[0001] Die Erfindung betrifft eine Verriegelungsanlage zur Verriegelung einer oder mehrerer
Türen eines Busses beim Abstellen, sowie einen Bus mit einer solchen Verriegelungsanlage.
[0002] Im Stand der Technik ist eine Vielzahl von verschiedenen Ausführungsformen von Türverriegelungen
bekannt. Diese unterscheiden sich insbesondere abhängig davon, für welche Art von
Fahrzeug sie bestimmt sind, beispielsweise für Lastkraftwagen, Personenkraftwagen
oder Busse.
[0003] Die
DE 25 57 970 A1 betrifft in diesem Zusammenhang eine Schließ- und/oder Verriegelungseinrichtung für
Türen, Hauben und Deckel von Fahrzeugen, insbesondere Kraftfahrzeugen, wobei der Kraftspeicher
ein von einem kleinen Elektromotor angetriebenes Schwungrad ist, das seine Energie
zum Schließen oder Verriegeln über ein Vorgelege mit nachgeschaltetem Mechanismus
auf die vorhandene Schließ- und/oder Verriegelungseinrichtung abgibt.
[0004] Die
DE 101 30 268 A1 betrifft ferner eine Schließanlage für Fahrzeugtüren oder dergleichen, umfassend
eine an der Türinnenseite befestigbare Montageplatte, ein in einer Aufnahmeöffnung
der Montageplatte angeordnetes und diese durchdringendes, von der Türaußenseite her
schließbares Zylinderschloß mit einem drehbaren Schließzylinder, einen mit einem inneren
Schließzylinderende drehverbundenen Nockenring und einen quer zur Schließzylinderachse
verschiebbar an der Montageplatte gelagerten Riegel, welcher mittels an dem Nockenring
ausgebildeter, an Anschlagflächen des Riegels anlegbarer Nocken zwischen einer Öffnungsstellung
und einer Schließstellung verstellbar ist. Ferner ist in der
DE 101 30 268 A1 ein in etwa topfförmiges Zwischenstück in seinem Bodenbereich mit dem inneren Ende
des Schließzylinders fest verbunden, während die Seitenwand des Zwischenstückes den
Schließzylinder umgibt; auf der Außenseite der Seitenwand ist ein in seinem Umfangsbereich
mit Schließ- und Öffnungsnocken ausgestatteter erster Nockenring drehfest, jedoch
in Richtung der Schließzylinderachse verschiebbar angeordnet und durch eine Feder
in Richtung zur Türinnenseite hin vorgespannt; an der der Türinnenseite zugewandten
Seite des ersten Nockenringes ist auf der Außenseite der Seitenwand des Zwischenstückes
ein mit einem von der Türinnenseite her zugänglichen Drehgriff ausgestatteter zweiter
Nockenring mit einem Öffnungsnocken drehbar und axial unverschiebbar angeordnet, wobei
an den einander zugewandten Stirnflächen des ersten Nockenringes und des zweiten Nockenringes
Nockenmittel vorgesehen sind, um den ersten Nockenring aus einer axialen Eingriffsposition,
bei der sich die Anschlagflächen des Riegels im Schwenkweg der Schließ- und Öffnungsnocken
des ersten Nockenringes befinden, in eine axiale Außereingriffsposition zu verschieben,
bei der sich die Anschlagflächen des Riegels nicht mehr im Schwenkweg der Schließ-
und Öffnungsnocken befinden, wenn der Öffnungsnocken des zweiten Nockenringes sich
im Eingriff mit der zugeordneten Anschlagfläche des Riegels befindet.
[0005] Oft weisen Busse wie Stadtbusse Schwenktüren in Form von Flügeltüren auf, welche
bei einem Halt geöffnet werden. Beim Abstellen des Busses, d. h. wenn dieser für längere
Zeit geparkt wird und der Bus außer Betrieb ist, kann nach dem Stand der Technik jeder
einzelne Türflügel aller Schwenktüren mechanisch mit einem Schlüssel (Happich, Y-Mos,
Vierkant, Dreikant) verriegelt werden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, das Verriegeln von Schwenktüren an einem Bus mit einer
Vielzahl von Schwenktüren zu vereinfachen.
[0007] Die Erfindung ergibt sich aus den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte
Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0008] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft eine Verriegelungsanlage zur Verriegelung
einer oder mehrerer Schwenktüren eines Busses beim Abstellen des Busses, aufweisend
eine jeweilige Verriegelungsmechanik oberhalb eines Türrahmens einer jeweiligen Schwenktüre
oder eines Schwenktürenpaares des Busses, wobei die jeweilige Verriegelungsmechanik
dazu ausgeführt ist, sperrend in den von einer Schiene gebildeten Verfahrweg einer
Türlaufrolle einer Schwenktüre oder in die Türlaufrolle selbst zu greifen und wobei
die jeweilige Verriegelungsmechanik mittels eines außerhalb des Innenraums des Busses
befindlichen Betätigungsmittels elektrisch aktivierbar ist.
[0009] Die Verriegelung der Schwenktüren erfolgt insbesondere durch Eingriff einer Halterung
bzw. einer Traverse in eine Türlaufrolle zur Türführung, oder in Türschienen für eine
solche Türlaufrolle, sodass ein Türlauf nicht mehr möglich ist und dadurch die Schwenktüre
gesperrt ist. Diese Traverse bzw. der Halter kann pneumatisch oder elektrisch auf
ein Befehlssignal hin abgesenkt werden.
[0010] Analog zur Verriegelung aller Schwenktüren kann die Entriegelung aller Schwenktüren
gemeinsam erfolgen. Die Verriegelungsmechanik kehrt (aufgrund einer in der Verriegelungsmechanik
innen ausgeführten Federrückführung) hierzu schlicht ihren Wirkmechanismus zum Sperren
des von einer Schiene gebildeten Verfahrwegs einer Schwenktüre oder der Türlaufrolle
um, um eine Entsperrung vorzunehmen und die Schwenktüre zu entriegeln.
[0011] Es ist eine vorteilhafte Wirkung der Erfindung, dass im Sinne einer Zentralverriegelung
die Schließung aller Schwenktüren eines Busses möglich ist. Dies erleichtert die Bedienung,
da insbesondere durch ein einfaches Drücken eines Tasters oder Schlüssels oder Kartenlesers
oder Ähnlichem sämtliche Türen verriegelt werden können. Die Schlösser an allen Türflügeln
der Schwenktüren müssen nicht vom Fahrer einzeln abgeschlossen werden. Dies kann auch
zu einer Kosteneinsparung durch einen möglichen Wegfall der mechanischen Schlösser
an den Türflügeln der Schwenktüren führen.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Verriegelungsanlage als Zentralverriegelungsanlage
ausgebildet. Dies bewirkt, dass sämtliche Türen des Busses auf einmal geschlossen
/ verriegelt werden können. Eine einzelne Verriegelung einer jeweiligen Türe ist dann
nicht mehr vonnöten.
[0013] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Betätigungsmittel als
Fernsteuerung ausgebildet. Die Fernsteuerung ermöglicht eine kontaktlose Signalerzeugung
aus der Entfernung. Dies bewirkt vorteilhaft, dass abgesehen von einem Transponder
des Busses keine Bedieneinrichtung am Bus vorgesehen werden muss. Dies wiederum erlaubt
ein glattes Design der Oberfläche des Busses.
[0014] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Betätigungsmittel hinter
einer Klappe des Vorderwagens des Busses angeordnet.
[0015] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Betätigungsmittel ein
Schlüssel oder ein Kartenleser, wobei im Falle des Schlüssels der Schlüssel dazu ausgeführt
ist, mit einem Schloss des Busses zusammenzuwirken, und im Falle eines Kartenlesers
der Kartenleser dazu ausgeführt ist, mit einem Transponder des Busses zusammenzuwirken,
um jeweils ein elektrisches Steuersignal an die jeweilige Verriegelungsmechanik zum
Verriegeln zu übermitteln.
[0016] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist eine jeweilige Verriegelungsmechanik
zumindest einen Sperrbolzen auf, der mit der Schiene in Eingriff bringbar ist, insbesondere
durch Absenken des Sperrbolzens in die Schiene.
[0017] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der zumindest eine Sperrbolzen
an einer Halterung befestigt, die entlang einer Führung hubbeweglich gelagert ist.
[0018] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Halterung als Trägerbrücke
ausgebildet.
[0019] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Verriegelungsmechanik
einen Antrieb zur vertikalen Verlagerung des Sperrbolzens auf.
[0020] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der Antrieb als Pneumatikzylinder
ausgebildet, der insbesondere durch ein Ventil, insbesondere ein elektrischs oder
pneumatisches Wegeventil, angesteuert wird.
[0021] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist der Antrieb als Hubmagnet
(einfach wirkend oder bidirektional wirkend) ausgebildet.
[0022] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist der Antrieb eine Rückstellfeder
auf, mittels derer der Sperrbolzen in seine Öffnungsstellung verlagerbar ist.
[0023] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Verriegelungsanlage
weiterhin eine Hilfsverriegelungsvorrichtung auf, die gemeinsam mit der Verriegelungsmechanik
den Sperrbolzen lösbar in seiner Sperrposition hält.
[0024] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Hilfsverriegelungsvorrichtung
durch ein drehfestes Magnetschloss und eine Verriegelungsöse ausgebildet, die an der
Halterung des Sperrbolzens befestigt ist.
[0025] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Verriegelungsanlage
weiterhin eine Notöffnungseinrichtung auf, die dazu ausgeführt ist, aus dem Innenraum
des Busses heraus bedient zu werden, um die Verriegelungsmechanik manuell entriegeln
zu können.
[0026] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Notöffnungseinrichtung
zumindest einen ersten Bowdenzug auf, der am Magnetschloss angebracht ist, und umfasst
ein manuell betätigbares Öffnungselement, das mit dem ersten Bowdenzug verbunden ist,
wobei der erste Bowdenzug in das Fahrzeuginnere zum Öffnungselement führt.
[0027] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Notöffnungseinrichtung
zumindest einen zweiten Bowdenzug auf, der zum Fahrzeugäußeren führt und der mit dem
Magnetschloss und mit einem manuell betätigbaren Öffnungselement verbunden ist. Es
ist dabei typischerweise ausreichend, nur einen einzigen zweiten Bowdenzug je Bus
vorzusehen.
[0028] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Bus mit einer Verriegelungsanlage
wie oben und im Folgenden beschrieben.
[0029] Vorteile und bevorzugte Weiterbildungen des vorgeschlagenen Busses ergeben sich durch
eine analoge und sinngemäße Übertragung der im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen
Verriegelungsanlage vorstehend gemachten Ausführungen.
[0030] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung,
in der - gegebenenfalls unter Bezug auf die Zeichnung - zumindest ein Ausführungsbeispiel
im Einzelnen beschrieben ist. Gleiche, ähnliche und/oder funktionsgleiche Teile sind
mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0031] Es zeigen:
- Fig. 1:
- Einen Bus mit einer Verriegelungsanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
- Fig. 2:
- Eine Verriegelungsanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
- Fig. 3:
- Den logischen Aufbau der Verriegelungsanlage der Fig. 2.
- Fig. 4:
- Eine Verriegelungsanlage gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
- Fig. 5:
- Den logischen Aufbau der Verriegelungsanlage der Fig. 4.
[0032] Die Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich.
[0033] Fig. 1 zeigt einen Bus in der Ausführung als Gelenk-Stadtbus mit einer zentralen
Verriegelungsanlage, welche eine Verriegelung aller Schwenktüren 3 des Busses beim
Abstellen auf einmal erlaubt. Während eine Ausführung gemäß dem Stand der Technik
ein individuelles mechanisches Schloss auf mittlerer Höhe jeder Schwenktüre 3 an einer
Außenseite der jeweiligen Schwingtüre 3 vorsieht (zur Verdeutlichung in Fig. 1 eingezeichnet),
wird in der erfindungsgemäßen Lösung oberhalb jeder der Schwenktüren-Paare 3 eine
Verriegelungsmechanik 1 installiert, die die mechanischen Schlösser ersetzen kann.
Der aktivierte Verriegelungsmechanismus der Verriegelungsmechanik 1 darf während der
Fahrt des Busses nicht in Betrieb sein, sondern greift nur während des Parkzustandes
ein. Die Aktivierung der Verriegelungsmechanismen an den Schwenktüren 3 erfolgt über
ein Betätigungsmittel 7 wie einen Schlüssel, einen Taster oder einen Kartenleser,
der in einer Vorbauklappe, das heißt hinter einer Klappe des Vorderwagens des Busses,
angeordnet ist. Im Gegensatz zur einzelnen mechanischen Verriegelung kann durch das
elektrische Steuersignal des Betätigungsmittels 7 eine synchrone Ansteuerung der Verriegelungsmechanismen
1 zum Verriegeln aller Schwenktüren 3 erfolgen. Die bisherigen mechanischen Schlösser
können daher entfallen.
[0034] Fig. 2 zeigt eine mögliche Ausführung einer Verriegelungsmechanik 1 einer Verriegelungsanlage.
Die Verriegelungsmechanik 1 ist im Bereich eines Türantriebs verbaut. Zum Verriegeln
der Schwenktüren 3 greift die jeweilige Verriegelungsmechanik 1 sperrend in eine Schiene
der Türlaufrolle 5 zur Führung einer Schwenktüre 3 ein. Am unteren Ende einer Halterung
9, die als Trägerbrücke ausgebildet ist, ist zur Durchführung dieses Eingriffs ein
Sperrbolzen befestigt. Die Halterung 9 ist entlang einer Führung hubbeweglich gelagert,
wodurch der Sperrbolzen zur Schiene der Türlaufrolle 5 absenkbar ist. Ein Antrieb
11 zur Bewegung der Halterung 9 umfasst einen Pneumatikzylinder, der zur vertikalen
Verlagerung des Sperrbolzens dient. Ein elektrisch angesteuertes Ventil 13 dient zur
Steuerung des Drucks im Pneumatikzylinder. Das Ventil 13 des Antriebs 11 darf nur
aktiviert werden, wenn das Fahrzeug im Stillstand ist. Hierzu kann die Bedingung Geschwindigkeit
des Busses gleich Null und/oder Feststellbremse aktiviert vorausgesetzt werden. Als
Pneumatikzylinder wird bevorzugt ein Zylinder einfach wirkend verwendet. Eine Hilfsverriegelungsvorrichtung
hält den Sperrbolzen lösbar in seiner Sperrposition. Die Hilfsverriegelungsvorrichtung
weist ein drehfestes Magnetschloss 15 und eine Verriegelungsöse auf, die an der Halterung
9 des Sperrbolzens befestigt ist. Um dennoch eine Entriegelung der Schwenktüren 3
von innen zu ermöglichen, um beispielsweise einem eingeschlossenen Passagier den Ausgang
zu erlauben, weist die Verriegelungsmechanik 1 eine Notöffnungseinrichtung auf. Mithilfe
dieser Notöffnungseinrichtung kann aus dem Innenraum des Busses eine Schwenktüre 3
manuell entriegelt werden. Diese Funktion der Entriegelung des Magnetschlosses 15
bei Notfallsituation muss von Innen immer gewährleistet sein. Diese Entriegelung des
Magnetschlosses 15 bei Notfallsituationen erfolgt über einen Drehmechanismus oder
einen Nothahn. Der Drehmechanismus/Nothahn wird nur für diesen besonderen Notfall
verwendet und hat nur im Parkzustand für diesen Notfall seine Verwendung. Ansonsten
hat dieser Drehmechanismus auf den Verriegelungsmechanismus keinen Einfluss. Die Notöffnungseinrichtung
weist zu ihrer Betätigung einen ersten Bowdenzug 17 auf, der zum Magnetschloss 15
führt und ein manuell betätigbares Öffnungselement umfasst, um eine Zugkraft im ersten
Bowdenzug 17 zu erzeugen. Ein zweiter Bowdenzug 19 verläuft zum Äußeren des Fahrzeugs
und ist mit einem weiteren manuell betätigbaren Öffnungselement zum Erzeugen einer
Zugkraft im zweiten Bowdenzug 19 verbunden, um das Magnetschloss 15 zu bedienen. Durch
die Bowdenzüge 17, 19 kann von einer Person im Innenraum bzw. Außenraum des Busses
das Magnetschloss 15 entriegelt werden. Der Sperrbolzen blockiert dann nicht länger
die Schiene der Türlaufrolle 5 zur Führung der Schwenktüre 3. Der Zylinder ist im
verriegelten Zustand drucklos, sodass die Feder des Pneumatikzylinders die Halterung
9 in seine Ursprungslage zurückbewegen kann, wenn das Magnetschloss 15 vorher gelöst
wird. Wenn eine Schwenktüre 3 im Fahrzeug defekt sein sollte, kann der Fahrer an der
Verriegelungsmechanik 1 der jeweiligen defekten Schwenktüre 3 einen speziell dafür
angebrachten Taster (Knopf) betätigen und diese defekte Schwenktüre 3 wird mechanisch
verriegelt. Die Elektrik muss hierzu das vorgeschaltete Wegeventil an dieser jeweiligen
defekten Schwenktüre 3 durch diesen Knopfdruck aktivieren.
[0035] Fig. 3 zeigt schematisch die Zusammenhänge in der Verriegelungsanlage der Fig. 2.
Die Verriegelungsmechanik 1 mit einem Antrieb 11 ist mit einer pneumatischen Leitung
p mit einem pneumatischen oder elektrischen Wegeventil im Antrieb 11 verbunden. Ein
Nothahn N im Innenraum des Fahrzeugs ist mit einem ersten Bowdenzug 17 verbunden,
um im Notfall manuell von innen eingreifen zu können. Das Ventil 13 wird von der Luft
eines Fahrzeug-Luftkessels L gespeist. Das Ventil 13 wird zudem durch ein Betätigungsmittel
7 angesteuert, welche miteinander durch eine elektrische Leitung e verbunden sind.
Ein Eingriff auf die elektrische Leitung e kann durch den Taster P (ein Knopf) in
der Funktion eines Nottasters erfolgen. Außerdem ist im System das Magnetschloss 15
vorgesehen, zu dem der Bowdenzug 17 führt. Das Magnetschloss 15 ist für die sichere
Verriegelung der Verriegelungsmechanik 1 zuständig und wichtig, da die Verriegelung
durch den Pneumatikzylinder 11 alleine nicht gesichert werden kann. Die Luft im Pneumatikzylinder
11 kann bei Kälte oder Wärme entweichen und deshalb die Verriegelung nicht gesichert
werden, so dass hier das Magnetschloss 15 zum Einsatz kommt. Nach Eingreifen des Magnetschlosses
15 ist es unwichtig, ob im Pneumatikzylinder 11 Luft vorhanden ist oder nicht, denn
das Magnetschloss 15 hält alleinig die Arretierung, bis elektrisch dieses einen Befehl
bekommt, zu entriegeln. Danach lässt das Magnetschloss 15 die Halterung 9 aus, und
der Pneumatikzylinder (in dem dann keine Luft mehr vorhanden ist) schiebt die Halterung
9 aufgrund von Federwirkung im Zylinder die Halterung 9 wieder in seine Urprungslage
zurück.
[0036] Fig. 4 zeigt eine alternative Verriegelungsanlage. Wiederum ist die Halterung 9 gezeigt,
im Gegensatz zur Fig. 2 ist der Antrieb 11 jedoch als Hubmagnet ausgeführt. Daneben
befindet sich das Magnetschloss 15. Zudem ist wiederum der erste Bowdenzug 17 gezeigt,
der zum Magnetschloss 15 führt. Das Magnetschloss 15 kann jedoch auch eingespart werden.
Auch ist ein Betrieb mit nur einem einzigen Hubmagneten (Bi-Stabil mit Notlöseeinrichtung)
möglich.
[0037] Fig. 5 zeigt schematisch die Zusammenhänge in der Verriegelungsanlage der Fig. 4.
Ein erster Bowdenzug 17 führt zum Magnetschloss 15, um dieses rein mechanisch aus
dem Innenraum des Busses durch Zugkraft im Bodenzug 17 manuell öffnen zu können. Der
Antrieb 11 ist dabei direkt über die elektrische Leitung e mit dem Betätigungsmittel
7 verbunden. Einen Eingriff auf die elektrische Leitung e bietet der Nottaster T.
Eine pneumatische Vorrichtung ist in dieser Ausführung nicht weiter vorzusehen, da
der Antrieb 11 ein elektrisch betriebener Hubmagnet ist.
[0038] Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert
und erläutert wurde, ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt
und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang
der Erfindung zu verlassen. Es ist daher klar, dass eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten
existiert. Es ist ebenfalls klar, dass beispielhaft genannte Ausführungsformen wirklich
nur Beispiele darstellen, die nicht in irgendeiner Weise als Begrenzung etwa des Schutzbereichs,
der Anwendungsmöglichkeiten oder der Konfiguration der Erfindung aufzufassen sind.
Vielmehr versetzen die vorhergehende Beschreibung und die Figurenbeschreibung den
Fachmann in die Lage, die beispielhaften Ausführungsformen konkret umzusetzen, wobei
der Fachmann in Kenntnis des offenbarten Erfindungsgedankens vielfältige Änderungen,
beispielsweise hinsichtlich der Funktion oder der Anordnung einzelner, in einer beispielhaften
Ausführungsform genannter Elemente, vornehmen kann, ohne den Schutzbereich zu verlassen,
der durch die Ansprüche und deren rechtliche Entsprechungen, wie etwa weitergehende
Erläuterungen in der Beschreibung, definiert wird.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Verriegelungsmechanik
- 3
- Schwenktüre
- 5
- Türlaufrolle
- 7
- Betätigungsmittel
- 9
- Halterung
- 11
- Antrieb
- 13
- Ventil
- 15
- Magnetschloss
- 17
- erster Bowdenzug
- 19
- zweiter Bowdenzug
- L
- Fahrzeug-Luftkessel
- N
- Nothahn-Innen
- T
- Nottaster am Antrieb
- p
- pneumatische Leitung
- e
- elektrische Leitung
1. Verriegelungsanlage zur Verriegelung einer oder mehrerer Schwenktüren (3) eines Busses
beim Abstellen, aufweisend eine jeweilige Verriegelungsmechanik (1) oberhalb eines
Türrahmens einer jeweiligen Schwenktüre (3) oder eines Schwenktürenpaars (3) des Busses,
wobei die jeweilige Verriegelungsmechanik (1) dazu ausgeführt ist, sperrend in den
von einer Schiene gebildeten Verfahrweg einer Türlaufrolle (5) einer Schwenktüre (3)
oder in die Türlaufrolle (5) selbst zu greifen, und wobei die jeweilige Verriegelungsmechanik
(1) mittels eines außerhalb des Innenraums des Busses befindlichen Betätigungsmittels
(7) elektrisch aktivierbar ist.
2. Verriegelungsanlage nach Anspruch 1,
wobei das Betätigungsmittel (7) ein Schlüssel oder ein Kartenleser ist, wobei im Falle
des Schlüssels der Schlüssel dazu ausgeführt ist, mit einem Schloss des Busses zusammenzuwirken,
und im Falle eines Kartenlesers der Kartenleser dazu ausgeführt ist, mit einem Transponder
des Busses zusammenzuwirken, um jeweils ein elektrisches Steuersignal an die jeweilige
Verriegelungsmechanik (1) zum Verriegeln zu übermitteln.
3. Verriegelungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei eine jeweilige Verriegelungsmechanik (1) zumindest einen Sperrbolzen aufweist,
der mit der Schiene in Eingriff bringbar ist, insbesondere durch Absenken des Sperrbolzens
in die Schiene.
4. Verriegelungsanlage nach Anspruch 3,
wobei der zumindest eine Sperrbolzen an einer Halterung (9) befestigt ist, die entlang
einer Führung hubbeweglich gelagert ist.
5. Verriegelungsanlage nach einem der Ansprüche 3 bis 4,
wobei die Verriegelungsmechanik (1) einen Antrieb (11) zur vertikalen Verlagerung
des Sperrbolzens aufweist.
6. Verriegelungsanlage nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
weiterhin aufweisend eine Hilfsverriegelungsvorrichtung, die gemeinsam mit der Verriegelungsmechanik
(1) den Sperrbolzen lösbar in seiner Sperrposition hält.
7. Verriegelungsanlage nach Anspruch 6,
wobei die Hilfsverriegelungsvorrichtung durch ein drehfestes Magnetschloss (15) und
eine Verriegelungsöse ausgebildet ist, die an der Halterung (9) des Sperrbolzens befestigt
ist.
8. Verriegelungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
aufweisend eine Notöffnungseinrichtung, die dazu ausgeführt ist, aus dem Innenraum
des Busses heraus bedient zu werden, um die Verriegelungsmechanik (1) manuell entriegeln
zu können.
9. Verriegelungsanlage nach Anspruch 8,
wobei die Notöffnungseinrichtung zumindest einen ersten Bowdenzug (17), der am Magnetschloss
(15) angebracht ist, und ein manuell betätigbares Öffnungselement umfasst, das mit
dem ersten Bowdenzug (17) verbunden ist, wobei der erste Bowdenzug (17) in das Innere
des Busses führt.
10. Verriegelungsanlage nach einem der Ansprüche 8 bis 9,
wobei die Notöffnungseinrichtung zumindest einen zweiten Bowdenzug (19) aufweist,
der mit dem Magnetschloss (15) und mit einem manuell betätigbaren Öffnungselement
verbunden ist, wobei der zweite Bowdenzug (19) zum Äußeren des Busses führt.