[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein eine Kupplungsanordnung, insbesondere
Hybridkupplungsanordnung oder auch Übergangskupplungsanordnung genannt für spurgeführte
Fahrzeuge, insbesondere Schienenfahrzeuge mit mindestens einer ersten Kupplungseinrichtung
mit einem Kupplungskopf, welcher in/aus der Kupplungsebene bedarfsweise ein - oder
ausschwenkbar ist. Der erste Kupplungskopf ist insbesondere von einem Kupplungskopf
einer automatischen Kupplung, wie beispielsweise einer Scharfenberg
™Kupplung, einer Kupplung vom Typ Willison.
[0002] Kupplungsanordnungen zum wahlweisen Nutzen unterschiedlicher Kupplungseinrichtungen
zum Kuppeln mit einer entsprechenden, insbesondere kompatiblen Gegenkupplung sind
allgemein aus der Schienenfahrzeugtechnik bekannt und werden eingesetzt, um Schienenfahrzeuge
zu verbinden, die mit unterschiedlichen Kupplungssystemen ausgestattet sind (zum Beispiel
Scharfenberg
®-Kupplung auf Zughaken). Dabei erfolgt das Aufsetzen der Übergangskupplung auf den
Zughaken einer Schraubenkupplung in der Regel manuell, während der Kuppelvorgang mit
der Mittelpufferkupplung automatisch stattfinden kann.
[0003] Eine herkömmliche Kupplungsanordnung zum gemischten Kuppeln zwischen einer automatischen
Kupplung und beispielsweise einer Schraubenkupplung weist in der Regel einen zumindest
bereichsweise als Gehäuse ausgebildeten Kupplungsträger auf, in welchem ein Kuppelverschluss
zum mechanischen Verbinden der Übergangskupplung mit einem in dem Kupplungskopf einer
automatischen Mittelpufferkupplung vorgesehenen Kuppelverschluss aufgenommen sein
kann. Im gekuppelten Zustand liegt dann die Stirnfläche der Übergangskupplung an der
Stirnfläche des Kupplungskopfes der automatischen Mittelpufferkupplung an. An dem
der Stirnfläche der Übergangskupplung gegenüberliegenden Ende kann als Schnittstellenstruktur
des Zughakenmoduls ein Kupplungsbügel vorgesehen sein, welcher beispielsweise in den
Zughaken einer Schraubenkupplung aufnehmbar ist und demnach eine mechanische Verbindung
der Übergangskupplung mit der Schraubenkupplung gewährleisten kann. Bei dieser Ausführung
wird der Kupplungsbügel einer Übergangskupplung auf den Zughaken einer zu adaptierenden
Schraubenkupplung aufgesetzt. Hierzu ist die Übergangskupplung mit an ihrem hinteren
Ende beidseitig parallel in einem Abstand zueinander angeordneten und gleichartig
ausgebildeten Trägern versehen, die an den freien Enden durch einen Bolzen miteinander
verbunden sind. Der Bolzen hält die Kupplungsbügel der Übergangskupplung im Maul des
Zughakens. Beidseitig an der herkömmlichen Übergangskupplung ist ein Winkelheber angeordnet,
umfassend erste und zweite Lenker. Die Lenker beider Seiten der Übergangskupplung
sind durch eine gemeinsame Achse mit- und untereinander verbunden, wobei die Achse
als Anlagefläche an der Stirnfläche des Zughakens dient, so dass die Mittellage der
Übergangskupplung einstellbar ist. Durch das Vorsehen des Winkelhebels kann bei der
aus dem Stand der Technik bekannten Übergangskupplung eine Höhenzentrierung realisiert
werden. Allerdings ist die manuelle Handhabung, und insbesondere das manuelle Einsetzen
der Übergangskupplung in die Schnittstelle zwischen den zu adaptierenden Kupplungen,
wie beispielsweise in den Zughaken einer Schraubenkupplung, erschwert, da es für einen
Bediener nicht möglich ist, einerseits das Gewicht der Übergangskupplung zu halten
und andererseits die Vorrichtung zur Höhenzentrierung in korrekter Weise am Zughaken
anzubringen.
[0004] Eine andere, insbesondere als Rangierkupplung für spurgeführte Fahrzeuge einsetzbare
Kupplungsanordnung ist beispielsweise aus der
EP 2 529 994 A1 bekannt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass diese mit unterschiedlichen Kupplungen
verbindbar ist, so dass mit ein und derselben Kupplungsanordnung ohne Wechsel dieser
und unter Minimierung der Rüstzeiten unterschiedliche Rangieraufgaben erfüllt werden
können. Insbesondere können mit dieser Kupplungsanordnung sowohl Vollbahn-Kupplungen
als auch Metro-Kupplungen gekuppelt werden, ohne dass hierzu ein manuelles Eingreifen
des Bedieners notwendig ist. Zu diesem Zweck weist die aus der
EP 2 529 994 A1 bekannte Kupplungsanordnung einen Kupplungskopfwechsler mit einem drehbar an einer
Tragstruktur gelagerten und die Kupplungsköpfe enthaltenden Magazin auf, welches zum
Einwechseln von Kupplungsköpfen unterschiedlicher Bauart und/oder unterschiedlichen
Typs in eine von der Kupplungsanordnung definierte vertikale Kupplungsebene dient.
Dieser Kupplungskopfwechsler ist mit Hilfe einer relativ aufwendigen Anordnung am
Zughaken einer Schraubenkupplung entsprechend aufgehängt. Zwar erlaubt diese Ausführung
ein automatisches Einwechseln von Kupplungsköpfen unterschiedlicher Bauart bzw. unterschiedlichen
Typs in die von der Kupplungsanordnung definierte Kupplungsebene. Nachteilig gestaltet
sich die Ausführung, wenn ein Kuppeln mit einer Schraubenkupplung möglich sein soll.
Hierfür wäre es notwendig, den Kupplungskopfwechsler aus dem Zughaken herauszunehmen,
was wiederum erheblich Rüstzeiten mit sich bringt.
[0005] Gattungsgemäße Systeme sind durch das Vorsehen zumindest zweier Kupplungseinrichtungen
unterschiedlicher Bauart charakterisiert, welche bedarfsweise in die Kuppelebene einschwenkbar
sind. Im Einzelnen offenbart
EP 080 759 A1 eine Kupplungsanordnung mit einer Zugstange und einem daran befestigten Zughaken
sowie mindestens zwei verschiedenen Kupplungseinrichtungen, welche an der Zugstange
um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert sind, und eine Vorrichtung zum Einschwenken
der einzelnen Kupplungseinrichtungen in die Kupplungsebene. Die Betätigungsvorrichtung
umfasst Antriebsstangen, welche mit einem ihrer Enden an den Kupplungseinrichtungen
oder den diesen zugeordneten Anschlussteilen gelenkig gelagert angreifen. Die jeweils
anderen Enden sind in einem Langloch eines an der Zugstange geführten Trägers für
einen Hubzylinder geführt, wobei der Hubzylinder eine die Enden der Antriebsstange
beaufschlagende Kolbenstange aufweist. Es ist ferner eine Verriegelungseinrichtung
für die Antriebsstange vorgesehen. Mit der in der
EP 080 759 A1 offenbarten Kupplungsanordnung können wahlweise der Zughaken oder eine der beiden
Kupplungseinrichtungen genutzt werden. Bei gewünschter Nutzung des Zughakens werden
beide Kupplungseinrichtungen hochgeschwenkt, wobei die jeweils obere Kupplungseinrichtung
in ihrer Stellung verriegelt wird, während die andere Kupplungseinrichtung mittels
des Hubzylinders abgesenkt wird und der Zughaken freigegeben wird. Soll die untere
Kupplungseinrichtung genutzt werden, wird diese mit Hilfe des Hubzylinders in die
Kupplungsebene eingeschwenkt. Dies erfolgt analog bei gewünschtem Einsatz der oberen
Kupplungseinrichtung. Die Anordnung der Betätigungsvorrichtung erfolgt unterhalb der
Zugstange und ist relativ aufwendig gestaltet.
[0006] Eine weitere gattungsgemäße Kupplungsanordnung ist aus der
EP 3 590 784 A1 bekannt. Diese umfasst eine Zugstange mit einem ersten Endbereich zum Verbinden mit
einem Wagenkasten und einem dem ersten Endbereich gegenüberliegenden zweiten Endbereich.
Im zweiten Endbereich der Zugstange ist eine Gelenkanordnung, über welche ein Kupplungskopf
einer automatischen Kupplung und eine Zugöse um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar
gelagert sind, vorgesehen. Der Kupplungskopf der automatischen Kupplung ist mitnahmefest
mit der Gelenkanordnung verbunden. Zum bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken des Kupplungskopfes
der automatischen Kupplung in oder aus einer horizontalen Kupplungsebene ist eine
Betätigungsvorrichtung vorgesehen. Diese umfasst einen Antrieb, welcher eine Seilwinde
beinhaltet, die an einem am Wagenkasten befestigten Rahmen gelagert ist und über die
die Auslenkung erfolgen kann. Der Nachteil besteht bei dieser Ausführung im Wesentlichen
in der Anordnung der Betätigungsvorrichtung, welche abhängig von der Einbausituation
und den Gegebenheiten des Einsatzfalles am Fahrzeug ist, relativ aufwendig und bauraumintensiv
ist und vom Bediener das Aufbringen großer Kräfte erfordert.
[0007] Bei allen Ausführungen erfolgt üblicherweise die Ausrichtung und Fixierung von Kupplungseinrichtung
und Schnittstelleneinrichtung beim Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung in
die horizontale Kupplungsebene über entsprechende Absteckbolzen, welche teilweise
die Funktion von Anschlagseinrichtungen mit übernehmen. Diese sind entsprechend auszulegen
und bei der konstruktiven Ausführung mit zu berücksichtigen. Auch ist die Gesamtanordnung
ist entsprechend auszulegen, um nach dem Verschwenken einer Zug- und Stoßkräfte übertragenden
Kupplungseinrichtung in die horizontale Kupplungsebene und bei Krafteinleitung über
diese in die Schnittstelleneinrichtung ein Ausknicken in der Verbindung zwischen Kupplungseinrichtung
und Schnittstelleinrichtung, insbesondere der Gelenkanordnung sicher zu vermeiden.
[0008] Der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Kupplungsanordnung anzugeben, welche mit
unterschiedlichen Kupplungseinrichtungen, insbesondere Vollbahn- oder Metrokupplungen
oder dergleichen, Mittelpufferkupplungen einerseits und mit Kupplungseinrichtungen
anderer Art und Typs andererseits, wie zum Beispiel Schraubenkupplungen unter Minimierung
von Rüstzeiten verbindbar ist, so dass unterschiedliche Rangieraufgaben erfüllt werden
können. Des Weiteren ist eine sichere Betriebsweise der Kupplungseinrichtungen bei
Kraftübertragung zu gewährleisten. Insbesondere ist eine Hybridkupplung bereitzustellen,
welche es erlaubt, schnell und mit geringem Aufwand zwischen zumindest zwei Kupplungseinrichtungen
zu wechseln und während des Betriebes, d.h. bei Kraftübertragung bei Kupplung mit
einer Gegen-Kupplung immer eine sichere Betriebsweise zu gewährleisten.
[0009] Ein weiterer Aspekt ist die erforderliche Kraft für das Bedienpersonal beim Umrüsten,
insbesondere beim Verschwenken, welche möglichst gering zu halten ist. Die Unfallgefahr
durch unerwünschtes Rückschwenken ist zu vermeiden. Die Lösung soll konstruktiv einfach,
kostengünstig und nach Möglichkeit ohne erforderliche Zusatzmodifikationen am Fahrzeug
realisierbar sein.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Kupplungsanordnung gemäß Anspruch 1
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0011] Eine Kupplungsanordnung für ein spurgebundenes Fahrzeug, insbesondere Hybridkupplungsanordnung
für ein Schienenfahrzeug, umfasst eine Schnittstelleneinrichtung zum zumindest mittelbaren
Verbinden mit dem spurgebundenen Fahrzeug und zumindest eine erste Kupplungseinrichtung
zum mechanischen Verbinden mit einer komplementär ausgebildeten Gegen-Kupplungseinrichtung
eines weiteren spurgeführten Fahrzeuges, welche schwenkbar um eine horizontale Schwenkachse
(GA), insbesondere in einer Aufnahme an oder in der Schnittstelleneinrichtung gelagert
ist. Zum Verschwenken ist eine Vorrichtung zum bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken
der ersten Kupplungseinrichtung in oder aus einer durch die Schwenkachse und einer
Senkrechten dazu beschreibbaren horizontalen Kupplungsebene vorgesehen. Zur Begrenzung
der Schwenkbewegung der ersten Kupplungseinrichtung gegenüber der Schnittstelleneinrichtung
ist eine Anschlagseinrichtung vorgesehen. Die Kupplungsanordnung ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Anschlagseinrichtung derart angeordnet und ausgerichtet ist, dass die Krafteinleitungslinie
der in die erste Kupplungseinrichtung in der horizontalen Kupplungsebene eingeleiteten
resultierende Kraft mit Versatz zur Gelenkachse verläuft.
[0012] Die Krafteinleitungslinie ist die Linie, welche der Verlaufslinie der resultierenden
Kraft der über die Kupplung in die Schnittstelleneinrichtung weitergeleiteten Kraft,
insbesondere bei Stoßbelastung entspricht. Diese Linie liegt bei einer Kupplung mit
Drehverschluss und Kegel-/Trichter -Profil in der Ebene des Herzstückes des Drehverschlusses.
Bei integriertem Energieverzehr verläuft diese durch die Mittenachse dieser.
[0013] Die Krafteinleitungslinie verläuft insbesondere ober- oder unterhalb zur Gelenkachse,
vorzugsweise in einem Abstand von 1 bis 100mm, vorzugsweise 10 bis 50 mm.
[0014] Spurgebundenes Fahrzeug meint ein Fahrzeug, welches sich entlang vorgegebener Führungswege
bewegt, insbesondere Schienenfahrzeuge.
[0015] Unter einer Schnittstelleneinrichtung zum zumindest mittelbaren Verbinden mit einem
spurgebundenen Fahrzeug wird insbesondere eine Einrichtung verstanden, welche üblicherweise
am spurgebundenen Fahrzeug vorgesehen ist und derart angeordnet und ausgebildet, geeignet
zu sein, um eine Kupplungseinrichtung mit dieser zu verbinden. Insbesondere handelt
es sich dabei um eine Koppeleinrichtung, eine Lagereinheit oder eine Zugstange.
[0016] Unter einer Kupplungseinrichtung der Kupplungsanordnung wird insbesondere eine Einrichtung
zum mechanischen Verbinden zweier benachbart angeordneter schienengebundener Fahrzeuge
verstanden. Diese überträgt zumindest Zugkräfte, abhängig von der Ausführung der Kupplungseinrichtung
aber auch Zug- als auch Stoßkräfte.
[0017] Wenigstens mittelbar verbunden beinhaltet sowohl die Möglichkeit der direkten Verbindung
zweier Bauteile als auch indirekten Verbindungen über zwischengeordnete Übertragungselemente.
[0018] Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht aufgrund der damit einhergehenden Momenteinleitung
um die Gelenkachse, dass unabhängig von der Anordnung der Anschlagseinrichtung diese
immer auf Druck beaufschlagt wird, und das Gelenk eine Versteifungswirkung erfährt,
die ein Ausknicken verhindert.
[0019] Die Komponenten der Anschlagseinrichtung sind dazu vorzugsweise integral mit der
Kupplungseinrichtung und der Schnittstelleneinrichtung ausgebildet.
[0020] Die Anschlagseinrichtung umfasst in einer vorteilhaften Ausbildung mindestens ein
jeweils integral mit der Schnittstelleinrichtung und der Kupplungseinrichtung ausgebildetes
und beim Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung in die horizontale Kupplungsebene
miteinander in Wirkverbindung bringbares Anschlagselement.
[0021] Die integrale Ausbildung der die Anschlageinrichtung ausbildenden Anschlagelemente
an Kupplungseinrichtung und Schnittstelleneinrichtung bietet den Vorteil einer direkten
Integration der Anschlagfunktion in die Bauteile und damit eine besonders einfache
und kostengünstige Ausbildung der Gesamtanordnung. Durch integrale Ausbildung können
insbesondere zusätzliche Bauteile und die erforderlichen Maßnahmen zu deren Befestigung
und Fixierung, welche wiederum bei der Auslegung an den jeweiligen Bereichen an Schnittstelleneinrichtung
und Kupplungseinrichtung zu berücksichtigen sind und neben einer hohe Fertigungsgenauigkeit
zusätzlichen Bearbeitungsaufwand bedingen, vermieden werden.
[0022] Die Anschlagselemente an Schnittstelleneinrichtung und erster Kupplungseinrichtung
sind vorzugsweise derart ausgebildet und angeordnet, geeignet zu sein, beim Verschwenken
der ersten Kupplungseinrichtung in die horizontale Kupplungsebene kraftschlüssig und/oder
formschlüssig miteinander in Wirkverbindung verbracht zu werden. Dies ist insbesondere
auch von der Anordnung und Ausgestaltung der Abschlagselemente abhängig. Besonders
bevorzugt umfassen die Anschlagselemente an der Schnittstelleneinrichtung und der
ersten Kupplungseinrichtung jeweils zumindest eine miteinander in Wirkverbindung bringbare
Anschlagfläche. Dabei sind die Anschlagflächen an Schnittstelleneinrichtung und erster
Kupplungseinrichtung, in der in der horizontale Kupplungsebene befindlichen Lage dieser
betrachtet gegenüber der horizontalen Kupplungsebene in einem Winkel ausgerichtet,
vorzugsweise senkrecht. Durch das Anliegen der Anschlagflächen aneinander wird das
durch die Gewichtskraft der ersten Kupplungseinrichtung um die Schwenkachse bedingte
Moment an der Schnittstelleneinrichtung in der horizontalen Kupplungsebenenlage abgestützt.
[0023] Die Schnittstelleneinrichtung ist von einer entlang einer Längsachse erstreckenden
Zugstange mit einem ersten Endbereich zum zumindest mittelbaren Verbinden mit einem
Wagenkasten und einem, dem ersten Endbereich gegenüberliegenden zweiten Endbereich
zum drehbaren Lagern der ersten Kupplungseinrichtung gebildet. Die erste Kupplungseinrichtung
umfasst in Längsrichtung betrachtet einen ersten Endbereich zum Koppeln mit einer
Gegen-Kupplungseinrichtung und einen zweiten Endbereich zum Lagern an der Schnittstelleneinrichtung.
Die Anschlagselemente sind in den zweiten Endbereichen stoffschlüssig mit diesen Bauteilen
verbunden oder aber integral an diesen aus- oder angeformt. Letztgenannte Möglichkeit
erlaubt die Ausbildung bereits beim Herstellungsprozess und vermeidet aufwendige Zusatzbearbeitungen.
Besonders einfach realisierbar ist dies, wenn zumindest die zweiten Endbereiche von
Schnittstelleneinrichtung und erster Kupplungseinrichtung mit den Abschlagselementen
als Gussteil ausgebildet sind. Besonders bevorzugt umfasst die Schnittstelleneinrichtung
und die erste Kupplungseinrichtung jeweils wenigstens zwei in Richtung der Schwenkachse
betrachtet beabstandet zueinander angeordnete, vorzugsweise beidseitig einer Anbindung
einer weiteren Kupplungseinrichtung an die Schwenkachse und in Einbaulage unterhalb
der Schwenkachse angeordnet Anschlagflächen bildende Anschlagelemente, wobei die Anschlagflächen
an Schnittstelleneinrichtung und erster Kupplungseinrichtung in der in der horizontale
Kupplungsebene befindlichen Lage dieser betrachtet gegenüber der horizontalen Kupplungsebene
senkrecht ausgerichtet sind.
[0024] In einer vorteilhaften Weiterbildung zur Bereitstellung einer besonders kompakten,
wenig störanfälligen Ausbildung mit geringer Bauteilanzahl ist die erfindungsgemäße
Lösung besonders für Ausführungen geeignet, bei welchen die Vorrichtung zum bedarfsweisen
Ein- oder Ausschwenken der ersten Kupplungseinrichtung ein nicht selbsthemmendes Getriebe
mit einer Übersetzung ins Langsame beim Verschwenken der Verbindung zwischen Kupplungseinrichtung
und Schnittstelleneinrichtung umfasst. Die Verwendung eines Getriebes mit Übersetzung
ins Langsame zum Übertragen des Momentes zum Verschwenken, insbesondere die Verwendung
eines hochuntersetzenden Getriebes bietet den Vorteil, dass nur geringe Momente zum
Verschwenken am Eingang des Getriebes eingeleitet werden müssen und der Verschwenkbereich
relativ feinfühlig abfahrbar ist. Damit kann bei manueller Betätigung der Kraftaufwand
geringgehalten werden. Beim Vorsehen entsprechender Hilfs- bzw. Fremdenergie nutzender
Antriebseinrichtungen, wie beispielsweise Elektromotoren oder Hydraulikmotoren, können
diese entsprechend klein dimensioniert werden. Ein weiterer Vorteil besteht in der
Möglichkeit einer schnittstellennahen Anordnung der Vorrichtung und damit sehr kompakten
Bauweise.
[0025] Diese Lösung bietet des Weiteren den Vorteil der Bereitstellung einer Kupplungsanordnung
mit Eignung zum Adaptieren unterschiedlicher Kupplungssysteme durch Herausschwenken
der mindestens ersten Kupplungseinrichtung aus der Kupplungsebene unter Bereitstellung
des erforderlichen Raumes zum Einbringen und Anordnen einer zweiten Kupplungseinrichtung
unterschiedlicher Bauart zur ersten Kupplungseinrichtung in die Kupplungsebene in
sehr kompakter Bauweise hinsichtlich der erforderlichen Vorrichtung zum Ein- und Ausschwenken.
[0026] Im Einzelnen erlaubt die Ausführung ein bedarfsweises Ausschwenken der automatischen
Kupplung aus der Kupplungsebene in eine zu dieser in einem Winkel stehenden Ebene
und das Zurückschwenken in die Kupplungsebene unter Verbleib der automatischen Kupplung
in der Kupplungsanordnung.
[0027] Das Getriebe mit einer Übersetzung ins Langsame, auch als Untersetzungsgetriebe bezeichnet,
weist vorzugsweise eine Übersetzung von mindestens 10, d.h. 10:1, vorzugsweise im
Bereich von 20:1 bis 50:1, besonders bevorzugt im Bereich von 25:1 bis 30:1 auf. Als
Untersetzungsgetriebe finden besonders bevorzugt hochuntersetzende Getriebe mit koaxialer
Anordnung von Eingang und Ausgang Verwendung. Diese sind vorzugsweise als Exzentergetriebe
mit Evolventenverzahnung oder Zykloidgetriebe, wie beispielsweise Cyclo Drive oder
Spannungswellgetriebe bzw. Wellgetriebe, wie beispielsweise Harmonic Drive Getriebe
ausgebildet. Unter einem Zykloidgetriebe wird insbesondere ein Exzentergetriebe verstanden,
bei welchen Kurvenscheiben die Drehmomente wälzend übertragen. Weitere Ausführungen
sind Planetengetriebe, Acbargetriebe und Cyclogetriebe.
[0028] Diese bieten in einer ersten bevorzugten Ausführung mit koaxialer Anordnung zur Schwenkachse
den Vorteil der kompakten Bauweise bei kurzen Übertragungswegen und damit eines unmittelbaren
Anbaus, vorzugsweisen Anflanschens an der Schnittstelleneinrichtung.
[0029] Das Getriebe umfasst dazu einen Eingang und einen, wenigstens mittelbar, vorzugsweise
direkt mit Kupplungseinrichtung oder der Verbindung zwischen der Kupplungseinrichtung
und der Schnittstelleneinrichtung verbundenen Ausgang. Die Vorrichtung zum bedarfsweisen
Ein- oder Ausschwenken der ersten Kupplungseinrichtung umfasst zumindest eine mit
dem Eingang des Getriebes gekoppelte erste Antriebseinrichtung, wobei die erste Antriebseinrichtung
derart ausgelegt und angeordnet ist, ein erstes Antriebs-Moment in das Getriebe einzuleiten,
welches kleiner als das erforderliche Mindest-Antriebsmoment zum Verschwenken der
ersten Kupplungseinrichtung um die Schwenkachse entgegen der Schwerkraftrichtung ist.
Das erste zum Verschwenken der Kupplungseinrichtung an dieser bereitgestellte Antriebsmoment
ist insbesondere unter Berücksichtigung der Übersetzung des Getriebes kleiner als
das zum Verschwenken der Kupplungseinrichtung erforderliche Gesamtmindest-Moment aus
Trägheitsmoment der Kupplungseinrichtung und dem erforderlichen Losbrechmoment zum
Verschwenken. Es bedarf dann nur noch eines Zusatzmomentes, die erste Kupplungseinrichtung
zu verschwenken.
[0030] Vorzugsweise ist die erste Antriebseinrichtung derart ausgelegt und angeordnet, ein
erstes Antriebs-Moment bereitzustellen, welches größer als das Trägheitsmoment der
zu verschwenkenden Kupplungseinrichtung ist, was insbesondere dann von Vorteil ist,
wenn das Zusatzmoment durch Handbetätigung, insbesondere Verschwenken eingebracht
wird.
[0031] In einer vorteilhaften Ausbildung umfasst die erste Antriebseinrichtung wenigstens
ein jeweils mit der Schnittstelleneinrichtung und dem Eingang des Getriebes verbundenes
vorgespanntes Energiespeicherelement, dessen Vorspannung derart bemessen ist, bei
Einleitung eines zumindest dem Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden
Zusatzmomentes in das Getriebe die gespeicherte Energie an das Getriebe, insbesondere
am Eingang zum Verschwenken abzugeben.
[0032] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung dieser Ausbildung ist die erste Antriebseinrichtung
von einer als Drehfeder ausgeführten Triebfeder gebildet, welche mit einem Endbereich
wenigstens mittelbar, vorzugsweise direkt mit der Schnittstelleneinrichtung verbunden
ist und mit dem anderen Endbereich wenigstens mittelbar, vorzugsweise direkt mit dem
Eingang des Getriebes verbunden ist. Vorzugsweise wird die erforderliche Vorspannkraft
aus Sicherheitsgründen auf mindestens zwei Triebfedereinrichtungen aufgeteilt, die
parallel zueinander angeordnet sind. Die gesamte Vorrichtung zum bedarfsweisen Ein-
oder Ausschwenken der ersten Kupplungseinrichtung in oder aus einer durch die Schwenkachse
und einer Senkrechten dazu beschreibbaren horizontalen Kupplungsebene bedarf in diesem
Fall keiner aufwendigen Antriebseinrichtung sondern kommt mit einer einfachen und
durch die Betriebsweise der Kupplungsanordnung verspannbaren Federeinheit aus, welche
in der Betriebsposition der Kupplung diese in der Kupplungsebene hält und erst bei
Einleitung eines Zusatzmomentes unter Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung
auslöst und mit der gespeicherten Energie den Eingang am Getriebe antreibt. Des Weiteren
wird bei späterem Absenken der Kupplungseinrichtung die Triebfeder wieder aufgezogen
und die zum Verschwenken erforderliche Energie wieder selbsttätig in dieser gespeichert.
[0033] Das erforderliche Mindest-Antriebsmoment zum Ausschwenken der ersten Kupplungseinrichtung
entgegen der Schwerkraft setzt sich dabei aus dem von der ersten Antriebseinrichtung,
insbesondere dem Energiespeicherelement, insbesondere der Triebfeder aufbringbaren
Moment und einem Zusatzmoment zusammen. Das von der Triebfeder aufbringbare Moment
und damit die erforderliche Vorspannung wird dabei derart bemessen, dass ein unerwünschtes
Verschwenken unterbleibt. Damit ist dieses kleiner auszulegen als das erforderliche
Gesamtmoment. Das erste über diese Federeinrichtungen aufbringbare Antriebsmoment
ist unter Berücksichtigung der Übersetzung des Getriebes vorzugsweise derart bemessen,
dass dieses wenigstens ein dem Trägheitsmoment der Kupplungseinrichtung entsprechendes
Moment am Ausgang des Getriebes bereitstellt.
[0034] Das das Differenzmoment beschreibbare Zusatzmoment zum Auslösen der Verschwenkung
und Losbrechen der Triebfeder kann in Abhängigkeit der Auslegung der Triebfeder dann
relativ gering gewählt werden. Dazu weist die Vorrichtung zumindest eine weitere Antriebseinrichtung
zur Einleitung eines zumindest dem Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden
Zusatzmomentes in das Getriebe auf.
[0035] Als diese weitere Antriebseinrichtung zur Einleitung eines zumindest dem Differenzmoment
zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden Zusatzmomentes in das Getriebe fungiert
in besonders vorteilhafter Ausbildung ein manuell betätigbarer und mit der Verbindung
von Kupplungseinrichtung und Schnittstelleneinrichtung gekoppelter Hebelarm, welcher
von der Kupplungseinrichtung selbst gebildet ist. D.h. die Kupplungseinrichtung fungiert
als Hebelarm, welcher einfach manuell betätigbar ist. Über diesen wird das erforderliche
Zusatzmoment, welches zumindest dem Differenzmoment zum erforderlichen Gesamtantriebsmoment
entspricht, eingeleitet, welches je nach Auslegung der ersten Antriebseinrichtung
gleich oder kleiner als das erforderliche Losbrechmoment, insbesondere der Verbindung
zwischen Kupplungseinrichtung und Schnittstelleneinrichtung zum Verschwenken der Kupplungseinrichtung
ist.
[0036] Eine derartige Ausbildung der Verschwenkvorrichtung bietet den Vorteil einer sehr
einfach aufgebauten, kompakten und vor Allem frei von zusätzlich erforderlicher Antriebsenergie
Vorrichtung, welche vollkommen autark und mit geringem Kraftaufwand bedienbar ist.
[0037] In einer alternativen Weiterbildung kann die zumindest eine weitere Antriebseinrichtung
zur Einleitung eines zumindest dem Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden
Zusatzmomentes in das Getriebe von einem Elektromotor oder einem manuell betätigbaren
mit Fremdenergie antreibbaren Werkzeug zum Verdrehen des Einganges des Getriebes gebildet
werden.
[0038] In besonders bauraumsparender Ausführung sind Eingang und Ausgang des Getriebes koaxial
zur Schwenkachse angeordnet und auch die erstes Antriebseinrichtung.
[0039] In einer vorteilhaften Ausbildung ist die Schnittstelleneinrichtung von einer entlang
einer Längsachse erstreckende Zugstange gebildet mit einem ersten Endbereich zum zumindest
mittelbaren Verbinden mit einem Wagenkasten und einem, dem ersten Endbereich gegenüberliegenden
zweiten Endbereich zum drehbaren Lagern eines eine horizontale und senkrecht zur Längsachse
ausgerichtete Schwenkachse beschreibenden Gelenkbolzens. Die Kupplungsanordnung umfasst
neben der ersten Kupplungseinrichtung eine weitere zweite Kupplungseinrichtung zum
mechanischen Verbinden mit einer komplementär ausgebildeten Gegen-Kupplungseinrichtung
eines weiteren spurgeführten Fahrzeuges, welche schwenkbar um die Schwenkachse im
zweiten Endbereich der Zugstange gelagert sind, wobei zumindest die erste Kupplungseinrichtung
mitnahmefest mit dem Gelenkbolzen verbunden ist und der Ausgang des mechanischen Getriebes
wenigstens mittelbar, vorzugsweise direkt mit dem Gelenkbolzen verbunden ist.
[0040] Unter mitnahmefest oder drehfest wird insbesondere eine Verbindung zwischen zwei
Bauteilen verstanden, die es bei Bewegung eines der Bauteile ermöglicht, das andere
der Bauteile zwangsweise in der gleichen Art und Weise mitzubewegen. Mitnahmefest
kann dabei durch eine direkte feste Verbindung zwischen zwei Bauteilen erzielt werden
oder aber indirekt über Zwischenbauteile. Die Verbindungen können kraft- oder formschlüssig
ausgebildet sein. Bezüglich der Ausbildung der einzelnen mitnahmefesten Verbindung
zwischen Gelenkbolzen und erster Kupplungseinrichtung besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten.
In vorteilhafter Weise finden formschlüssige Verbindungen Anwendung. Diese können
insbesondere als Paßfeder/Nut-Verbindung oder Ölpressverband ausgeführt sein. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn der Eingang und Ausgang des Getriebes koaxial zur Schwenkachse
angeordnet sind. In diesem Fall ist eine besonders platzsparende Bauweise im Bereich
der Gelenkanordnung von Kupplungseinrichtung und Zugstange möglich. In einer besonders
vorteilhaften Weiterbildung sind die Antriebseinrichtung und der Eingang und Ausgang
des Getriebes koaxial zur Schwenkachse angeordnet. Der Vorteil besteht in einer kompakten
und platzsparenden Bauweise mit kürzesten Übertragungswegen, geringer Bauteilanzahl
und Bereitstellung großer Momente bei geringem Bauraumbedarf.
[0041] In einer ersten Variante können Antriebseinrichtung und Getriebe als separate Komponenten
zusammengefügt werden oder aber in einer vorteilhaften zweiten Variante als vormontierte
Baueinheit vorkonfektioniert gelagert und montiert werden.
[0042] Zum Halten und Fixieren der Lage der ersten Kupplungseinrichtung in der Kupplungsebene
(erste Position) und der ausgeschwenkten Position (zweite Position) ist dieser vorzugsweise
eine Verriegelungseinrichtung zugeordnet, welche die Kupplungseinrichtung in der jeweiligen
Position gegenüber der Zugstange fixiert. Im einfachsten Fall handelt es sich dabei
um sogenannte Verriegelungsbolzen, die mit dem Gelenkbolzen zusammenwirken und Verdrehen
dessen verhindern.
[0043] Die einzelnen Komponenten der Vorrichtung zum bedarfsweisen Ein- und Ausschwenken
der ersten Kupplungseinrichtung - erste Antriebseinrichtung und Getriebe - können
jeweils separat an der Zugstange befestigt bzw. gelagert sein. Gemäß einer besonders
vorteilhaften Ausbildung ist zumindest eine einzelne Komponente- Antriebseinrichtung
und Getriebe mittelbar über eine andere der Komponenten der Vorrichtung an der Zugstange
befestigt bzw. gelagert. Im Fall der indirekten Befestigung bzw. Lagerung wird die
Anzahl der Verbindungselemente erheblich reduziert und die Verbindung zwischen den
einzelnen Komponenten kann einfach und direkt erfolgen.
[0044] Bezüglich der Anordnung der einzelnen Komponenten der Vorrichtung zum bedarfsweisen
Ein- und Ausschwenken besteht eine Mehrzahl von Möglichkeiten. Diese erfolgt vorzugsweise
koaxial zur Schwenkachse und in Richtung dieser betrachtet nebeneinander, wobei die
Anordnung einseitig, d.h. einer Seite der Zugstange zugeordnet und damit einem Endbereich
des Gelenkbolzens oder beidseitig der Zugstange und damit den beiden Enden des Gelenkbolzens
zugeordnet erfolgen kann. Entscheidend ist, dass funktional das Getriebe zwischen
erster Antriebseinrichtung und Gelenkbolzen angeordnet ist.
[0045] Die nur einseitige Anordnung bietet den Vorteil vormontierte Baugruppen bereitstellen
zu können, die lediglich noch mit dem Gelenkbolzen und der Zugstange zu verbinden
sind. Die beidseitige Anordnung von Komponenten bietet den Vorteil einer räumlich
um die Zugstange kompakten Bauweise sowie die Möglichkeit der Ausgestaltung einer
Betätigung von beiden Seiten der Zugstange und damit beiden Seiten der diese tragenden
Wagen.
[0046] Räumlich kann die Anordnung zumindest des Getriebes und vorzugsweise zusätzlich der
Federeinrichtung in Längsrichtung der Schwenkachse betrachtet zwischen Antriebseinrichtung
und zweitem Endbereich der Zugstange beliebig erfolgen.
[0047] Die Kupplungsanordnung umfasst vorzugsweise mindestens eine weitere zweite Kupplungseinrichtung,
welche zur ersten Kupplungseinrichtung verschieden ausgebildet ist. Die zweite Kupplungseinrichtung
differiert dabei nach Kupplungsart oder Dimensionierung von der ersten Kupplungseinrichtung.
Die zweite Kupplungseinrichtung ist vorzugsweise an der im zweiten Endbereich der
Zugstange vorgesehenen Gelenkanordnung in Umfangsrichtung um die Schwenkachse betrachtet
in einem Winkel zur ersten Kupplungseinrichtung angelenkt oder an der Gelenkanordnung
um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar gelagert. Durch das Vorsehen der weiteren
zweiten Kupplungseinrichtung in der Kupplungsanordnung steht diese jederzeit zur Verfügung
und kann über die Vorrichtung in die entsprechende Position - in die Kupplungsebene
oder einer Position außerhalb der Kupplungsebene - verbracht werden. Ein aufwendiges
manuelles Rüsten kann entfallen.
[0048] Bei mitnahmefester Anlenkung bzw. Verbindung der weiteren zweiten Kupplungseinrichtung
an der im zweiten Endbereich der Zugstange vorgesehenen Gelenkanordnung in einem Winkel
zur ersten Kupplungseinrichtung setzt sich dabei das Mindest-Antriebsmoment zum Verschwenken
der ersten Kupplungseinrichtung aus der Kupplungsebene unter Mitnahme der zweiten
Kupplungseinrichtung durch die Summe aus den Trägheitsmomenten der beiden Kupplungseinrichtungen
und dem erforderlichen Losbrechmoment, insbesondere in der Lagerung zur Schnittstelleneinrichtung
zusammen. Dies ist bei der Auslegung der ersten Antriebseinrichtung mit zu beachten.
[0049] Gemäß einer vorteilhaften Realisierung der erfindungsgemäßen Kupplungsanordnung ist
vorgesehen, dass die erste Kupplungseinrichtung eine automatische Kupplung, insbesondere
eine Kupplung vom Typ Scharfenberg
™ ist und die weitere zweite Kupplungseinrichtung als Schraubenkupplung ausgeführt
ist. Die erste Kupplungseinrichtung ist dabei insbesondere durch einen Kupplungskopf
und Kupplungselemente mit einem Trichter-/Kegelprofil sowie einen im Kupplungskopf
angeordneten und beim Kuppeln mit einer Gegen-Kupplung zusammenwirkenden Kuppelverschluss
charakterisiert. Der dem Kupplungskopf zugeordnete Kuppelverschluss ist insbesondere
kompatibel zu einem Kupplungskopf in Trichter-/Kegelbauweise, wie beispielsweise vom
Typ 10, Typ 35, Typ 330, Typ 430, Typ 55 oder Typ 140 ausgeführt. Derartige Kombinationen
sind insbesondere für den Einsatz im Fracht- und Güterverkehr bei der Zusammenstellung
von Wagenreihungen von Vorteil.
[0050] In einer alternativen Ausbildung kann die erste Kupplungseinrichtung auch mit wechselbaren
Kupplungskopf ausgebildet sein. In diesem Zusammenhang bietet es sich insbesondere
an, dass die Gelenkanordnung der Zugstange eine um eine horizontale Achse verschwenkbaren
ersten Gelenkarm bzw. mitnahmefest mit dem Gelenkbolzen verbundenen Kupplungsschaftbereich
aufweist, an welchem ein Kupplungskopf einer automatischen Kupplung vorzugsweise lösbar
und/oder austauschbar befestigt oder befestigbar ist. Hierzu weist der mit dem Gelenkbolzen
verbundene Schaftbereich einen Schnittstellenbereich auf, über den ein Kupplungskopf
einer automatischen Kupplung austauschbar mit diesem befestigbar ist.
[0051] Denkbar in diesem Zusammenhang wäre es beispielsweise, wenn der Schnittstellenbereich
mindestens eine Schalenmuffenanordnung aufweist. Der Schnittstellenbereich dient grundsätzlich
dazu, lösbar den mitnahmefest mit dem Gelenkbolzen verbundenen Schaftbereich einer
ersten Kupplungseinrichtung mit einem Kupplungskopf, insbesondere Kupplungskopf einer
automatischen Kupplung mechanisch zu verbinden.
[0052] Insbesondere ist auf diese Weise ein modularer Aufbau der Kupplungsanordnung bestehend
im Wesentlichen aus der Zugstange und einem getrennt hiervon ausgebildeten Kupplungskopf
einer ersten Kupplungseinrichtung realisierbar. Da über den Schnittstellenbereich
unterschiedliche Kupplungsköpfe zur Ausbildung der ersten Kupplungseinrichtung eingesetzt
werden können, eignet sich die Kupplungsanordnung in diesem Fall zum Kuppeln mit einer
Vielzahl von Kupplungen unterschiedlicher Bauart, bzw. unterschiedlichen Typs, wobei
insbesondere kein Wechsel oder Austausch der Kupplungsanordnung von dem Zughaken des
Rangierfahrzeuges erforderlich ist sondern lediglich zwei Systeme an der Kupplungsanordnung
vorzuhalten ist, wobei eine der Kupplungseinrichtungen hinsichtlich des austauschbaren
Kupplungskopfes variabel definierbar ist. Mit der erfindungsgemäßen Lösung können
somit insbesondere unterschiedliche Rangieraufgaben erfüllt werden, so dass es sich
hierbei insgesamt und ein äußerst flexibel einsetzbares System handelt.
[0053] Für die Gestaltung des Schnittstellenbereiches kommen unterschiedliche Ausführungsformen
in Frage. Insbesondere bietet es sich hierbei an, dass der Schnittstellenbereich mindestens
eine Schalenmuffenanordnung aufweist. Alternativ oder zusätzlich hierzu kann der Schnittstellenbereich
aber auch mindestens eine Steckbolzenanordnung mit mindestens einem Absteckbolzen
aufweisen.
[0054] In Hinblick auf die Crashsicherheit ist es des Weiteren grundsätzlich von Vorteil,
wenn in der Zugstange der Hybridkupplung ein Energieverzehr- und/oder Dämpfungselement
integriert ist zum Abdämpfen von im Fahrbetrieb über die Zugstange übertragenen Zug-
und/oder Druckkräften. Das Energieverzehr und/oder Dämpfungselement ist vorzugsweise
regenerativ, beispielsweise in Gestalt einer Federeinrichtung bzw. eines Federpaketes
ausgebildet. Selbstverständlich ist es aber auch denkbar, destruktiv ausgebildete
Verzehrelemente zu verwenden, oder eine Kombination aus destruktiven und regenerativen
Bauteilen.
[0055] Nachfolgend werden exemplarische Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Zugstange
bzw. Übergangskupplung anhand der beiliegenden Zeichnungen näher beschrieben.
[0056] Die erfindungsgemäße Lösung wird nachfolgend anhand von Figuren erläutert.
- Figuren 1a und 1b
- zeigen beispielhaft ein Kinematikschema der erfindungsgemäßen Kupplungsanordnung;
- Figuren 2a und 2b
- zeigen in einer Schnittdarstellung durch die Gelenkebene vorteilhafte Anordnungs-
und Anbindungsmöglichkeiten der Grundkonfiguration aus erster Antriebseinrichtung
und Getriebe gemäß einer Ausführung aus Figur 1a;
- Figur 3
- zeigt beispielhaft den Aufbau eines vorteilhaft einsetzbaren Zykloidgetriebes;
- Figuren 4a und 4b
- eine besonders vorteilhafte Ausbildung einer Hybridkupplung in unterschiedlichen Funktionsstellungen;
- Figur 5
- zeigt beispielhaft eine vorteilhafte Ausbildung der Hochschwenkeinrichtung in einer
Schnittdarstellung durch die Gelenkachse.
- Figuren 6a und 6b
- zeigen anhand eines Ausschnittes aus dem Verbindungsbereich zwischen Schnittstelleinrichtung
und Kupplungseinrichtung eine vorteilhafte Ausbildung einer Anschlageinrichtung in
unterschiedlichen Funktionsstellungen;
- Figuren 7a und 7b
- zeigen eine grundlegende erfindungsgemäße Einleitung der resultierenden Kraft an der
ersten Kupplungseinrichtung anhand einer schematisiert vereinfachten Funktionsdarstellung
einer Hybridkupplung.
[0057] Die Figuren 6a und 6b verdeutlicht einen Ausschnitt aus einer Kupplungsanordnung
100 in Form einer Hybridkupplungsanordnung. Diese umfasst eine Schnittstelleneinrichtung
50 zum zumindest mittelbaren Verbinden mit einem spurgebundenen Fahrzeug und zumindest
eine an der Schnittstelleneinrichtung 50 um eine horizontale geometrische Achse A
schwenkbar gelagerte erste Kupplungseinrichtung 20 in Form einer automatischen Kupplung
21 zum mechanischen Verbinden mit einer komplementär ausgebildeten Gegen-Kupplungseinrichtung
eines weiteren spurgeführten Fahrzeuges. Die Kupplungsanordnung 100 umfasst ferner
eine hier nur angedeutete Vorrichtung 6 zum bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken zumindest
der ersten Kupplungseinrichtung 20 in oder aus einer durch die Schwenkachse A bzw.
GA und einer Senkrechten dazu beschreibbaren horizontalen Kupplungsebene KE. Figur
6a verdeutlicht den aus der horizontalen Kupplungsebene ausgeschwenkten Zustand der
ersten Kupplungseinrichtung 20, die Figur 6b den eingeschwenkten Zustand in der Kupplungsebene
KE.
[0058] Desweiteren ist eine Anschlagseinrichtung 60 zur Begrenzung der Schwenkbewegung der
ersten Kupplungseinrichtung 20 gegenüber der Schnittstelleneinrichtung 50 vorgesehen.
Die Anschlagseinrichtung 60 umfasst dazu mindestens jeweils ein integral mit der Schnittstelleinrichtung
50 und der Kupplungseinrichtung 20 ausgebildetes und beim Verschwenken der ersten
Kupplungseinrichtung 20 in die horizontale Kupplungsebene KE miteinander in Wirkverbindung
bringbares Abschlagselement. Die Anschlagselemente sind integral mit Schnittstelleneinrichtung
50 und Kupplungseinrichtung 20 ausgebildet. Dazu sind die miteinander gekoppelten
Endbereiche von Schnittstelleneinrichtung 50 und erster Kupplungseinrichtung 20 mit
den Anschlagselementen als Gussteil ausgebildet. Im dargestellten Fall umfassen die
Schnittstelleneinrichtung 50 und die erste Kupplungseinrichtung 20 jeweils wenigstens
zwei in Richtung der Schwenkachse GA betrachtet beabstandet zueinander angeordnete
und in Einbaulage vorzugsweise unterhalb der Schwenkachse angeordnete und Anschlagflächen
61 bzw. 62 bildende Anschlagelemente, wobei die Anschlagflächen 62 an Schnittstelleneinrichtung
50 und 61 an erster Kupplungseinrichtung 20 in der in der horizontale Kupplungsebene
KE befindlichen Lage dieser betrachtet zur horizontalen Kupplungsebene senkrecht ausgerichtet
sind. Die Figuren 7a und 7b verdeutlichen für eine derartige Hybridkupplungsanordnung
den Kraftverlauf bei erfindungsgemäßer Einleitung der resultierenden Kraft über die
erste Kupplungseinrichtung 20 und die Schnittstelleneinrichtung 50 zum zumindest mittelbaren
Verbinden mit einem spurgebundenen Fahrzeug, wie diese beim Zusammenwirken der ersten
Kupplungseinrichtung mit einer komplementär ausgebildeten Gegen-Kupplungseinrichtung
eines weiteren spurgeführten Fahrzeuges erfolgt. Erkennbar sind die Lage der Gelenkachse
GA, die Kraftwirkungslinie in der Schnittstelleneinrichtung 50 sowie die Anschlagseinrichtung
60 und der ersten Kupplungseinrichtung 20 in der horizontalen Kupplungsebene. Bei
Stoßbelastung führt das um die Gelenkachse GA wirksame Moment zu einer Druckbeaufschlagung
der Anschlagseinrichtung und einer Versteifung des Gelenkes der Gelenkanordnung zur
Lagerung der ersten Kupplungseinrichtung 20 an der Schnittstelleneinrichtung 50. Gemäß
Figur 7a erfolgt die Krafteinleitung oberhalb der Gelenkachse, gemäß Figur 7b unterhalb
vorzugsweise in einem Bereich zwischen 1mm und 100 mm, besonders bevorzugt 10mm und
50mm. Mit anderen Worten, die Gelenkachse GA ist gegenüber der Kraftverlaufslinie
durch erste Kupplungseinrichtung und Schnittstelleneinrichtung, insbesondere Herzstückebene
und Mittenebene Energieverzehr bzw. der horizontalen Kupplungsebene versetzt angeordnet.
[0059] Diese Lösung ist in besonders vorteilhafter Ausbildung für eine Kupplungsanordnung,
wie in den Figuren 1 bis 5 beschrieben einsetzbar.
[0060] Figur 1a zeigt in schematisiert stark vereinfachter Darstellung den Grundaufbau einer
besonders vorteilhaften Ausführung einer Kupplungsanordnung 100 in Form einer Hybridkupplungsanordnung,
welche mit einer erfindungsgemäßen Anschlagseinrichtung 60, wie in der Figur 6a und
6b wiedergegeben, ausgebildet sein kann. Diese ist in den nachfolgenden Figure 2 bis
5 nicht dargestellt. Diese umfasst eine Schnittstelleneinrichtung 50 zum zumindest
mittelbaren Verbinden mit einem spurgebundenen Fahrzeug. Die Schnittstelleneinrichtung
50 kann beispielsweise als Zugstange 1 ausgebildet sein. Die Kupplungsanordnung 100
umfasst zumindest eine an der Schnittstelleneinrichtung 50 um eine horizontale geometrische
Achse A schwenkbar gelagerte erste Kupplungseinrichtung 20 in Form einer automatischen
Kupplung 21. Ferner ist eine zweite Kupplungseinrichtung 30 vorgesehen, welche ebenfalls
schwenkbar um die geometrische Achse A gelagert ist. Die beiden Kupplungseinrichtungen
20, 30 sind verschiedenartig ausgebildet. Insbesondere beim Einsatz im Güterverkehr
ist die erste Kupplungseinrichtung 20 vorzugsweise als Kupplung vom Typ Scharfenberg
™ ausgebildet. Diese ist durch ein Kupplungsprofil in Form von Trichter und Kegel charakterisiert
und weist einen Kupplungsverschluss mit einem Herzstück und Kuppelöse auf, welche
zum Kuppeln mit einer baugleichen Gegenkupplungseinrichtung mit dem Kupplungsverschluss
dieser in Wirkverbindung verbringbar ist. Die zweite Kupplungseinrichtung 30 ist beispielsweise
als Schraubenkupplung ausgebildet. Andere Ausbildungen sind denkbar.
[0061] Die Schnittstelleneinrichtung 50, insbesondere die Zugstange 1 ist durch eine Erstreckung
entlang einer Längsachse L charakterisiert, welche im Einbauzustand an einem schienengebundenen
Fahrzeug mit dessen Längsrichtung zusammenfällt. Die horizontale geometrische Achse
A ist senkrecht zur Längsachse L ausgerichtet.
[0062] Die Zugstange 1 weist einen ersten, in Einbaulage betrachtet wagenkastenseitigen
Endbereich 2 auf, über den die Zugstange 1 mit einem Wagenkasten, insbesondere einem
Wagenkasten eines Fracht- oder Rangierfahrzeuges oder dessen Untergestell vorzugsweise
lösbar verbindbar ist. Die Verbindung kann direkt oder über weitere zwischengeordnete
Übertragungselemente erfolgen. Die direkte Verbindung erfolgt beispielsweise über
ein Gelenklager. Darüber hinaus weist die Zugstange 1 einen, dem ersten Endbereich
2 gegenüberliegenden zweiten Endbereich 3 auf. An diesem zweiten Endbereich 3 ist
eine Gelenkanordnung 4 vorgesehen, um bedarfsweise die erste Kupplungseinrichtung
20, insbesondere eine, einen Kupplungskopf 22 aufweisende automatischen Kupplung 21
in eine horizontale Kupplungsebene KE einschwenken und aus dieser ausschwenken zu
können. Diese Kupplungsebene KE ist durch die Längsachse L und die Achse A beschreibbar.
[0063] Die Gelenkanordnung 4 umfasst zumindest einen in Einbaulage der Kupplungsanordnung
100 am Fahrzeug betrachtet horizontalen Gelenkbolzen 5, welcher in einem, Durchgangsöffnungen
aufweisenden Aufnahmebereich 7 des Endbereiches 3 der Zugstange 1 drehbar gelagert
ist. Der Endbereich 3 der Zugstange 1 ist dazu gabelartig ausgebildet. Das Verschwenken
erfolgt um die horizontale Achse A, welche der Achse des Gelenkbolzens 5 entspricht
und damit der Schwenkachse GA der Gelenkanordnung 4. Die horizontale Kupplungsebene
KE ist dann durch die Längsachse L der Zugstange 1 und einer Senkrechten dazu in horizontaler
Richtung in Einbaulage am Schienenfahrzeug betrachtet, insbesondere der Schwenkachse
GA des Gelenkbolzens 5 beschreibbar.
[0064] Die erste Kupplungseinrichtung 20 ist mitnahmefest mit dem Gelenkbolzen 5 der Gelenkanordnung
4 verbunden. Dies kann durch integrale Ausführung der Kupplungseinrichtung 20 mit
dem Gelenkbolzen 5 erfolgen oder aber vorzugsweise eine lösbare Verbindung mit diesem.
Die mitnahmefeste Verbindung kann kraft- oder formschlüssig ausgebildet sein. Beispielsweise
denkbar sind Nut/Feder-Verbindungen.
[0065] Figur 1a zeigt die erste Kupplungseinrichtung 20 in der horizontalen Kupplungsebene
KE. Die Position in dieser ist mit I-20 bezeichnet. Um diese aus dieser heraus oder
in diese hinein entsprechend der durch Doppelpfeil vorgegebenen Richtung schwenken
zu können, ist eine Vorrichtung 6 zum bedarfsweisen Ein- und Ausschwenken der ersten
Kupplungseinrichtung 20 vorgesehen. Die Vorrichtung 6 ist an der Zugstange 1 befestigt,
vorzugsweise direkt und umfasst zumindest ein mechanisches Getriebe 13 mit einem Gehäuse
8, dessen Eingang 14 mit einer ersten Antriebseinrichtung 12 zum Aufbringen eines
ersten Antriebs-Drehmomentes verbunden oder verbindbar ist und dessen Ausgang 15 mit
dem Gelenkbolzen 5 zum Aufbringen eines Drehmomentes an diesem gekoppelt ist. Gemäß
der ersten besonders vorteilhaften Ausbildung sind der Eingang 14 und der Ausgang
15 sowie die Schwenkachse GA koaxial zueinander angeordnet. Die erste Antriebseinrichtung
12 derart ausgelegt und angeordnet ist, ein erstes Antriebs-Moment in das Getriebe
13 einzuleiten, welches kleiner als das erforderliche Mindest-Antriebsmoment zum Verschwenken
der ersten Kupplungseinrichtung 20 um die Schwenkachse entgegen der Schwerkraftrichtung
ist. Erfindungsgemäß ist die erste Antriebseinrichtung 12 als ein jeweils mit der
Schnittstelleneinrichtung 50 und dem Eingang 14 des Getriebes 13 verbundenes vorgespanntes
Energiespeicherelement ausgebildet, dessen Vorspannung derart bemessen ist, bei Einleitung
eines zumindest dem Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden Zusatzmomentes
in das Getriebe 13 auszulösen und die gespeicherte Energie unter Verschwenken der
ersten Kupplungseinrichtung 20 abzugeben. Die erste Antriebseinrichtung 12 wird dabei
vorzugsweise von einer als Drehfeder ausgeführten Triebfeder 41 gebildet, welche mit
einem Endbereich wenigstens mittelbar, vorzugsweise direkt mit der Schnittstelleneinrichtung
50 verbunden ist und mit dem anderen Endbereich wenigstens mittelbar, vorzugsweise
direkt mit dem Eingang 14 des Getriebes 13 verbunden ist.
[0066] Wie in der Figur 1b schematisiert, vereinfacht wiedergegeben wird über die erste
Antriebseinrichtung 12 ein erstes Antriebs-Moment M1 in das Getriebe 13 eingeleitet.
Diese reicht jedoch nicht aus, die Kupplungseinrichtung 20 auszuschwenken. Die Triebfeder
41 ist dabei in der vorgespannten Stellung. Erst bei Einleitung eines Zusatzmomentes
M2, welches gleich oder größer als das Differenzmoment zum Erreichen des erforderlichen
Mindestantriebsmomentes zum Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung 20 ist, wird
die Kupplungseinrichtung 20 in die Position II-20 verschwenkt. Das Zusatzmoment M2
wird dabei in vorteilhafter Weise direkt an der Kupplungseinrichtung 20 eingeleitet,
indem diese als Hebelarm und somit quasi als Betätigungsvorrichtung fungiert. Die
erforderliche Kraft, welche am Kupplungskopf eingeleitet wird, kann aufgrund des Hebelarmes
relativ geringgehalten werden.
[0067] Die Triebfeder 41 stellt dabei mit ihrem Moment sicher, dass in allen Positionen
zwischen der ersten und zweiten Stellung die Kupplungseinrichtung 20 beim Ausschwenken
sicher gehalten wird. Beim Zurückschwenken wird die Triebfeder 41 wieder gespannt.
[0068] Die Triebfeder 41 zum Aufbringen eines Drehmomentes ist vorzugsweise an der Zugstange
1 angeordnet und mit dem Getriebe 13 verbunden, wobei die Verbindung zwar lösbar erfolgt,
jedoch eine Abnahme von der Zugstange 1 nicht vorgesehen ist. D.h. die Kupplungsanordnung
100 ist dadurch charakterisiert, dass die Vorrichtung 6 aus Antriebseinrichtung 12,
insbesondere Triebfeder 41 und Getriebe 13 permanent an der Zugstange 1 angeordnet
ist, wobei Getriebe 13 und Antriebseinrichtung 12, insbesondere Triebfeder 41 entweder
jeweils für sich an der Zugstange 1 befestigt sind oder aber eine der beiden Komponenten
an der jeweils anderen Komponente gelagert wird und die jeweils andere Komponente
dann an der Zugstange 1 befestigt ist.
[0069] Das Getriebe 13 ist in Kraftflussrichtung vom Eingang 14 zum Ausgang 15 betrachtet
als mechanisches Untersetzungsgetriebe ausgeführt. Bezüglich der Ausbildung des Getriebes
13 selbst besteht eine Mehrzahl von Möglichkeiten, wobei das gemäß Figur 1a ausgebildete
Getriebe durch eine koaxiale Anordnung von Eingang 14 und Ausgang 15 charakterisiert
ist und damit eine besonders bauraumsparende Zuordnung ermöglicht. Dieses ist in einer
besonders vorteilhaften Ausbildung, wie in der Figur 3 in Explosionsdarstellung wiedergegeben,
als Zykloidgetriebe 10 ausgeführt, bei welchem Kurvenscheiben das Drehmoment wälzend
übertragen. Dieses umfasst eine als Eingang 14 fungierende Antriebs- bzw. Exzenterwelle,
welche mit der Antriebseinrichtung 12, insbesondere Triebfeder 41 entweder verbindbar
oder aber vorzugsweise verbunden ist und eine als Ausgang 15 fungierende Abtriebswelle.
Des Weiteren sind im dargestellten Fall zwei Kurvenscheiben 25, 26, eine um die Antriebswelle
ringförmig angeordnete feststehende Bolzen 27 tragende Ringscheibe 23 sowie eine Rollenscheibe
24 vorgesehen. Die Antriebswelle treibt die Kurvenscheibe 25 an. Die über die Ringscheibe
23 feststehend angeordneten Bolzen 27 wirken dabei mit der Außenkontur der Kurvenscheibe
25 zusammen, so dass aufgrund der exzentrischen Bewegung die Kurvenscheibe 25 um diese
Bolzen 27 getrieben wird und dadurch um ihre Symmetrieachse rotiert. Dies gilt auch
für die nachgeordnete und über erste Rollen 28 mit der ersten Kurvenscheibe 25 gekoppelte
zweite Kurvenscheibe 26. In den Kurvenscheiben 25, 26 sind Löcher angebracht, die
entgegengesetzt zur Antriebswelle rotieren. In diese Löcher greifen die Rollen 28
der dahinterliegenden Kurvenscheibe 26 und einer hinter dieser angeordneten Rollenscheibe
24. Die Kurvenscheibe 26 treibt auf diese Weise die Rollenscheibe 24 an, an der auch
die den Ausgang 15 bildende Abtriebswelle angebracht ist, welche koaxial zur den Eingang
14 bildenden Antriebswelle sitzt. Andere Ausbildungen des Getriebes 13 sind denkbar.
[0070] Die in der Figur 1a dargestellte zweite Kupplungseinrichtung 30 ist in der aus der
Kupplungsebene KE ausgeschwenkten Lage, vorzugsweise der in der Einbausituation dann
vorliegenden Endlage I-30 dargestellt. Auch diese ist um die Schwenkachse GA schwenkbar
gelagert. Dabei kann die Verschwenkbarkeit entweder frei von einer Zwangskopplung
mit der Verschwenkbewegung der ersten Kupplungseinrichtung 20 erfolgen oder aber zwangsgekoppelt
mit dieser. Im letztgenannten und hier nur mittels unterbrochener Linie angedeuteten
Fall ist die zweite Kupplungseinrichtung 30 ebenfalls mitnahmefest mit dem Gelenkbolzen
5 verbunden, wobei die Verbindung derart erfolgt, dass die zweite Kupplungseinrichtung
30 in der in die Kupplungsebene KE eingeschwenkte Position der ersten Kupplungseinrichtung
20 aus dieser Kupplungsebene KE herausgeschwenkt ist und beim Ausschwenken der ersten
Kupplungseinrichtung 20 aus der Kupplungsebene KE ein Verschwenken um den gleichen
Schwenkwinkel wie diese aufgrund der Verbindung zwischen beiden Kupplungseinrichtungen
20, 30 erfährt. Dies ist vorzugsweise immer dann der Fall, wenn die zweite Kupplungseinrichtung
30 ebenfalls von einer automatischen Kupplungseinrichtung, insbesondere von einer
Willision-Kupplung; SA3-Kupplung oder AAR-Kupplung oder einer durch eine andere Auslegung
und Ausbildung charakterisierte Kupplungseinrichtung vom Typ Scharfenberg
™ handelt. Allerdings ist bei dieser Ausführung das erforderliche Mindestmoment zum
Ausschwenken der Kupplungseinrichtung 20 aufgrund der zwangsweisen Mitnahme der zweiten
Kupplungseinrichtung größer und bei der Auslegung der Triebfeder 41 mit zu beachten.
[0071] Ist die zweite Kupplungseinrichtung 30 als Schraubenkupplung ausgebildet, erfolgt
das Verschwenken beim Ankuppeln an eine Gegen-Kupplungseinrichtung durch manuelle
Betätigung, insbesondere Anheben und Verschwenken um die Schwenkachse GA.
[0072] Die in der Figur 1a und 1b dargestellte Ausführung stellt eine besonders kompakte
Ausbildung und Anordnung einer Vorrichtung 6 aus Antriebseinrichtung 6 und Getriebe
13 dar. Die gesamte Vorrichtung 6 ist in diesem Fall koaxial zur Schwenkachse GA angeordnet.
[0073] Die Vorrichtung 6 mit Antriebseinrichtung 12, insbesondere Triebfeder 41 und Getriebe
13 kann als vormontierte Baueinheit oder aber aus Einzelkomponenten erst beim Anbau
an die Zugstange 1 gebildet werden. Die Anordnung von Antriebseinrichtung 12, insbesondere
Triebfeder 41 und Getriebe 13 kann einseitig dem Endbereich 3 oder aber beidseitig
des Endbereiches 3 in einer Ansicht auf eine Ebene, die durch die Schwenkachse GA
und eine Senkrechte dazu in vertikaler Richtung beschreibbar ist, erfolgen und damit
entweder nur einem Endbereich 5.1 oder 5.2 des Gelenkbolzens 5 oder beiden Endbereichen
5.1 und 5.2 zugeordnet.
[0074] Die Figuren 2a und 2b zeigen beispielhaft anhand einer Schnittdarstellung durch den
Gelenkbolzen 5 in einer Ansicht auf die Frontseite der Kupplungsanordnung 100 mögliche
Anordnungen und Kopplungen zwischen den einzelnen Komponenten der Vorrichtung 6 zum
bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken zumindest der ersten Kupplungseinrichtung 20,
vorzugsweise auch der zweiten Kupplungseinrichtung 30. Dargestellt ist jeweils die
Minimalkonfiguration aus Getriebe 13 und Antriebseinrichtung 12, insbesondere Triebfeder
41 sowie der Endbereich 3 der Zugstange 1 und der mitnahmefest mit dem Gelenkbolzen
5 verbundene Endbereich 8 der ersten Kupplungseinrichtung 20. Der Endbereich 3 der
Zugstange 1 ist gabelartig ausgebildet. Der Gelenkbolzen 5 erstreckt sich durch den
Aufnahmebereich 7 in den beiden sich von der Zugstange 1 beidseitig zur Längsachse
L erstreckenden Gabelteilen. Die Figuren 2a bis 2c verdeutlichen dabei Ausführungen
mit Vorrichtungen 6 zum bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken zumindest der ersten
Kupplungseinrichtung 20 mit an der Zugstange 1 vorinstallierten Antriebseinrichtungen
12, insbesondere Triebfedern 41.
[0075] Figur 2a zeigt eine Ausbildung mit Anordnung der Vorrichtung 6 bezogen auf eine senkrecht
zur aus Längsachse L und Schwenkachse GA gebildeten Kupplungsebene KE ausgerichtete
Ebene SKE auf einer Seite des gabelartigen Endbereiches 3 und damit nur einem Endbereich
5.1 des Gelenkbolzens 5 zugeordnet. Antriebseinrichtung 12 und Getriebe 13 sind koaxial
und koaxial zum Gelenkbolzen 5 angeordnet. Das Getriebe 13 ist mit seinem Gehäuse
vorzugsweise am Endbereich 3 der Zugstange 1 befestigt und die Antriebseinrichtung
von diesem mitgetragen. Der Gelenkbolzen 5 kann als Vollprofilelement ausgebildet
sein. Der Eingang 14 des Getriebes 13 ist mit der Antriebseinrichtung 12 verbunden,
der Ausgang direkt mit dem aus dem gabelartigen Endbereich 3 herausragenden Gelenkbolzenenden.
[0076] Figur 2b zeigt eine Ausbildung mit Anordnung von Antriebseinrichtung 12, insbesondere
Triebfeder 41 und Getriebe 13 an den in Richtung der Schwenkachse GA betrachtet einander
gegenüberliegenden Endbereichen 5.1, 5.2 des Gelenkbolzens 5. Dazu ist der Gelenkbolzen
5 mit einer Hohlbohrung 5.3 versehen, welche eine Verbindung zwischen Antriebseinrichtung
12, insbesondere Triebfeder 41 und Eingang 14 des Getriebes 13 über ein durch die
geführtes Verbindungselement 18 ermöglicht. Die Antriebseinrichtung 12 wirkt dabei
direkt auf das Verbindungselement 18 und ist über dieses mit dem Eingang 14 des Getriebes
13 verbunden. Der Ausgang 15 des Getriebes 13 ist mit dem Gelenkbolzen 5 verbunden.
Vorzugsweise ist das Gehäuse 8 des Getriebes 13 mit der Zugstange 1, insbesondere
im gabelartigen Endbereich 3 verbunden. Das Verbindungselement 18 und die Antriebseinrichtung
12, insbesondere Triebfeder 41 können sich dabei über das Getriebe 13, insbesondere
das Gehäuse 8 an der Zugstange 1 abstützen. Ebenfalls möglich ist die Befestigung
der Antriebseinrichtung direkt an der Zugstange 1.
[0077] Die Figuren 4a und 4b zeigen für eine Ausbildung einer besonders vorteilhaften ersten
Ausführung gemäß Figur 1a die verschiedenen Funktionsstellungen I, II und III beim
Verschwenken der Kupplungseinrichtungen 20, 30 einer Kupplungsanordnung 100. Die Kupplungseinrichtung
20 ist als automatische Kupplung 21 vom Typ Scharfenberg
™ zum mechanischen Verbinden mit einer komplementären Gegen-Kupplungseinrichtung ausgebildet
und die zweite Kupplungseinrichtung 30 als Schraubenkupplung. Im Einzelnen weist die
automatische Kupplung 21 einen Kupplungskopf 22 und einen sich daran anschließenden
integral mit diesem ausgebildeten oder lösbar verbundenen Schaftbereich 31 auf, wobei
die Kupplungseinrichtung 20 im Schaftbereich 31 mitnahmefest mit dem Gelenkbolzen
5 verbunden ist. Der Kupplungskopf 22 weist ein Kupplungskopfgehäuse 22.1 sowie Kuppelelemente
22.2, 22.3 in Form eines vorstehenden Trichters und eines Kegels sowie einen nicht
dargestellten im Gehäuse aufgenommenen Kuppelverschluss umfasst, die beim Kuppeln
mit einer komplementären Gegen-Kupplungseinrichtung unter Herstellung der mechanischen
Verbindung zusammenwirken. Der Kuppelverschluss ist als Drehverschluss ausgeführt,
mit dem Herzstück, an welchem eine Kuppelöse verdrehbar um eine Kuppelösenachse angeschlossen
ist. Bei dem Kupplungsverschluss kann es sich um einen Ein- oder Zweistellungsverschluss
handeln. Das Herzstück kann dabei beispielsweise drehbar um eine Hauptachse gelagert
sein, wozu dieses auf einem Hauptbolzen gelagert und drehfest an diesem angeschlossen
ist. Die Kuppelöse weist ein erstes Ende 5 auf, an welchem sie drehbar an dem Herzstück
angeschlossen ist, sowie ein entgegengesetztes zweites Ende, das in ein Maul des Herzstücks
eines gegengleichen Kupplungskopfes eingespannt werden kann, um die beiden Kupplungsköpfe
mechanisch aneinander zu verriegeln.
[0078] Die zweite Kupplungseinrichtung 30 ist hier als Schraubenkupplung 32 ausgebildet,
mit welcher zwei Schienenfahrzeuge, umfassend jeweils eine Zugstange 1, in deren Endbereichen
3 aneinander gekuppelt werden können. Die Schraubenkupplung 32 weist eine Gewindestange
33 auf, an deren beiden axialen Enden jeweils ein Kuppelelement 34 und 35 vorgesehen,
vorzugsweise aufgeschraubt ist. Jedes Kuppelelement 33, 34 weist dazu einen Schraubkörper
auf, der ein Innengewinde umfasst, das auf das Außengewinde der Gewindestange 33 aufgeschraubt
ist. Am Schraubkörper ist jeweils eine Kuppelöse gelenkig angeschlossen, die über
ein entsprechendes Bauteil am Schienenfahrzeug, beispielsweise Zughaken oder Bolzen,
geschoben beziehungsweise eingehängt werden kann, um eine formschlüssige Verbindung,
zumindest für Zugkräfte, mit dem Schienenfahrzeug herzustellen. Im dargestellten Fall
sind das Kuppelelement 34 und 35 als Zugösen ausgebildet, wobei das Kuppelelement
34 um die Schwenkachse GA verschwenkbar gelagert ist, insbesondere der Gelenkbolzen
5 durch diesen geführt ist. Die am anderen Endbereich der Gewindestange 33 befestigte
Zugöse dient zum Einhängen in einen Zughaken an einem anzukoppelnden Schienenfahrzeug.
Um die Gewindestange 33 leichter verdrehen zu können, und dadurch den Abstand zwischen
den beiden Schraubkörpern bzw. Kuppelelementen 34, 35 zu ändern, ist in der axialen
Mitte der Gewindestange 33 zwischen zwei Abschnitten des Außengewindes ein Schwengel
drehfest an der Gewindestange 33 angeschlossen. Dieser kann gegriffen werden und bildet
einen Hebel für die Einleitung des Drehmomentes in die Gewindestange 33. Die Schraubenkupplung
32 ist lediglich schwenkbar um die Gelenkachse GA gelagert und frei von einer Zwangskopplung
mit der Bewegung der ersten Kupplungseinrichtung 20.
[0079] Die Schraubenkupplung 32 kann - hier jedoch nicht dargestellt - ebenfalls mitnahmefest
mit dem Gelenkbolzen 5 verbunden sein. In diesem Fall wird die Verbindung zwischen
erstem Kuppelelement 34 und Gelenkbolzen 5 realisiert. Die Bewegung der zweiten Kupplungseinrichtung
30 wäre dann zwangsgekoppelt mit der der ersten Kupplungseinrichtung 20.
[0080] Figur 4a zeigt die Kupplungsanordnung 100 mit Anordnung der Kupplungseinrichtung
20 in der Kupplungsebene KE und damit einer ersten Position I-20. Erkennbar ist die
als Schraubenkupplung 32 ausgebildete zweite Kupplungseinrichtung 30 in ihrer ersten
aus der Kupplungsebene KE ausgeschwenkten Position I-30.
[0081] Figur 4b zeigt den Übergang der ersten Kupplungseinrichtung 20 von der ersten in
die zweite Position I-20 zu II-20 als Zwischenposition III-20. Die Schraubenkupplung
32 verbleibt aufgrund der fehlenden Zwangskopplung in der ersten Position I-30.
[0082] Bei allen Ausführungen ist eine Verriegelungseinrichtung 17 vorgesehen, welche die
Position der ersten Kupplungseinrichtung 20 in der Kupplungsebene KE aber auch in
der ausgeschwenkten Position II-20 gegenüber dem Endbereich 3 der Zugstange 1 fixiert.
Dies kann im einfachsten Fall ein Verriegelungsbolzen sein. Die Ausführungen gemäß
Figur 4a bis 4c zeigen ferner die Anbindung des Endbereichs 2 der Zugstange am Wagenkasten,
beispielsweise über eine Gelenklagerung 19.
[0083] Die Figur 5 zeigt in schematisiert vereinfachter Darstellung in einer Schnittansicht
in einer durch die Schwenkachse GA und einer Senkrechten dazu charakterisierten Ebene
eine besonders vorteilhafte kompakte Ausbildung einer erfindungsgemäß ausgeführten
Vorrichtung 6 zum bedarfsweisen Ein- und Ausschwenken der ersten Kupplungseinrichtung
20 in und aus der Kupplungsebene KE. Die Anbindung der zweiten Kupplungseinrichtung
an die Gelenkanordnung 4 ist hier aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellt.
Die erste Kupplungseinrichtung 20 ist schwenkbar gelagert. Die Lagerung erfolgt durch
die mitnahmefeste Verbindung der Kupplungseinrichtung 20 an einem einem schwenkbar
in der Zugstange 1 gelagerten Gelenkbolzen 5.
[0084] Dargestellt ist die Führung und schwenkbar um die Gelenkachse GA erfolgende Lagerung
des Gelenkbolzens 5 in der Schnittstelleneinrichtung 50, insbesondere der Zugstange
1. Die Anordnung von erster Antriebseinrichtung 12, insbesondere Triebfeder 41, hier
zwei parallel angeordneten Triebfedern 41a, 41b und Getriebe 13 erfolgt an den in
Richtung der Schwenkachse GA betrachtet einander gegenüberliegenden Endbereichen 5.1,
5.2 des Gelenkbolzens 5. Der Gelenkbolzen 5 ist mit einer Hohlbohrung 5.3 versehen,
welche eine Verbindung zwischen Antriebseinrichtung 12, insbesondere Triebfeder 41a,
41b und Eingang 14 des Getriebes 13 über ein durch diesen geführtes Verbindungselement
18 ermöglicht. Die Antriebseinrichtung 12, insbesondere die Triebfedern 41a, 41b wirken
dabei direkt auf das Verbindungselement 18 und sind über dieses mit dem Eingang 14
des Getriebes 13 verbunden. Die erste Kupplungseinrichtung 20 ist mit dem Ausgang
des Getriebes 13 wenigstens mittelbar, hier über den Gelenkbolzen 5 verbunden. Das
Getriebe 13 ist als nicht selbsthemmendes Zykloidgetriebe 10 mit einer Übersetzung
ins Langsame, vorzugsweise mit einer Übersetzung von mindestens 10:1, vorzugsweise
im Bereich von 20:1 bis 50:1, besonders bevorzugt im Bereich von 25:1 bis 30:1 ausgebildet.
Der Ausgang 15 des Getriebes 13 ist mit dem Gelenkbolzen 5 verbunden. Vorzugsweise
ist das Gehäuse 8 des Getriebes 13 mit der Zugstange 1, insbesondere im gabelartigen
Endbereich 3 verbunden. Im dargestellten Fall weist das Getriebe 13 kein dieses vollständiges
umschließendes separates Gehäuse 8 auf, sondern das Gehäuse wird quasi von der Schnittstelleneinheit
50 und einem die Getriebekomponenten in axialer und radialer Richtung umschließenden
und mit der Schnittstelleneinrichtung 50 verbundenen Deckelelement 51 gebildet.
[0085] Desweiteren ist das Verbindungselement 18 auf Seiten der Antriebseinrichtung 12,
insbesondere der Triebfedern 41a, 41b an der Schnittstelleneinrichtung 50, insbesondere
Zugstange 1 über ein Deckelelement 52 gelagert. Die Zugstange 1 weist auf der Anordnungsseite
der Antriebseinrichtung 12 im die Durchgangsöffnung zur Aufnahme des Gelenkbolzens
5 bildenden Bereich eine Aussparung 53 zur Anordnung der Triebfedern 41a, 41b auf,
welche vom Deckelelement 52 verschlossen wird. Die Zugstange 1 und das Deckelelement
52 bilden damit das Gehäuse für die Antriebseinrichtung 12.
[0086] Die Hochschwenkeinrichtung, insbesondere die Triebfedern 41a. 41b sind derart ausgelegt
und vorgespannt, dass über diese am Ausgang 15 des Getriebes 13 unter Berücksichtigung
der Übersetzung im Getriebe ein Moment aufbringen, welches kleiner als das erforderliche
Mindest-Antriebsmoment zum Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung 20 ist. Das
Mindest-Antriebsmoment wird dabei durch das Trägheitsmoment der zu verschwenkenden
Kupplungseinrichtung 20 und den mit dieser verbundenen Elemente sowie dem erforderlichen
Losbrechmoment für die gesamt zu verschwenkenden Bauteile bestimmt. Die beiden Triebfedern
41a, 41b sind vorzugsweise derart ausgelegt, dass diese zumindest ein Gegenmoment
zum Trägheitsmoment der ersten Kupplungseinrichtung 20 aufbringen, vorzugsweise etwas
höher. Das erforderliche Zusatzmoment zum Auslenken bestimmt sich dann aus dem Differenzmoment
zum Mindest-Antriebsmoment und kann über den durch die Anbindung der Kupplungseinrichtung
20 an den Gelenkbolzen 5 definierten Hebelarm auf der Abtriebsseite des Getriebes
13 eingebracht werden.
[0087] Über die Triebfedern 41a, 41b kann das am Ausgang 15 des Getriebes 13 vorliegende
Moment bestimmt werden und im Zusammenhang mit dem Mindest-Antriebsmoment das erforderliche
einzubringende Moment über die Kupplungseinrichtung 20 als Hebelarm.
[0088] Ist das über die Triebfedern 41a, 41b eingebrachte Antriebsmoment unter Berücksichtigung
der Übersetzung am Getriebeausgang 15 größer als das Trägheitsmoment der ersten Kupplungseinrichtung
20 und ggf. einer mit dieser mitnahmefest verbundenen weiteren Kupplungseinrichtung,
kann das erforderliche Zusatzmoment zum Erreichen des Mindest-Antriebsmomentes reduziert
werden.
Bezugszeichenliste
[0089]
- 1
- Zugstange
- 2
- erster Endbereich der Zugstange
- 3
- zweiter Endbereich der Zugstange
- 4
- Gelenkanordnung
- 5
- Gelenkbolzen
- 5.1
- erster Endbereich
- 5.2
- zweiter Endbereich
- 6
- Vorrichtung zum bedarfsweisen Ein- und Ausschwenken der ersten Kupplungseinrichtung
- 7
- Aufnahmebereich
- 8
- Gehäuse
- 9
- Stirnradgetriebe
- 10
- Zykloidgetriebe
- 12
- erste Antriebseinrichtung
- 13
- Getriebe
- 14
- Eingang Getriebe
- 15
- Ausgang Getriebe
- 16
- Antriebswelle
- 17
- Verriegelungseinrichtung; Absteckbolzen
- 18
- Verbindungselement
- 19
- Lagerung; Gelenkanordnung
- 20
- erste Kupplungseinrichtung
- 22
- Kupplungskopf
- 23
- Ringscheibe
- 24
- Rollenscheibe
- 25
- Kurvenscheibe
- 26
- Kurvenscheibe
- 27
- Bolzen der ersten Ringscheibe
- 28
- erste Rollen
- 29
- zweite Rollen
- 30
- zweite Kupplungseinrichtung
- 31
- Schaftbereich
- 32
- Schraubenkupplung
- 33
- Gewindestange
- 34
- Kuppelelement
- 35
- Kuppelelement
- 41
- Triebfeder
- 50
- Schnittstelleneinrichtung
- 51
- Deckelelement
- 52
- Deckelelement
- 53
- Aussparung
- 60
- Anschlageinrichtung
- 61
- Anschlagflächen Kupplungseinrichtung
- 62
- Anschlagflächen Zugstange
- 100
- Kupplungsanordnung, insbesondere Übergangs- bzw. Hybrid-kupplung
- A
- horizontale geometrische Achse
- L
- Längsachse
GA Schwenkachse
KE Kupplungsebene
1. Kupplungsanordnung (100) für ein spurgeführtes Fahrzeug, insbesondere Hybridkupplungsanordnung
für ein Schienenfahrzeug, umfassend
eine Schnittstelleneinrichtung (50) zum zumindest mittelbaren Verbinden mit dem spurgebundenen
Fahrzeug;
zumindest eine erste Kupplungseinrichtung (20) zum mechanischen Verbinden mit einer
komplementär ausgebildeten Gegen-Kupplungseinrichtung eines weiteren spurgeführten
Fahrzeuges, welche schwenkbar um eine horizontale Schwenkachse (GA), insbesondere
in einer Aufnahme an oder in der Schnittstelleneinrichtung (50) gelagert ist; eine
Vorrichtung (6) zum bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken zumindest der ersten Kupplungseinrichtung
(20) in oder aus einer durch die Schwenkachse und einer Senkrechten dazu beschreibbaren
horizontalen Kupplungsebene (KE),
eine Anschlagseinrichtung (60) zur Begrenzung der Schwenkbewegung der ersten Kupplungseinrichtung
(20) gegenüber der Schnittstelleneinrichtung (50);
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anschlagseinrichtung (60) derart angeordnet und ausgerichtet ist, dass bei Verschwenken
der ersten Kupplungseinrichtung in die horizontale Kupplungsebene die Krafteinleitungslinie
der in diese erste Kupplungseinrichtung (20) in der horizontalen Kupplungsebene eingeleiteten
resultierenden Kraft beabstandet zur Gelenkachse, verläuft.
2. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Krafteinleitungslinie der in diese erste Kupplungseinrichtung (20) in der horizontalen
Kupplungsebene eingeleiteten resultierenden Kraft ober- oder unterhalb der Gelenkachse
in einem Abstand von 1mm bis 100mm, bevorzugt 10mm bis 50 mm verläuft.
3. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagseinrichtung (60) jeweils mindestens ein integral mit der Schnittstelleinrichtung
(50) und der Kupplungseinrichtung (20) ausgebildetes oder mit diesen verbindbares
und beim Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung (20) in die horizontale Kupplungsebene
miteinander in Wirkverbindung bringbares Anschlagselement umfasst, wobei die Anschlagselemente
an der Schnittstelleneinrichtung (50) und der ersten Kupplungseinrichtung (20) derart
ausgebildet und angeordnet sind, geeignet zu sein, beim Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung
(20) in die horizontale Kupplungsebene kraftschlüssig und/oder formschlüssig miteinander
in Wirkverbindung verbracht zu werden.
4. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagselemente an der Schnittstelleneinrichtung (50) und der ersten Kupplungseinrichtung
(20) jeweils zumindest eine miteinander in Wirkverbindung bringbare Anschlagfläche
umfassen, wobei die Anschlagflächen an Schnittstelleneinrichtung (50) und erster Kupplungseinrichtung
(20) in der in der horizontale Kupplungsebene befindlichen Lage dieser betrachtet
gegenüber der horizontalen Kupplungsebene (KE) in einem Winkel ausgerichtet sind,
insbesondere dass die Schnittstelleneinrichtung (50) und die erste Kupplungseinrichtung
(20) jeweils wenigstens zwei in Richtung der Schwenkachse (GA) betrachtet beabstandet
zueinander angeordnete und in Einbaulage in Höhe der Schwenkachse oder unterhalb der
Schwenkachse angeordnete Anschlagflächen (61, 62) bildende Anschlagelemente umfasst,
wobei die Anschlagflächen (61) an der Schnittstelleneinrichtung (50) und (61) an der
ersten Kupplungseinrichtung (20) in der in der horizontale Kupplungsebene befindlichen
Lage dieser betrachtet gegenüber der horizontalen Kupplungsebene (KE) senkrecht ausgerichtet
sind.
5. Kupplungsanordnung (100) nach einem der vorgenannten Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittstelleneinrichtung (50) von einer entlang einer Längsachse erstreckenden
Zugstange (1) gebildet ist mit einem ersten Endbereich (2) zum zumindest mittelbaren
Verbinden mit einem Wagenkasten und einem, dem ersten Endbereich (2) gegenüberliegenden
zweiten Endbereich (3) zum drehbaren Lagern der ersten Kupplungseinrichtung (20) und
die erste Kupplungseinrichtung (20) in Längsrichtung betrachtet einen ersten Endbereich
zum Koppeln mit einer Gegen-Kupplungseinrichtung und einen zweiten Endbereich zum
Lagern an der Schnittstelleneinrichtung (50) umfasst und die Anschlagselemente in
den zweiten Endbereichen jeweils stoffschlüssig mit diesen Bauteilen verbunden sind
oder aber integral an diesen ausgeformt sind.
6. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die zweiten Endbereiche von Schnittstelleneinrichtung (50) und erster Kupplungseinrichtung
(20) mit den Anschlagselementen als Gussteil ausgebildet sind.
7. Kupplungsanordnung (100) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (6) zum bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken zumindest der ersten
Kupplungseinrichtung (20) ein nicht selbsthemmendes Getriebe (13) mit einer Übersetzung
ins Langsame beim Verschwenken der Verbindung zwischen Kupplungseinrichtung (20) und
Schnittstelleneinrichtung (50) umfasst, wobei insbesondere das Getriebe (13) eine
Übersetzung von mindestens 10, d.h. 10:1, vorzugsweise im Bereich von 20:1 bis 50:1,
besonders bevorzugt im Bereich von 25:1 bis 30:1 aufweist und in Form eines Exzentergetriebes,
insbesondere eines Exzentergetriebes mit Evolventenverzahnung oder eines Zykloidgetriebes
oder Spannungswellgetriebes ausgebildet ist.
8. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 7;
dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe (13) einen Eingang (14) und einen, wenigstens mittelbar, vorzugsweise
direkt mit Kupplungseinrichtung (20) oder der Verbindung zwischen der Kupplungseinrichtung
(20) und der Schnittstelleneinrichtung (50) verbundenen Ausgang (15) umfasst und die
Vorrichtung (6) zum bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken der ersten Kupplungseinrichtung
zumindest eine mit dem Eingang (14) des Getriebes (13) gekoppelte erste Antriebseinrichtung
(12) umfasst, wobei die erste Antriebseinrichtung (12) unter Berücksichtigung der
Übersetzung des Getriebes derart ausgelegt und angeordnet ist, ein erstes Antriebs-Moment
(M1) zum Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung um die Schwenkachse entgegen
der Schwerkraftrichtung bereit zu stellen, welches kleiner als das erforderliche Mindest-Antriebsmoment
zum Verschwenken der ersten Kupplungseinrichtung um die Schwenkachse entgegen der
Schwerkraftrichtung ist, wobei das Mindest-Antriebsmoment zum Verschwenken der ersten
Kupplungseinrichtung durch die Summe aus Trägheitsmoment der Kupplungseinrichtung
(20) und dem erforderlichen Losbrechmoment definiert wird, insbesondere
dass die erste Antriebseinrichtung (12) derart ausgelegt und angeordnet ist, ein erstes
Antriebs-Moment (M1) bereitzustellen, welches größer als das Trägheitsmoment der zu
verschwenkenden ersten Kupplungseinrichtung (20) ist.
9. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Antriebseinrichtung (12) ein jeweils mit der Schnittstelleneinrichtung
(50) und dem Eingang (14) des Getriebes (13) verbundenes vorgespanntes Energiespeicherelement
umfasst, dessen Vorspannung derart bemessen ist, bei Einleitung eines zumindest dem
Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden Zusatzmomentes in das Getriebe
(13) die gespeicherte Energie abzugeben, insbesondere dass die erste Antriebseinrichtung
(12) von zumindest einer als Drehfeder ausgeführten Triebfeder (41) gebildet ist,
welche mit einem Endbereich wenigstens mittelbar, vorzugsweise direkt mit der Schnittstelleneinrichtung
(50) verbunden ist und mit dem anderen Endbereich wenigstens mittelbar, vorzugsweise
direkt mit dem Eingang (14) des Getriebes (13) verbunden ist.
10. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (6) zum bedarfsweisen Ein- oder Ausschwenken zumindest der ersten
Kupplungseinrichtung (20) zumindest eine weitere Antriebseinrichtung zur Einleitung
eines zumindest dem Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden Zusatzmomentes
in das Getriebe (13) umfasst.
11. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine weitere Antriebseinrichtung zur Einleitung eines zumindest dem
Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden Zusatzmomentes mit dem Ausgang
des Getriebes (13), vorzugsweise direkt verbunden ist oderdass die weitere Antriebseinrichtung
zur Einleitung eines zumindest dem Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden
Zusatzmomentes in das Getriebe (13) von einem manuell betätigbaren und mit der Verbindung
Kupplungseinrichtung (20) und Schnittstelleneinrichtung (50) gekoppelten und eine
Betätigung bildenden Hebelarm gebildet ist, wobei vorzugsweise der Hebelarm von der
ersten Kupplungseinrichtung (20) selbst gebildet ist oder
die zumindest eine weitere Antriebseinrichtung zur Einleitung eines zumindest dem
Differenzmoment zum Mindest-Antriebsmoment entsprechenden Zusatzmomentes in das Getriebe
von einem Elektromotor oder einem manuell betätigbaren mit Fremdenergie antreibbaren
Werkzeug zum Verdrehen des Einganges (14) des Getriebes (13) gebildet ist.
12. Kupplungsanordnung (100) nach einem der vorgehenden Ansprüche 7 bis 11,
dass der Eingang (14) und Ausgang (15) des Getriebes (13) und insbesondere auch die
erste Antriebseinrichtung koaxial zur Schwenkachse angeordnet sind.
13. Kupplungsanordnung (100) nach einem der vorgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsanordnung neben der ersten Kupplungseinrichtung eine weitere zweite
Kupplungseinrichtung zum mechanischen Verbinden mit einer komplementär ausgebildeten
Gegen-Kupplungseinrichtung eines weiteren spurgeführten Fahrzeuges umfasst, welche
schwenkbar um die Schwenkachse (GA) im zweiten Endbereich (3) der Zugstange gelagert
sind, wobei zumindest die erste Kupplungseinrichtung mitnahmefest mit dem Gelenkbolzen
verbunden ist und der Ausgang des mechanischen Getriebes wenigstens mittelbar, vorzugsweise
direkt mit dem Gelenkbolzen verbunden ist, und insbesondere die weitere zweite Kupplungseinrichtung
(30) an der im zweiten Endbereich (3) der Zugstange (1) vorgesehenen Gelenkanordnung
(4) in einem Winkel zur ersten Kupplungseinrichtung (20) angelenkt oder an der Gelenkanordnung
(4) um die horizontale Schwenkachse (GA) schwenkbar gelagert ist.
14. Kupplungsanordnung (100) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere zweite Kupplungseinrichtung (30) an der im zweiten Endbereich (3) der
Zugstange (1) vorgesehenen Gelenkanordnung (4) in einem Winkel zur ersten Kupplungseinrichtung
(20) mitnahmefest angelenkt ist und das Mindest-Antriebsmoment zum Verschwenken der
ersten Kupplungseinrichtung aus der Kupplungsebene (KE) durch die Summe aus den Trägheitsmomenten
der beiden Kupplungseinrichtungen (20, 30) und dem erforderlichen Losbrechmoment definiert
wird.
15. Kupplungsanordnung (100) nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kupplungseinrichtung eine automatische Kupplung, insbesondere eine Kupplung
vom Typ Scharfenberg ™ ist und die weitere zweite Kupplungseinrichtung (30) als Schraubenkupplung ausgeführt
ist.