[0001] Die Erfindung betrifft einen Schlauchheber mit einem Hubschlauch, einer Sauggreifvorrichtung
und einem Steuerventil zum Einstellen eines Strömungswiderstands für Strömungen von
der Sauggreifvorrichtung zu dem Hubschlauch.
[0002] Schlauchheber sind Unterdruck-Handhabungsvorrichtungen, mit welchen Lasten mit Hilfe
von Unterdruck angehoben, gegebenenfalls verlagert und wieder abgesetzt werden können.
Die Hubkraft wird mittels eines Hubschlauchs ausgeübt, der durch Beaufschlagung seines
Schlauchinnenraums mit Unterdruck verkürzbar und durch Abbau des in ihm herrschenden
Unterdrucks wieder verlängerbar ist. Ein Schlauchheber ist beispielsweise aus der
DE 10 2021 102 572 A1 bekannt.
[0003] An einem Ende des Hubschlauchs ist üblicherweise eine Sauggreifvorrichtung mit wenigstens
einer Saugstelle zum Ansaugen eines Gegenstands angeordnet. Die Sauggreifvorrichtung
ist vorzugsweise durch den Schlauchinnenraum des Schlauchhebers hindurch mit Unterdruck
versorgbar ist. Eine Anlage der Saugstelle an einem zu transportierenden Gegenstand
bewirkt dann insbesondere eine bis in den Schlauchinnenraum des Hubschlauchs wirkende
Abdichtung, sodass ein in dem Hubschlauch wirkender Unterdruck den Hubschlauch verkürzt
und somit den Gegenstand anhebt.
[0004] Um eine Verkürzung des Hubschlauchs zu stoppen oder aber den Hubschlauch, bspw. zum
Ablegen des Gegenstands, wieder zu verlängern, ist üblicherweise ein Belüftungsventil
vorgesehen, über welches dem Hubschlauch - dem Unterdruck im Schlauchinnenraum überlagert
- Umgebungsluft zugeführt werden kann. Nach dem Absetzen des Werkstücks an einem Zielort
kann das Abtrennen des Gegenstands von der Sauggreifvorrichtung dadurch unterstützt
werden, dass das Belüftungsventil noch weiter geöffnet wird.
[0005] Bei unbelegter Saugstelle, also dann, wenn kein Gegenstand an der Saugstelle der
Sauggreifvorrichtung anliegt, strömt Leckageluft durch die Saugstelle in den Hubschlauch
ein, sodass der Unterdruck in dem Schlauchinnenraum abgebaut wird und sich der Hubschlauch
verlängert. Dies ist jedoch nicht immer erwünscht. Beispielsweise kann es vorteilhaft
sein, wenn der Schlauchheber nicht in eine Endlage verfährt, sondern auch bei unbelegter
Saugstelle in einer voreingestellten Schwebehöhe verbleibt, bspw. um die Sauggreifvorrichtung
zur Vorbereitung eines nächsten Transportvorgangs eines Gegenstands aus dieser Arbeitshöhe
heraus ergreifen zu können.
[0006] Zu diesem Zweck ist es bekannt, eine Drosselventilklappe vorzusehen, welche einen
Drosselquerschnitt für die durch die Sauggreifvorrichtung einströmende Luft darstellt.
In Abhängigkeit des Drosselquerschnitts kann dann ein Staudruck in dem Schlauchinnenraum
eingestellt werden und somit der Hubschlauch in einer vordefinierten Schwebeposition
gehalten werden.
[0007] Um zum Ansaugen eines Gegenstands wieder die volle Ansaugleistung bereitzustellen,
ist ein automatisches Öffnen der Drosselventilklappe wünschenswert. Zu diesem Zweck
ist es bekannt, an der Sauggreifvorrichtung einen Stößel vorzusehen, welcher mit der
Drosselventilklappe zusammenwirkt und beim Aufsetzen der Sauggreifvorrichtung auf
den zu greifenden Gegenstand automatisch betätigt, bspw. eingedrückt, wird. In manchen
Anwendungssituationen kann ein solcher Stößel jedoch eine ungewünschte Störkontur
beim Greifen bilden.
[0008] Die Erfindung beschäftigt sich mit der Aufgabe, die Bedienung eines Schlauchhebers
zu vereinfachen, insbesondere eine Schwebeposition eines Hubschlauchs auf konstruktiv
einfache, robuste und kompakte Weise einstellen zu können.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Schlauchheber mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Der Schlauchheber ist zum Greifen und Handhaben, insbesondere
Anheben und wieder Absetzen, von Gegenständen ausgebildet.
[0010] Der Schlauchheber umfasst einen Hubschlauch. Der Hubschlauch weist einen Schlauchinnenraum
auf. Der Hubschlauch ist durch Beaufschlagung des Schlauchinnenraums mit Unterdruck
verkürzbar und durch Belüften des Schlauchinnenraums (also durch Einströmen von Luft,
insbesondere Umgebungsluft, in den Schlauchinnenraum) wieder verlängerbar.
[0011] Der Schlauchheber umfasst außerdem eine Sauggreifvorrichtung zum Greifen eines Gegenstands.
Die Sauggreifvorrichtung ist an einem Ende des Hubschlauchs angeordnet und durch den
Schlauchinnenraum des Hubschlauchs hindurch mit Unterdruck versorgbar. Die Sauggreifvorrichtung
umfasst wenigstens eine Saugstelle zum Ansaugen eines Gegenstands. Insofern umfasst
die Sauggreifvorrichtung eine oder mehrere Saugstellen zum Ansaugen eines Gegenstands.
Bei der Sauggreifvorrichtung kann es sich bspw. um einen Elastomersauger handeln.
Dann kann eine Saugstelle durch eine Ansaugöffnung des Elastomersaugers bereitgestellt
sein. Die Sauggreifvorrichtung kann bspw. auch als Flächensauggreifer mit einer Mehrzahl
von Saugstellen ausgebildet sein. Beispielsweise ist es denkbar, dass die Sauggreifvorrichtung
als Flächensauggreifer mit einer Mehrzahl von Saugkörpern ausgebildet ist. Dann kann
jeder Saugkörper eine Saugstelle zum Ansaugen eines Gegenstands bereitstellen.
[0012] Der Schlauchheber umfasst außerdem ein Steuerventil zum Einstellen eines Strömungswiderstands
für Strömungen von der Sauggreifvorrichtung, insbesondere von der wenigstens einen
Saugstelle, zu dem Schlauchinnenraum des Hubschlauchs. Insofern ist das Steuerventil
insbesondere in einem Strömungsweg von der Sauggreifvorrichtung, insbesondere von
der wenigstens einen Saugstelle der Sauggreifvorrichtung, zu dem Schlauchinnenraum
des Hubschlauchs angeordnet.
[0013] Das Steuerventil umfasst ein Ventilgehäuse. Das Ventilgehäuse weist einen Sauganschluss
zur Strömungsverbindung mit der Sauggreifvorrichtung und einen Hubschlauchanschluss
zur Strömungsverbindung mit dem Hubschlauch auf. Insbesondere erstreckt sich das Ventilgehäuse
entlang einer Hauptströmungsrichtung von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss.
[0014] Das Ventilgehäuse begrenzt einen Ventilinnenraum. Der Ventilinnenraum ist einerseits
über den Hubschlauchanschluss mit dem Schlauchinnenraum des Hubschlauchs strömungsverbunden
und andererseits über den Sauganschluss mit der Sauggreifvorrichtung strömungsverbunden.
Das Ventilgehäuse kann beispielsweise eine zylindrische Grundform aufweisen. Dann
ist es beispielsweise denkbar, dass der Hubschlauchanschluss an einer ersten Stirnseite
des Ventilgehäuses angeordnet ist und der Sauganschluss an der gegenüberliegenden
Stirnseite des Ventilgehäuses.
[0015] Das Steuerventil umfasst außerdem einen Ventilkörper welcher in dem Ventilinnenraum,
insbesondere zwischen dem Sauganschluss und dem Hubschlauchanschluss, angeordnet ist.
Insbesondere ist der Ventilkörper derart in dem Ventilinnenraum angeordnet, dass einerseits
des Ventilkörpers der Hubschlauchanschluss liegt und andererseits des Ventilkörpers
der Sauganschluss liegt. Der Ventilkörper ist derart in dem Ventilinnenraum aufgenommen,
dass er zwischen einer ersten Schaltstellung und einer zweiten Schaltstellung, insbesondere
entlang der Hauptströmungsrichtung, verlagerbar ist.
[0016] Der Ventilkörper ist derart ausgebildet und in dem Ventilinnenraum vorgesehen, dass
ein Gesamtströmungsquerschnitt für Strömungen von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss
in der ersten Schaltstellung des Ventilkörpers kleiner ist als in der zweiten Schaltstellung
des Ventilkörpers, der Gesamtströmungsquerschnitt in der ersten Schaltstellung des
Ventilkörpers aber größer null ist. Insofern ist der Ventilkörper insbesondere derart
ausgebildet und in dem Ventilinnenraum vorgesehen, dass in beiden Schaltstellungen
ein Strömungsquerschnitt für Strömungen von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss
bereitgestellt ist. Mit anderen Worten ist das Steuerventil in beiden Schaltstellungen
des Ventilkörpers zumindest teilweise geöffnet. Wie nachfolgend noch erläutert, kann
der Gesamtströmungsquerschnitt aus mehreren Strömungsquerschnitten bzw. Strömungskanälen
gebildet sein.
[0017] Der Ventilkörper ist in Richtung der zweiten Schaltstellung beaufschlagt, insbesondere
federbeaufschlagt.
[0018] Der Ventilkörper weist einen Drosseldurchgang, insbesondere Strömungskanal, derart
auf, dass ein erster Strömungsquerschnitt des Gesamtströmungsquerschnitts durch den
Drosseldurchgang bereitgestellt ist. Der Drosseldurchgang stellt insofern einen Strömungskanal
für Strömungen von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss bereit. Mit anderen
Worten ist der Ventilkörper insbesondere derart ausgebildet, dass ein Strömungsweg
von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss durch den Ventilkörper bzw. durch
den Drosseldurchgang des Ventilkörpers verläuft.
[0019] Der Ventilkörper ist derart ausgebildet und in dem Ventilinnenraum angeordnet, dass
der Drosseldurchgang sowohl in der ersten als auch in der zweiten Schaltstellung zumindest
abschnittsweise offen ist. Insofern ist der Ventilkörper insbesondere derart ausgebildet,
dass ein Strömungsweg für Strömungen von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss
durch den Drosseldurchgang bereitgestellt ist, wobei dieser Strömungsweg in der ersten
und in der zweiten Schaltstellung offen ist. Mit anderen Worten ist das Steuerventil
insbesondere derart ausgebildet, dass sowohl in der ersten als auch in der zweiten
Schaltstellung des Ventilkörpers ein Strömungsweg von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss
durch den Drosseldurchgang freigegeben ist.
[0020] Der Drosseldurchgang ist derart ausgebildet, insbesondere bemessen, und vorzugsweise
auf die Beaufschlagung abgestimmt, dass ein Strömungswiderstand für Strömungen durch
den Drosseldurchgang derart definiert ist, dass der Ventilkörper, ausgehend von der
zweiten Schaltstellung, bei freiem Ansaugen mit unbelegter wenigstens einer Saugstelle
(d.h. dann, wenn an der wenigstens einen Saugstelle insbesondere kein Gegenstand angesaugt
ist), entgegen der Beaufschlagung in die erste Schaltstellung überführt wird (insbesondere
durch den Luftstrom von Sauganschluss zu Hubschlauchanschluss), und bei Ansaugen mit
wenigstens einer belegten Saugstelle (d.h. dann, wenn bei Vorhandensein einer einzigen
Saugstelle diese belegt ist, oder dann, wenn bei Vorhandensein mehrerer Saugstellen
zumindest eine dieser Saugstellen oder mehrere dieser Saugstellen, vorzugsweise alle
dieser Saugstellen, belegt sind; bspw. dann, wenn an der wenigstens einen Saugstelle
ein Gegenstand angeordnet bzw. angesaugt ist) durch die Beaufschlagung aus der ersten
Schaltstellung in die zweite Schaltstellung überführt wird.
[0021] Eine solche Ausgestaltung ermöglicht es, in Abhängigkeit davon, ob an der der Sauggreifvorrichtung
ein Gegenstand angesaugt ist oder nicht, einen Strömungswiderstand für Strömungen
von der Sauggreifvorrichtung zu dem Hubschlauch automatisch zu verändern, insbesondere
zwischen einem vergleichsweise großen Strömungsquerschnitt (zweite Schaltstellung)
und einem vergleichsweise kleinen Strömungsquerschnitt (erste Schaltstellung) zu wechseln.
Auf diese Weise kann beim Ansaugen eines Gegenstands (also bei belegter Saugstelle)
ein vergleichsweise großer Strömungsquerschnitt und somit eine hohe Ansaugleistung
bereitgestellt werden und bei freiem Ansaugen ohne Gegenstand (also bei unbelegter
Saugstelle) ein verringerter Strömungsquerschnitt bereitgestellt werden. Bei freiem
Ansaugen ist dann ein Einströmen von Leckageluft durch die Sauggreifvorrichtung in
den Schlauchinnenraum des Hubschlauchs gedrosselt. Der Gesamtströmungsquerschnitt
in der zweiten Schaltstellung ist insbesondere derart gewählt, dass der Hubschlauch
bei Beaufschlagung mit Unterdruck in einer Zwischenlänge zwischen einer minimalen
und einer maximalen Länge gehalten ist (Schwebeposition).
[0022] Insbesondere sind der Ventilkörper und die Beaufschlagung des Ventilkörpers in Richtung
der zweiten Schaltstellung derart ausgebildet und aufeinander abgestimmt sind, dass
der Ventilkörper, ausgehend von der zweiten Schaltstellung, bei freiem Ansaugen mit
unbelegter wenigstens einer Saugstelle in die erste Schaltstellung verlagert wird
und bei Ansaugen mit wenigstens einer belegten Saugstelle (d.h. dann, wenn bei Vorhandensein
einer einzigen Saugstelle diese belegt ist, oder dann, wenn bei Vorhandensein mehrerer
Saugstellen zumindest eine dieser Saugstellen oder mehrere dieser Saugstellen, vorzugsweise
alle dieser Saugstellen, belegt sind) durch die Beaufschlagung aus der ersten Schaltstellung
in die zweite Schaltstellung verlagert wird.
[0023] Die Beaufschlagung des Ventilkörpers kann schwerkraftbedingt sein. Insofern kann
der Ventilkörper derart vorgesehen sein, dass er in Folge der Schwerkraft in Richtung
der zweiten Schaltstellung beaufschlagt ist, insbesondere in einem Zustand ohne Unterdruckeinwirkung
sich in der zweiten Schaltstellung befindet. Alternativ oder zusätzlich kann das Steuerventil
Federeinrichtung vorgesehen sein, welche dazu ausgebildet ist, den Ventilkörper in
Richtung der zweiten Schaltstellung zu beaufschlagen. Insofern kann der Ventilkörper
in die zweite Schaltstellung federbeaufschlagt sein. Die Federeinrichtung kann insbesondere
eine oder mehrere Druckfedern umfassen.
[0024] Der Ventilkörper kann grundsätzlich beliebig geformt sein. In vorteilhafter Weise
kann der Ventilkörper als Ventilscheibe ausgebildet sein. Der Ventilkörper kann insofern
scheibenförmig ausgebildet sein. Die Ventilscheibe kann vorzugsweise derart angeordnet
sein, dass eine Scheibenebene orthogonal zu einer Hauptströmungsrichtung von dem Sauganschluss
zu dem Hubschlauchanschluss orientiert ist. Insofern kann die Ventilscheibe derart
ausgebildet sein, dass sie sich flächig in einer zu der Hauptströmungsrichtung orthogonalen
Ebene erstreckt. Eine Ausgestaltung des Ventilkörpers als Ventilscheibe hat den Vorteil,
dass eine vergleichsweise große Angriffsfläche für Strömungen von dem Sauganschluss
zu dem Hubschlauchanschluss bereitgestellt ist, was ein zuverlässiges Schalten des
Steuerventils begünstigt.
[0025] Vorzugsweise ist der Drosseldurchgang als Kanal, beispielsweise Bohrung, durch den
Ventilkörper ausgebildet. Es ist auch denkbar, dass der Drosseldurchgang durch eine
Mehrzahl von Kanälen, bspw. in Siebform, gebildet ist, welche sich durch den Ventilkörper
erstrecken. Bei einer Ausgestaltung des Ventilkörpers als Ventilscheibe erstreckt
sich der Kanal bzw. erstrecken sich die Kanäle vorzugsweise orthogonal zu der Scheibenebene,
insbesondere konzentrisch.
[0026] Der Ventilkörper, insbesondere Ventilscheibe, ist vorzugsweise derart in dem Ventilgehäuse
vorgesehen, insbesondere gelagert, dass zumindest abschnittsweise entlang eines Umfangs
um den Ventilkörper ein Luftspalt zwischen Ventilkörper und Ventilgehäuse, insbesondere
zwischen Ventilkörper und einer Innenwandung des Ventilgehäuses, bereitgestellt ist.
Der Ventilkörper ist insofern insbesondere derart in dem Ventilgehäuse vorgesehen,
dass zumindest an manchen Positionen entlang eines Umfangs um den Ventilkörper ein
Abstand bzw. Spalt zwischen Ventilkörper und Ventilgehäuse ausgebildet ist. Der Luftspalt
stellt insbesondere einen weiteren Strömungsweg von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss
bereitgestellt sein. Insofern stellt der Luftspalt insbesondere einen zweiten Strömungsquerschnitt
des Gesamtströmungsquerschnitts bereit. Der Gesamtströmungsquerschnitt kann sich insofern
aus der Summe aus erstem Strömungsquerschnitt (Drosseldurchgang) und zweitem Strömungsquerschnitt
(Luftspalt) zusammensetzen.
[0027] Wie vorstehend erwähnt, ist das Steuerventil derart ausgebildet, dass ein Gesamtströmungsquerschnitt
für Strömungen von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss in der ersten Schaltstellung
des Ventilkörpers kleiner ist als in der zweiten Schaltstellung des Ventilkörpers.
Eine mögliche Realisierungsform kann darin bestehen, dass der Ventilkörper derart
in dem Ventilgehäuse vorgesehen ist, dass der Luftspalt zwischen Ventilkörper und
Ventilgehäuse (und somit der zweite Strömungsquerschnitt) in der ersten Schaltstellung
des Ventilkörpers kleiner ist als in der zweiten Schaltstellung. Es ist möglich, dass
der Luftspalt in der ersten Schaltstellung geschlossen ist und somit der Gesamtströmungsquerschnitt
in der ersten Schaltstellung ausschließlich durch den ersten Strömungsquerschnitt
(Drosseldurchgang) bereitgestellt ist.
[0028] Bei der ersten und der zweiten Schaltstellung handelt es sich insbesondere um Endstellungen
des Ventilkörpers entlang der Hauptströmungsrichtung von dem Sauganschluss zu dem
Hubschlauchanschluss.
[0029] Insbesondere kann die erste Schaltstellung durch einen ersten Anschlag für den Ventilkörper
definiert sein, welcher einen Bewegungsweg des Ventilkörpers in Hauptströmungsrichtung
von dem Sauganschluss zu dem Hubschlauchanschluss begrenzt. Die zweite Schaltstellung
kann durch einen zweiten Anschlag definiert sein, welcher einen Bewegungsweg des Ventilkörpers
entgegen der Hauptströmungsrichtung begrenzt. Ein derart ausgebildetes Steuerventil
ist robust aufgebaut und somit zuverlässig in der Funktion. Zudem ermöglicht eine
solche Ausgestaltung durch Veränderung der Position der Anschläge das Steuerventil
an unterschiedliche Betriebssituationen flexibel anzupassen, bspw. in Abhängigkeit
einer Ausgestaltung des Hubschlauchs und/oder der Sauggreifvorrichtung.
[0030] Besonders vorteilhaft kann es sein, wenn eine Position des ersten Anschlags entlang
der Hauptströmungsrichtung, insbesondere wiederholbar, veränderbar, insbesondere einstellbar,
ist. Insbesondere kann das Steuerventil derart ausgebildet sein, dass durch Veränderung
der Position des ersten Anschlags der in der ersten Schaltstellung bereitgestellte
Gesamtströmungsquerschnitt veränderbar ist. Eine solche Ausgestaltung ermöglicht es,
einen Drosselwiderstand bei freiem Ansaugen mit unbelegter Saugstelle variabel zu
verändern und somit eine Schwebeposition des Hubschlauchs bei freiem Ansaugen bedarfsgerecht
einzustellen.
[0031] Eine Veränderung des Gesamtströmungsquerschnitts durch Veränderung des ersten Anschlags
kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass durch Veränderung der Position des
ersten Anschlags entlang der Hauptströmungsrichtung ein Abstand zwischen Ventilkörper
und Ventilgehäuse verändert wird. Insbesondere kann durch Veränderung der Position
des ersten Anschlags eine Breite des Luftspalts zwischen Ventilkörper und Ventilgehäuse
(und somit der zweite Strömungsquerschnitt) in der ersten Schaltstellung veränderbar
sein.
[0032] Besonders vorteilhaft kann es sein, wenn das Steuerventil eine Einstelleinrichtung
umfasst, mittels derer eine Position des ersten Anschlags entlang der Hauptströmungsachse
veränderbar, insbesondere einstellbar, ist. Dies ermöglicht es, auf einfache Weise,
insbesondere auch während des Betriebs, einen Strömungswiderstand in der ersten Schaltstellung
und somit eine Schwebeposition des Hubschlauchs zu verändern.
[0033] Die Einstelleinrichtung kann insbesondere ein Stellglied, bspw. in Form eines Schieberelements
oder Einstellschraube, aufweisen, welches entlang einer Stellachse verlagerbar an
dem Ventilgehäuse gehaltert ist. Das Stellglied ist vorzugsweise über eine Getriebeeinrichtung
oder Hebeeinrichtung mit dem ersten Anschlag gekoppelt, insbesondere derart, dass
eine Verschiebebewegung des Stellglieds entlang der Stellachse in eine Verlagerungsbewegung
des ersten Anschlags entlang der Hauptströmungsrichtung übertragbar ist.
[0034] Die Stellachse kann zu der Hauptströmungsrichtung parallel verlaufen. Im Rahmen einer
besonders vorteilhaften Realisierungsform kann die Stellachse zu der Hauptströmungsachse
orthogonal verlaufen. Das Stellglied kann insbesondere einen keilförmigen Anschlagabschnitt
mit einer Keilfläche aufweisen, welche den ersten Anschlag für den Ventilkörper bildet.
Die Keilfläche ist insbesondere zu der Hauptströmungsrichtung geneigt orientiert.
Durch Verlagerung des Stellglieds entlang der Stellachse kann insofern eine Position
eines mit dem Ventilkörper zusammenwirkenden Abschnitts der Keilfläche entlang der
Hauptströmungsrichtung verändert werden. Mit anderen Worten kann eine horizontale
Bewegung über die keilförmige Mechanik in eine vertikale Bewegung umgeleitet werden.
Eine solche Ausgestaltung ermöglicht es, auf einfache und ergonomische Weise, eine
Position des ersten Anschlags zu verändern, ohne das Ventilgehäuse öffnen zu müssen.
Insbesondere kann das Stellglied seitlich am Schlauchheber angeordnet sein.
[0035] Im Rahmen einer vorteilhaften Weiterbildung kann der Ventilkörper mit einem keilförmigen
Gegenanschlagabschnitt bewegungsgekoppelt sein. Eine Keilfläche des Gegenanschlagabschnitts
ist dann vorzugsweise zu der Hauptströmungsrichtung geneigt orientiert, insbesondere
in gleichem Winkel wie die Keilfläche des Anschlagabschnitts des Stellglieds. In der
ersten Schaltstellung des Ventilkörpers kann dann die Keilfläche des Gegenanschlagsabschnitts
an der Keilfläche des Anschlagabschnitts anliegen. Auf diese Weise ist eine besonders
stabile Konfiguration gebildet.
[0036] Im Rahmen einer vorteilhaften Weiterbildung kann der Schlauchheber eine Bedienvorrichtung
zum Bedienen des Schlauchhebers aufweisen. Die Bedienvorrichtung ist vorzugsweise
zwischen dem Hubschlauch und der Sauggreifvorrichtung angeordnet. Insbesondere kann
die Bedienvorrichtung einen Hubschlauch-Verbindungsabschnitt zur Verbindung mit dem
Hubschlauch und einen Sauggreifer-Verbindungsabschnitt zur Verbindung mit der Sauggreifvorrichtung
aufweisen. Die Bedienvorrichtung kann einen Bediengriff zum Verlagern des Hubschlauchs
aufweisen.
[0037] Bei einer Ausgestaltung mit Bedienvorrichtung kann das Steuerventil in die Bedienvorrichtung
integriert sein. Es ist auch denkbar, dass das Steuerventil als von der Bedienvorrichtung
separates Modul bereitgestellt ist, welches zwischen Bedienvorrichtung und Hubschlauch
oder zwischen Sauggreifvorrichtung und Bedienvorrichtung angeordnet ist.
[0038] Die vorstehend genannte Aufgabe wird auch durch einen Schlauchheber mit den Merkmalen
des Anspruchs 11 gelöst. Die vorstehend beschriebenen Vorteile und optionalen Merkmale
des Schlauchhebers können auch zur Ausgestaltung des Schlauchhebers gemäß Anspruch
11 dienen, sodass zur Vermeidung von Wiederholungen auf vorstehende Offenbarung hierzu
verwiesen wird.
[0039] Die vorstehende Aufgabe wird auch durch ein Steuerventil zur Verwendung in einem
der vorstehend beschriebenen Schlauchheber gelöst.
[0040] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine vereinfachte schematische Darstellung eines Schlauchhebers mit Steuerventil;
- Fig. 2
- eine skizzierte Darstellung einer Ausgestaltung des Steuerventils in einer perspektivischen
Ansicht;
- Fig. 3
- eine skizzierte Darstellung des Steuerventils gemäß Fig. 2 in einer Draufsicht;
- Fig. 4
- eine skizzierte Darstellung des Steuerventils gemäß Fig. 2 in einer Schnittansicht
entlang der in Fig. 3 eingezeichneten Schnittebene IV-IV mit Ventilkörper in zweiter
Schaltstellung; und
- Fig. 5
- eine skizzierte Darstellung des Steuerventils gemäß Fig. 2 in einer Schnittansicht
entlang der in Fig. 3 eingezeichneten Schnittebene IV-IV mit Ventilkörper in erster
Schaltstellung.
[0041] In der nachfolgenden Beschreibung sowie in den Figuren sind für identische oder einander
entsprechende Merkmale jeweils dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0042] Die Figur 1 zeigt in vereinfachter schematischer Darstellung eine Ausgestaltung eines
Schlauchhebers, welcher insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet ist.
[0043] Der Schlauchheber 10 umfasst einen Hubschlauch 12, welcher einen Schlauchinnenraum
14 umschließt. Der Hubschlauch 12 ist durch Beaufschlagen des Schlauchinnenraums 14
mit Unterdruck (bspw. durch eine externe Unterdruckversorgung) verkürzbar und durch
Belüften des Schlauchinnenraums 14 wieder verlängerbar. Mit anderen Worten wird der
Hubschlauch 12 je nach Druckniveau im Schlauchinnenraum 14 reversibel verkürzt oder
verlängert sich, z.B. unter der Wirkung der Gewichtskraft.
[0044] Der Hubschlauch 12 kann bspw. an seinem oberen Ende mit einem Träger oder Gerüst
verbunden sein. Es ist auch denkbar, dass der Hubschlauch 12 an dem oberen Ende mit
einem Manipulator, bspw. in Form eines Säulenschwenkkrans, befestigt und somit von
dem Manipulator verlagerbar ist.
[0045] Der Schlauchheber 10 umfasst außerdem eine Sauggreifvorrichtung 18 zum Ansaugen und
somit Greifen eines Gegenstandes (nicht dargestellt). Beispielhaft und bevorzugt ist
die Sauggreifvorrichtung 18 als Flächensauggreifer mit einer Mehrzahl von Saugstellen
20 ausgebildet. Im konkreten Beispiel umfasst die Sauggreifvorrichtung 18 eine Mehrzahl
von Saugkörpern 22, bspw. Elastomersauger, welche jeweils eine Saugstelle 20 zum Ansaugen
eines Gegenstands bereitstellen. Bei nicht dargestellten Ausgestaltungen kann die
Sauggreifvorrichtung 18 aber auch beliebige andere Konfigurationen aufweisen.
[0046] Die Sauggreifvorrichtung 18 ist an dem Hubschlauch 12 gehaltert, sodass durch Verkürzen
des Hubschlauches 12 die Sauggreifvorrichtung 18 und somit ein mit der Sauggreifvorrichtung
18 angesaugter Gegenstand angehoben werden können. Die Sauggreifvorrichtung 18 ist
durch den Schlauchinnenraum 14 des Hubschlauchs 12 hindurch mit Unterdruck versorgbar.
[0047] Der Schlauchheber 10 umfasst außerdem ein Steuerventil 24 zum Einstellen eines Strömungswiderstands
für Strömungen von der Sauggreifvorrichtung 18 zu dem Schlauchinnenraum 14 des Hubschlauchs
12. Wie in Fig. 1 gezeigt, ist das Steuerventil 24 zwischen der Sauggreifvorrichtung
18 und dem Hubschlauch 12 angeordnet, sodass die Sauggreifvorrichtung 18 durch das
Steuerventil 24 hindurch mit Unterdruck versorgbar ist.
[0048] Das Steuerventil 24 umfasst ein Ventilgehäuse 26, welches einen Hubschlauchanschluss
28 zur Strömungsverbindung mit dem Schlauchinnenraum 14 des Hubschlauchs 12 und einen
Sauganschluss 30 zur Strömungsverbindung mit der Sauggreifvorrichtung 18 umfasst.
[0049] Der Hubschlauchanschluss 28 kann insbesondere eine Verbindungseinrichtung (nicht
dargestellt) zur mechanischen Verbindung des Ventilgehäuses 26 mit dem Hubschlauch
12 umfassen. Der Sauganschluss 30 kann insbesondere eine Verbindungseinrichtung (nicht
dargestellt) zur mechanischen Verbindung des Ventilgehäuses 26 mit der Sauggreifvorrichtung
18 umfassen. Die Verbindungseinrichtungen können beispielsweise in Form von Schnellkupplungen
ausgebildet sein.
[0050] Im dargestellten Beispiel sind der Hubschlauchanschluss 28 und der Sauganschluss
30 an gegenüberliegenden Seiten des Ventilgehäuses 26 angeordnet. Das Ventilgehäuse
26 erstreckt sich insbesondere entlang einer Hauptströmungsrichtung 32 von dem Sauganschluss
30 zu dem Hubschlauchanschluss 28.
[0051] Das Ventilgehäuse 26 schließt einen Ventilinnenraum 34 ein, welcher einerseits über
den Hubschlauchanschluss 28 mit dem Schlauchinnenraum 14 des Hubschlauchs 12 strömungsverbunden
ist und andererseits über den Sauganschluss 30 mit der Sauggreifvorrichtung 18 strömungsverbunden
ist.
[0052] Wie in Figur 1 lediglich schematisch dargestellt, umfasst das Steuerventil 24 außerdem
einen Ventilkörper 36, welcher in dem Ventilinnenraum 34 zwischen dem Sauganschluss
30 und dem Hubschlauchanschluss 28 angeordnet ist.
[0053] Der Ventilkörper 36 ist beispielhaft und bevorzugt als Ventilscheibe 38 ausgebildet,
welche sich flächig in einer zu der Hauptströmungsrichtung 34 orthogonalen Ebene erstreckt
(vgl. auch Fig. 2)
[0054] Der Ventilkörper 36 (Ventilscheibe 38) ist entlang der Hauptströmungsrichtung 32
zwischen einer ersten Schaltstellung (vgl. Fig. 5) und einer zweiten Schaltstellung
(vgl. Fig. 4 und 1) verlagerbar. Die erste Schaltstellung ist durch einen ersten Anschlag
40 definiert, welcher einen Bewegungsweg des Ventilkörpers 36 in Hauptströmungsrichtung
32 begrenzt. Die zweite Schaltstellung ist durch einen zweiten Anschlag 42 definiert,
welcher einen Bewegungsweg des Ventilkörpers 36 entgegen der Hauptströmungsrichtung
32 begrenzt.
[0055] Wie nachfolgend noch im Detail erläutert, ist der erste Anschlag 40 vorzugsweise
verstellbar ausgebildet, sodass eine Position des ersten Anschlags 40 entlang der
Hauptströmungsrichtung 32 einstellbar ist.
[0056] Der Ventilkörper 36 ist in Richtung der zweiten Schaltstellung beaufschlagt. Im dargestellten
Beispiel umfasst das Steuerventil 24 eine Federeinrichtung 44, welche dazu ausgebildet
ist, den Ventilkörper 36 in Richtung der zweiten Schaltstellung zu beaufschlagen (vgl.
auch Fig. 4). Die Federeinrichtung 44 kann eine oder mehrere Druckfedern 46 umfassen.
Es ist auch denkbar, dass der Ventilkörper 36 lediglich in Folge der Schwerkraft in
Richtung der zweiten Schaltstellung beaufschlagt ist.
[0057] Wie nachfolgend noch im Detail erläutert, ist der Ventilkörper 36 derart in dem Ventilgehäuse
26 vorgesehen, dass ein Gesamtströmungsquerschnitt für Strömungen von dem Sauganschluss
30 zu dem Hubschlauchanschluss 28 in der ersten Schaltstellung des Ventilkörpers 36
kleiner ist als in der zweiten Schaltstellung des Ventilkörpers 36, aber größer null
ist. Durch Veränderung einer Position des Ventilkörpers 36 entlang der Hauptströmungsrichtung
32 kann insofern ein Strömungswiderstand für Strömungen von dem Sauganschluss 30 zu
dem Hubschlauchanschluss 28 und somit ein Strömungswiderstand für Strömungen von der
Sauggreifvorrichtung 18 bzw. den Saugstellen 20 zu dem Schlauchinnenraum 14 des Hubschlauchs
12 verändert werden.
[0058] Wie insbesondere aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich, weist der Ventilkörper 36 einen
Drosseldurchgang 48, beispielhaft in Form eines Kanals 50, auf. Der Drosseldurchgang
48 stellt einen ersten Strömungsquerschnitt des Gesamtströmungsquerschnitts bereit.
Der Drosseldurchgang 48 ist sowohl in der ersten als auch in der zweiten Schaltstellung
des Ventilkörpers 36 offen (vgl. Fig. 4 und 5).
[0059] Ein zweiter Strömungsquerschnitt des Gesamtströmungsquerschnitts ist durch einen
Luftspalt 52 bereitgestellt, welcher zwischen dem Ventilkörper 36 und dem Ventilgehäuse
26 bzw. einer Innenwandung 54 des Ventilgehäuses 26 ausgebildet ist (vgl. Fig. 4).
Im Konkreten ist der Ventilkörper 36 derart in dem Ventilinnenraum 34 vorgesehen,
dass zumindest abschnittsweise entlang seines Umfangs um die Hauptströmungsrichtung
ein Abstand zwischen Ventilkörper 36 und Ventilgehäuse 26 ausgebildet ist. Beispielsweise
ist es denkbar, dass ein Durchmesser des Ventilkörpers 36 bzw. der Ventilscheibe 38
kleiner ist als ein Durchmesser des Ventilinnenraus 34.
[0060] Das Ventilgehäuse 26 ist derart ausgebildet, dass der Luftspalt 52 in der ersten
Schaltstellung (vgl. Fig. 5) kleiner ist als in der zweiten Schaltstellung (vgl. Fig.
4). Es ist beispielsweise denkbar, dass der Ventilkörper 36 in der ersten Schaltstellung
dichtend an dem Ventilgehäuse 26 anliegt, sodass der Luftspalt 52 geschlossen ist.
Es ist auch denkbar, dass in der ersten Schaltstellung ein Strömungsquerschnitt des
Luftspalts 52, insbesondere ein Abstand zwischen Ventilkörper und der Innenwandung
54 des Ventilgehäuses 26 geringer ist als in der zwischen Schaltstellung.
[0061] In dem dargestellten Beispiel wird insofern eine Veränderung des Gesamtströmungsquerschnitts
durch eine Veränderung des Luftspalts 52 zwischen Ventilkörper 36 und Ventilgehäuse
26 beim Überführung des Ventilkörpers 36 zwischen erster und zweiter Schaltstellung
bewirkt.
[0062] Eine Funktionsweise des Steuerventils 24 wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die
Figuren 4 und 5 anhand einer beispielhaften Anwendungssituation des Schlauchhebers
10 erläutert.
[0063] In einer beispielhaften Ausgangslage des Schlauchhebers 10 sind die Saugstellen 20
der Sauggreifvorrichtung 18 zunächst nicht belegt (also kein Gegenstand an den Saugstellen
20 angelegt) und eine Unterdruckversorgung des Hubschlauchs 12 ist ausgeschaltet.
[0064] In dieser Ausgangslage befindet sich das Steuerventil 24 in der in Fig. 4 dargestellten
Konfiguration, in welcher der Ventilkörper 36 infolge der Beaufschlagung durch die
Federeinrichtung 44 an dem zweiten Anschlag 42 anliegt, sich also in der zweiten Schaltstellung
befindet.
[0065] Wird nun die Unterdruckversorgung aktiviert, wird der Ventilkörper 36 infolge des
sich einstellenden Luftstroms von dem Sauganschluss 30 zu dem Hubschlauchanschluss
28 (bzw. von den Saugstellen 20 zu dem Schlauchinnenraum 14) mitgerissen und somit
entgegen der Beaufschlagung durch die Federeinrichtung 44 aus der zweiten Schaltstellung
in die erste Schaltstellung überführt, in welcher der Ventilkörper 36 dann an dem
ersten Anschlag 40 anliegt.
[0066] In der ersten Schaltstellung ist dann ein Einströmen von Umgebungsluft von den Saugstellen
20 zu dem Schlauchinnenraum 14 durch den Drosseldurchgang 48 gedrosselt, sodass sich
ein Staudruck in dem Hubschlauch 12 einstellt und dieser somit in einer vorgegebenen
Schwebeposition gehalten wird.
[0067] Wird die Sauggreifvorrichtung 18 nun auf einen Gegenstand aufgesetzt, sodass die
Saugstellen 20 abgedichtet (belegt) sind, verringert sich der Luftstrom von dem Sauganschluss
30 zu dem Hubschlauchanschluss 28, sodass dieser nun nicht mehr ausreicht, um den
Ventilkörper 36 entgegen der Beaufschlagung durch die Federeinrichtung 44 in der ersten
Schaltstellung zu halten. Infolgedessen wird der Ventilkörper 36 automatisch durch
die Beaufschlagung in die zweite Schaltstellung (vgl. Fig. 4) überführt.
[0068] Wie vorstehend erwähnt, ist in dieser zweiten Schaltstellung der Luftspalt 52 zwischen
Ventilkörper 36 und Ventilgehäuse 26 größer, sodass nun der effektive Gesamtströmungsquerschnitt
für Strömungen von dem Sauganschluss 30 zu dem Hubschlauchanschluss 28 vergrößert
wird und somit eine erhöhte Ansaugleistung zum Ansaugen des Gegenstandes bereitgestellt
wird.
[0069] Wird der Gegenstand nun wieder von den Saugstellen 20 entfernt, wird der Ventilkörper
28 wie vorstehend beschrieben durch den Luftstrom beim freien Ansaugen wieder in die
erste Schaltstellung mit geringerem Gesamtströmungsquerschnitt überführt.
[0070] In dem dargestellten Beispiel ist eine Einstelleinrichtung 56 vorgesehen, mittels
derer eine Position des ersten Anschlags 40 veränderbar ist. In dem konkreten Beispiel
umfasst die Einstelleinrichtung 56 ein Stellglied 58, welches entlang einer zu der
Hauptströmungsrichtung 32 orthogonalen Stellachse 60 verlagerbar an dem Ventilgehäuse
26 gehaltert ist (vgl. Fig. 4). Das Stellglied 58 weist zwei keilförmige Anschlagabschnitte
62 auf (vgl. Fig. 3), wobei eine jeweilige Keilfläche 64 der Anschlagabschnitte 62
den ersten Anschlag 40 bildet. Wie in Fig. 4 gezeigt, sind die Keilflächen 64 zu der
Hauptströmungsrichtung 32 geneigt orientiert.
[0071] Der Ventilkörper 36 ist mit zwei keilförmigen Gegenanschlagabschnitten 66 bewegungsgekoppelt.
Die Gegenanschlagabschnitte 66 weisen jeweils eine Keilfläche 68 auf, mittels welchen
der Ventilkörper 36 in der ersten Schaltstelle an den Keilflächen 64 (erster Anschlag
40) des Stellglieds 58 anliegt. Die Keilflächen 68 der Gegenanschlagsabschnitte 66
sind vorzugsweise in gleichem Winkel wie die Keilflächen 64 der Anschlagabschnitte
62 zu der Hauptströmungsrichtung 32 geneigt orientiert. Durch die keilförmige Mechanik
kann insofern durch Verschieben des Stellglieds 58 entlang der Stellachse 60 eine
Position des Ventilkörpers 36 in der ersten Schaltstellung verändert werden und somit
eine Breite des Luftspalts 52 zwischen Ventilkörper 36 und Ventilgehäuse 26 verändert
werden.
[0072] Bei nicht dargestellten Ausgestaltungen ist es auch möglich, dass das Stellglied
58 nur einen Anschlagabschnitt 62 aufweist und der Ventilkörper 36 entsprechend nur
mit einem Gegenanschlagabschnitt 66 bewegungsgekoppelt ist.
1. Schlauchheber (10), umfassend
- einen Hubschlauch (12), welcher einen Schlauchinnenraum (14) aufweist und durch
Beaufschlagung des Schlauchinnenraums (14) mit Unterdruck verkürzbar ist;
- eine Sauggreifvorrichtung (18), welche an einem Ende des Hubschlauchs (12) angeordnet
ist und durch den Schlauchinnenraum (14) des Hubschlauchs (12) hindurch mit Unterdruck
versorgbar ist, wobei die Sauggreifvorrichtung (18) wenigstens eine Saugstelle (20)
zum Ansaugen eines Gegenstands aufweist;
- ein Steuerventil (24) zum Einstellen eines Strömungswiderstands für Strömungen von
der Sauggreifvorrichtung (18) zu dem Schlauchinnenraum (14), wobei das Steuerventil
(24) ein Ventilgehäuse (26) umfasst, welches sich von einem Sauganschluss (30) zur
Strömungsverbindung mit der Sauggreifvorrichtung (18) zu einem Hubschlauchanschluss
(28) zur Strömungsverbindung mit dem Hubschlauch (12) erstreckt, wobei das Ventilgehäuse
(26) einen Ventilinnenraum (34) begrenzt, welcher einerseits über den Hubschlauchanschluss
(28) mit dem Schlauchinnenraum (14) strömungsverbunden ist und andererseits über den
Sauganschluss (30) mit der Sauggreifvorrichtung (18) strömungsverbunden ist, wobei
das Steuerventil (24) einen Ventilkörper (36) umfasst, welcher in dem Ventilinnenraum
(34) angeordnet ist und zwischen einer ersten Schaltstellung und einer zweiten Schaltstellung
verlagerbar ist, wobei ein Gesamtströmungsquerschnitt für Strömungen von dem Sauganschluss
(30) zu dem Hubschlauchanschluss (28) in der ersten Schaltstellung des Ventilkörpers
(36) kleiner als in der zweiten Schaltstellung des Ventilkörpers (36), aber größer
null, ist, wobei der Ventilkörper (36) in Richtung der zweiten Schaltstellung beaufschlagt
ist, wobei der Ventilkörper (36) einen Drosseldurchgang (48) derart aufweist, dass
ein erster Strömungsquerschnitt des Gesamtströmungsquerschnitts durch den Drosseldurchgang
(48) bereitgestellt ist, wobei der Drosseldurchgang (48) in der ersten und in der
zweiten Schaltstellung des Ventilkörpers (36) offen ist, wobei ein Strömungswiderstand
für Strömungen durch den Drosseldurchgang (48) derart definiert ist, dass der Ventilkörper
(36), ausgehend von der zweiten Schaltstellung, bei freiem Ansaugen mit unbelegter
wenigstens einer Saugstelle (20) entgegen der Beaufschlagung in die erste Schaltstellung
überführt wird und bei Ansaugen mit wenigstens einer belegten Saugstelle (20) durch
die Beaufschlagung aus der ersten Schaltstellung in die zweite Schaltstellung überführt
wird.
2. Schlauchheber (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Ventilkörper (36)
als Ventilscheibe (38) ausgebildet ist, insbesondere wobei die Ventilscheibe (38)
derart angeordnet ist, dass eine Scheibenebene orthogonal zu einer Hauptströmungsrichtung
(32) von dem Sauganschluss (30) zu dem Hubschlauchanschluss (28) orientiert ist.
3. Schlauchheber (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Drosseldurchgang
(48) als Kanal (50) oder Mehrzahl von Kanälen durch den Ventilkörper (36) ausgebildet
ist.
4. Schlauchheber (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Ventilkörper (36)
derart in dem Ventilgehäuse (36) vorgesehen ist, dass zumindest abschnittsweise entlang
eines Umfangs um den Ventilkörper (36) ein Luftspalt (52) zwischen Ventilkörper (36)
und Ventilgehäuse (26) bereitgestellt ist, wobei der Luftspalt (52) einen zweiten
Strömungsquerschnitt des Gesamtströmungsquerschnitts bereitstellt, wobei der Luftspalt
(52) in der ersten Schaltstellung kleiner ist als in der zweiten Schaltstellung.
5. Schlauchheber (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die erste und die zweite
Schaltstellung Endstellungen des Ventilkörpers (36) entlang der Hauptströmungsrichtung
(32) sind.
6. Schlauchheber (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die erste Schaltstellung
durch einen ersten Anschlag (40) für den Ventilkörper (36) definiert ist, welcher
einen Bewegungsweg des Ventilkörpers (36) in Hauptströmungsrichtung (32) begrenzt,
und wobei die zweite Schaltstellung durch einen zweiten Anschlag (42) definiert ist,
welcher einen Bewegungsweg des Ventilkörpers (36) entgegen der Hauptströmungsrichtung
(32) begrenzt.
7. Schlauchheber (10) nach dem vorherigen Anspruch, wobei eine Position des ersten Anschlags
(40) entlang der Hauptströmungsrichtung (32) veränderbar ist, wobei durch Veränderung
der Position des ersten Anschlags (40) der in der ersten Schaltstellung bereitgestellte
Gesamtströmungsquerschnitt, insbesondere ein Strömungsquerschnitt des Luftspalts (52),
veränderbar ist.
8. Schlauchheber (10) nach dem vorherigen Anspruch, wobei das Steuerventil (24) eine
Einstelleinrichtung (56) zum Einstellen der Position des ersten Anschlags (40) entlang
der Hauptströmungsrichtung (32) umfasst.
9. Schlauchheber nach dem vorherigen Anspruch, wobei die Einstelleinrichtung (56) ein
Stellglied (58) aufweist, welches entlang einer Stellachse (60) verlagerbar an dem
Ventilgehäuse (26) gehaltert ist und über eine Getriebeeinrichtung mit dem ersten
Anschlag (40) zusammenwirkt, insbesondere derart, dass eine Verschiebebewegung des
Stellglieds entlang der Stellachse (60) in eine Verlagerungsbewegung des ersten Anschlags
(40) entlang der Hauptströmungsrichtung (32) übertragbar ist.
10. Schlauchheber (10) nach Anspruch 8, wobei die Einstelleinrichtung (56) ein Stellglied
(58) aufweist, welches entlang einer zu der Hauptströmungsrichtung (32) orthogonalen
Stellachse (60) verlagerbar an dem Ventilgehäuse (26) gehaltert ist, wobei das Stellglied
(58) einen keilförmigen Anschlagabschnitt (62) aufweist, wobei eine Keilfläche (64)
des Anschlagabschnitts (62) den ersten Anschlag (40) bildet, wobei die Keilfläche
(64) des Anschlagabschnitts (62) zu der Hauptströmungsrichtung (32) geneigt orientiert
ist.
11. Schlauchheber (10) nach dem vorherigen Anspruch, wobei der Ventilkörper (36) mit einem
keilförmigen Gegenanschlagabschnitt (66) bewegungsgekoppelt ist, wobei eine Keilfläche
(68) des Gegenanschlagsabschnitts (66) zu der Hauptströmungsrichtung (32) geneigt
orientiert ist, wobei in der ersten Schaltstellung des Ventilkörpers (36) die Keilfläche
(68) des Gegenanschlagabschnitts (66) an der Keilfläche (64) des Anschlagabschnitts
(62) anliegt.
12. Schlauchheber (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Schlauchheber (10)
eine Bedienvorrichtung zum Bedienen des Schlauchhebers (10) aufweist, wobei die Bedienvorrichtung
zwischen dem Hubschlauch (12) und der Sauggreifvorrichtung (18) angeordnet ist, wobei
das Steuerventil (24) in die Bedienvorrichtung integriert ist.
13. Schlauchheber (10), umfassend
- einen Hubschlauch (12), welcher einen Schlauchinnenraum (14) aufweist und durch
Beaufschlagung des Schlauchinnenraums (14) mit Unterdruck verkürzbar ist;
- eine Sauggreifvorrichtung (18), welche an einem Ende des Hubschlauchs (12) angeordnet
ist und durch den Schlauchinnenraum (14) des Hubschlauchs (12) hindurch mit Unterdruck
versorgbar ist, wobei die Sauggreifvorrichtung (18) wenigstens eine Saugstelle (20)
zum Ansaugen eines Gegenstands aufweist;
- ein Steuerventil (24) zum Einstellen eines Strömungswiderstands für Strömungen von
der Sauggreifvorrichtung (18) zu dem Schlauchinnenraum (14), wobei das Steuerventil
(24) ein Ventilgehäuse (26) umfasst, welches sich von einem Sauganschluss (30) zur
Strömungsverbindung mit der Sauggreifvorrichtung (18) zu einem Hubschlauchanschluss
(28) zur Strömungsverbindung mit dem Hubschlauch (12) erstreckt, wobei das Ventilgehäuse
(26) einen Ventilinnenraum (34) begrenzt, welcher einerseits über den Hubschlauchanschluss
(28) mit dem Schlauchinnenraum (14) strömungsverbunden ist und andererseits über den
Sauganschluss (30) mit der Sauggreifvorrichtung (18) strömungsverbunden ist, wobei
das Steuerventil (24) einen Ventilkörper (36) umfasst, welcher in dem Ventilinnenraum
(34) angeordnet ist und zwischen einer ersten Schaltstellung und einer zweiten Schaltstellung
verlagerbar ist, wobei ein Gesamtströmungsquerschnitt für Strömungen von dem Sauganschluss
(30) zu dem Hubschlauchanschluss (28) in der ersten Schaltstellung des Ventilkörpers
(36) kleiner als in der zweiten Schaltstellung des Ventilkörpers (36), aber größer
null, ist, wobei der Ventilkörper in Richtung der zweiten Schaltstellung beaufschlagt
ist, wobei der Ventilkörper (36) und die Beaufschlagung des Ventilkörpers (36) in
Richtung der zweiten Schaltstellung derart ausgebildet und aufeinander abgestimmt
sind, dass der Ventilkörper (36), ausgehend von der zweiten Schaltstellung, bei freiem
Ansaugen mit unbelegter wenigstens einer Saugstelle (20) in die erste Schaltstellung
verlagert wird und bei Ansaugen mit wenigstens einer belegten Saugstelle (20) durch
die Beaufschlagung aus der ersten Schaltstellung in die zweite Schaltstellung verlagert
wird.