[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erzeugung einer stehenden
surfbaren Welle.
[0002] Eine stehende surfbare Welle kann durch den Einsatz einer Anlage erzeugt werden,
die regelmäßig Wellen auf einem Gewässer erzeugt. Diese Anlagen nutzen Luft, Wasser
oder eine Kombination aus beidem, um Wellen zu erzeugen, die für Surfspot geeignet
sind. Auch Naturphänomene wie Flutwellen und Meeresströmungen können surfbare Wellen
erzeugen. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass nicht jede Welle surfbar ist
und eine gute Surfwelle bestimmte Eigenschaften wie Größe, Form und Dauer aufweisen
muss.
[0003] Eine stehende surfbare Welle ist ein Paradoxon, da Wellen normalerweise Energie transportieren
und somit nicht "stillstehen" können. Eine Welle, die für das Surfen geeignet ist,
muss in Bewegung sein. Es gibt jedoch Wellenparks, in denen künstliche Wellen durch
den Einsatz von Anlagen erzeugt werden, die es Surfer ermöglichen, auf einer anhaltenden
Welle zu surfen. In solchen Parks wird die Energie, die für die Erzeugung der Welle
notwendig ist, ständig nachgeführt, um eine anhaltende Welle aufrechtzuerhalten.
[0004] Es ist bekannt, eine surfbare Wellen mittels einer geneigten Fläche zu erzeugen,
beispielsweise einer Rampe, mittels der langsam fließendes Wasser in schnell fließendes
Wasser beschleunigt wird. Am Ende der Rampe trifft das schießende Wasser auf fließendes
Wasser und es entsteht im Übergangsbereich ein hydraulischer Wechselsprung. Bei passendem
Unterwasserspiegel entsteht am hydraulischen Wechselsprung eine stehende surfbare
Welle. Eine Regulation der Welle erfolgt üblicherweise durch das Verändern der Neigung
der Rampe und gegebenenfalls durch Veränderung eines Spoilers am Ende der Rampe.
[0005] Der hydraulische Wechselsprung entsteht beim Fließübergang vom schießenden zum strömenden
Abfluss. Es handelt sich um einen abrupten Fließwechsel von sehr schnellem zu sehr
langsam fließendem Wasser. Ein hydraulischer Sprung ist z. B. die Wasserwalze.
[0006] Wenn der Abfluss schneller ist als die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Störungen
(Wellen), dann wird dies als schießender oder überkritischer Abfluss bezeichnet (Fr
> 1).
[0007] Wenn der Abfluss langsamer ist als die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Störungen,
dann wird dies als strömender oder unterkritischer Abfluss bezeichnet (Fr < 1).
[0008] Zur Unterscheidung benutzt man die Froude-Zahl:

wobei, v = mittlere Geschwindigkeit, g = Schwerebeschleunigung, h = Wassertiefe.
[0009] Aus der
US 2008/0101866 A1 sind wellenerzeugende Anlagen in einem Kanal bekannt, die durch eine Rampe einen
Steuerabschnitt bilden, in dem das Wasser gebündelt und beschleunigt wird und durch
das Auftreffen des Wassers auf eine verstellbare Kante, die Welle erzeugt und die
Wellenhöhe variiert wird.
[0010] Aus der
DE 10 2006 044 806 B4 ist eine Vorrichtung zur Erzeugung stehender Wellen bekannt, die in Strömungsrichtung
ein Querbauwerk, eine Rampe, eine Gegenrampe, einen Boden und einen Strömungsführungskörper
umfasst. Die Beschleunigung des Wassers wird über mechanisch bewegliche Rampen reguliert.
Und die Welle wird an einer starren Platte, die gelenkig am stromabwärtsseitigen Ende
der Rampe gelagert ist, erzeugt.
[0011] Aus der
WO 2018 149 969 A1 ist eine Wellenanlage zum Erzeugen einer künstlichen Welle bekannt, wobei die Anlage
aus einem Vorratsbecken, einem Zwischenbecken und einem Wellenbecken und wenigstens
einem Fördermittel, insbesondere wenigstens einer Pumpe besteht. Die Pumpe dient dabei
zur Förderung von Wasser aus einem Vorratsbecken über das Zwischenbecken in das Wellenbecken.
Wobei das Wasser über den Auslass des Zwischenbeckens und über eine schräg abwärts
verlaufende Rampe in das Wellenbecken geleitet wird. Im Wellenbecken ist eine Leitvorrichtung
zur Erzeugung einer Welle angeordnet. Hier wird die Höhe der Welle durch die Höhe
einer Leitvorrichtung unter Wasser manipuliert, die so verstellbar ist, dass das fließende
Wasser am Boden auf einen niedrigeren oder höheren Widerstand trifft und dadurch an
der Oberfläche des Wassers eine höhere oder niedrigere Welle erzeugt wird.
[0012] Aus der
DE 103 08 812 B4 ist eine Vorrichtung zur Erzeugung einer stehenden Welle in einem Fließgewässer bekannt,
die in Strömungsrichtung ein Querbauwerk umfasst, das als erster Strömungsbeeinflussungskörper
dient und die Wasserführung konzentriert. Über eine Leitrampe wird ein Schussstrahl
auf einen Fußpunkt eines flexiblen Wellenerzeugungskörper gelenkt zur Erzeugung der
Welle.
[0013] Die Erzeugung gerader stehender Wellen ist aus der
DE102006044806A1 bekannt, wobei ebenfalls eine Rampe, Gegenrampe sowie ein Steuermechanismus Verwendung
findet. Da Rampe und Gegenrampe hier fest verbunden sind, besteht lediglich die Möglichkeit
einer Höhen- bzw. Winkelveränderung von Rampe und Gegenrampe.
[0015] In den
EP 0 547 117 B2 und
EP 0 629 139 B1 sind Einrichtungen zur Erzeugung wellenähnlicher Wasserflächen geringer Fließtiefe
und hoher Geschwindigkeit in künstlichen Freizeiteinrichtungen beschrieben. Hierbei
wird ein Planstrom erzeugt, welcher sich unmittelbar an einen wellenartig geformten
Körper anlegt. Die für Fließgewässer konzipierten Anlagen sind allerdings nicht in
der Lage, Wellen für Freizeitaktivitäten in ähnlicher Qualität wie derartige Einrichtungen
mit künstlich erzeugter Strömung bereitzustellen.
[0016] In
US 6 932 541 B2 wird ein System beschrieben, bei welchem stehende Wellen durch das hydraulische Zusammenwirken
einer Strömung über einem Wehr beziehungsweise über Sohlstrukturen mit einer Sekundärströmung
durch das Wehr beziehungsweise die Sohlstrukturen erzeugt werden. Die Sekundärströmungen
können durch die bewegliche Ausgestaltung des Wehres beziehungsweise der Sohlstrukturen
gesteuert werden. In den Dokumenten wird auch eine Ausgestaltung ohne Sekundärströmung
beschrieben. In diesem Fall ist keine Beweglichkeit von Teilen des Wehrs beziehungsweise
der Sohlstrukturen vorgesehen. Die stehenden Wellen werden in allen Ausgestaltungen
direkt über den Sohlstrukturen erzeugt. Die Strömungsführung durch die Sohlstrukturen
ist für die Entstehung der Wellen unabdingbar.
[0017] Aus der
DE 10 2004 016 750 A1 ist eine mobile stehende Flusswelle bekannt, welche durch eine temporäre Einengung
der Strömung mit zwei Stauelementen und einer mobilen rampenartigen Struktur erzeugt
werden soll. Infolge des Aufstaus und der Einengung soll eine deutlich beschleunigte
Fließbewegung durch die Engstelle erzeugt werden. Bei günstigen Randbedingungen kann
sich dann unterhalb der Einengung eine stehende Welle ergeben. Eine Steuerung dieser
Welle ist nicht möglich.
[0018] In
DE 10 2004 013 367 A1 werden Vorrichtungen zur Ausgestaltung eines Wasserparcours beschrieben. Hierbei
werden auch im Boden angeordnete bewegliche Elemente beschrieben, welche die Strömung
in Abhängigkeit ihrer Stellung beeinflussen können. Allerdings ist eine Steuerung
stehender Wellen damit nicht möglich.
[0019] Es ist bekannt, dass zur Erzeugung gerader stehender Wellen insbesondere in Strömungsrichtung
geneigte Rampen mit einem stromabwärts anschließenden Höhenversatz geeignet sind (unter
anderem z. B. aus: "Erzeugung von Wellen und Walzen für den Kanusport", Bericht des
Instituts für Wasserwesen der Universität der Bundeswehr in Neubiberg im Auftrag des
Bayerischen Kanuverbandes, März 2004). Die Wellenbildung wird hierbei insbesondere
durch die abrupte Verzögerung der Strömung am Übergang zwischen der schießenden Fließbewegung
auf der Rampe (Froude-Zahl > 1) und einer langsameren strömenden Fließbewegung stromabwärts
der Rampe (Froude-Zahl < 1) angeregt. Von besonderer Bedeutung für die Ausbildung
einer stehenden Welle ist hierbei die Wasserspiegelhöhe unterhalb der Vorrichtung.
[0020] Bei einem kontinuierlichen Flüssigkeitsstrom handelt es sich um einen laminaren Strom.
Um eine Welle in solch einem Strom zu erzeugen, muss die Strömung durch ein Wellenanregungselement
gestört werden. Bei diesem Wellenanregungselement kann es sich um eine Unebenheit,
eine Kante oder ein Leitelement handeln.
[0021] Es ist bekannt, langsam fließendes Wasser zu schnell fließendem Wasser zu beschleunigen
mittels einer geneigten Fläche, wie einer Rampe. Durch das Auftreffen des beschleunigten
Wasserstroms auf den langsam fließenden Wasserstrom am Ende der Rampe, entsteht am
Übergangsbereich der hydraulische Wechselsprung. An diesem hydraulischen Wechselsprung
entsteht bei passendem Unterwasserspiegel eine stehende surfbare Welle.
[0022] Üblicherweise ist eine Regulation der Höhe der Welle durch die Veränderung der Neigung
der Rampe selbst oder durch die Veränderung eines Spoilers am Ende der Rampe möglich.
Somit werden üblicherweise flexible Rampen verwendet, welche in der Neigung verstellbar
sind. Die Mechanik zur Verstellung der Neigung befindet sich hierbei unter Wasser.
[0023] Aus
DE 103 08 812 B4 ist eine Vorrichtung zur Erzeugung einer stehenden Welle in einem Fließgewässer bekannt,
die in Strömungsrichtung ein Querbauwerk umfasst, das als erster Strömungsbeeinflussungskörper
dient und die Wasserführung konzentriert. Über eine räumlich gekrümmte Leitrampe mit
einem zunehmend spitzen Winkel wird die Strömung auf den Fußpunkt eines flexiblen
Wellenerzeugungskörpers gelenkt. Diese Vorrichtung ist besonders zur Erzeugung stehender,
insbesondere brechender Wellen geeignet
[0024] Bei den bekannten Systemen ist es von Nachteil, dass sich sämtliche mechanisch bewegte
Teile unter der Wasseroberfläche befinden und dadurch für Wartungszwecke und Reparaturen
nur mit erheblichem Aufwand zugänglich sind. Beim Großteil der bekannten Anlagen ist
für die Wartung und Reparatur eine Trockenlegung des Fließgewässers während der Arbeiten
erforderlich, was gerade bei Fließgewässern mit natürlichem Strömungsfluss nur saisonal
und sehr aufwendig zu bewerkstelligen ist. Zudem ist die maximale Breite der Anlage
mit beweglichen Elementen konstruktionsbedingt durch die Belastungsgrenzen der Einzelelemente
limitiert. Größere Breiten können nur durch die Aneinanderreihung mehrerer Einzelanlagen
erzielt werden, was Anzahl der mechanischen Bauteile, und damit die Fehleranfälligkeit
und Fehlerhäufigkeit der Gesamtanlage, mit der Anzahl der Einzelanlagen multipliziert.
[0025] Zudem ist es bei bekannten Systemen von Nachteil, dass unterschiedliche Durchflussmengen
auf der Rampe zu unterschiedlichen Wellen führen, sodass konstante Surfbedingungen
nicht umsetzbar sind.
[0026] Grundsätzlich werden bekannte Vorrichtungen zum Erzeugen stehender surfbarer Wellen
durchgängig dadurch erzeugt, dass entweder Wasser mittels Pumpen zu einer Rampe gefördert
wird, die es herabläuft oder ein Wehr errichtet wird, welches vom Wasser überströmt
wird und welches dann im Anschluss an das Wehr eine Rampe herabläuft, welche mit der
Wehroberkante abschließt.
[0027] Im Wasserbau ist ein Wehr eine Vorrichtung, welche vom Gewässergrund und den Ufern
bzw. Seitenwandungen eines Fließgewässers den Fließweg absperrend verläuft, wobei
ein solches Wehr überflossen werden kann.
[0028] Im Gegensatz hierzu ist ein Schütz im Wasserbau eine Vorrichtung, die ein Fließgewässer
von oben her absperrt und angehoben werden kann um ein Fließen des Wassers am oder
entlang des Gewässergrundes zu erlauben und damit eine Durchflussregulation zu erlauben.
[0029] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Erzeugung einer stehenden surfbaren
Welle bereitzustellen, welche leicht zu warten und kostengünstig zu betreiben ist
und zudem eine hohe Anpassbarkeit der Welle gewährleistet.
[0030] Die Aufgabe wird mit der Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0031] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den hiervon abhängigen Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0032] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zum Erzeugen einer surfbaren
Welle zu schaffen, mit der zuverlässig und konstant eine surfbare Welle, unabhängig
der vorhandenen Strömung, erzeugt wird.
[0033] Die Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruch 19 gelöst.
[0034] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den hiervon abhängigen Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0035] In Abkehr von bestehenden Designs surfbarer Wellen wird nach der Erfindung kein Wehr
eingesetzt und auch kein Wasser gepumpt. Zudem muss nicht unbedingt eine steile Rampe
errichtet werden.
[0036] Eine Erfindungsgemäße Vorrichtung kann in natürlichen oder künstlichen Strömungen,
unabhängig des Längsgefälle, bei geringem Längsgefälle, bei einem hohen Längsgefälle
oder auch an Gefällestufen, wie bestehenden Wehren angeordnet werden kann. Des Weiteren
ist eine deutlich geringere Stauhöhe vor der Welle erforderlich, weshalb die Anlage
auch in vorhandenen Kanälen mit geringer Überhöhung der Ufer angewendet werden kann.
Ferner wird durch die Anordnung eines Bypass-Kanals das Geschiebemanagement in natürlichen
Fließgewässern nicht gestört.
[0037] Nach der Erfindung können natürliche Gewässer oder künstliche Gewässer, wie Kanäle,
welche ein gewisses Gefälle aufweisen für eine stehende surfbare Welle verwendet werden.
Hierbei werden sogar höhere Wassergeschwindigkeiten erreicht, die höher sind als auf
entsprechenden Beschleunigungsrampen.
[0038] Erfindungsgemäß ist ein Gewässerboden oder ein Kanalboden vorgesehen, welcher ein
gewisses Gefälle aufweist. Auf diesem Kanalboden ist eine Rampe vorgesehen, welche
vom Kanalboden weg absteht und dazu führt, Wasser, welches den Kanalboden entlangfließt,
vom Kanalboden weg umgelenkt wird. Hinter der Rampe ist der Kanal- oder Gewässerboden
mit einer Stufe abgesenkt und verläuft von dort mit einem Höhenniveau, welches unter
dem des Kanalbodens vor der Rampe ist. Hierdurch wird hinter der Rampe ein Becken
ausgebildet.
[0039] In diesem Becken ist gegebenenfalls eine weitere Rampe vorhanden, welche so angeordnet
ist, dass das Wasser, welches über die Rampe nach oben beschleunigt wird und dann
in das Becken fällt, auf diese Rampe trifft und zwar vorzugsweise so, dass der Wasserstrom
vorzugsweise senkrecht auf diese Rampe prallt. Durch diese zweite Rampe im Becken
kommt es in überraschender Weise zu einer Überhöhung der Welle, die durch die erste
Rampe gebildet wird. Wodurch dieser überraschende Effekt erzeugt wird, konnte noch
nicht restlos aufgeklärt werden.
[0040] Diese Welle kann moduliert werden durch die Menge des Wassers, welches über den Kanalboden
zur ersten Rampe geleitet wird.
[0041] Hierfür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Bei einem Fließgewässer mit einem
hohen Wasseraufkommen kann die Modulation über einen Bypass erfolgen, welcher eine
entsprechende Wassermenge oder Übermenge an Wasser seitlich an der Vorrichtung vorbeiführt.
Hierfür kann eine entsprechende Regulierungs- oder Staueinrichtung im Bypass vorhanden
sein, mit der die Wassermenge reguliert werden kann.
[0042] In einer weiteren Ausführungsform ist stromaufwärts der Rampe ein Schütz vorgesehen,
mit dem die Wassermenge reguliert werden kann. Der Schütz kann hierbei im einfachsten
Fall eine quer zur Strömungsrichtung verlaufende Wand sein, welche in das Gewässer
zu einem Gewässer- oder Kanalboden abgesenkt und von diesem abgehoben werden kann.
Hierdurch wird das Wasser vor dem Schütz aufgestaut. Unter dem Schütz wird dann eine
entsprechende Menge Wasser über den Kanalboden geführt, welcher ausreicht, eine entsprechende
Welle an der Rampe auszubilden.
[0043] Um ein Überlaufen des Schützes zu verhindern, kann auch ein Schütz mit einem Bypass,
insbesondere einem steuerbaren Bypass, kombiniert sein. Insbesondere kann der Schütz
auch als Klappe ausgebildet sein, welche auf die Wasseroberfläche und ins Wasser eingesenkt
werden kann und so die Wasserströmung und damit auch die Welle modulieren kann. Hierbei
ist es auch möglich, dass eine über die gesamte Breite des Gewässers verlaufende Klappe
verwendet wird, jedoch kann die Klappe auch aus mehreren Einzelklappen ausgebildet
sein, welche unterschiedlich ansteuerbar sind. Durch ein stärkeres Einsenken einer
Klappe gegenüber den anderen wird. Dies kann man sich vorstellen, wie bei der Heckwelle
eines Schiffes, abhängig von der Verdrängung auch unterschiedlich ausfällt. Durch
die vielfältigen Möglichkeiten zur Modulation der Welle ist ein solcher Klappenschütz
ideal zur Erzeugung einer surfbaren Welle geeignet.
[0044] Mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird das Wasser eines Wasserlaufs wie eines
Baches, Flusses oder eines Kanals mit einem Schütz reguliert. Überschüssiges Wasser
kann durch einen Bypass abgeführt werden. Der Bypass kann hierbei ebenfalls einen
Durchflussbegrenzer aufweisen.
[0045] Stimmen Gefälle, Wassermenge und Wassergeschwindigkeit kann auch nur mit einem Bypass
ohne Schütz gearbeitet werden. Der Schütz ist in der Lage bei fehlendem Gefälle die
Geschwindigkeit des fließenden Wassers zu erhöhen.
[0046] Bei der Ausbildung mit Klappen ist zusätzlich von Vorteil, dass das Wasser zur Beschleunigung
von oben manipuliert wird und dass nach der Abrisskante der Klappen keine die Wasseroberfläche
durchdringende Körper vorhanden sind. Anders als bei Anlagen mit einer freien Oberfläche
in der Beschleunigung, haben Manipulationen vor der maximalen Einengung des Strömungsquerschnitts,
also vor der Abrisskante der Klappen, keinen Einfluss auf die Strömung dahinter.
[0047] Der Schütz ist vorzugsweise ein Schütz, welcher mit zumindest mit einer Klappe von
oben auf die Wasseroberfläche einwirkt. Je nach Breite des Gewässers kann die Klappe
das Gewässer überspannen und an den Ufern außerhalb des Gewässer betätigbar schwenkbar
angeordnet sein. Ist das Gewässer hierfür zu breit, kann der Klappenschütz im Wasser
aufgeständert sein und eine Tragstruktur aufweisen, an der die zumindest eine Klappe
schwenkbar betätigbar angeordnet ist.
[0048] In jedem Fall befinden sich die Mittel zum Betätigen der Klappen außerhalb des Wassers.
[0049] Bei der Aufständerung im Wasser sind die Ständer oder Säulen stromaufwärts der eigentlichen
Klappen angeordnet, so dass die Wasserströmung auf Höhe der Klappen nicht (mehr) negativ
beeinflusst wird. Die Stützen oder Säulen können zudem stromlinienförmig ausgebildet
sein.
[0050] Somit betrifft die Erfindung insbesondere eine Vorrichtung zur Erzeugung einer stehenden
surfbaren Welle, wobei die Vorrichtung kanalartig ausgebildet ist mit zwei strömungsbegrenzende
Ufern oder Wandungen, und einem dazwischen vorhandenem Gewässerboden, wobei der Gewässerboden
sich mit einer Stufe zu einem Tosbecken vertieft und der Tosbeckenboden unter dem
Niveau des Gewässerbodens angeordnet ist, wobei in Strömungsrichtung vor dem Tosbecken
eine Rampe auf dem Gewässerboden ausgebildet ist, die sich vom Gewässerboden weg erstreckt
und in dem Tosbecken auf dem Tosbeckenboden in rampenartiger Strömungskörper ausgebildet
ist.
[0051] Eine Weiterbildung sieht vor, dass zur Regulierung der Wassermenge und/oder Regulierung
der Fließgeschwindigkeit vor der Rampe ein Schütz oder ein Bypass zum Führen von Wasser
an der Rampe und dem Tosbecken vorbei oder ein Schütz und ein Bypass angeordnet sind.
[0052] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Schütz im Wesentlichen quer zur Strömungsrichtung
im Gewässer angeordnet ist.
[0053] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Abstand des Schütz zur Rampe so eingestellt
ist, dass er 1,5 - 5 m, insbesondere 2 - 4 m beträgt.
[0054] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Strömungskörper im Tosbecken so angeordnet
ist, dass Wasser, welches über die Rampe strömt und die Welle ausbildet, im Wesentlichen
senkrecht, insbesondere im Winkel von 90° ± 25° auf den Strömungskörper auftrifft.
[0055] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Strömungskörper rampenartig ausgebildet ist
und eine in Strömungsrichtung vordere Flanke aufweist, welche zum Tosbeckenboden geneigt
angeordnet ist, wobei die Neigung entsprechend des Strömungsverlaufs des auftreffenden
Wassers eingestellt ist und insbesondere zwischen 15 und 565°, insbesondere 25 und
55° liegt.
[0056] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Strömungskörper sich über eine Teilbreite
des Tosbeckens oder die gesamte Breite des Tosbeckens erstreckt oder zu den das Tosbecken
begrenzenden Seitenwandungen zum Tosbeckenboden hin, abfällt.
[0057] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Rampe eine in Strömungsrichtung vordere Steuerungsfläche
besitzt, wobei die Steuerungsfläche von einem Gewässerboden zu einer Rampenkrone zumindest
teilbereichsweise konkav und insbesondere brachistochron gekrümmt verläuft.
[0058] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Rampe so angeordnet ist, dass die Rampenkrone
mit einer Stufe fluchtet, mit der sich der Gewässerboden zum Tosbecken vertieft.
[0059] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Schütz als Klappenschütz ausgebildet ist,
wobei Schützklappen vorhanden sind, welche auf eine Oberfläche eines Gewässers zu
schwenkbar und in das Gewässer einschwenkbar sind, um den wirksamen Durchflussquerschnitt
des Gewässers vom Gewässerboden zu freien Hinterkanten der Schützklappe zu begrenzen.
[0060] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Schütz über eine Schützgrundplatte (22) verfügt,
an deren in Strömungsrichtung (S) hinterer Kante (27) gelenkig und schwenkbar eine
oder mehrere Schützklappen angeordnet sind.
[0061] Eine Weiterbildung sieht vor, dass eine Schützklappe oder eine Mehrzahl von Schützklappen
insbesondere einzeln betätigbar und schwenkbar angeordnet sind.
[0062] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Schützgrundplatte quer zur Strömungsrichtung
über das Gewässer reichend auf den Ufern aufgelegt ist oder mit Tragsäulen auf dem
Gewässerboden aufgeständert ist oder auf den Ufern aufliegt oder zwischen diesen angeordnet
ist und an diesen anliegt und auf dem Gewässerboden aufgeständert ist.
[0063] Eine Weiterbildung sieht vor, dass eine oder mehrere Schützklappen und insbesondere
eine mittlere Schützklappe einen Verdrängerkörper aufweist, mit dem in diesem Bereich
die Wasserverdrängung verstärkt werden kann.
[0064] Eine Weiterbildung sieht vor, dass im Bereich des Schütz der Gewässerboden mit einem
Abschnitt ausgebildet ist, in dem das Gefälle größer ist als im Bereich des übrigen
Gewässerbodens vor und hinter dem Schütz.
[0065] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Schütz auf einem Wallelement aufgeständert
ist, welches von dem Gewässerboden ausgebildet wird, wobei sich das Wallelement ein
Stück über den Gewässerboden mit einer Vorderwandung erhebt, welche in ein Plateau
übergeht, auf dem der Schütz aufgeständert ist oder über den Schütz verläuft, wobei
das Plateau ein Gefälle entsprechend des Gewässerbodens oder kein Gefälle aufweist,
wobei in Strömungsrichtung das Wallelement an einer hinteren Kante, welche quer zur
Strömungsrichtung verläuft, eine Abrisskante ausbildet und mit einer konvex geschwungenen
Rückwandung in einen Gewässerbodenabschnitt hineinverläuft, welcher vom Niveau her
tiefer liegen kann als der Gewässerboden vor dem Wallelement. Dies kommt auch bei
der Adaption vorhandener Wehre zur Anwendung.
[0066] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Schütz mit seiner Schützgrundplatte parallel
zum Plateau des Wallelements verläuft und die Schützklappen so angeordnet sind, dass
sie mit ihrer hinteren Kante auf das Gewässer hinter der Abrisskante im Bereich der
konkaven Rückwandung einwirken.
[0067] Eine Weiterbildung sieht vor, dass vor der Rampe auf dem Gewässerboden ein Verdrängungsmechanismus
mit dem Gewässerboden verbunden angeordnet ist, wobei der Verdrängungsmechanismus
über eine schwenkbare Verdrängerplatte (49) verfügt, welche quer in die Strömung stellbar
ist. Der Verdrängungsmechanismus reduziert den Strömungsquerschnitt und führt zu einer
höheren Strömungsgeschwindigkeit an seinen Flanken. Stromabwärts des Verdrängungsmechanismus,
wo das Wasser von den Flanken wieder zusammenläuft, wird die Welle erhöht ausgebildet.
[0068] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen einer surfbaren
Welle, wobei in einem Abschnitt eines natürlichen oder künstlichen Gewässers, wie
einem Fluss, Bach oder Kanal, auf einem Kanalboden eine Rampe im Wesentlichen quer
zur Strömungsrichtung angeordnet wird, welche Wasser zu einer Welle auftürmt, wobei
hinter der Rampe ein Tosbecken vorgesehen wird, welches einen Tosbeckenboden aufweist,
welcher tiefer als der Gewässerboden vor der Rampe angeordnet wird, wobei zur Modulierung
der Welle in einem Bereich, in dem das Wasser in das Tosbecken einströmt, ein rampenartiger
Strömungskörper so angeordnet wird, dass das Wasser senkrecht auf eine Vorderflanke
des Strömungskörpers aufprallt.
[0069] Eine Weiterbildung sieht vor, dass zur Regulierung der Wassermenge oder zur Regulierung
der Geschwindigkeit des Wassers, welches über die Rampe strömt, oder zur Regulierung
der Wassermenge und der Geschwindigkeit des Wassers, welches über die Rampe strömt,
vor der Rampe das Wasser über einen Bypass, welcher an der Rampe und dem Tosbecken
vorbei verläuft, geführt wird oder die Wassermenge und Wassergeschwindigkeit mit einem
Schütz, welcher vor der Rampe angeordnet wird, reguliert wird oder ein Bypass und
ein Schütz angeordnet werden.
[0070] Eine Weiterbildung sieht vor, dass mit dem Schütz der wirksame Strömungsquerschnitt
des Wassers zwischen den Ufern und dem Gewässerboden einerseits und einer Kante des
Schütz eingestellt wird.
[0071] Eine Weiterbildung sieht vor, dass mit dem Schütz der Wasserstrom von einem strömenden
in eine schießende Fließbewegung geändert wird und der Übergang von einer Froude-Zahl
mit einem Wert kleiner 1 zu einer Froude-Zahl mit einem Wert größer 1 geändert wird.
[0072] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Abstand des Schütz zur Rampe, und insbesondere
der wirksamen Hinterkante des Schütz zur Rampe bei 1,5 - 5 m, insbesondere 2 - 4 m
eingestellt wird.
[0073] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Neigung der vorderen Flanke des Strömungskörpers
fest eingestellt oder variabel einstellbar ist, wobei die Neigung entsprechend des
Strömungsverlaufs des Wassers auf 15 - 55°, insbesondere 20 und 45° eingestellt wird.
[0074] Eine Weiterbildung sieht vor, dass ein Schütz verwendet wird mit einer Schützgrundplatte
und an einer Hinterkante der Schützgrundplatte angelenkter Schützklappe, wobei die
Schützklappe , die auf das Gewässer und in das Gewässer schwenkbare Kante aufweist,
wobei die Schützgrundplatte parallel zum Gewässerboden oder in Strömungsrichtung zum
Gewässerboden geneigt ausgebildet wird, wobei der wirksame Durchflussquerschnitt durch
die geneigte Schützgrundplatte verringert wird, so dass die Schützgrundplatte an einer
Hinterkante den wirksamen Durchflussquerschnitt zwischen Gewässerboden, Ufern und
Hinterkante reduziert, so dass die Strömungsgeschwindigkeit erhöht wird.
[0075] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Rampe das anströmende Wasser mit einer in
Strömungsrichtung vorne liegenden Steuerungsfläche beschleunigt, wobei die Steuerungsfläche
zur Beschleunigung des Wassers von einem Gewässerboden zu einer Rampenkrone zumindest
teilbereichsweise konkav und insbesondere brachistochron gekrümmt ist.
[0076] Eine Weiterbildung sieht vor, dass das Wasser beim Übergang vom fließenden in das
schießende Wasser der brachistochron gekrümmten Steuerfläche für einen hydraulischen
Sprung beschleunigt wird.
[0077] Die Erfindung wird beispielhaft anhand einer Figur erläutert. Es zeigen dabei:
- Figur 1:
- Eine schematisierte Schnittansicht einer Surfanlage nach dem Stand der Technik;
- Figur 2:
- eine stark schematisierte Schnittansicht einer Surfanlage nach der Erfindung;
- Figur 3:
- eine stark schematisierte Schnittansicht eines Teilbereichs der erfindungsgemäßen
Vorrichtung;
- Figur 4:
- eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer Ansicht von oben;
- Figur 5:
- die Vorrichtung nach Figur 4 in einer stark schematisierten Schnittansicht;
- Figur 6:
- der Klappenschütz nach Figuren 4 und 5 in einer Detailansicht;
- Figur 7:
- der Klappenschütz nach Figur 6 in einer Detailvergrößerung;
- Figur 8:
- eine Auschnittsvergrößerung aus Figur 4;
- Figur 9:
- eine Auschnittsvergrößerung aus Figur 5;
- Figur 10:
- eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung in einer Draufsicht;
- Figur 11:
- die Vorrichtung nach Figur 10 in einer stark schematisierten Schnittansicht;
- Figur 12:
- eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung in einer Draufsicht;
- Figur 13:
- die Vorrichtung nach Figur 12 in einer stark schematisierten Seitenansicht;
- Figur 14:
- eine Detailvergrößerung aus Figur 13;
- Figur 15:
- eine Übersichtsdarstellung der unterschiedlichen Ausführungsformen in Draufsicht und
schematischer Schnittansicht.
[0078] Eine Anlage 200 für das Einrichten einer Surfwelle nach dem Stand der Technik ist
in Figur 1 gezeigt. Hierbei wird ein Gewässer 201 mit Hilfe eines Wehres 202 aufgestaut,
wobei ein gewisser Anteil Wasser 203 über das Wehr 202 fließt und eine sich anschließende
Rampe 204 herunterfließt, wobei die Rampe 204 mit einem Gefälle von einem Anbindungspunkt
205 an das Wehr 202 bis zu einer Rampe 206 verläuft, welche nach oben gerichtet ist
und eine Surfwelle 207 ausbildet. Im Bereich der Surfwelle 207 ist ein sogenanntes
Tosbecken 208 ausgebildet, in dem die Strömung beruhigt wird.
[0079] Anstelle eines Gewässers 201 kann hierbei auch Wasser auch aus dem Tosbecken 208
zu Beginn der Rampe 205 bzw. im Anknüpfungspunkt an ein Wehr, welches dann nicht notwendig
wäre, geführt und insbesondere im Kreislauf gepumpt werden und die Rampe herablaufen.
Die Fließgeschwindigkeiten, die mit derartigen Anordnungen erzielt werden können liegen
zwischen 2 und 4 m/s.
[0080] Hierbei erkennt man, dass die Höhe h1, welche die maximale Höhe des Gewässers im
Bereich des Rampenanfangs 205 bis zum Wasserstand im Tosbecken 208 beschreibt, vergleichsweise
groß ist.
[0081] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Erzeugen einer surfbaren Welle ist in einem
oder mit einem Gewässer 2 ausgebildet, wobei das Gewässer 2 einen Gewässerboden 3
besitzt. In Strömungsrichtung S des Wassers ist am Gewässerboden 3 zumindest eine
erste Rampe 4 angeordnet, welche sich vom Gewässergrund insbesondere schräg weg erstreckt.
Hinter der Rampe 4 fällt der Gewässerboden 3 mit einer Stufe 5 zu einem Tosbeckenboden
6 eines Tosbeckens 7 ab.
[0082] Das Tosbecken 7 kann sich mit einer weiteren Stufe 8 wieder auf ein oberes Niveau
des Gewässerbodens 3 anheben. Bei einer solchen Anordnung ist die Ausbildung einer
surfbaren Welle 9 möglich, wenn die Geschwindigkeit des Wassers ausreicht. Um in diesem
Fall den Wasserfluss zu regulieren, kann parallel zu dem Gewässer 2 ein Bypass (nicht
gezeigt) insbesondere in Form eines Kanals vorhanden sein, mit einem regelbaren Strömungswiderstand,
welcher dazu ausgebildet ist, einen Teil des Wassers 2 an der Vorrichtung 1 vorbeizuführen.
[0083] Insbesondere wird die Bildung der surfbaren Welle 9 jedoch mit einem Schütz 10 bewerkstelligt.
Der Schütz 10 ist hierbei im Wesentlichen quer zur Strömungsrichtung (S) im Gewässer
2 angeordnet, wobei das Wasser unter dem Schütz hindurchfließt und hierdurch eine
höhere Strömungsgeschwindigkeit erzielt wird. Der Schütz reduziert hierbei ein erstes
Niveau 11 des Wassers auf ein zweites niedrigeres Niveau 12. Die mit einem Schütz
10 erzielbaren Fließgeschwindigkeiten liegen über denen herkömmlicher Wehranlagen.
[0084] Der Schütz 10 dient der Überführung des Abflusses von einer strömenden in eine schießende
Fließbewegung und dient somit einem Übergang des Strömungszustandes von einer Froude-Zahl
mit einem Wert kleiner 1 zu einer Froude-Zahl mit einem Wert größer 1.
[0085] Der Abstand des Schütz 10 zur Rampe 4 ist vorzugsweise so gewählt, dass genügend
Raum für einen Surfer verbleibt und insbesondere 1,5 bis 5 m, insbesondere 2 bis 4
m. Im Vergleich zu bekannten Ausführungsformen in Figur 1 kann somit ein deutlich
höherer Bereich der Welle vom Surfer befahren werden ohne mit der Spitze des Surfbretts
in das hinab schießende Wasser auf der Rampe klassischer Anlagen einzutauchen. Ebenfalls
können von den Surfern deutlich größere Surfbretter mit mehr Auftriebsvolumen verwendet
werden, vergleichbar den Surfbrettern die beim Surfen am Meer genutzt werden.
[0086] Man erkennt, dass das erforderliche Gefälle bzw. der erforderliche Niveauunterschied
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren und bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung (Figur
2) gegenüber dem Stand der Technik (Figur 1) deutlich niedriger ausfällt, so dass
der apparative Aufwand reduziert wird.
[0087] In Figur 3 ist schematisiert ein Tosbecken 7 gezeigt, mit der Stufe 5 und der im
Bereich der Stufe 5 befindlichen Rampe 4.
[0088] Die Rampe 4 ist lediglich stark schematisiert dargestellt, es kann sich hierbei auch
um eine auf dem Gewässerboden 3 befindliche Rampe 4 handeln, die beispielsweise auch
aus Beton ausgebildet sein kann und insbesondere auch eine konkave, der Strömung zugewandte
Seite aufweisen kann.
[0089] Man erkennt, wie die Rampe 4 das Wasser 2 nach oben ablenkt, so dass sich eine Welle
9 ausbildet. Hierbei ist mit den durchgezogenen Linien 13 der Verlauf der Welle 9
gezeigt, wie es sich üblicherweise einstellen wird, wobei das Wasser entsprechend
der Linie 14 in das Tosbecken 7 strömt.
[0090] Überraschend hat sich herausgestellt, dass, wenn gemäß der Erfindung im Tosbecken
7 ein Strömungskörper 15 angeordnet wird, die Welle 9 noch besser aufgebaut werden
kann. Der Verlauf der Welle 9 mit dem erfindungsgemäßen Strömungskörper 15 ist mit
der unterbrochenen Linie 16 angedeutet, wobei das Wasser in der Welle entsprechend
der unterbrochenen Linie 17 in das Tosbecken strömt.
[0091] Der Strömungskörper 15 ist dabei so angeordnet, dass das entsprechend des Strömungsverlaufs
17 strömende Wasser möglichst senkrecht auf den Strömungskörper 15 auftrifft. Hierdurch
wird ganz offensichtlich eine Anhebung der Welle 9 erzielt.
[0092] Der Strömungskörper 15 besitzt hierfür eine in Strömungsrichtung (S) vordere Flanke
18, welche zum Tosbeckenboden 6 geneigt angeordnet ist. Die Neigung wird entsprechend
des Strömungsverlaufs des auftreffenden Wassers eingestellt und kann zwischen etwa
20° und 45° liegen.
[0093] Der Strömungskörper 15 kann sich hierbei über die gesamte Breite des Tosbeckens 7
erstrecken, soll jedoch nur beispielsweise in einem mittleren Bereich die Welle moduliert
werden, kann der Strömungskörper auch randseitig zum Tosbeckenboden 6 hinab fallen.
[0094] Der Strömungskörper 15 kann auf den Tosbeckenboden 6 aufgesetzt sein und kann theoretisch
auch lösbar und damit austauschbar sein. Darüber hinaus kann allerdings der Strömungskörper
15 auch einstückig mit dem Tosbeckenboden 6 verbunden sein oder vom Tosbeckenboden
6 ausgebildet sein.
[0095] In Figuren 4 und 5 ist die Anordnung einer Ausführungsform eines Schütz 10 gezeigt.
Der Schütz 10 ist hierbei auf dem Gewässerboden 3 mit Abstand zur Rampe 4 gezeigt,
im Übrigen sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0096] Der Schütz 10 erstreckt sich bei dieser Ausführungsform von einem, das Gewässer 2
begrenzenden ersten Ufer 20 zu einem gegenüberliegenden, das Gewässer 2 begrenzenden
Ufer 21.
[0097] Die Ufer 20, 21 können hierbei natürliche Uferböschungen sein, jedoch kann es sich
bei dem Gewässer auch um ein kanalisiertes Fließgewässer handeln, bei dem dementsprechend
die Ufer 20, 21 als im Wesentlichen senkrechte Mauern ausgebildet sind. Wesentlich
für die Ufer ist, dass diese in der Lage sind, das Gewässer 2 seitlich so abzuschließen,
dass der Strömungsweg des Wassers über die gesamte Länge der Vorrichtung 1 erhalten
bleibt.
[0098] Der Schütz 10 besitzt eine erste Schützgrundplatte 22. Die Schützgrundplatte 22 erstreckt
sich vorzugsweise über die gesamte Breite des Gewässers 2 zwischen dem ersten Ufer
20 und dem zweiten Ufer 21. Die Schützgrundplatte 22 kann hierbei bei einem Gewässer
2, welches über eine begrenzte Breite verfügt, auf den Ufern 20, 21 aufliegen und
dort befestigt oder an den Ufern 20, 21 befestigt, das Gewässer überspannen. Bei hinlänglicher
Breite des Gewässers zwischen den Ufern 20, 21 kann die Schützgrundplatte 22 auf dem
Gewässerboden 3 mit Tragsäulen 23 aufgeständert sein. Die Tragsäulen 23 erstrecken
sich hierbei vom Gewässerboden 3 nach oben bis zur Schützgrundplatte 22 und sind sowohl
mit dem Gewässerboden als auch mit der Schützgrundplatte 22 verbunden.
[0099] Im Querschnitt können die Tragsäulen 23 rund oder wie in Figur 4 gezeigt, oval ausgebildet
sein und besitzen vorzugsweise einen Querschnitt, der die Verwirbelungen des Wassers
dahinter in Strömungsrichtung möglichst geringhalten.
[0100] An einer Vorderkante 24 der Schützgrundplatte 22 können Rechenstäbe 25 sich von der
Vorderkante 24 zum Gewässerboden 3 erstrecken und einen Rechen 26 ausbilden, mit welchem
verhindert wird, dass größere, in der Strömung mitgeführte Gegenstände in die Anlage
bzw. die Vorrichtung 1 hineingeraten und sie beschädigen können. Die Rechenstäbe 25
können insbesondere von der Vorderkante 24 zum Gewässerboden 3 schräg verlaufend angeordnet
sein. Zur Vermeidung von Verklausungen können die Rechenstäbe außerhalb der Betriebszeiten
der Welle mittels eines Gelenks aus dem Wasser gehoben werden.
[0101] Der Vorderkante 24 in Strömungsrichtung gegenüberliegend ist an der Schützgrundplatte
22 eine Hinterkante 27 ausgebildet.
[0102] Vorderkante 25 und Hinterkante 27 verlaufen vorzugsweise im Wesentlichen parallel
zueinander und quer zur Strömung.
[0103] Zwischen der Vorderkante 24 und der Hinterkante 27 kann die Schützgrundplatte 22
derart geneigt ausgebildet sein, dass die Vorderkante 24 höher, d.h. mit einem größeren
Abstand gegenüber dem Gewässerboden 3 als die Hinterkante 27 der Schützgrundplatte
22 sein. Durch diese Neigung wird das Niveau 11 des Gewässers 2 vor dem Schütz 10
auf ein Niveau 12, welches im Wesentlichen der Höhe der Hinterkante 27 gegenüber dem
Gewässerboden 3 entspricht, abgesenkt. Mit anderen Worten wird das anfallende Schwallwasser
bei stauenden Schützklappen durch die Schützgrundplatte 22 über das Niveau des Oberwasserspiegels
gestaut.
[0104] Entlang der Hinterkante 27 sind am Schütz 10 bzw. an der Schützgrundplatte 22 Schützklappen
28 angeordnet. Je nach Breite des Gewässers 2 und damit auch Länge der Schützgrundplatte
22 zwischen den Ufern 20, 21 kann eine Schützklappe 28 oder eine Mehrzahl von Schützklappen
28 vorgesehen sein. Die eine Schützklappe oder die mehreren Schützklappen 28 sind
mittels eines Gelenks 29 schwenkbar an der Schützgrundplatte 22 angeordnet.
[0105] Die Schwenkbarkeit ist hierbei derart gewährleistet, dass eine strömungsvorderseitige
Kante 30 der Schützklappen mit dem Gelenk 29 in Verbindung steht und eine rückseitige,
in Strömungsrichtung von der Vorderkante 30 entfernte Hinterkante 31 auf den Gewässerboden
3 zu und von diesem weg verschwenkbar ist. Hierbei kann die Schützklappe 28 oder können
die Schützklappen 28 auch über das Niveau der Hinterkante 27 angehoben werden, wo
dass die Schützklappen 28 nicht in das Wasser eintauchen bzw. den Strömungsquerschnitt
nicht mehr verengen, als dies die Schützgrundplatte 22 tut.
[0106] Jedoch kann mit den Schützklappen 28 insbesondere mit der Hinterkante 31 die Durchflussfläche
für das Wasser weiter verringert werden und insbesondere mittels des Gewässerbodens
3 den Ufern 20, 21 und der Hinterkante 31 soweit verringert werden, dass ein Niveau
19 erzielbar ist, bei dem die Strömungsgeschwindigkeit weiter gesteigert ist. Man
erkennt an den entsprechenden unterbrochenen Linien in Figur 5, dass sich durch diese
Manipulation eine höhere Welle 9 erzielen lässt.
[0107] Bei dem Vorhandensein mehrerer Schützklappen 28 können diese vorzugsweise unterschiedlich
angesteuert werden, was durch eine koaxiale Anordnung von Hohl- oder Vollwellen entlang
der Vorderkanten 30 möglich ist, so dass jede Schützklappe 28 über eine eigene Hohl-
bzw. Vollwelle verfügt.
[0108] Die Betätigungsmechanismen für die Schützklappen 28 befinden sich hierbei vorzugsweise
im Bereich außerhalb des Wassers.
[0109] Um bei abgesenkten Klappen und hoher Strömungsgeschwindigkeit zu verhindern, dass
das Wasser 2 zu stark gestaut wird und die Vorderkante 24 der Schützgrundplatte überströmt,
kann, wie bereits ausgeführt, ein Bypass vorhanden sein, mit dem das Niveau 11 des
Gewässers 2 vor dem Schütz notfalls eingestellt wird, wenn aufgrund witterungsbedingter
hoher Wassermengen eine Ableitung notwendig erscheint.
[0110] Eine oder mehrere Schützklappen 28 und insbesondere die mittlere Schützklappe 28
kann als Verdrängerkörper 32 ausgeführt werden. Der Verdrängerkörper kann dazu führen,
dass das Wasser in diesem Bereich stärker gestaut wird, so dass ein Effekt entsteht,
der auch aus dem Schiffsbereich bekannt ist, nämlich dass dort, wo ein Verdränger
durch das Wasser geht, z.B. ein Sportboot, hinter dem Verdränger eine höhere Heckwelle
auftürmt als an den Seiten. Hiermit kann also die Welle 9 lokal manipuliert werden.
[0111] In Figur 5 erkennt man zudem die Rampe 4, die in diesem Fall einteilig bzw. einstückig
mit dem Gewässerboden 3 ausgebildet ist.
[0112] Hierzu muss angemerkt werden, dass der Gewässerboden 3 ein natürlicher Gewässerboden
oder ein künstlicher Gewässerboden sein kann oder der Gewässerboden lediglich im Bereich
der Vorrichtung 1 ein befestigter Gewässerboden 3 ist, der beispielsweise aus Beton
oder dergleichen ausgebildet ist. Dies schließt nicht aus, dass vor und nach der Vorrichtung
1 der Gewässerboden natürlich verläuft.
[0113] Die Rampe 4 ist hierbei so ausgebildet, dass eine vordere Steuerungsfläche 33 aus
dem Gewässerboden 3 in die Rampe übergeht und bis zu einer Rampenkrone 34 reicht.
Die Steuerungsfläche 33 ist hierbei im Querschnitt konkav ausgebildet. Von der Rampenkrone
34 fällt die Rampe 4 mit der Stufe 5 in das Tosbecken ab und fluchtet auch mit der
Stufe 5.
[0114] Die Steuerungsfläche 33kann eben geneigt, konkav oder brachistochron gekrümmt ausgeführt
werden um einen strömungsoptimierten Übergang vom Gewässerboden 3 zur Rampe 4 zu gewährleisten..
[0115] Für die Erzeugung einer Welle in dieser Ausführungsform, können zum Übergang der
Froudezahl von <1 auf >1 ebene geneigte Rampen 4 oder vor allem Rampen 4 im Profil
brachistochroner Kurven verwendet werden. Eine brachistochron Kurve beschleunigt das
Wasser schneller als eine ebene geneigte Rampe, wodurch gerade bei großen Höhenunterschieden
zwischen Ober- und Unterwasser (Wellenboden 3 vor der Rampe und Tosbeckenboden 6)
ein kürzerer Abschnitt zur Beschleunigung das Wasser genutzt werden kann als es bei
einer ebenen geneigten Rampe der Fall ist.
[0116] Gleichwohl kann die Rampe auch gegenüber der Stufe 5 ein Stück nach vorne versetzt
sein und im Übrigen ist die Darstellung nicht maßstäblich, so dass die Rampe 4 insgesamt
auch deutlich größer sein kann und auch von dem Schütz 10 deutlich weiter beabstandet
sein kann. Anstelle einer, wie in Figur 5 gezeigten spoilerartigen Ausbildung kann
die Rampe 4 auch deutlich höher sein, so dass die Rampenkrone 34 einen größeren Abstand
zum Gewässerboden 3 besitzt und dadurch auch die Steuerfläche 33 deutlich vergrößert
wird.
[0117] Im Tosbecken 7 ist der Strömungskörper 15 einstückig mit dem Tosbeckenboden 6 ausgebildet,
wobei auch hier die vordere Flanke 18 des Strömungskörpers 15 eine Steigung besitzt,
die dazu führt, dass eine von der Welle herabströmende Wasserströmung im Wesentlichen
senkrecht hierauf auftrifft. Eine hintere Flanke 35 des Strömungskörpers 15 ist hierbei
steiler ausgebildet und fällt zum Tosbeckenboden 6 ab.
[0118] In Figuren 7 - 9 ist der Verdrängerkörper 32 anstelle einer der Schützklappen 28
deutlicher gezeigt, wobei dieser kastenartig ausgebildet ist und aus einer ebenen
Wandung 35 besteht, welche mit der Hinterkante 31 fluchtend von der Schützklappe 28
von einem Berührungspunkt mit dem Wasser wegweisend abragt und von dieser Stirnwandung
35 zwei Seitenwandungen 36 in Richtung zur Vorderkante abgehen, wobei diese Seitenwandungen
36 sich zur Vorderkante 30 hin verjüngen können und gewährleisten, dass der Verdrängungskörper
seitlich nicht überspült werden kann.
[0119] Das sich hierdurch ausbildende Strömungsbild ist in Figur 8 gezeigt, wobei offensichtlich
ist, dass hierbei der Verdrängungskörper tiefer ins Wasser eintaucht und hierbei von
der Strömung umflossen wird. Das unter dem Verdrängerkörper 32 hindurchströmende Wasser
wird stärker beschleunigt und führt gemäß Figur 9 zu einer Überhöhung der Welle 9
im Bereich des Verdrängungskörpers.
[0120] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform (Figuren 10, 11) ist der grundsätzliche
Aufbau identisch, jedoch ist im Bereich des Schütz 10 der Gewässerboden 3 mit einem
Abschnitt 37 ausgebildet, in dem das Gefälle größer ist als im Bereich des übrigen
Gewässerbodens 3.
[0121] In Strömungsrichtung S gesehen, besitzt der Abschnitt 37 eine Ausdehnung, die etwas
geringer ist als die Ausdehnung in Strömungsrichtung s des Schütz 10 von der Vorderkante
24 der Schützgrundplatte 22 zur Hinterkante 31 der Schützklappe 28. Vorzugsweise beginnt
der Abschnitt 37 dabei vor den Tragsäulen 23 und endet einen geringen Betrag stromabwärts
der Hinterkante 31.
[0122] Durch die Anordnung des Abschnitts 37 am Gewässerboden 3 unterhalb des Schütz 10
kann in diesem Bereich, insbesondere im Zusammenwirken mit den Schützklappen 28, eine
weitere Beschleunigung herbeigeführt werden, so dass vor dem Schütz 10 angestautes
Wasser leichter abfließen kann.
[0123] Bei wiederum einer weiteren Ausführungsform (Figuren 12, 13) ist der Schütz (10)
auf einem Wallelement 38 aufgeständert. Das Wallelement 38 erhebt sich vom Gewässerboden
3 mit einer Vorderwandung 39, welche in ein Plateau 40 übergeht, welches ein Gefälle
entsprechend des Gewässerbodens 3 oder kein Gefälle aufweist. In Strömungsrichtung
S bildet das Wallelement 38 an einer hinteren Kante 41, welche quer zur Strömungsrichtung
verläuft, eine Abrisskante 42 aus, und verläuft dann mit einer konvex geschwungenen
Rückwandung 43 in einen Gewässerbodenabschnitt 3 ein, welcher vom Niveau her tiefer
liegen kann als der Gewässerboden 3 vor dem Wallelement (38). Dieser Gewässerbodenabschnitt
3 geht dann, wie bereits beschrieben, in die Rampe 4 über. Diese Ausführungsform kommt
insbesondere auch bei der Adaption bestehender Wehre zur Anwendung.
[0124] Der Schütz 10 besitzt hierbei in Abwandlung zu den vorherigen Ausführungsformen eine
Schützgrundplatte 22, welche parallel zum Plateau 40 des Wallelements 38 verläuft
und insofern auch den Strömungsweg nicht wesentlich verengt oder nur mit einer Anschrägung
44 verengt. Die Anschrägung 44 verläuft dabei von der Vorderkante 24 in Richtung zum
Plateau.
[0125] Das Gelenk 29 zwischen der Schützgrundplatte 22 und den Schützklappen 28 befindet
sich hierbei in Strömungsrichtung S hinter der Abrisskante 42, so dass eine Hinterkante
31 der Schützklappe 28 im Bereich der konkaven Rückwandung 43 angeordnet ist bzw.
auf die Rückwandung 43 schwenkbar ist. Hierdurch wird die Wirkung der Schützklappe
28 mit einem starken Gefälle kombiniert.
[0126] Zur Modulierung der Welle 9 insbesondere im mittigen Bereich ist hierbei ein Verdrängungsmechanismus
45 vor der Rampe 4 auf dem Gewässerboden 3 angeordnet. Dieser Mechanismus (Figur 14)
besitzt ein Grundgestell 46, welches auf dem Gewässerboden 3 aufgeständert ist. Hierbei
handelt es sich beispielsweise um zwei Träger 46, welche quer zur Strömungsrichtung
voneinander beabstandet sind und an ihrem, vom Gewässerboden 3 am weitesten entfernten
Bereich eine gemeinsame Schwenkwelle 47 aufweisen.
[0127] An der Schwenkwelle 47 sind jeweils ein Schwenkarm 48 beabstandet von der Tragstruktur
46 angeordnet. Die Schwenkarme 48 reichen von der Schwenkwelle 47 zu einer Verdrängerplatte
49, an der sie oberseitig angeordnet sind. Die Verdrängerplatte 49 besitzt quer zur
Strömungsrichtung S eine Ausdehnung, welche über die Tragstruktur 46 und die Schwenkarme
48 seitlich hinausgeht.
[0128] Hierbei kann die Verdrängerplatte 49 in etwa rechteckig ausgebildet sein mit einer
hinteren, zu der Tragstruktur 46 weisenden Kante 50, zwei Seitenkanten 51 und einer
Vorderkante 52. Die Vorderkante 52 kann hierbei zur Mitte der Verdrängerplatte 49
hin spitz zulaufend die Verdrängerplatte erweitern. Unterhalb der Verdrängerplatte
49 ist an der Verdrängerplatte 49 ein Verdrängerkörper 53 angeordnet, welcher eine
Ausdehnung quer zur Strömungsrichtung hat, die geringer ist als die Verdrängerplatte
und insbesondere unterseitig von einem Schwenkarm zum anderen weist.
[0129] Der Verdrängerkörper besitzt von den Seitenkanten 51 beabstandet Seitenwandungen
54 und eine, gegen den Strom gerichtete Frontwandung 55, welche ebenfalls in der Mitte
zu einer vorstehenden Kante 56 , ähnlich einem Schiffsbug, verlaufen kann. Wird die
Verdrängerplatte 49 mit den Schwenkarmen 48 und der Schwenkwelle 47 zum Gewässerboden
abgesenkt, stellt sie sich schräg zum Gewässerboden verlaufend in die Strömung, wodurch
sie in ihrem Bereich wie eine Schützklappe bzw. zusätzliche Schützklappe wirkt und
zu einer partiellen Überhöhung der Welle 9 führt.
[0130] In Figur 15 sind die beschriebenen drei Ausführungsformen in einem natürlichen oder
künstlichen Fließgewässer hintereinander angeordnet gezeigt. Hierdurch werden die
Unterschiede der Ausführungsformen illustriert, allerdings ist auch ersichtlich, dass
der Tosbeckenboden 6 des Tosbeckens 7 der ganz rechten Ausführungsform deutlich tiefer
liegt als der Tosbeckenboden 6 des Tosbeckens 7 der ganz linken Ausführungsform, so
dass es möglich wäre, drei surfbare Wellen in einem Gewässer zu realisieren, lediglich
mit der natürlich vorhandenen Strömung, wobei die unterschiedlichen Ausführungsformen
die Verringerung der Strömung durch die vorherigen Vorrichtungen 1 berücksichtigen
und durch den Einbau der unterschiedlichen Veränderungen des Gewässerbodens 3 auch
mit den geringeren Strömungen auskommen können.
[0131] Bei der Erfindung ist von Vorteil, dass mit einem vergleichsweise geringen apparativen
Aufwand, der zudem sehr gut zu warten ist, eine gut beeinflussbare surfbare Welle
erzielt wird, welche sehr hoch ist.
1. Vorrichtung zur Erzeugung einer stehenden surfbaren Welle (9), wobei die Vorrichtung
(1) kanalartig ausgebildet ist mit zwei strömungsbegrenzende Seitenwandungen (20,
21), und einem dazwischen vorhandenem Gewässerboden (3), wobei der Gewässerboden (3)
sich mit einer Stufe (5) zu einem Tosbecken (7) vertieft und der Tosbeckenboden (6)
unter dem Niveau des Gewässerbodens (3) angeordnet ist, wobei in Strömungsrichtung
(S) vor dem Tosbecken (7) eine Rampe (4) auf dem Gewässerboden (3) ausgebildet ist,
die sich vom Gewässerboden (3) weg erstreckt und in dem Tosbecken (7) auf dem Tosbeckenboden
(6) ein rampenartiger Strömungskörper (15) ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Regulierung der Wassermenge und/oder Regulierung der Fließgeschwindigkeit vor
der Rampe (4) ein Schütz (10) oder ein Bypass zum Führen von Wasser an der Rampe und
dem Tosbecken (7) vorbei oder ein Schütz (10) und ein Bypass angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schütz (10) im Wesentlichen quer zur Strömungsrichtung (S) im Gewässer (2) angeordnet
ist, wobei der Abstand des Schütz (10) zur Rampe (4) so eingestellt ist, dass er vorzugsweise
1,5 - 5 m, insbesondere 2 - 4 m beträgt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungskörper (15) im Tosbecken (7) so angeordnet ist, dass Wasser, welches
über die Rampe (4) strömt und die Welle (9) ausbildet, im Wesentlichen senkrecht,
insbesondere im Winkel von 90° ± 25° auf den Strömungskörper (15) auftrifft
oder
dass der Strömungskörper (15) rampenartig ausgebildet ist und eine in Strömungsrichtung
(S) vordere Flanke (18) aufweist, welche zum Tosbeckenboden (6) geneigt angeordnet
ist, wobei die Neigung entsprechend des Strömungsverlaufs des auftreffenden Wassers
eingestellt ist und insbesondere zwischen 15 und 55°, insbesondere 20 und 45° liegt.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungskörper (15) sich über eine Teilbreite des Tosbeckens (7) oder die gesamte
Breite des Tosbeckens (7) erstreckt oder zu den das Tosbecken begrenzenden Seitenwandungen
(20, 21) zum Tosbeckenboden (6) hinab fällt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rampe (4) eine in Strömungsrichtung vordere Steuerungsfläche (33) besitzt, wobei
die Steuerungsfläche (33) von einem Gewässerboden (3) zu einer Rampenkrone (34) als
ebene Fläche oder zumindest teilbereichsweise konkav und insbesondere brachistochron
gekrümmt verläuft
oder
dass die Rampe so angeordnet ist, dass die Rampenkrone (34) mit einer Stufe (5) fluchtet,
mit der sich der Gewässerboden (3) zum Tosbecken (7) vertieft.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schütz (10) als Klappenschütz ausgebildet ist, wobei Schützklappen (28) vorhanden
sind, welche auf eine Oberfläche (11) eines Gewässers (2) zu schwenkbar und in das
Gewässer (2) einschwenkbar sind, um den wirksamen Durchflussquerschnitt des Gewässers
vom Gewässerboden (3) zu freien Hinterkanten (31) der Schützklappe (28) zu begrenzen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schütz (10) über eine Schützgrundplatte (22) verfügt, an deren in Strömungsrichtung
(S) hinterer Kante (27) eine oder mehrere Schützklappen (28) gelenkig und schwenkbar
angeordnet sind
oder
dass eine Schützklappe (28) oder eine Mehrzahl von Schützklappen (28) insbesondere
einzeln betätigbar und schwenkbar angeordnet sind,
wobei die Schützgrundplatte (22) quer zur Strömungsrichtung (S) über das Gewässer
(2) reichend auf den Ufern (20, 21) aufgelegt oder zwischen diesen angeordnet ist
oder mit Tragsäulen (23) auf dem Gewässerboden (3) aufgeständert ist oder auf den
Ufern (20, 21) aufliegt oder zwischen diesen angeordnet ist und auf dem Gewässerboden
(3) aufgeständert ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schützklappen (28) und insbesondere eine mittlere Schützklappe
(28) als Verdrängerkörper (32) ausgebildet ist, mit dem in diesem Bereich die Wasserverdrängung
verstärkt werden kann wobei der Schütz (10) vorzugsweise mit seiner Schützgrundplatte
(22) parallel zum Plateau (40) des Wallelements (38) verläuft und die Schützklappen
(28) vorzugsweise so angeordnet sind, dass sie mit ihrer hinteren Kante (31) auf das
Gewässer (2) hinter der Abrisskante (42) im Bereich der konkaven Rückwandung (43)
einwirken..
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Schütz (10) der Gewässerboden (3) mit einem Abschnitt (37) ausgebildet
ist, in dem das Gefälle größer ist als im Bereich des übrigen Gewässerbodens (3) vor
und hinter dem Schütz
oder
dass der Schütz (10) auf einem Wallelement (38) aufgeständert ist, welches von dem
Gewässerboden ausgebildet wird, wobei sich das Wallelement (38) ein Stück über den
Gewässerboden (3) mit einer Vorderwandung (39) erhebt, welche in ein Plateau (4) übergeht,
auf dem der Schütz (10) aufgeständert ist oder über den Schütz (10) verläuft, wobei
das Plateau (40) ein Gefälle entsprechend des Gewässerbodens (3) oder kein Gefälle
aufweist, wobei in Strömungsrichtung (S) das Wallelement (38) an einer hinteren Kante
(41), welche quer zur Strömungsrichtung (S) verläuft, eine Abrisskante (42) ausbildet
und mit einer konkav geschwungenen Rückwandung (43) in einen Gewässerbodenabschnitt
(3) hineinverläuft, welcher vom Niveau her tiefer liegen kann als der Gewässerboden
(3) vor dem Wallelement (38).
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Rampe (4) auf dem Gewässerboden (3) ein weiterer Verdrängungsmechanismus
(45) mit dem Gewässerboden (3) verbunden angeordnet ist, wobei der Verdrängungsmechanismus
(45) über einen Verdrängungskörper (54 + 55) verfügt, welcher in die Strömung stellbar
ist und der zur Vermeidung vom Überspülen durch Schwallwasser mit einer Verdrängerplatte
(49) verfügt, die den Körper deutlich überragt und mit einem Gefälle zur strömungsabgewandten
Seite abfällt.
12. Verfahren zum Erzeugen einer surfbaren Welle, wobei in einem Abschnitt eines natürlichen
oder künstlichen Gewässers, wie einem Fluss, Bach oder Kanal, auf einem Kanalboden
(3) eine Rampe (4) im Wesentlichen quer zur Strömungsrichtung angeordnet wird, welche
Wasser zu einer Welle auftürmt, wobei in Strömungsrichtung hinter der Rampe ein Tosbecken
vorgesehen wird, welches einen Tosbeckenboden (6) aufweist, welcher tiefer als der
Gewässerboden (3) vor der Rampe (4) angeordnet wird, wobei zur Modulierung der Welle
(9) in einem Bereich, in dem das Wasser in das Tosbecken einströmt, ein Strömungskörper
so angeordnet wird, dass das Wasser senkrecht auf eine Vorderflanke (18) des Strömungskörpers
(15) aufprallt
oder
dass zur Regulierung der Wassermenge oder zur Regulierung der Geschwindigkeit des
Wassers, welches über die Rampe (4) strömt, oder zur Regulierung der Wassermenge und
der Geschwindigkeit des Wassers, welches über die Rampe (4) strömt, vor der Rampe
das Wasser über einen Bypass, welcher an der Rampe und dem Tosbecken vorbei verläuft,
geführt wird oder die Wassermenge und Wassergeschwindigkeit mit einem Schütz (10),
welcher vor der Rampe angeordnet wird, reguliert wird oder ein Bypass und ein Schütz
(10) angeordnet werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Schütz (10) der wirksame Strömungsquerschnitt des Wassers zwischen den Ufern
(20, 21) und dem Gewässerboden (3) einerseits und einer Kante (31) des Schütz (10)
eingestellt wird, wobei mit dem Schütz der Wasserstrom vorzugsweise von einem strömenden
in eine schießende Fließbewegung geändert wird und der Übergang vorzugsweise von einer
Froude-Zahl mit einem Wert kleiner 1 zu einer Froude-Zahl mit einem Wert größer 1
geändert wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand des Schütz (10) zur Rampe (4), uns insbesondere der wirksamen Hinterkante
(31) des Schütz (10) zur Rampe (4) bei 1,5 - 5 m, insbesondere 2 - 4 m eingestellt
wird oder dass die Neigung der vorderen Flanke (18) des Strömungskörpers (15) fest
eingestellt oder variabel einstellbar ist, wobei die Neigung entsprechend des Strömungsverlaufs
des Wassers auf 15 - 55°, insbesondere 20 und 45° eingestellt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schütz verwendet wird mit einer Schützgrundplatte (22) und an einer Hinterkante
(27) der Schützgrundplatte (22) angelenkter Schützklappe (28), wobei die Schützklappe
(28), die auf das Gewässer (2) und in das Gewässer (2) schwenkbare Kante (31) aufweist,
wobei die Schützgrundplatte (22) parallel zum Gewässerboden oder in Strömungsrichtung
zum Gewässerboden (3) geneigt ausgebildet wird, damit das anfallende Schwallwasser
bei stauenden Schützklappen durch die Schützgrundplatte (22) über das Niveau des Oberwasserspiegels
gestaut wird oder
dass die Rampe (4) das anströmende Wasser mit einer in Strömungsrichtung vorne liegenden
Steuerungsfläche (33) leitet, wobei die Steuerungsfläche (33) von einem Gewässerboden
(3) zu einer Rampenkrone (34) als ebene Fläche oder zumindest teilbereichsweise konkav
und insbesondere brachistochron gekrümmt ist.