[0001] Die Erfindung betrifft eine Jacke, die zum dauerhaften Tragen geeignet ist, im Falle
einer Havarie aber als Rettungs- und Bergemittel verwendet wird.
[0002] Gerade an Bord eines Unterseebootes zeigen sich Herausforderungen besonders deutlich,
auch wenn diese zumeist auch für Überwasserschiffe mehr oder weniger analog gelten.
Daher wird hier und im Folgenden auf die Problemstellung in einem Unterseeboot eingegangen.
[0003] Wenn es an Bord eines Unterseebootes zu einer Evakuierung kommt, ist eine schnelle
Evakuierung aus dem Inneren notwendig. Ein Besatzungsmitglied muss sich in dieser
Zeit ein Rettungsmittel nehmen, dieses anlegen und an Deck gelangen. Besonders schwierig
kann dieses für Personen sein, die sich bereits im Turm befinden, denn in diesem Bereich,
welcher außerhalb des Druckkörpers liegt, lagern üblicherweise keine persönlichen
Rettungsmittel und ein Gehen unter Deck, um ein persönliches Rettungsmittel zu besorgen,
scheidet aus. Daher wäre eine Eignung des Rettungsmittels für den täglichen Gebrauch
hilfreich. Weiter sollte das Rettungsmittel natürlich helfen, wenn die Person ins
Wasser muss und entsprechend sollte das Rettungsmittel eine anschließende Bergung
aus dem Wasser unterstützen.
[0004] Für alle diese notwendigen Aufgaben gibt es Rettungsmittel, wie beispielsweise Schwimmwesten
oder ein Geschirr für die Bergung mit einem Helikopter. Nachteilig ist jedoch, dass
jedes einzelnes Rettungsmittel Zeit zum Anlegen benötigt und gewisse Rettungsmittel
zwingend im Trockenen angelegt werden müssen, also nicht erst beispielsweise im Wasser
sinnvoll angelegt werden können.
[0005] Für Unterseeboote sind des Weiteren so genannte Unterseebootrettungsanzüge üblich.
Diese sind aber typisch für den Ausstieg unter Wasser, also aus dem noch getauchten
Unterseeboot ausgelegt und nicht für den Einsatz der Evakuierung bei einem (noch)
schwimmfähigen Unterseeboot.
[0007] Aus der Machovec: OC8000 HR. 16.10.2021. URL: https://web.archive.org/web/20211016000631/https://www.machovec.com/catalog/oc80
00hr.htm, archiviert in https://archive.org/ am 16.10.2021 [abgerufen am 25.06.2024]
ist ein Neoprenanzug bekannt.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Rettungsmittel bereitzustellen, welches zum einen
ein tägliches Tragen ermöglicht, also im normalen Umgang nicht nennenswert einschränkend
ist und zum anderen ein schnelles Anlegen ermöglicht, vorzugsweise auch ein vollständiges
Anlegen erst im Wasser noch möglich ist.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Jacke mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden
Beschreibung sowie den Zeichnungen.
[0010] Die erfindungsgemäße Jacke dient als Rettungs- und Bergungsmittel für die Schifffahrt.
Wesentlich ist, dass die Jacke nur ein Teil ist und als Jacke schnell und einfach
angezogen werden kann, genauso aber auch für den täglichen Einsatz als normale Jacke
eignet, also beispielsweise, wenn Personen auf dem Turm eines Unterseebootes Dienst
tun. Die Jacke weist mindestens zwei Schichten, eine erste Schicht und eine zweite
Schicht, auf. Die erste Schicht ist eine wasserabweisende Schicht, bevorzugt aus einem
wasserabweisenden flexiblen Kunststoff. Die zweite Schicht weist eine wasserfeste
Wärmschicht auf. Die erste Schicht kann dabei ebenfalls aus mehreren Gewebelagen bestehen.
Beispielsweise einem Kunststoffgewebe und einem wasserabweisenden, aber dampfdurchlässigen
zweiten Gewebe und einem dritten innenliegenden Gewebe aus einem thermisch isolierendem
Kunststoffgewebe. Die zweite Schicht kann dabei im Wesentlichen aus wasserfestem flexiblen
Kunststoff, beispielsweise geschäumten Polychloropren (Neopren), Naturkautschuk (Yulex
®, Naturprene
®) bestehen. Die zweite Schicht kann dabei auch mehrere Textillagen aufweisen, beispielsweise
kann der wasseraufnehmende, flexible Kunststoff auf der Innen- und Außenseite mit
schützendem Gewebe kaschiert sein. Die Auskühlung im Wasser ist eines der Hauptprobleme.
Gleichzeitig wird bei Unterkühlung eine Durchblutung der Extremitäten reduziert, sodass
ein Wärmeschutz gerade für den Körper besonders wichtig ist, was wiederum durch eine
Jacke effizient möglich ist. Die Jacke weist ein aufblasbares Auftriebshilfsmittel
auf. Ein aufblasbares Auftriebshilfsmittel ist beispielsweise ein aufblasbarer Hohlkörper,
wie diese beispielsweise in einer Schwimmweste oder dergleichen Verwendung finden.
Durch die Aufblasbarkeit kann das Packmaß klein gehalten werden und so die Verwendbarkeit
für die tägliche Benutzung optimiert werden. Die Jacke weist einen integrierten Tragegurt
auf. Der Tragegurt führt dazu, dass beispielsweise ein Seil von einem Hubschrauber
direkt eingeklinkt werden kann und die Jacke dann direkt die Kraftverteilung auf die
Person übernimmt. Wesentlich ist also, dass ein Tragegeschirr damit in die Jacke fest
integriert ist und eben nicht getrennt angelegt werden muss. Die Jacke weist wenigstens
eine Standortmeldevorrichtung auf. Durch die Standortmeldevorrichtung ist die Auffindung
einer Person im Wasser vereinfacht.
[0011] Dadurch vereint die Jacke eine ganze Reihe von Merkmalen, die entlang der Rettungs-
und Bergekette wichtig und vorteilhaft sind und durch das Anziehen nur einer Jacke
dadurch einfach und schnell angezogen sind. Somit kann die Jacke einfach beim Weg
nach draußen angezogen werden. Ein weiterer Vorteil davon ist, dass weitere Merkmale,
die die Jacke optional aufweisen kann, auch später noch, beispielsweise nach dem Erreichen
des Decks oder auch erst im Wasser genutzt werden können. Auf der anderen Seite kann
die Jacke aber auch in der täglichen Benutzung getragen werden, ohne eine nennenswerte
Behinderung darzustellen.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind das aufblasbare Auftriebshilfsmittel
und der integrierte Tragegurt miteinander verbunden. Somit wirkt die Kraft des aufblasbaren
Auftriebshilfsmittels flächig über den integrierten Tragegurt.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Jacke eine Atemgerät auf.
Das Atemgerät braucht nur eine rudimentäre Funktionsweise, beispielsweise um 5 min
Atemluft zu liefern, um beispielsweise ein Unterseeboot verlassen zu können, wenn
die Luft, beispielsweise aufgrund eines Brandes, nicht mehr atembar ist. Bevorzugt
ist das Atemgerät lösbar mit der Jacke verbunden, also beispielsweise in eine Tasche
der Jacke oder dergleichen, eingebracht. Dieses ermöglicht die einfache Wartung, Prüfung
oder Wiederbefüllung. Vorteil ist, dass auf das bisherige und aufwändige System über
eine Atemnotluftanlage mit regelmäßigem Einklinken in die Luftversorgung entfallen,
was wiederum das Aussteigen deutlich beschleunigt. Bevorzugt weist das Atemgerät 50
bis 500 l unkomprimierter Atemluft auf. Beispielsweise weist das Atemgerät einen 1
l Vorrat unter 300 bar (entspricht 300 l unkomprimierter Atemluft) auf. Beispielsweise
kann das Atemgerät damit auf eine Größe von weniger als 30 cm Höhe und 12 cm Durchmesser
reduziert werden. Um Gewicht zu reduzieren ist das Atemgerät vorzugsweise aus einem
Verbundmaterial aufgebaut. Das Mundstück ist aus Platzgründen vorzugsweise einfach
gehalten und kann beispielsweise durch eine einfache Nasenklammer ergänzt werden.
Ebenso kann auf eine aufwändige Druckregulierung vorzugsweise verzichtet werden. Somit
unterscheidet sich das Atemgerät eben von herkömmlichen außenluftunabhängigen Atemapparaten,
die vergleichsweise groß sind und daher nicht in eine Jacke integriert werden können.
Ziel ist auch nicht, eine langfristige Versorgung, wie diese zum Beispiel bei der
Brandbekämpfung oder Tauchgängen erforderlich ist, sondern es geht eben nur um eine
sehr kurzfristige und rudimentäre Versorgung, um eine Flucht zu ermöglichen und dabei
Bewegungsfreiheit zu maximieren und dazu das Gewicht und die Komplexität zu minimieren.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die wasserfeste Wärmschicht
eine Halsmanschette und zwei Armmanschetten auf. Die Armmanschetten sind dabei vorzugsweise
aus elastischem Material, das nicht identisch mit dem wasserfesten flexiblen Kunststoff
sein muss. Zusätzlich können in den Armmanschetten auch mechanische Verschlussmöglichkeiten
integriert sein, die ein enges Anliegen der Manschetten erreichen und optional auch
eine Anpassbarkeit an unterschiedliche Größen. Hierdurch wird eine Abdichtung erreicht.
Selbst wenn die Jacke erst im Wasser angezogen wird, so bleibt das Wasser im Inneren
dann gefangen, erwärmt sich auf Körpertemperatur, wird dann aber nicht durch kaltes
Wasser von außen ausgetauscht. So kann der Wärmeverlust minimiert werden.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die wasserfeste Wärmschicht
einen Schrittschutz auf. Der Schrittschutz ist vorzugsweise so in die Jacke eingearbeitet,
sodass dieser hinten aus der Jacke herausgezogen und zwischen den Beinen hindurchgeführt
werden kann und dann vorne an der Jacke befestigt werden kann. So wird der Wärmeschutz
im Wasser verbessert, insbesondere der Körperkernbereich damit weitmöglichst vor Auskühlung
geschützt. Der Schrittschutz ist dabei so gestaltet, dass er ein enges Anliegen an
wasserfesten Wärmschicht am Körper und insbesondere im Beckenbereich erreicht. Dieses
kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass der Schrittschutz ebenfalls aus
elastischem Material besteht, das beim Verbinden leicht gedehnt werden muss. Am Schrittschutz
kann ein Teil des integrierten Tragegurts befestigt sein, der beim Schließen des Schrittschutzes
ebenfalls gleichzeitig oder zusätzlich geschlossen wird, so dass beim Heben der Person
die Person nicht aus der Jacke hinausrutscht.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Jacke Handschuhe auf. Die
Handschuhe sind vorzugsweise in einer aufgesetzten Tasche, beispielsweise einer auf
jedem Ärmel aufgesetzten Tasche, angeordnet und bevorzugt mit der Jacke über eine
flexible Verbindung, beispielsweise ein Band, verbunden.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Standortmeldevorrichtung
ausgewählt aus der Liste umfassend Signallicht, Funksender, Satellitensender. Besonders
bevorzugt sind zwei, ganz besonders bevorzugt alle drei Standortmeldevorrichtungen
integriert. Hierdurch wird das Auffinden einer im Wasser treibenden Person deutlich
erleichtert. Bevorzugt erfolgt die Auslösung der Standortmeldevorrichtung manuell,
da bei einer automatischen Auslösung beim Tragen auf dem Turm das Risiko einer unnötigen
Auslösung besteht. Bevorzugt ist die Standortmeldevorrichtung ausgewählt aus der Liste
umfassend Funksender und Satellitensender. Diese haben eine Reichweite und sind eben
nicht nur auf Sicht erkennbar. Daher ist wenigstens eine Standortmeldevorrichtung
dieser Art bevorzugt, um ein schnelles Auffinden aus größerer Distanz und auch bei
schlechter Sicht zu ermöglichen. In einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist
der Funksender und der Satellitensender mit einer Positionsbestimmungseinrichtung
verbunden, bevorzugt einem GPS-Empfänger, der mit dem Funksender oder dem Satellitensender
derart wirkverbunden ist, dass die eigene, bestimmte Position abgestrahlt, übertragen
oder gesendet werden kann.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weisen die Arme der Jacke Zurrriemen
auf. Hierdurch wird es möglich, mit einer geringeren Anzahl an Größen dennoch eine
gute Anpassung an die tragende Person zu ermöglichen. Insbesondere kann dadurch ein
hochrutschen verhindert werden, was wiederum für das aufblasbare Auftriebshilfsmittel
wichtig ist, damit dieses seine optimale Position, insbesondere um Hals und Nacken,
behält.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Anschlusspunkt für den integrierten
Tragegurt mit einem Klettverschluss abgedeckt. Sinnvollerweise befindet sich der Anschlusspunkt
auf der Brust, wo dann beispielsweise ein Haken, zum Beispiel von einem Rettungshubschrauber
eingeklinkt werden kann. Damit der Anschlusspunkt aber im normalen Gebrauch nicht
stört, ist es vorteilhaft, wenn dieser abgedeckt ist, was das Risiko verringert, mit
dem Anschlusspunkt hängenzubleiben. Der Anschlusspunkt besteht üblicherweise aus ein
oder zwei mit einem Metallring verstärkten Riemenenden. Idealerweise wird der Brustgurt
durch zwei weitere Schlaufen erweitert um diese dann um die Beine zu legen. Hierdurch
wird eine möglichst horizontale Bergung sicherstellen, was eine Risikominimierung
in Blick auf den Bergetod darstellt.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Jacke eine in einer Tasche
angeordnete Brille, insbesondere eine Taucherbrille, auf. Die Taucherbrille kann mit
der Jacke über eine flexible Verbindung verbunden sein. Die Brille kann nicht nur
im Wasser, sondern auch beim Weg aus einem mit Rauch gefüllten Raum eingesetzt werden.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das aufblasbare Auftriebshilfsmittel
nur eine manuelle Aufblasfunktion auf. Zwar ist es bei Schwimmwesten bekannt und oft
auch nützlich, wenn diese sich beim Kontakt mit Wasser automatisch entfalten. Soll
die Jacke aber im täglichen Gebrauch verwendet werden, beispielsweise auf dem Turm
eines Unterseebootes, oder auch im Inneren eines havarierten Unterseebootes, so käme
es bei einem Auftriebsmittel mit einer automatischen Auslösevorrichtung zu ungewollten
und unpassenden Auslösungen, was der Idee der Jacke widerspricht. Daher ist eine ausschließlich
manuelle Auslösung vorteilhaft.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Jacke auf der Rückseite
einen mit dem integrierten Tragegurt verbundenen Handgriff zur Bergung auf. Dieses
verbessert nicht nur die Rettung aus dem Wasser, dieser Handgriff kann auch für den
Transport einer verletzten Person beispielsweise durch einen Luk verwendet werden.
Die direkte Verbindung zum integrierten Tragegurt sorgt für eine optimale Kraftverteilung
und Haltbarkeit.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung besteht die wasserfeste Wärmschicht
aus Neopren oder weist Neopren auf. Natürlich können auch Neopren-Ersatzstoffe verwendet
werden, wie diese zum Beispiel bei Tauch- oder Surf-Anzügen im Einsatz sind. Auch
Silikon kann als wasserfeste Wärmschicht verwendet werden. Wesentlich ist der Wärmeschutz
im Wasser für den Träger. Die Dicke der Wärmschicht beträgt dabei 0,5 bis 3 mm. Die
wasserfeste Wärmschicht kann dabei im Wesentlichen aus wasserfestem flexiblen Kunststoff,
beispielsweise geschäumten Polychloropren (Neopren), Naturkautschuk (Yulex
®, Naturprene
®) bestehen. Die wasserfeste Wärmschicht kann dabei auch mehrere Textillagen aufweisen,
beispielsweise kann der wasseraufnehmende, flexible Kunststoff auf der Innen- und
Außenseite mit schützendem Gewebe kaschiert sein.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Jacke ein entfaltbares
Beinklein auf. Das Beinkleid umhüllt die Beine und Füße vollständig. Das Beinkleid
wird also über alles, einschließlich Schuhe gezogen. Um das Beinkleid auf ein minimales
Packmaß zu reduzieren, wird für das Beinkleid vorzugsweise ein sehr dünnes, flexibles
Material gewählt. Da im Wasser die Auskühlung über die Extremitäten weniger wichtig
ist, reicht dieser geringe Schutz. Auf der anderen Seite ist das integrierte entfaltbare
Beinkleid sehr vorteilhaft, denn es muss nicht, wie beispielsweise ein Unterseebootrettungsanzug
vollständig noch im Trockenen angelegt werden, sondern es kann zur Not auch erst im
Wasser entfaltet und angelegt werden. Dadurch wird wertvolle Zeit während der Evakuierung
gespart. Bevorzugt weist das entfaltbare Beinklein pro Bein einen in Längsrichtung
angeordneten Reißverschluss sowie wenigstens einen Zurrriemen auf.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Jacke eine Haube aus einer
wasserfesten Wärmschicht auf. Diese Haube ist vorzugsweise zusätzlich zu einer normalen
Kapuze vorhanden, welche typsicher Weise gegen Wind oder Regen schützt. Die Haube
hingegen soll ein Auskühlen im Wasser verlangsamen.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die wasserfeste Wärmschicht als
herausnehmbares Innenfutter ausgeführt.
[0027] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Jacke mit einem gepackten
Ein-Mann-Rettungsfloss verbindbar. Aufgrund der Größe ist die Jacke vorzugsweise nicht
immer mit einem Ein-Mann-Rettungsfloss verbunden, da das den täglichen Gebrauch extrem
erschweren und praktisch unmöglich machen würde. Beim Anlegen der Jacke bei der Evakuierung
kann dieses sinnvoll sein, um beide Hände frei zu haben, um insbesondere Leitern einfach,
schnell und sicher aufsteigen zu können.
[0028] Nachfolgend ist die erfindungsgemäße Jacke anhand eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1 Jacke
Fig. 2 Jacke mit ausgerolltem Beinkleid
Fig. 3 wasserfeste Wärmschicht
[0029] In Fig. 1 ist eine beispielhafte Jacke 10 gezeigt. Die Jacke 10 weist eine wasserfeste
Wärmschicht 20 auf, die in Form eines herausnehmbaren Innenfutters ausgeführt ist
und in Fig. 3 genauer gezeigt ist. Die wasserfeste Wärmschicht 20 endet in zwei Armmanschetten
21 und einer Halsmanschette 22, die sich an den Körper anschmiegen und so eine vergleichswiese
gute Abdichtung bewirken. Um auch im Schritt eine thermische Isolation des Kernkörpers
zu ermöglichen weist die wasserfeste Wärmschicht 20 einen Schrittschutz 23 auf, der
in Fig. 1 noch im Rückenteil der Jacke verstaut ist, bei Bedarf aber herausgezogen
und zwischen den Beinen hindurch geführt und an der Vorderseite der Jacke 10 befestigt
werden kann. Dadurch kann die Jacke 10 einen sehr guten Wärmeschutz für den Kernkörper
bieten, falls die Person ins Wasser muss, was wiederum die Überlebensdauer verlängert.
Um dieses weiter zu verbessern, weist die Jacke 10 zwei Handschuhtaschen 70 auf, in
denen sich Handschuhe vorzugsweise aus dem gleichen Material wie die wasserfeste Wärmschicht
20 befinden. Ebenso weist die Jacke 10 eine Haube 90 auf, vorzugsweise aus dem gleichen
Material wie die wasserfeste Wärmschicht 20. Auch hierdurch wird der Wärmeschutz weiter
verbessert.
[0030] Als weiteres weist die Jacke ein aufblasbares Auftriebshilfsmittel 30, also eine
integrierte Schwimmweste, auf. Durch den größeren Anteil auf der Brust wird eine Rückenlage
begünstigt, sodass ein Ertrinken vermieden wird, selbst wenn die Person beispielsweise
durch Unterkühlung das Bewusstsein verliert. Vorzugsweise ist das aufblasbare Auftriebshilfsmittel
30 nur manuell aufblasbar, vorzugsweise durch einen auslösbaren Gasvorrat. Zusätzlich
oder alternativ kann das aufblasbare Auftriebshilfsmittel 30 auch über ein Mundstück
aufblasbar sein.
[0031] Des Weiteren weist die Jacke einen integrierten Tragegurt 40 auf, der in Fig. 3 auf
dem herausnehmbaren Innenfutter erkennbar ist. Auf der Außenseite der Jacke ist dieser
insbesondere durch die Tragegurtabdeckung 41 verdeckt, welche mit einem Klettverschluss
versehen ist. Die Tragegurtabdeckung 41 kann damit einfach geöffnet werden, um beispielweise
einen Haken, welcher von einem Rettungshubschrauber herabgelassen wird, in die Anschlusspunkte
des Tragegurts 40 einzuklinken. Dieses erleichtert die Bergung aus dem Wasser, wobei
durch die Abdeckung mit der Tragegurtabdeckung 41 die Gefahr am Tragekurt 40 hängen
zu bleiben im täglichen Gebrauch reduziert wird. Des Weiteren können zwei zusätzliche,
zurrbare Gurte dem Brustgurt angehängt werden, um diese um die Beine des zu Bergenden
legen zu können. Dies ermöglicht eine horizontale Bergung, um das Risiko eines Bergetodes
zu verringern.
[0032] Weiter weist die Jacke 10 Standortmeldevorrichtungen auf, und zwar einen Funksender
51 und ein Signallicht 52. Über den Funksender 51 kann insbesondere auch die eigene,
beispielsweise über GPS ermittelte, Position gesendet werden. Das Signallicht 52 hilft
dann bei der Ortung vor Ort.
[0033] Zusätzlich weist die Jacke 10 ein Atemgerät 60 auf, welches beispielsweise einen
1 l Gasbehälter mit 300 bar aufweist und so etwa 300 l Atem luft zur Verfügung stellen
kann. Dieses reicht aus, um ohne Verwendung einer Atemnotluftanlage und damit sehr
viel schneller ein Unterseeboot zu verlassen, wenn die Luft im Inneren des Unterseebootes
nicht oder nur bedingt atembar ist. Der Luftvorrat ist dabei auf einen Zeitraum von
ungefähr 5 min ausgelegt, wobei von körperlicher Anstrengung (laufen, klettern) auszugehen
ist. Des Weiteren erlaubt der Luftvorrat ein kurzzeitiges Tauchen im Wasser.
[0034] Die Jacke 10 weist noch weitere Merkmale auf. Aufgrund des aufblasbaren Auftriebshilfsmittels
30 und des Tragegurtes 40 ist der Reißverschluss 91 nur für den unteren Teil ausgeführt
und erleichtert das Überziehen. Die Zurrriemen 80 an den Armen und der Gurt 92 erlauben
eine Anpassung an die einzelne Person, insbesondere um einen möglichst guten Sitz
des aufblasbaren Auftriebshilfsmittels 30 im aufgeblasenen Zustand sicher zu stellen.
Des Weiteren weist die Jacke 10 Beinkleidschlaufen 101 auf, um ein Beinkleid 100 herausziehen
zu können. Das Beinkleid 100 ist im entfalteten Zustand in Fig. 2 gezeigt. Durch die
Reißverschlüsse 91 kann, notfalls auch erst im Wasser, das Beinkleid 100 auch über
eine bereits getragene Hose und Schuhe angezogen werden. Das Beinkleid 100 besteht
bevorzugt aus sehr dünnem Kunststoffmaterial, um ein kleines Packmaß zu ermöglichen.
Hier liegt der Fokus weniger auf der thermischen Isolation durch das Beinkleid 100
selber. Um das Beinkleid 100 an den Träger anpassen zu können, weist jedes Bein zwei
Zurrriemen 80 auf.
[0035] In Fig. 3 ist die wasserfeste Wärmschicht 20 in Form eines herausnehmbaren Innenfutters
gezeigt. Zum einen wird der Tragegurt 40 besser erkennbar und wie dieser die Person
zu Halten ausgebildet ist, wenn diese beispielsweise über ein Seil in einen Rettungshubschrauber
gefördert wird. Auch ist erkennbar, wie sich ein durch Halsmanschette 22, Armmanschetten
21 und den Schrittschutz 23 geschlossener Anzug ergibt, der beispielsweise aus Neopren
besteht und so den Körper möglichst gut vor Auskühlung schützt.
Bezugszeichen
[0036]
- 10
- Jacke
- 20
- wasserfeste Wärmschicht
- 21
- Armmanschette
- 22
- Halsmanschette
- 23
- Schrittschutz
- 30
- aufblasbares Auftriebshilfsmittel
- 40
- Tragegurt
- 41
- Tragegurtabdeckung
- 51
- Funksender
- 52
- Signallicht
- 60
- Atemgerät
- 70
- Handschuhtasche
- 80
- Zurrriemen
- 90
- Haube
- 91
- Reißverschluss
- 92
- Gurt
- 100
- Beinkleid
- 101
- Beinkleidschlaufe
1. Jacke (10) als Rettungs- und Bergungsmittel für die Schifffahrt, wobei die Jacke (10)
wenigstens eine erste Schicht und eine zweite Schicht aufweist, wobei die erste Schicht
eine wasserabweisende Schicht ist, wobei die zweite Schicht eine wasserfeste Wärmschicht
(20) aufweist, wobei die Jacke (10) ein aufblasbares Auftriebshilfsmittel (30) aufweist,
wobei die Jacke (10) einen integrierten Tragegurt (40) aufweist, wobei die Jacke (10)
wenigstens eine Standortmeldevorrichtung aufweist.
2. Jacke (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Jacke (10) ein Atemgerät (60) aufweist.
3. Jacke (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Atemgerät (60) 50 bis 500 l unkomprimierter Atem luft aufweist.
4. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserfeste Wärmschicht (20) eine Halsmanschette (22) und zwei Armmanschetten
(21) aufweist.
5. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserfeste Wärmschicht (20) einen Schrittschutz (23) aufweist.
6. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Jacke (10) Handschuhe aufweist.
7. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Standortmeldevorrichtung ausgewählt ist aus der Liste umfassend Signallicht (52),
Funksender (51), Satellitensender.
8. Jacke (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Standortmeldevorrichtung ausgewählt ist aus der Liste umfassend Funksender (51)
und Satellitensender.
9. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlusspunkt für den integrierten Tragegurt (40) mit einem Klettverschluss
abgedeckt ist.
10. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das aufblasbare Auftriebshilfsmittel (30) nur eine manuelle Aufblasfunktion aufweist.
11. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Jacke (10) auf der Rückseite einen mit dem integrierten Tragegurt (40) verbundenen
Handgriff zur Bergung aufweist.
12. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Jacke (10) ein entfaltbares Beinklein aufweist, wobei das Beinkleid (100) die
Beine und Füße vollständig umhüllt.
13. Jacke (10) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das entfaltbare Beinklein pro Bein einen in Längsrichtung angeordneten Reisverschluss
sowie wenigstens einen Zurrriemen aufweist.
14. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Jacke eine Haube (90) aus einer wasserfesten Wärmschicht (20) aufweist.
15. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserfeste Wärmschicht (20) als herausnehmbares Innenfutter ausgeführt ist.
16. Jacke (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Jacke (10) mit einem gepackten Ein-Mann-Rettungsfloss verbindbar ist.