[0001] Die Erfindung betrifft eine Mittenabstützung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von
Anspruch 1. Zudem betrifft die Erfindung eine Schiebetüranordnung mit den Merkmalen
des nebengeordneten Anspruchs.
[0002] Mittenabstützungen für Schiebeflügel von Tür- und Fensteranordnungen sind aus dem
Stand der Technik bekannt. So sind ab einer Flügelbreite von 2.000 mm (Millimeter)
und mehr Mittenabstützungen notwendig, um die Dichtheit des Schiebeflügels relativ
zum Festrahmen bspw. bei Windlasten abzusichern. Derartige Mittenabstützungen werden
üblicherweise an einer Oberseite des Schiebeflügels befestigt und greifen in eine
am Festrahmen befestigte Führungsschiene ein, um die Stützwirkung zu erzielen.
[0003] EP 1 916 374 A2 offenbart einen Führungsgleiter zur Befestigung am Schiebeflügel und zum Eingriff
mit einer Führungsschiene. Der Führungsgleiter weist eine scheibenförmige Basis und
einen sich davon erstreckenden Führungszapfen auf. Der Führungsgleiter ist einteilig
oder aus festverbundenen Einzelteilen aufgebaut.
[0004] DE 10 2018 100 550 A1 offenbart einen aus Kunststoff ausgebildeten Führungsgleiter mit einem Basisteil
und einem verschieblich am Basisteil geführten Schlitten, der einen Gleitabschnitt
zum Eingriff in die Führungsschiene aufweist.
[0005] Als weiterer Stand der Technik ist der Anmelderin bei einem von ihr betriebenen Beschlag
des Modells GU 934/937 mit oberer Führung P 903 bekannt, eine sogenannte Sicherheitsführung
in Form einer einstückigen Gleitführung einzusetzen, die an einer Oberseite des Schiebeflügels
befestigt wird und in eine am Festrahmen befestigten Führungsschiene eingreifen soll.
Zur Montage der Sicherheitsführung ist es erforderlich, den Flügel mitsamt Sicherheitsführung
anzuheben und in die Führungsschiene einzufädeln, was bei großen und schweren Flügeln
einen entsprechenden Kraftaufwand erfordert. Im Wege einer alternativen Montage kann
der Flügel mit den Laufwagen auf die Laufschiene gestellt werden, wobei die Führungsschiene
zusammen mit dem Flügel zum Festrahmen hin verschwenkt und am Festrahmen verschraubt
werden muss.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachen konstruktiven Mitteln die
Montage einer Mittenabstützung bzw. eines mit einer Mittenabstützung ausgestatteten
Flügels zu erleichtern. Es ist wünschenswert, dass auch eine Demontage erleichtert
ist.
[0007] Die Mittenabstützung ist für einen Schiebeflügel, insbesondere für einen Hebe-Schiebe-Flügel,
eingerichtet und/oder bestimmt. Die Mittenabstützung weist einen Basisteil und einen
entlang einer Verschiebeachse verschieblich im Basisteil geführten Führungsteil auf.
[0008] Das Führungsteil ist entlang der Verschiebeachse zwischen einer relativ zum Basisteil
eingefahrenen Stellung bzw. Montagestellung und einer relativ zum Basisteil ausgefahrenen
Stellung bzw. Betriebsstellung verlagerbar. Am freien (vom Basisteil abgewandten)
Ende des Führungsteils ist eine Laufrolle, vorzugsweise eine wälzgelagerte oder kugelgelagerte
Laufrolle, um eine Drehachse drehbar am Führungsteil gelagert. Die Verschiebeachse,
entlang der das Führungsteil relativ zum Basisteil verlagerbar ist, und die Drehachse,
um die die Laufrolle drehbar am Führungsteil gelagert ist, sind zueinander parallel
oder kongruent orientiert. Die Laufrolle kann an einem Zapfenabschnitt des Führungsteils
drehbar gelagert sein.
[0009] Die vorgeschlagene Mittenabstützung trägt zu einer vergleichsweise einfachen Montage
bei (geringer Montageaufwand und geringe Montagezeit). So kann die Mittenabstützung
in Montagestellung (Führungsteil relativ zum Basisteil eingefahren) in den Flügel
eingebaut werden. Der Flügel kann dann mit den Laufwägen auf die Laufschiene abgestellt
und anschließend zum Festrahmen hin verschwenkt werden. Anschließend wird die Mittenabstützung
in Betriebsstellung gebracht, indem das Führungsteil relativ zum Basisteil ausgefahren
wird. Das Führungsteil greift dann mit der Laufrolle in die Führungsschiene ein.
[0010] Beim Ausbau des Schiebeflügels muss die Mittenabstützung lediglich in Montagestellung
gebracht werden, indem das Führungsteil relativ zum Basisteil eingefahren wird. Der
Schiebeflügel kann dann vom Festrahmen weg verschwenkt und aus der Laufschiene herausgehoben
werden. Somit sind eine Montage und eine Demontage erleichtert.
[0011] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann zumindest ein betätigbares und zwischen
Basisteil und Führungsteil wirkendes Klemmelement vorgesehen sein, mittels dem das
Führungsteil in seiner Stellung (i.e. Montagestellung, Betriebsstellung und dazwischen)
entlang der Verschiebeachse relativ zum Basisteil feststellbar ist. Dadurch kann eine
vorgenommene Einstellung des Führungsteils relativ zum Basisteil gesichert werden,
bspw. eine Sicherung des Führungsteils in Montagestellung (eingefahren) und/oder Betriebsstellung
(ausgefahren). Vorzugsweise können zwei solche Klemmelemente vorgesehen sein.
[0012] In zweckmäßiger Weise kann im Führungsteil mindestens eine Nut zum Zusammenwirken
mit dem Klemmelement ausgebildet sein, wobei sich die Mittellängsachse der Nut jeweils
entlang oder parallel zur Verschiebeachse erstreckt. Somit ist ein definierter Wirkbereich
für das Klemmelement bereitgestellt. Mit anderen Worten kann die Nut eine Klemmfläche
darstellen, auf welche das Klemmelement zur Feststellung des Führungsteils relativ
zum Basisteil einwirken kann. Vorzugsweise entspricht die Anzahl der Nuten der Anzahl
der vorgesehenen Klemmelemente. Sind zwei Klemmelemente vorgesehen, sind vorzugsweise
zwei Nuten am Führungsteil vorhanden. Die Nuten können randständig, insbesondere an
einer Flachseite, am Führungsteil ausgebildet und/oder parallel zueinander orientiert
sein.
[0013] In vorteilhafter Weise kann das mindestens eine Klemmelement jeweils als (bspw. mittels
Werkzeug betätigbarer) Gewindestift (mit einem Außengewinde) ausgebildet sein, der
in mindestens einer Durchgangsbohrung mit korrespondierenden Innengewinde aufgenommen
ist, wobei die mindestens eine Durchgangsbohrung in einer Seitenwand des Basisteils
ausgebildet ist. Dadurch ist ein konstruktiv einfaches, robustes und platzsparendes
Klemmelement bereitgestellt. Ist der Gewindestift eingeschraubt, ist das Führungsteil
relativ zum Basisteil festgestellt. Ist der Gewindestift zumindest teilweise ausgeschraubt,
ist das Führungsteil relativ zum Basisteil verschiebbar bzw. verlagerbar. Vorzugsweise
können zwei Klemmelemente, mithin also zwei Gewindestifte vorgesehen sein. Optional
kann die Seitenwand, in der die eine oder mehrere Durchgangsbohrungen ausgebildet
sind, eine größere Dicke als die hierzu parallele und gegenüberliegende Seitenwand
aufweisen. Dies trägt infolge der vergleichsweise längeren Durchgangsbohrung mit Innengewinde
zu einer längeren Einschraublänge und daher zu einer stabilen Klemmung bei.
[0014] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann zwischen dem Basisteil und dem Führungsteil
mindestens eine Feder, insbesondere eine Druckfeder, angeordnet sein, mittels der
das Führungsteil in die Betriebsstellung (d.h. in Richtung der Betriebsstellung bzw.
von der Montagestellung in die Betriebsstellung) vorgespannt ist. Eine Verlagerung
des Führungsteils von der Montagestellung (eingefahren) in Betriebsstellung (ausgefahren)
wird somit durch die mindestens eine Feder zumindest unterstützt. Dies erleichtert
die Betätigung und Montage der Mittenabstützung.
[0015] In vorteilhafter Weise kann in einer Seitenwand (Längsseite) des Basisteils eine
Aussparung ausgebildet sein und in einer der Aussparung zugewandten Seitenfläche des
Führungsteils eine Vertiefung, insbesondere ein Schlitz, ausgebildet sein, wobei die
Aussparung derart bemessen ist, dass die Vertiefung durch die Aussparung hindurch
bereits bzw. auch dann zugänglich ist, wenn sich das Führungsteil in Montagestellung
befindet, bspw. mittels einem Werkzeug, insbesondere einem Schlitz-Schraubendreher.
Mit anderen Worten ist die Vertiefung im Führungsteil durch die Aussparung hindurch
nicht nur dann zugänglich, wenn das Führungsteil von der Montagestellung weg verlagert
wurde, sondern bereits in der Montagestellung selbst, wobei vorzugsweise die Zugänglichkeit
durchgehend bis in die Betriebsstellung hinein gegeben ist. Somit kann das Führungsteil
auf einfache Weise zwischen Montagestellung und Betriebsstellung verlagert werden,
nämlich indem ein Werkzeug, bspw. ein Schlitz-Schraubendreher, in den Schlitz eingeführt
und das Führungsteil in die gewünschte Stellung verlagert wird. Vorzugsweise ist die
Aussparung in derselben Seitenwand des Basisteils ausgebildet wie die mindestens eine
Durchgangsbohrung für das Klemmelement bzw. den Gewindestift. Dies trägt zu einer
einfachen Betätigung und Montage der Mittenabstützung bei, da sich das oder die Klemmelemente
bzw. Gewindestifte und der Schlitz an derselben Seite der Mittenabstützung befinden.
[0016] In zweckmäßiger Weise kann das Basisteil an seinem freien, der Laufrolle zugewandten
Ende eine Ausnehmung aufweisen, die derart ausgebildet ist, dass diese dann, wenn
sich das Führungsteil in der Montagestellung befindet, die Laufrolle entlang der Verschiebeachse
(Dicke der Laufrolle entlang der Verschiebeachse gemessen) zumindest zu 50 %, vorzugweise
zumindest zu 70 %, weiter vorzugsweise zumindest zu 90 %, aufnimmt. Dies trägt zu
einer platzsparenden und kompakten Bauweise der Mittenabstützung bei. Die Ausnehmung
kann zu den Seitenwänden (Längsseiten) des Basisteils hin offen ausgebildet sein,
so dass die Laufrolle über die Seitenwände bzw. Längsseiten des Basisteils hinausragen
kann. Somit kann das Basisteil selbst vergleichsweise kompakt ausgeführt sein und
es kann dennoch eine vergleichsweise große Laufrolle eingesetzt werden.
[0017] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann das Basisteil an seinem von der Laufrolle
abgewandten Ende einen Befestigungsabschnitt mit Befestigungsdurchgängen zur Befestigung
des Basisteils am Schiebeflügel aufweisen. Dies erlaubt eine einfache und stabile
Befestigung der Mittenabstützung an einem Schiebeflügel. Zudem ist hierdurch eine
Nachrüstung bestehender Schiebeflügel mit der Mittenabstützung begünstigt, wozu der
Schiebeflügel nicht aus dem Rahmen ausgebaut, sondern relativ zum Rahmen nur soweit
verschwenkt werden muss, dass die Nut (Beschlagnut bzw. Längsnut) am oberen Flügelquerholm
zugänglich ist. Die Mittellängsachsen der Befestigungsdurchgänge können zur Verschiebeachse
parallel orientiert sein. Vorzugsweise sind zwei Befestigungsdurchgänge vorgesehen,
wobei sich diese (in Draufsicht, d.h. entlang der Verschiebeachse gesehen) außerhalb
des Abschnitts bzw. der Wandungen des Basisteils befinden, in denen das Führungsteil
verschieblich geführt ist. Dies trägt zu einer guten Zugänglichkeit der Befestigungsdurchgänge
bei. Ein erster Befestigungsdurchgang befindet sich vorzugsweise an einem Ende des
Befestigungsabschnitts und der zweite Befestigungsdurchgang am anderen Ende des Befestigungsabschnitts.
[0018] In vorteilhafter Weise kann der Befestigungsabschnitt zwei parallel zueinander angeordnete
Wandabschnitte aufweisen, die derart voneinander beabstandet sind, dass das Führungsteil
in der Montagestellung in einen Zwischenraum zwischen den Wandabschnitten eindringen
kann. Dies trägt zu einer kompakten Bauweise der Mittenabstützung bei, da die Bauhöhe
des Basisteils mit Befestigungsabschnitt geringgehalten werden kann.
[0019] Im Konkreten kann das Basisteil sich orthogonal zur Verschiebeachse entlang einer
Breite erstrecken, wobei die Breite mehr als 20 mm (Millimeter), vorzugsweise mehr
als 21 mm, und weniger als 22 mm beträgt. Dadurch ist eine passende Montage in einer
Längsnut eines Schiebeflügels begünstigt.
[0020] In zweckmäßiger Weise können das Basisteil und/oder das Führungsteil jeweils als
Feingussteil ausgebildet sein, vorzugsweise aus Edelstahl (Edelstahlfeinguss), um
eine hohe Korrosionsbeständigkeit zu erhalten. Dies trägt zu einer stabilen Bauweise
der Bauteile bei, wobei sich diese durch ein Feingussverfahren rationell fertigen
lassen.
[0021] Die eingangs genannte Aufgabe wird auch durch eine Schiebetüranordnung mit den Merkmalen
des nebengeordneten Anspruchs gelöst.
[0022] Die Schiebetüranordnung weist einen (ortsfesten) Festrahmen und einen relativ zum
Festrahmen anhebbaren und in der angehobenen Stellung verfahrbaren Schiebeflügel eines
Fensters oder einer Tür auf. Der Schiebeflügel weist zumindest eine Mittenabstützung
mit einem oder mehreren der voranstehend beschriebenen Aspekte auf.
[0023] Hinsichtlich der Vorteile wird auf die diesbezüglichen Ausführungen zur Mittenabstützung
verwiesen.
[0024] Der Festrahmen kann einen unteren Rahmen-Querholm, einen oberen Rahmen-Querholm und
zwei vertikale Rahmenholme aufweisen. Am unteren Rahmen-Querholm kann eine Führungsschiene
zur Führung des Schiebeflügels mittels am Schiebeflügel befestigter Laufwägen angeordnet
sein. Am oberen Rahmen-Querholm kann eine Führungsschiene zur Aufnahme der Laufrolle
der Mittenabstützung und/oder zur Aufnahme von am Schiebeflügel, insbesondere am oberen
Flügel-Querholm, befestigten Führungselementen angeordnet sein.
[0025] Der Schiebeflügel weist einen Flügelrahmen auf, der wiederum einen unteren Flügel-Querholm,
einen oberen Flügel-Querholm und zwei vertikale Flügelholme aufweist. Am unteren Flügel-Querholm
sind zumindest zwei Laufwägen zur Führung des Schiebeflügels in der Führungsschiene
des unteren Rahmen-Querholms befestigt. Am oberen Flügel-Querholm ist eine Längsnut
ausgebildet, in welche die Mittenabstützung mit dem Befestigungsabschnitt eingesetzt
und dort befestigt wird, bspw. mittels Schrauben. Zudem können am oberen Flügel-Querholm
Führungselemente zum Zusammenwirken mit der Führungsschiene befestigt sein.
[0026] Im montierten Zustand ist der Schiebeflügel mit seinen Laufwägen in die Führungsschiene
am unteren Rahmen-Querholm eingesetzt und mit dem oberen Flügel-Querholm zum oberen
Rahmen-Querholm hin verschwenkt, so dass die Laufrolle und die Führungsschiene am
oberen Rahmen-Querholm miteinander fluchten. Wird das Führungsteil in die ausgefahrene
Betriebsstellung verlagert, greift die Führungsrolle in die Führungsschiene ein. Dadurch
erfolgt eine Abstützung des Schiebeflügels mittels der Mittenabstützung relativ zum
Rahmen.
[0027] Die Anmelderin konnte im Rahmen von Versuchen (Dauertests) verifizieren, dass entlang
der Verschieberichtung in Flügelmitte mit der Mittenabstützung eine verbesserte Abdichtung
erzielt werden kann, wobei die Bedienkräfte aufgrund der vorzugsweise kugelgelagerten
Laufrolle praktisch nicht erhöht sind (Bedienkräfte zur Flügelbetätigung bei Ausführung
mit Mittenabstützung gegenüber Ausführung ohne Mittenabstützung nicht erhöht).
[0028] In einem Dauertest der Anmelderin war der eingesetzte Flügel durchgebogen, hatte
also entlang der Verschieberichtung in Flügelmitte eine für die Dichtheit nachteilige
und auch optisch störende Durchbiegung (Distanz von 2,5 mm zwischen Flügel und Festrahmen
an der Stelle des maximalen Abstands bei Weglassen der Mittenabstützung). Eine solche
Durchbiegung kann bei einem Flügel, der schon mehrere Jahre in Nutzung ist, ebenfalls
auftreten. Durch den Einsatz der Mittenabstützung an diesem getesteten Flügel war
es möglich, die Durchbiegung soweit zu reduzieren, dass die Dichtheit wiederhergestellt
und die Durchbiegung optisch nicht mehr erkennbar war. Die Bedienkräfte waren aufgrund
der kugelgelagerten Laufrollen nicht erhöht.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert, wobei gleiche
oder funktional gleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen sind, ggf.
jedoch lediglich einmal. Es zeigen:
- Fig.1
- eine Ausführungsform einer Schiebetüranordnung mit Mittenabstützung in einer schematischen
Seitenansicht;
- Fig.2
- die Schiebetüranordnung aus Figur 1 in einer schematischen Schnittansicht, wobei sich
das Führungsteil der Mittenabstützung in einer eingefahrenen Montagestellung befindet;
- Fig.3
- die Schiebetüranordnung aus Figur 1 in einer schematischen Schnittansicht, wobei sich
das Führungsteil der Mittenabstützung in einer ausgefahrenen Betriebsstellung befindet;
- Fig.4a-d
- die Mittenabstützung aus Figur 1 in mehreren Ansichten, wobei sich das Führungsteil
der Mittenabstützung in der eingefahrenen Montagestellung befindet; und
- Fig.5a-c
- die Mittenabstützung aus Figur 1 in mehreren Ansichten, wobei sich das Führungsteil
der Mittenabstützung in der ausgefahrenen Betriebsstellung befindet.
[0030] Figur 1 zeigt eine Schiebetüranordnung, die insgesamt mit dem Bezugszeichen 100 bezeichnet
ist. Die Schiebetüranordnung 100 weist einen ortsfesten Rahmen bzw. Festrahmen 102
und einen relativ zum Festrahmen 102 anhebbaren und in der angehobenen Stellung entlang
einer Verschieberichtung 103 verfahrbaren Schiebeflügel 104 eines Fensters oder einer
Tür auf. Das Anheben bzw. Absenken des Schiebeflügels 104 kann mittels eines Antriebs
erfolgen (nicht gezeigt), bspw. manuell per Handhabe oder über einen Motor. Die Schwerkraftrichtung
ist mit Bezugszeichen g bezeichnet.
[0031] Der Festrahmen 102 weist im Beispiel ein vorzugsweise verglastes Festfeld 106 auf,
welches in der Zeichnung mit einem diagonalen Kreuz markiert ist. Der Festrahmen 102
weist einen unteren Rahmen-Querholm 108, einen oberen Rahmen-Querholm 110 und zwei
vertikale Rahmenholme 112, 114 auf.
[0032] Der Schiebeflügel 104 weist einen Flügelrahmen 116 auf, der ein Flügelfeld 118 begrenzt,
bspw. eine Verglasung 118. Der Flügelrahmen 116 weist einen oberen Flügel-Querholm
120, einen unteren Flügel-Querholm 122 sowie zwei vertikale Flügelholme 124, 126 auf.
[0033] Am unteren Rahmen-Querholm 108 ist eine Laufschiene 128 angeordnet. Am unteren Flügel-Querholm
122 sind zwei entlang der Verschieberichtung 103 voneinander beabstandete Laufwägen
130 angeordnet, die in der Laufschiene 128 laufen.
[0034] Am oberen Rahmen-Querholm 108 ist eine Führungsschiene 134 angeordnet (vgl. Fig.1).
Im Beispiel weist die Führungsschiene 134 einen im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt
auf mit einem Basisabschnitt 136 und zwei orthogonal davon abstehenden Seitenabschnitten
138, 140 (vgl. Fig.2).
[0035] Der Schiebeflügel 104 ist an seinem oberen Flügel-Querholm 120 mit zwei entlang der
Verschieberichtung 103 voneinander beabstandeten Führungselementen 142 gekoppelt,
mittels derer der Schiebeflügel 104 in der Führungsschiene 134 geführt ist (vgl. Fig.1).
Die Führungselemente 142 können jeweils als Rollenführungen, bspw. mit kugelgelagerten
Rollen, oder alternativ als Gleitelemente, bspw. als sogenannte C-Führung, ausgebildet
sein (nicht gezeigt).
[0036] Außerdem weist die Schiebetüranordnung 100 eine Mittenabstützung 10 auf, die in eine
am oberen Flügel-Querholm 120 ausgebildete Längsnut 144 eingesetzt und dort am Flügel-Querholm
120 befestigt ist (vgl. Fig. 2 und 3). Die Mittenabstützung 10 wird nachfolgend genauer
beschrieben.
[0037] Die Mittenabstützung 10 weist einen Basisteil 12 und einen entlang einer Verschiebeachse
14 verschieblich im Basisteil 12 geführten Führungsteil 16 auf (vgl. Fig.4a-d). Das
Führungsteil 16 ist entlang der Verschiebeachse 14 zwischen einer relativ zum Basisteil
12 eingefahrenen Stellung bzw. Montagestellung (vgl. Fig.4a-d) und einer relativ zum
Basisteil ausgefahrenen Stellung bzw. Betriebsstellung verlagerbar (vgl. Fig.5a-c).
[0038] Am freien (vom Basisteil 12 abgewandten) Ende 18 des Führungsteils 16 ist eine Laufrolle
20 um eine Drehachse 22 drehbar am Führungsteil 16 gelagert, und zwar an einem Zapfenabschnitt
17 des Führungsteils. Die Verschiebeachse 14 und die Drehachse 22 sind parallel oder
kongruent zueinander.
[0039] Im Beispiel sind zwei betätigbare und zwischen Basisteil 12 und Führungsteil 16 wirkende
Klemmelemente 24 vorgesehen, mittels denen das Führungsteil 16 in seiner Stellung
entlang der Verschiebeachse 14 relativ zum Basisteil 12 feststellbar ist (vgl. bspw.
Fig.4a und Fig.5a).
[0040] Im Führungsteil 16 sind zwei Nuten 26 zum Zusammenwirken mit den Klemmelementen 24
ausgebildet, wobei sich die Mittellängsachsen 26' der Nuten jeweils entlang oder parallel
zur Verschiebeachse 14 erstrecken. Die Nuten 26 sind randständig an einer Flachseite
28 am Führungsteil 16 ausgebildet und parallel zueinander orientiert.
[0041] Die Klemmelemente 24 sind jeweils als Gewindestift 30 mit einem Außengewinde ausgebildet
(Madenschraube), wobei die Gewindestifte 30 in Durchgangsbohrungen 32 mit korrespondierendem
Innengewinde aufgenommen sind. Die Durchgangsbohrungen 32 sind in einer Seitenwand
34 des Basisteils 12 ausgebildet. Sind die Gewindestifte 30 eingeschraubt, ist das
Führungsteil 16 relativ zum Basisteil 12 festgestellt. Sind beide Gewindestifte 30
zumindest teilweise ausgeschraubt, ist das Führungsteil 16 relativ zum Basisteil 12
verschiebbar bzw. verlagerbar. Die Gewindestifte 30 weisen im Beispiel einen Innensechskant
30' auf und sind mittels eines Innensechskantschlüssels betätigbar. Optional kann
die Seitenwand 34, in der die Durchgangsbohrungen 32 ausgebildet sind, eine größere
Dicke als die hierzu parallele und gegenüberliegende Seitenwand 36 aufweisen.
[0042] Optional kann zwischen dem Basisteil 12 und dem Führungsteil 16 mindestens eine Feder,
insbesondere eine Druckfeder, angeordnet sein, mittels der das Führungsteil 16 in
die Betriebsstellung vorgespannt ist (nicht gezeigt).
[0043] In der Seitenwand 34 (Längsseite) des Basisteils 12 ist eine Aussparung 38 ausgebildet
und in der der Aussparung 38 zugewandten Seitenfläche bzw. Flachseite 28 des Führungsteils
16 ist eine Vertiefung 40 ausgebildet, und zwar als Schlitz. Die Aussparung 38 ist
derart bemessen, dass die Vertiefung 40 durch die Aussparung 38 hindurch bereits dann
zugänglich ist, wenn sich das Führungsteil 16 in Montagestellung befindet (vgl. Fig.
4b), bspw. mittels einem Werkzeug, insbesondere einem Schlitz-Schraubendreher. Im
Beispiel ist die Aussparung 38 in derselben Seitenwand 36 des Basisteils 12 ausgebildet
wie die Durchgangsbohrungen 32.
[0044] Das Basisteil 12 weist an seinem freien, der Laufrolle 20 zugewandten Ende eine Ausnehmung
42 auf, die derart ausgebildet ist, dass diese dann, wenn sich das Führungsteil 16
in der Montagestellung befindet, die Laufrolle 20 entlang der Verschiebeachse 14 (Dicke
der Laufrolle 20 entlang der Verschiebeachse 14 gemessen) im Beispiel zumindest zu
90 % aufnimmt (vgl. Fig.4a und 4b). Die Ausnehmung 42 ist zu den Seitenwänden 34,
36 (Längsseiten) des Basisteils 12 hin offen ausgebildet, so dass die Laufrolle 20
über die Seitenwände 34, 36 (Längsseiten) des Basisteils 12 hinausragen kann.
[0045] Das Basisteil 12 weist an seinem von der Laufrolle 20 abgewandten Ende 44 einen Befestigungsabschnitt
46 mit zwei Befestigungsdurchgängen 48 zur Befestigung des Basisteils 12 am Schiebeflügel
104 auf. Die Mittellängsachsen 48' der Befestigungsdurchgänge 48 sind im Beispiel
zur Verschiebeachse 14 parallel orientiert. Die Befestigungsdurchgänge 48 befinden
sich (in Draufsicht, d.h. entlang der Verschiebeachse gesehen) außerhalb des Abschnitts
bzw. der Wandungen 34, 36 des Basisteils 12, in denen das Führungsteil 16 verschieblich
geführt ist (vgl. Fig. 4d). Ein erster Befestigungsdurchgang 48 befindet sich an einem
Ende des Befestigungsabschnitts 46 und der zweite Befestigungsdurchgang 48 am anderen
Ende des Befestigungsabschnitts 46.
[0046] Der Befestigungsabschnitt 46 weist zwei parallel zueinander angeordnete Wandabschnitte
50, 52 auf, die derart voneinander beabstandet sind, dass das Führungsteil 16 in der
Montagestellung in einen Zwischenraum 54 zwischen den Wandabschnitten 50, 52 eindringen
kann.
[0047] Das Basisteil 12 erstreckt sich orthogonal zur Verschiebeachse 14 entlang einer Breite
56, wobei die Breite 56 im Beispiel mehr als 21 mm und weniger als 22 mm beträgt.
[0048] Das Basisteil 12 und das Führungsteil 16 sind im Beispiel jeweils als Feingussteil
ausgebildet, insbesondere als Edelstahlfeingussteil.
[0049] Ist die Mittenabstützung 10 in die am oberen Flügel-Querholm 120 ausgebildete Längsnut
144 eingesetzt und dort befestigt, ragt die Laufrolle 20 dann, wenn sich das Führungsteil
16 in der eingefahrenen Montagestellung befindet, nicht in die Führungsschiene 134
hinein (vgl. Fig.2). Der Schiebeflügel 104 kann dann um die Laufschiene 128 verschwenkt
und aus der Laufschiene 128 herausgehoben werden (Montage und Demontage des Schiebeflügels
104 möglich).
[0050] Befindet sich das Führungsteil 16 in der ausgefahrenen Betriebsstellung, ragt die
Laufrolle 20 in die Führungsschiene 134 hinein (vgl. Fig.3). Somit erfolgt eine zusätzliche
Abstützung des Schiebeflügels 104 relativ zum Festrahmen 102 mittels der Mittenabstützung
10.
[0051] Zusammenfassend besteht die Mittenabstützung 10 aus folgenden Bauteilen: Basisteil
12 (Gehäuse), Führungsteil 16 (Schieber), Laufrolle 20 und Gewindestifte 30. Aus dem
Führungsteil 16 und der Laufrolle 20 wird eine Baugruppe, die man als "Baugruppe Führungsteil"
oder "Baugruppe Schieber" bezeichnen kann.
[0052] Die Mittenabstützung 10 ist insgesamt so aufgebaut, dass die "Baugruppe Führungsteil"
in das Basisteil 12 eingeschoben wird. Die "Baugruppe Führungsteil" kann durch die
Gewindestifte 30 in der Montagestellung (Grundstellung) gehalten werden.
[0053] Die Mittenabstützung 10 in Montagestellung wird in der Regel ortsfest in der Mitte
der Flügelbreite in die obere Längsnut 144 des Schiebeflügels 104 eingeschraubt. Sobald
die Mittenabstützung 10 am Schiebeflügel 104 montiert und dieser im am Festrahmen
102 eingesetzt und gesichert ist, muss die Mittenabstützung 10 in die Betriebsstellung
versetzt werden. Die Betriebsstellung wird eingestellt, in dem die Gewindestifte 30
leicht geöffnet werden, die "Baugruppe Führungsteil" mit einem Schlitzschraubendreher
in die Betriebsstellung (entspricht dem maximalen Hub des Führungsteils 16) vertikal
in die Führungsschiene 134 geschoben wird und anschließend die Gewindestifte 30 festgedreht
werden.
[0054] Die Mittenabstützung 10 wird in der Montagestellung in den Schiebeflügel 104 eingebaut.
Der Schiebeflügel 104 kann dadurch mit den Laufwägen 130 auf die Laufschiene 128 abgestellt
und anschließend zum Festrahmen 102 hin verschwenkt werden. Anschließend wird die
Mittenabstützung 10 mit geringem Aufwand in die Betriebsstellung geschoben. Beim Ausbau
des Schiebeflügels 104 muss die Mittenabstützung 10 nur in die Montagestellung abgesenkt
werden und der Schiebeflügel 104 kann vom Festrahmen 102 weg verschwenkt werden.
1. Mittenabstützung (10) für einen Schiebeflügel (104), mit einem Basisteil (12) und
einem entlang einer Verschiebeachse (14) verschieblich im Basisteil (12) geführten
Führungsteil (16), dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsteil (16) entlang der Verschiebeachse (14) zwischen einer relativ zum
Basisteil (12) eingefahrenen Montagestellung und einer relativ zum Basisteil (12)
ausgefahrenen Betriebsstellung verlagerbar ist, wobei am freien Ende (18) des Führungsteils
(16) eine Laufrolle (20) um eine Drehachse (22) drehbar gelagert ist, wobei die Verschiebeachse
(14) und die Drehachse (22) zueinander parallel oder kongruent sind.
2. Mittenabstützung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein betätigbares und zwischen Basisteil (12) und Führungsteil (16) wirkendes
Klemmelement (24) vorgesehen ist, mittels dem das Führungsteil (16) entlang der Verschiebeachse
(14) relativ zum Basisteil (12) feststellbar ist.
3. Mittenabstützung (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Führungsteil (16) mindestens eine Nut (26) zum Zusammenwirken mit dem Klemmelement
(24) ausgebildet ist, wobei sich die Mittellängsachse (26') der Nut (26) jeweils entlang
oder parallel zur Verschiebeachse (14) erstreckt.
4. Mittenabstützung (10) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Klemmelement (24) als Gewindestift (22) ausgebildet ist, der
in mindestens einer Durchgangsbohrung (32) mit korrespondierendem Innengewinde aufgenommen
ist, wobei die mindestens eine Durchgangsbohrung (32) in einer Seitenwand (34) des
Basisteils (12) ausgebildet ist.
5. Mittenabstützung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Basisteil (12) und dem Führungsteil (16) mindestens eine Feder, insbesondere
eine Druckfeder, angeordnet ist, mittels der das Führungsteil (16) in die Betriebsstellung
vorgespannt ist.
6. Mittenabstützung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Seitenwand (34) des Basisteils (12) eine Aussparung (38) ausgebildet ist
und in einer der Aussparung (38) zugewandten Seitenfläche (28) des Führungsteils (16)
eine Vertiefung (40), insbesondere ein Schlitz, ausgebildet ist, wobei die Aussparung
(38) derart bemessen ist, dass die Vertiefung (40) durch die Aussparung (38) hindurch
zugänglich ist, wenn sich das Führungsteil (16) in Montagestellung befindet.
7. Mittenabstützung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (12) an seinem freien, der Laufrolle (20) zugewandten Ende eine Ausnehmung
(42) aufweist, die derart ausgebildet ist, dass diese dann, wenn sich das Führungsteil
(16) in der Montagestellung befindet, die Laufrolle (20) entlang der Verschiebeachse
(14) zumindest zu 50 %, vorzugweise zumindest zu 70 %, weiter vorzugsweise zumindest
zu 90 %, aufnimmt.
8. Mittenabstützung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (12) an seinem von der Laufrolle (20) abgewandten Ende (44) einen Befestigungsabschnitt
(46) mit Befestigungsdurchgängen (48) zur Befestigung des Basisteils (12) am Schiebeflügel
(104) aufweist.
9. Mittenabstützung (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsabschnitt (46) zwei parallel zueinander angeordnete Wandabschnitte
(50, 52) aufweist, die derart voneinander beabstandet sind, dass das Führungsteil
(16) in der Montagestellung in einen Zwischenraum (54) zwischen den Wandabschnitten
(50, 52) eindringen kann.
10. Mittenabstützung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (12) sich orthogonal zur Verschiebeachse (14) entlang einer Breite
(56) erstreckt, wobei die Breite (56) mehr als 20 mm, vorzugsweise mehr als 21 mm,
und weniger als 22 mm beträgt.
11. Mittenabstützung (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (12) und/oder das Führungsteil (16) jeweils als Feingussteil, vorzugsweise
aus Edelstahl, ausgebildet sind.
12. Schiebetüranordnung (100), mit einem Festrahmen (102) und einem relativ zum Festrahmen
(102) anhebbaren und in der angehobenen Stellung verfahrbaren Schiebeflügel (104)
eines Fensters oder einer Tür, wobei der Schiebeflügel (104) zumindest eine Mittenabstützung
(10) nach einem der voranstehenden Ansprüche aufweist.