[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kran nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie einen Derrickballast für einen solchen.
[0002] Krane dieser Art werden auch als Derrickkrane bezeichnet und weisen typischerweise
ein Raupenfahrwerk auf. Aufgrund des zusätzlichen Derrickballasts sind diese Krane
zum Heben und Bewegen besonders schwerer Lasten ausgelegt. Bei diesen Kranen sind
der Hauptausleger (nachfolgend nur "Ausleger" - typischerweise ist dies ein Gittermastausleger)
und der Derrickausleger über eine längenverstellbare Wippverseilung miteinander verbunden.
Der Derrickausleger ist typischerweise über eine Derrickabspannung mit dem verstellbaren
A-Bock des Oberwagens verbunden. Durch Verstellung des A-Bockes ist die Neigung des
Derrickauslegers relativ zum Oberwagen für den Auf- und Abbau des Derricks verstellbar.
Im Kranbetrieb ist der Winkel des Derrickauslegers in der Regel unverändert. Die Wippbewegung
des Hauptauslegers erfolgt dabei über die Verstellung der Wippverseilung zwischen
Ausleger und Derrickausleger.
[0003] Das Moment, das der Ausleger mit der aufgenommenen Last in das Auslegersystem einbringt,
muss also vom Derrickausleger aufgenommen werden. Darüber hinaus muss das Gesamtsystem
"Kran" stabil bleFiben. Dies bedeutet, dassF der Gesamtschwerpunkt innerhalb der Kippkanten
liegen muss. Beim Heben von großen Lasten ist dies allein mit einem Oberwagenballast
nicht möglich. Aus diesem Grund wird der Derrickballast als Zusatzballast benötigt.
Dieser ist über eine längenveränderliche Ballastabspannung mit dem freien Ende des
Derrickauslegers verbunden. Die Länge der Ballastabspannung kann z.B. über hydraulische
Zugzylinder veränderbar sein.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind Derrickballaste in Form eines Schwebeballasts oder
eines auf dem Boden verfahrbaren Ballastwagens mit darauf gestapelten Ballastelementen
bekannt. Ein Schwebeballast kann dabei generell zwei Betriebsmodi einnehmen: er kann
auf dem Boden abgestellt oder schwebend an der längenveränderlichen Ballastabspannung
aufgenommen sein. Diese beiden Zustände sind üblicherweise abhängig vom aufzunehmenden
Lastmoment.
[0005] Der horizontale Abstand zwischen der Drehachse des Oberwagens bzw. Oberwagendrehachse
und dem Schwerpunkt des Derrickballasts wird als Ballastradius bezeichnet. Der Ballastradius
ist beim Schwebeballast entweder über die Neigung des Derrickauslegers oder über eine
Führung zwischen dem Oberwagenheck und dem Schwebeballast einstellbar.
[0006] Für das Aufrichten von langen Auslegerausrüstungen wird eine hohe Ballastierung gefordert.
Einmal aufgerichtet, benötigt der Kran für die projektierten Lasten in der Regel eine
geringere Ballastierung. Der Nachteil eines Schwebeballastes ist, dass der Kran bzw.
der Oberwagen nur gedreht, verfahren oder der Schwebeballast verschoben werden kann,
wenn der Derrickballast vom Boden abgehoben ist. Dieser Zustand kann allerdings nur
dann erreicht werden, wenn sich das System durch eine bestimmte Last am Haken im Gleichgewicht
befindet. Je größer bzw. schwerer der Schwebeballast, desto größer muss die Mindestlast
am Haken sein. Je nach Konfiguration ergeben sich dadurch bestimmte Mindestlasten
am Haken, um ein erzwungenes Absetzen des Schwebeballasts zu verhindern. Solange die
geforderte Mindestlast am Haken größer als das Hakengewicht inkl. Anschlagmittel ist,
muss der Schwebeballast abgesetzt werden, wenn die Last vom Haken genommen wird. Ein
Drehen, Verfahren des Krans oder ein Verschieben des Schwebeballastes ist dann nicht
mehr möglich. Dieser Umstand kann die Projektierung eines Hubes stark einschränken
bzw. erschweren.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Lösung anzugeben,
um einen solchen Derrickballast einfach, schnell und flexibel an die durchzuführende
Hubaufgabe anpassen zu können. Insbesondere soll es möglich sein, das Gewicht des
Derrickballasts einfach, schnell und flexibel zu verändern.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Kran mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie durch einen Derrickballast mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung.
[0009] Demnach wird ein Kran vorgeschlagen, welcher einen Unterwagen, einen drehbar auf
dem Unterwagen gelagerten Oberwagen, einen wippbar mit dem Oberwagen verbundenen Ausleger,
einen gelenkig mit dem Oberwagen verbundenen Derrickausleger, eine mit dem Oberwagen
verbundene Führung und einen Derrickballast umfasst. Der Unterwagen ist insbesondere
verfahrbar und kann ein Raupenfahrwerk aufweisen. Der Ausleger ist über den Derrickausleger
abgespannt, vorzugsweise über eine längenverstellbare Wippverseilung wie eingangs
beschrieben. Der Derrickausleger ist vorzugsweise über eine Derrickabspannung mit
dem verstellbaren A-Bock des Oberwagens verbunden, Der Derrickausleger kann auch über
einen mit dem Oberwagen fix verbundenen A-Bock über eine Auslegerabspannung, insbesondere
eine längenveränderliche Wippverseilung, verbunden sein.
[0010] Der Derrickballast ist insbesondere als Schwebeballast ausgebildet.
[0011] Der Derrickballast umfasst mindestens zwei aufeinander stapelbare Ballastelemente,
welche vorzugsweise plattenförmig ausgebildet sind, und eine Traverse, welche über
eine Ballastabspannung mit dem Derrickausleger und über die genannte Führung mit dem
Oberwagen verbunden ist. Die den Derrickballast mit dem Oberwagen verbindende Führung
kann eine veränderliche Länge aufweisen, welche beispielsweise durch einen Aktuator
veränderbar sein kann. Dies ermöglicht eine Veränderung des Ballastradius und damit
der maximalen Traglast bei gleicher Ballastierung.
[0012] Erfindungsgemäß ist die Traverse über mindestens ein Halteelement, vorzugsweise über
mehrere Halteelemente, mit einem Stapel von Ballastelementen verbindbar. Die Traverse
kann somit einen Ballastrahmen darstellen, welcher beispielsweise einen Teilballast
des Derrickballasts tragen kann. Wenn im Folgenden von "dem Halteelement" die Rede
ist, soll das mindestens eine Halteelement gemeint sein, d.h. es ist immer der Fall
von mehrere Halteelementen umfasst.
[0013] Das Halteelement umfasst erfindungsgemäß erste Verbindungsmittel zum lösbaren Verbinden
des Halteelements mit zweiten Verbindungsmitteln der Ballastelemente des Stapels und
ist derart ausgebildet, dass durch Bewegen des Halteelements und/oder der Traverse
relativ zum abgekoppelten und beispielsweise auf dem Boden abgestellten Stapel das
Halteelement mit einem Teilstapel von Ballastelementen des Stapels verbindbar ist.
[0014] Mit anderen Worten kann die Traverse bzw. das oder die Halteelemente vom Stapel aus
Ballastelementen getrennt werden, beispielsweise nachdem dieser auf dem Boden abgestellt
wurde, und anschließend das oder die Halteelemente wieder mit einigen der Ballastelementen
des Stapels oder jeweils mit einem untersten Ballastelement des Stapels verbunden
werden, sodass der nun von der Traverse aufgenommene Stapel kleiner ist als der vorherige
Stapel (und somit einen Teilstapel darstellt). Dadurch kann das Gewicht des von der
Traverse aufgenommenen Ballasts verkleinert werden. Selbstverständlich ist somit auch
der umgekehrte Fall möglich: ein aufgenommener Teilstapel kann auf einem anderen Teilstapel
aus Ballastelementen abgestellt, die Verbindung mit dem oder den Halteelementen gelöst
und eine Verbindung mit einem größeren Stapel als zuvor hergestellt werden. Dadurch
kann das Gewicht des von der Traverse aufgenommenen Ballasts vergrößert werden.
[0015] Dadurch ist es möglich, den Schwebeballast jederzeit und ohne weitere Hilfsmittel
(wie z.B. einen Hilfskran) optimal an den durchzuführenden bzw. projektierten Hub
anzupassen. Die eingangs beschriebenen Einschränkungen bekannter Schwebeballaste können
mit der erfindungsgemäßen Lösung wesentlich reduziert und der Planungsspielraum in
der Projektierung eines Hubs signifikant erhöht werden.
[0016] Die erfindungsgemäße Lösung stellt somit einen autonom-variabel bestückbaren Schwebeballast
bereit, wobei insbesondere der Begriff "autonom" als "ohne Hilfsgeräte bedienbar"
und die Formulierung "variabel bestückbar" als "eine beliebige Bestückung innerhalb
der vorgegebenen Ballasteinheiten" zu verstehen ist.
[0017] Vorliegend kann ein Teilstapel aus einer beliebigen Anzahl von Ballastelementen des
ursprünglichen Stapels bestehen. Auch ein einziges Ballastelement kann als Teilstapel
angesehen werden, sodass im einfachsten Fall insbesondere nur das oberste Ballastelement
des Stapels mit dem Halteelement verbunden werden kann.
[0018] Das mindestens eine Halteelement kann mit den Ballastelementen beispielsweise über
Bolzenverbindungen, Schraubenverbindungen, Einhängeverbindungen bzw. Halteklauen,
Verschlussspanner, Schieberiegel, Verbindungskeile, Verriegelungszylinder und/oder
Verbindungsrohre lösbar verbindbar sein. Hier sind auch beliebige Kombinationen der
genannten Verbindungsmittel denkbar. Eine besonders einfache Lösung ergibt sich bei
einer Verwendung von Bolzenverbindungen.
[0019] In einer möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Derrickballast mindestens
vier Halteelemente umfasst. Vorzugsweise besitzt die Traverse exakt vier Halteelemente,
um die Komplexität des Aufbaus minimal zu halten und den Aufwand beim Ballastumbau
zu reduzieren. Allerdings sind auch Vorrichtungen mit mehr als vier Halteelementen
denkbar. Vorzugsweise befinden sich die zweiten Verbindungsmittel an den Seiten der
Ballastelemente. Bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei der die Halteelemente in
Draufsicht in vier Eckbereichen bzw. an vier Ecken der Traverse angeordnet sind und
mit den seitlich an den Ballastelementen angeordneten zweiten Verbindungsmitteln verbunden
werden können.
[0020] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Halteelement
verstellbar an der Traverse gelagert ist. Bevorzugt ist das Halteelement in vertikaler
Richtung verschiebbar an der Traverse gelagert. Die Angabe "vertikal" bezieht sich
vorliegend auf den Fall, dass der Kran auf einem ebenen, horizontalen Untergrund steht.
Vorzugsweise ist das Halteelement über Verriegelungsmittel in mindestens zwei unterschiedlichen
Positionen an der Traverse festlegbar. Bei den Verriegelungselementen kann es sich
um Bolzen handeln.
[0021] Durch diese Lösung lässt sich beispielsweise die Position der ersten Verbindungsmittel
relativ zur Traverse und/oder relativ zu Befestigungspunkten der Ballastabspannung
und der Führung an der Traverse verändern. Dies kann den Effekt haben, dass sich durch
ein Verstellen des Halteelements unterschiedliche Kombinationen von Ballastelementen
bzw. unterschiedlich große Teilstapel mit dem Halteelement verbinden lassen, um das
Gewicht des Derrickballasts zu verändern. Das Halteelement kann von der Traverse nach
unten abstehen, beispielsweise nach unten hängen (z.B. in dem Fall, dass das Halteelement
ein Kette ist oder umfasst).
[0022] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass durch Anheben der Traverse
mittels der Führung die Position der ersten Verbindungsmittel relativ zu den abgebauten
und ggf. am Boden abgesetzten Ballastelementen verändert werden kann, sodass eine
andere Anzahl von Ballastelementen mit dem Halteelement verbunden werden kann. Das
Halteelement kann in diesem fest, d.h. nicht verstellbar an der Traverse angeordnet
sein.
[0023] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Halteelement
als Zugstange ausgebildet ist oder eine Zugstange umfasst. Darunter kann jedwedes
Element verstanden werden, das ausgebildet ist, Zugkräfte zu übertragen, beispielsweise
ein Rohr, eine Stange oder eine Leiste, welches / welche z.B. aus Stahl oder einem
Faserverbundwerkstoff gefertigt sein kann. Vorzugsweise ist die Zugstange vertikal
orientiert. Vorzugsweise sind die ersten Verbindungsmittel hintereinander entlang
der Zugstange angeordnet, d.h. sie können beispielsweise eine lineare Anordnung bilden.
[0024] Durch Verstellen des Halteelements verlagern sich die ersten Verbindungsmittel daher
relativ zu den Ballastplatten bzw. zu deren zweiten Verbindungsmitteln, sodass unterschiedliche
erste Verbindungsmittel mit unterschiedlichen zweiten Verbindungsmitteln verbunden
und die Anzahl der mit der Traverse verbundenen Ballastelemente des Teilstapels variiert
werden können. Alternativ kann immer nur ein Ballastelement (insbesondere das unterste
Ballastelement des aufzunehmenden Stapels) mit dem Halteelement verbindbar sein, sodass
durch Verstellen des Halteelements das erste Verbindungsmittel in Überdeckung oder
Eingriff mit zweiten Verbindungsmitteln eines anderen Ballastelements bringbar ist.
[0025] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die zuvor genannten
Verriegelungsmittel mit den ersten Verbindungsmitteln des Halteelements in Eingriff
bringbar sind, um das Halteelement lösbar an der Traverse zu verriegeln, wobei vorzugsweise
eine Verbindung des Halteelements mit den zweiten Verbindungsmitteln der Ballastelemente
mit den gleichen (d.h. gleich ausgebildeten) Verriegelungsmitteln erfolgt.
[0026] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verriegelungsmittel
als Bolzen oder Schrauben ausgebildet sind und die ersten und/oder zweiten Verbindungsmittel
Bohrungen zur Aufnahme der Bolzen oder Schrauben umfassen. Im einfachsten Fall handelt
es sich bei den ersten und zweiten Verbindungsmitteln um Bolzenaufnahmen und bei den
Verriegelungsmitteln um Bolzen, wobei derartige Bolzen auch zum Verbolzen des Halteelements
mit den Ballastelementen des Teilstapels verwendet werden. Anstelle von Bolzen können
aber auch andere Verriegelungsmittel wie beispielsweise Schieberriegel oder Schrauben
oder eine Kombination dieser Mittel verwendet werden.
[0027] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Halteelement
als Kette oder Seil ausgebildet ist oder eine solche / ein solches umfasst. Das Halteelement
kann eine Kombination aus Zugstange und/oder Kette und/oder Seil darstellen. Alternativ
oder zusätzlich kann das Halteelement mindestens ein Element aus einem Faserverbundwerkstoff
umfassen oder als solches ausgebildet sein. Ferner kann das Halteelement eine Zuglasche
sein oder eine solche umfassen.
[0028] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Derrickballast
so ausgebildet ist, dass sich die an der Traverse befestigten Ballastelemente unterhalb
der Traverse befinden, wobei die Traverse in Draufsicht vorzugsweise eine im Wesentlichen
rechteckige Form aufweist. Auch die Ballastelemente weisen in Draufsicht vorzugsweise
eine im Wesentlichen rechteckige Form auf, wobei vorzugsweise vier Halteelemente an
den Ecken der Traverse angeordnet sind und die Ballastelemente somit an vier Stellen
an der Traverse gehalten werden. Dadurch ergibt sich eine stabile und sichere Lagerung
der Ballastelemente an der Traverse.
[0029] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Halteelement
und/oder die Traverse eine Stahlkonstruktion, insbesondere eine Blech- und/oder Rohrkonstruktion
bzw. Blech- und/oder Rohrfachwerkskonstruktion, darstellt oder umfasst. Ebenfalls
ist eine Ausführungsform des Halteelements und/oder der Traverse (oder zumindest von
Teilen davon) als Gussstück und/oder als ein mittels eines additiven Fertigungsverfahrens
bzw. 3D-Druck hergestelltes Element denkbar. Die Traverse kann ganz oder teilweise
aus einem Faserverbundwerkstoff gefertigt sein. Dadurch ergibt sich eine hohe Stabilität
bei gleichzeitig reduziertem Eigengewicht.
[0030] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Derrickballast
eine Ballastgrundplatte umfasst, auf welcher weitere Ballastelemente lagerbar und/oder
stapelbar sind. Die Traverse mit den daran über das mindestens eine Halteelement befestigten
Ballastelementen stellt dabei insbesondere einen Teilballast des gesamten Derrickballasts
dar, welcher vom Rest des Derrickballasts, insbesondere von der genannten Ballastgrundplatte,
trennbar und vorzugsweise separat als Schwebeballast einsetzbar ist. Die Traverse
ist mit oder ohne daran befestigten Ballastelementen (d.h. beladen oder entladen)
mit der Ballastgrundplatte lösbar verbindbar, insbesondere mittels Bolzenverbindungen.
[0031] Dadurch kann die Größe des "aktiven" Derrickballasts flexibel verändert werden. Beispielsweise
kann beim Aufrichten des Auslegers, bei dem ein besonders hohes Ballastmoment benötigt
wird, oder bei Hubaufgaben mit besonders großen Lasten, der gesamte Derrickballast
verwendet werden (d.h. die Traverse mit daran befestigten Ballastelementen ist mit
der Ballastgrundplatte verbunden und auf letzterer sind weitere Ballaststapel gelagert).
In einem Hubbetrieb mit kleineren Lasten kann die Traverse von der Ballastgrundplatte
getrennt und mit dem vollen Stapel oder einem Teilstapel an Ballastelementen als kleinerer
Schwebeballast verwendet werden. Der Rest des Derrickballasts (d.h. die Ballastgrundplatte
mit den weiteren Ballastelementen) kann während der Hubaufgabe am Boden verbleiben.
Bei Bedarf kann der Teilballast mit Traverse wieder mit der Ballastgrundplatte verbunden
werden.
[0032] Um den Verbindungsvorgang, welcher eine exakte Positionierung der Traverse relativ
zur Ballastgrundplatte erfordert, zu erleichtern, kann auf ein Assistenzsystem und/oder
auf mittels Sensoren erfasste Daten zurückgegriffen werden. Beispielsweise kann ein
zielgenaues Absetzen der Traverse auf der Ballastgrundplatte mit Hilfe von aufgezeichneten
Bewegungsdaten der Fahr- und Drehwerke des Krans und/oder mittels GPS-Daten eines
oder mehrere GPS-Module realisiert werden. Derartige GPS-Module können beispielsweise
am Oberwagen, an der Traverse und/oder an der Ballastgrundplatte angeordnet sein.
[0033] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Derrickballast
ein Kopplungsteil umfasst, welches mit der Traverse verbunden oder verbindbar ist
und Anschlagmittel umfasst, an denen die Ballastabspannung befestigbar ist. Die Führung
ist vorzugsweise ebenfalls mit dem Kopplungsteil verbunden, insbesondere um eine horizontale
Schwenkachse schwenkbar. Das Kopplungsteil kann Teil des Derrickballasts sein. Die
Traverse kann einstückig oder fest mit dem Kopplungsteil verbunden, z.B. verschweißt,
sein. Alternativ dazu kann die Traverse über Befestigungselemente mit dem Kopplungsteil
lösbar verbunden sein. In letzterem Fall können die ersten Verbindungsmittel relativ
zu den abgekoppelten Ballastelementen auch über eine Bewegung der Traverse relativ
zum Kopplungsteil verstellt werden.
[0034] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Traverse erste
Befestigungsmittel umfasst, die mit zweiten Befestigungsmitteln der Ballastgrundplatte
lösbar verbindbar sind. Die ersten und zweiten Befestigungsmittel können unmittelbar
miteinander verbindbar, insbesondere verbolzbar, sein. Alternativ können die Traverse
und die Ballastgrundplatte über Kopplungselemente (z.B. Kopplungsleisten oder -stangen)
miteinander verbindbar sein, welche mit den ersten und zweiten Befestigungsmitteln
verbunden, insbesondere verbolzt, werden. Alternativ können die ersten Befestigungsmittel
am genannten Kopplungsteil angeordnet sein.
[0035] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Ballastgrundplatte
einen zentralen Aufnahmebereich umfasst, an bzw. in welchem der die Traverse umfassende
Teilballast befestigbar ist. Auf dem Aufnahmebereich kann der mit der Traverse verbundene
Stapel von Ballastelementen ablegbar sein. Die Ballastgrundplatte besitzt vorzugsweise
zu beiden Seiten des zentralen Aufnahmebereichs jeweils eine Ablagefläche, auf denen
weitere Ballastelemente ablegbar sind. In diesem Fall kann im verbundenen Zustand
(d.h. gesamter Derrickballast ist "aktiv") die Traverse und der mit dieser verbundene
Stapel oder Teilstapel von Ballastelementen zwischen mindestens zwei Türmen von weiteren
Ballastelementen angeordnet sein, die auf der Ballastgrundplatte gelagert sind.
[0036] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die mit den ersten
Verbindungsmitteln eines Halteelements verbindbaren zweiten Verbindungsmittel der
Ballastelemente des Stapels auf einer gemeinsamen Geraden liegen. Die Gerade verläuft
dabei parallel und im verbundenen Zustand insbesondere koaxial zur Längsachse des
Halteelements. Sind mehrere Halteelemente vorhanden, liegen die den verschiedenen
Halteelementen zugeordneten zweiten Verbindungsmittel jeweils auf einer solchen Geraden,
wobei die Geraden bevorzugt parallel zueinander sind.
[0037] Durch eine Translationsbewegung des Halteelements relativ zu den zweiten Verbindungsmitteln,
insbesondere ein vertikales Verstellen des Halteelements, ist insbesondere ein Teil
der zuvor einer ersten Anzahl von Ballastelementen des Stapels zugeordneten ersten
Verbindungsmittel mit den zweiten Verbindungsmitteln einer zweiten Anzahl von Ballastelementen
des Stapels in Überdeckung oder in Eingriff bringbar.
[0038] Mit anderen Worten führt eine Translationsbewegung des Halteelements dazu, dass die
ersten Verbindungsmittel, die zuvor mit einer bestimmten Anordnung zweiter Verbindungsmittel
der Ballastelemente verbunden waren, nun mit den zweiten Verbindungsmitteln anderer
Ballastelemente in Überdeckung oder in Eingriff gebracht werden können, sodass durch
Herstellen der entsprechenden Verbindungen nun eine andere Anzahl bzw. ein Teilstapel
von Ballastelementen mit dem Halteelement verbunden sind. Dadurch kann die Ballastierung
des die Traverse umfassenden Teilballasts geändert werden. Die nicht mit den Halteelementen
verbundenen Ballastelemente bleiben insbesondere auf dem Boden liegen.
[0039] Alternativ kann immer nur ein Ballastelement (insbesondere das unterste Ballastelement
des aufzunehmenden Stapels) mit dem Halteelement verbindbar sein, sodass durch Verstellen
des Halteelements das entsprechende erste Verbindungsmittel in Überdeckung oder Eingriff
mit zweiten Verbindungsmitteln eines anderen Ballastelements bringbar ist.
[0040] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin einen Derrickballast für einen erfindungsgemäßen
Kran. Dabei ergeben sich offensichtlich dieselben Eigenschaften und Vorteile wie für
den erfindungsgemäßen Kran. Sämtliche in Bezug auf den Kran beschriebenen Ausführungsformen
und Ausgestaltungsoptionen des Derrickballasts und/oder seiner Teilkomponenten gelten
daher ebenfalls für den erfindungsgemäßen Derrickballast, in beliebiger Kombination.
[0041] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend
anhand der Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Gesamtansicht (linke Abbildung) und eine vergrößerte Ansicht des
Derrickballasts (rechte Abbildung) eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Krans;
- Fig. 2:
- ein erstes Ausführungsbeispiel der Traverse des Derrickballasts in einer perspektivischen
Ansicht;
- Fig. 3:
- ein zweites Ausführungsbeispiel der Traverse des Derrickballasts in einer perspektivischen
Ansicht; und
- Fig. 4-8:
- seitliche Ansichten der Traverse in unterschiedlichen Stellungen beim Umrüsten des
ersten Teilballasts.
[0042] Die Figur 1 zeigt in der linken Abbildung eine schematische, perspektivische Gesamtdarstellung
eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Krans 10. Dieser umfasst einen fahrbaren
Unterwagen 12 und einen um eine vertikale Drehachse drehbar auf dem Unterwagen 12
gelagerten Oberwagen 14, an dessen Heck sich ein Derrickballast 20 befindet. Die rechte
Abbildung zeigt eine vergrößerte Ansicht des in der linken Abbildung mit dem Kreis
angedeuteten Oberwagenhecks samt Derrickballast 20.
[0043] Bei dem Kran 10 des hier gezeigten Ausführungsbeispiels handelt es sich um einen
Raupenkran mit einem Gittermastausleger als Hauptausleger 16 (nachfolgend nur als
"Ausleger" bezeichnet), welcher um eine horizontale Wippachse an den Oberwagen 14
angelenkt ist. Der Unterwagen 12 umfasst ein Raupenfahrwerk und stützt sich über die
beiden seitlichen Raupenträger des Raupenfahrwerks auf dem Boden ab. Neben dem Ausleger
16 besitzt der Kran 10 einen Derrickausleger 18, welcher ebenfalls um eine horizontale
Schwenkachse schwenkbar an den Oberwagen 14 angelenkt ist. Am Oberwagenheck befindet
sich ein Oberwagenballast 15 mit mehreren (in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
zu zwei seitliche Ballaststapel aufeinandergestapelten) Ballastelementen. Der Derrickausleger
18 ist mit dem Ausleger 16 über eine Auslegerabspannung 17, insbesondere eine längenveränderliche
Wippverseilung, verbunden. Der Derrickausleger 18 ist wiederum mit dem schwenkbaren
A-Bock des Oberwagens über eine Derrickabspannung verbunden. Der Derrickausleger 18
kann auch über einen mit dem Oberwagen fix verbundenen A-Bock 13 über eine Auslegerabspannung
17, insbesondere eine längenveränderliche Wippverseilung, verbunden sein.
[0044] Zusätzlich zum Oberwagenballast 15 besitzt der Kran 10 einen Derrickballast 20, welcher
als Schwebeballast ausgebildet ist. Der Derrickballast 20 umfasst eine Ballastgrundplatte
22, auf der mehrere Ballastelemente 21, 25 angeordnet sind. Der Derrickballast 20
ist über eine vorzugsweise längenverstellbare Führung 11 mit dem Oberwagenheck und
über eine längenveränderliche Ballastabspannung 19 mit der Spitze bzw. dem freien
Ende des Derrickauslegers 18 verbunden. In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
umfasst die Ballastabspannung 19 zwei parallele Abspannstränge, deren Länge beispielsweise
über jeweils einen hydraulischen Zugzylinder, jedoch mindestens ein Zylinder veränderbar
und dadurch das durch den Derrickballast 20 aktiv wirkende Gewicht höhenverstellbar-sein
kann.
[0045] Bezüglich der Funktionen der Wippverseilung, Derrickabspannung und Ballastabspannung
19 sowie des Derrickballasts 20 wird auf die einleitenden Ausführungen verwiesen,
welche auch für den Kran 10 gemäß dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel gelten. Auf
eine wiederholende Erläuterung wird daher weitgehend verzichtet.
[0046] Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Derrickballast 20 teilbar ausgestaltet.
Der Derrickballast 20 umfasst einen ersten Teilballast, welcher einen mittig angeordneten
Stapel von Ballastelementen 21 und eine Traverse 30 umfasst, und einen zweiten Teilballast,
welcher die Ballastgrundplatte 22 und zwei seitliche Stapel von weiteren Ballastelementen
25 umfasst. Der erste Teilballast ist im verbundenen Zustand in einem zentralen Aufnahmebereich
27 des Derrickballasts 20 angeordnet.
[0047] Über die Traverse 30 ist der Derrickballast 20 mit der Führung 11 und der Ballastabspannung
19 verbunden und kann somit im verbundenen Zustand über die Traverse gehoben werden.
[0048] Der erste Teilballast umfasst erste Befestigungsmittel 34, während die Ballastgrundplatte
22 im Bereich des zentralen Aufnahmebereichs 27 zweite Befestigungsmittel 24 aufweist.
Der erste Teilballast kann mit der Ballastgrundplatte 22 und somit mit dem zweiten
Teilballast über die ersten und zweiten Befestigungsmittel 24, 34 lösbar verbunden,
insbesondere verbolzt werden, sodass der Derrickballast 20 gemeinsam gehoben bzw.
in den schwebenden Zustand gebracht werden kann. Die ersten und zweiten Befestigungsmittel
24, 34 können direkt miteinander oder über Kopplungselemente miteinander verbunden
werden. Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 sind Kopplungsstangen zwischen den
Befestigungsmitteln 24, 34 angeordnet.
[0049] Die Führung 11 ist vorzugsweise um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar mit dem
Oberwagen 14 verbunden und kann vorzugsweise mittels eines Aktuators, z.B. einem oder
mehreren Hydraulikzylindern, um besagte Schwenkachse verschwenkt werden. Dadurch lässt
sich der Derrickballast 20 vertikal verstellen und beispielsweise auf dem Boden absetzen
oder vom Boden abheben. Gleichzeitig kann eine Verstellung der Ballastabspannung 19
erfolgen, insbesondere über die genannten Zugzylinder. Die Führung 11 ist insbesondere
ebenfalls um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar mit dem Derrickballast 20 verbunden.
[0050] Für schwere Hubaufgaben, bei denen große Lasten bewegt werden müssen, oder beim Aufrichten
des Auslegers 16 ist ein großes Ballastmoment notwendig, sodass die ersten und zweiten
Teilballaste miteinander verbunden sind und der gesamte Derrickballast 20 als Schwebeballast
eingesetzt werden kann. Für viele Hubaufgaben ist jedoch ein geringeres Ballastmoment
erforderlich. Für diesen Fall kann der erste Teilballast mit der Traverse 30 und dem
Ballaststapel 21 von der Ballastgrundplatte 22 bzw. vom zweiten Teilballast gelöst
und als kleinerer Schwebeballast verwendet werden. Der zweite Teilballast bleibt dann
auf dem Boden stehen und kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit dem ersten Teilballast
verbunden werden.
[0051] Für ein zielgenaues Absetzen des ersten Teilballasts kann der Kopplungsvorgang durch
ein Positionierungssystem unterstützt werden, indem z.B. die Position des abgesetzten
zweiten Teilballasts und die Position des Krans 10 und/oder des ersten Teilballasts
erfasst werden. Dies kann z.B. mit Hilfe von aufgezeichneten Bewegungsdaten der Fahr-
und Drehwerke oder mittels GPS-Systemen realisiert werden.
[0052] Die Figur 2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Traverse 30 des ersten Teilballasts
in einer perspektivischen Ansicht. Dies entspricht der in der Fig. 1 gezeigten Ausführungsvariante.
Die Traverse 30 umfasst zwei Profilteile 36, die von der Seite aus gesehen eine im
Wesentlichen dreieckige Form aufweisen und parallel zueinander ausgerichtet sind.
Andere Formen sind selbstverständlich ebenfalls denkbar, z. B. eine seitlich gesehen
rechteckige Form. Die Profilteile 36 sind über Verbindungsstücke 37 miteinander verbunden;
im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind dies zwei Kopplungsstangen 37, die die unteren
Ecken der dreieckigen Profilteile 36 verbinden.
[0053] An den Kopplungsstangen 37 sind beispielsweise jeweils zwei Gabeln 38 befestigt,
in welchen jeweils ein Halteelement 32 aufgenommen ist. Die Halteelemente 32 sind
in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel als vertikal orientierte, längliche Haltestangen
ausgebildet, welche z.B. aus Stahl oder einem Faserverbundwerkstoff bestehen können.
Alternative Formen der Halteelemente 32 sind ebenfalls denkbar, z.B. Ketten (vgl.
Fig. 3), Seile, Zuglaschen oder dergleichen.
[0054] Die vier Halteelemente 32 besitzen eine Vielzahl von Bohrungen, die als erste Verbindungsmittel
33 fungieren. Diese sind insbesondere als Bolzenaufnahmen zur Bildung von Bolzenverbindungen
mit entsprechenden Bolzen 26 ausgebildet, können aber auch eine andere Form aufweisen,
z.B. Hakenelemente. In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel sind die ersten Verbindungsmittel
33 entlang der Halteelemente 32 hintereinander angeordnet und dienen gleichzeitig
der lösbaren Befestigung der Ballastelemente 21 an den Halteelementen 32 und der Befestigung
der Halteelemente 32 an den Gabeln 38. Hierfür besitzen die Ballastelemente 21 an
den Seiten entsprechende zweite Verbindungsmittel 23, welche als Bolzenaufnahmen an
seitlich abstehenden Verbindungsabschnitten ausgebildet sein können (vgl. Fig. 6).
[0055] Auch die Gabeln 38 weisen entsprechende Verbindungsmittel auf. Die Verbindung zwischen
Halteelementen 32 und Gabeln 38 sowie zwischen Halteelementen 32 und Ballastelementen
21 erfolgt insbesondere über Verriegelungsbolzen 26. Alternativ wäre eine Schraubverbindung
denkbar.
[0056] Die Halteelemente 32 können lösbar in den Gabeln 38 befestigt sein, sodass durch
Ziehen der Verriegelungsbolzen 36, welche als Verriegelungsmittel 36 fungieren, die
Halteelemente 32 relativ zur Traverse 30 bewegt und insbesondere in vertikaler Richtung
verstellt werden können. Sodann können sie beispielsweise durch Verwendung anderer
erster Verbindungsmittel 33 in einer anderen Position in den Gabeln 38 verbolzt werden.
Dadurch lässt sich die Länge der Halteelemente 32 nach unten in Richtung Ballastelemente
21 variieren, wobei die Schrittweite von den Abständen der ersten Verbindungsmittel
33 zueinander abhängt.
[0057] Durch diese Konfiguration kann die Anzahl der an den Halteelementen 32 befestigten
und somit von der Traverse 30 aufgenommenen Ballastelemente 21 flexibel und unkompliziert
variiert werden. Beispielsweise ist es möglich, den Ballaststapel auf dem Boden abzusetzen,
die Verbindung zu den Halteelementen 32 zu lösen, die Halteelemente 32 und/oder die
Traverse 30 anzuheben und einen Teilstapel (d.h. ein Stapel mit weniger aufeinandergestapelten
Ballastelementen 21 als der zuvor abgesetzte Stapel) mit den Halteelementen 32 zu
verbinden. Dadurch kann das Gewicht des ersten Teilballasts schnell und einfach verändert
werden. Dieser Vorgang ist beispielhaft in den Figuren 4-7 in seitlichen Ansichten
der Traverse 30 gezeigt, wobei hierfür das erste Ausführungsbeispiel der Traverse
der Figur 2 herangezogen wird.
[0058] Die Figur 4 zeigt den ersten Teilballast im ballastierten Zustand (in diesem Ausführungsbeispiel
sind dies vier übereinander angeordnete Ballastelemente 21). Hierbei kann nur das
unterste Ballastelement 21 über Verriegelungsbolzen 26 mit den Halteelementen 32 verbunden
sein, während die übrigen Ballastelemente 21 aufeinander liegen und z.B. über andere
Verbindungselemente (z.B. ineinandergreifende Vorsprünge und Aussparungen) miteinander
verbunden sind, sodass sie nicht verrutschen. Alternativ kann aufgrund der Vielzahl
erster Verbindungsmittel 33 vorgesehen sein, dass alle Ballastelemente 21 mit den
Halteelementen 32 verbunden sind.
[0059] Um das Gewicht dieses Teilballasts zu reduzieren, wird dieser durch Absenken der
Führung 11 auf dem Boden abgesetzt, wie dies in der Figur 5 dargestellt ist. In diesem
entlasteten Zustand können die Verbindungen zwischen den Ballastelementen 21 (in dem
gezeigten Ausführungsbeispiel also des untersten Ballastelements 21) und den Halteelementen
32 gelöst werden. Daraufhin wird die Führung angehoben, sodass sich die Traverse 30
und damit auch die Halteelemente 32 in vertikaler Richtung relativ zum abgesetzten
Stapel 21 bewegen. Die Traverse 30 wird so lange angehoben, bis sich die ersten Verbindungsmittel
33 der Halteelemente 32 auf der Höhe der zweiten Verbindungsmittel 23 derjenigen oberen
Ballastelemente 21 befinden, die in der gewichtsreduzierten Konfiguration wieder mit
der Traverse 30 verbunden werden sollen. In dem Ausführungsbeispiel der Figur 6 soll
nur das oberste Ballastelement 21 mit der Traverse 30 verbunden werden, wobei dieses
Ballastelement 21 dann einen Teilstapel des ursprünglichen Stapels aus vier Ballastelementen
21 bildet. Die zweiten Verbindungsmittel 23 des obersten Ballastelements 21 werden
mit den passenden (in diesem Ausführungsbeispiel den untersten) ersten Verbindungsmitteln
33 der Halteelemente 32 verbolzt (vgl. Fig. 6).
[0060] Anschließend wird die Traverse 30 wieder angehoben, wobei nun die gelösten bzw. abgekoppelten
Ballastelemente 21 des ursprünglichen Stapels (in der Fig. 7 sind dies die unteren
drei Ballastelemente 21) auf dem Boden verbleiben und nur der mit den Halteelementen
32 verbundene Teilstapel 21' (in Fig. 7 das oberste Ballastelement 21') angehoben
wird. Dadurch steht nun ein Schwebeballast mit verringertem Gewicht zur Verfügung.
[0061] Um die Ballastierung wieder zu verändern, wird der Teilstapel 21' wieder auf den
abgelegten Ballastelementen 21 abgesetzt, die Verbindung der Halteelemente 32 gelöst,
die Traverse 30 um eine geeignete Strecke abgesenkt und die zweiten Verbindungsmittel
23 des gewünschten Teilballasts (oder diejenigen des untersten Ballastelementes 21
des gewünschten Teilballasts) wieder mit den Halteelementen 32 verbunden.
[0062] Alternativ können auch die Verbindungen zwischen den Halteelementen 32 und den Gabeln
38 gelöst und die Halteelemente 32 zum Umballastieren relativ zur Traverse 30 verschoben
werden. Diese Möglichkeit ist in der Figur 8 nach erfolgtem Umballastieren und Anheben
des Teilstapels 21' gezeigt.
[0063] Wie bereits erwähnt, ist es möglich, immer nur das unterste Ballastelement 21 des
anzuhebenden Stapels mit den Halteelementen 32 zu verbinden (wie in den Figuren 4-8
gezeigt), oder aber alle Ballastelemente 21 des gehobenen Stapels. In ersterem Fall
können die ersten Verbindungsmittel 33 auch nur in einem oberen Bereich der Halteelemente
32 angeordnet sein, um die Halteelemente 32 in unterschiedlichen Positionen relativ
zur Traverse 30 mit den Gabeln 38 verbinden zu können.
[0064] Wie in der Figur 2 dargestellt ist, kann der erste Teilballast ein Kopplungsteil
40 umfassen, welches Anschlagmittel 42 (insbesondere Bolzenaufnahmen) zum Befestigen
der Ballastabspannung 19 und eine entsprechende Verbindungsstelle für die Führung
11 aufweist. Die Traverse 30 kann lösbar mit dem Kopplungsteil 40 verbunden sein.
In der Fig. 2 ist eine Konfiguration gezeigt, bei der die Profilteile 36 Blechkonstruktionen
mit jeweils einem Zwischenraum darstellen, in die Laschen 44 des Kopplungsteils 40
einbringbar sind. Die Laschen 44 können über Befestigungselemente 39, beispielsweise
Bolzen, mit den Profilteilen 36 lösbar verbindbar sein.
[0065] Wie in der Figur 1 und auch in den Figuren 4-8 zu erkennen ist, können in einem Ausführungsbeispiel
die ersten Befestigungsmittel 34 zur Verbindung des ersten Teilballasts mit der Ballastgrundplatte
22 an dem Kopplungsteil 40, beispielsweise an Verlängerungen der genannten Laschen
44, angeordnet sein, sodass die Traverse 30 weder mit Führung 11 und Ballastabspannung
19 noch mit der Ballastgrundplatte 22 direkt verbunden ist.
[0066] Die Figur 3 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Traverse
30. Hierbei ist auch das Kopplungsteil 40 anders ausgebildet und weist keine Laschen
mit ersten Befestigungsmitteln 34 auf. Letztere sind stattdessen an der Traverse 30
ausgebildet. Diese umfasst bei diesem Ausführungsbeispiel vier Profilteile 36, wobei
je zwei Profilteile 36 auf einer Seite über Kopplungsstücke 31 (z.B. in der Form von
Kopplungsleisten oder -stangen, wie in der Fig. 3 gezeigt, wobei die Kopplungsstücke
31 auch als Rohr- oder Formprofilkonstruktionen ausgeführt sein können), insbesondere
lösbar, miteinander verbunden sind. Wiederum sind die Profilteile 36 jeder Seite über
Verbindungsstücke 37 miteinander verbunden, wobei die Halteelemente 32 an den Verbindungsstücken
37 angeordnet sind. Die Traverse 30 kann wiederum lösbar, oder aber auch fest mit
dem Kopplungsteil 40 verbunden sein.
[0067] Die Halteelemente 32 können, wie schon bei der Ausführungsform der Fig. 2, als Zugstangen
ausgebildet sein. In der Fig. 3 ist eine andere Ausführungsvariante gezeigt, bei der
die Halteelemente 32 als Ketten ausgebildet sind, die von den Verbindungsstücken 37
nach unten herabhängen und an der Unterseite jeweils ein erstes Verbindungsmittel
33 zur Verbindung mit dem jeweils untersten Ballastelement 21 des zu hebenden Stapels
aufweisen. In diesem Ausführungsbeispiel sind die ersten Verbindungsmittel 33 als
Ösen oder Karabiner bzw. Zuglaschen ausgebildet, wobei alternativ auch Verbindungsteile
mit einer oder mehreren Bohrungen zur Aufnahme von Bolzen oder Schrauben vorgesehen
sein können. Der Vorgang der Umballastierung erfolgt analog zu dem in den Figuren
4-7 gezeigten Vorgang.
[0068] Vorzugsweise und unabhängig von der gezeigten Ausführungsform kann die Traverse 30
je nach Ballastierungsvariante allein am Kopplungsteil 40 angebaut bleiben oder auch
komplett entfernt werden.
[0069] Die Traverse 30 stellt die Trägerkonstruktion des ersten Teilballasts des erfindungsgemäßen
Derrickballasts 20 dar, d.h. die Trägerkonstruktion des so realisierten "autonom-variabel
teilbaren Schwebeballasts". Die Traverse 30 kann eine Stahlbaukonstruktion darstellen,
welche beispielsweise in Form einer Blech- oder einer RohrFachwerkskonstruktion, eines
Gussstücks oder aus einem 3D-Druckverfahren hergestellt sein kann. Darüber hinaus
kann die Traverse 30 aus alternativen Materialien wie Faserverbundwerkstoffen, hochfestem
Aluminium etc. hergestellt sein.
[0070] Zur Verbindung der Halteelemente 32 mit der Traverse 30 und/oder mit den Ballastelementen
21 können Bolzen, Schrauben-, Halteklauen, Verschlussspanner, Schieberiegel, Verbindungskeile,
Verriegelungszylinder und/oder Verriegelungsrohre als Verbindungselemente verwendet
werden.
Bezugszeichenliste:
[0071]
- 10
- Kran
- 11
- Führung
- 12
- Unterwagen
- 13
- Abspannbock / A-Bock
- 14
- Oberwagen
- 16
- Ausleger
- 17
- Auslegerabspannung
- 18
- Derrickausleger
- 19
- Ballastabspannung
- 20
- Derrickballast
- 21
- Ballastelement
- 21'
- Ballastelement
- 22
- Ballastgrundplatte
- 23
- Zweites Verbindungsmittel
- 24
- Zweites Befestigungsmittel
- 25
- Weitere Ballastelemente
- 26
- Verriegelungsmittel
- 27
- Zentraler Aufnahmebereich
- 30
- Traverse
- 31
- Kopplungsstück
- 32
- Halteelement
- 33
- Erstes Verbindungsmittel
- 34
- Erstes Befestigungsmittel
- 36
- Profilteil
- 37
- Verbindungsstück
- 38
- Klammer
- 39
- Befestigungselement
- 40
- Kopplungsteil
- 42
- Anschlagmittel
- 44
- Lasche
1. Kran (10) umfassend einen Unterwagen (12), einen drehbar auf dem Unterwagen (12) gelagerten
Oberwagen (14), einen wippbar mit dem Oberwagen (14) verbundenen Ausleger (16), einen
gelenkig mit dem Oberwagen (14) verbundenen Derrickausleger (18), über welchen der
Ausleger (16) abgespannt ist, eine mit dem Oberwagen (14) verbundene Führung (20)
und einen insbesondere als Schwebeballast ausgebildeten Derrickballast (20), wobei
der Derrickballast (20) mindestens zwei aufeinander stapelbare Ballastelemente (21)
und eine Traverse (30) umfasst, welche über eine Ballastabspannung (19) mit dem Derrickausleger
(18) und über die Führung (19) mit dem Oberwagen (14) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Traverse (30) über mindestens ein Halteelement (32) mit einem Stapel von Ballastelementen
(21) verbindbar ist, wobei das Halteelement (32) erste Verbindungsmittel (33) zum
lösbaren Verbinden des Halteelements (32) mit zweiten Verbindungsmitteln (23) der
Ballastelemente (21) des Stapels umfasst und derart ausgebildet ist, dass durch Bewegen
des Halteelements (32) und/oder der Traverse (30) relativ zum abgekoppelten Stapel
das Halteelement (32) mit einem Teilstapel von Ballastelementen (21) des Stapels verbindbar
ist.
2. Kran (10) nach Anspruch 1, wobei der Derrickballast (20) mindestens vier Halteelemente
(32) umfasst, welche vorzugsweise mit zweiten Verbindungsmitteln (23) an den Seiten
der Ballastelemente (21) verbindbar sind, wobei die Halteelemente (32) vorzugsweise
in Draufsicht an vier Eckbereichen der Traverse (30) angeordnet sind.
3. Kran (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Halteelement (32) verstellbar, insbesondere
in vertikaler Richtung verschiebbar, an der Traverse (30) gelagert und vorzugsweise
über Verriegelungsmittel (26) in mindestens zwei unterschiedlichen Positionen an der
Traverse (30) festlegbar ist, wobei das Halteelement (32) insbesondere von der Traverse
(30) nach unten absteht.
4. Kran (10) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Halteelement (32) als Zugstange
ausgebildet ist oder eine Zugstange umfasst, welche insbesondere vertikal orientiert
ist, wobei die ersten Verbindungsmittel (33) vorzugsweise hintereinander entlang der
Zugstange (32) angeordnet sind.
5. Kran (10) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei die Verriegelungsmittel
(26) mit den ersten Verbindungsmitteln (33) des Halteelements (32) in Eingriff bringbar
sind, um das Halteelement (32) lösbar an der Traverse (30) zu verriegeln, wobei vorzugsweise
eine Verbindung der Halteelemente (32) mit den zweiten Verbindungsmitteln (23) der
Ballastelemente (21) mit den gleichen Verriegelungsmitteln (26) erfolgt.
6. Kran (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei die Verriegelungsmittel (26) als
Bolzen oder Schrauben ausgebildet sind und die ersten und/oder zweiten Verbindungsmittel
(23, 33) Bohrungen zur Aufnahme der Bolzen oder Schrauben umfassen.
7. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Halteelement (32) als
Kette oder Seil ausgebildet ist oder eine solche / ein solches umfasst.
8. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Derrickballast (20) so
ausgebildet ist, dass sich die an der Traverse (30) befestigten Ballastelemente (21)
unterhalb der Traverse (30) befinden, wobei die Traverse (30) in Draufsicht vorzugsweise
eine im Wesentlichen rechteckige Form aufweist.
9. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Halteelement (32) und/oder
die Traverse (30) eine Stahlkonstruktion, insbesondere eine Blech- und/oder Rohrkonstruktion
und/oder mindestens ein Gussstück und/oder mindestens ein mittels eines additiven
Fertigungsverfahrens hergestelltes Element und/oder mindestens ein aus einem Faserverbundwerkstoff
gefertigtes Element umfasst.
10. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Derrickballast (20) eine
Ballastgrundplatte (22) umfasst, auf welcher weitere Ballastelemente (25) lagerbar
sind, wobei die Traverse (30) mit oder ohne daran befestigten Ballastelementen (21)
mit der Ballastgrundplatte (22) lösbar verbindbar ist, insbesondere mittels Bolzenverbindungen.
11. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Derrickballast (20) ein
Kopplungsteil (40) umfasst, welches mit der Traverse (30) verbunden oder verbindbar
ist und Anschlagmittel (42) umfasst, an denen die Ballastabspannung (19) befestigbar
ist, wobei das Kopplungsteil (40) vorzugsweise mit der Führung (11) verbunden ist,
insbesondere um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar mit der Führung (11) verbunden
ist.
12. Kran (10) nach den beiden vorhergehenden Ansprüchen, wobei die Traverse (30) oder
das Kopplungsteil (40) erste Befestigungsmittel (34) umfasst, welche mit zweiten Befestigungsmitteln
(34) der Ballastgrundplatte (22) lösbar verbindbar sind.
13. Kran (10) nach einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei die Ballastgrundplatte (22) einen
zentralen Aufnahmebereich (27) umfasst, an welchem die Traverse (30) befestigbar und
auf welchem vorzugsweise der mit der Traverse (30) verbundene Stapel von Ballastelementen
(21) ablegbar ist, wobei die Ballastgrundplatte (22) vorzugsweise zu beiden Seiten
des zentralen Aufnahmebereichs (27) Ablageflächen aufweist, auf denen weitere Ballastelemente
(25) ablegbar sind.
14. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die mit den ersten Verbindungsmitteln
(33) eines Halteelements (32) verbindbaren zweiten Verbindungsmittel (23) der Ballastelemente
(21) des Stapels auf einer gemeinsamen Geraden liegen, welche parallel und im verbundenen
Zustand insbesondere koaxial zur Längsachse des Halteelements (32) verläuft, wobei
insbesondere durch eine Translationsbewegung des Halteelements (32) relativ zu den
zweiten Verbindungsmitteln (23) ein Teil der zuvor einer ersten Anzahl von Ballastelementen
(21) des Stapels zugeordneten ersten Verbindungsmittel (33) mit den zweiten Verbindungsmitteln
(23) einer zweiten Anzahl von Ballastelementen (21) des Stapels in Überdeckung oder
in Eingriff bringbar sind.
15. Derrickballast (20) für einen Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.