[0001] Die Erfindung betrifft ein Zylinderschloss, welches einen Schließzylinder mit einem
drehbar in einem Zylindergehäuse gehaltenen Zylinderkern sowie ein Schlossgehäuse
mit einer Aufnahme umfasst, in welche der Schließzylinder entlang einer Einsetzrichtung
einsetzbar ist.
[0002] Grundsätzlich können derartige Zylinderschlösser in einer Vielzahl von Anwendungen
zum Einsatz kommen, um einen unbefugten Zugriff auf Gegenstände und/oder einen unbefugten
Zutritt zu Objekten unterbinden zu können. Beispielsweise können Zylinderschlösser
daher an Fenster- oder Türgriffen eingesetzt werden, um wahlweise ein Verschwenken
des Fenster- oder Türgriffs relativ zu einem Fensterrahmen oder einem Türblatt zum
Öffnen der Tür bzw. des Fensters sperren oder freigeben zu können. Zudem können Zylinderschlösser
beispielsweise in einem Türblatt montiert werden, um die Tür durch einen Riegel gegen
ein unbefugtes Öffnen sichern zu können. Ferner können derartige Zylinderschlösser
beispielsweise auch als Hangschlösser ausgebildet sein, um etwa durch Führen eines
Schlossbügels eines Hangschlosses durch eine Öse einer Überfalle und Verriegeln des
Schlossbügels an dem Schlossgehäuse mittels des Schließzylinders eine Tür versperren
zu können.
[0003] Allgemein können derartige Zylinderschlösser beispielsweise mehrere in dem Zylinderkern
angeordnete Kernstifte aufweisen, welche gemeinsam mit in dem Zylindergehäuse angeordneten
Gehäusestiften und Zuhaltungsfedern jeweilige Stiftzuhaltungen bilden, die durch Einführen
eines zugeordneten Schlüssels in einen an dem Zylinderkern vorgesehenen Schlüsselkanal
sortiert werden können, um den Zylinderkern für eine Drehung relativ zu dem Schlossgehäuse
freizugeben. Ist der Schlüssel hingegen nicht eingeführt, kann zumindest einer der
Gehäusestifte in den Zylinderkern hineinragen und den Zylinderkern dadurch gegen eine
Drehung relativ zu dem Zylindergehäuse sperren. Durch Drehen des Zylinderkerns kann
ferner beispielsweise ein Riegelelement antreibbar oder bewegbar sein, um das Zylinderschloss
wahlweise für eine Bewegung relativ zu einer Einbauumgebung oder einem Schlossbügel
freigeben oder gegen eine solche Bewegung sperren zu können. Jedoch sind auch elektronische
Zylinderschlösser mit elektronischen Schließzylindern bekannt, bei welchen ein elektrischer
Antrieb zum Antreiben eines Riegelelements vorgesehen sein kann.
[0004] Bei derartigen Zylinderschlössern kann der Schließzylinder insbesondere während einer
Montage in die Aufnahme des Schlossgehäuses eingesetzt werden, wobei es daraufhin
erforderlich ist, den Schließzylinder in der Aufnahme gegen ein Lösen aus der Aufnahme
zu sichern.
[0005] Andererseits kann es jedoch auch gewünscht sein, einen Wechsel des Schließzylinders
durch einen berechtigten Benutzer zu ermöglichen. Beispielsweise kann ein solcher
Wechsel des Schließzylinders erforderlich sein, wenn ein Schlüssel des Zylinderschlosses
verloren wurde und ein mögliches Öffnen des Zylinderschlosses durch einen Finder oder
Dieb des Schlüssels ausgeschlossen werden soll. Zudem kann beispielsweise bei Zylinderschlössern,
die zur Sicherung von vermieteten Objekten oder Gegenständen genutzt werden, vorgesehen
sein, vor jeder Miete den Schließzylinder zu wechseln, um möglichen Versuchen entgegenzuwirken,
das Zylinderschloss unter Verwendung eines während einer vorhergehenden Miete kopierten
Schlüssels zu öffnen.
[0006] Daher ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein Zylinderschloss zu schaffen, welches
eine zuverlässige Sicherung des Schließzylinders nach einer Montage in einer Aufnahme
eines Schlossgehäuses bereitstellt, jedoch auch ein Entnehmen des Schließzylinders
aus der Aufnahme grundsätzlich ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Zylinderschloss mit den Merkmalen des Anspruchs
1.
[0008] Das Zylinderschloss weist eine Arretiereinrichtung zum Arretieren des Schließzylinders
in dem Schlossgehäuse auf, welche ein in eine Arretierstellung vorgespanntes Arretiermittel
umfasst. In der Arretierstellung ragt das Arretiermittel in die Aufnahme hinein, wobei
das Arretiermittel durch ein Einsetzen des Schließzylinders in die Aufnahme durch
den Schließzylinder entgegen der Vorspannung aus der Arretierstellung zurückdrängbar
ist. Zudem ist das Arretiermittel dazu ausgebildet, nach einem vollständigen Einsetzen
des Schließzylinders aufgrund der Vorspannung in die Arretierstellung zurück zu gelangen
und den Schließzylinder gegen ein Lösen aus der Aufnahme zu sichern.
[0009] Indem das Arretiermittel durch das Einsetzen des Schließzylinders entgegen der Vorspannung
aus der Arretierstellung zurückdrängbar ist, kann das Arretiermittel - durch das Einsetzen
des Schließzylinders in das Schlossgehäuse - insbesondere aus einer Bahn des Schließzylinders
herausdrängbar sein, so dass zumindest ein Abschnitt des Schließzylinders das Arretiermittel
passieren und der Schließzylinder in das Schlossgehäuse eingesetzt werden kann. Nach
einem vollständigen Einsetzen des Schließzylinders kann das Arretiermittel hingegen
aufgrund der Vorspannung wieder in die Arretierstellung zurückschnappen, um insbesondere
den an dem Arretiermittel vorbeigeführten Abschnitt des Schließzylinders hintergreifen
und den Schließzylinder dadurch in dem Schlossgehäuse sichern zu können. Insbesondere
kann ferner vorgesehen sein, dass das sich in der Arretierstellung befindliche Arretiermittel
zwar durch eine Bewegung des Schließzylinders entlang der Einsetzrichtung zum Einsetzen
des Schließzylinders in das Schlossgehäuse, nicht jedoch durch eine der Einsetzrichtung
entgegengesetzte Bewegung des in das Schlossgehäuse eingesetzten Schließzylinders
aus der Arretierstellung zurückdrängbar ist, so dass der eingesetzte Schließzylinder
durch das Arretiermittel in dem Schlossgehäuse gegen ein Entnehmen gesichert sein
kann.
[0010] Jedoch kann die Möglichkeit, das Arretiermittel durch eine entlang der Einsetzrichtung
wirkende Kraft aus der Arretierstellung herauszudrängen, bei einigen Ausführungsformen
etwa auch ein Zurückdrängen des Arretiermittels durch ein entlang der Einsetzrichtung
geführtes Freigabemittel erlauben, um den Schließzylinder wahlweise aus dem Schlossgehäuse
entnehmen zu können. Dies wird nachstehend noch näher erläutert.
[0011] Um ein sicheres Halten des Schließzylinders in der Aufnahme zu ermöglichen, kann
der Schließzylinder insbesondere eine Eingriffsöffnung aufweisen, in welche das Arretiermittel
nach dem Einsetzen des Schließzylinders eingreift. Insbesondere kann das Arretiermittel
daher durch den Schließzylinder während des Einsetzens zunächst aus der Aufnahme entgegen
der Vorspannung herausgedrängt werden, um nach dem Einsetzen des Schließzylinders
wieder in die Aufnahme gelangen zu können, wenn sich die Eingriffsöffnung auf der
Höhe des Arretiermittels befindet. Beispielsweise kann das Arretiermittel den Schließzylinder
daraufhin durch Hintergreifen einer Begrenzung der Einsatzöffnung in der Aufnahme
sichern.
[0012] Indem das Arretiermittel dazu ausgebildet ist, nach dem vollständigen Einsetzen des
Schließzylinders in die Aufnahme in die Arretierstellung zurück zu gelangen, kann
das Arretiermittel beispielsweise dazu ausgebildet sein, unmittelbar bei einem Erreichen
einer vorgesehenen Endposition der Schließzylinders und/oder nach oder bei einem vollständigen
Einsetzen des Schließzylinders in die Aufnahme wieder in die Arretierstellung zu gelangen,
um den Schließzylinder in dieser Endposition zu sichern. Es kann jedoch auch vorgesehen
sein, dass der eingesetzte Schließzylinder in der Aufnahme ausgehend von einer bezüglich
der Einsetzrichtung unteren Endposition entgegen der Einsetzrichtung in eine obere
Endposition bewegbar ist, wobei das Arretiermittel dazu ausgebildet sein kann, den
Schließzylinder bezüglich dieser Bewegbarkeit in der oberen Endposition zu halten
und gegen ein Entnehmen oder Lösen aus dem Schlossgehäuse zu sichern, jedoch eine
Bewegung des Schließzylinders von der oberen Endposition in die untere Endposition
zuzulassen. Insbesondere kann das Arretiermittel durch eine Bewegung des Schließzylinders
von der oberen Endposition in die untere Endposition entgegen der Vorspannung zurückdrängbar
sein, wobei die Kraft zum Zurückdrängen des Arretiermittels beispielsweise durch eine
in Richtung einer Öffnung der Aufnahme, durch welche der Schließzylinder in die Aufnahme
einsetzbar ist, angeordnete obere Begrenzung der erwähnten Eingriffsöffnung übertragen
werden kann. Bei einem Erreichen der oberen Endposition kann das Arretiermittel hingegen
durch eine untere Begrenzung der Eingriffsöffnung beaufschlagt werden, um den Schließzylinder
in der oberen Endposition in der Aufnahme zu sichern. Bei solchen Ausführungsformen
kann das Arretiermittel daher bereits vor dem Erreichen der unteren Endposition in
die Eingriffsöffnung eingreifen und den Schließzylinder dadurch bereits gegen ein
Lösen aus der Aufnahme sichern, wobei der Schließzylinder jedoch trotz dieses Eingriffs
des Arretiermittels noch weiter in die Aufnahme hineinführbar sein kann.
[0013] Insbesondere kann es sich bei dem Schließzylinder um einen mechanischen oder einen
elektronischen Schließzylinder handeln.
[0014] Ein mechanischer Schließzylinder kann insbesondere einen drehbar in dem Zylindergehäuse
gehaltenen Zylinderkern aufweisen und beispielsweise als ein Profilzylinder gemäß
DIN 18252 ausgebildet sein. Bei einem solchen Profilzylinder kann das Zylindergehäuse
einen Kernaufnahmeabschnitt zur Aufnahme des Zylinderkerns sowie einen radial bezüglich
einer Drehachse des Zylinderkerns davon wegragenden Flanschabschnitt aufweisen, in
welchem mehrere Gehäusestifte und Zuhaltungsfedern angeordnet sein können. Die Gehäusestifte
und Zuhaltungsfedern können ferner mit in dem Zylinderkern angeordneten Gehäusestiften
zusammenwirken, um den Zylinderkern wahlweise für eine Drehung relativ zu dem Zylindergehäuse
freigeben oder gegen eine solche Drehung sperren können. Derartige Stiftzuhaltungen
können insbesondere mittels eines zugeordneten Schlüssels sortiert werden, wenn dieser
Schlüssel in einen Schlüsselkanal des Zylinderkerns eingeführt wird, um daraufhin
ein Drehen des Zylinderkerns zu ermöglichen. Entsprechend kann auch die Aufnahme in
dem Schlossgehäuse beispielsweise eine zu dem Profilzylinder korrespondierende Form
aufweisen, so dass der Schließzylinder passgenau in die Aufnahme einsetzbar sein kann.
[0015] Alternativ zu einem Profilzylinder kann jedoch beispielsweise auch vorgesehen sein,
dass der Schließzylinder als Rundzylinder oder Ovalzylinder ausgebildet ist, wobei
die Aufnahme bei solchen Ausführungsformen ebenfalls eine entsprechende Form aufweisen
kann. Grundsätzlich kann die Aufnahme des Schlossgehäuses eine dem jeweiligen einzusetzenden
Schließzylinder zugeordnete Form aufweisen, die ein Einsetzen des Schließzylinders
in die Aufnahme ermöglicht.
[0016] Ein elektronischer Schließzylinder kann insbesondere einen elektrischen Antrieb zum
Antreiben eines Riegelelements aufweisen, beispielsweise einer durch einen Elektromotor
des elektrischen Antriebs bewegbaren, insbesondere drehbaren, Schließnase. Ein solcher
Schließzylinder kann ferner beispielsweise einen Funkempfänger aufweisen, um Steuerbefehle,
insbesondere Verriegelungsbefehle oder Entriegelungsbefehle, für den elektrischen
Antrieb über eine Funkverbindung empfangen zu können, beispielsweise über eine Bluetooth-Verbindung,
eine WLAN-/WiFi-Verbindung und/oder eine Mobilfunkverbindung. Zudem kann ein elektronischer
Schließzylinder eine Steuereinrichtung zum Verarbeiten der empfangenen Steuerbefehle
und zum Ansteuern des elektrischen Antriebs gemäß diesen Steuerbefehlen aufweisen.
[0017] Alternativ zu einem Empfang von Steuerbefehlen über eine Funkverbindung können bei
elektronischen Schließzylindern auch andere Identmittel vorgesehen sein, um einen
Steuerbefehl an einen elektronischen Schließzylinder übertragen zu können. Beispielsweise
kann eine Überprüfung biometrischer Merkmale zur Identifizierung eines Schlosseigentümers
vorgesehen sein, indem der Schließzylinder und/oder das Zylinderschloss etwa einen
Fingerprintsensor zum Überprüfen eines Fingerabdrucks aufweisen kann, oder der Schließzylinder
und/oder das Zylinderschloss kann eine Eingabeeinrichtung zum Eingeben eines Freigabecodes
aufweisen, um infolge der Eingabe eines korrekten Freigabecodes den elektrischen Antrieb
zum Öffnen des Zylinderschlosses anzusteuern.
[0018] Allgemein kann das Zylindergehäuse eines elektronischen Schließzylinders - wie vorstehend
für einen mechanischen Zylinder erläutert - ebenfalls beispielsweise gemäß einem Profilzylinder,
einem Ovalzylinder oder einem Rundzylinder ausgebildet sein und/oder die Aufnahme
kann eine der Form des Zylindergehäuses bzw. des Schließzylinders entsprechende Form
aufweisen.
[0019] Das Schlossgehäuse kann beispielsweise von einem Schlosskörper eines Hangschlosses
gebildet sein, in welchen der Schließzylinder entlang der Einsetzrichtung einsetzbar
ist. Ferner kann beispielsweise vorgesehen sein, dass das Schlossgehäuse von einem
Fenster- oder Türgriff gebildet ist, um den Fenster- oder Türgriff mit Hilfe des Zylinderschlosses
wahlweise gegen eine Schwenkbewegung relativ zu einer Einbauumgebung, insbesondere
einem Fensterrahmen oder einem Türblatt, sichern zu können. Ebenso ist möglich, dass
das Schlossgehäuse von einer in ein Türblatt eingelassenen Schlosskammer gebildet
wird, um mittels des Zylinderschlosses einen Riegel zum Verriegeln des Türblatts relativ
zu einem Türrahmen betätigen zu können.
[0020] Während durch die Arretiereinrichtung mit dem vorgespannten Arretiermittel somit
eine zuverlässige Sicherung des Schließzylinders in der Aufnahme nach einer Montage
erreicht werden kann, ermöglicht es die Zurückdrängbarkeit des Arretiermittels durch
eine in Einsetzrichtung wirkende Kraft grundsätzlich auch, das Arretiermittel für
eine Demontage des Schließzylinders ebenfalls entgegen der Vorspannung zurückzudrängen,
um den Schließzylinder für ein Entnehmen aus der Aufnahme freigeben und beispielsweise
wechseln zu können. Dies wird nachstehend noch näher erläutert.
[0021] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie
anhand der Figuren erläutert.
[0022] Bei einigen Ausführungsformen kann das Arretiermittel schräg entgegen der Einsetzrichtung
in die Arretierstellung vorgespannt sein.
[0023] Insbesondere kann das Arretiermittel schräg entgegen der Einsetzrichtung und nach
innen in Richtung der Aufnahme vorgespannt sein, um aufgrund einer von dem Schließzylinder
während des Einsetzens in die Aufnahme auf das Arretiermittel in Einsetzrichtung entfalteten
Kraft schräg nach außen entgegen der Vorspannung und insbesondere aus der Aufnahme
heraus gedrängt werden zu können. Indem das Arretiermittel jedoch dazu ausgebildet
ist, nach einem vollständigen Einsetzen des Schließzylinders wieder in die Arretierstellung
zurück zu gelangen, kann das Arretiermittel nach dem Einsetzen des Schließzylinders
insbesondere erneut in die Aufnahme eingreifen, um dadurch den Schließzylinder gegen
ein Lösen aus der Aufnahme, insbesondere gegen ein Lösen entgegen der Einsetzrichtung,
zu sichern.
[0024] Durch die schräge Ausrichtung der Vorspannung des Arretiermittels entgegen der Einsetzrichtung
kann insbesondere erreicht werden, dass das Arretiermittel infolge einer von dem eingesetzten
Schließzylinder übertragenen und entgegen der Einsetzrichtung ausgerichteten Kraft
nicht entgegen der Vorspannung zurückdrängbar ist, da der Schließzylinder in diesem
Fall keine der Vorspannung entgegengerichtete Kraft übertragen kann. Das Arretiermittel
kann durch die Vorspannung einer Kraft ausgesetzt werden, welche in eine Komponente
entgegen der Einsetzrichtung und eine Komponente senkrecht zu der Einsetzrichtung
und in Richtung der Aufnahme aufteilbar ist. Daher kann der Schließzylinder während
eines Einsetzens eine Kraft auf das Arretiermittel übertragen, welche der entgegen
der Einsetzrichtung ausgerichteten Komponente der Vorspannung entgegengesetzt ist,
um das Arretiermittel durch Übertragen dieser Kraft zurückzudrängen. Insbesondere
kann durch eine Führung und/oder eine Form des Arretiermittels eine Umlenkung der
von dem Schließzylinder in Einsetzrichtung übertragenen Kraft erfolgen, um das Arretiermittel
im Zuge des Einsetzens des Schließzylinders und aufgrund der von diesem übertragenen
Kraft in Einsetzrichtung entgegen der Vorspannung zurückdrängen zu können. Bei einer
entgegengesetzten Bewegung des eingesetzten Schließzylinders aus der Aufnahme heraus
wirkt eine von dem Schließzylinder auf das Arretiermittel übertragene Kraft hingegen
entlang der Komponente der Vorspannung des Arretiermittels entgegen der Einsetzrichtung,
so dass das Arretiermittel durch eine solche Kraft nicht entgegen der Vorspannung
zurückgedrängt werden und der Eingriff des Arretiermittels in die Aufnahme nicht gelöst
werden kann. Zudem kann eine Auslenkung des Arretiermittels gegenüber einer Richtung
der Vorspannung durch Begrenzungen einer Führung für das Arretiermittel ausgeschlossen
oder ausreichend begrenzt sein, dass das Arretiermittel nicht senkrecht zu der Einsetzrichtung
außer Eingriff zu der Aufnahme gebracht werden kann. Der Schließzylinder kann daher
durch die Arretiereinrichtung nach dem Einsetzen in die Aufnahme sicher in dem Schlossgehäuse
gehalten sein, wobei aufgrund der Vorspannung des Arretiermittels lediglich der Schließzylinder
in die Aufnahme eingesetzt werden muss, ohne dass weitere Montageschritte zum Sichern
des Schließzylinders in der Aufnahme durchgeführt werden müssen.
[0025] Das Arretiermittel kann bei einigen Ausführungsformen in einem Arretierkanal geführt
sein, insbesondere in einer Bohrung.
[0026] Ferner kann das Arretiermittel bei einigen Ausführungsformen in einem schräg entgegen
der Einsetzrichtung ausgerichteten Arretierkanal geführt sein, insbesondere in einer
schräg entgegen der Einsetzrichtung ausgerichteten Bohrung.
[0027] Insbesondere kann in dem Arretierkanal eine Druckfeder angeordnet sein, durch welche
das Arretiermittel in die Arretierstellung vorgespannt ist. Ferner kann ein solcher
Arretierkanal insbesondere eine Führung für das Arretiermittel bilden, um eine Richtung,
entlang welcher das Arretiermittel bewegbar ist, auf die vorgesehene und insbesondere
schräge Ausrichtung zu der Einsetzrichtung festzulegen und Bewegungen des Arretiermittels
zu stabilisieren. Zudem können durch eine solche Führung des Arretiermittels etwaige
Auslenkungen des Arretiermittels gegenüber der vorgesehenen Bewegungsrichtung eingeschränkt
und/oder verhindert werden, um eine ungewünschte Verdrängung des Arretiermittels aus
der Aufnahme heraus durch eine Bewegung senkrecht zu der Einsetzrichtung zu verhindern.
[0028] Bei einigen Ausführungsformen kann das Arretiermittel ausgehend von der Arretierstellung
durch eine in Richtung der Einsetzrichtung entfaltete Kraft in den Arretierkanal hinein
drängbar sein. Insbesondere kann das Arretiermittel bei solchen Ausführungsformen
daher durch Einsetzen des Schließzylinders von dem Schließzylinder aus der Arretierstellung
heraus und in den Arretierkanal hinein drängbar sein, um eine Bahn des Schließzylinders
freizugeben und das Einsetzen des Schließzylinders in die Aufnahme zu ermöglichen.
Ferner kann das Arretiermittel bei einem Zurückdrängen aus der Aufnahme bei solchen
Ausführungsformen gewissermaßen in dem Arretierkanal aufgenommen werden, um auch während
dieser Bewegung entgegen der Vorspannung geführt werden zu können.
[0029] Der Schließzylinder kann bei einigen Ausführungsformen einen Anschlag aufweisen,
mit welchem der in das Schlossgehäuse eingesetzte Schließzylinder bei einer auf den
Schließzylinder ausgeübten, der Einsetzrichtung entgegengerichteten Kraftentfaltung
an dem Arretiermittel anschlägt.
[0030] Insbesondere kann es sich bei einem solchen Anschlag um eine Begrenzung der bereits
erwähnten Eingriffsöffnung handeln, welche einer Öffnung der Aufnahme, durch welche
der Schließzylinder in die Aufnahme einsetzbar ist, entgegengesetzt ist und welche
- von einer Anordnung dieser Öffnung an einer Oberseite des Schlossgehäuse ausgehend
- als eine untere Begrenzung der Eingriffsöffnung verstanden werden kann. Wird daher
bei solchen Ausführungsformen an dem eingesetzten Schließzylinder gezogen, kann der
Anschlag oder die Begrenzung der Eingriffsöffnung an dem Arretiermittel anschlagen
und dadurch eine weitergehende Bewegung des Schließzylinders aus dem Schlossgehäuse
heraus blockieren.
[0031] Bei einigen Ausführungsformen kann das in der Arretierstellung positionierte Arretiermittel
infolge der Kraftentfaltung zwischen dem Anschlag und einer Begrenzung des Arretierkanals
einklemmbar sein. Ein solches Einklemmen des Arretiermittels kann letztlich durch
die schräge Ausrichtung des Arretierkanals sowie der Vorspannung ermöglicht werden,
indem bei einem Herausbewegen des Schließzylinders aus der Aufnahme keine Kraft entgegen
der Vorspannung auf das Arretiermittel übertragen werden kann. Daher kann das Arretiermittel
infolge einer entgegen der Einsetzrichtung gerichteten Kraft nicht aus der Aufnahme
heraus bewegt werden, sondern - infolge einer möglichen Umlenkung der von dem Schließzylinder
übertragene Kraft - allenfalls senkrecht zu der Einsetzrichtung gedrängt werden, wobei
eine Bewegung des Arretiermittels in dieser Richtung durch die Begrenzung, insbesondere
eine seitliche Begrenzung, des Arretierkanals blockiert sein kann. Eine auf den Schließzylinder
ausgeübte Kraft kann entsprechend über den Anschlag auf das in die Aufnahme eingreifende
Arretiermittel und über das Arretiermittel auf das Schlossgehäuse übertragen werden,
so dass der Schließzylinder nicht relativ zu dem Schlossgehäuse entgegen der Einsetzrichtung
bewegt werden kann, wenn der Anschlag an dem sich in der Arretierstellung befindlichem
Arretiermittel anschlägt.
[0032] Bei einigen Ausführungsformen kann der Arretierkanal an einer der Aufnahme abgewandten
Seite eine Demontageöffnung aufweisen, durch welche das Arretiermittel für eine Demontage
zugänglich ist, wobei das Arretiermittel durch die Demontage aus der Arretierstellung
heraus in den Arretierkanal hineinbewegbar und der Schließzylinder für ein Entnehmen
aus der Aufnahme freigebbar ist.
[0033] Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das Arretiermittel durch Entspannen oder
Entnehmen einer Vorspannfeder, insbesondere einer Druckfeder, durch welche das Arretiermittel
in die Arretierstellung vorgespannt ist, aus der Arretierstellung heraus in den Arretierkanal
hineinbewegbar ist. Alternativ oder zusätzlich kann auch vorgesehen sein, dass eine
solche Vorspannfeder und das Arretiermittel durch die Demontageöffnung aus dem Arretierkanal
entnehmbar sind. Nach einem Entspannen einer Vorspannfeder oder einem Entnehmen des
Arretiermittels aus dem Arretierkanal kann das Arretiermittel insbesondere nicht mehr
in die Aufnahme eingreifen, so dass der Schließzylinder von dem Arretiermittel für
ein Entnehmen aus dem Schlossgehäuse freigegeben sein kann.
[0034] Beispielsweise kann bei Ausführungsformen, bei welchen das Zylinderschloss in einen
Fenster- oder Türgriff eingesetzt ist, vorgesehen sein, dass die Demontageöffnung
nach einem Verschwenken des Fenster- oder Türgriffs in eine Öffnungsstellung zugänglich
ist, wohingegen das Arretiermittel in einer Verschlossenstellung nicht zugänglich
sein kann. Hierdurch kann erreicht werden, dass die Arretiereinrichtung lediglich
in der Öffnungsstellung demontiert werden kann und der Zugriff zu der Demontageöffnung
lediglich dem berechtigten Benutzer freisteht, da bei sich in einer Verschlossenstellung
befindlichem Fenster- oder Türgriff und somit bei geschlossenem Fenster oder bei geschlossener
Tür ein Zugriff auf die Demontageöffnung nicht möglich ist. Durch eine solche Demontageöffnung
kann somit eine einfache Möglichkeit für den berechtigten Benutzer geschaffen werden,
den Schließzylinder wahlweise zu entnehmen und beispielsweise auszutauschen, wohingegen
ein Entnehmen des Schließzylinders im Zuge von Aufbruchsversuchen aufgrund der bei
sich in der Verschlossenstellung befindlichem Fenster- oder Türgriff nicht zugänglichen
Demontageöffnung nicht möglich ist.
[0035] Alternativ oder zusätzlich kann bei einigen Ausführungsformen an der Aufnahme ein
sich entlang der Einsetzrichtung erstreckender Freigabeschlitz angeordnet sein, wobei
das Arretiermittel durch Einführen eines länglichen Freigabemittels in den Freigabeschlitz
entgegen der Vorspannung aus der Arretierstellung drängbar sein kann.
[0036] Insbesondere kann sich der Freigabeschlitz entlang der Einsetzrichtung erstrecken
und von einer Außenseite des Schlossgehäuses zu dem Arretiermittel führen. Ähnlich
wie bei einem Einführen des Schließzylinders kann das Arretiermittel aufgrund einer
von dem Freigabemittel in Einsetzrichtung auf das Arretiermittel ausgeübten Kraft
entgegen der Vorspannung aus der Aufnahme zurückdrängbar sein, um dadurch den Schließzylinder
für ein Entnehmen aus dem Schlossgehäuse freigeben zu können.
[0037] Insbesondere kann als Freigabemittel ein flaches Drahtbiegeteil in Betracht kommen,
welches in einen schmalen Freigabeschlitz einführbar sein kann. Grundsätzlich kann
jedoch jedes für ein Einführen in den Freigabeschlitz ausreichend flaches und zum
Erreichen des Arretiermittels ausreichend langes Freigabemittel verwendbar sein, wobei
das Freigabemittel jedoch zudem ausreichend stabil sein muss, um die erforderliche
Kraft zum Zurückdrängen des Arretiermittels übertragen zu können.
[0038] Der Freigabeschlitz kann insbesondere bei eingesetztem Schließzylinder zwischen einer
Außenseite des Schließzylinders und einer Innenseite der Aufnahme und/oder des Schlossgehäuses
gebildet sein. Zudem kann vorgesehen sein, dass das Arretiermittel durch Einführen
des Freigabemittels in den Freigabeschlitz in den vorstehend erwähnten Arretierkanal
hinein drängbar und dadurch außer Eingriff zu der Aufnahme bringbar ist. Auch dies
ermöglicht es auf einfache Weise, den Schließzylinder für ein Entnehmen aus dem Schlossgehäuse
freizugeben, um beispielsweise einen anderen Schließzylinder einsetzen und den Schließzylinder
dadurch wechseln zu können.
[0039] Insbesondere kann das Bereitstellen eines solchen Freigabeschlitzes bei Ausführungsformen
vorgesehen sein, bei welchen das Arretiermittel dazu ausgebildet ist, den Schließzylinder
in einer oberen Endposition in der Aufnahme zu halten, jedoch ausgehend von der oberen
Endposition eine Bewegung in Einsetzrichtung in eine untere Endposition zuzulassen,
wie vorstehend bereits erläutert ist. Bei solchen Ausführungsformen kann insbesondere
vorgesehen sein, dass der Schließzylinder in der unteren Endposition, bei welcher
es sich um eine Geschlossenstellung des Zylinderschlosses handeln kann, durch einen
weiteren Mechanismus gegen eine Bewegung in die obere Endposition, bei welcher es
sich um eine Offenstellung des Zylinderschlosses handeln kann, blockierbar ist, wobei
ein Überführen des Schließzylinders aus der Geschlossenstellung in die Offenstellung
das Betätigen des Zylinderkerns und insofern das Einführen des zugeordneten Schlüssels
erfordern kann. Daher kann zum Entnehmen des Schließzylinders aus der Aufnahme erforderlich
sein, den Schließzylinder zunächst unter Betätigung des Zylinderkerns aus der Geschlossenstellung
in die Offenstellung zu bewegen, um daraufhin durch Einführen des Freigabemittels
in den Freigabeschlitz das Arretiermittel aus der Aufnahme herausdrängen zu können.
Auch hierdurch kann sichergestellt werden, dass der Schließzylinder lediglich von
dem berechtigten, über den zugeordneten Schlüssel verfügenden Benutzer entnommen werden
kann.
[0040] Der Schließzylinder kann bei einigen Ausführungsformen eine Eingriffsöffnung für
das Arretiermittel aufweisen, in welche das Arretiermittel bei in das Schlossgehäuse
eingesetztem Schließzylinder eingreift. Wie bereits erläutert, kann der Schließzylinder
durch einen solchen Eingriff des Arretiermittels in eine Eingriffsöffnung gegen ein
Entnehmen aus dem Schlossgehäuse gesichert werden.
[0041] Die Eingriffsöffnung kann bei einigen Ausführungsformen durch eine Stulpschraubenbohrung
an dem Zylindergehäuse gebildet sein. Insbesondere können solche Stulpschraubenbohrungen
ohnehin an dem Zylindergehäuse eines standardisierten Schließzylinders, insbesondere
eines Profilzylinders, vorgesehen sein, um beispielsweise eine Fixierung des Schließzylinders
in einem Türblatt einer Tür zu ermöglichen, indem eine Stulpschraube an einer zu öffnenden
Schmalseite in das Türblatt und in die Stulpschraubenbohrung eingeführt wird. Hierdurch
kann der Schließzylinder gegen ein Entnehmen aus dem Türblatt gesichert werden, wenn
die Tür geschlossen und die Stulpschraube daher nicht zugänglich ist. Auch bei den
hier erläuterten Ausführungsformen, kann somit diese häufig ohnehin vorgesehene Stulpschraubenbohrung
dazu genutzt werden, eine Sicherung des Schließzylinders in dem Schlossgehäuse durch
einen Eingriff des Arretiermittels in die Stulpschraubenbohrung zu erreichen, so dass
der Schließzylinder nicht mit einer eigens herzustellenden Eingriffsöffnung versehen
werden muss.
[0042] Bei einigen Ausführungsformen kann der in das Schlossgehäuse eingesetzte Schließzylinder
relativ zu dem Arretiermittel entlang der Einsetzrichtung zwischen einer Offenstellung
und einer Geschlossenstellung bewegbar sein. Insbesondere kann der in das Schlossgehäuse
eingesetzte Schließzylinder daher relativ zu dem Arretiermittel in und/oder entgegen
der Einsetzrichtung zwischen der Offenstellung und der Geschlossenstellung bewegbar
sein. Wie bereits erläutert, kann der eingesetzte Schließzylinder innerhalb des Schlossgehäuses
insbesondere zwischen einer oberen Endstellung und einer unteren Endstellung bewegbar
sein, welche die Offenstellung und die Geschlossenstellung definieren können, wobei
das Arretiermittel dazu ausgebildet sein kann, eine Bewegung des Schließzylinders
entgegen der Einsetzrichtung über die Offenstellung hinaus zu unterbinden und den
Schließzylinder dadurch gegen ein Lösen aus der Aufnahme zu sichern.
[0043] Beispielsweise kann ein Blockieren des Schließzylinders gegen ein Lösen aus der Aufnahme
erreicht werden, indem das Arretiermittel in der Offenstellung des Schließzylinders
an einer Begrenzung einer Eingriffsöffnung anliegt, die einer Öffnung, durch welche
der Schließzylinder in die Aufnahme einsetzbar ist, abgewandt ist. Hingegen kann das
Arretiermittel durch eine Bewegung des Schließzylinders in die Geschlossenstellung
beispielsweise gegen die Vorspannung zurückdrängbar sein und in der Geschlossenstellung
nicht in die Aufnahme eingreifen, wobei die Kraft zum Zurückdrängen des Arretiermittels
beispielsweise durch eine der Öffnung der Aufnahme zugewandte Begrenzung der Eingriffsöffnung
übertragen werden kann.
[0044] Alternativ zu einem solchen Verdrängen des Arretiermittels durch Bewegen des Schließzylinders
von der Offenstellung in die Geschlossenstellung kann beispielsweise bei einigen Ausführungsformen
vorgesehen sein, dass eine Ausdehnung einer Eingriffsöffnung des Schließzylinders
in Einsetzrichtung eine größere Ausdehnung aufweist als ein Arretierabschnitt des
Arretiermittels, welcher in die Aufnahme eingreift. Durch eine solche Ausbildung der
Eingriffsöffnung kann das Arretiermittel in der Offenstellung an einer Begrenzung
der Eingriffsöffnung anliegen und den Schließzylinder dadurch in der Aufnahme halten,
wohingegen der Schließzylinder nicht gegen eine Bewegung in Einsetzrichtung gesperrt
ist und in die Geschlossenstellung gelangen kann, ohne dazu das Arretiermittel aus
der Arretierstellung herausdrängen zu müssen. Bei solchen Ausführungsformen kann das
Arretiermittel daher sowohl in der Offenstellung als auch in der Geschlossenstellung
in der Arretierstellung angeordnet sein.
[0045] Der Schließzylinder kann bei einigen Ausführungsformen als Druckzylinder ausgebildet
und entgegen der Einsetzrichtung in die Offenstellung vorgespannt sein, wobei das
Arretiermittel dazu ausgebildet sein kann, eine Bewegung des in die Aufnahme eingesetzten
Schließzylinders entgegen der Einsetzrichtung über die Offenstellung hinaus zu blockieren.
Beispielsweise kann der Schließzylinder bei solchen Ausführungsformen axial mit einem
Verriegelungselement verbunden sein, welches sich in der Geschlossenstellung über
das Schlossgehäuse hinaus erstrecken kann, um eine Bewegung des Schlossgehäuses relativ
zu einer Einbauumgebung verhindern zu können. In der Offenstellung kann ein solches
Verriegelungselement hingegen in das Schlossgehäuse hinein bewegt sein, um eine Bewegung
des Schlossgehäuses und beispielsweise eines schwenkbaren Fenster- oder Türgriffs
zuzulassen. Das Arretiermittel kann daher dazu ausgebildet sein, den Schließzylinder
gegen ein Lösen aus der Aufnahme zu sichern und den Schließzylinder in der Offenstellung
zu halten, jedoch eine darüber hinausgehende Bewegung des Schließzylinders in die
Aufnahme hinein zum Überführen des Schließzylinders in die Geschlossenstellung zu
ermöglichen.
[0046] Das Arretiermittel kann bei einigen Ausführungsformen durch Bewegen des Schließzylinders
aus der Offenstellung in die Geschlossenstellung entgegen der Vorspannung zurückdrängbar
sein. Insofern kann bei einigen Ausführungsformen vorgesehen sein, dass das Arretiermittel
in der Geschlossenstellung des Schließzylinders nicht in der Arretierstellung angeordnet
ist und/oder nicht in die Aufnahme hineinragt.
[0047] Das Zylinderschloss kann bei einigen Ausführungsformen ein Blockierelement aufweisen,
welches dazu ausgebildet ist, den in die Aufnahme eingesetzten Schließzylinder in
der Geschlossenstellung gegen eine Bewegung in die Offenstellung zu blockieren.
[0048] Bei solchen Ausführungsformen kann somit zusätzlich zu dem Arretiermittel ein Blockiermittel
vorgesehen sein, um den Schließzylinder in der Geschlossenstellung gegen eine Bewegung
in die Offenstellung blockieren zu können, während das Arretiermittel insbesondere
dazu ausgebildet sein kann, eine Bewegung des in die Aufnahme eingesetzten Schließzylinders
entgegen der Einsetzrichtung über die Offenstellung hinaus zu verhindern. Daher muss
bei solchen Ausführungsformen der Schließzylinder zunächst von dem Blockierelement
für eine Bewegung aus der Geschlossenstellung heraus in die Offenstellung freigegeben
werden, bevor der Schließzylinder in die Offenstellung bewegt und dort von dem Arretiermittel
gegen ein Entnehmen aus dem Schlossgehäuse gehalten werden kann.
[0049] Bei Ausführungsformen, bei welchen das Arretiermittel durch den berechtigten Benutzer
und beispielsweise durch eine Demontage des Arretiermittels und/oder durch Einführen
eines Freigabemittels in einen Freigabeschlitz aus der Aufnahme heraus bewegt werden
kann, um den Schließzylinder entnehmen zu können, ist ein solches Entnehmen bei einer
Ausbildung des Zylinderschlosses mit einem derartigen Blockiermittel daher lediglich
dann möglich, wenn der Schließzylinders zunächst für ein Bewegen aus der Geschlossenstellung
in die Offenstellung freigeben wurde. Da hierzu insbesondere eine ordnungsgemäße Betätigung
des Zylinderkerns erforderlich sein kann, kann eine solche Freigabe insbesondere lediglich
durch den berechtigten Benutzer erfolgen, so dass auch das Entnehmen des Schließzylinders
aus dem Schlossgehäuse letztlich lediglich dem berechtigten Benutzer offensteht.
[0050] Insbesondere kann das Entnehmen des Schließzylinders aus dem Schlossgehäuse ausgehend
von einem vollständig eingesetzten bzw. sich in der Geschlossenstellung befindlichen
Schließzylinder somit ein Lösen des Blockierens durch das Blockierelement zum Überführen
des Schließzylinders in die Offenstellung und sodann ein Zurückdrängen des Arretiermittels
zum Freigeben des Schließzylinders für ein Entnehmen aus dem Schlossgehäuse umfassen,
um den Schließzylinder daraufhin aus dem Schlossgehäuse herausnehmen zu können.
[0051] Bei einigen Ausführungsformen kann der Schließzylinder eine Schließnase aufweisen,
welche durch Betätigen des Schließzylinders zwischen einer Verriegelungsstellung und
einer Entriegelungsstellung bewegbar, insbesondere drehbar, ist. Die Schließnase kann
in der Verriegelungsstellung seitlich über das Zylindergehäuse hinausragen und das
Blockierelement kann entgegen der Einsetzrichtung in Flucht zu der Schließnase angeordnet
sein, wenn sich der Schließzylinder in der Geschlossenstellung und die Schließnase
in der Verriegelungsstellung befinden.
[0052] Indem das Blockierelement in Flucht zu der Schließnase angeordnet sein kann, wenn
sich der Schließzylinder in der Geschlossenstellung und die Schließnase in der Verriegelungsstellung
befinden, kann erreicht werden, dass der Schließzylinder bei dem Versuch, den Schließzylinder
in die Offenstellung oder aus dem Schlossgehäuse herauszubewegen, an dem Blockierelement
anschlägt, so dass eine solche Bewegung des Schließzylinders blockiert ist. Um den
Schließzylinder entgegen der Einsetzrichtung bewegen zu können, ist es daher erforderlich,
die Schließnase durch Betätigen des Schließzylinders außer Flucht zu dem Blockierelement
zu bringen, woraufhin der Schließzylinder mitsamt der Schließnase an dem Blockierelement
vorbei entgegen der Einsetzrichtung bis in die Offenstellung bewegt werden kann.
[0053] Beispielsweise kann bei einem mechanischen Schließzylinder vorgesehen sein, dass
die Schließnase drehfest mit einem drehbar in dem Zylindergehäuse angeordneten Zylinderkern
verbunden und durch Drehen des Zylinderkerns zwischen der Entriegelungsstellung und
der Verriegelungsstellung bewegbar ist. Die Schließnase kann zudem radial über den
Zylinderkern hinausstehen, um in der Verriegelungsstellung entlang der Einsetzrichtung
betrachtet in Flucht zu dem Blockierelement angeordnet sein zu können. In der Entriegelungsstellung
kann die Schließnase hingegen insbesondere in Flucht zu dem Zylindergehäuse und beispielsweise
einem Flanschabschnitt eines Zylindergehäuses eines Profilzylinders angeordnet sein.
Wie bereits erläutert, kann ein Zylinderkern eines mechanischen Zylinders insbesondere
durch einen zugeordneten, als Identmittel fungierenden Schlüssel betätigbar und drehbar
sein, so dass durch den Schlüssel letztlich auch eine Drehung auf die Schließnase
zum Bewegen der Schließnase zwischen der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung
übertragbar sein kann.
[0054] Bei einem elektronischen Schließzylinder kann die Schließnase beispielsweise durch
einen elektrischen Antrieb des Schließzylinders bewegbar und insbesondere ebenfalls
drehbar sein. Dazu kann die Schließnase beispielsweise mit einer Motorwelle eines
Elektromotors des elektrischen Antriebs direkt oder insbesondere indirekt - über ein
Getriebe - verbunden sein, um durch Ansteuern des Elektromotors zu einer Drehbewegung
zwischen der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung angetrieben werden
zu können. Ferner kann die Schließnase bei einem elektronischen Schließzylinder auch
translatorisch zwischen der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung bewegbar
sein, wozu gegebenenfalls eine entsprechende Umwandlung einer Rotationsbewegung einer
Motorwelle eines Elektromotors eines elektrischen Antriebs vorgesehen sein kann. Auch
durch eine solche Bewegung kann die Schließnase wahlweise in oder außer Flucht zu
dem Blockierelement anordenbar sein, um den Schließzylinder wahlweise gegen ein Entnehmen
aus dem Schlossgehäuse sichern oder für ein solches Entnehmen freigeben zu können.
[0055] Zudem kann die Schließnase bei einigen Ausführungsformen durch Bewegen in die Entriegelungsstellung
außer Flucht zu dem Blockierelement bringbar sein und der Schließzylinder kann ausgehend
von der Geschlossenstellung bei in der Entriegelungsstellung positionierter Schließnase
in die Offenstellung bewegbar sein. Wie bereits erläutert, kann der Schließzylinder
somit durch ordnungsgemäßes Betätigen des Schließzylinders für eine Bewegung in die
Offenstellung freigebbar sein, um daraufhin gegebenenfalls auch durch den berechtigten
Benutzer durch Zurückdrängen des Arretiermittels aus dem Schlossgehäuse entnommen
und/oder gewechselt werden zu können.
[0056] Ferner kann das Blockierelement bei einigen Ausführungsformen bei in der Offenstellung
positioniertem Schließzylinder durch Bewegen, insbesondere Drehen, der Schließnase
in die Verriegelungsstellung entgegen einer Vorspannung zurückdrängbar und/oder elastisch
verformbar sein. Bei solchen Ausführungsformen kann somit nach einem Bewegen der Schließnase
außer Flucht zu dem Blockierelement und einem darauffolgenden Überführen des Schließzylinders
in die Offenstellung vorgesehen sein, dass das Blockierelement durch Bewegen der Schließnase
in die Verriegelungsstellung zurückgedrängt werden kann, so dass die Schließnase die
Bewegung in die Verriegelungsstellung ausführen kann.
[0057] Insbesondere kann zudem vorgesehen sein, dass ein einem Zylinderkern eines mechanischen
Schließzylinders zugeordneter Schlüssel lediglich in der Verriegelungsstellung der
Schließnase von dem Zylinderkern lösbar ist, so dass der Zylinderkern nach einem Bewegen
des Schließzylinders aus der Geschlossenstellung in die Offenstellung erst wieder
in die Ausgangsstellung, in welcher die Schließnase in der Verriegelungsstellung positioniert
ist, zurückgedreht werden muss, bevor der Schlüssel entnommen werden kann. Insbesondere
diese Drehung des Zylinderkerns bei sich in der Offenstellung befindlichem Zylinderkern
kann durch eine Vorspannung und/oder elastische Verformbarkeit des Blockierelements
ermöglicht werden.
[0058] Das Blockierelement kann bei einigen Ausführungsformen dazu ausgebildet sein, infolge
eines Bewegens des Schließzylinders aus der Offenstellung in die Geschlossenstellung
bei in der Verriegelungsstellung positionierter Schließnase aufgrund der Vorspannung
und/oder der vorhergehenden elastischen Verformung in Flucht zu dem Blockierelement
zu gelangen.
[0059] Bei solchen Ausführungsformen kann somit vorgesehen sein, dass der Schließzylinder
nach einem Bewegen in die Offenstellung und Bewegen der Schließnase in die Verriegelungsstellung
lediglich wieder in Einsetzrichtung in die Geschlossenstellung bewegt werden muss,
um daraufhin durch Vorschnappen des Blockierelements automatisch in der Geschlossenstellung
gegen eine Bewegung in die Offenstellung gesichert zu sein. Insofern muss ein Benutzer
bei solchen Ausführungsformen lediglich zum Überführen des Schließzylinders aus der
Geschlossenstellung in die Offenstellung den Schließzylinder betätigen und beispielsweise
einen Schlüssel zum Drehen eines Zylinderkerns einsetzen, wohingegen es zu einem darauffolgenden
Verriegeln des Schließzylinders in der Geschlossenstellung ausreichend sein kann,
den Schließzylinder wieder in die Geschlossenstellung zu drücken.
[0060] Bei einigen Ausführungsformen kann das Blockierelement als in der Offenstellung des
Schließzylinders durch Bewegen der Schließnase in die Verriegelungsstellung zurückdrängbare
Blattfeder ausgebildet sein. Mittels einer solchen Blattfeder können die vorstehend
erläuterten Konzepte auf einfache Art umgesetzt werden, indem die Blattfeder insbesondere
elastisch verformbar sein kann, um infolge einer Bewegung des Schließzylinders in
die Geschlossenstellung wieder entgegen der elastischen Verformung zurückschnappen
und dadurch den Schließzylinder in der Geschlossenstellung blockieren zu können. Insbesondere
kann die Blattfeder derart angeordnet sein, dass die Schließnase die Blattfeder bei
sich in der Offenstellung befindlichem Schließzylinder während einer Bewegung in die
Verriegelungsstellung kontaktieren und elastisch verformen kann.
[0061] Insofern bietet das vorstehend erläuterte Blockierelement auch unabhängig von der
zusätzlichen Arretierung durch das schräg entgegen der Einsetzrichtung vorgespannte
Arretiermittel eine einfache Möglichkeit, einen Schließzylinder wahlweise in einer
Geschlossenstellung zu blockieren oder für eine Bewegung in eine Offenstellung freizugeben.
Daher bezieht sich die Erfindung auch unabhängig von der Ausbildung eines Zylinderschlosses
mit einer Arretiereinrichtung auf ein Zylinderschloss, welches einen Schließzylinder
mit einem Zylindergehäuse sowie ein Schlossgehäuse umfasst, in welches der Schließzylinder
einsetzbar ist. Ferner ist der in das Schlossgehäuse eingesetzte Schließzylinder bei
diesem Zylinderschloss entlang einer Bewegungsrichtung zwischen einer Offenstellung
und einer gegenüber der Offenstellung weiter in Bewegungsrichtung in das Schlossgehäuse
hinein versetzten Geschlossenstellung bewegbar und das Zylinderschloss weist ein Blockierelement
auf, welches dazu ausgebildet ist, den Schließzylinder in der Geschlossenstellung
gegen eine Bewegung in die Offenstellung zu blockieren, wobei der Schließzylinder
eine Schließnase aufweist, welche durch Betätigen des Schließzylinders zwischen einer
Verriegelungsstellung und einer Entriegelungsstellung bewegbar ist, wobei die Schließnase
in der Verriegelungsstellung seitlich über das Zylindergehäuse hinausragt, und wobei
das Blockierelement entgegen der Bewegungsrichtung in Flucht zu der Schließnase angeordnet
ist, wenn sich der Schließzylinder in der Geschlossenstellung und die Schließnase
in der Verriegelungsstellung befinden.
[0062] Bei dem Zylinderschloss gemäß diesem Aspekt der Erfindung können insbesondere eines
oder mehrere der vorstehend oder nachstehend im Zusammenhang mit einem Blockierelement
und/oder einem Zylinderschloss mit Arretiereinrichtung erwähnten Merkmale umgesetzt
sein. Insbesondere kann der Schließzylinder als ein Druckzylinder ausgebildet und
in die Offenstellung vorgespannt sein. Ferner kann die Bewegungsrichtung insbesondere
der vorstehend genannten Einsetzrichtung entsprechen.
[0063] Darüber hinaus kann die Einsetzrichtung oder die Bewegungsrichtung grundsätzlich
parallel zu einer Drehachse ausgerichtet sein, um welche die Schließnase drehbar ist.
Ferner kann das Blockierelement bei einigen Ausführungsformen in Flucht zu einer Stirnseite
der Schließnase bezogen auf die Einsetzrichtung oder die Bewegungsrichtung angeordnet
sein, wenn sich der Schließzylinder in der Geschlossenstellung und die Schließnase
in der Verriegelungsstellung befinden. Durch eine solche Anordnung des Blockierelements
können insbesondere keine Drehmomente durch das Blockierelement auf die Schließnase
übertragbar sein, wenn bei einem Versuch, das Zylinderschloss gewaltsam zu öffnen,
eine Zugkraft auf den Schließzylinder entgegen der Einsetzrichtung oder der Bewegungsrichtung
aufgebracht wird.
[0064] Insbesondere kann die Schließnase ferner drehfest mit einem drehbar in dem Zylindergehäuse
gehaltenen Zylinderkern verbunden sein und radial über den Zylinderkern hinausstehen,
wobei die Schließnase durch Drehen des Zylinderkerns mittels eines zugeordneten Schlüssels
zwischen der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung bewegbar sein kann.
Jedoch kann der Schließzylinder bei einigen Ausführungsformen auch als ein elektronischer
Schließzylinder ausgebildet und die Schließnase durch einen elektrischen Antrieb des
Schließzylinders zwischen der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung
bewegbar sein. Zudem kann das Blockierelement bei einigen Ausführungsformen bezüglich
der Einsetzrichtung oder der Bewegungsrichtung axial versetzt zu der Schließnase angeordnet
sein, wenn sich der Schließzylinder in der Geschlossenstellung befindet. Insofern
kann das Blockierelement bei solchen Ausführungsformen durch die Schließnase nicht
mechanisch kontaktierbar sein, wenn die Schließnase bei sich in der Geschlossenstellung
befindlichem Schließzylinder aus der Verriegelungsstellung in die Entriegelungsstellung
bewegt wird.
[0065] Bei einigen Ausführungsformen kann der Schließzylinder axial mit einem Verriegelungselement
verbunden sein, welches dazu ausgebildet ist, eine Bewegung des Schlossgehäuses relativ
zu einer Einbauumgebung, insbesondere in einer senkrecht zu der Einsetzrichtung ausgerichteten
Ebene, in der Geschlossenstellung des Schließzylinders zu blockieren und in der Offenstellung
des Schließzylinders freizugeben.
[0066] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Verriegelungselement in der Geschlossenstellung
des Schließzylinders axial über das Schlossgehäuse hinausragt, um beispielsweise in
eine zugeordnete Öffnung der Einbauumgebung eingreifen und dadurch eine Bewegung des
Schlossgehäuses relativ zu der Einbauumgebung blockieren zu können. Durch Überführen
des Schließzylinders in die Offenstellung kann das Verriegelungselement insbesondere
axial in das Schlossgehäuse einführbar sein, um eine Bewegung des Schlossgehäuses
relativ zu der Einbauumgebung freigeben zu können.
[0067] Wie bereits erläutert, kann der Schließzylinder bei einigen Ausführungsformen als
mechanischer Schließzylinder ausgebildet sein und einen drehbar in dem Zylindergehäuse
gehaltenen und mittels eines zugeordneten Schlüssels betätigbaren Zylinderkern aufweisen.
[0068] Alternativ dazu kann der Schließzylinder bei einigen Ausführungsformen als elektronischer
Schließzylinder ausgebildet sein und einen elektrischen Antrieb zum Antreiben eines
Riegelelements aufweisen, wobei der Schließzylinder das Riegelelement insbesondere
umfassen kann. Insbesondere kann es sich bei dem Riegelelement um die bereits erwähnte
Schließnase handeln.
[0069] Bei einigen Ausführungsformen kann das Schlossgehäuse durch einen verschwenkbaren
Fenster- oder Türgriff gebildet sein. Insbesondere kann das Zylinderschloss bei solchen
Ausführungsformen dazu vorgesehen sein, eine Bewegung des Fenster- oder Türgriffs
relativ zu einem Fensterrahmen oder einem Türblatt wahlweise blockieren oder freigeben
zu können, um ein Öffnen des Fensters oder der Tür wahlweise zu versperren oder zu
ermöglichen.
[0070] Bei einigen Ausführungsformen kann das Arretiermittel als eine Kugel ausgebildet
sein, welche durch eine Druckfeder in Richtung der Arretierstellung vorgespannt ist.
Insbesondere kann eine Oberfläche einer Kugel eine Umleitung einer durch den eingesetzten
Schließzylinder in Einsetzrichtung entfalteten Kraft ermöglichen, um das Arretiermittel
entgegen der von der Druckfeder entfalteten Vorspannung aus der Aufnahme herausdrängen
und den Schließzylinder in die Aufnahme einsetzen zu können.
[0071] Die Erfindung betrifft ferner einen verriegelbaren Fenster- oder Türgriff, welcher
ein Zylinderschloss nach einer der vorstehend erläuterten Ausführungsformen umfasst.
[0072] Bei einigen Ausführungsformen des Fenster- oder Türgriffs kann der Fenster- oder
Türgriff insbesondere das Schlossgehäuse bilden, wobei der Schließzylinder als in
eine Offenstellung vorgespannter Druckzylinder ausgebildet und der in die Aufnahme
eingesetzte Schließzylinder zwischen einer Geschlossenstellung und der Offenstellung
entlang der Einsetzrichtung bewegbar sein kann. Zudem kann der Schließzylinder axial
mit einem Verriegelungselement verbunden sein, welches dazu ausgebildet ist, eine
Schwenkbewegung des Fenster- oder Türgriffs relativ zu einer Einbauumgebung, insbesondere
einem Fensterrahmen oder einem Türblatt, in der Geschlossenstellung des Schließzylinders
zu blockieren und in der Offenstellung des Schließzylinders freizugeben.
[0073] Der Fenster- oder Türgriff kann daher insbesondere durch Überführen des Schließzylinders
in die Geschlossenstellung gegen eine Schwenkbewegung relativ zu einem Fensterrahmen
oder einem Türblatt blockierbar bzw. verriegelbar, durch Überführen des Schließzylinders
in die Offenstellung hingegen für eine solchen Bewegung freigebbar sein. Insbesondere
kann bei solchen Ausführungsformen auch das vorstehend erläuterte Blockieren des Schließzylinders
in der Geschlossenstellung durch ein Blockierelement mit einem oder mehreren der vorstehend
erläuterten Merkmale vorgesehen sein.
[0074] Darüber hinaus bezieht sich die Erfindung auch auf einen verriegelbaren Fenster-
oder Türgriff, welcher ein Zylinderschloss nach einer der vorstehend erläuterten Ausführungsformen
umfasst, bei welchen nicht zwangsläufig eine Arretiereinrichtung, jedoch ein mit einer
Schließnase in der vorstehend beschriebenen Art zusammenwirkendes Blockierelement
zum Blockieren eines Schließzylinders in einer Geschlossenstellung vorgesehen ist.
[0075] Die Erfindung wird im Folgenden rein beispielhaft anhand eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert.
[0076] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Explosionsdarstellung eines in einen Fenstergriff integrierten Zylinderschlosses,
- Fig. 2A bis 2D
- jeweilige Darstellungen des Zylinderschlosses zur Veranschaulichung eines Einsetzens
eines Schließzylinders des Zylinderschlosses in eine Aufnahme eines Schlossgehäuses
des Zylinderschlosses,
- Fig. 3A bis 3C
- jeweilige Darstellungen des Zylinderschlosses zur Veranschaulichung einer Bewegung
des Schließzylinders zwischen einer Geschlossenstellung und einer Offenstellung,
- Fig. 4
- eine Veranschaulichung von Möglichkeiten zum Entnehmen des Schließzylinders aus der
Aufnahme und
- Fig. 5A bis 5D
- jeweilige Darstellungen zur Veranschaulichung eines Verriegelns und eines Entriegelns
des Schließzylinders, um den Schließzylinder in der Geschlossenstellung sperren oder
für eine Bewegung in die Offenstellung freigeben zu können.
[0077] Fig. 1 veranschaulicht die Komponenten eines Zylinderschlosses 11, welches in einen
Fenster- oder Türgriff 61 integriert ist, der ein Schlossgehäuse 19 des Zylinderschlosses
11 bildet. Insbesondere kann ein solcher Fenster- oder Türgriff 61 dazu vorgesehen
sein, relativ zu einem Fensterrahmen oder einem Türblatt, die eine Einbauumgebung
für das Zylinderschloss 11 bilden können, verschwenkt zu werden, um das Fenster oder
die Tür wahlweise öffnen oder verschließen zu können. Durch die Integration des Zylinderschlosses
11 in den Fenster- oder Türgriff 61 kann der Fenster- oder Türgriff 61 jedoch wahlweise
gegenüber einer solchen Schwenkbewegung relativ zu der jeweiligen Einbauumgebung verriegelt
werden, um ein Öffnen der Tür oder des Fensters zu verhindern.
[0078] Um das Zylinderschloss 11 in den Fenster- oder Türgriff 61 integrieren zu können,
ist in dem von dem Fenster- oder Türgriff 61 gebildeten Schlossgehäuse 19 eine Aufnahme
17 vorgesehen, in welche ein Schließzylinder 13 entlang einer Einsetzrichtung E einsetzbar
ist, der dann als Druckzylinder 45 verwendet wird. Der Schließzylinder 13 weist ein
Zylindergehäuse 55 mit einem Kernaufnahmeabschnitt 67 auf, in welchem ein Zylinderkern
15 drehbar gelagert ist. Zudem weist das Zylindergehäuse 55 einen radial von dem Kernaufnahmeabschnitt
67 wegragenden Flanschabschnitt 69 auf, in welchem insbesondere Zuhaltungsfedern und
Gehäusestifte von Stiftzuhaltungen angeordnet sein können, welche mit in dem Zylinderkern
15 angeordneten Kernstiften zusammenwirken können, um den Zylinderkern 15 gegen eine
Drehung relativ zu dem Zylindergehäuse 55 blockieren zu können. Durch Einführen eines
nicht gezeigten zugeordneten Schlüssels in einen Schlüsselkanal 51 des Zylinderkerns
15 können solche Stiftzuhaltungen jedoch sortiert werden, um den Zylinderkern 15 mittels
des zugeordneten Schlüssels drehen und das Zylinderschloss 11 dadurch entriegeln zu
können (vgl. auch Fig. 5B und 5D).
[0079] Mit dem Zylinderkern 15 ist eine Schließnase 53 drehfest verbunden, welche radial
von dem Zylinderkern 15 absteht und durch Drehen des Zylinderkerns 15 zwischen einer
Verriegelungsstellung L und einer Entriegelungsstellung R bewegbar ist, um den Schließzylinder
13 wahlweise in einer Geschlossenstellung G halten oder für eine Bewegung in eine
Offenstellung O freigeben zu können, wie nachstehend noch näher erläutert ist (vgl.
hierzu auch Fig. 5A bis 5D). Zudem ist an dem Zylindergehäuse 55 eine Stulpschraubenbohrung
41 ausgebildet, welche dazu dient, den Schließzylinder 13 in der Aufnahme 17 gegen
ein Lösen aus der Aufnahme 17 arretieren zu können, wie nachstehend ebenfalls noch
erläutert ist.
[0080] Das Zylinderschloss weist eine Druckfeder 25 auf, mittels derer der Schließzylinder
13 entgegen der Einsetzrichtung E in die Offenstellung O vorgespannt ist (vgl. ebenfalls
auch Fig. 5A bis 5D). Zudem liegt axial an dem Schließzylinder 13 ein Verriegelungselement
59, welches dazu ausgebildet ist, bei sich in der Geschlossenstellung G befindlichem
Schließzylinder 13 axial aus dem Schlossgehäuse 19 herauszuragen, um den Fenster-
oder Türgriff 61 gegen eine Bewegung relativ zu einer Einbauumgebung sperren zu können.
In der Offenstellung O des Schließzylinders 13 kann das Verriegelungselement 59 hingegen
in dem Schlossgehäuse 19 angeordnet sein, um den Fenster- oder Türgriff 61 für eine
Bewegung relativ zu der Einbauumgebung freizugeben.
[0081] Darüber hinaus weist das Zylinderschloss 11 eine Arretiereinrichtung 21 auf, die
ein als eine Kugel 63 ausgebildetes Arretiermittel 23 umfasst, welches durch eine
Druckfeder 47 im montierten Zustand des Zylinderschlosses 11 in eine Arretierstellung
A vorgespannt ist, um den in die Aufnahme 17 eingesetzten Schließzylinder 13 in dem
Schlossgehäuse 19 halten zu können. Ferner ist ein als eine Blattfeder 57 ausgebildetes
Blockierelement 49 vorgesehen, welches der Fixierung des Schließzylinders 13 in der
Geschlossenstellung G gegen unbefugte Öffnungsversuche dient. Die Funktionsweise der
Arretiereinrichtung 21 und des Blockierelements 57, welches mit der Schließnase 53
zusammenwirkt, werden nachstehend näher erläutert.
[0082] Zunächst veranschaulichen die Fig. 2A bis 2D das Einsetzen des Schließzylinders 13
entlang der Einsetzrichtung E in die Aufnahme 17, wobei der Schließzylinder 13 durch
eine Öffnung in die Aufnahme 17 einführbar ist. Wie Fig. 2A zeigt, ist das Arretiermittel
23 in einem schräg entgegen der Einsetzrichtung E ausgerichteten Arretierkanal 27
angeordnet und durch die Druckfeder 47 entlang einer Vorspannrichtung V vorgespannt,
die einer Erstreckungsrichtung des Arretierkanals 27 entspricht. Somit ist das Arretiermittel
23 durch die Druckfeder 47 schräg und entgegen der Einsetzrichtung E vorgespannt.
[0083] Bevor der Schließzylinder 13 in die Aufnahme 17 eingesetzt wird, befindet sich das
Arretiermittel 23 aufgrund der Vorspannung in einer Arretierstellung A, in welcher
das Arretiermittel 23 seitlich in die Aufnahme 17 hineinragt (vgl. Fig. 2A). Daher
gelangt der Schließzylinder 13 während des Einsetzens in das Schlossgehäuse 19 in
Anlage zu dem Arretiermittel 23 und drängt das Arretiermittel 23 entgegen der von
der Druckfeder 47 entfalteten Vorspannung und entlang eines in Fig. 2B gezeigten Pfeils
P in den Arretierkanal 27 zurück (vgl. Fig. 2B), so dass der Schließzylinder 13 weiter
in die Aufnahme 17 hineingeführt werden kann (vgl. Fig. 2C), um letztlich vollständig
in das Schlossgehäuse 19 eingesetzt werden zu können (vgl. Fig. 2D).
[0084] Wie Fig. 2D zeigt, ist das Arretiermittel 23 bei vollständig eingesetztem und sich
in der Geschlossenstellung G befindlichem Schließzylinder 13 in den Arretierkanal
27 zurückgedrängt und greift nicht in die Aufnahme 17 ein. Die Fig. 3A bis 3C veranschaulichen,
dass der in das Schlossgehäuse 19 eingesetzte Schließzylinder 13 dadurch entlang der
Einsetzrichtung E zwischen der Geschlossenstellung G und der Offenstellung O bewegbar
ist, wobei das Arretiermittel 23 jedoch eine Bewegung des Schließzylinders 13 entgegen
der Einsetzrichtung E über die Offenstellung O hinaus blockiert und ein Lösen des
Schließzylinders 13 aus der Aufnahme 17 verhindert.
[0085] In Fig. 3A ist der Schließzylinder 13 vollständig in die Aufnahme 17 eingeführt und
befindet sich in der Geschlossenstellung G, um beispielsweise das Verriegelungselement
59 axial aus dem Schlossgehäuse 19 herausdrängen und dadurch den in Fig. 1 gezeigten
Fenster- oder Türgriff 61 gegen eine Schwenkbewegung relativ zu einer Einbauumgebung
sichern zu können. Wird der Schließzylinder 13 ausgehend von der Geschlossenstellung
G entgegen der Einsetzrichtung E bewegt, ist der Schließzylinder 13 zunächst für eine
solche Bewegung freigegeben, wobei sich das Arretiermittel 23 jedoch infolge der Bewegung
des Schließzylinder 13 entgegen der Einsetzrichtung E aufgrund der Vorspannung entlang
eines Pfeils P und in Vorspannrichtung V seitlich in Richtung der Aufnahme 17 und
in die Aufnahme 17 hinein bewegt (vgl. Fig. 3B).
[0086] Im Zuge des Bewegens des Schließzylinders 13 in die Offenstellung O kann letztlich
eine von der Stulpschraubenbohrung 41 gebildete Eingriffsöffnung 39 auf die Höhe des
Arretiermittels 23 gelangen, so dass das Arretiermittel 23 in die Eingriffsöffnung
39 eingreifen kann. Sobald der Schließzylinder 13 die Offenstellung O erreicht, kann
das Arretiermittel 23, welches dann in der Arretierstellung A positioniert ist und
in die Aufnahme 17 eingreift, ferner zwischen einem von einer unteren Begrenzung der
Eingriffsöffnung 39 gebildetem Anschlag 29 und einer Begrenzung 31 des Arretierkanals
27 eingeklemmt sein, so dass das Arretiermittel 23 infolge einer Kraftentfaltung entgegen
der Einsetzrichtung E auf den Schließzylinder 13 nicht bewegt werden kann und der
Schließzylinder 13 durch das Arretiermittel 23 in der Offenstellung O blockiert und
somit gegen ein Lösen oder Entnehmen aus der Aufnahme 17 gesichert ist (vgl. Fig.
3C).
[0087] Um es einem berechtigten Benutzer dennoch zu ermöglichen, den Schließzylinder 13
aus dem Schlossgehäuse 19 entnehmen und beispielsweise durch einen anderen Schließzylinder
ersetzen zu können, ist, wie Fig. 4 zeigt, an dem Schlossgehäuse 19 ein schmaler,
sich in Einsetzrichtung E erstreckender Freigabeschlitz 35 ausgebildet, durch welchen
ein längliches Freigabemittel 37 entlang der Einsetzrichtung E einführbar und in Kontakt
zu dem Arretiermittel 23 bringbar ist. Ähnlich wie bei dem Einführen des Schließzylinders
13 in das Schlossgehäuse 19 kann das Arretiermittel 23 durch das Freigabemittel 37
bei einem Einführen entlang der Einsetzrichtung E aus der Arretierstellung A heraus
in den Arretierkanal 27 zurückgedrängt werden, um den Schließzylinder 13 für ein Entnehmen
aus dem Schlossgehäuse 19 freizugeben.
[0088] Zudem ist der Arretierkanal 27 an einem dem Arretiermittel 23 abgewandten Ende offen
und weist eine Demontageöffnung 33 auf, so dass beispielsweise auch vorgesehen sein
kann, zum Freigeben des Schließzylinders 13 für ein Entnehmen aus dem Schlossgehäuse
19 die Druckfeder 47 durch einen Eingriff durch die Demontageöffnung 33 zu entspannen
und/oder zu entnehmen. Beispielsweise kann die Demontageöffnung 33 dazu lediglich
dann zugänglich gemacht werden, wenn der Fenster- oder Türgriff 61 in eine Stellung
geschwenkt wurde, in welcher die zugeordnete Tür oder das zugeordnete Fenster geöffnet
werden kann, so dass ein Lösen der Arretierung des Schließzylinders 13 bei verschlossenem
Fenster oder verschlossener Tür nicht möglich ist.
[0089] Um zudem trotz dieser grundsätzlichen Möglichkeit, den Schließzylinder 13 durch Einführen
eines einfachen länglichen Freigabemittels 37 aus der Aufnahme 17 zu entnehmen, sicherstellen
zu können, dass der Schließzylinder 13 ausschließlich von einer berechtigten Person
entnommen werden kann, und darüber hinaus eine zuverlässige Möglichkeit zum Verriegeln
des Schließzylinders 13 in der Geschlossenstellung G bereitzustellen, ist bei dem
hier veranschaulichen Zylinderschloss 11 ferner das bereits erwähnte Blockiermittel
49 vorgesehen. Wie Fig. 5A zeigt, ist das Blockiermittel 49 bei sich in der Geschlossenstellung
G befindlichem Schließzylinder 13 und bei sich in der bereits erwähnten Verriegelungsstellung
L befindlicher Schließnase 53, in welcher die Schließnase 53 seitlich über das Zylindergehäuse
55 hinausragt, bezüglich der Einsetzrichtung E in Flucht zu der Schließnase 53 angeordnet.
Eine Bewegung des Schließzylinders 13 entgegen der Einsetzrichtung E aus der Geschlossenstellung
G heraus ist daher durch das Blockiermittel 49 blockiert.
[0090] Damit der Schließzylinder 13 jedoch in die Offenstellung O überführt werden kann,
muss, wie Fig. 5B zeigt, die Schließnase 53 zunächst in die Entriegelungsstellung
R bewegt werden, in welcher sich die Schließnase 53 in Flucht zu dem Zylindergehäuse
55 befindet. Aufgrund der drehfesten Kopplung der Schließnase 53 mit dem Zylinderkern
15 erfordert eine solche Drehung D das Einführen eines nicht gezeigten zugeordneten
Schlüssels in den Schlüsselkanal 51, so dass die Drehung D der Schließnase 53 einzig
durch den berechtigten Benutzer vorgenommen werden kann. Nach der Drehung D in die
Entriegelungsstellung R befindet sich die Schließnase 53 somit entgegen der Einsetzrichtung
E betrachtet außer Flucht zu dem Blockierelement 49, so dass der Schließzylinder 13,
wie Fig. 5C veranschaulicht, entgegen der Einsetzrichtung E und entlang eines Pfeils
P an dem Blockierelement 49 vorbei in die Offenstellung O bewegt werden kann. Insbesondere
kann diese Bewegung des Schließzylinders 13 aufgrund dessen Vorspannung durch die
Druckfeder 25 automatisch erfolgen, ohne dass ein Benutzer etwa an dem Schließzylinder
13 ziehen muss.
[0091] Insofern erfordert das Entnehmen des Schließzylinders 13 aus der Aufnahme eine Positionierung
des Schließzylinders 13 in der Offenstellung O, da andernfalls - auch bei einem Zurückdrängen
des Arretiermittels 23 - der Schließzylinder 13 bei einer Bewegung entgegen der Einsetzrichtung
E an dem Blockierelement 49 anschlägt und gegen eine solche Bewegung gesperrt ist.
Daher kann der Schließzylinder 13 ausschließlich von dem berechtigten Benutzer entnommen
und gewechselt werden, der über den zugeordneten Schlüssel verfügt und daher die Schließnase
53 in die Entriegelungsstellung E überführen kann, wobei dem berechtigten Benutzer
insbesondere durch das Einführen des Freigabemittels 37 in den Freigabeschlitz 35
eine einfache Möglichkeit zum Entnehmen des Schließzylinders 13 zur Verfügung steht.
[0092] Ferner zeigt Fig. 5D, dass durch eine Drehung D des Zylinderkerns 15 und damit der
Schließnase 53 in der Offenstellung O, durch welche die Schließnase 53 wiederum in
die Verriegelungsstellung R überführt wird, das als Blattfeder 57 ausgebildete Blockiermittel
49 elastisch von der Schließnase 53 verformt werden kann, um beispielsweise ein Entnehmen
des Schlüssels aus dem Schlüsselkanal 51 zu ermöglichen. Zudem kann durch die elastische
Verformung erreicht werden, dass der als Druckzylinder 45 ausgebildete Schließzylinder
13 ausgehend von der Offenstellung O lediglich entlang der Einsetzrichtung E in die
Geschlossenstellung G überführt werden muss, woraufhin das Blockierelement 49 entgegen
der zuvor erfolgten elastischen Verformung zurückschnappen und erneut in Flucht zu
der Schließnase 53 angeordnet werden kann, um den Schließzylinder 13 in der Geschlossenstellung
G zu blockieren.
Bezugszeichenliste
[0093]
- 11
- Zylinderschloss
- 13
- Schließzylinder
- 15
- Zylinderkern
- 17
- Aufnahme
- 19
- Schlossgehäuse
- 21
- Arretiereinrichtung
- 23
- Arretiermittel
- 25
- Druckfeder
- 27
- Arretierkanal
- 29
- Anschlag
- 31
- Begrenzung des Arretierkanals
- 33
- Demontageöffnung
- 35
- Freigabeschlitz
- 37
- Freigabemittel
- 39
- Eingriffsöffnung
- 41
- Stulpschraubenbohrung
- 45
- Druckzylinder
- 47
- Druckfeder
- 49
- Blockierelement
- 51
- Schlüsselkanal
- 53
- Schließnase
- 55
- Zylindergehäuse
- 57
- Blattfeder
- 59
- Verriegelungselement
- 61
- Fenster- oder Türgriff
- 63
- Kugel
- 67
- Kernaufnahmeabschnitt
- 69
- Flanschabschnitt
- A
- Arretierstellung
- D
- Drehung
- E
- Einsetzrichtung
- G
- Geschlossenstellung
- L
- Verriegelungsstellung
- O
- Offenstellung
- P
- Pfeil
- R
- Entriegelungsstellung
- V
- Vorspannrichtung
1. Zylinderschloss (11),
umfassend einen Schließzylinder (13) mit einem Zylindergehäuse (55) sowie ein Schlossgehäuse
(19) mit einer Aufnahme (17), in welche der Schließzylinder (13) entlang einer Einsetzrichtung
(E) einsetzbar ist,
wobei das Zylinderschloss (11) eine Arretiereinrichtung (21) zum Arretieren des Schließzylinders
(13) in dem Schlossgehäuse (19) aufweist, welche ein in eine Arretierstellung (A)
vorgespanntes Arretiermittel (23) umfasst,
wobei das Arretiermittel (23) in der Arretierstellung (A) in die Aufnahme (17) hineinragt,
und wobei das Arretiermittel (23) während eines Einsetzens des Schließzylinders (13)
in die Aufnahme (17) durch den Schließzylinder (13) entgegen der Vorspannung aus der
Arretierstellung (A) zurückdrängbar und dazu ausgebildet ist, nach einem vollständigen
Einsetzen des Schließzylinders (13) aufgrund der Vorspannung in die Arretierstellung
(A) zurück zu gelangen und den Schließzylinder (13) gegen ein Lösen aus der Aufnahme
(17) zu sichern.
2. Zylinderschloss (11) nach Anspruch 1,
wobei das Arretiermittel (23) schräg entgegen der Einsetzrichtung (E) in die Arretierstellung
(A) vorgespannt ist.
3. Zylinderschloss (11) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei das Arretiermittel (23) in einem Arretierkanal (27) geführt ist, insbesondere
in einer schräg entgegen der Einsetzrichtung (E) ausgerichteten Bohrung; insbesondere
wobei das Arretiermittel (23) ausgehend von der Arretierstellung (A) durch eine in
Richtung der Einsetzrichtung (E) entfaltete Kraft in den Arretierkanal (27) hinein
drängbar ist; und/oder
insbesondere wobei der Arretierkanal (27) an einer der Aufnahme (17) abgewandten Seite
eine Demontageöffnung (33) aufweist, durch welche das Arretiermittel (23) für eine
Demontage zugänglich ist, wobei das Arretiermittel (23) durch die Demontage aus der
Arretierstellung (A) heraus in den Arretierkanal (27) hineinbewegbar und der Schließzylinder
(13) für ein Entnehmen aus der Aufnahme (17) freigebbar ist.
4. Zylinderschloss (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Schließzylinder (13) einen Anschlag (29) aufweist, mit welchem der in die
Aufnahme (17) eingesetzte Schließzylinder (13) bei einer auf den Schließzylinder (13)
ausgeübten, der Einsetzrichtung (E) entgegengerichteten Kraftentfaltung an dem Arretiermittel
(23) anschlägt,
wobei das in der Arretierstellung (A) positionierte Arretiermittel (23) infolge der
Kraftentfaltung insbesondere zwischen dem Anschlag (29) und einer Begrenzung des Arretierkanals
(27) einklemmbar ist.
5. Zylinderschloss (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Schließzylinder (13) eine Eingriffsöffnung (39) für das Arretiermittel (23)
aufweist, in welche das Arretiermittel (23) zum Arretieren des Schließzylinders (13)
eingreift,
wobei die Eingriffsöffnung (39) insbesondere durch eine Stulpschraubenbohrung (41)
an dem Zylindergehäuse (55) gebildet ist.
6. Zylinderschloss (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der in das Schlossgehäuse (19) eingesetzte Schließzylinder (13) relativ zu dem
Arretiermittel (23) entlang der Einsetzrichtung (E) zwischen einer Offenstellung (O)
und einer Geschlossenstellung (G) bewegbar ist,
wobei der Schließzylinder (13) insbesondere axial mit einem Verriegelungselement (59)
verbunden ist, welches dazu ausgebildet ist, eine Bewegung des Schlossgehäuses (19)
relativ zu einer Einbauumgebung, insbesondere in einer senkrecht zu der Einsetzrichtung
(E) ausgerichteten Ebene, in der Geschlossenstellung (G) des Schließzylinders (13)
zu blockieren und in der Offenstellung (O) des Schließzylinders (13) freizugeben.
7. Zylinderschloss (11) nach Anspruch 6,
wobei der Schließzylinder (13) als Druckzylinder (45) ausgebildet und entgegen der
Einsetzrichtung (E) in die Offenstellung (O) vorgespannt ist, wobei das Arretiermittel
(23) dazu ausgebildet ist, eine Bewegung des in die Aufnahme (17) eingesetzten Schließzylinders
(13) entgegen der Einsetzrichtung (E) über die Offenstellung (O) hinaus zu blockieren;
und/oder
wobei das Arretiermittel (23) durch Bewegen des Schließzylinders (13) aus der Offenstellung
(O) in die Geschlossenstellung (G) entgegen der Vorspannung zurückdrängbar ist.
8. Zylinderschloss (11) nach Anspruch 6 oder 7,
wobei das Zylinderschloss (11) ein Blockierelement (49) aufweist, welches dazu ausgebildet
ist, den in die Aufnahme (17) eingesetzten Schließzylinder (13) in der Geschlossenstellung
(G) gegen eine Bewegung in die Offenstellung (O) zu blockieren.
9. Zylinderschloss (11) nach Anspruch 8,
wobei der Schließzylinder (13) eine Schließnase (53) aufweist, welche durch Betätigen
des Schließzylinders (13) zwischen einer Verriegelungsstellung (L) und einer Entriegelungsstellung
(R) bewegbar, insbesondere drehbar, ist, wobei die Schließnase (53) in der Verriegelungsstellung
(L) seitlich über das Zylindergehäuse (55) hinausragt, und wobei das Blockierelement
(49) entgegen der Einsetzrichtung (E) in Flucht zu der Schließnase (53) angeordnet
ist, wenn sich der Schließzylinder (13) in der Geschlossenstellung (G) und die Schließnase
(53) in der Verriegelungsstellung (L) befinden, wobei das Blockierelement (49) insbesondere
als in der Offenstellung (O) des Schließzylinders (13) durch Bewegen der Schließnase
(53) in die Verriegelungsstellung (L) zurückdrängbare Blattfeder (57) ausgebildet
ist.
10. Zylinderschloss (11) nach Anspruch 9,
wobei die Schließnase (53) durch Bewegen, insbesondere Drehen, in die Entriegelungsstellung
(R) außer Flucht zu dem Blockierelement (49) bringbar ist, wobei der Schließzylinder
(13) ausgehend von der Geschlossenstellung (G) bei in der Entriegelungsstellung (R)
positionierter Schließnase (53) in die Offenstellung (O) bewegbar ist.
11. Zylinderschloss (11) nach Anspruch 9 oder 10,
wobei das Blockierelement (49) bei in der Offenstellung (O) positioniertem Schließzylinder
(13) durch Bewegen, insbesondere Drehen, der Schließnase (53) in die Verriegelungsstellung
(L) entgegen einer Vorspannung zurückdrängbar und/oder elastisch verformbar ist,
wobei das Blockierelement (49) insbesondere dazu ausgebildet ist, infolge eines Bewegens
des Schließzylinders (13) aus der Offenstellung (O) in die Geschlossenstellung (G)
bei in der Verriegelungsstellung (L) positionierter Schließnase (53) aufgrund der
Vorspannung und/oder der vorhergehenden elastischen Verformung in Flucht zu der Schließnase
(53) zu gelangen.
12. Zylinderschloss (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Schließzylinder (13) als mechanischer Schließzylinder ausgebildet ist und
einen drehbar in dem Zylindergehäuse (55) gehaltenen und mittels eines zugeordneten
Schlüssels betätigbaren Zylinderkern (15) aufweist; oder
wobei der Schließzylinder (13) als elektronischer Schließzylinder ausgebildet ist
und einen elektrischen Antrieb zum Antreiben eines Riegelelements aufweist.
13. Zylinderschloss (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Schlossgehäuse (19) durch einen verschwenkbaren Fenster- oder Türgriff (61)
gebildet ist; und/oder
wobei das Arretiermittel (23) als eine Kugel (63) ausgebildet ist, welche durch eine
Druckfeder (47) in Richtung der Arretierstellung (A) vorgespannt ist; und/oder wobei
an der Aufnahme (17) ein sich entlang der Einsetzrichtung (E) erstreckender Freigabeschlitz
(35) angeordnet ist, wobei das Arretiermittel (23) durch Einführen eines länglichen
Freigabemittels (37) in den Freigabeschlitz (35) entgegen der Vorspannung aus der
Arretierstellung (A) drängbar ist.
14. Verriegelbarer Fenster- oder Türgriff (61),
umfassend ein Zylinderschloss (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
15. Verriegelbarer Fenster- oder Türgriff (61) nach Anspruch 14,
wobei der Fenster- oder Türgriff (61) das Schlossgehäuse (19) bildet, wobei der Schließzylinder
(13) als in eine Offenstellung (O) vorgespannter Druckzylinder (45) ausgebildet und
wobei der in die Aufnahme (17) eingesetzte Schließzylinder (13) zwischen einer Geschlossenstellung
(G) und der Offenstellung (O) entlang der Einsetzrichtung (E) bewegbar ist, wobei
der Schließzylinder (13) axial mit einem Verriegelungselement (59) verbunden ist,
welches dazu ausgebildet ist, eine Schwenkbewegung des Fenster- oder Türgriffs (61)
relativ zu einer Einbauumgebung, insbesondere einem Fensterrahmen oder einem Türblatt,
in der Geschlossenstellung (G) des Schließzylinders (13) zu blockieren und in der
Offenstellung (O) des Schließzylinders (13) freizugeben.