[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Sägen und Spalten von Holz gemäß dem
Oberbegriff von Patentanspruch 1.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind in diesem Zusammenhang Vorrichtungen zum kombinierten
Sägen und Spalten von Holz bekannt, bei denen von einem Holzstück mittels eines Sägeblattes
oder Kettensäge ein Holzabschnitt abgesägt wird und anschließend in derselben Vorrichtung
von einer Spaltvorrichtung in Holzscheite gespalten wird. Die Übergabe des abgesägten
Holzabschnitts an die Spaltvorrichtung erfolgt im einfachsten Fall durch die Einwirkung
der Schwerkraft oder durch eine Holzmanipulationseinheit. So fällt der abgesägte Holzabschnitt
beispielsweise durch die Einwirkung der Schwerkraft selbstständig in einen Spaltkanal
der Spaltvorrichtung, in der der Holzabschnitt mittels eines Stempels gegen einen
Spaltkeil gedrückt und so in Holzscheite gespalten wird.
[0003] Problematisch bei der Übergabe von Holzabschnitten durch die Einwirkung der Schwerkraft
zwischen der Säge- und der Spaltfunktion sind dabei jedoch unförmige Holzabschnitte
wie unrunde, stark verastete oder sehr kurze Holzabschnitte mit großem Verarbeitungsdurchmesser.
Derartige unförmige Holzabschnitte fallen bei der Übergabe oftmals seitlich um, liegen
dann quer im Spaltkanal und erfordern somit einen manuellen Eingriff des Bedieners.
Durch das Öffnen von etwaigen Schutzeinrichtungen und das korrekte Positionieren der
Holzabschnitte im Spaltkanal werden der Durchsatz der Vorrichtung sowie der Arbeitsfluss
wesentlich beeinträchtigt.
[0004] Aus der
DE 20010048 U1 ist eine Vorrichtung zum Sägen und Spalten von Holz bekannt, die einen Anschlag für
den abgesägten Holzabschnitt aufweist, der den Holzabschnitt auf seinem Weg in den
Spaltkanal führt, solange sich der Stempel im Spaltraum befindet und derart ein Zurückziehen
des abgesägten Holzabschnitts durch den Stempel in Richtung der Sägevorrichtung gegen
das Sägeblatt der Spaltvorrichtung verhindert. Dies gewährleistet zwar einen Schutz
des Sägeblattes vor Beschädigung, verhindert jedoch nicht, dass unförmige Holzabschnitte
dennoch seitlich umfallen und sich im Spaltkanal querstellen. Darüber hinaus verkomplizieren
derartige Manipulationseinrichtungen naturgemäß den Aufbau der Vorrichtung und führen
zu erhöhtem Reparatur- und Wartungsaufwand, was unerwünscht ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, diesbezüglich Abhilfe zu schaffen und eine Vorrichtung
zum Sägen und Spalten von Holz bereitzustellen, die es ermöglicht, ohne großen technischen
Mehraufwand und ohne zusätzliche Manipulationseinrichtungen die Holzübergabe von der
Säge- zur Spaltfunktion wesentlich betriebssicherer zu gestalten.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe bei einer Vorrichtung zum Sägen und Spalten von
Holz gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1 mit den kennzeichnenden Merkmalen
von Patentanspruch 1.
[0007] Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass der Spaltkanal im Aufstellungszustand
der Vorrichtung in einem Winkel α von größer als 0° zur Waagrechten geneigt angeordnet
ist.
[0008] Durch diese Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Sägen und Spalten
von Holz wird eine Schwerpunktverlagerung bei den in den Spaltkanal fallenden Holzabschnitten
erzielt. Auf diese Weise kann das Eigengewicht der Holzabschnitte zum seitlichen Kippen
und Abstützen zum Stempel hin genutzt werden, um die Holzabschnitte durch die Einwirkung
der Schwerkraft allein zur weiteren Verarbeitung betriebssicher im Spaltraum positionieren
zu können bzw. um ein seitliches Umfallen und Querstellen, das einen manuellen Bedienereingriff
erfordern würde, völlig zu verhindern.
[0009] Als "Spaltkanal" wird im Zusammenhang mit der Erfindung derjenige Raum verstanden,
in dem die abgesägten Holzabschnitte durch die für die Holzspaltung zuständigen Komponenten
der Spaltvorrichtung gespalten werden und der im Aufstellungszustand der Vorrichtung
in Richtung Boden bzw. Aufstellfläche von der zweiten Aufnahmeeinrichtung begrenzt
wird. Als "Aufstellungszustand" wird im Zusammenhang mit der Erfindung derjenige Zustand
der Vorrichtung verstanden, in dem die Vorrichtung betriebsbereit ist.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausführungsvarianten einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum
Sägen und Spalten von Holz sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0011] Ein besonders zuverlässiges Vermeiden eines seitlichen Umfallens bzw. Querlegens
von Holzabschnitten im Spaltkanal kann erzielt werden, wenn der Spaltkanal in einem
Winkel α von 0° < α ≤45° zur Waagrechten geneigt ist.
[0012] Eine besonders kompakt ausgestaltete Vorrichtung zum Sägen und Spalten von Holz bei
der besonders zuverlässig ein seitliches Umfallen bzw. Querlegen von Holzabschnitten
im Spaltkanal vermieden wird, kann bereitgestellt werden, wenn der Spaltkanal in einem
Winkel α von 5° bis 15° zur Waagrechten geneigt ist.
[0013] Gemäß einer besonders vorteilhaften Variante einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Sägen und Spalten von Holz kann vorgesehen sein, dass der Spaltkanal in einem
Winkel α von 10° zur Waagrechten geneigt ist.
[0014] Um auch verhärtetes und stark verastetes Holz mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zuverlässig und sicher spalten zu können, kann vorgesehen sein, dass die Spaltvorrichtung
ein Spaltwerkzeug, insbesondere einen Spaltkeil, umfasst, wobei das Spaltwerkzeug
an einem von der Sägevorrichtung entfernten Ende des Spaltkanals rechtwinklig zur
Längsachse der zweiten Aufnahmeeinrichtung und/oder des Spaltkanals angeordnet ist.
[0015] Um eine für das Bedienpersonal sichere und gleichzeitig zuverlässige Spaltung bei
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zu ermöglichen, kann vorgesehen sein, dass die
Spaltvorrichtung einen gegen das Spaltwerkzeug drückbaren Stempel umfasst, wobei der
Stempel in Richtung des Spaltwerkzeugs parallel zur Längsachse der zweiten Aufnahmeeinrichtung
und/oder des Spaltkanals reversibel verstellbar an der Spaltvorrichtung angeordnet
ist.
[0016] Um sicherzustellen, dass ein zu spaltender Holzabschnitt während eines Spaltvorgangs
von der zweiten Aufnahmeeinrichtung bzw. deren Auflagefläche zuverlässig gehalten
und gegen ein mögliches Verdrehen stabilisiert wird, kann vorgesehen sein, dass die
zweite Aufnahmeeinrichtung der Spaltvorrichtung eine Auflagefläche umfasst, wobei,
auf der Auflagefläche zu spaltendende Holzabschnitte auflegbar sind und wobei die
Auflagefläche einen V-förmigen Querschnitt aufweist.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Variante einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Sägen
und Spalten von Holz kann vorgesehen sein, dass an einer von der Sägevorrichtung abgewandten
Entnahmeseite der zweiten Aufnahmeeinrichtung eine Transportvorrichtung zum Abtransport
von gespaltenen Holzscheiten, insbesondere ein Förderband, angeordnet ist.
[0018] Insbesondere in Kombination mit einem in einem Winkel von größer 0° zur Waagrechten
geneigten bzw. ansteigenden Spaltkanal mit rechtwinklig zur zweiten Aufnahmeeinrichtung
angeordnetem Spaltwerkzeug wird die Übergabe und Betriebssicherheit zur Transportvorrichtung
zum Abtransport von gespaltenen Holzscheiten, z.B. einem Förderband, wesentlich verbessert,
da der relative Winkel zwischen Spaltrichtung und Transportvorrichtung reduziert und
die Höhe gegenüber der Standfläche zur Störungsfreien Übergabe an die Vorrichtung
zum Abtransport gewonnen wird.
[0019] Gemäß einer, insbesondere in Kombination mit einer Transportvorrichtung, vorteilhaften
Variante einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Sägen und Spalten von Holz kann vorgesehen
sein, dass der Spaltkanal derart an der Vorrichtung angeordnet ist, dass im Aufstellungszustand
der Vorrichtung das von der Sägevorrichtung entfernte Ende des Spaltkanals weiter
von der Aufstellungsfläche entfernt ist, als das der Sägevorrichtung nahe Ende des
Spaltkanals. Als "Aufstellungsfläche" wird im Zusammenhang mit der Erfindung diejenige
Fläche verstanden, auf der die Vorrichtung im betriebsbereiten Zustand aufgestellt
ist, also steht, z.B. ein Boden oder eine andere geeignete Fläche.
[0020] Um bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung besonders kleine Schnittbreiten und einen
vergleichsweise geringen Anfall von Sägemehl zu erzielen, kann vorgesehen sein, dass
die Sägevorrichtung ein Sägeblatt umfasst.
[0021] Um eine besonders betriebssichere Übergabe von der Sägevorrichtung zur Spaltvorrichtung
zu erzielen, kann vorgesehen sein, dass eine gedachte Schnittlinie der Ebene des Stempels
in seiner Ausgangsposition und der Ebene des Sägewerkzeugs, insbesondere des Sägeblatts,
in etwa auf halber Höhe des Stempels liegt, wobei der Stempel in seiner Ausgangsposition
seine am weitesten vom Spaltwerkzeug der Spaltvorrichtung entfernte Position einnimmt.
Bei einer derartigen Ausgestaltung der Vorrichtung erhält ein abgesägter, herabfallender
Holzabschnitt vorteilhafterweise bereits vor Kontakt mit der Spaltvorrichtung bzw.
der zweiten Aufnahmevorrichtung einen Drehimpuls in die gewünschte Endlage, was wiederum
die sichere Übergabe begünstigt.
[0022] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
und den beiliegenden Zeichnungen.
[0023] Die Erfindung ist im Folgenden anhand von besonders vorteilhaften, aber nicht einschränkend
zu verstehenden Ausführungsbeispielen in den Zeichnungen schematisch dargestellt und
wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beispielhaft beschrieben.
[0024] Im Folgenden zeigen schematisch:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Sägen und Spalten von Holz, und
Fig. 2 eine Schnittansicht durch das Ausführungsbeispiel aus Fig. 1.
Fig. 3 eine Detailansicht der Schnittansicht aus Fig. 2,
Fig. 4 eine weitere Schnittansicht durch das Ausführungsbeispiel aus Fig. 1,
Fig. 5 die Schnittansicht aus Fig. 4 mit schematisch angedeutetem Holzstück bzw. Holzabschnitt
und Sägeblatt.
[0025] Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 zum
Sägen und Spalten von Holz in einer Schrägansicht von außen. Die Vorrichtung 100 umfasst
eine Sägevorrichtung 1 und eine Spaltvorrichtung 2. In der in Fig. 1 dargestellten
Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 werden die Sägevorrichtung 1 und die
Spaltvorrichtung 2, sowie eine Transportvorrichtung, auf die weiter unten noch näher
eingegangen wird, von Abdeckungen und Schutzverkleidungen, die zum Schutz des Bedienpersonals
dienen, größtenteils verdeckt. Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht durch die Vorrichtung
100 aus Fig. 1.
[0026] Die Sägevorrichtung 1 umfasst im Ausführungsbeispiel als Sägewerkzeug ein Sägeblatt
12, konkret ein Kreissägeblatt. Alternativ zum Kreissägeblatt kann eine erfindungsgemäße
Vorrichtung 100 mehrere Kreissägeblätter oder zumindest ein Stichsägeblatt oder Bandsägeblatt,
oder auch eine oder mehrere Sägeketten aufweisen.
[0027] Durch die Sägevorrichtung 1 bzw. deren Sägeblatt 12 wird im Betrieb der Vorrichtung
100 von einem Holzstück 3, das auf die erste Aufnahmeeinrichtung 11 gelegt wird, ein
Holzabschnitt 4 abgesägt (siehe Fig. 4 und Fig. 5). Bei der ersten Aufnahmeeinrichtung
11 handelt es sich im Ausführungsbeispiel um ein Förderband, auf das Holzstücke 3
gelegt und automatisch bis zum Sägeblatt 12 transportiert werden.
[0028] Der abgesägte Holzabschnitt 4 fällt anschließend bedingt durch die auf das Holzstück
3 einwirkende Schwerkraft in die Spaltvorrichtung 2 bzw. in deren Spaltkanal 22 (siehe
Fig. 5). Die Spaltvorrichtung 2 weist einen trogförmigen Spaltkanal 22 auf, der eine
zweite Aufnahmeeinrichtung 21 und eine Auflagefläche mit einem V-förmigen Querschnitt
umfasst (siehe Fig. 4 und Fig. 5). Der aus der Sägevorrichtung 1 fallende Holzabschnitt
4 kommt auf der Auflagefläche der zweiten Aufnahmeeinrichtung 21 der Spaltvorrichtung
2 zu liegen. Durch den V-förmigen Querschnitt wird der Holzabschnitt 4 optimal gegen
Verrutschen oder Abgleiten gesichert.
[0029] An dem von der Sägevorrichtung 1 abgewandten Ende des Spaltkanals 22 ist im Ausführungsbeispiel
ein Spaltwerkzeug in Form eines Spaltkeils angeordnet. Der Spaltkeil ist rechtwinkelig
zur Längsachse des Spaltkanals 22 bzw. zur Längsachse der zweiten Auflagefläche 21
angeordnet. Der Spaltkeil ist im Ausführungsbeispiel sternförmig mit einer Längs-
und zwei Querschneiden ausgebildet, sodass sechs Holzscheite entstehen. Der Spaltkeil
kann aber auch kreuzförmig mit einer Längs- und einer Querschneide ausgebildet sein,
oder auch nur eine Längsschneide, oder auch mehr als zwei Querschneiden umfassen.
[0030] Um den abgesägte Holzabschnitt 4 gegen den Spaltkeil zu drücken, ist im Ausführungsbeispiel
ein verschiebbarer, gegen den Spaltkeil drückbarer Stempel 24 an der Spaltvorrichtung
2 angeordnet. Der Stempel 24 ist an einem der Sägevorrichtung 1 zugewandten Ende des
Spaltkanals 22 an der Spaltvorrichtung 2 angeordnet und kann so verstellt werden,
dass er parallel zur Längsachse des Spaltkanals 22 bzw. der zur Längsachse zweiten
Auflagefläche 21 ausgehend von dem der Sägevorrichtung 1 zugewandten Ende des Spaltkanals
22 reversibel in Richtung des Spaltkeils bewegt wird. Im Ausführungsbeispiel ist der
Stempel 24 in einer Führung des Spaltkanals 22 geführt und kann sich ausschließlich
auf den Spaltkeil zu und von diesem weg bewegen. Befindet sich also ein abgesägter
Holzabschnitt 4 im Spaltkanal 22, wird er durch den Stempel 24 gegen den Spaltkeil
gedrückt und auf diese Weise in sechs Holzscheite zerteilt bzw. gespalten.
[0031] Die Sägevorrichtung 1 verfügt im Ausführungsbeispiel über einen Elektromotor mit
Direktantrieb als Sägeblattantrieb für das Sägeblatt 12. Alternativ dazu kann auch
ein Elektromotor mit Keilriemenantrieb, ein Verbrennungsmotor mit Keilriemen oder
ein Zapfwellengetriebe mit Keilriemen vorliegen, wobei gegebenenfalls zwischen dem
Sägeblattantrieb und dem Sägeblatt 12 ein Getriebe vorgesehen ist. Auch die Spaltvorrichtung
2 verfügt im Ausführungsbeispiel über einen derartigen Elektromotor. Alternativ dazu
kann auch ein gemeinsamer Motor sowohl die Sägevorrichtung 1, als auch die Spaltvorrichtung
2 antreiben und diese jeweils beispielsweise über ein Kurbelwelle antreiben.
[0032] Fällt ein besonders unförmiger oder stark verasteter Holzabschnitt oder ein kurzer
Holzabschnitt mit besonders großem Querschnitt von der Sägevorrichtung in den Spaltkanal,
kann es bei bekannten Vorrichtungen zum Sägen und Spalten von Holz mit waagrecht verlaufendem
Spaltkanal dazu kommen, dass der Holzabschnitt nicht längs im Spaltkanal zu liegen
kommt, d.h. mit seiner Längsachse parallel zur Längsachse des Spaltkanals, sondern
quer dazu. In diesem Fall ist es notwendig, dass das Bedienpersonal den Holzabschnitt
manuell korrekt im Spaltkanal positioniert, wofür eine Unterbrechung der Arbeit und
das Öffnen von etwaigen Schutzeinrichtungen erforderlich ist.
[0033] Damit ein derartiges seitlich Umfallen bzw. Querliegen im Spaltkanal 22 vermieden
wird, ist bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 zum Sägen und Spalten von Holz
der Spaltkanal 22 in einem Winkel von größer als 0° zur Waagrechten geneigt angeordnet
(siehe Fig. 2). Dabei ist der Spaltkanal 22 derart an der Vorrichtung 100 angeordnet,
dass dessen von der Sägevorrichtung 1 abgewandtes bzw. entferntes Ende im Aufstellungszustand
der Vorrichtung 100 weiter vom Boden bzw. der Aufstellungsfläche entfernt ist, als
das der Sägevorrichtung zugewandte bzw. nahe Ende des Spaltkanals 22. Der angegebene
Winkel ist dabei als der im Aufstellungszustand bzw. betriebsbereiten Zustand der
Vorrichtung 100 zwischen der Waagrechten und dem Spaltkanal 22 eingeschlossene Winkel
α zu verstehen.
[0034] Generell reicht es aus, wenn der Winkel α, in dem der Spaltkanal 22 zur Waagrechten
geneigt ist, zwischen größer als 0° und 45° liegt, um ein seitliches Umfallen bzw.
Querliegen von Holzabschnitten 4 im Spaltkanal 22 zu verhindern. Konstruktionstechnisch
vorteilhaft hat sich ein Winkel α zwischen 5° und 15° erwiesen, da die Vorrichtung
100 dann besonders kompakt ausgestaltet werden kann und die abgesägten Holzabschnitte
4 dennoch zuverlässig korrekt in den Spaltkanal 22 fallen. Wie sich in Testversuchen
gezeigt hat, kann der Winkel α besonders bevorzugt 10° betragen:
In Versuchsaufbauten konnte der Nachweis der Funktionsverbesserung durch einen derartigen
in einem Winkel α zur Waagrechten geneigten Spaltkanal 22 eindeutig nachgewiesen werden.
[0035] Bei der Übergabe mittels Schwerkraft von Holzabschnitten mit 33 cm Stammdurchmesser
und Länge 20 cm ergab der Funktionstest ca. 25-50 Fehlergebnisse bei 100 Versuchsdurchläufen
bei horizontalem bzw. waagrechtem Spaltkanal, wie dieser bei bekannten Vorrichtungen
zum Sägen und Spalten vorgesehen ist.
[0036] Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 zum Sägen und Spalten von Holz mit einem
im Winkel α = 10° ansteigendem bzw. zur Waagrechten angeordneten Spaltkanal 22 kam
es hingegen nur zu 0-1 Fehlergebnissen bei ebenfalls 100 Versuchsdurchläufen.
[0037] Wie in Fig. 3 ersichtlich ist, sind im Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 100 zusätzlich der Stempel 24 und das Sägeblatt 12 derart an der Vorrichtung
100 angeordnet, dass eine gedachte Schnittlinie der Ebene des Stempels 22 und der
Ebene des Sägeblatts 12 in etwa auf halber Höhe des Stempels 24 liegt, wenn sich der
Stempel 24 in seiner Ausgangsposition befindet. Die Ausgangsposition des Stempels
24 ist dabei diejenige Position des Stempels 24, in der der Stempel 24 seine am weitesten
vom Spaltwerkzeug der Spaltvorrichtung 2 entfernte Position einnimmt, d.h. diejenige
Position, aus der sich der Stempel 24 auf das Spaltwerkzeug bzw. den Spaltkeil zu
bewegt.
[0038] Diese Anordnung verbessert die betriebssichere Übergabe von der Sägevorrichtung 1
zur Spaltvorrichtung 2 weiter, da ein abgesägter, herabfallender Holzabschnitt 4 noch
vor dem Kontakt mit der Spaltvorrichtung 2 bzw. deren zweiten Aufnahmevorrichtung
21 einen Drehimpuls in die gewünschte Endlage.
[0039] Wie in Fig. 1 und Fig. 2 zu erkennen ist, umfasst die Vorrichtung 100 zum Sägen und
Spalten von Holz im Ausführungsbeispiel eine als Förderband 3 ausgebildete Transportvorrichtung
für den Abtransport von gespaltenen Holzscheiten. In Fig. 1 und Fig. 2 ist jeweils
nur ein Teilbereich der Transportvorrichtung dargestellt. Die Transportvorrichtung
ist im Bereich des von der Sägevorrichtung 1 abgewandten Entnahmeseite 23 der zweiten
Aufnahmeeinrichtung 21, d.h. dem von der Sägevorrichtung 1 abgewandten Ende des Spaltkanals
22 bzw. der zweiten Aufnahmevorrichtung 21, angeordnet. Wird, wie zuvor beschrieben,
ein abgesägter Holzabschnitt 4 von der Spaltvorrichtung 2 gespalten, fallen die einzelnen
Holzscheite im Ausführungsbeispiel direkt auf das Förderband 3, das zum Abtransport
der Holzscheite dient.
[0040] Bei einer Kombination von einer derartigen Transportvorrichtung mit einem geneigten
Spaltkanal 22 wird vorteilhafterweise durch den ansteigenden Spaltkanal 22 mit rechtwinklig
zur Längsachse des Spaltkanals 22 angeordnetem Spaltwerkzeug die Übergabe und Betriebssicherheit
zur Transportvorrichtung im Vergleich zu bekannten Vorrichtungen mit waagrecht verlaufendem
Spaltkanal wesentlich verbessert. Dies ist dadurch bedingt, dass der relative Winkel
zwischen Spaltrichtung und Transportvorrichtung reduziert und Höhe gegenüber der Standfläche
bzw. dem Boden zur störungsfreien Übergabe an die Transportvorrichtung gewonnen wird.
[0041] Eine derartige Transportvorrichtung ist jedoch optional und eine erfindungsgemäße
Vorrichtung 100 kann auch ohne derartige Transportvorrichtung auskommen. In diesem
Fall fallen die gespaltenen Holzscheite entweder unmittelbar aus der Spaltvorrichtung
2 oder werden durch nachfolgend gespaltene Holzscheite aus der Spaltvorrichtung 2
gedrückt. Bedingt durch die Schwerkraft sammeln sich die Holzscheite am Boden bzw.
der Aufstellungsfläche im Bereich des von der Sägevorrichtung 1 abgewandten Endes
des Spaltkanals 22 bzw. der zweiten Aufnahmevorrichtung 21 und können von dort beispielsweise
händisch aufgenommen und zum Bestimmungsort transportiert werden.
1. Vorrichtung (100) zum Sägen und Spalten von Holz umfassend
- eine Sägevorrichtung (1) zum Absägen eines Holzabschnitts (4) von einem Holzstück
(3) umfassend eine erste Aufnahmevorrichtung (11) zur Aufnahme eines zu sägenden Holzstücks
(3) und
- eine Spaltvorrichtung (2) zum Spalten eines Holzabschnitts (4) in Holzscheite umfassend
einen Spaltkanal (22) mit einer zweiten Aufnahmevorrichtung (21) zur Aufnahme des
zu spaltenden Holzabschnitts (4),
wobei der Spaltkanal (22) mit der zweiten Aufnahmevorrichtung (21) der ersten Aufnahmeeinrichtung
(11) nachgeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spaltkanal (22) im Aufstellungszustand der Vorrichtung (100) in einem Winkel
α von größer als 0° zur Waagrechten geneigt angeordnet ist.
2. Vorrichtung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spaltkanal (22) in einem Winkel α von größer als 0° bis 45° zur Waagrechten geneigt
ist.
3. Vorrichtung (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Spaltkanal (22) in einem Winkel α von 5° bis 15° zur Waagrechten geneigt ist.
4. Vorrichtung (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spaltkanal (22) in einem Winkel von 10° zur Waagrechten geneigt ist.
5. Vorrichtung (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltvorrichtung (2) ein Spaltwerkzeug, insbesondere einen Spaltkeil, umfasst,
wobei das Spaltwerkzeug an einem von der Sägevorrichtung (1) entfernten Ende des Spaltkanals
(22) rechtwinklig zur Längsachse der zweiten Aufnahmeeinrichtung (21) und/oder des
Spaltkanals (22) angeordnet ist.
6. Vorrichtung (100) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Spaltvorrichtung einen gegen das Spaltwerkzeug drückbaren Stempel (24) umfasst,
wobei der Stempel (24) in Richtung des Spaltwerkzeugs parallel zur Längsachse der
zweiten Aufnahmeeinrichtung (21) und/oder des Spaltkanals (22) reversibel verstellbar
an der Spaltvorrichtung (2) angeordnet ist.
7. Vorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Aufnahmeeinrichtung (21) der Spaltvorrichtung (2) eine Auflagefläche umfasst,
wobei auf der Auflagefläche zu spaltendende Holzabschnitte (4) auflegbar sind und
wobei die Auflagefläche einen V-förmigen Querschnitt aufweist.
8. Vorrichtung (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer von der Sägevorrichtung (1) abgewandten Entnahmeseite (23) der zweiten Aufnahmeeinrichtung
(21) eine Transportvorrichtung (3) zum Abtransport von gespaltenen Holzscheiten, insbesondere
ein Förderband, angeordnet ist.
9. Vorrichtung (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spaltkanal (22) derart an der Vorrichtung (100) angeordnet ist, dass im Aufstellungszustand
der Vorrichtung (100) das von der Sägevorrichtung (1) entfernte Ende des Spaltkanals
(22) weiter von der Aufstellungsfläche entfernt ist, als das der Sägevorrichtung (1)
nahe Ende des Spaltkanals (22).
10. Vorrichtung (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sägevorrichtung (1) ein Sägewerkzeug, insbesondere ein Sägeblatt (12), umfasst.
11. Vorrichtung (100) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittlinie der Ebene des Stempels (24) in seiner Ausgangsposition und der Ebene
des Sägewerkzeugs, insbesondere des Sägeblatts (12), in etwa auf halber Höhe des Stempels
(24) liegt, wobei der Stempel (24) in seiner Ausgangsposition seine am weitesten vom
Spaltwerkzeug der Spaltvorrichtung (2) entfernte Position einnimmt.