrichtung 122 kann ferner derart ausgebildet sein, dass die Verbinder-Vorrichtung
122 in einen Unterbrechungs-Zustand überführt werden kann, bei dem der erste Bereich
und der zweite Bereich zumindest einer Leitung 204 (insbesondere der Konfigurationsleitung)
nicht mehr direkt über die Leitung 204 selbst (insbesondere nicht mehr über den zentralen
Bereich der Leitung 204) sondern (nur noch) indirekt über die zwei Leitungssegmente
211, 212 der Verbinder-Vorrichtung 122 elektrisch leitend miteinander verbunden sind.
Figuren 3a bis 3c zeigen die Verbinder-Vorrichtung 112 in dem Unterbrechungs-Zustand.
[0054] Die Verbinder-Vorrichtung 122 kann somit derart ausgebildet sein, dass durch den
Übergang von dem Basis-Zustand in den Unterbrechungs-Zustand die Leitung 204, insbesondere
der zentrale Bereich der Leitung 204, unterbrochen wird. Andererseits soll die indirekte
Verbindung über die zwei Leitungssegmente 211, 212 beibehalten bleiben.
[0055] Zu diesem Zweck kann die Verbinder-Vorrichtung 122 (als Teil einer Unterbrechungseinheit)
ein erstes Schneideelement 221 aufweisen, das an der Grenze zwischen dem ersten Bereich
und dem zentralen Bereich der Aussparung 203 und/oder der Leitung 204 angeordnet ist.
Ferner kann die Verbinder-Vorrichtung 122 ein zweites Schneideelement 222 aufweisen,
das an der Grenze zwischen dem zweiten Bereich und dem zentralen Bereich der Aussparung
203 und/oder der Leitung 204 angeordnet ist. Die beiden Schneideelement 221, 222 können
ausgebildet sein, den zentralen Bereich der Leitung 204 aus der Leitung 204 herauszuschneiden,
um die Leitung 204 zu unterbrechen.
[0056] Die Verbinder-Vorrichtung 122 kann einen Führungskanal 207 aufweisen, der entlang
der z-Achse oberhalb (bzw. unterhalb) von dem zentralen Bereich der Leitung 204 und/oder
der Aussparung 203 angeordnet ist. In dem Führungskanal 207 kann ein Stempel bzw.
ein Stift 208 derart angeordnet sein, dass der Stift 208 entlang der z-Achse bewegt
werden kann. Der Stift 207 kann z.B. im Basis-Zustand aus dem Deckel 202 der Verbinder-Vorrichtung
122 herausragen (entlang der z-Achse).
[0057] Der Stift 208 kann ausgebildet sein, von einem Nutzer entlang der z-Achse in den
Führungskanal 207 (zu dem Deckel 202 hin) gedrückt zu werden, so dass der Stift 208
auf den zentralen Bereich der Leitung 204 einwirkt und die Leitung 204 gegen die Schneideelemente
221, 222 drückt, sodass der zentrale Bereich 304 der Leitung 204 durch die Schneideelemente
221, 222 von der Leitung 204 abgetrennt wird, wie beispielhaft in Fig. 3c dargestellt.
Der aus der Leitung 204 ausgeschnittene Leitungsabschnitt 304 (d.h. der zentrale Bereich
der Leitung 204) kann durch den Stift 208 in einen dafür vorgesehenen Hohlraum 223
innerhalb der Verbinder-Vorrichtung 122 gedrückt werden.
[0058] Wie aus Fig. 3c zu entnehmen ist, ist der Stift 208 im Unterbrechungs-Zustand der
Verbinder-Vorrichtung 122 als Trennelement zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten
Bereich der durchtrennten Leitung 204 angeordnet. So kann eine besonders zuverlässige
elektrische Isolierung der beiden Bereiche der durchtrennten Leitung 204 bewirkt werden.
[0059] Der Unterbrechungs-Zustand der Verbinder-Vorrichtung 122 kann genutzt werden, wenn
in dem Spalt 206 der Verbinder-Vorrichtung 122 eine Leiterplatte 130 angeordnet ist.
Die auf der durchtrennten Leitung 204 übertragenen Signale können dann in zuverlässiger
Weise von der elektronischen Baugruppe 102 auf der Leiterplatte 130 empfangen und/oder
gesendet werden. Andererseits kann der Basis-Zustand der Verbinder-Vorrichtung 122
verwendet werden, wenn in dem Spalt 206 der Verbinder-Vorrichtung 122 keine Leiterplatte
130 angeordnet ist.
[0060] Alternativ oder ergänzend kann die Verbinder-Vorrichtung 122 ausgebildet sein (wie
beispielhaft in den Figuren 4a bis 4c dargestellt), die Datenleitungen 404, 405 des
Kabels 121 zu terminieren. Zu diesem Zweck kann die Verbinder-Vorrichtung 122 entlang
der z-Achse über den beiden Datenleitungen 404, 405 einen Führungskanal 407 für ein
Terminierungselement 408 aufweisen, das bei Bedarf in den Führungskanal 407 eingesteckt
werden kann. Das Terminierungselement 408 umfasst typischerweise einen Terminierungswiderstand
410. Des Weiteren umfasst das Terminierungselement 408 ein erstes Kontaktelement 411,
das über der ersten Datenleitung 404 angeordnet ist, und ein zweites Kontaktelement
412, das über der zweiten Datenleitung 405 angeordnet ist (wenn das Terminierungselement
408 in dem Führungskanal 407 angeordnet ist).
[0061] Die Kontaktelemente 411, 412 können jeweils eine Kontaktnadel 415 aufweisen, die
der jeweiligen Leitung 404, 405 zugewandt ist. Das Terminierungselement 408 kann entlang
der z-Achse in den Führungskanal 407 gedrückt werden, sodass die Kontaktelemente 411,
412 (insbesondere die Kontaktnadeln 415 der Kontaktelemente 411, 412) durch die Isolierung
in die jeweilige Datenleitung 404, 405 gedrückt werden, um die Terminierung der Datenleitungen
404, 405 über den Terminierungswiderstand 410 zu bewirken.
[0062] Ggf. kann die Terminierung eine elektrische leitende Verbindung der Datenleitungen
404, 405 zu einer Masseleitung und/oder zu einer Versorgungsleitung (mit einer Versorgungsspannung)
des Kabels 121 umfassen. Zu diesem Zweck kann der Führungskanal 407 derart ausgebildet
sein, dass sich der Führungskanal 407 von dem Deckel 202 (zusätzlich) zu einer Masse-Aussparung
203 für die Masseleitung und/oder zu einer Versorgungs-Aussparung 203 für die Versorgungsleitung
erstreckt. Ferner kann das Terminierungselement 408 (zusätzlich) ein Kontaktelement
für die Masseleitung und/oder ein Kontaktelement für die Versorgungsleitung aufweisen.
Der Führungskanal 407 kann somit für ein Terminierungselement 408 ausgebildet sein,
dass eine elektrisch leitende Verbindung mit drei oder mehr oder mit vier oder mehr
Leitungen des Kabels 121 bewirkt.
[0063] Wie eingangs dargelegt, können Bussysteme 110 einen normierten Steckertyp mit fester
Signalbelegung verwenden, um die Verbindung zwischen einzelnen Teilnehmern (d.h. Baugruppen)
102 herzustellen. In diesem Dokument wird eine Verbinder-Vorrichtung 122 (z.B. in
Form eines Steckers) beschrieben, die es ermöglicht, Kabelstränge 121 für ein komplexes
Bussystem 110 zu erstellen, und die es ermöglicht, einzelne Segmente des Bussystems
110 während der Herstellung und/oder während des Betriebs zu trennen, zu terminieren
und/oder die vorherige Konfiguration, z.B. durch Abziehen des Steckers 122 von der
Baugruppe 102 (insbesondere von der Leiterplatte 130 der Baugruppe 102) wieder herzustellen.
Dies kann durch eine spezielle Bauweise des Steckers 122 in der Insulation Displacement
Connection (IDC) Technologie, durch den Steckerkörper 201 und/oder durch die verwendeten
Kontakte erreicht werden.
[0064] Durch die beschriebene Verbinder-Vorrichtung 122 wird es möglich, nach und/oder während
der Erstellung eines Kabelbaums 120 den Bus 110 an beliebiger Stelle zu trennen (z.B.
unter Verwendung eines Werkzeuges). Ferner kann es ermöglicht werden, den Bus 110
bei Bedarf zu terminieren (z.B., mit einem 120Ohm Abschluss 410 eines CAN Paars).
Die Verbinder-Vorrichtung 122 eignet sich insbesondere zur automatischen Herstellung
von Kabelbäumen 120, z.B. für Haushaltsgeräte 100.
[0065] Die Verbinder-Vorrichtung 122 weist einen Grundkörper 201 auf, welcher eine Reihe
von Kontaktschneiden 213 zur Herstellung elektrischer Verbindungen aufweist. Beispielhafte
Kontakte bzw. Leitungen sind Kontakte für die Versorgung der Systemkomponenten und/oder
Kontakte für ein Datensignal wie z.B. OBus, RS485 oder CAN.
[0066] Des Weiteren verfügt die Verbinder-Vorrichtung 122 über ein Kontaktpaar 211, 212,
welches so ausgeführt ist, dass die Zungen 214 des Kontaktpaars 211, 212 im nicht
gesteckten Zustand der Verbinder-Vorrichtung 122 elektrisch leiten aufeinander zum
Liegen kommen. Im Bereich der Kabelkontaktierung ist zumindest eine Schneidkante 221,
222 eingebracht, welche das Kabel 121 bei Bedarf trennen kann. Um diese Trennung herbeizuführen,
kann im Deckel 202 des Steckverbinders 122 (d.h. der Verbinder-Vorrichtung 122) ein
Stift 208 mit Sollbruchstelle eingeformt sein, welcher im Bedarfsfall in den Stecker
122 hineingedrückt werden kann. Wird der Stift 208 niedergedrückt, so wird die durchgehende
Ader 204 in der Mitte zwischen den beiden Kontaktfedern 211, 212 an den Schnittkanten
221, 222 abgeschert und durch den Stift 208 nach unten in eine Kavität 223 innerhalb
des Steckers 122 verbracht, sodass die elektrische Verbindung nur noch über die Kontaktzungen
214 des Steckers 122 beseht. Hierdurch wird diese Ader 204 unterbrochen. Wenn der
Stecker 122 auf ein Modul 130 gesteckt wird, kann über diese Ader 204 durch das Bussystem
110 eine "Daisy Chain" Konfiguration erzeugt werden. Der Stecker 122 kann für eine
oder auch für mehrere Adern 204 des Steckers 122 in entsprechender Weise ausgeführt
werden, je nach Anforderungen des Bussystems 110.
[0067] Der Deckel 202 des Steckers 122 kann dazu dienen, bei Erstellung des Kabelbaums 120
die elektrische Verbindung der einzelnen Adern 204 des durchgeführten Kabels 121 mit
den Kontakten 213 des Steckergrundkörpers 201 herzustellen. Hierzu werden alle Adern
204 gleichzeitig auf den Grundkörper 201 aufgelegt. Anschließend kann der Deckel 202
von oben aufgepresst werden, bis dieser im Grundkörper 201 einrastet. Während dieses
Vorganges werden alle Adern 204 in die zugehörigen Kontakte 213 eingepresst, welche
die Isolierung der Adern 204 durchbrechen und eine Verbindung zum jeweiligen inneren
Leiter 211, 212 herstellen.
[0068] Des Weiteren kann der Deckel 202 eine oder mehrere Kavitäten 407 zur Aufnahme eines
Terminierungssteckers 408 aufweisen. Dieser Terminierungsstecker 408 weist zwei oder
mehr Kontakte 411, 412 auf, welche in IDC Technik ausgeführt sein können. Zudem weist
der Terminierungsstecker 408 die für das verwendete Bussystem 110 erforderlichen ein
oder mehreren Terminierungsbauteile 410 auf, wie z.B. ein oder mehrere Widerstände
und/oder ein oder mehrere Kondensatoren.
[0069] Wenn an einem Kabelbaum 120 an einer bestimmten Stelle eine Terminierung erzeugt
werden soll, so wird der Terminierungsstecker 408 in die Kavität 407 des an dieser
Stelle angeordneten Steckers 122 eingeführt und niedergepresst bis der Terminierungsstecker
408 im Deckel 202 einrastet. Hierbei wird durch die IDC Kontakte 411, 412 eine elektrische
Verbindung der Terminierung mit den notwendigen Signaladern 404, 405 des Busses 110
erzeugt. Bei Bedarf kann diese Terminierung durch Abziehen des Terminierungssteckers
408 (ggf. mit einem geeigneten Werkzeug) wieder entfernt werden.
[0070] Die beschriebene Verbinder-Vorrichtung 122 ermöglicht die effiziente Fertigung eines
Standardkabelbaums 120 z.B. für unterschiedliche Varianten von Hausgeräten 100. Es
kann insbesondere eine automatische Fertigung von Standardkabelbäumen 120 ermöglicht
werden. In dem Standardkabelbaum 120 können ein oder mehrere Verbinder-Vorrichtungen
122 jeweils einen Trennstifts 208 aufweisen. Ferner kann die Verbinder-Vorrichtung
122 an einem Ende des Kabelbaums 120 bereits einen Terminierungsstecker 408 aufweisen.
Der Kabelbaum 120 kann bei Bedarf an die jeweils vorliegende Variante angepasst werden
(durch einen Monteur). So kann die Menge an vorgehaltenen Kabelbaumvarianten signifikant
reduziert werden.
[0071] Durch die Möglichkeit, das Kabel 121 vor dem Verpressen durch den Stecker 122 zu
führen, ist es zudem möglich, relativ einfach Kabelstränge mit verdrillten Aderpaaren
zu erzeugen. Auch ist die Verwendung eines speziellen Flachkabels 121 denkbar, welches
in einem bestimmten Abstand Stellen vorsieht, an denen ein Stecker 122 eingepresst
werden kann. Hierdurch kann das Kabel 121 verdrillte Paare und/oder doppelte Isolierungen
aufweisen, und ggf. auf einer Rolle bereitgestellt werden, und relativ einfach durch
Aufcrimpen der Stecker 122 komplettiert werden.
[0072] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Insbesondere ist zu beachten, dass die Beschreibung und die Figuren nur das Prinzip
der vorgeschlagenen Verbinder-Vorrichtung veranschaulichen sollen.
1. Verbinder-Vorrichtung (122) für einen Kabelbaum (120), wobei die Verbinder-Vorrichtung
(122) umfasst,
- einen Grundkörper (201) mit N Aussparungen (203) zum Anordnen von entsprechenden
N Leitungen (204, 404, 405) eines Kabels (121) des Kabelbaums (120); wobei sich die
N Aussparungen (203) entlang einer Längsachse der Verbinder-Vorrichtung (122) erstrecken;
mit N≥1;
- ein erstes Leitungssegment (211), das sich von einer Kontaktschneide (213) in einem
ersten Bereich einer ersten Aussparung (203) bis zu einer Kontaktzunge (214) zur Kontaktierung
mit einer Baugruppe (130, 102) erstreckt;
- ein zweites Leitungssegment (211), das sich von einer Kontaktschneide (213) in einem
zweiten Bereich der ersten Aussparung (203) bis zu einer Kontaktzunge (214) zur Kontaktierung
mit der Baugruppe (130, 102) erstreckt; wobei der erste Bereich der Aussparung (203)
entlang der Längsachse vor dem zweiten Bereich der Aussparung (203) angeordnet ist;
- einen Deckel (202), der ausgebildet ist,
- die N Leitungen (204) in die N Aussparungen (203) zu drücken, sodass die Kontaktschneiden
(213) des ersten und des zweiten Leitungssegment (211, 212) jeweils eine elektrisch
leitende Verbindung mit einer ersten Leitung (204) in der ersten Aussparung (203)
bilden; und
- an dem Grundkörper (201) befestigt zu werden; und
- eine Unterbrechungseinheit (208, 221, 222), die ausgebildet ist, die erste Leitung
(204) in einem zentralen Bereich zwischen dem ersten Bereich und dem zweiten Bereich
der ersten Aussparung (203) zu unterbrechen.
2. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß Anspruch 1, wobei die Unterbrechungseinheit (208,
221, 222) ausgebildet ist, die erste Leitung (204) in dem zentralen Bereich der ersten
Aussparung (203), insbesondere irreversibel, zu durchtrennen.
3. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Unterbrechungseinheit
(208, 221, 222) umfasst,
- zumindest ein Schneideelement (221, 222), das ausgebildet ist, die erste Leitung
(204) zu durchtrennen; und
- einen Stift (208), der ausgebildet ist, in Reaktion auf eine Betätigung das Scheideelement
(221, 222) gegen die erste Leitung (204) und/oder die erste Leitung (204) gegen das
Schneidelement (221, 222) zu drücken, um die erste Leitung (204) zu durchtrennen.
4. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß Anspruch 3, wobei
- die Verbinder-Vorrichtung (122) einen Führungskanal (207) für den Stift (208) aufweist;
- der Führungskanal (207) entlang einer Hochachse der Verbinder-Vorrichtung (122)
von dem Deckel (202) zu dem zentralen Bereich der ersten Aussparung (203) verläuft;
und
- der Stift (208) beweglich innerhalb des Führungskanals (207) angeordnet ist, sodass
der Stift (208) von dem Deckel (202) her zu dem zentralen Bereich der ersten Aussparung
(203) hin gedrückt werden kann, um die erste Leitung (204) zu durchtrennen.
5. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß einem der Ansprüche 3 bis 4, wobei die Unterbrechungseinheit
(208, 221, 222) umfasst,
- ein erstes Schneideelement (221), das an einer Grenze zwischen dem zentralen Bereich
und dem ersten Bereich der ersten Aussparung (203) angeordnet ist; und
- ein zweites Schneideelement (222), das an einer Grenze zwischen dem zentralen Bereich
und dem zweiten Bereich der ersten Aussparung (203) angeordnet ist; wobei das erste
und das zweite Schneideelement (221, 222) ausgebildet sind, einen Abschnitt aus der
ersten Leitung (204) zu schneiden, um die erste Leitung (204) zu durchtrennen.
6. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß Anspruch 5, wobei
- die Verbinder-Vorrichtung (122) eine Kavität (223) zur Aufnahme des ausgeschnittenen
Abschnitts der ersten Leitung (204) umfasst; und
- der Stift (208) ausgebildet ist, den ausgeschnittenen Abschnitt der ersten Leitung
(204) in die Kavität (223) zu schieben, wenn der Stift (208) von dem Deckel (202)
her zu dem zentralen Bereich der ersten Aussparung (203) hin gedrückt wird.
7. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
- die Verbinder-Vorrichtung (122) einen ersten Schenkel (205) und einen zweiten Schenkel
(205) mit einem zwischen den Schenkeln (205) gebildeten Spalt (206) zur Aufnahme einer
Leiterplatte (130) der Baugruppe (130, 102) umfasst; und
- die Kontaktzungen (214) des ersten und des zweiten Leitungssegments (211, 212) innerhalb
des Spalts (206) angeordnet sind.
8. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß Anspruch 7, wobei
- sich die Kontaktzungen (214) berühren, wenn in dem Spalt (206) keine Leiterplatte
(130) angeordnet ist; und/oder
- die Kontaktzunge (214) des ersten Leitungssegments (211) auf eine erste Seite der
Leiterplatte (130) einwirkt und die Kontaktzunge (214) des zweiten Leitungssegments
(212) auf eine gegenüberliegende zweite Seite der Leiterplatte (130) einwirkt, die
in dem Spalt (206) angeordnet ist.
9. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste
Leitung (204) eine Konfigurationsleitung eines Datenbusses (110), insbesondere eines
CAN-Busses, ist.
10. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
- die N Aussparungen (203) zwei Daten-Aussparungen (203) für Datenleitungen (404,
405) des Kabels (121) umfassen;
- die Verbinder-Vorrichtung (122) einen Führungskanal (407) für ein Terminierungselement
(408) umfasst, der sich von dem Deckel (202) zu den zwei Daten-Aussparungen (203)
erstreckt; und
- die Verbinder-Vorrichtung (122) derart ausgebildet ist, dass in den Führungskanal
(407) ein Terminierungselement (408) mit zumindest zwei Kontaktelementen (411, 412)
eingesteckt werden kann, sodass die zwei Kontaktelemente (411, 412) elektrisch leitend
mit den zwei Datenleitungen (404, 405) in den zwei Daten-Aussparungen (203) verbunden
werden.
11. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß Anspruch 10, wobei
- die Verbinder-Vorrichtung (122) derart ausgebildet ist, dass die zwei Datenleitungen
(404, 405) voneinander getrennt werden, wenn das Terminierungselement (408) aus dem
Führungskanal (407) herausgenommen wird; und/oder
- der Führungskanal (407) und das Terminierungselement (408) derart ausgebildet sind,
dass über das Terminierungselement (408) ein oder mehrere weitere Leitungen der N
Leitungen des Kabels (121), die in ein oder mehreren entsprechenden Aussparungen der
N Aussparungen (203) angeordnet sind, mit den Datenleitungen (404, 405) gekoppelt
werden, wenn das Terminierungselement (408) in dem Führungskanal (407) angeordnet
ist; und/oder
- der Führungskanal (407) und das Terminierungselement (408) eine mechanische Kodierung
aufweisen, die derart ausgebildet ist, dass das Terminierungselement (408) nur in
einer, insbesondere nur in einer einzigen, vordefinierten Ausrichtung in den Führungskanal
(407) gesteckt werden kann.
12. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß einem der Ansprüche 10 bis 11, wobei das Terminierungselement
(408) ein oder mehrere elektrische Bauteile, insbesondere einen elektrischen Widerstand
und/oder einen Kondensator, umfasst, über die die zwei Datenleitungen (404, 405) miteinander
verbunden werden, wenn das Terminierungselement (408) in dem Führungskanal (407) eingesteckt
ist.
13. Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kontaktschneiden
(213) des ersten und des zweiten Leitungssegments (211, 212) jeweils auf der IDC,
insulation-displacement contact, Technologie basieren.
14. Verbinder-Vorrichtung (122) für einen Kabelbaum (120), wobei die Verbinder-Vorrichtung
(122) umfasst,
- einen Grundkörper (201) mit N Aussparungen (203) zum Anordnen von entsprechenden
N Leitungen (204, 404, 405) eines Kabels (121) des Kabelbaums (120); wobei sich die
N Aussparungen (203) entlang einer Längsachse der Verbinder-Vorrichtung (122) erstrecken;
mit N≥2; wobei die N Aussparungen (203) zwei Daten-Aussparungen (203) für Datenleitungen
(404, 405) des Kabels (121) umfassen;
- einen Deckel (202), der ausgebildet ist, die N Leitungen (204) in die N Aussparungen
(203) zu drücken, und der ausgebildet ist, an dem Grundkörper (201) befestigt zu werden;
und
- einen Führungskanal (407) für ein Terminierungselement (408), der sich von dem Deckel
(202) zu den zwei Daten-Aussparungen (203) erstreckt;
wobei die Verbinder-Vorrichtung (122) derart ausgebildet ist, dass in den Führungskanal
(407) ein Terminierungselement (408) mit zwei Kontaktelementen (411, 412) eingesteckt
werden kann, sodass die zwei Kontaktelemente (411, 412) elektrisch leitend mit den
zwei Datenleitungen (404, 405) in den zwei Daten-Aussparungen (203) verbunden werden.
15. Kabelbaum (120), der umfasst,
- ein Kabel (121) mit N Leitungen, mit N≥1; und
- zumindest eine Verbinder-Vorrichtung (122) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
die an dem Kabel (121) angeordnet ist.