[0001] Die Erfindung betrifft eine Walze für ein rotatives Herstellungsverfahren, ein Präge-
und Schneidwerkzeug, ein rotatives Herstellungsverfahren sowie eine nach dem Herstellungsverfahren
hergestellte Halbplatte und eine Bipolarplatte umfassend zwei Halbplatten.
[0002] Rotative Herstellungsverfahren werden unter anderem eingesetzt, um in flache oder
bahnförmige Werkstücke Strukturen einzubringen, um eine gewünschte Werkstückgeometrie,
insbesondere eine gewünschte Werkstückoberflächengeometrie zu erreichen. Diese rotativen
Herstellungsverfahren können dabei beispielsweise ein Kalandrieren, Prägen und/oder
Stanzen umfassen. Insbesondere bei bahnförmigen Werkstücken ist als letzter Schritt
ein Vereinzeln, also ein Schneiden des Bahnmaterials erforderlich. So können beispielsweise
Bipolarplatten oder Halbplatten für Bipolarplatten in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren
hergestellt werden. Dazu erfolgt das Prägen der gewünschten Plattengeometrie in ein
Ausgangsmaterial und Mediendurchlässe werden aus dem Material ausgestanzt. Anschließend
erfolgt das Vereinzeln des Materials, um Einzelplatten zu erhalten. Beispiele für
Walzen zum Prägen können beispielsweise der
CN216659110U oder der
CN210333760U entnommen werden.
[0003] Bei solchen Verfahren nach aktuellem Stand der Technik werden das Prägen und das
Schneiden in separaten Vorrichtungen, sogenannten Kassetten, die jeweils zumindest
einen Satz Walzen umfassen, und damit in einzelnen Schritten durchgeführt. Dabei kann
das Ausgangsmaterial als Bahnmaterial von einem Abwickler bereitgestellt werden. Eine
erste Kassette prägt das Bahnmaterial. Anschließend läuft das Bahnmaterial durch eine
zweite Kassette, die beispielsweise entsprechende Medienkanäle ausstanzt. Das Stanzen
kann dabei auch ein Heraustrennen oder Schneiden einer Platte aus dem Bahnmaterial
umfassen. Eine Vorrichtung für ein solches Verfahren ist beispielsweise aus der
CN106393802A bekannt.
[0004] Die Trennung der Verfahrensschritte des Prägens einerseits und des Schneidens oder
Stanzens andererseits führt dazu, dass beide Kassetten synchron laufen müssen oder
eine Registersteuerung benutzt werden muss. Beides ist mit erheblichem technischem
Aufwand verbunden. In Bereichen, in denen sehr hohe Anforderungen an Toleranzen zwischen
Prägung und Schneidkanten gestellt werden, wie beispielsweise für die Bipolarplattenfertigung,
stoßen die Verfahren aus dem aktuellen Stand der Technik an ihre Grenzen oder die
Anforderungen können nur mit extremem Aufwand erreicht werden.
[0005] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Walze für ein rotatives Herstellungsverfahren
derart weiterzuentwickeln, dass sie ein kombiniertes Prägen und Schneiden ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Walze mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Präge-
und Schneidwerkzeug nach Anspruch 15, ein rotatives Herstellungsverfahren nach Anspruch
22, eine Halbplatte nach Anspruch 23 sowie eine Bipolarplatte nach Anspruch 25 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der jeweils abhängigen Ansprüche.
[0007] Die erfindungsgemäße Walze für ein rotatives Herstellungsverfahren weist zumindest
ein Prägeelement und zumindest ein Schneidelement auf.
[0008] Dadurch, dass die Walze zumindest ein Präge- und zumindest ein Schneidelement aufweist,
ermöglicht die Erfindung ein kombiniertes Prägen und Schneiden, so dass in einem Verfahren
die im aktuellen Stand der Technik getrennten Schritte des Prägens und des Schneidens
in einem Schritt durchgeführt werden können. Dadurch kann ein technischer Aufwand
reduziert werden, indem eine Synchronisation der separaten Schritte und/oder eine
Registersteuerung vermieden oder zumindest vereinfacht werden kann.
[0009] Zwischen Prägen und Schneiden wird hier insoweit unterschieden, als dass Prägen im
Wesentlichen eine Umformung eines Werkstücks umfasst, indem beispielsweise eine Oberfläche
des Werkstücks verformt wird, indem ein Relief für Medienkanäle oder ähnliches gebildet
wird. In Abgrenzung dazu ist ein Schneiden im Wesentlichen ein Trennverfahren und
umfasst in diesem Sinne auch ein Stanzen und Perforieren, da hierbei Material aus
dem Werkstück herausgetrennt wird. Das Schneiden kann dabei auch ein Durchtrennen
des Werkstücks beinhalten, insbesondere ein Vereinzeln von Platten aus einem als Bahnmaterial
vorliegenden Werkstück.
[0010] Das zumindest eine Schneidelement kann in die Walzenoberfläche eingraviert sein.
So sind Walze und Schneidelement als eine Komponente ausgeführt, womit eine erhöhte
Stabilität erzielt werden kann.
[0011] Alternativ kann das zumindest eine Schneidelement als separates Element ausgeführt
sein und lösbar auf der Walzenoberfläche befestigt sein. Dadurch kann eine Anpassbarkeit
der Walze erreicht werden. Beispielsweise kann bei Verschleiß des zumindest einen
Schneidelements ein Nachstellen durchgeführt werden oder aber das Schneidelement ausgewechselt
werden. Bei einem gravierten Schneidelement ist bei Verschleiß hingegen ein Austausch
der Walze oder aber ein Nachgravieren der Walze erforderlich. Beides ist aufwändiger
und mit höheren Kosten verbunden.
[0012] Bei einer Ausführung mit einem lösbar befestigten Schneidelement kann der Walzenkörper
ein Gewindeloch aufweisen und das zumindest eine Schneidelement ein komplementäres
Durchgangsloch. Das Schneidelement kann dann mit einer Schraubverbindung lösbar im
Gewindeloch befestigt sein. Für eine zusätzliche Sicherung des zumindest einen Schneidelements
kann beispielsweise ein Gewindeklebstoff eingesetzt werden, der ein ungewolltes Lösen
verhindert oder zumindest erschwert, ein erneutes Lösen aber weiterhin zulässt.
[0013] Das zumindest eine Schneidelement kann in Axialrichtung der Walze neben dem zumindest
einen Prägeelement angeordnet sein. Eine solche Anordnung ist beispielsweise vorteilhaft,
um seitliche Durchlässe auszustanzen und/oder zumindest bereichsweise Seitenränder
des Werkstücks heraus- bzw. abzutrennen.
[0014] Alternativ kann das zumindest eine Schneidelement in Rotationsrichtung der Walze
vor oder hinter dem zumindest einen Prägeelement angeordnet sein. Eine derartige Anordnung
ist beispielsweise vorteilhaft, um in Laufrichtung des Werkstücks vor und/oder hinter
dem zumindest einen Prägeelement Durchlässe auszustanzen und/oder um ein Vereinzeln
des Werkstücks durchzuführen.
[0015] Die Walze kann auch zumindest zwei Schneidelemente aufweisen, wobei die zumindest
zwei Schneidelemente in Axialrichtung der Walze auf unterschiedlichen Seiten des zumindest
einen Prägeelements angeordnet sind oder wobei die zumindest zwei Schneidelemente
in Rotationsrichtung der Walze auf unterschiedlichen Seiten des zumindest einen Prägeelements
angeordnet sind. So kann ein Schneiden auf beiden Seiten des zumindest einen Prägeelements
durchgeführt werden.
[0016] Die Walze kann auch zumindest drei Schneidelemente aufweisen, wobei zumindest ein
Schneidelement in Axialrichtung der Walze neben dem Prägeelement angeordnet ist und
zumindest ein Schneidelement in Rotationsrichtung der Walze vor oder hinter dem zumindest
einen Prägeelement angeordnet ist. Eine Anordnung der Schneidelemente, wobei zumindest
ein Schneidelement in Axialrichtung neben dem zumindest einen Prägeelement angeordnet
ist und zumindest eine Schneidelement in Radialrichtung vor oder hinter dem zumindest
einen Prägeelement angeordnet ist, ist dabei bevorzugt. Denn so können die Vorteile
und Möglichkeiten der unterschiedlichen Anordnungen kombiniert werden. Besonders bevorzugt
kann auch mehr als ein Prägeelement vorgesehen sein, wobei dabei mit jedem Prägeelement
mehrere Schneidelemente kombiniert werden können.
[0017] Insbesondere wenn zumindest ein Schneidelement als separates Element ausgeführt ist,
kann vorgesehen sein, auf der Walze zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten wie beispielsweise
Gewindelöcher vorzusehen, um das zumindest eine lösbar befestigte Schneidelement je
nach Anwendungsfall an unterschiedlichen Positionen auf der Walze lösbar befestigen
zu können. So kann die Walze eingesetzt werden, um beispielsweise unterschiedliche
Oberflächenstrukturen ausstanzen zu können, ohne dass die Walze als Ganzes gewechselt
werden muss.
[0018] Das zumindest eine Schneidelement kann eine Schneidkontur mit zumindest einer durchgehenden
Schneide aufweisen. Eine durchgehende Schneide wird hier so verstanden, dass die Schneide
keine Vertiefungen oder Aussparungen aufweist, so dass sie insbesondere geeignet ist,
zumindest bereichsweise Material aus einem Werkstück durch Schneiden oder Stanzen
herauszutrennen.
[0019] Alternativ kann das zumindest eine Schneidelement eine Schneidkontur mit zumindest
einer Durchbrechung der Schneide aufweisen. Als Durchbrechung werden hier insbesondere
Vertiefungen oder Aussparungen verstanden, so dass beispielsweise eine Perforation
eines Werkstücks ermöglicht wird. Es sind auch andere Formen und Konturen des zumindest
einen Schneidelements im Sinne der Erfindung möglich. Die genaue Ausgestaltung hängt
vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
[0020] Vorzugsweise sind das zumindest eine Prägeelement und das zumindest eine Schneidelement
voneinander beabstandet auf der Walze angeordnet. Dabei beträgt ein Abstand mehr als
0 mm, bevorzugt mehr als 1 mm, besonders bevorzugt mehr als 10 mm.
[0021] Das Walzenmaterial kann dabei im Wesentlichen einen metallischen oder keramischen
Werkstoff umfassen. Diese Materialien haben den Vorteil, dass sie den mechanischen
Belastungen beim Prägen oder Schneiden standhalten können.
[0022] Alternativ kann das Walzenmaterial im Wesentlichen einen synthetischen Werkstoff
umfassen. Synthetische Werkstoffe weisen gegenüber metallischen oder keramischen Werkstoffen
ein geringeres Gewicht auf, wodurch ein Austausch der Walze vereinfacht wird und eine
Lagerung weniger robust auszulegen ist. Für eine verbesserte Steifigkeit der Walze
kann der synthetische Werkstoff kohlenstofffaserverstärkt sein.
[0023] Vorzugsweise weist die Walze eine Verschleißschutzschicht auf. Dies ist insbesondere
vorteilhaft, wenn das Walzenmaterial einen synthetischen Werkstoff umfasst. Dadurch
kann das Walzenmaterial vor Verschleiß geschützt und eine Haltbarkeit entsprechend
erhöht werden.
[0024] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist auf ein Präge- und Schneidwerkzeug gerichtet,
das eine erste erfindungsgemäße Walze und eine zweite erfindungsgemäße Walze umfasst.
Die zweite Walze weist dabei zumindest ein zu dem zumindest einen Prägeelement der
ersten Walze komplementäres Prägeelement und zumindest ein zu dem zumindest einen
Schneidelement der ersten Walze komplementäres Schneidelement auf.
[0025] Als Präge- und Schneidwerkzeug wird hier beispielsweise eine sogenannte Kassette
verstanden, die üblicherweise zwei Walzen umfasst. Im Stand der Technik werden solche
Kassetten als Präge- oder Schneidwerkzeug eingesetzt. Dadurch, dass das erfindungsgemäße
Präge- und Schneidwerkzeug zwei erfindungsgemäße Walzen umfasst, die komplementäre
Präge- und Schneidelemente aufweisen, ermöglicht die Erfindung das Prägen und Schneiden
in einem Verfahrensschritt zu kombinieren.
[0026] Vorzugsweise kann das zumindest eine komplementäre Schneidelement der zweiten Walze
als ein flaches Gegenelement ausgeführt sein. Alternativ kann das zumindest eine komplementäre
Schneidelement der zweiten Walze eine Schneidkontur aufweisen. Je nach Anwendungsfall
und abhängig vom Material des Werkstücks kann dabei die eine oder andere Ausführungsform
bevorzugt sein.
[0027] Ein Abstand des zumindest einen Schneidelements der ersten Walze zu dem zumindest
einen Prägeelement der ersten Walze und ein Abstand des zumindest einen komplementären
Schneidelements der zweiten Walze zu dem zumindest einen komplementären Prägeelement
kann so ausgelegt sein, dass eine Achse des zumindest einen Schneidelements der ersten
Walze und eine Achse des zumindest einen komplementären Schneidelements der zweiten
Walze miteinander fluchten. So kann für ein vorteilhaftes Ineinandergreifen der komplementären
Schneidelemente gesorgt werden, so dass das Schneiden hohe Toleranzanforderungen erfüllen
kann.
[0028] Vorzugsweise weisen die erste Walze und die zweite Walze jeweils zwei Distanzringe
auf. Die Distanzringe können dabei eine Beschädigung der Schneidelemente verhindern,
indem sie auf einen definierten Durchmesser gefertigt sind und als Abstandshalter
zwischen den Walzen dienen. Somit können sie beim Zusammenfahren der Walzen verhindern,
dass ein Spalt zwischen den Walzen so klein wird, dass eine Schneide eines Schneidelements
auf ein komplementäres Schneidelement aufschlägt, was zu einer Beschädigung führen
kann. Weiterhin ermöglichen die Distanzringe das Vorspannen der Walzen. Die Distanzringe
sind dabei insbesondere außen, am sogenannten Ballenrand der Walzen angeordnet. Weiterhin
können die Distanzringe als Schmitzringe ausgeführt sein.
[0029] Bevorzugt sind die Distanzringe um einen Winkel angeschrägt. Dadurch ermöglicht die
Erfindung, dass ein Spaltabstand zwischen den Walzen variiert werden kann. Ein Winkel
von 0° bedeutet dabei, dass eine Lauffläche der Distanzringe parallel zur Ballenoberfläche
ausgerichtet ist. Dies entspricht dem Fall, dass der Spaltabstand nicht variiert werden
kann und somit fix ist. Besonders bevorzugt liegt der Winkel in einem Bereich zwischen
0 und 10°.
[0030] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein rotatives Herstellungsverfahren, bei
dem ein Werkstück in einem Verfahrensschritt durch ein erfindungsgemäßes Präge- und
Schneidwerkzeug geprägt und geschnitten wird. Dadurch ermöglicht die Erfindung, das
Herstellen eines solchen Werkstücks mit einem geringeren technischen Aufwand gegenüber
Verfahren, in denen die Schritte des Prägens und des Schneidens separat durchgeführt
werden. Zudem kann eine höhere Genauigkeit erreicht werden, da keine Synchronisation
der separaten Schritte, beispielsweise durch eine Registersteuerung erforderlich ist
oder zumindest vereinfacht wird. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn hohe Anforderungen
an zulässige Toleranzen bei der Fertigung gestellt werden, wie beispielsweise für
Bipolarplatten beziehungsweise Halbplatten für Bipolarplatten.
[0031] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Halbplatte, die nach einem erfindungsgemäßen
Herstellungsverfahren hergestellt ist. Bevorzugt umfasst das Material der Halbplatte
einen graphitbasierten Werkstoff.
[0032] Die Erfindung ist weiterhin auf eine Bipolarplatte gerichtet, die zwei erfindungsgemäße
Halbplatten umfasst. Da bei der Herstellung der Halbplatten das Prägen und Schneiden
in einem Schritt erfolgt, können auch hohe Toleranzanforderungen an die Oberflächenstruktur
der Bipolarplatte sowie die Mediendurchlässe erfüllt werden. Gleichzeitig können durch
die geringere, technische Komplexität der Herstellung Zeit und Kosten eingespart werden.
[0033] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der nachstehenden Figuren erläutert.
Dabei zeigt:
- Figur 1
- ein rotatives Herstellungsverfahren mit den Schritten des Prägens und Schneidens durch
separate Kassetten aus dem Stand der Technik;
- Figur 2
- ein erfindungsgemäßes Präge- und Schneidwerkzeug umfassend zwei Walzen mit kombinierten
Präge- und Schneidelementen;
- Figur 3
- eine vergrößerte Darstellung der Präge- und Schneidelemente des erfindungsgemäßen
Präge- und Schneidwerkzeugs;
- Figur 4
- eine Ausführungsform von Präge- und Schneidelementen für ein erfindungsgemäßes Präge-
und Schneidwerkzeug;
- Figur 5
- eine Ausführungsform von einem erfindungsgemäßen Präge- und Schneidwerkzeug mit eine
gerade Lauffläche aufweisenden Distanzringen; und
- Figur 6
- eine weitere Ausführungsform von einem erfindungsgemäßen Präge- und Schneidwerkzeug
mit eine schräge Lauffläche aufweisenden Distanzringen.
[0034] Figur 1 zeigt ein rotatives Herstellungsverfahren nach aktuellem Stand der Technik
in einem Rolle-zu-Rolle Verfahren zum Herstellen von flachen Bauteilen wie Platten,
die beispielsweise bestimmte, insbesondere filigrane Oberflächengeometrien und/oder
Mediendurchlässe aufweisen, Ein typischer Anwendungsfall sind Halbplatten für Bipolarplatten
oder Bipolarplatten selbst, insbesondere für Brennstoffzellen.
[0035] Wie in Figur 1 erkennbar werden das Prägen und das Schneiden in separaten Prägewerkzeugen
und Schneidwerkzeugen, so genannten Kassetten, die hier jeweils zwei Walzen umfassen,
durchgeführt. Ein Ausgangsmaterial 200 wird als Bahnmaterial von einem Abwickler 300
bereitgestellt und die erste Kassette 400 prägt das Bahnmaterial, beispielsweise mit
einer gewünschten Oberflächenstruktur. Anschließend läuft das Bahnmaterial durch eine
zweite Kassette 500, die entsprechende Medienkanäle ausstanzt und/oder die gesamte
Platte 600 aus der Bahn 200 trennt. Überschüssiges Material 700 wird entsprechend
abgeführt.
[0036] Die Trennung von Prägen und Schneiden erfordert jedoch, dass beide Kassetten 500,
600 synchron laufen müssen oder eine Registersteuerung benutzt werden muss. Beides
ist mit erheblichem technischem Aufwand verbunden. Insbesondere im Bereich der Bipolarplattenfertigung
sind die Toleranzen zwischen Prägung und Schneidkanten so gering, dass diese mit dem
aktuellen Stand der Technik nicht, oder nur mit extremem Aufwand erreicht werden können.
[0037] Daher besteht ein Bedarf, eine möglichst einfache Herstellung von flachen Bauteilen
mit hoher Genauigkeit zu ermöglichen. Figur 2 zeigt hierzu ein Präge- und Schneidwerkzeug
100, umfassend eine erste Walze 10 und eine zweite Walze 11. Die erste Walze 10 weist
dabei ein Prägeelement 1, ein erstes Schneidelement 3 und ein zweites Schneidelement
4 auf. Die zweite Walze 11 weist ein zu dem Prägeelement 1 der ersten Walze 11 komplementäres
Prägeelement 1, ein zum ersten Schneidelement 3 komplementäres drittes Schneidelement
9 und ein zu dem zweiten Schneidelement 4 komplementäres viertes Schneidelement 5
auf.
[0038] Dadurch, dass die erste 10 und die zweite 11 Walze sowohl die Schneidelemente 3,
4, 5, 9 als auch die Prägeelemente 1 umfassen, ermöglicht das Präge- und Schneidwerkzeug
100, einen technischen Aufwand zu verringern, indem das Prägen und das Schneiden in
einer Kassette durchgeführt werden können. Dadurch kann einerseits ein Verfahrensschritt
eingespart werden, andererseits ist eine Synchronisation von separaten Präge- und
Schneidkassetten beziehungsweise eine Registersteuerung nicht mehr erforderlich oder
kann zumindest vereinfacht umgesetzt werden.
[0039] Figur 3 zeigt das Prägeelement 1 sowie die Schneidelemente 3, 4, 5, 9 in vergrößerter
Darstellung. Hierbei ist erkennbar, dass das erste Schneidelement 3 und das dritte,
zum ersten komplementäre Schneidelement 9 in die Walzenoberfläche eingraviert sind.
Das zweite Schneidelement 4 und das komplementäre vierte Schneidelement 5 sind hingegen
als separate Elemente ausgeführt und lösbar auf der Walzenoberfläche befestigt. Die
lösbare Befestigung ermöglicht beispielsweise ein Austauschen oder ein Nachstellen
der Schneidelemente 4, 5. So können beispielsweise für unterschiedliche Werkstücke
2 unterschiedliche Schneidkonturen eingesetzt werden. Fest eingravierte Schneidelemente
3, 9 sind hingegen grundsätzlich robuster und weniger fehleranfällig, beispielsweise
durch fehlerhafte Positionierung.
[0040] Zur lösbaren Befestigung der Schneidelemente 4, 5 weisen die Walzenkörper der ersten
Walze 10und der zweiten Walze 11 jeweils ein Gewindeloch 7 auf. Die Schneidelemente
4,5 weisen ein entsprechendes, komplementäres Durchgangsloch 6 auf, so dass die Schneidelemente
mit einer Schraubverbindung (nicht dargestellt) lösbar im Gewindeloch 7 befestigt
sind.
[0041] In nicht gezeigten Ausführungsbeispielen kann die erste Walze 10 und/oder die zweite
Walze 11 mehr als ein Gewindeloch 7 aufweisen. So wird ermöglicht, dass die Schneidelemente
4, 5 je nach Anwendungsfall an unterschiedlichen Positionen der ersten Walze 10 oder
der zweiten Walze 11 angeordnet werden können. Weiterhin ist es so auch möglich, zusätzlich
Schneidelemente einzusetzen. Weiterhin können in alternativen Ausführungsbeispielen
alle Schneidelemente 3, 4, 5, 9 eingraviert oder lösbar befestigt sein. So ist eine
Konfiguration mit ausschließlich eingravierten Schneidelementen stabiler und weniger
fehleranfällig, eine Konfiguration mit ausschließlich lösbar befestigten Schneidelementen
3, 4, 5, 9 bietet hingegen mehr Flexibilität. Auch ein konventioneller Einsatz in
einer Vorrichtung mit separatem Prägen und Schneiden als Schneidwerkzeug oder, nach
Entfernen der Schneidelemente 3, 4, 5, 9, als Prägewerkzeug ist möglich.
[0042] Die Schneidelemente 3, 4, 5, 9 sind hier in Axialrichtung x der ersten Walze 10 und
der zweiten Walze 11 neben dem zumindest einen Prägeelement 1 angeordnet. In alternativen,
nicht gezeigten Ausführungsbeispielen können die Schneidelement 3, 4, 5, 9 in Rotationsrichtung
r der Walze 10, 11 vor oder hinter dem zumindest einen Prägeelement 1 angeordnet sein.
Diese beiden Formen der Anordnung der Schneidelemente 3, 4, 5, 9 lassen sich auch
kombinieren, so dass sowohl Schneidelemente 3, 4, 5, 9 in Axialrichtung x als auch
Schneidelemente in Radialrichtung r der ersten Walze 10 und der zweiten Walze 11 neben
bzw. vor oder hinter dem Prägeelement 1 angeordnet sind. Die unterschiedlichen Anordnungen
bieten dabei unterschiedliche Möglichkeiten des Zuschneidens von Platten sowie das
Stanzen des Werkstücks an unterschiedlichen Positionen. So können beispielsweise Schneidelemente
3, 4, 5, 9, die in Axialrichtung x neben dem Prägeelement 1 angeordnet sind, zum Ausstanzen
von Medienkanälen verwendet werden, wohingegen in Radialrichtung r angeordnete Schneidelemente
3, 4, 5, 9 zum Zuschneiden oder Perforieren des Werkstücks 2 eingesetzt werden können.
[0043] In nicht gezeigten Ausführungsbeispielen kann die erste und oder die zweite Walze
10, 11 mehr als ein Prägeelement 1 umfassen. Dabei kann auch vorgesehen sein zwischen
Prägeelementen 1 Schneidelemente 3, 4, 5, 9 vorzusehen.
[0044] In der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform sind das Prägeelement und die Schneidelemente
3, 4 der ersten Walze 10 durch einen Abstand b sowie das komplementäre Prägeelement
1 und die komplementären Schneidelemente 5, 9 der zweiten Walze 11 durch einen Abstand
a voneinander beabstandet auf den Walzen 10, 11 angeordnet. Der Abstand a und der
Anstand b betragen dabei mehr als 0 mm. Insbesondere sind die Abstände a und b hier
so ausgelegt, dass eine jeweilige Achse y der Schneidelemente 3, 4 der ersten Walze
10 und eine jeweilige Achse z der komplementären Schneidelemente 5, 9 der zweiten
Walze 11 miteinander fluchten. Hier ist daher der Abstand b größer als der Abstand
a, da die komplementären Schneidelemente 5, 9 breiter ausgeführt sind als die Schneidelemente
3, 4 der ersten Walze 10. Durch das Fluchten der Achsen y, z kann ein vorteilhaftes
Zusammenwirken der Schneidelemente 3, 4 und der komplementären Schneidelemente 5,
9 erreicht werden.
[0045] Die Schneidelemente 3, 4 weisen hier jeweils eine Schneidkontur auf, wobei die Schneidkonturen
eine durchgehende Schneide aufweisen. Dadurch ermöglichen die Schneidelemente 3, 4
im Zusammenspiel mit den komplementären Schneidelementen 5, 9, die jeweils als ein
flaches Gegenelement ausgeführt sind, ein bereichsweises Ausstanzen des Werkstücks
2. So können die Schneidkonturen der Schneidelemente 3, 4 beispielsweise viereckig,
kreisförmig oder oval ausgeführt sein, um entsprechende Formen aus dem Werkstück 2
auszustanzen. Aber auch komplexere Formen oder ein sich um den kompletten Radius der
ersten Walze 10 erstreckendes Schneidelement 3, 4 sind möglich, beispielsweise, um
einen Rand des Werkstücks abzutrennen.
[0046] Dabei ist es auch möglich, dass eine Schneidkontur 3, 4, 5, 9 zumindest eine Durchbrechung
der Schneide aufweist. Das bedeutet, dass die Schneidkontur nicht durchgängig ist,
um beispielsweise eine Perforation des Werkstücks 2 zu ermöglichen. Das kann beispielsweise
vorteilhaft sein, wenn ein Abtrennen einzelner Platten und/oder ein bereichsweises
Heraustrennen erst zu einem späteren Zeitpunkt im Herstellungsprozess oder beim Einsatz
der Platten gewünscht ist.
[0047] Figur 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des Präge- und Schneidwerkzeugs 100.
Hier weisen auch die komplementären Schneidelement 5, 9 der zweiten Walze 11 eine
Schneidkontur auf. Dadurch kann beispielsweise ein Ausstanzen verbessert werden oder
ein Schneiden sauberer durchgeführt werden.
[0048] Figur 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Präge- und Schneidwerkzeug 100, bei dem
die erste Walze 10 und die zweite Walze 11 jeweils zwei Distanzringe 8 aufweisen.
Die Distanzringe sind dabei an den Enden, dem sogenannten Ballenrand, der Walzen 10,
11 angeordnet. Die Distanzringe 8 sind dabei so ausgeführt, dass ihre Laufflächen
parallel zur Walzenoberfläche ausgerichtet sind. Die Dimensionierung der Distanzringe
8 erfolgte dabei so, dass bei einem Zusammenfahren der Walzen 10, 11 ein Spalt zwischen
den Walzen 10, 11 nicht so schmal werden kann, dass die Schneidkonturen der Schneidelemente
3, 4 der ersten Walze und der komplementären Schneidelemente 5, 9 aufeinanderschlagen
und sich beschädigen können. Auch ermöglichen die Distanzringe ein Vorspannen der
Walzen 10, 11.
[0049] In dem in Figur 6 gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Distanzringe 8 um einen
Winkel α angeschrägt, so dass die Laufflächen der Distanzringe 8 eine Neigung aufweisen.
Dadurch ermöglicht die Erfindung, dass durch Verstellen zumindest einer der Walzen
10, 11 in Axialrichtung x ein Spaltabstand zwischen den Walzen 10, 11 eingestellt
werden kann. So kann abhängig von einer Ausführung der Präge- und/oder Schneidelemente
1, 3, 4, 5, 9 der Spalt zwischen den Walzen angepasst werden, um eine Beschädigung
der Präge- und/oder Schneidelemente 1, 3, 4, 5, 9 zu vermeiden, aber dennoch eine
gewünschte Oberflächenstrukturierung des Werkzeugs zu erreichen.
[0050] Die Walzen 10, 11 umfassen hier als Material im Wesentlichen einen synthetischen
Werkstoff, beispielsweise ein mit Kohlefaser verstärktes Elastomer. In weiteren, nicht
gezeigten Ausführungsbeispielen kann der synthetische Werkstoff alternativ oder zusätzliche
ein Coelastomer, Polymer oder Copolymer umfassen oder aber im Wesentlichen aus einem
metallischen oder keramischen Werkstoff gefertigt sein.
[0051] Um eine Widerstandsfähigkeit der Walzen 10, 11 zu verbessern, weisen die Walzen 10,
11 jeweils eine Verschleißschutzschicht auf. Die Verschleißschutzschicht umfasst hier
einen amorphen Kohlenstoff, insbesondere einen diamantenähnlichen Kohlenstoff. Aufgrund
der vorteilhaften Härteeigenschaften des diamantähnlichen Kohlenstoffs ist so eine
Verschleißschutzschicht von weniger als 0,5 mm ausreichend, um einen ausreichenden
Schutz gegen Verschleiß bereitstellen zu können. In weiteren, nicht gezeigten Ausführungsbeispielen
kann die Verschleißschutzschicht zusätzlich oder alternativ ein Metall und/oder Silizium
umfassen.
[0052] In einem nicht dargestellten rotativen Herstellungsverfahren wird ein Werkstück 2
in einem Verfahrensschritt durch eine Präge- und Schneidwerkzeug 100 geprägt und geschnitten.
Dadurch kann ein Verfahrensschritt eingespart werden und eine Synchronisation der
separaten Schritte des Prägens und des Schneidens ist nicht erforderlich. Dieses rotative
Herstellungsverfahren kann somit eine hohe Genauigkeit erreichen und zusätzlich Zeit
und Kosten einsparen.
[0053] Damit eignet sich dieses rotative Herstellungsverfahren beispielsweise zum Herstellen
von Halbplatten für Bipolarplatten. Eine solche Bipolarplatte umfasst dabei zwei Halbplatten.
Die Halbplatten und damit die Bipolarplatten umfassen hier als Material einen graphitbasierten
Werkstoff. Hierzu kann in dem rotativen Herstellungsverfahren über einen Abwickler
ein graphitbasiertes Bahnmaterial für das Präge- und Schneidwerkzeug 100 bereitgestellt
werden. Das graphitbasierte Bahnmaterial ist hier ein Blähgraphit, kann aber alternativ
reines Graphit oder ein anderer Graphitverbundwerkstoff sein. Weiterhin kann das graphitbasierte
Bahnmaterial einen Duro- oder Thermoplast als Matrixwerkstoff umfassen und/oder Ruß,
Graphen, Kohlenstofffasern oder Blähgraphit als Füllstoff.
[0054] In alternativen Ausführungsbeispielen können die mit dem rotativen Herstellungsverfahren
hergestellten Halbplatten als Material einen metallbasierten Werkstoff umfassen, so
dass metallbasierte Bipolarplatten bereitgestellt werden können. Auch der metallbasierte
Werkstoff kann in dem rotativen Herstellungsverfahren über einen Abwickler als metallbasiertes
Bahnmaterial für das Präge- und Schneidwerkzeug 100 bereitgestellt werden. Das metallbasierte
Bahnmaterial kann dabei Edelstahl, Titan und/oder Aluminium umfassen. Weiterhin können
die metallbasierten Halbplatten bzw. Bipolarplatten eine Beschichtung aufweisen, die
ein Edelmetall wie Gold, Kohlenstoff, Keramik und/oder Metallnitride umfassen und
ein- oder mehrschichtig ausgeführt sein kann. Auch eine partielle oder selektive Beschichtung
kann vorgesehen sein.
[0055] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination
für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.
Bezugszeichenliste:
[0056]
- 1
- Prägeelement
- 2
- Werkstück
- 3
- Graviertes Schneidelement
- 4
- Lösbar befestigtes Schneidelement
- 5
- Komplementäres, lösbar befestigtes Schneidelement
- 6
- Durchgangsloch
- 7
- Gewindeloch
- 8
- Distanzring
- 9
- Komplementäres, graviertes Schneidelement
- 10
- Erste Walze
- 11
- Zweite Walze
- 100
- Präge- und Schneidwerkzeug
- 200
- Bahnmaterial
- 300
- Abwickler
- 400
- Erste Kassette zum Prägen
- 500
- Zweite Kassette zum Schneiden
- 600
- Vereinzelte Platten
- 700
- Überschüssiges Material
- a
- Abstand zwischen komplementärem Schneidelement und komplementärem Prägeelement
- b
- Abstand zwischen Schneidelement und Prägeelement
- r
- Rotationsrichtung
- x
- Axialrichtung
- y
- Achse eines Schneidelements der ersten Walze
- z
- Achse eines Schneidelements der zweiten Walze
- α
- Winkel
1. Walze (10, 11) für ein rotatives Herstellungsverfahren, wobei die Walze (10, 11) zumindest
ein Prägeelement (1) und zumindest ein Schneidelement (3, 4, 5, 9) aufweist.
2. Walze (10, 11) nach Anspruch 1, bei der
(i) das zumindest eine Schneidelement (3 ,4, 5, 9) in die Walzenoberfläche eingraviert
ist, oder
(ii) das zumindest eine Schneidelement (3, 4, 5, 9) als separates Element ausgeführt
ist und lösbar auf der Walzenoberfläche befestigt ist, wobei optional der Walzenkörper
ein Gewindeloch (7) aufweist, das zumindest eine Schneidelement (4 ,5) ein komplementäres
Durchgangsloch (6) aufweist und das Schneidelement (4, 5) mit einer Schraubverbindung
lösbar im Gewindeloch (7) befestigt ist.
3. Walze (10, 11) nach einem der vorherigen Ansprüche, bei der
(a) das zumindest eine Schneidelement (3, 4, 5, 9) in Axialrichtung (x) der Walze
(10, 11) neben dem zumindest einen Prägeelement (1) angeordnet ist; und/oder
(b) das zumindest eine Schneidelement (3, 4, 5, 9) in Rotationsrichtung (r) der Walze
(10, 11) vor oder hinter dem zumindest einen Prägeelement (1) angeordnet ist.
4. Walze (10, 11) nach einem der vorherigen Ansprüche, aufweisend
(i) zumindest zwei Schneidelemente (3, 4, 5, 9), wobei die zumindest zwei Schneidelemente
(3, 4, 5, 9) in Axialrichtung (x) der Walze (10, 11) auf unterschiedlichen Seiten
des zumindest einen Prägeelements (1) angeordnet sind oder wobei die zumindest zwei
Schneidelemente (3, 4, 5, 9) in Rotationsrichtung (r) der Walze (10, 11) auf unterschiedlichen
Seiten des zumindest einen Prägeelements (1) angeordnet sind und/oder
(ii) zumindest drei Schneidelemente (3, 4, 5, 9), wobei zumindest ein Schneidelement
(3, 4, 5, 9) in Axialrichtung (x) der Walze (10, 11) neben dem Prägeelement (1) angeordnet
ist und zumindest ein Schneidelement (3, 4, 5, 9) in Rotationsrichtung (r) der Walze
(10, 11) vor oder hinter dem zumindest einen Prägeelement (1) angeordnet ist.
5. Walze (10, 11) nach einem der vorherigen Ansprüche, bei der
(a) das Schneidelement (3, 4, 5, 9) eine Schneidkontur mit zumindest einer durchgehenden
Schneide aufweist;
(b) das Schneidelement (3, 4, 5, 9) eine Schneidkontur mit zumindest einer Durchbrechung
der Schneide aufweist;
(c) das zumindest eine Prägeelement (1) und das zumindest eine Schneidelement (3,
4, 5, 9) voneinander beabstandet auf der Walze (10, 11) angeordnet sind, wobei ein
Abstand (a, b) mehr als 0 mm beträgt, bevorzugt mehr als 1 mm, besonders bevorzugt
mehr als 10 mm;
(d) das Walzenmaterial im Wesentlichen einen metallischen oder keramischen Werkstoff
umfasst;
(e) das Walzenmaterial im Wesentlichen einen synthetischen Werkstoff umfasst; und/oder
(f) die Walze (10, 11) eine Verschleißschutzschicht aufweist.
6. Präge- und Schneidwerkzeug (100), umfassend eine erste Walze (10) nach den Ansprüchen
1 bis 15 und eine zweite Walze (11) nach den Ansprüchen 1 bis 15, wobei die zweite
Walze (11) zumindest ein zu dem zumindest einen Prägeelement (1) der ersten Walze
(11) komplementäres Prägeelement (1) und zumindest ein zu dem zumindest einen Schneidelement
(3, 4) komplementäres Schneidelement (5, 9) aufweist.
7. Präge- und Schneidwerkzeug (100) nach Anspruch 6, bei dem
(i) das zumindest eine komplementäre Schneidelement (5, 9) der zweiten Walze (11)
als ein flaches Gegenelement ausgeführt ist; oder
(ii) das zumindest eine komplementäre Schneidelement (5, 9) der zweiten Walze (11)
eine Schneidkontur aufweist.
8. Präge- und Schneidwerkzeug (100) nach einem der Ansprüche 6 bis 7, bei dem ein Abstand
(b) des zumindest einen Schneidelements (3, 4) der ersten Walze (10) zu dem zumindest
einen Prägeelement (1) der ersten Walze (10) und ein Abstand (a) des zumindest einen
komplementären Schneidelements (5, 9) der zweiten Walze (11) zu dem zumindest einen
komplementären Prägeelement (1) so ausgelegt sind, dass eine Achse (y) des zumindest
einen Schneidelements (3, 4) der ersten Walze (10) und eine Achse (z) des zumindest
einen komplementären Schneidelements (5, 9) der zweiten Walze (11) miteinander fluchten.
9. Präge- und Schneidwerkzeug (100) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, bei dem die erste
Walze (10) und die zweite Walze (11) jeweils zwei Distanzringe (8) aufweisen.
10. Präge- und Schneidwerkzeug (100) nach Anspruch 9, bei dem die Distanzringe (8) um
einen Winkel (cL) angeschrägt sind.
11. Präge- und Schneidwerkzeug (100) nach Anspruch 10, bei dem der Winkel (a) in einem
Bereich zwischen 0 und 10° liegt.
12. Rotatives Herstellungsverfahren, bei dem ein Werkstück (2) in einem Verfahrensschritt
durch ein Präge- und Schneidwerkzeug (100) nach einem der Ansprüche 6 bis 11 geprägt
und geschnitten wird.
13. Halbplatte, hergestellt nach einem Herstellungsverfahren nach Anspruch 12.
14. Halbplatte nach Anspruch 13, die
(i) als Material einen graphitbasierten Werkstoff umfasst; oder
(ii) als Material einen metallbasierten Werkstoff umfasst.
15. Bipolarplatte, die zwei Halbplatten nach einem der Ansprüche 13 bis 14 umfasst.