[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb für einen Flügel eines Fensters oder einer Tür,
insbesondere einen Türschließer, mit einem Antriebsmechanismus zum Bewegen des Flügels,
einem Antriebsgehäuse, in welchem der Antriebsmechanismus zumindest teilweise angeordnet
ist, und einem Hydraulikfluid, insbesondere Öl, das in dem Antriebsgehäuse aufgenommen
ist.
[0002] Der Antriebsmechanismus umfasst üblicherweise eine um eine Drehachse drehbar gelagerte
Abtriebswelle, einen linear verschiebbaren Kolben, welcher mit der Abtriebswelle gekoppelt
ist und bei einer Verschiebung die Abtriebswelle verdreht, und eine Druckfeder mit
einem ersten Ende und einem zweiten Ende, welche sich mit ihrem ersten Ende an dem
Kolben abstützt und diesen mit einer Druckfederkraft beaufschlagt.
[0003] Antriebe zur Bewegung eines Flügels eines Fensters oder einer Tür, insbesondere Türschließer,
sind typischerweise mit einem Hydraulikfluid (zumeist Öl) befüllt, um ein definiertes
Dämpfungsverhalten des Antriebs erreichen zu können. Bei einer Erwärmung des Hydraulikfluids,
beispielsweise auf Grund klimatischer Gegebenheiten oder eines Brandfalls, möchte
sich das Hydraulikfluid entsprechend ausdehnen. Da das Hydraulikfluid nicht komprimierbar
ist, führt die Erwärmung des Hydraulikfluids zu einem Druckanstieg innerhalb des Antriebs.
Bei zu hohen Drücken können Dichtungen des Antriebs versagen und das Hydraulikfluid
austreten. Außerdem könnte ein zu hoher Druck auch zu einem Bersten des Antriebs führen.
[0004] Um einen Druckanstieg zu verhindern, ist es bekannt, in dem Antrieb eine geringe
Menge Luft vorzuhalten. Diese kann bei einer Ausdehnung des Hydraulikfluids komprimiert
werden, ohne dass der Druck im Antrieb unzulässig ansteigt. Bei derartigen Antrieben
kann das Luftvolumen Volumenänderungen des Hydraulikfluids, welche mit Temperaturschwankungen
bis beispielsweise 70°C einhergehen, ausgleichen. Nachteilig ist jedoch, dass die
Luft die hydraulischen Funktionen des Antriebs stört: Da zuerst die Luft komprimiert
wird, bevor sich ein Drosseldruck aufbauen kann, setzen Dämpfungsfunktionen teils
verzögert ein. Dies stellt letztlich eine Gefahr für die Funktionssicherheit des Antriebs
dar. Ferner können derartige Antriebe Volumenänderungen des Hydraulikfluids, welche
in einem Brandfall mit deutlich höheren Temperaturen auftreten, nicht mehr wirksam
ausgleichen, sodass die Gefahr des Versagens von Dichtungen oder gar des Berstens
des Antriebs besteht.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Antrieb zu schaffen, bei welchem
die Nachteile des Stands der Technik nicht auftreten, insbesondere bei welchem der
Druck innerhalb des Antriebs über einen großen Temperaturbereich nicht unzulässig
ansteigt, wobei das Dämpfungsverhalten nicht gestört wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Antrieb mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst,
und insbesondere dadurch, dass der Antrieb ein Volumenausgleichselement, welches innerhalb
des Antriebsgehäuses angeordnet ist, umfasst, wobei das Volumenausgleichselement einen
elastisch komprimierbaren Ausgleichskörper bestehend aus einem geschlossenzelligen
Schaumstoff, insbesondere Partikelschaumstoff, ein Ausgleichsgehäuse mit einer Gehäuseöffnung,
in welches der Ausgleichskörper eingesetzt ist, und ein die Gehäuseöffnung verschließendes
Verschlusselement umfasst, wobei das Verschlusselement eine Abströmöffnung besitzt,
über welche das Hydraulikfluid bei einer Erhöhung der Fluidtemperatur unter Kompression
des Ausgleichskörpers in das Volumenausgleichselement hinein und bei einer Verringerung
der Fluidtemperatur unter Expansion des Ausgleichskörpers aus dem Volumenausgleichselement
hinaus strömt, und wobei das Verschlusselement ein strömungsabhängiges Rückschlagventil
aufweist, welches die Abströmöffnung verschließt, wenn ein außerhalb des Volumenausgleichselements
auftretender Staudruck des Hydraulikfluids über einem vorgegebenen Wert liegt, sodass
kein Hydraulikfluid in das Volumenausgleichselement hinein strömen kann.
[0007] Beim Hineinströmen des Hydraulikfluids in das Volumenausgleichselement wird der Ausgleichskörper
komprimiert. Dadurch wird ein zusätzliches Volumen für das Hydraulikfluid freigegeben,
sodass der Druck im Antrieb nicht ansteigt. Da der Ausgleichskörper aus einem geschlossenzelligen
Schaumstoff besteht, kann sich der Ausgleichskörper nicht mit Hydraulikfluid vollsaugen,
wodurch er an Kompressibilität verlöre. Vielmehr kann der elastische geschlossenzellige
Schaumstoff auf Grund des in seinen Hohlräumen eingeschlossenen Gases besonders einfach
komprimiert werden. Wird der Ausgleichskörper beschädigt - beispielsweise könnte ein
Hohlraum nach einer Vielzahl von Kompressions- und Rückstellvorgängen im Laufe der
Betriebsdauer aufbrechen - kann lediglich eine sehr geringe Gasmenge entweichen, welche
grundsätzlich einem vernachlässigbar geringen Anteil des gesamten in dem Ausgleichskörper
eingeschlossenen Gases entspricht. Folglich wird die hydraulische Funktion trotz einer
Beschädigung des Ausgleichskörpers nicht nennenswert beeinflusst, wodurch der Einsatz
des elastischen geschlossenzelligen Schaumstoffs die Zuverlässigkeit des Antriebs
erhöht. Ein Antrieb, bei welchen zum Volumenausgleich beispielsweise lediglich ein
mit einem Gas gefüllter elastischer Ballon vorgesehen wäre, würde diesen Vorteil nicht
aufweisen, da bei einer Beschädigung des Ballons das gesamte Gas entweichen würde.
[0008] Der Schaumstoff kann beispielsweise als eine expandierte Polyethylen Schnur oder
als ein Formelement aus einem expandierten Partikelschaumstoff, wie z.B. expandiertes
thermoplastisches Polyurethan, ausgebildet sein.
[0009] Grundsätzlich gilt, dass der Staudruck insbesondere von der Strömungsgeschwindigkeit
des Hydraulikfluids abhängig ist, wobei im Betrieb des Antriebs durch eine Bewegung
des Kolbens höhere Strömungsgeschwindigkeiten auftreten als durch temperaturbedingte
Volumenänderungen des Hydraulikfluids. Da das strömungsabhängige Rückschlagventil
die Abströmöffnung bei einem außerhalb des Volumenausgleichselements auftretenden
Staudruck des Hydraulikfluids über dem vorgegebenen Wert, der insbesondere in Abhängigkeit
von im Betrieb des Antriebs auftretenden Staudrücke vorgegeben ist, verschließt, können
plötzlich auftretende Druckanstiege, wie sie beim Bewegen des Flügels in dem Antrieb
auftreten können, nicht auf den Ausgleichskörper wirken. Hingegen erzeugen langsame,
temperaturbedingte Volumenänderungen des Hydraulikfluids grundsätzlich unwesentliche
Staudrücke unterhalb des vorgegebenen Werts, bei welchen das strömungsabhängige Rückschlagventil
die Abströmöffnung nicht verschließt, sodass das Hydraulikfluid in das Volumenausgleichselement
hinein strömen kann. Folglich wird durch das strömungsabhängige Rückschlagventil zum
einen die hydraulische Funktion beim Betrieb des Antriebs - trotz der an sich bereitgestellten
Volumenausgleichsfunktionalität - nicht gestört. Zum anderen wird auch der Ausgleichskörper
selbst vor hohen Drücken geschützt, woraus sich eine besondere hohe Lebensdauer des
Antriebs ergibt.
[0010] Neben den genannten Vorteilen zeichnet sich das erfindungsgemäße Volumenausgleichselement
auf Grund seiner Konstruktion durch einen einfachen Aufbau und eine einfache Montage
aus, wodurch sich letztlich auch der Aufbau und die Montage des Antriebs zur Realisierung
des Volumenausgleichs vereinfacht.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der Beschreibung und den Figuren.
[0012] Es kann vorgesehen sein, dass der Ausgleichskörper auf seiner Oberfläche und/oder
das Ausgleichsgehäuse an seiner Innenwandung und/oder das Verschlusselement eine oder
mehrere, insbesondere kanalartig ausgebildete, Vertiefungen und/oder Erhebungen und/oder
eine, insbesondere kugelförmige, Strukturierung aufweist, wodurch innerhalb des Volumenausgleichselements
ein oder mehrere Strömungspfade für das Hydraulikfluid gebildet sind. Über die Strömungspfade
kann das Hydraulikfluid zuverlässig zur Abströmöffnung des Verschlusselements strömen.
Dadurch wird verhindert, dass der Ausgleichskörper die Abströmöffnung - beispielsweise
in bestimmten Lagen des Antriebs - verschließt, wodurch das Hydraulikfluid nicht in
das Volumenausgleichselement hinein strömen könnte. Ebenso wird hierdurch verhindert,
dass das Hydraulikfluid im Volumenausgleichselement eingeschlossen wird. Folglich
erhöht die Bereitstellung der Strömungspfade die Funktionssicherheit und Zuverlässigkeit
des Antriebs. Ferner kann sich in das Volumenausgleichselement hineinströmendes Hydraulikfluid
über die Strömungspfade zuverlässig innerhalb des Volumenausgleichselements verteilen.
Hierdurch kann insbesondere erreicht werden, dass das Hydraulikfluid allseitig auf
den Ausgleichskörper wirkt und nicht nur einzelne Teilbereiche des Ausgleichskörpers
überdurchschnittlich komprimiert werden, wodurch die Lebensdauer des Ausgleichskörpers
erhöht wird.
[0013] Vorteilhafterweise kann als Schaumstoff ein Partikelschaumstoff eingesetzt werden,
wobei die kugelförmige Strukturierung durch die Form der einzelnen Partikel des Partikelschaumstoffs
gebildet wird. Durch die Verwendung eines Partikelschaumstoffs ergibt sich bei der
Herstellung des Ausgleichskörpers bereits auf Grund der Form der einzelnen Partikel
eine kugelförmige Oberfläche, ohne dass hierfür ein besonderer Bearbeitungsschritt
erforderlich ist. Selbstverständlich kann die Strukturierung bei der Formgebung des
Ausgleichskörpers beispielsweise durch entsprechend strukturierte Abdruckformen verstärkt
werden.
[0014] Bevorzugt besteht der Ausgleichskörper aus einem expandierten thermoplastischen Elastomer,
besonders bevorzugt aus einem expandiertem thermoplastischen Polyurethan. Die einzelnen
Partikel können zu einem Formteil verschmolzen werden und so den Ausgleichskörper
bilden. Alternativ können die einzelnen Partikel auch lose im Ausgleichsgehäuse angeordnet
sein und auf diese Weise den Ausgleichskörper bilden. Um eine Vielzahl von Kompressions-
und Rückstellvorgängen unbeschadet aushalten zu können, muss der Ausgleichskörper
sehr elastisch sein und das Gas sicher eingeschlossen halten. Würden die Poren aufbrechen,
könnte das Gas austreten, wodurch die Funktionssicherheit des Antriebs gefährdet wäre.
Gängige expandierte Polyethylen-Schäume verlieren bei niedrigen Temperaturen an Elastizität,
wodurch sie beschädigt werden können. Des Weiteren sind expandierte Polyethylen-Schäume
nicht für eine Dauerbelastung geeignet und besitzen eine sehr geringe Rückstellkraft,
sodass expandierte Polyethylen-Schäume für den Einsatz in der vorliegenden Erfindung
grundsätzlich nicht geeignet sind. Hinsichtlich der erforderlichen Materialeigenschaften
könnte grundsätzlich auch Zellgummi zum Einsatz kommen, welcher jedoch in der Formgebung
konstruktiv beschränkt ist und deshalb nicht geeignet ist. Es hat sich gezeigt, dass
ein expandiertes thermoplastisches Elastomer, wie, besonders vorteilhaft, ein expandiertes
thermoplastisches Polyurethan, diese Nachteile nicht aufweist. Expandiertes thermoplastisches
Polyurethan weist eine hohe Elastizität und Dauerbelastbarkeit auf, wodurch ein dauerhafter
Ausgleich langsam auftretender Volumenänderungen durch den Ausgleichskörper ermöglicht
wird. Zudem besitzt expandiertes thermoplastisches Polyurethan eine hohe Rückstellkraft,
wodurch lageunabhängig das im Volumenausgleichselement befindliche Hydraulikfluid
bei einer Verringerung der Temperatur von dem Ausgleichskörper wieder zuverlässig
aus dem Volumenausgleichselement hinaus gedrängt wird, was insbesondere für die Montage
des Antriebs in verschiedenen Lagen vorteilhaft ist. Die geringe Dichte von expandiertem
thermoplastischem Polyurethan ermöglicht eine hohe Kompression des Ausgleichskörpers,
wodurch große Volumenänderungen des Hydraulikfluids kompensiert werden können. Außerdem
weist expandiertes thermoplastisches Polyurethan eine hohe chemische Beständigkeit
gegenüber üblichen Hydraulikfluiden, insbesondere Öl, auf, wodurch die Lebensdauer
des Ausgleichskörpers erhöht wird. Im Brandfall wird der Ausgleichskörper auf Grund
der Erwärmung des Hydraulikfluids zunächst komprimiert, wobei der Ausgleichskörper
- da vorteilhaft ein expandiertes thermoplastisches Elastomer verwendet wird - bei
hohen Temperaturen schmilzt, wodurch die Rückstellkraft des Ausgleichkörpers eliminiert
wird. Auf diese Weise wird verhindert, dass bei einem Versagen, insbesondere einem
Schmelzen, einer Dichtung des Antriebs das Hydraulikfluid durch die Rückstellkraft
des Ausgleichskörpers aus dem Antrieb gedrängt wird. Außerdem wird durch das Schmelzen
des Ausgleichskörpers verglichen mit einer vollständigen Kompression des Ausgleichskörpers
ein noch größeres Volumen für das Hydraulikfluid freigegeben, wodurch auch ein Bersten
auf Grund eines zu hohen Drucks innerhalb des Antriebs verhindert werden kann.
[0015] Vorteilhafterweise besitzt der Ausgleichskörper eine definierte Schmelztemperatur,
die insbesondere höchstens 600°C, insbesondere höchstens 500°C, insbesondere höchstens
300°C, insbesondere höchstens 260°C, und/oder mindestens 100°C, insbesondere mindestens
120°C, insbesondere mindestens 140°C, beträgt. Die definierte Schmelztemperatur ermöglich
- insbesondere hinsichtlich des Volumenausgleichs - einen funktionssicheren Betrieb
des Antriebs innerhalb der jeweiligen klimatischen Gegebenheit, wobei der Ausgleichskörper
bei einem Brandfall zuverlässig schmilzt. Die vorgenannten Werte haben sich dabei
als besonders geeignet erwiesen.
[0016] Bevorzugt ist die Stoffmenge des Hydraulikfluids derart bemessen, dass bei einer
Fluidtemperatur, welche einer vordefinierten Temperatur, insbesondere von 20°C, entspricht,
der Ausgleichskörper von dem Hydraulikfluid teilweise komprimiert ist, wodurch das
Hydraulikfluid bei einer Abkühlung unter die vordefinierte Temperatur unter Expansion
des Ausgleichskörpers aus dem Volumenausgleichselement hinaus strömt. Beispielsweise
kann hierfür bei der Herstellung des Antriebs unter Druck eine erhöhte Menge des Hydraulikfluids
oder unter die vordefinierte Temperatur abgekühltes Hydraulikfluid, welches sich beim
Erwärmen ausdehnt, in dem Antriebsgehäuse aufgenommen werden, sodass der Ausgleichskörper
bei einer Fluidtemperatur, welche der vordefinierten Temperatur entspricht, teilweise
komprimiert, also vorgespannt ist. Sinkt die Temperatur unter die vordefinierte Temperatur,
nimmt das Volumen des Hydraulikfluids ab, wobei das Hydraulikfluid unter Expansion
des Ausgleichskörpers aus dem Volumenausgleichselement hinaus strömen kann, ohne dass
ein Unterdruck im Antrieb entsteht. Würde stattdessen ein Unterdruck im Antrieb auftreten,
könnten im Hydraulikfluid gelöste Gase ausgeschieden werden, wodurch die hydraulische
Dämpfungsfunktionen gestört oder sogar ausfallen könnten. Durch die vorteilhafte Vorspannung
des Ausgleichskörpers wird dies vermieden und so eine besonders zuverlässige Funktion
des Antriebs über einen großen Temperaturbereich, insbesondere bei niedrigen Temperaturen,
gewährleistet. Selbstverständlich ist es von Vorteil, wenn die vordefinierte Temperatur
beispielsweise der üblichen Raumtemperatur am Betriebsort des Antriebs entspricht.
[0017] Hinsichtlich des strömungsabhängigen Rückschlagventils ist bevorzugt vorgesehen,
dass das strömungsabhängige Rückschlagventil eine Dichtstelle und ein Sperrelement
umfasst, mittels welchem die Dichtstelle abdichtbar ist, wobei auf das Sperrelement
eine von dem Staudruck abhängige Druckkraft wirkt und das Sperrelement mit einer der
Druckkraft entgegengesetzten Gegenkraft derart beaufschlagt wird, dass, wenn der Staudruck
unter dem vorgegebenen Wert liegt, das Sperrelement die Dichtstelle nicht abdichtet,
wodurch das strömungsabhängige Rückschlagventil die Abströmöffnung nicht verschließt,
oder, wenn der Staudruck über dem vorgegebenen Wert liegt, das Sperrelement die Dichtstelle
abdichtet, wodurch das strömungsabhängige Rückschlagventil die Abströmöffnung verschließt.
Liegt der Staudruck wieder unter dem vorgegebenen Wert - beispielsweise nach Beendigung
einer Bewegung des Flügels - bewirkt die Gegenkraft, dass das Sperrelement die Dichtstelle
nicht abdichtet. Dies erlaubt eine besonders einfache technische Umsetzung der Funktionsweise
des strömungsabhängigen Rückschlagventils. Über die Gegenkraft wird erreicht, dass
das Sperrelement die Dichtstelle nicht abdichtet, wenn der Staudruck unter dem vorgegebenen
Wert liegt.
[0018] Das Sperrelement kann als ein geometrischer Körper, insbesondere als eine Kugel oder
ein Kegel, ausgeführt sein, welcher aus einer Ruheposition, in welcher der geometrische
Körper die Dichtstelle nicht abdichtet, von dem Staudruck verlagert werden kann, und
eine separat ausgebildete Rückstellfeder vorgesehen sein, welche den geometrischen
Körper beaufschlagt, wobei die Federkraft der Rückstellfeder die Gegenkraft bereitstellt.
Durch die Rückstellfeder wird sichergestellt, dass sich das strömungsabhängige Rückschlagventil
in jeder Lage des Antriebs in einem - sofern der Staudruck unter dem vorgegebenen
Wert liegt - kontrollierten geöffneten Zustand befindet, wodurch die Funktionssicherheit
des Antriebs erhöht wird. Das strömungsabhängige Rückschlagventil könnte aber auch
ohne die Rückstellfeder ausgeführt sein, wobei die Gegenkraft beispielsweise maßgeblich
von der auf das Sperrelement wirkenden Gewichtskraft bereitgestellt werden könnte.
[0019] Außerdem kann das Verschlusselement eine erste Kammer, in welcher der geometrische
Körper aufgenommen ist, eine zweite Kammer, in welche die Abströmöffnung mündet und
in welcher die Rückstellfeder angeordnet ist, und einen Verjüngungsabschnitt, über
welchen sich die erste Kammer zu der zweiten Kammer verjüngt, aufweisen. Diese Anordnung
erlaubt einen besonders einfachen und robusten Aufbau des strömungsabhängigen Rückschlagventils.
Es versteht sich dabei von selbst, dass sich der geometrische Körper nicht vollumfänglich
in der ersten Kammer und die Rückstellfeder nicht vollumfänglich in der zweiten Kammer
befinden müssen, sondern, insbesondere je nach Position des geometrischen Körpers,
auch in den Verjüngungsabschnitt und/oder in die zweite und/oder erste Kammer ragen.
[0020] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass an dem Verjüngungsabschnitt die Dichtstelle,
insbesondere als eine kreisförmige Dichtkante, ausgebildet ist und der geometrische
Körper derart in der ersten Kammer aufgenommen ist, dass der geometrische Körper in
der Ruheposition zur Dichtstelle beabstandet ist, wobei der geometrische Körper bei
einem Staudruck über dem vorgegebenen Wert in eine Endposition verlagert wird, in
welcher der geometrische Körper die Dichtstelle abdichtet. Hierdurch wird eine besonders
zuverlässige Funktionsweise gewährleistet.
[0021] Das Sperrelement kann alternativ oder zusätzlich als ein längliches, insbesondere
zungenförmiges, elastisch biegbares Flachteil, insbesondere aus Federblech oder elastischem
Kunststoff bestehend, ausgeführt sein, welches aus einem Ruhezustand, in welchem das
Flachteil die Dichtstelle nicht abdichtet, von dem Staudruck elastisch gebogen werden
kann, wobei die Rückstellkraft des Flachteils die Gegenkraft bereitstellt. Hierdurch
wird ein besonders einfacher und langlebiger Aufbau des strömungsabhängigen Rückschlagventils
erreicht.
[0022] Dabei kann vorgesehen sein, dass die Dichtstelle die Abströmöffnung flächig umgebend,
insbesondere als kreisringförmiger Vorsprung, ausgebildet ist und das Flachteil mit
einem ersten Abschnitt an dem Verschlusselement derart befestigt ist, dass ein zweiter
Abschnitt des Flachteils im Ruhezustand zur Dichtstelle beabstandet ist, wobei das
Flachteil bei einem Staudruck über dem vorgegebenen Wert derart in einen Endzustand
gebogen wird, dass der zweite Abschnitt die Dichtstelle abdichtet. Da das strömungsabhängige
Rückschlagventil eine flächige Dichtstelle aufweist und nicht lediglich eine Dichtkante,
ist diese Ausführung besonders robust und verschleißarm.
[0023] Ferner kann das Sperrelement alternativ oder zusätzlich als ein Aufnehmer mit einem
Gleitabschnitt ausgeführt sein, wobei der Gleitabschnitt in die Abströmöffnung eingesteckt
und in dieser axial verschiebbar geführt ist, wodurch der Aufnehmer axial verschiebbar
an dem Verschlusselement angeordnet ist. Dies erlaubt eine besonders einfache Herstellung
des strömungsabhängigen Rückschlagventils.
[0024] Vorteilhafterweise sind elastische Federarme, deren freie Enden an dem Verschlusselement
anliegen, an dem Aufnehmer ausgebildet, welcher aus einer Ruhestellung, in welcher
der Aufnehmer die Dichtstelle nicht abdichtet, von dem Staudruck verschoben werden
kann, wodurch die Federarme verbogen werden, wobei die Rückstellkraft der Federarme
die Gegenkraft bereitstellt. Hierdurch wird ein besonders einfacher und langlebiger
Aufbau des strömungsabhängigen Rückschlagventils erreicht.
[0025] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass der Aufnehmer ein elastisches Dichtelement,
insbesondere einen O-Ring, aufweist, wobei der Aufnehmer bei einem Staudruck über
dem vorgegebenen Wert in eine Endstellung verschoben wird, in welcher das elastische
Dichtelement flächig an dem Verschlusselement anliegt, wodurch der Aufnehmer die Dichtstelle
abdichtet, wobei die Auflagefläche des Verschlusselements, an welcher das elastische
Dichtelement zur Abdichtung aufliegt, die Dichtstelle bildet. Da das strömungsabhängige
Rückschlagventil eine flächige Dichtstelle aufweist und nicht lediglich eine Dichtkante,
ist diese Ausführung besonders robust und verschleißarm. Des Weiteren können Verschmutzungen
im Dichtbereich von dem elastischen Dichtelement überdeckt werden, wodurch die Dichtfunktion
auch bei verschmutzter Dichtstelle aufrechterhalten wird.
[0026] Bevorzugt ist in dem Ausgleichsgehäuse zwischen dem Verschlusselement und dem Ausgleichskörper
ein Gasabscheideelement vorgesehen, welches die Abströmöffnung vollständig abdeckt
oder in die Abströmöffnung eingesetzt ist, aus einem porösen Material oder einem Drahtgewebe
besteht und von dem Hydraulikfluid benetzt ist. Das Gasabscheideelement weist einen
vorgegebenen Blasendurchbruchsdruck auf. Der Blasendurchbruchsdruck ist dabei derart
vorgegeben, dass innerhalb des Volumenausgleichselements befindliches Gas, welches
beispielsweise durch Aufbrechen eines Hohlraums des Ausgleichskörpers nach einer Vielzahl
von Kompressions- und Rückstellvorgängen im Laufe der Betriebsdauer frei werden kann,
den vorgegebenen Blasendurchbruchsdruck nicht überschreiten kann. Dadurch kann das
Gas nicht durch das Gasabscheideelement dringen und somit nicht aus dem Volumenausgleichselement
hinausströmen. Folglich stellt das Gasabscheideelement eine besonders einfache Lösung
ohne die Notwendigkeit weiterer zusätzlicher Bauteile und/oder Konstruktionen dar,
um freies Gas davon abzuhalten, die hydraulischen Funktionen des Antriebs zu stören,
wodurch die Zuverlässigkeit des Antriebs erhöht wird.
[0027] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass das Gasabscheideelement scheibenförmig ausgebildet
ist und/oder aus einem Sintermaterial, insbesondere gesinterten Kugeln, und/oder aus
einer Köpertresse besteht. Ein derartiges Gasabscheideelement kann besonders einfach
hergestellt und in das Volumenausgleichselement eingepasst werden.
[0028] Ferner ist der Antrieb vorteilhafterweise derart ausgebildet, dass der Antriebsmechanismus
eine um eine Drehachse drehbar gelagerte Abtriebswelle, einen linear verschiebbaren
Kolben, welcher mit der Abtriebswelle gekoppelt ist und bei einer Verschiebung die
Abtriebswelle verdreht, und eine Druckfeder mit einem ersten Ende und einem zweiten
Ende, welche sich mit ihrem ersten Ende an dem Kolben abstützt und diesen mit einer
Druckfederkraft beaufschlagt, umfasst, insbesondere wobei der Antriebsmechanismus
zusätzlich eine Spindel mit einem Spindelteller, an welchem sich das zweite Ende der
Druckfeder abstützt und über welche Spindel die Druckfederkraft eingestellt werden
kann, umfasst, wobei das Volumenausgleichselement in einem von der Druckfeder umwundenen
Raum und/oder innerhalb der Spindel angeordnet ist und/oder zumindest teilweise durch
die Spindel gebildet ist. Dies ermöglicht einen besonders einfachen und kompakten
Aufbau des Antriebs.
[0029] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Figuren beschrieben.
Es zeigt schematisch
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Antriebs mit einem Volumenausgleichselement
mit einem Ausgleichskörper,
- Fig. 2
- das Volumenausgleichselement der Fig. 1 in einem nicht komprimierten und einem komprimierten
Zustand des Ausgleichskörpers,
- Fig. 3
- einen Ausgleichskörper mit kanalartigen Vertiefungen,
- Fig. 4
- ein Ausgleichsgehäuse und ein Verschlusselement, jeweils mit innenseitigen Vertiefungen,
- Fig. 5
- einen Ausgleichskörper mit einer kugelförmig strukturierten Oberfläche,
- Fig. 6
- ein Volumenausgleichselement mit einem bei einer vordefinierten Temperatur vorgespannten
Ausgleichskörper,
- Fig. 7
- eine Detailansicht eines strömungsabhängigen Rückschlagventils mit einer Rückstellfeder
und einer Kugel in einer Ruheposition und einer Endposition,
- Fig. 8
- eine Detailansicht einer beispielhaften alternativen Anordnung des strömungsabhängigen
Rückschlagventils der Fig. 7,
- Fig. 9
- eine Detailansicht eines strömungsabhängigen Rückschlagventils mit einem länglichen
Flachteil in einem Ruhezustand und einem Endzustand,
- Fig. 10
- eine perspektivische Detailansicht des strömungsabhängigen Rückschlagventils der Fig.
9,
- Fig. 11
- eine Detailansicht eines strömungsabhängigen Rückschlagventils mit einem Aufnehmer
in einer Ruhestellung und einer Endstellung,
- Fig. 12
- eine perspektivische Detailansicht des strömungsabhängigen Rückschlagventils der Fig.
11,
- Fig. 13
- ein Volumenausgleichselement mit einem Gasabscheideelement,
- Fig. 14
- eine perspektivische Detailansicht des Volumenausgleichselements der Fig. 13.
[0030] Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Antriebs 11 mit einem
zumindest teilweise in einem Antriebsgehäuse 15 angeordneten Antriebsmechanismus 13
und einem Volumenausgleichselement 19. Der Antriebsmechanismus 13 umfasst eine um
eine Drehachse drehbar gelagerte Abtriebswelle 77, einen linear verschiebbaren Kolben
79, welcher mit der Abtriebswelle 77 gekoppelt ist und bei einer Verschiebung die
Abtriebswelle 77 verdreht, und eine Druckfeder 81. Die Druckfeder 81 besitzt ein erstes
Ende 83 sowie ein zweites Ende 85, wobei sich die Druckfeder 81 mit ihrem ersten Ende
83 an dem Kolben 79 abstützt und diesen mit einer Druckfederkraft beaufschlagt. Zusätzlich
ist eine Spindel 87 mit einem Spindelteller 89 vorgesehen, an welchem sich das zweite
Ende 85 der Druckfeder 81 abstützt und über welche Spindel 87 die Druckfederkraft
eingestellt werden kann. Wird der Antrieb 13 mit einem Flügel gekoppelt, geht eine
Drehbewegung der Abtriebswelle 77 mit einer Bewegung des Flügels einher. Insbesondere
um dabei ein definiertes Dämpfungsverhalten einstellen zu können, ist innerhalb des
Antriebsgehäuses 15 ein Hydraulikfluid 17 in Form von einem Öl aufgenommen. Von der
Druckfeder 81 ist ein Raum 91 umwunden. Auch der Raum 91 ist von dem Öl 17 geflutet,
wobei außerdem das Volumenausgleichselement 19 in dem Raum 91 angeordnet ist. Das
Volumenausgleichselement 19 dient dem Ausgleich von Volumenänderungen des Öls 17 infolge
von Temperaturänderungen, insbesondere auf Grund klimatischer Gegebenheiten, wodurch
der Druck innerhalb des Antriebs 11 konstant gehalten wird.
[0031] Fig. 2 zeigt das Volumenausgleichselement 19 der Fig. 1 in zwei verschiedenen Zuständen.
Das Volumenausgleichselement 19 umfasst einen elastisch komprimierbaren Ausgleichskörper
21, welcher aus einem geschlossenzelligen Schaumstoff, insbesondere Partikelschaumstoff,
besteht. Hierfür wurden expandierte thermoplastische Polyurethan Partikel zu dem Ausgleichskörper
21 verschmolzen, welcher eine definierte Schmelztemperatur von beispielsweise 200°C
besitzt. Außerdem umfasst das Volumenausgleichselement 19 ein Ausgleichsgehäuse 23
mit einer Gehäuseöffnung, in welches der Ausgleichskörper 21 eingesetzt ist, sowie
ein Verschlusselement 25, welches die Gehäuseöffnung verschließt, wobei das Verschlusselement
25 mit einer Abströmöffnung 27 versehen ist.
[0032] Die obere Darstellung in Fig. 2 zeigt das Volumenausgleichselement 19 in einem Zustand,
in welchem der Ausgleichskörper 21 nicht komprimiert ist und das Innere des Volumenausgleichselements
19 ausfüllt. Mit einer Temperaturerhöhung des Öls 17 nimmt dessen Volumen zu, wobei
das Öl 17 über die Abströmöffnung 27 in das Volumenausgleichselement 19 hineinströmt
und den Ausgleichskörper 21 komprimiert. Die untere Darstellung in Fig. 2 zeigt das
Volumenausgleichselement 19 in einem Zustand, in welchem der Ausgleichskörper 21 komprimiert
ist. Das durch die Kompression des Ausgleichskörpers 21 zusätzlich zur Verfügung gestellte
Volumen innerhalb des Volumenausgleichselements 19 dient der Kompensation der Volumenzunahme
des Öls 17, wodurch der Druck im Antrieb 11 konstant bleibt. Verringert sich die Temperatur
des Öls 17, strömt das Öl 17 unter Expansion des Ausgleichskörpers 21 wieder aus dem
Volumenausgleichselement 19 hinaus, wobei die Rückstellkraft des Ausgleichskörpers
21 das Öl 17 aus dem Volumenausgleichselement 19 drängt. Durch den Einsatz des expandierten
thermoplastischen Polyurethans ist diese Verdrängung besonders zuverlässig, da das
expandierte thermoplastische Polyurethan eine hohe Rückstellkraft aufweist. Ferner
weist das expandierte thermoplastische Polyurethan eine hohe Elastizität und Dauerbelastbarkeit
sowie eine hohe chemische Beständigkeit gegenüber dem Öl 17 auf, wodurch eine hohe
Lebensdauer des Ausgleichskörpers 21 ermöglicht wird.
[0033] Kommt es zu einem Brandfall, schmilzt der Ausgleichskörper 21 entsprechend der definierten
Schmelztemperatur, wodurch die Rückstellkraft des Ausgleichkörpers 21 eliminiert wird
und ein zusätzliches Volumen für das Öl 17 freigegeben wird. Auf diese Weise wird
verhindert, dass bei einem Versagen, insbesondere einem Schmelzen, einer Dichtung
des Antriebs 11 der Antrieb 11 birst.
[0034] Neben den beschrieben temperaturbedingten Volumenänderungen des Öls 17 treten beim
Betrieb des Antriebs 11 durch die Bewegung des Kolbens 79 und die damit verbundene
Bewegung des Öls 17 erhöhte Drücke innerhalb des Antriebs 11 auf. Die betriebsbedingten
Drücke weisen typischerweise einen hohen Druckanstieg innerhalb kurzer Zeit und einen
hohen Absolutwert auf. Sie stellen jedoch keine Gefahr für den Antriebsmechanismus
13 oder das Antriebsgehäuse 15 dar, sondern sind für ein definiert eingestelltes Dämpfungsverhalten
vielmehr erforderlich und stehen in enger Wechselwirkung mit dem Dämpfungsverhalten.
Um also einerseits das Dämpfungsverhalten nicht durch eine Kompression des Ausgleichskörpers
21 zu stören, und andererseits den Ausgleichskörper 21 vor betriebsbedingt erhöhten
Drücken zu schützen, weist das Verschlusselement 25 ferner ein strömungsabhängiges
Rückschlagventil 29 auf. Dieses verschließt die Abströmöffnung 27, wenn ein außerhalb
des Volumenausgleichselements 19 auftretender Staudruck des Öls 17 über einem vorgegebenen
Wert liegt, sodass kein Öl 17 in das Volumenausgleichselement 19 hinein strömen kann.
Der vorgegebene Wert ist in Abhängigkeit der betriebsbedingten Drücke vorgegeben,
insbesondere in Abhängigkeit der im Betrieb an dem strömungsabhängigen Rückschlagventil
29 auftretenden Staudrücke. Der Staudruck ist insbesondere von der Strömungsgeschwindigkeit
des Hydraulikfluids abhängig. Die Funktionsweise des strömungsabhängigen Rückschlagventils
29 wird an Hand der Fig. 7 und 8 beschrieben, welche zwar jeweils ein leicht modifiziertes
strömungsabhängiges Rückschlagventil 29 zeigen, wobei die Funktionsweise dennoch gleich
ist und auf das Verschlusselement 25 und das strömungsabhängige Rückschlagventil 29
gemäß Fig. 1 übertragen werden kann.
[0035] In Fig. 3 ist ein anderer Ausgleichskörper 21 einer anderen Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Antriebs 11 dargestellt, wobei der Ausgleichskörper 21 mehrere kanalartige
Vertiefungen 31 besitzt, welche sowohl in Axialrichtung, als auch in Radialrichtung
des Ausgleichskörpers 21 auf dessen Oberfläche ausgebildet sind. Über die Vertiefungen
31 des Ausgleichskörpers 21 werden innerhalb des Volumenausgleichselements 19 mehrere
Strömungspfade für das Hydraulikfluid 17 gebildet. Über die Strömungspfade, von welchen
einer durch einen Pfeil illustriert ist, kann das Hydraulikfluid 17 zuverlässig zu
der Abströmöffnung 27 des Verschlusselements 25 strömen. Dadurch wird verhindert,
dass der Ausgleichskörper 21 die Abströmöffnung 27 in bestimmten Lagen des Antriebs
11 verschließt oder das Hydraulikfluid 17 im Volumenausgleichselement 19 eingeschlossen
wird, wodurch die Funktion des Volumenausgleichselements 19 beeinträchtigt wäre. Ferner
kann sich in das Volumenausgleichselement 19 hineinströmendes Hydraulikfluid 17 über
die Strömungspfade zuverlässig innerhalb des Volumenausgleichselements 19 verteilen.
Hierdurch kann insbesondere erreicht werden, dass das Hydraulikfluid 17 allseitig
auf den Ausgleichskörper 21 wirkt, wodurch die Lebensdauer des Ausgleichskörpers 21
erhöht wird.
[0036] Fig. 4 zeigt eine Schnittdarstellung eines Volumenausgleichselement 19 einer weiteren
Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Antriebs 11 mit einem Ausgleichsgehäuse 23
und einem Verschlusselement 25, wobei jeweils an der Innwandung mehrere kanalartige
Vertiefungen 31 ausgebildet sind, die in analoger Weise zu den in Fig. 2 gezeigten
Vertiefungen 31 des Ausgleichskörpers 21 Strömungspfade bilden. Weitere Komponenten
des Volumenausgleichselements 19, ausgenommen der Abströmöffnung 27, sind der Übersichtlichkeit
halber in Fig. 4 nicht dargestellt.
[0037] Eine weitere Möglichkeit zur Bildung von Strömungspfaden ist in Fig. 5 dargestellt,
welche einen Ausgleichskörper 21 zeigt, der auf seiner Oberfläche kugelförmig strukturiert
ist. Hierbei besteht der Ausgleichskörper 21 aus einem expandierten Partikelschaumstoff,
wobei die kugelförmige Strukturierung 35 durch die Form der einzelnen Partikel des
Partikelschaumstoffs gebildet ist. Hierdurch kann eine Vielzahl von Strömungspfaden,
von welchen beispielhaft einer durch den Pfeil illustriert ist, auf einfache Weise
ausgebildet werden.
[0038] Bei einem in Fig. 6 dargestellten Volumenausgleichselement 19 einer weiteren Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Antriebs 11 ist vorgesehen, dass ein Ausgleichskörper 21 bei
einer vordefinierten Temperatur von 20°C bereits teilweise komprimiert ist. Hierfür
wurde bei der Herstellung des Antriebs 11 das Hydraulikfluid 17 mit einer Fluidtemperatur
von beispielsweise 10°C in dem Antriebsgehäuse 15 aufgenommen, welches Hydraulikfluid
17 sich bei einer Erwärmung auf die vordefinierte Temperatur von 20°C derart ausgedehnt
hat, dass der Ausgleichskörper 21 teilweise komprimiert bzw. vorgespannt ist. Verringert
sich die Temperatur des Hydraulikfluids 17 unter die vordefinierte Temperatur von
20°C, nimmt das Volumen des Hydraulikfluids 17 entsprechend ab, wobei das Hydraulikfluid
17 unter Expansion des Ausgleichskörpers 21 aus dem Volumenausgleichselement 19 hinaus
strömen kann, ohne dass ein Unterdruck im Antrieb 11 entsteht. Würde stattdessen ein
Unterdruck im Antrieb 11 auftreten, könnten im Hydraulikfluid 17 gelöste Gase ausgeschieden
werden, wodurch die hydraulische Dämpfungsfunktionen gestört oder sogar ausfallen
könnten. Durch die vorteilhafte Vorspannung des Ausgleichskörpers 21 wird dies vermieden
und so eine besonders zuverlässige Funktion des Antriebs 11 über einen großen Temperaturbereich,
insbesondere bei niedrigen Temperaturen, gewährleistet.
[0039] Fig. 7 zeigt eine Detailansicht eines Verschlusselements 25 mit einem strömungsabhängigen
Rückschlagventil 29 einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Antriebs
11. Das Verschlusselements 25 weist eine erste Kammer 65, eine zweite Kammer 67, in
welche eine Abströmöffnung 27 mündet, und einen Verjüngungsabschnitt 69, über welchen
sich die erste Kammer 65 zu der zweiten Kammer 67 verjüngt, auf. Innerhalb der ersten
Kammer 65 ist ein geometrischer Körper 47 in Form einer Kugel 47a aufgenommen, welche
von einer Rückstellfeder 63, welche in der zweiten Kammer 67 angeordnet ist, beaufschlagt
wird. Außerdem ist an dem Verjüngungsabschnitt 69 eine kreisförmige Dichtkante 39
ausgebildet, welche von der Kugel 47a abdichtbar ist.
[0040] Die linke Darstellung in Fig. 7 zeigt das strömungsabhängige Rückschlagventil 29
in einer geöffneten Position, in welcher das strömungsabhängige Rückschlagventil 29
die Abströmöffnung 27 nicht verschließt. Die Kugel 47a befindet sich in einer Ruheposition,
in welcher die Kugel 47a zur Dichtkante 39 beabstandet ist und die Dichtkante 39 nicht
abdichtet. Das Hydraulikfluid 17 kann somit an der Kugel 47a vorbei und über die Abströmöffnung
27 in das Volumenausgleichselement 19 hinein strömen. Dabei baut sich an der Kugel
47a ein Staudruck auf, der insbesondere von der Strömungsgeschwindigkeit des Hydraulikfluids
17 abhängig ist. Auf Grund des Staudrucks wirkt auf die Kugel 47a eine Druckkraft,
welche die Kugel 47a in Richtung der Dichtkante 39 zu verlagern versucht. Demgegenüber
wird die Kugel 47a mit einer Gegenkraft beaufschlagt, die von der Federkraft der Rückstellfeder
63 bereitgestellt wird. Übersteigt die Druckkraft die Federkraft der Rückstellfeder
63, kann die Kugel 47a aus der Ruheposition verlagert werden, wobei die Rückstellfeder
63 gestaucht wird.
[0041] Liegt der Staudruck über dem vorgegebenen Wert, ist die Druckkraft gegenüber der
Federkraft der Rückstellfeder 63 so hoch, dass die Kugel 47a in eine Endposition verlagert
wird, die in der rechten Darstellung der Fig. 7 gezeigt ist. In dieser dichtet die
Kugel 47a die Dichtkante 39 ab, wodurch das strömungsabhängige Rückschlagventil 29
die Abströmöffnung 27 verschließt. Nimmt die Druckkraft wieder unter die Federkraft
der Rückstellfeder 63 ab, kann die Kugel 47a von der Federkraft der Rückstellfeder
63 wieder zurückverlagert werden. Die Kugel 47a ist dann wieder zu der Dichtkante
39 beabstandet, wodurch das strömungsabhängige Rückschlagventil 29 die Abströmöffnung
27 nicht verschließt. Der vorgegebene Wert ist derart vorgegeben und insbesondere
die Rückstellfeder 63 in Abhängigkeit des vorgegebenen Werts derart dimensioniert,
dass betriebsbedingte Staudrücke die Kugel 47a in die Endposition verlagern, mit temperaturbedingten
Volumenänderungen des Hydraulikfluids 17 verbundene Staudrücke jedoch nicht.
[0042] In Fig. 8 ist eine Detailansicht eines Verschlusselements 25 mit einem strömungsabhängigen
Rückschlagventil 29 einer anderen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Antriebs
11 dargestellt, welches eine Funktionsweise besitzt, die zu der vorstehend zu Fig.
7 beschriebenen analog ist. Auch das Verschlusselement 25 gemäß Fig. 8 weist insbesondere
eine erste Kammer 65, eine zweite Kammer 67 und einen Verjüngungsabschnitt 69, über
welchen sich die erste Kammer 65 zu der zweiten Kammer 67 verjüngt, auf, wobei die
Abströmöffnung 27 quer zur Richtung der Verjüngung in die zweite Kammer 67 mündet.
[0043] Fig. 9 zeigt eine Detailansicht eines Verschlusselements 25 mit einem alternativen
strömungsabhängigen Rückschlagventil 29 einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Antriebs 11. Das Verschlusselement 25 weist ein aus Federblech bestehendes zungenförmiges,
elastisch biegbares Flachteil 49 auf, welches mit einem ersten Abschnitt 51 an dem
Verschlusselement 25 befestigt ist. Darüber hinaus ist an dem Verschlusselement 25
eine Dichtstelle 37 in Form eines die Abströmöffnung 27 umgebenden kreisringförmigen
Vorsprungs 41 vorgesehen, welcher von einem zweiten Abschnitt 53 des Flachteils 49
abdichtbar ist.
[0044] Die linke Darstellung in Fig. 9 zeigt das strömungsabhängige Rückschlagventil 29
in einem geöffneten Zustand, in welchem das strömungsabhängige Rückschlagventil 29
die Abströmöffnung 27 nicht verschließt. Das Flachteil 49 befindet sich in einem Ruhezustand,
in welcher der zweite Abschnitt 53 zu dem Vorsprung 41 beabstandet ist und den Vorsprung
41 nicht abdichtet. Demgemäß kann das Hydraulikfluid 17 an dem Flachteil 49 vorbei
und über die Abströmöffnung 27 in das Volumenausgleichselement 19 hinein strömen.
Dabei baut sich an dem Flachteil 49 ein Staudruck auf, der insbesondere von der Strömungsgeschwindigkeit
des Hydraulikfluids 17 abhängig ist. Auf Grund des Staudrucks wirkt auf das Flachteil
49 eine Druckkraft, welche das Flachteil 49 insbesondere mit dem zweiten Abschnitt
53 in Richtung des Vorsprungs 41 zu biegen versucht. Demgegenüber wird das Flachteil
49 mit einer Gegenkraft beaufschlagt, die von der Rückstellkraft des Flachteils 49
bereitgestellt wird. Übersteigt die Druckkraft die Rückstellkraft des Flachteils 49,
kann das Flachteil 49 aus dem Ruhezustand elastisch gebogen werden.
[0045] Liegt der Staudruck über dem vorgegebenen Wert, ist die Druckkraft gegenüber der
Rückstellkraft des Flachteils 49 so hoch, dass das Flachteil 49 in einen Endzustand
gebogen wird, welcher in der rechten Darstellung der Fig. 9 gezeigt ist. In dieser
dichtet der zweite Abschnitt 53 den Vorsprung 41 ab, wodurch das strömungsabhängige
Rückschlagventil 29 die Abströmöffnung 27 verschließt. Nimmt die Druckkraft wieder
unter die Rückstellkraft des Flachteils 49 ab, kann sich das Flachteil 49 wieder zurückstellen,
sodass der zweite Abschnitt 53 zu dem Vorsprung 41 beabstandet ist, wodurch das strömungsabhängige
Rückschlagventil 29 die Abströmöffnung 27 nicht verschließt. Der vorgegebene Wert
ist derart vorgegeben und insbesondere das Flachteil 49 in Abhängigkeit des vorgegebenen
Werts derart dimensioniert, dass betriebsbedingte Staudrücke das Flachteil 49 in den
Endzustand biegen, mit temperaturbedingten Volumenänderungen des Hydraulikfluids 17
verbundene Staudrücke jedoch nicht.
[0046] Fig. 10 zeigt das in Fig. 9 dargestellte Verschlusselement 25 mit dem strömungsabhängigen
Rückschlagventil 29 in einer perspektivischen Detailansicht, in welcher insbesondere
der Vorsprung 41 sowie die zungenförmige Ausgestaltung und die Befestigung des Flachteils
49 an dem Verschlusselement 25 gezeigt sind.
[0047] Fig. 11 zeigt eine Detailansicht eines Verschlusselements 25 mit einem alternativen
strömungsabhängigen Rückschlagventil 29 einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Antriebs 11. Das Verschlusselement 25 weist eine Abströmöffnung 27 und einen Aufnehmer
55 mit einem Gleitabschnitt 57 auf, wobei der Gleitabschnitt 57 in die Abströmöffnung
27 eingesteckt und in dieser axial verschiebbar geführt ist. Folglich ist auch der
Aufnehmer 55 axial verschiebbar an dem Verschlusselement 25 angeordnet. Ferner sind
an dem Gleitabschnitt 57 nicht näher bezeichnete Rastnasen ausgebildet, um ein ungewolltes
Entgleiten des Gleitabschnitts 57 aus der Abströmöffnung 27 zu verhindern. Darüber
hinaus sind an dem Aufnehmer 55 zwei elastische Federarme 59 ausgebildet, deren freie
Enden 61 jeweils an dem Verschlusselement 25 anliegen. Außerdem weist der Aufnehmer
55 ein elastisches Dichtelement 71 in Form eines O-Rings und das Verschlusselement
25 eine für das Dichtelement 71 vorgesehene Auflagefläche 43 auf, welche von dem Dichtelement
71 abdichtbar ist.
[0048] Die linke Darstellung in Fig. 11 zeigt das strömungsabhängige Rückschlagventil 29
in einer geöffneten Stellung, in welchem das strömungsabhängige Rückschlagventil 29
die Abströmöffnung 27 nicht verschließt. Der Aufnehmer 55 befindet sich in einer Ruhestellung,
in welcher das Dichtelement 71 zu der Auflagefläche 43 beabstandet ist und die Auflagefläche
43 nicht abdichtet. Entsprechend kann das Hydraulikfluid 17 an dem Dichtelement 71
vorbei und über die Abströmöffnung 27 in das Volumenausgleichselement 19 hinein strömen.
Dabei baut sich an dem Aufnehmer 55 ein Staudruck auf, der insbesondere von der Strömungsgeschwindigkeit
des Hydraulikfluids 17 abhängig ist. Auf Grund des Staudrucks wirkt auf den Aufnehmer
55 eine Druckkraft, welche den Aufnehmer 55 mit dem Dichtelement 71 in Richtung der
Auflagefläche 43 zu verschieben versucht, wobei die Federarme 59 verbogen werden.
Demgegenüber wird der Aufnehmer 55 mit einer Gegenkraft beaufschlagt, die von der
Rückstellkraft der Federarme 59 bereitgestellt wird. Übersteigt die Druckkraft die
Rückstellkraft der Federarme 59, kann der Aufnehmer 55 aus der Ruhestellung verschoben
werden.
[0049] Liegt der Staudruck über dem vorgegebenen Wert, ist die Druckkraft gegenüber der
Rückstellkraft der Federarme 59 so hoch, dass der Aufnehmer 55 in eine Endstellung
verschoben wird, welche in der rechten Darstellung der Fig. 11 gezeigt ist. In dieser
dichtet das Dichtelement 71 die Auflagefläche 43 ab, wodurch das strömungsabhängige
Rückschlagventil 29 die Abströmöffnung 27 verschließt. Nimmt die Druckkraft wieder
unter die Rückstellkraft der Federarme 59 ab, kann der Aufnehmer 55 durch die Rückstellkraft
der Federarme 59 wieder zurückverschoben werden, sodass das Dichtelement 71 zu der
Auflagefläche 43 beabstandet ist, wodurch das strömungsabhängige Rückschlagventil
29 die Abströmöffnung 27 nicht verschließt. Der vorgegebene Wert ist derart vorgegeben
und insbesondere sind die Federarme 59 in Abhängigkeit des vorgegebenen Werts derart
dimensioniert, dass betriebsbedingte Staudrücke den Aufnehmer 55 in die Endstellung
verschieben, mit temperaturbedingten Volumenänderungen des Hydraulikfluids 17 verbundene
Staudrücke jedoch nicht.
[0050] Fig. 12 zeigt das in Fig. 11 dargestellte Verschlusselement 25 mit dem strömungsabhängigen
Rückschlagventil 29 in einer perspektivischen Detailansicht, in welcher insbesondere
der Aufnehmer 55 mit dem Dichtelement 71 sowie die Ausgestaltung der Federarme 59
gezeigt sind.
[0051] In Fig. 13 ist ein Volumenausgleichselement 19 einer weiteren Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Antriebs 11 dargestellt. Im Wesentlichen entspricht dieses Volumenausgleichselement
19 dem der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsform, wobei bei dem in Fig. 13
gezeigten Volumenausgleichselement 19 zwischen dem Verschlusselement 25 und dem Ausgleichskörper
21 ein scheibenförmiges Gasabscheideelement 75 angeordnet ist, das die Abströmöffnung
27 vollständig abdeckt, sodass kein Hydraulikfluid 17 oder Gas die umlaufende Randfläche
zwischen dem Gasabscheideelement 75 und dem Verschlusselement 25 passieren kann. Das
Gasabscheideelement 75 besteht aus einem porösen Sintermaterial und ist von dem Hydraulikfluid
17 benetzt, wodurch das Gasabscheideelement 75 einen vorgegebenen Blasendurchbruchsdruck
aufweist. Der Blasendurchbruchsdruck ist dabei derart vorgegeben, dass innerhalb des
Volumenausgleichselements 19 befindliches Gas, welches beispielsweise durch Aufbrechen
eines Hohlraums des Ausgleichskörpers 21 nach einer Vielzahl von Kompressions- und
Rückstellvorgängen im Laufe der Betriebsdauer frei werden kann, den vorgegebenen Blasendurchbruchsdruck
nicht überschreiten kann. Dadurch kann das Gas nicht durch das Gasabscheideelement
75 dringen und somit nicht aus dem Volumenausgleichselement 19 hinausströmen.
[0052] Fig. 14 zeigt das in Fig. 13 dargestellte Volumenausgleichselement 19 einer perspektivischen
Detailansicht, in welcher insbesondere das scheibenförmige Gasabscheideelement 75
gezeigt ist. Wie den Fig. 13 und 14 zu entnehmen ist, stellt das Gasabscheideelement
75 eine besonders einfache Lösung ohne die Notwendigkeit weiteren zusätzlicher Bauteile
und/oder Konstruktionen dar, um freies Gas davon abzuhalten, die hydraulischen Funktionen
des Antriebs 11 zu stören.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 11
- Antrieb
- 13
- Antriebsmechanismus
- 15
- Antriebsgehäuse
- 17
- Hydraulikfluid
- 19
- Volumenausgleichselement
- 21
- Ausgleichskörper
- 23
- Ausgleichsgehäuse
- 25
- Verschlusselement
- 27
- Abströmöffnung
- 29
- strömungsabhängiges Rückschlagventil
- 31
- Vertiefung
- 35
- Strukturierung
- 37
- Dichtstelle
- 39
- Dichtkante
- 41
- Vorsprung
- 43
- Auflagefläche
- 47
- geometrischer Körper
- 47a
- Kugel
- 49
- Flachteil
- 51
- erster Abschnitt
- 53
- zweiter Abschnitt
- 55
- Aufnehmer
- 57
- Gleitabschnitt
- 59
- Federarm
- 61
- freies Ende
- 63
- Rückstellfeder
- 65
- erste Kammer
- 67
- zweite Kammer
- 69
- Verjüngungsabschnitt
- 71
- Dichtelement
- 75
- Gasabscheideelement
- 77
- Abtriebswelle
- 79
- Kolben
- 81
- Druckfeder
- 83
- erstes Ende
- 85
- zweites Ende
- 87
- Spindel
- 89
- Spindelteller
- 91
- Raum
1. Antrieb (11) für einen Flügel eines Fensters oder einer Tür, insbesondere Türschließer,
mit
einem Antriebsmechanismus (13) zum Bewegen des Flügels,
einem Antriebsgehäuse (15), in welchem der Antriebsmechanismus (13) zumindest teilweise
angeordnet ist,
einem Hydraulikfluid (17), insbesondere Öl, das in dem Antriebsgehäuse (15) aufgenommen
ist, und
einem Volumenausgleichselement (19), welches innerhalb des Antriebsgehäuses (15) angeordnet
ist,
wobei das Volumenausgleichselement (19) einen elastisch komprimierbaren Ausgleichskörper
(21) bestehend aus einem geschlossenzelligen Schaumstoff, insbesondere Partikelschaumstoff,
ein Ausgleichsgehäuse (23) mit einer Gehäuseöffnung, in welches der Ausgleichskörper
(21) eingesetzt ist, und ein die Gehäuseöffnung verschließendes Verschlusselement
(25) umfasst,
wobei das Verschlusselement (25) eine Abströmöffnung (27) besitzt, über welche das
Hydraulikfluid (17) bei einer Erhöhung der Fluidtemperatur unter Kompression des Ausgleichskörpers
(21) in das Volumenausgleichselement (19) hinein und bei einer Verringerung der Fluidtemperatur
unter Expansion des Ausgleichskörpers (21) aus dem Volumenausgleichselement (19) hinaus
strömt, und
wobei das Verschlusselement (25) ein strömungsabhängiges Rückschlagventil (29) aufweist,
welches die Abströmöffnung (27) verschließt, wenn ein außerhalb des Volumenausgleichselements
(19) auftretender Staudruck des Hydraulikfluids (17) über einem vorgegebenen Wert
liegt, sodass kein Hydraulikfluid (17) in das Volumenausgleichselement (19) hinein
strömen kann.
2. Antrieb (11) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichskörper (21) auf seiner Oberfläche und/oder das Ausgleichsgehäuse (23)
an seiner Innenwandung und/oder das Verschlusselement (25) eine oder mehrere, insbesondere
kanalartig ausgebildete, Vertiefungen (31) und/oder Erhebungen und/oder eine, insbesondere
kugelförmige, Strukturierung (35) aufweist, wodurch innerhalb des Volumenausgleichselements
(19) ein oder mehrere Strömungspfade für das Hydraulikfluid (17) gebildet sind;
optional wobei die kugelförmige Strukturierung (35) durch die Partikel des Partikelschaumstoffs
gebildet ist.
3. Antrieb (11) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichskörper (21) aus einem expandiertem thermoplastischen Elastomer, vorzugsweise
aus einem expandiertem thermoplastischen Polyurethan, besteht.
4. Antrieb (11) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichskörper (21) eine definierte Schmelztemperatur besitzt, die insbesondere
höchstens 600°C, insbesondere höchstens 500°C, insbesondere höchstens 300°C, insbesondere
höchstens 260°C, und/oder mindestens 100°C, insbesondere mindestens 120°C, insbesondere
mindestens 140°C, beträgt.
5. Antrieb (11) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stoffmenge des Hydraulikfluids (17) derart bemessen ist, dass bei einer Fluidtemperatur,
welche einer vordefinierten Temperatur, insbesondere von 20°C, entspricht, der Ausgleichskörper
(21) von dem Hydraulikfluid (17) teilweise komprimiert ist, wodurch das Hydraulikfluid
(17) bei einer Abkühlung unter die vordefinierte Temperatur unter Expansion des Ausgleichskörpers
(21) aus dem Volumenausgleichselement (19) hinaus strömt.
6. Antrieb (11) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das strömungsabhängige Rückschlagventil (29) eine Dichtstelle (37) und ein Sperrelement
(47; 49; 55) umfasst, mittels welchem die Dichtstelle (37) abdichtbar ist, wobei auf
das Sperrelement (47; 49; 55) eine von dem Staudruck abhängige Druckkraft wirkt und
das Sperrelement (47; 49; 55) mit einer der Druckkraft entgegengesetzten Gegenkraft
derart beaufschlagt wird, dass, wenn der Staudruck unter dem vorgegebenen Wert liegt,
das Sperrelement (47; 49; 55) die Dichtstelle (37) nicht abdichtet, wodurch das strömungsabhängige
Rückschlagventil (29) die Abströmöffnung (27) nicht verschließt, oder, wenn der Staudruck
über dem vorgegebenen Wert liegt, das Sperrelement (47; 49; 55) die Dichtstelle (37)
abdichtet, wodurch das strömungsabhängige Rückschlagventil (29) die Abströmöffnung
(27) verschließt.
7. Antrieb (11) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sperrelement als ein geometrischer Körper (47), insbesondere als eine Kugel (47a)
oder ein Kegel, ausgeführt ist, welcher aus einer Ruheposition, in welcher der geometrische
Körper (47) die Dichtstelle (37) nicht abdichtet, von dem Staudruck verlagert werden
kann, und eine separat ausgebildete Rückstellfeder (63) vorgesehen ist, welche den
geometrischen Körper (47) beaufschlagt, wobei die Federkraft der Rückstellfeder (63)
die Gegenkraft bereitstellt.
8. Antrieb (11) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verschlusselement (25) eine erste Kammer (65), in welcher der geometrische Körper
(47) aufgenommen ist, eine zweite Kammer (67), in welche die Abströmöffnung (27) mündet
und in welcher die Rückstellfeder (63) angeordnet ist, und einen Verjüngungsabschnitt
(69), über welchen sich die erste Kammer (65) zu der zweiten Kammer (67) verjüngt,
aufweist.
9. Antrieb (11) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Verjüngungsabschnitt (69) die Dichtstelle (37), insbesondere als eine kreisförmige
Dichtkante (39), ausgebildet ist und der geometrische Körper (47) derart in der ersten
Kammer (65) aufgenommen ist, dass der geometrische Körper (47) in der Ruheposition
zur Dichtstelle (37) beabstandet ist, wobei der geometrische Körper (47) bei einem
Staudruck über dem vorgegebenen Wert in eine Endposition verlagert wird, in welcher
der geometrische Körper (47) die Dichtstelle (37) abdichtet.
10. Antrieb (11) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sperrelement als ein längliches, insbesondere zungenförmiges, elastisch biegbares
Flachteil (49), insbesondere aus Federblech oder elastischem Kunststoff bestehend,
ausgeführt ist, welches aus einem Ruhezustand, in welchem das Flachteil (49) die Dichtstelle
(37) nicht abdichtet, von dem Staudruck elastisch gebogen werden kann, wobei die Rückstellkraft
des Flachteils (49) die Gegenkraft bereitstellt;
optional wobei die Dichtstelle (37) die Abströmöffnung (27) flächig umgibt, insbesondere
als kreisringförmiger Vorsprung (41), ausgebildet ist und das Flachteil (49) mit einem
ersten Abschnitt (51) an dem Verschlusselement (25) derart befestigt ist, dass ein
zweiter Abschnitt (53) des Flachteils (49) im Ruhezustand zur Dichtstelle (37) beabstandet
ist, wobei das Flachteil (49) bei einem Staudruck über dem vorgegebenen Wert derart
in einen Endzustand gebogen wird, dass der zweite Abschnitt die Dichtstelle (37) abdichtet.
11. Antrieb (11) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sperrelement als ein Aufnehmer (55) mit einem Gleitabschnitt (57) ausgeführt
ist, wobei der Gleitabschnitt (57) in die Abströmöffnung (27) eingesteckt und in dieser
axial verschiebbar geführt ist, wodurch der Aufnehmer (55) axial verschiebbar an dem
Verschlusselement (25) angeordnet ist.
12. Antrieb (11) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass elastische Federarme (59), deren freie Enden (61) an dem Verschlusselement (25) anliegen,
an dem Aufnehmer (55) ausgebildet sind, welcher aus einer Ruhestellung, in welcher
der Aufnehmer (55) die Dichtstelle (37) nicht abdichtet, von dem Staudruck verschoben
werden kann, wodurch die Federarme (59) verbogen werden, wobei die Rückstellkraft
der Federarme (59) die Gegenkraft bereitstellt; und/oder
dass der Aufnehmer (55) ein elastisches Dichtelement (71), insbesondere einen O-Ring,
aufweist, wobei der Aufnehmer (55) bei einem Staudruck über dem vorgegebenen Wert
in eine Endstellung verschoben wird, in welcher das elastische Dichtelement (71) flächig
an dem Verschlusselement (25) anliegt, wodurch der Aufnehmer (55) die Dichtstelle
(37) abdichtet, wobei die Auflagefläche (43) des Verschlusselements, an welcher das
elastische Dichtelement (71) zur Abdichtung aufliegt, die Dichtstelle (37) bildet.
13. Antrieb (11) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Ausgleichsgehäuse (23) zwischen dem Verschlusselement (25) und dem Ausgleichskörper
(21) ein Gasabscheideelement (75) vorgesehen ist, welches die Abströmöffnung (27)
vollständig abdeckt oder in die Abströmöffnung (27) eingesetzt ist, aus einem porösen
Material oder einem Drahtgewebe besteht und von dem Hydraulikfluid (17) benetzt ist.
14. Antrieb (11) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gasabscheideelement (75) scheibenförmig ausgebildet ist und/oder aus einem Sintermaterial,
insbesondere gesinterten Kugeln, und/oder aus einer Köpertresse besteht.
15. Antrieb (11) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Antriebsmechanismus (13) eine um eine Drehachse drehbar gelagerte Abtriebswelle
(77), einen linear verschiebbaren Kolben (79), welcher mit der Abtriebswelle (77)
gekoppelt ist und bei einer Verschiebung die Abtriebswelle (77) verdreht, und eine
Druckfeder (81) mit einem ersten Ende (83) und einem zweiten Ende (85), welche sich
mit ihrem ersten Ende (83) an dem Kolben (79) abstützt und diesen mit einer Druckfederkraft
beaufschlagt, umfasst, insbesondere wobei der Antriebsmechanismus (13) zusätzlich
eine Spindel (87) mit einem Spindelteller (89), an welchem sich das zweite Ende (85)
der Druckfeder (81) abstützt und über welche Spindel (87) die Druckfederkraft eingestellt
werden kann, umfasst, wobei das Volumenausgleichselement (19) in einem von der Druckfeder
(81) umwundenen Raum (91) und/oder innerhalb der Spindel (87) angeordnet ist und/oder
zumindest teilweise durch die Spindel (87) gebildet ist.