[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bilden eines Bodenelements im Boden mit
einem Bohrgerät mit Bohrantrieb, durch welchen eine Bohrschnecke mit hohlem Seelenrohr
drehend antreibbar ist, wobei durch die Bohrschnecke unter Abtrag von Bodenmaterial
eine Bohrung im Boden erstellbar ist, einer Zuführeinrichtung zum Zuführen einer aushärtbaren
Masse durch das hohle Seelenrohr und eine Auslassöffnung an einem unteren Endbereich
der Bohrschnecke in die Bohrung beim Rückziehen der Bohrschnecke aus der Bohrung,
einem Drucksensor zum Erfassen des Druckes der aushärtbaren Masse beim Zuführen und
einer Steuereinrichtung zum Steuern einer Rückziehbewegung der Bohrschnecke beim Zuführen
der aushärtbaren Masse, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Bilden eines Bodenelements im Boden,
wobei eine Bohrschnecke mit hohlem Seelenrohr mit Bohrantrieb eines Bohrgerätes drehend
angetrieben wird, wobei durch die Bohrschnecke unter Abtrag von Bodenmaterial eine
Bohrung im Boden erstellt wird, mittels einer Zuführeinrichtung eine aushärtbare Masse
zum Bilden des Bodenelementes durch das hohle Seelenrohr und eine Auslassöffnung an
einem unteren Endbereich der Bohrschnecke in die Bohrung beim Rückziehen der Bohrschnecke
aus der Bohrung zugeführt wird, mittels eines Drucksensors der Druck der aushärtbaren
Masse beim Zuführen erfasst wird und mittels einer Steuereinrichtung eine Rückziehbewegung
der Bohrschnecke beim Zuführen der aushärtbaren Masse gesteuert wird, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 9.
[0003] Ein solches Bodenelement kann z. B. ein Gründungspfahl, ein Verbaupfahl oder eine
Säule, die z. B. der Bodenverbesserung dient, sein.
[0004] Eine gattungsgemäße Vorrichtung und ein gattungsgemäßes Verfahren gehen aus der
EP 0 842 329 B1 hervor. Zum Erstellen eines Bodenelementes im Boden wird zunächst eine Bohrung mittels
einer Bohrschnecke erstellt. Die Bohrschnecke dient dabei zum Abtragen des Bodenmaterials
und gleichzeitig zum Abfördern des abgetragenen Bodenmaterials nach oben. Mit diesem
bekannten Verfahren kann ein unverrohrtes Bohren durchgeführt werden, da die Bohrlochwandung
beim Abbohren durch die Bohrschnecke mit den mit Bodenmaterial gefüllten Bohrwendeln
abgestützt wird.
[0005] Nach dem Erreichen einer Endtiefe wird die Bohrschnecke mit den gefüllten Schneckenwendeln
axial rückgezogen, wobei gleichzeitig über ein hohles Seelenrohr der Bohrschnecke
Beton in den Freiraum unterhalb der Bohrschnecke zum Bilden des Bodenelementes eingeleitet
wird. Die
EP 0 842 329 B1 lehrt dabei, mittels eines Computers die Rückziehgeschwindigkeit der Bohrschnecke
abhängig von der Flussrate des Betons zu regeln. So soll sichergestellt werden, dass
Betonmasse bedarfsgerecht zugeführt wird, so dass der von der Bohrschnecke momentan
freigegebene Bohrlochbereich umgehend mit Betonmasse aufgefüllt wird und so die Bohrlochwandung
beim Rückziehen der Bohrschnecke unmittelbar durch die eingeleitete Betonmasse abgestützt
wird.
[0006] Bei diesem bekannten Verfahren wird in der Steuerung abhängig von den geometrischen
Gegebenheiten der Bohrschnecke, insbesondere des Schneckendurchmessers und des sich
hieraus ergebenden Bohrlochdurchmessers, und der Rückzugsgeschwindigkeit der Bohrschnecke
ein Volumen bestimmt, welches durch einen Zufluss von Betonmasse aufzufüllen ist.
Zum Erfassen des Zuflusses an Beton sind bei der bekannten Bohrvorrichtung an dem
Zuführschlauch zu der Bohrschnecke ein Durchflussmesser zum Erfassen des Betonflusses
und oberhalb des Bohrantriebes zum Antreiben der darunterliegenden Bohrschnecke ein
Drucksensor zum Erfassen des Betondruckes angeordnet.
[0007] Das bekannte Verfahren liefert bei stabilen Bodenverhältnissen grundsätzlich gute
Ergebnisse. Es können jedoch Probleme auftreten, wenn die Bohrung durch eine oder
mehrere Bodenschichten aus einem durchlässigen Bodenmaterial oder mit Hohlräumen verläuft.
Bei derartigen Bodenverhältnissen kann zum Füllen einer Bohrung ein deutlich höherer
Bedarf an aushärtbarer Masse anfallen, da ein nicht unerheblicher Teil der aushärtbaren
Masse aus dem Bereich der Bohrung abfließt und in angrenzende Bodenschichten eindringt.
Dies kann dazu führen, dass ein Bodenelement nicht korrekt erstellt wird und Fehlstellen
aufweisen kann, wodurch die Tragfähigkeit des Bodenelementes beeinträchtigt wird.
Dies kann dazu führen, dass zusätzliche Gründungspfähle zu erstellen sind oder ein
mangelhafter Bodenelement in aufwendiger Weise entfernt und neu erstellt werden muss.
[0008] In der Praxis wird zur Vermeidung von Fehlstellen bei der Erstellung eines Gründungpfahles
ein gewisses Übermaß an Betonmasse zugeführt. Dies kann zu einem unerwünschten Aufblähen
des Bodens und zu einem übermäßigen Verbrauch an Betonmasse führen, wobei dennoch
die Gefahr von Fehlstellen nicht vollständig ausgeschlossen ist.
[0009] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren anzugeben, mit welchen ein Bodenelement
im Boden besonders zuverlässig und wirtschaftlich erstellt werden kann.
[0010] Die Aufgabe wird zum einen durch die Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und zum anderen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Bilden eines Bodenelementes im Boden ist dadurch
gekennzeichnet, dass der Drucksensor an dem unteren Endbereich der Bohrschnecke, insbesondere
an der Auslassöffnung für die aushärtbare Masse, angeordnet ist, dass die Steuereinrichtung
eine Speichereinheit aufweist, in welcher mindestens ein Sollwert für einen Druck
als Solldruck im Bereich der Auslassöffnung für die aushärtbare Masse beim Zuführen
hinterlegt ist, und dass die Steuereinrichtung mit dem Drucksensor in Verbindung steht
und ausgebildet ist, die Rückziehbewegung der Bohrschnecke und/oder eine Zuführung
von aushärtbarer Masse durch die Zuführeinrichtung derart zu steuern, dass beim Rückziehen
ein Druck der aushärtbaren Masse im Bereich des Drucksensors dem vorgegebenen Solldruck
entspricht.
[0012] Eine Grundidee der Erfindung liegt darin, dass für die Ermittlung des tatsächlichen
Bedarfs an aushärtbarer Masse zum Bilden des Bodenelementes der Druck der Betonmasse
und zwar am unteren Endbereich der Bohrschnecke maßgeblich ist. Die Erfassung des
Drucks der aushärtbaren Masse erfolgt unmittelbar im unteren Endbereich der Bohrschnecke
und ist ein Maß dafür, ob der Bereich der Bohrung tatsächlich gefüllt ist oder ob
aushärtbare Masse in einen eventuell vorhandenen Hohlraum im Boden abfließt. Im letzteren
Fall ergibt sich ein merklich geringerer Druck gegenüber einem Druck-Sollwert, wie
er insbesondere bei der Erstellung des Bodenelementes bei stabilen geologischen Verhältnissen
gegeben ist. Dieser tatsächliche Druck im Bereich der Bohrung kann dabei nicht mit
einem Drucksensor erfasst werden, der weit entfernt liegt, etwa am Bohrantrieb. Bei
typischen Bohrschneckenlängen zwischen 15m und 25m läßt schon aufgrund von Wandreibungseffekten
der aushärtbaren Masse in den entsprechend langen Seelenrohren der Bohrschnecken ein
am oberen Ende der Bohrschnecke gemessener Druck keinen hinreichenden Rückschluss
zum Druck am unteren Ende der Bohrschnecke zu.
[0013] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung steht der Drucksensor mit der Steuereinrichtung
in Verbindung, welche ausgebildet ist, die Rückziehbewegung der Bohrschnecke und/oder
eine Zuführung von aushärtbarer Masse durch die Zuführeinrichtung derart zu steuern,
dass der vom Drucksensor gemessene Druck einem in der Steuereinrichtung hinterlegten
vorgegebenen Solldruck entspricht. Das Entsprechen eines Solldrucks ist im Sinne der
Erfindung so zu verstehen, dass es sich bei dem Solldruck um einen Solldruckwertebereich
handelt, bei welchem eine gewisse Drucktoleranz nach oben und unten mitumfasst ist.
[0014] Fließt beispielsweise Betonmasse beim Erstellen eines Bodenelementes in einen Hohlraum
in einer angrenzenden Bodenschicht ab, so kann mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
die Rückzugbewegung der Bohrschnecke reduziert oder im Extremfall gestoppt werden
und/oder die Zuführung von aushärtbarer Masse durch die Zuführeinrichtung erhöht werden,
bis durch den Drucksensor ein Druck entsprechend dem vorgegebenen Solldruck gemessen
wird. Sodann kann durch die Steuerung die Rückzugsbewegung wieder erhöht beziehungsweise
eine Zuführung von aushärtbarer Masse durch die Zuführeinrichtung reduziert werden.
Es erfolgt insbesondere eine vom Druck der aushärtbaren Masse abhängige Regelung der
Rückzugsbewegung der Bohrschnecke und/oder der Zuführung von aushärtbarer Masse.
[0015] Insgesamt kann nach der Erfindung ein hochqualitativer Bodenelement ohne Fehlstellen
bei einem bedarfsgerechten Einsatz von aushärtbarer Masse, insbesondere einer Betonmasse,
erzielt werden. Die aushärtbare Masse ist eine Suspension aus Flüssigkeit und Feststoffen,
vorzugsweise eine zementbasierte Suspension.
[0016] Ein Bodenelement im Sinne der Erfindung kann insbesondere ein Gründungspfahl, ein
Verbaupfahl oder eine Säule sein, welche zur Verbesserung einer Eigenschaft des Bodens
oder des Grundes beiträgt, insbesondere zur Verbesserung der Tragfähigkeit und/oder
Stabilität. Das Bodenelement kann insbesondere als ein Gründungselement oder sonstiges
Bauelement im Boden dienen und als solches bezeichnet werden.
[0017] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass der mindestens
eine Sollwert durch einen Sollwertverlauf gebildet wird, bei welchem der Solldruck
von einer Tiefenposition der Auslassöffnung abhängt. Insbesondere kann der Solldruck,
welcher beim Erstellen des Bodenelementes erreicht wird, mit einer zunehmenden Tiefe
erhöht sein, da ein erhöhter Druck auf die Betonmasse von oben anstehen kann. Bei
einem Rückziehen der Bohrschnecke von einer Endtiefe des Bodenelementes nach oben
kann so der zu erreichende Solldruck sich allmählich vermindern. Dies gilt insbesondere
dann, wenn der Drucksensor im Bereich des Seelenrohres am unteren Ende der Bohrschnecke
angeordnet ist.
[0018] Für eine bevorzugte Steuerung ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen,
dass durch die Steuereinrichtung eine Tiefenposition der Auslassöffnung erfasst wird.
Dies kann etwa durch Erfassen der Position des Bohrantriebes entlang des Mastes ermittelt
werden, da die Länge der Bohrschnecke eine bekannte feste Größe ist. In der Steuereinrichtung
kann abhängig von der Tiefenposition der Auslassöffnung an der Bohrschnecke über ein
hinterlegtes Steuerprogramm der jeweils aktuelle Sollwert für den Druck bei der gegebenen
Tiefe ermittelt und vorgegeben werden. Ein tiefenabhängiger Sollwert ist vorteilhaft
für eine bedarfsgerechte Zuführung der aushärtbaren Masse.
[0019] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung liegt darin, dass der vorgegebene
Solldruck abhängig von der Art eine Bodenschicht ist, in welcher sich die Auslassöffnung
der Bohrschnecke befindet. Befindet sich die Auslassöffnung im Bereich einer weichen
Bodenschicht, kann es sinnvoll sein, einen Solldruck in diesem Bereich zu reduzieren,
um ein unnötiges Verdrängen von aushärtbarer Masse in eine weiche Bodenschicht zu
vermeiden oder begrenzt zu halten. In der Steuerung kann die Geologie des Bodens und
insbesondere ein Aufbau von Bodenschichten des Bodens, in welchem der Bodenelement
erstellt ist, hinterlegt sein. Die Geologie des Bodens, insbesondere ein Bodenprofil,
wird üblicherweise bei Baustellen, bei welchen Gründungspfähle benötigt werden, vorab
durch ein Bodengutachten ermittelt. Diese Werte können von einer Zentrale über eine
Datenfernübertragung oder durch einen Maschinenbediener unmittelbar eingegeben werden.
Die Steuereinrichtung kann einen vom Bodenprofil abhängigen Sollwertverlauf für den
Solldruck ermitteln.
[0020] Eine besonders bevorzugte Ausführungsvariante der Erfindung besteht darin, dass die
Steuereinrichtung ausgebildet ist, beim Erstellen der Bohrung im Boden Bodenschichten,
insbesondre deren Schichtdicken und Arten, zu erfassen. Mit der Bohrschnecke wird
zum Erstellen des Bodenelementes in einem ersten Schritt das Bohrloch erstellt. Beim
Erstellen der Bohrung können ein Drehmoment, eine Vorschubkraft, eine Drehzahl und/oder
eine Vorschubgeschwindigkeit erfasst werden. Abhängig von diesen erfassten Parametern
können Rückschlüsse auf den Aufbau des Bodens und die Festigkeit von einzelnen Bodenschichten
gezogen werden.
[0021] Basierend auf Vergleichsdaten, welche in einem Datenspeicher der Steuereinrichtung
hinterlegt sein können, kann so ein Bodenprofil mit den Bodenschichten jeweils für
die konkrete Bohrung ermittelt und in der Steuereinrichtung gespeichert werden. Dies
kann vorzugsweise auch in Kombination mit einem vorab hinterlegten Bodenprofil erfolgen,
wobei eine besonders genaue Bestimmung der Schichtgrenzen für die konkrete Bohrung
ermittelbar ist. Dieser so beim Erstellen der Bohrung ermittelte Bodenaufbau kann
unmittelbar in dem zweiten Verfahrensschritt des Erstellens des Bodenelementes durch
Einleiten der aushärtbaren Masse durch einen angepassten Solldruck berücksichtigt
werden.
[0022] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es vorteilhaft, dass die Steuereinrichtung
eine Speichereinheit aufweist, in welcher Daten zu Bodenschichten, insbesondere deren
Schichtdicken und Arten, hinterlegt sind. Eine derartige Speichereinheit oder Datenbank
kann insbesondere bei der Auswertung der erfassten Daten beim Bohren und der Zuordnung
zu bestimmten Bodenschichten genutzt werden. Hierdurch kann für jede Bohrung besonders
zuverlässig ein konkretes Bodenprofil mit den einzelnen Bodenschichten sowie deren
Schichtdicken und Art beziehungsweise der Zusammensetzung ermittelt werden.
[0023] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist es bevorzugt, dass eine Trägereinheit
mit einem Mast vorgesehen ist, entlang welchem der Bohrantrieb zum drehenden Antreiben
und Verfahren der Bohrschnecke bewegbar gelagert und geführt ist. Der Mast kann insbesondere
ein sogenannter Mäkler mit einer Linearführung für einen Führungsschlitten sein, an
welchem der Bohrantrieb angeordnet ist. Durch den Bohrantrieb kann die darunterliegende
Bohrschnecke drehend angetrieben und axial, insbesondere vertikal, verfahren werden.
Insbesondere kann über den Führungsschlitten und einen entsprechenden Verfahrantrieb
eine Vorschubbewegung und eine Rückzugbewegung des Bohrantriebes und damit der Bohrschnecke
gesteuert erfolgen.
[0024] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zum Bilden eines Bodenelementes im
Boden, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass der Drucksensor an dem unteren Endbereich
der Bohrschnecke, insbesondere an der Auslassöffnung für die aushärtbare Masse, angeordnet
ist, dass die Steuereinrichtung eine Speichereinheit aufweist, in welcher mindestens
ein Sollwert für einen Druck als Solldruck im Bereich der Auslassöffnung für die aushärtbare
Masse beim Zuführen hinterlegt ist, und dass die Steuereinrichtung mit dem Drucksensor
in Verbindung steht und die Rückziehbewegung der Bohrschnecke und/oder eine Zuführung
von aushärtbarer Masse durch die Zuführeinrichtung derart steuert, dass beim Rückziehen
ein Druck der aushärtbaren Masse im Bereich des Drucksensors dem vorgegebenen Solldruck
entspricht.
[0025] Das Verfahren kann insbesondere mit der beschriebenen Vorrichtung durchgeführt werden.
Es können die dabei dargelegten Vorteile erzielt werden.
[0026] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die Steuereinrichtung
die Rückziehbewegung der Bohrschnecke und/oder die Zuführung von aushärtbarer Masse
durch die Zuführeinrichtung abhängig von einer Tiefenposition der Auslassöffnung steuert.
Hierdurch kann ein sich über die Tiefe ändernder Suspensionsdruck berücksichtigt werden,
so dass eine besonders bedarfsgerechte Zuführung der aushärtbaren Masse erzielbar
ist.
[0027] Nach einer weiteren Verfahrensvariante ist es nach der Erfindung bevorzugt, dass
die Steuereinrichtung die Rückziehbewegung der Bohrschnecke und/oder die Zuführung
von aushärtbarer Masse durch die Zuführeinrichtung abhängig von der Art einer Bodenschicht
steuert. Ein Sollwert kann dabei nicht nur bei einer Tiefenlage, sondern auch von
der Art der im Bereich der Auslassöffnung vorliegenden Bodenschicht vorgegeben werden.
Insbesondere bei einer weichen Bodenschicht kann eine Reduzierung des Sollwertes für
den Druck sinnvoll sein, um einem übermäßigen Verdrängen von aushärtbarer Masse in
die weiche Bodenschicht entgegenzuwirken. Hierdurch wird ein besonders wirtschaftlicher
Einsatz der aushärtbaren Masse erzielt.
[0028] Die Bodenschichten können insbesondere durch Daten zu einem Bodenprofil in der Steuereinrichtung
hinterlegt sein. Eine besonders bevorzugte Ausführungsvariante besteht nach einer
Weiterbildung der Erfindung darin, dass die Steuereinrichtung beim Erstellen der Bohrung
im Boden Bodenschichten, insbesondere deren Schichtdicken und Arten, erfasst. Bereits
beim Erstellen der Bohrung kann die Steuerung bestimmte Betriebsparameter erfassen,
insbesondere ein Drehmoment und eine Vorschubkraft am Bohrantrieb sowie die sich an
der Bohrschnecke einstellende Drehzahl und eine sich einstellende Vorschubgeschwindigkeit.
Die Steuereinrichtung ist dabei mit einem entsprechenden Programm und einer Datenbank
zu Vergleichsdaten ausgebildet, dass basierend auf den erfassten Betriebsparametern
ein Bodenprofil über die Bohrungstiefe erstellt werden kann. Dies kann zur Ermittlung
eines Sollwertverlaufes beim sich anschließenden Verfahrensschritt des Einleitens
der aushärtbaren Masse berücksichtigt werden.
[0029] Das Erfassen und Ermitteln eines Bodenprofils durch die Steuereinrichtung kann auch
in Kombination und zum Vergleich mit den bereits hinterlegten Daten zu einem Bodenprofil
eingesetzt werden.
[0030] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen beschrieben,
welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine stark schematisierte Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung zu einem ersten Verfahrensschritt bei der Durchführung
eines erfindungsgemäßen Verfahrens; und
- Fig. 3
- eine Darstellung entsprechend Fig. 2 zu einem weiteren Verfahrensschritt des erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Erstellen eines Bodenelementes im Boden.
[0031] Gemäß Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung 10 mit einem Bohrgerät 12 dargestellt,
welches vorzugsweise mit einer mobilen Trägereinheit 14 ausgebildet ist. In dem gezeigten
Ausführungsbeispiel kann die Trägereinheit 14 ein Raupenfahrwerk mit einem darauf
drehbar gelagerten Oberwagen aufweisen.
[0032] Das Bohrgerät 12 kann über einen Anlenkmechanismus 18 mit einem Mast 16 versehen
sein, welcher im Betrieb vorzugsweise vertikal gerichtet ist. Entlang des Mastes 16
kann an seiner Vorderseite eine Linearführung 17 ausgebildet sein, entlang welcher
ein Antriebsschlitten 22 mit einem Bohrantrieb 20 geführt sein kann. Der Antriebsschlitten
22 mit dem Bohrantrieb 20 kann über einen Stellantrieb 24 entlang des Mastes 16 verfahren
werden. Der Stellantrieb 24 kann als eine Windeneinrichtung für ein oberes und unters
Seil zum Verfahren des Antriebsschlittens 22 ausgebildet sein. Zusätzlich kann eine
weitere Winde 26 unterstützend angeordnet sein.
[0033] Unterhalb des Bohrantriebes 20 ist eine Bohrschnecke 30 gelagert, welche über den
Bohrantrieb 20 drehend angetrieben werden kann. Die Bohrschnecke 30 weist ein mittiges
hohles Seelenrohr 32 auf, entlang dessen Außenseite eine Schneckenwendel 34 angeordnet
ist. Die Bohrschnecke 30 kann auch als eine sogenannte Endlosschnecke bezeichnet werden.
[0034] Am unteren Ende der Bohrschnecke 30 ist eine Abtragseinrichtung 36 zum Abtragen von
Bodenmaterial 6 angeordnet. Durch die Drehbewegung der Bohrschnecke 30 wird das abgetragene
Bodenmaterial 6 durch die Schneckenwendel 34 nach oben befördert.
[0035] An einem unteren Endbereich ist an der Bohrschnecke 30 mindestens eine Auslassöffnung
38 angeordnet. Von einer Zuführeinrichtung 40, welche im dargestellten Ausführungsbeispiel
an dem Bohrgerät 12 angeordnet ist, aber auch getrennt davon angeordnet sein kann,
kann eine aushärtbare Masse 9 über eine schematisch angedeutete Zuführleitung 42 durch
den Bohrantrieb 20 hindurch und das Seelenrohr 32 zu der Auslassöffnung 38 gefördert
werden, wobei die aushärtbare Masse 9 aus der Auslassöffnung 38 austreten und in den
Bereich einer Bohrung 8 eintreten kann.
[0036] Weiterhin ist am unteren Endbereich der Bohrschnecke 30, insbesondere in der Nähe
der Auslassöffnung 38, ein Drucksensor 50 angeordnet, welcher zum Erfassen des Drucks
der aushärtbaren Masse 9 in diesem Bereich ausgebildet ist. Der Drucksensor 50 steht
über eine nicht dargestellte Leitung mit einer Steuereinrichtung 45 in Verbindung,
welche in dem gezeigten Ausführungsbeispiel an dem Bohrgerät 12 angeordnet ist. Die
Steuereinrichtung 45 steht weiterhin auch mit dem Bohrantrieb 20 und dem Stellantrieb
24 zum Verfahren des Antriebsschlittens 22 mit dem Bohrantrieb 20 in Verbindung.
[0037] Die Steuereinrichtung 45 ist erfindungsgemäß ausgebildet, eine Rückziehbewegung der
Bohrschnecke 30 und/oder eine Zuführung von aushärtbarer Masse 9 durch die Zuführeinrichtung
40, welche etwa eine Schlauchpumpe umfassen kann, derart zu steuern, dass beim Rückziehen
der Ist-Druck der aushärtbaren Masse 9 im Bereich des Drucksensors 50 einem vorgegebenen
Solldruck entspricht.
[0038] Ein erster Verfahrensschrift zum Erstellen eines Bodenelementes im Boden 5 mit der
zuvor beschriebenen Vorrichtung 10 nach einem erfindungsgemäßen Verfahren ist in Fig.
2 verdeutlicht. Gemäß der Darstellung von Fig. 2 ist die Bohrschnecke 30 mit dem Seelenrohr
32 und der Schneckenwendel 34 bereits in den Boden 5 bis zu einer Endtiefe abgebohrt,
wobei ein Bohrloch 8 erstellt ist. Durch die Abtragseinrichtung 36 am unteren Ende
der Bohrschnecke 30 wird Material des Bodens 5 abgetragen und kann mittels der Bohrschnecke
30 nach oben abgefördert werden, wobei sich abgetragenes Bodenmaterial 6 an der Oberfläche
des Bodens 5 anhäufen kann.
[0039] Nach Erreichen der Endtiefe kann nunmehr über das hohle Seelenrohr 32 aushärtbare
Masse 9 durch die Bohrschnecke 30 hindurch bis zu der unteren Auslassöffnung 38 strömen
und die Bohrung 8 zum Bilden des Bodenelementes auffüllen, wie anschaulich in Fig.
3 dargestellt ist.
[0040] Durch die Vorrichtung 10 wird die Bohrschnecke 30 gesteuert aus der Bohrung 8 rückgezogen,
wobei gleichzeitig aus der Auslassöffnung 38 aushärtbare Masse 9 in die Bohrung 8
einströmt. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Rückzugsbewegung der Bohrschnecke
30 und/oder eine Zuführung der aushärtbaren Masse 9 abhängig vom gemessenen Druck
am unteren Bereich der Bohrschnecke 30 so gesteuert, dass aushärtbare Masse 9 bedarfsgerecht
den freiwerdenden Hohlraum in der Bohrung 8 beim Rückziehen der Bohrschnecke 30 auffüllt.
1. Vorrichtung zum Bilden eines Bodenelementes im Boden (5) mit
- einem Bohrgerät (12) mit Bohrantrieb (20), durch welchen eine Bohrschnecke (30)
mit hohlem Seelenrohr (32) drehend antreibbar ist, wobei durch die Bohrschnecke (30)
unter Abtrag von Bodenmaterial (6) eine Bohrung im Boden (5) erstellbar ist,
- einer Zuführeinrichtung (40) zum Zuführen einer aushärtbaren Masse (9) durch das
hohle Seelenrohr (32) und eine Auslassöffnung (38) an einem unteren Endbereich der
Bohrschnecke (30) in die Bohrung beim Rückziehen der Bohrschnecke (30) aus der Bohrung
(8),
- einem Drucksensor (50) zum Erfassen des Druckes der aushärtbaren Masse (9) beim
Zuführen und
- einer Steuereinrichtung (45) zum Steuern einer Rückziehbewegung der Bohrschnecke
(30) beim Zuführen der aushärtbaren Masse (9),
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Drucksensor (50) an dem unteren Endbereich der Bohrschnecke (30), insbesondere
an der Auslassöffnung (38) für die aushärtbare Masse (9), angeordnet ist,
- dass die Steuereinrichtung (45) eine Speichereinheit aufweist, in welcher mindestens ein
Sollwert für einen Druck als Solldruck im Bereich der Auslassöffnung (38) für die
aushärtbare Masse (9) beim Zuführen hinterlegt ist, und
- dass die Steuereinrichtung (45) mit dem Drucksensor (50) in Verbindung steht und ausgebildet
ist, die Rückziehbewegung der Bohrschnecke (30) und/oder eine Zuführung von aushärtbarer
Masse (9) durch die Zuführeinrichtung (40) derart zu steuern, dass beim Rückziehen
ein Druck der aushärtbaren Masse (9) im Bereich des Drucksensors (50) dem vorgegebenen
Solldruck entspricht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Sollwert durch einen Sollwertverlauf gebildet ist, bei welchem
der Solldruck von einer Tiefenposition der Auslassöffnung (38) abhängt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Steuereinrichtung (45) eine Tiefenposition der Auslassöffnung (38) erfasst
wird.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der vorgegebene Solldruck abhängig von der Art einer Bodenschicht ist, in welcher
sich die Auslassöffnung (38) der Bohrschnecke (30) befindet.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Steuereinrichtung (45) die Art einer Bodenschicht erfassbar ist, in der
sich die Auslassöffnung (38) aktuell befindet.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (45) ausgebildet ist, beim Erstellen der Bohrung (8) im Boden
(5) Bodenschichten, insbesondere deren Schichtdicken und Arten, zu erfassen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (45) eine Speichereinheit aufweist, in welcher Daten zu Bodenschichten,
insbesondere deren Schichtdicken und Arten, hinterlegt sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Trägereinheit (14) mit einem Mast (16) vorgesehen ist, entlang welchem der Bohrantrieb
(20) zum drehenden Antreiben und Verfahren der Bohrschnecke (30) bewegbar gelagert
und geführt ist.
9. Verfahren zum Bilden eines Bodenelementes im Boden (5), insbesondere mit einer
Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei
- eine Bohrschnecke (30) mit hohlem Seelenrohr (32) mit Bohrantrieb (20) eines Bohrgerätes
(12) drehend angetrieben wird, wobei durch die Bohrschnecke (30) unter Abtrag von
Bodenmaterial (6) eine Bohrung (8) im Boden (5) erstellt wird,
- mittels einer Zuführeinrichtung (40) eine aushärtbare Masse (9) zum Bilden des Bodenelementes
durch das hohle Seelenrohr (32) und eine Auslassöffnung (38) an einem unteren Endbereich
der Bohrschnecke (30) in die Bohrung (8) beim Rückziehen der Bohrschnecke (30) aus
der Bohrung (8) zugeführt wird,
- mittels eines Drucksensors (50) der Druck der aushärtbaren Masse (9) beim Zuführen
erfasst wird und
- mittels einer Steuereinrichtung (45) eine Rückziehbewegung der Bohrschnecke (30)
beim Zuführen der aushärtbaren Masse (9) gesteuert wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Drucksensor (50) an dem unteren Endbereich der Bohrschnecke (30), insbesondere
an der Auslassöffnung (38) für die aushärtbare Masse (9), angeordnet ist,
- dass die Steuereinrichtung (45) eine Speichereinheit aufweist, in welcher mindestens ein
Sollwert für einen Druck als Solldruck im Bereich der Auslassöffnung (38) für die
aushärtbare Masse (9) beim Zuführen hinterlegt ist, und
- dass die Steuereinrichtung (45) mit dem Drucksensor (50) in Verbindung steht und die Rückziehbewegung
der Bohrschnecke (30) und/oder eine Zuführung von aushärtbarer Masse (9) durch die
Zuführeinrichtung (40) derart steuert, dass beim Rückziehen ein Druck der aushärtbaren
Masse (9) im Bereich des Drucksensors (50) dem vorgegebenen Solldruck entspricht.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (45) die Rückziehbewegung der Bohrschnecke (30) und/oder die
Zuführung von aushärtbarer Masse (9) durch die Zuführeinrichtung (40) abhängig von
einer Tiefenposition der Auslassöffnung (38) steuert.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (45) die Rückziehbewegung der Bohrschnecke (30) und/oder die
Zuführung von aushärtbarer Masse (9) durch die Zuführeinrichtung (40) abhängig von
der Art einer Bodenschicht steuert.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (45) beim Erstellen der Bohrung (8) im Boden (5) Bodenschichten,
insbesondere deren Schichtdicken und Arten, erfasst.