[0001] Die Erfindung betrifft eine Zeitmessvorrichtung, eine digitale Tachografenvorrichtung,
aufweisend eine Zeitmessvorrichtung, und ein Verfahren zum Betreiben einer Zeitmessvorrichtung.
[0002] Thematisch bezieht sich die Erfindung auf die Durchführungsverordnung (EU) 2023/980
der Kommission vom 16. Mai 2023 zur Änderung der Durchführungsverordnung EU 2016/799
hinsichtlich Übergangsmaßnahmen für die Funktionsweise intelligenter Fahrtenschreiber
und deren Nutzung der Galileo Open Service Navigation Message Authentication, Authentisierung
von Navigationsnachrichten im Offenen Dienst von Galileo, und zur Änderung der Durchführungsverordnung
EU 2021/1228.
[0003] Bisher existieren in einer Quarzoszillatoreinrichtung, auch real time clock, RTC,
genannt, Temperaturkompensationsmechanismen, die temperaturabhängige Zeitabweichungen
verhindern. Weiterhin altert eine Quarzoszillatoreinrichtung, was ebenfalls zu Zeitabweichungen
führt. Es besteht die Möglichkeit, die Zeit der Quarzoszillatoreinrichtung anzupassen,
wenn eine Zeitabweichung gegenüber einer externen zuverlässigen Zeitquelle, beispielsweise
gegenüber einem globalen Navigationssatellitensystem, GNSS, festgestellt wird. Eine
Zeitanpassung der Quarzoszillatoreinrichtung aufgrund der Zeitabweichung erfolgt sprunghaft,
weshalb der Quarzoszillatoreinrichtung als internen Zeitquelle eines Systems zwischen
Zeitanpassungen nicht mehr vertraut werden kann, wenn die Zeitabweichung zu groß ausfällt.
[0004] Beispielsweise besteht das Risiko, dass die Zeitabweichung, hervorgerufen durch Alterung
der Quarzoszillatoreinrichtung dazu führt, dass kein authentifiziertes GNSS Signal
für eine Zeitanpassung der RTC genutzt werden kann, falls die GNSS Zeit, welche als
externe zuverlässige Zeitquelle fungiert, mehr als eine Sekunde pro Tag von der internen
Zeit der Quarzoszillatoreinrichtung abweicht. Überschreitet die kumulierte Zeitabweichung
sogar einen Schwellwert von 300s, dann muss ein Fahrzeug, das die betreffende Tachografenvorrichtung
mit der Quarzoszillatoreinrichtung aufweist, in eine autorisierte Werkstatt für eine
Zeitanpassung der Quarzoszillatoreinrichtung.
[0005] Die
EP 3 611 577 A1 offenbart ein Verfahren zum Regeln einer internen Zeit eines Tachographen. Dazu werden
Signale eines Satellitennavigationssystems empfangen. Durch Auswerten der Signale
wird eine von dem Satellitennavigationssystem vorgegebene Zeit ermittelt. Eine Zeitabweichung
der internen Zeit des Tachographen von der von dem Satellitennavigationssystem vorgegebenen
Zeit wird bestimmt. Zum Angleichen der internen Zeit des Tachographen an die von dem
Satellitennavigationssystem vorgegebene Zeit wird in Abhängigkeit von der ermittelten
Zeitabweichung eine Komponente eines Kompensationsparameters ermittelt. In Abhängigkeit
von der Komponente des Kompensationsparameters wird die interne Zeit des Tachographen
an die von dem Satellitennavigationssystem vorgegebene Zeit angeglichen.
[0006] Der Ansatz in dem oben angeführten Verfahren basiert auf einer Veränderung eines
Teilerfaktors eines Echtzeituhrzählers in dem Tachographen.
[0007] Die
DE 199 31 685 A1 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Zeitsignals. In dem Verfahren wird
ein eingehendes Referenzsignal mit einem Signal einer Echtzeituhr verglichen und das
Ausgangssignal des Vergleichers über UND-Verknüpfungen mit dem Referenzsignal zu einem
Binärzähler geführt und dort diesen je nach Ergebnis des Vergleiches inkrementiert
oder dekrementiert wird. Dem Ausgang des Binärzählers wird einem Eingang eines zyklischen
Addierers zugeführt, dessen Übertrag wird zur Taktfreigabe des Echtzeituhrzählers
eingesetzt. Der andere Eingang erhält von einem Register das von zyklischen Addierer
zuvor erzeugte Signal.
[0008] Die
US 2010 0045523 A1 beschreibt ein Verfahren zum Kompensieren einer Taktverzerrung in einem GNSS-Empfänger.
Das Verfahren umfasst das Ableiten mindestens eines Taktdriftwertes, der einen ersten
Taktdriftwert umfasst, der einem ersten Zeitpunkt entspricht, und das Berechnen der
Taktverzerrung gemäß dem mindestens einen Taktdriftwert und mindestens einem Intervall
innerhalb des Zeitraums zwischen dem ersten Zeitpunkt und einem spezifischen Zeitpunkt
nach dem ersten Zeitpunkt. Eine Vorrichtung zum Kompensieren einer Taktverzerrung
in einem GNSS-Empfänger ist ebenfalls vorgesehen.
[0009] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, Zeitkonflikte zwischen einer Quarzoszillatoreinrichtung
und einer externen zuverlässigen Zeitquelle zu vermeiden. Es ist insbesondere eine
Aufgabe der Erfindung, eine Nutzung eines authentifizierten GNSS Signals mittels eines
Abgleichs einer internen Zeit der Quarzoszillatoreinrichtung mit einer externen Zeit
zu ermöglichen. Des Weiteren besteht eine Aufgabe der Erfindung darin, durch eine
Kompensation einer Zeitabweichung zwischen der internen Zeit und der externen Zeit,
eine Verwendung von ungenaueren, jedoch günstigeren Quarzoszillatoreinrichtungen zu
ermöglichen.
[0010] Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterentwicklungen der Erfindung sind durch die abhängigen Patentansprüche, die folgende
Beschreibung sowie die Figuren beschrieben.
[0011] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft eine Zeitmessvorrichtung. Die Zeitmessvorrichtung
umfasst eine Quarzoszillatoreinrichtung, die dazu eingerichtet ist, eine interne Zeit
der Zeitmessvorrichtung zu ermitteln. Die Zeitmessvorrichtung umfasst des Weiteren
eine Empfangseinrichtung, die dazu eingerichtet ist, eine externe Zeit einer externen
Zeitquelle zu ermitteln. Die Empfangseinrichtung kann dazu eingerichtet sein, ein
Zeitsignal oder mehrere der Zeitsignale von der externen Zeitquelle zu empfangen und
basierend auf den Zeitsignalen die externe Zeit zu ermitteln. Mit anderen Worten wird
die interne Zeit der Zeitmessvorrichtung durch die Quarzoszillatoreinrichtung der
Zeitmessvorrichtung ermittelt. Die externe Zeit wird der Zeitmessvorrichtung über
die Empfangseinrichtung von der externen Zeitquelle bereitgestellt. Die externe Zeit
kann beispielsweise durch eine Funkuhr oder ein satellitengestütztes Navigationssystem
bereitgestellt werden.
[0012] Es kann zu einer Abweichung zwischen der internen Zeit und der externen Zeit kommen.
Dies kann auf Schwankungen einer Resonanzfrequenz der Quarzoszillatoreinrichtung beruhen.
Es kann davon ausgegangen werde, dass die externe Zeit genauer ist als die interne
Zeit. Die externe Zeit kann dabei als Referenzzeit angesehen werden. Mit anderen Worten
wird davon ausgegangen, dass eine Abweichung zwischen der internen Zeit und der externen
Zeit auf einer Ungenauigkeit der Zeitmessvorrichtung beruht.
[0013] Es ist vorgesehen, dass die Zeitmessvorrichtung dazu eingerichtet ist, einen jeweiligen
Zeitwert der internen Zeit und einen jeweiligen Zeitwert der externen Zeit zu einem
jeweiligen Zeitpunkt zu erfassen und einen jeweiligen Zeitabweichungswert einer Zeitabweichung
zwischen dem Zeitwert der internen Zeit und dem Zeitwert der externen Zeit zu ermitteln.
Mit anderen Worten wird die interne Zeit mit der externen Zeit durch die Zeitmessvorrichtung
verglichen. In dem Vergleich wird zu dem jeweiligen Zeitpunkt der jeweilige Zeitwert
der internen Zeit mit dem jeweiligen Zeitwert der externen Zeit verglichen. Für den
Zeitpunkt wird ein jeweiliger Zeitabweichungswert einer Zeitabweichung zwischen dem
Zeitwert der internen Zeit und dem Zeitwert der externen Zeit ermittelt. Der Zeitabweichungswert
kann eine Differenz zwischen dem Zeitwert der internen Zeit und dem Zeitwert der externen
Zeit sein.
[0014] Die Zeitmessvorrichtung ist dazu eingerichtet, aus den jeweiligen Zeitabweichungswerten
einer parametrierbaren Anzahl der Zeitpunkte eines fortlaufenden Zeitfensters einen
Durchschnittswert der Zeitabweichung des Zeitfensters zu ermitteln. Mit anderen Worten
werden jeweilige Zeitabweichungswerte der Zeitabweichung zu den jeweiligen Zeitpunkten
ermittelt. Die Ermittlung der Zeitabweichungswerte kann fortlaufend erfolgen. Die
jeweiligen Zeitpunkte können durch regelmäßige vorgegebene Zeitabstände voneinander
getrennt sein. Der Zeitwert der internen Zeit kann durch einen systematischen Fehler
in eine Richtung abweichen. Der jeweilige Zeitwert kann auch aufgrund eines Rauschverhaltens
in beide Richtungen abweichen. Um das Rauschverhalten kompensieren zu können, ist
es vorgesehen, den Durchschnittswert der Zeitabweichung des Zeitfensters zu ermitteln.
[0015] Dadurch, dass die Zeitpunkte fortlaufend gemessen werden, verändert sich eine Kombination
der Zeitpunkte des Zeitfensters kontinuierlich und somit der Durchschnittswert der
Zeitabweichung des Zeitfensters. Die Zeitmessvorrichtung ist dazu eingerichtet, den
Durchschnittswert der Zeitabweichung des Zeitfensters auf eine Erfüllung eines Abweichungskriteriums
zu überprüfen. Das Abweichungskriterium kann beispielsweise ein Überschreiten und/oder
ein Unterschreiten eines vorgegebenen Schwellenwertes durch den Durchschnittswert
der Zeitabweichung des Zeitfensters betreffen. Die Zeitmessvorrichtung ist dazu eingerichtet,
bei der Erfüllung des Abweichungskriteriums die interne Zeit in einem Kompensationsintervall
um einen Kompensationswert zur Reduzierung des Zeitabweichungswertes anzupassen. Mit
anderen Worten ist es vorgesehen, dass die Zeitmessvorrichtung dazu eingerichtet ist,
die interne Zeit anzupassen, wenn das Abweichungskriterium erfüllt ist. Die Anpassung
der internen Zeit erfolgt um einen Kompensationswert, welcher der internen Zeit hinzugefügt
wird oder welcher der internen Zeit abgezogen wird.
[0016] Mit anderen Worten ist es vorgesehen, dass die Reduzierung der Zeitabweichung durch
eine Änderung der internen Zeit um einen Kompensationswert im Kompensationsintervall
erfolgt. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass in der Zeitmessvorrichtung das
Kompensationsintervall vorgegeben ist. Das Kompensationsintervall kann Kompensationszeitpunkte
vorgeben, die zur Anpassung der internen Zeit um den Kompensationswert vorgesehen
sind. Ein Erfolgen der Anpassung der internen Zeit um den Kompensationswert an dem
jeweiligen Kompensationszeitpunkt hängt dabei von der Erfüllung des Abweichungskriteriums
ab. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Kompensationswert an dem jeweiligen
Kompensationszeitpunkt zu der internen Zeit addiert wird, wenn der Durchschnittswert
der Zeitabweichung des Zeitfensters zu dem jeweiligen Kompensationszeitpunkt das Abweichungskriterium
erfüllt.
[0017] Die Erfindung umfasst auch Weiterentwicklungen, durch die sich zusätzliche Vorteile
ergeben.
[0018] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Kompensationsintervall der Zeitmessvorrichtung
vorgegeben ist und die Zeitmessvorrichtung dazu eingerichtet ist, den Kompensationswert
in Abhängigkeit von dem Durchschnittswert der Zeitabweichung festzulegen. Mit anderen
Worten ist es vorgesehen, dass das Kompensationsintervall vorbestimmt ist und nicht
in Abhängigkeit von dem Durchschnittswert der Zeitabweichung ausgewählt wird. Der
Kompensationswert wird durch die Zeitmessvorrichtung in Abhängigkeit von dem Durchschnittswert
der Zeitabweichung ausgewählt. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Kompensationswert
proportional zu dem Durchschnittswert der Zeitabweichung gewählt wird. Durch die Weiterbildung
ergibt sich der Vorteil, dass ein Ausmaß des Durchschnittswerts der Zeitabweichung
durch eine Wahl des Kompensationswerts kompensiert werden kann.
[0019] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Zeitmessvorrichtung für die
Festlegung des Kompensationswerts ein unterer Grenzwert und/oder ein oberer Grenzwert
vorgegeben ist. Mit anderen Worten sind der Zeitmessvorrichtung Bedingungen in Bezug
auf den Kompensationswert vorgegeben, welche umfassen, dass der Kompensationswert
einen unteren Grenzwert nicht unterschreitet und/oder der Kompensationswert einen
oberen Grenzwert nicht überschreitet. Es kann somit vorgesehen sein, dass die Zeitmessvorrichtung
in ihrer Festlegung des Kompensationswerts durch die Grenzwerte beschränkt ist. Dies
kann beispielsweise vorgesehen sein, um Fehler, welche durch eine zu starke Änderung
der internen Zeit auftreten können, zu vermeiden. Es kann beispielsweise der Fall
vorliegen, dass für den Durchschnittswert der Zeitabweichung einen eigentlichen Kompensationswert
durch die Zeitmessvorrichtung ermittelt wird, welche den oberen Grenzwert überschreiten
würde. In diesem Fall könnte die Zeitmessvorrichtung den Kompensationswert eines bestimmten
Kompensationszeitpunktes auf den oberen Grenzwert setzen. Einen Differenzwert zwischen
dem eigentlichen Kompensationswert und dem oberen Grenzwert könnte die Zeitmessvorrichtung
als Kompensationswert eines auf den bestimmten Kompensationszeitpunkt folgenden Kompensationszeitpunktes
bestimmen.
[0020] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Zeitmessvorrichtung der Kompensationswert
vorgegeben ist und die Zeitmessvorrichtung dazu eingerichtet ist, das Kompensationsintervall
in Abhängigkeit von dem Durchschnittswert der Zeitabweichung festzulegen. Mit anderen
Worten ist es vorgesehen, dass der Kompensationswert vorbestimmt ist. Der Kompensationswert
kann beispielsweise 1 Sekunde betragen. Die Zeitmessvorrichtung ist dazu eingerichtet,
das Kompensationsintervall in Abhängigkeit von dem Durchschnittswert der Zeitabweichung
auszuwählen. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Kompensationswert 1
Sekunde beträgt und das Kompensationsintervall zum Addieren oder Subtrahieren der
Sekunde in Abhängigkeit von dem Durchschnittswert der Zeitabweichung ausgewählt wird.
Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass das Kompensationsintervall umgekehrt
proportional zu dem Durchschnittswert der Zeitabweichung gewählt wird.
[0021] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Zeitmessvorrichtung für die
Festlegung des Kompensationsintervalls ein unterer Grenzwert und/oder ein oberer Grenzwert
vorgegeben ist. Mit anderen Worten sind in der Zeitmessvorrichtung Bedingungen zur
Auswahl des Kompensationsintervalls vorgegeben. Es kann beispielsweise vorgesehen
sein, dass das Kompensationsintervall nicht kürzer als der untere Grenzwert und nicht
länger als der obere Grenzwert sein darf.
[0022] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Empfangseinrichtung zum Empfang
satellitengestützter Navigationssignale eingerichtet ist. Mit anderen Worten ist es
vorgesehen, dass die Empfangseinrichtung einen Empfänger satellitengestützter Navigationssignale
umfasst. Mit anderen Worten weist die Zeitmessvorrichtung die Empfangseinrichtung
auf, welche dazu eingerichtet ist, die Signale eines satellitengestützten Navigationssystems
zu empfangen. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Empfangseinrichtung
dazu eingerichtet ist, Signale des GPS, des Glonass und/oder des Galileo-Systems zu
empfangen und die externe Zeit basierend auf den empfangenen Signalen zu ermitteln.
Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Empfangseinrichtung zur Nutzung eines global
verfügbaren Systems zur Ermittlung der externen Zeit eingerichtet ist.
[0023] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Empfangseinrichtung zum Empfang
von Mobilfunksignalen eingerichtet ist. Mit anderen Worten ist es vorgesehen, dass
die Empfangseinrichtung einen Empfänger von Mobilfunksignalen umfasst. Mit anderen
Worten ist die Empfangseinrichtung dazu eingerichtet, Mobilfunksignale zu empfangen
und die externe Zeit basierend auf den empfangenen Mobilfunksignalen zu ermitteln.
Durch die Weiterbildung ergibt sich der Vorteil, dass die externe Zeit auch an Orten
ermitteln werden kann, an welchen keine Satellitensignale empfangen werden können.
Dies kann beispielsweise in einer Nähe stark bebauter Flächen oder Tunnels zutreffen.
[0024] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Empfangseinrichtung zum Empfang
von Funkuhrsignalen eingerichtet ist. Mit anderen Worten ist es vorgesehen, dass die
Empfangseinrichtung einen Empfänger von Funkuhrsignalen umfasst. Mit anderen Worten
ist die Empfangseinrichtung dazu eingerichtet, Zeitzeichensignale eines Zeitzeichensenders
zu empfangen und die externe Zeit basierend auf den empfangenen Zeitzeichensignalen
zu ermitteln. Es kann sich beispielsweise um Zeitzeichensignale des Zeitsignalsenders
DCF77 handeln.
[0025] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Empfangseinrichtung zum Empfang
von Network Time Protocol Signalen eingerichtet ist. Mit anderen Worten ist es vorgesehen,
dass die Empfangseinrichtung einen Empfänger von Network Time Protokollsignalen umfasst.
Mit anderen Worten ist die Empfangseinrichtung dazu eingerichtet, die externe Zeit
basierend auf Network Time Protokollsignalen zu ermitteln.
[0026] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft eine digitale Tachographenvorrichtung,
die eine Zeitmessvorrichtung aufweist. Mit anderen Worten betrifft der zweite Aspekt
die digitale Tachographenvorrichtung, welche die Zeitmessvorrichtung umfasst. Die
Zeitmessvorrichtung ist dazu eingerichtet, der Tachographenvorrichtung eine interne
Zeit bereitzustellen. Die Tachographenvorrichtung weist den Vorteil auf, dass dieser
eine interne Zeit bereitgestellt ist, welche gegen eine externe Zeit überprüft wird.
[0027] Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Zeitmessvorrichtung.
Die Zeitmessvorrichtung umfasst eine Quarzoszillatoreinrichtung, die dazu eingerichtet
ist, eine interne Zeit der Zeitmessvorrichtung zu ermitteln. Die Zeitmessvorrichtung
weist eine Empfangseinrichtung auf, die dazu eingerichtet ist, eine externe Zeit einer
externen Zeitquelle zu empfangen. In dem Verfahren ist es vorgesehen, dass durch die
Zeitmessvorrichtung ein jeweiliger Zeitwert der internen Zeit und ein jeweiligen Zeitwert
der externen Zeit zu einem jeweiligen Zeitpunkt erfasst und ein jeweiliger Zeitabweichungswert
einer Zeitabweichung zwischen dem Zeitwert der internen Zeit und dem Zeitwert der
externen Zeit ermittelt wird.
[0028] Durch die Zeitmessvorrichtung wird aus den jeweiligen Zeitabweichungswerten einer
parametrierbaren Anzahl der Zeitpunkte eines fortlaufenden Zeitfensters ein Durchschnittswert
der Zeitabweichung des Zeitfensters ermittelt.
[0029] Durch die Zeitmessvorrichtung wird der Durchschnittswert der Zeitabweichungswerte
des Zeitfensters auf eine Erfüllung eines Abweichungskriteriums überprüft. Durch die
Zeitmessvorrichtung wird bei der Erfüllung des Abweichungskriteriums die interne Zeit
in einem Kompensationsintervall um einen Kompensationswert zur Reduzierung des Werts
der Zeitabweichung angepasst.
[0030] Zum Durchführen der beschriebenen Schritte kann eine Prozessorschaltung bereitgestellt
sein, die eine Programmierung oder Software aufweist, die Programminstruktionen umfasst,
welche die Prozessorschaltung bei Ausführen der Programminstruktionen dazu veranlasst,
eine Ausführungsform des Verfahren durchzuführen. Die Prozessorschaltung kann hierzu
zumindest einen Mikroprozessor und/oder Mikrocontroller aufweisen. Die Programminstruktionen
können in einem Datenspeicher der Prozessorschaltung gespeichert sein.
[0031] Zu der Erfindung gehören auch Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens, die
Merkmale aufweisen, wie sie bereits im Zusammenhang mit den Weiterbildungen der erfindungsgemäßen
Zeitmessvorrichtung beschrieben worden sind. Aus diesem Grund sind die entsprechenden
Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens hier nicht noch einmal beschrieben.
[0032] Für Anwendungsfälle oder Anwendungssituationen, die sich bei dem Verfahren ergeben
können und die hier nicht explizit beschrieben sind, kann vorgesehen sein, dass gemäß
dem Verfahren eine Fehlermeldung und/oder eine Aufforderung zur Eingabe einer Nutzerrückmeldung
ausgegeben und/oder eine Standardeinstellung und/oder ein vorbestimmter Initialzustand
eingestellt wird.
[0033] Die Erfindung umfasst auch die Kombinationen der Merkmale der beschriebenen Ausführungsformen.
[0034] Im Folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Hierzu zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Kraftfahrzeugs;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Verfahrens zum Betreiben einer Zeitmessvorrichtung;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines Ablaufs eines Verfahrens zum Betreiben einer Zeitmessvorrichtung;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Ablaufs einer Ermittlung einer Zeitabweichung
zwischen einem jeweiligen Zeitwert der internen Zeit und einem jeweiligen Zeitwert
der externen Zeit zu jeweiligen Zeitpunkten;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines Verlaufs einer Zeitabweichung zwischen der internen
Zeit und der externen Zeit;
- Fig. 6
- eine weitere schematische Darstellung eines Verlaufs einer Zeitabweichung zwischen
der internen Zeit und der externen Zeit;
- Fig. 7
- eine weitere schematische Darstellung eines Verlaufs einer Zeitabweichung zwischen
der internen Zeit und der externen Zeit;
- Fig. 8
- eine weitere schematische Darstellung eines Verlaufs einer Zeitabweichung zwischen
der internen Zeit und der externen Zeit; und
- Fig. 9
- eine weitere schematische Darstellung eines Verlaufs einer Zeitabweichung zwischen
der internen Zeit und der externen Zeit.
[0035] Bei dem im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung. Bei dem Ausführungsbeispiel stellen die beschriebenen
Komponenten der Ausführungsform jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende
Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander
weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination
als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren ist die beschriebene Ausführungsform
auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.
[0036] In den Figuren sind funktionsgleiche Elemente jeweils mit denselben Bezugszeichen
versehen.
[0037] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Kraftfahrzeugs, das eine Tachografenvorrichtung
aufweist, welche eine Zeitmessvorrichtung umfasst.
[0038] Gezeigt ist eine schematische Darstellung eines Kraftfahrzeugs 1, beispielsweise
eines Lastkraftwagens, welcher eine digitale Tachografenvorrichtung 2 aufweisen kann.
Die digitale Tachographenvorrichtung 2 kann eine Zeitmessvorrichtung 3 aufweisen.
Die Zeitmessvorrichtung 3 kann eine Quarzoszillatoreinrichtung 4 aufweisen, die dazu
eingerichtet sein kann, eine interne Zeit TI zu ermitteln. Die Zeitmessvorrichtung
3 kann eine Empfangseinrichtung 5 aufweisen, die dazu eingerichtet sein kann, Signale
6 einer externen Zeitquelle 7 zu empfangen und basierend auf den empfangenen Signalen
6 eine externe Zeit TE zu ermitteln. Die Zeitmessvorrichtung 3 kann dazu eingerichtet
sein, zu jeweiligen Zeitpunkten τ einen jeweiligen Zeitwert te der externen Zeit TE
und einen jeweiligen Zeitwert ti der internen Zeit TI zu ermitteln. Die Zeitmessvorrichtung
3 ist dazu eingerichtet, für den jeweiligen Zeitpunkt τ einen jeweilige Zeitabweichungswert
Δt zwischen dem Zeitwert te der externen Zeit TE und dem Zeitwert ti der internen
Zeit TI zu ermitteln. Die Zeitpunkte τ können ein bestimmtes Intervall aufweisen.
Für eine parametrierbare Anzahl N der Zeitpunkte τ kann ein Durchschnittswert ΔtN
der Zeitabweichung ermittelt werden. Da der Durchschnittswert ΔtN aus den letzten
N Zeitabweichungswerten Δt ermittelt wird, gibt der Durchschnittswert ΔtN den Durchschnitt
der Zeitabweichungswerte Δt eines wandernden Fensters wieder.
[0039] Die Zeitmessvorrichtung 3 kann dazu eingerichtet sein, den Durchschnittswert ΔtN
auf ein Erfüllen eines Abweichungskriteriums zu überprüfen. Die Zeitmessvorrichtung
3 kann hierzu beispielsweise eingerichtet sein, den Durchschnittswert ΔtN mit einem
Schwellenwert tk zu vergleichen. Ein Überschreiten des Schwellenwerts tk kann eine
Erfüllung des Abweichungskriteriums darstellen. Die Zeitmessvorrichtung 3 kann dazu
eingerichtet sein, in dem Fall, dass das Abweichungskriterium erfüllt ist, die interne
Zeit TI in einem Kompensationsintervall Tc um einen Kompensationswert tc zur Reduzierung
des Zeitabweichungswertes Δt anzupassen. Das Kompensationsintervall Tc kann durch
die Zeitmessvorrichtung 3 in Abhängigkeit von dem Zeitabweichungswert Δt ermittelt
werden. Die Wahl des Kompensationsintervalls Tc kann dabei durch eine obere und/oder
eine untere Grenze beschränkt sein. Es kann auch vorgesehen sein, dass der Kompensationswert
tc in Abhängigkeit von dem Zeitabweichungswert Δt ausgewählt wird und dessen Wahl
ebenfalls durch eine obere und untere Grenze beschränkt ist. Es kann vorgesehen sein,
dass sowohl das Kompensationsintervall Tc als auch der Kompensationswert tc vorgegeben
sind und das Ändern der internen Zeit TI um den Kompensationswert tc im Kompensationsintervall
Tc von dem Erfüllen des Abweichungskriteriums abhängt.
[0040] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Verfahrens zum Betreiben einer Zeitmessvorrichtung.
[0041] Durch die externe Zeitquelle 7 können Signale 6 bereitgestellt werden, welche durch
die Empfangseinrichtung 5 empfangen werden können. Die Zeitmessvorrichtung 3 kann
aus den Signalen 6 die externe Zeit TE ermitteln. Der Zeitmessvorrichtung 3 kann die
parametrierbaren Anzahl N der Zeitpunkte τ eines fortlaufenden Zeitfensters vorgegeben
werden. Die Anzahl N betrifft die Zeitpunkte τ über deren Zeitabweichungswerte Δt
der Durchschnittswert ΔtN der Zeitabweichung des Zeitfensters ermittelt werden kann.
Es kann vorgesehen sein, dass die interne Zeit TI durch die Zeitmessvorrichtung 3
angepasst wird, wenn das Abweichungskriterium durch den Durchschnittswert ΔtN der
Zeitabweichung erfüllt wird.
[0042] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Ablaufs eines Verfahrens zum Betreiben
einer Zeitmessvorrichtung;
[0043] In einem Schritt S1 kann durch eine Empfangseinrichtung 5 der Zeitmessvorrichtung
3 zumindest ein Signal 6 einer externen Zeitquelle 7 empfangen werden. Basierend auf
dem empfangenen Signal 6 kann durch die Zeitmessvorrichtung 3 eine externe Zeit TE
ermittelt werden.
[0044] In einem Schritt S2 kann durch die Zeitmessvorrichtung 3 eine interne Zeit TI, welche
durch eine Quarzoszillatoreinrichtung 4 bereitgestellt sein kann, mit der ermittelten
externen Zeit TE verglichen werden. Der Vergleich kann beispielsweise vorsehen, dass
für einen Zeitpunkt τ ein jeweiliger Zeitwert te der externen Zeit TE mit einem Zeitwert
ti der internen Zeit TI verglichen wird und ein Zeitabweichungswert Δt der Zeitabweichung
zwischen dem Zeitwert ti der internen Zeit TI und dem Zeitwert te der externen Zeit
TE ermittelt wird.
[0045] In einem Schritt S3 kann aus den Zeitabweichungswerten Δt einer parametrierbaren
Anzahl N an Zeitpunkten τ ein Durchschnittswert ΔtN der Zeitabweichung ermittelt werden.
[0046] In einem Schritt S4 kann durch die Zeitmessvorrichtung 3 die interne Zeit TI in einem
Kompensationsintervall Tc um einen Kompensationswert tc angepasst werden, wenn beispielsweise
der Durchschnittswert ΔtN der Zeitabweichung einen vorgegebenen Schwellenwert tk überschreitet.
[0047] Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung eines Ablaufs einer Ermittlung einer Zeitabweichung
zwischen einem jeweiligen Zeitwert der internen Zeit und einem jeweiligen Zeitwert
der externen Zeit zu jeweiligen Zeitpunkten.
[0048] Ein Verlauf der internen Zeit TI kann von einem Verlauf der externen Zeit TE abweichen.
Dies kann beispielsweise auf eine der Quarzoszillatoreinrichtung 4 zurückzuführen
sein. Neben einer kontinuierlichen Zunahme der Abweichung kann es zu Schwankungen
kommen, welche auf Rauschen oder kurzfristige Schwankungen zurückzuführen sein können.
Um diese Schwankungen ausgleichen zu können, wird der Durchschnittswert ΔtN der Zeitabweichung
über das Zeitfenster berechnet, welches die letzten N Zeitpunkte τ umfasst. Der ermittelte
Durchschnittswert ΔtN kann mit einem vorgegebenen Schwellenwert tk verglichen werden.
Beim Überschreiten des Schwellenwertes tk kann ein Abweichungskriteriums erfüllt sein
und eine Kompensation der internen Zeit TI durchgeführt werden. Es kann beispielsweise
vorgesehen sein, dass ein Kompensationsintervall Tc vorgegeben ist, welches Kompensationszeitpunkte
vorgeben kann, zu welchen eine Kompensation der internen Zeit TI erfolgen kann. Es
kann vorgesehen sein, dass bei einem Überschreiten des Schwellenwertes tk der Kompensationswert
tc der internen Zeit TI bei einem nächsten Kompensationszeitpunkte der internen Zeit
TI hinzugefügt wird.
[0049] Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung eines Verlaufs einer Zeitabweichung zwischen
der internen Zeit und der externen Zeit über die Zeit T.
[0050] Es kann vorgesehen sein, dass der Zeitmessvorrichtung 3 ein zulässiger Maximalwert
Δtmax der Zeitabweichung Δt vorgegeben ist. Ist der Zeitabweichungswert Δt größer
als der Maximalwert Δtmax der Zeitabweichung Δt, kann dies als ein Zeitkonflikt erfasst
und in der Zeitmessvorrichtung 3 gespeichert werden. In der gezeigten Fig. 5 erfolgt
keine Kompensation einer Abweichung und es kommt zu einem Zeitpunkt T1 zu einem Überschreiten
des Maximalwerts Δtmax der Zeitabweichung Δt durch den Zeitabweichungswert Δt.
[0051] Die folgenden Figuren beschreiben Möglichkeiten, ein Überschreiten des Maximalwerts
Δtmax der Zeitabweichung Δt durch den Zeitabweichungswert Δt zu vermeiden.
[0052] Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung eines Verlaufs der Zeitabweichung über
die Zeit T bei einer Kompensation.
[0053] Ab einem Zeitpunkt T1 kann ab jedem zweiten Tag die interne Zeit TI um 1 Sekunde
angepasst werden.
[0054] Ab einem Zeitpunkt T2 kann an jedem Tag die interne Zeit TI um 1 Sekunde angepasst
werden.
[0055] Die interne Zeit TI kann in einem festgelegten Zeitintervall kompensiert werden.
[0056] Fig. 7 zeigt eine weitere schematische Darstellung eines Verlaufs der Zeitabweichung
über die Zeit T.
[0057] Gezeigt ist der Verlauf über eine Zeit T, wenn die interne Zeit TI in einem festgelegten
Kompensationsintervall Tc kompensiert wird. Zusätzlich erfolgt bei der Zeitanpassung
ein Rücksetzen der Zeitabweichung auf 0 Sekunden.
[0058] Fig. 8 zeigt eine weitere schematische Darstellung eines Verlaufs der Zeitabweichung
über die Zeit T.
[0059] Gezeigt ist der Verlauf, wenn die interne Zeit in variablen driftabhängigen Kompensationsintervallen
kompensiert wird.
[0060] Fig. 9 zeigt eine weitere schematische Darstellung eines Verlaufs der Zeitabweichung
über die Zeit T.
[0061] Gezeigt ist der Verlauf über die Zeit T, wenn die interne Zeit in variablen driftabhängigen
Kompensationsintervallen kompensiert wird. Zusätzlich ist eine Zeitanpassung abgebildet,
welche die Abweichung auf 0 Sekunden zurücksetzt.
[0062] Zeitwerte einer externen Zeit einer genauen externen Referenzzeitquelle wie beispielsweise
GNSS werden zu verschiedenen Zeitpunkten ermittelt und jeweils mit Zeitwerten einer
internen Zeit der Quarzoszillatoreinrichtung verglichen. Für eine parametrierbare
Anzahl der Zeitabweichungswerte jeweiliger Zeitpunkte wird eine mittlere geglättete
Zeitabweichung, ein Durchschnittswert der Zeitabweichungswerte berechnet. Aus dem
errechneten Durchschnittswert der Zeitabweichung kann ein Kompensationsintervall errechnet
werde, in welchem eine zeitliche Kompensation der internen Zeit um einen Kompensationswert
erfolgen kann. Der Kompensationswert und das Kompensationsintervall können derart
parametriert sein, dass ein Ausmaß der Kompensation der internen Zeit unter einer
als gesetzlich gewertete Zeitanpassung liegt. Um auf eine zeitliche Änderung der Zeitabweichung
der durch die Quarzoszillatoreinrichtung ermittelten internen Zeit gegenüber der externen
Zeit reagieren zu können, können die Zeitwerte der externen Zeit, welche beispielsweise
durch jeweilige GNSS Samples bereitgestellt werde können, in einem Anwendungsfall
eines digitalen Tachografen nach einem first-in-first-out-Prinzip für die Bildung
des Durchschnittswerts der Zeitabweichung verwendet werden. Wird die benötigte Anzahl
überschritten, so wird ein ältester Zeitwert nicht mehr für den Durchschnittswert
berücksichtigt.
[0063] Für den Fall, dass die Empfängereinrichtung, die in diesem Beispiel einen GNSS-Empfänger
umfasst nicht mit Strom versorgt wird und somit keine aktuellen Zeitwerte der externen
Zeit bereitstellt, kann eine Zeitkompensation mit einem zuletzt ermittelten Kompensationswert,
pro Kompensationsintervall erfolgen. In diesem Fall kann beispielsweise der Kompensationswert
des Tags verwendet werden, an dem die Empfängereinrichtung aktiv war und Zeitwerte
der externen Zeit bereitstellte.
[0064] Insgesamt zeigt das Beispiel, wie eine Lösung für eine Kompensation einer Zeitabweichung
der internen Zeit von der externen Zeit bereitgestellt werden kann.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 1
- Kraftfahrzeug
- 2
- Tachografenvorrichtung
- 3
- Zeitmessvorrichtung
- 4
- Quarzoszillatoreinrichtung
- 5
- Empfangseinrichtung
- 6
- Signal
- 7
- Externe Zeitquelle
- TI
- Interne Zeit
- TE
- Externe Zeit
- T
- Zeit
- τ
- Zeitpunkt
- T1
- erster Zeitpunkt
- T2
- zweiter Zeitpunkt
- te
- Zeitwert der externen Zeit
- ti
- Zeitwert der internen Zeit
- Tc
- Kompensationsintervall
- Δt
- Zeitabweichungswert
- tc
- Kompensationswert
- N
- Anzahl der Zeitpunkte
- ΔtN
- Durchschnittswert der Zeitabweichung
- Δtc
- Abweichungskriterium
- tk
- Schwellenwert
- Δtmax
- Maximalwert des Zeitabweichungswerts
1. Zeitmessvorrichtung (3), umfassend eine Quarzoszillatoreinrichtung (4), eingerichtet
zur Ermittlung einer internen Zeit (TI) der Zeitmessvorrichtung (3) und eine Empfangseinrichtung
(5), eingerichtet zum Empfangen einer externen Zeit (TE) einer externen Zeitquelle
(7),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zeitmessvorrichtung (3) dazu eingerichtet ist,
- einen jeweiligen Zeitwert (ti) der internen Zeit (TI) und einen jeweiligen Zeitwert
(te) der externen Zeit (TE) zu einem jeweiligen Zeitpunkt (τ) zu erfassen und einen
jeweiligen Zeitabweichungswert (Δt) einer Zeitabweichung zwischen dem Zeitwert (ti)
der internen Zeit (TI) und dem Zeitwert (te) der der externen Zeit (TE) zu ermitteln;
- aus den jeweiligen Zeitabweichungswerten (Δt) der Zeitabweichungen einer parametrierbaren
Anzahl (N) der Zeitpunkte (τ) in einem fortlaufenden Zeitfenster einen Durchschnittswert
(ΔtN) der Zeitabweichung des Zeitfensters zu ermitteln;
- den Durchschnittswert (ΔtN) der Zeitabweichung des Zeitfensters auf eine Erfüllung
eines Abweichungskriteriums (Δtc) zu überprüfen; und
- bei der Erfüllung des Abweichungskriteriums (Δtc) die interne Zeit (TI) in einem
vorgegebenen Kompensationsintervall (Tc) um einen Kompensationswert (tc) zur Reduzierung
des Zeitabweichungswerts (Δt) der Zeitabweichung anzupassen.
2. Zeitmessvorrichtung (3) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Kompensationsintervall (Tc) der Zeitmessvorrichtung (3) vorgegeben ist und die
Zeitmessvorrichtung (3) dazu eingerichtet ist, den Kompensationswert (tc) in Abhängigkeit
von dem Durchschnittswert (ΔtN) der Zeitabweichung festzulegen.
3. Zeitmessvorrichtung (3) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zeitmessvorrichtung (3) für die Festlegung des Kompensationswerts (tc) ein unterer
Grenzwert und/oder ein oberer Grenzwert vorgegeben ist.
4. Zeitmessvorrichtung (3) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zeitmessvorrichtung (3) der Kompensationswert (tc) vorgegeben ist und die Zeitmessvorrichtung
(3) dazu eingerichtet ist, das Kompensationsintervall (Tc) in Abhängigkeit von dem
Durchschnittswert (ΔtN) der Zeitabweichung festzulegen.
5. Zeitmessvorrichtung (3) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zeitmessvorrichtung (3) für die Festlegung des Kompensationsintervalls (Tc) ein
unterer Grenzwert und/oder ein oberer Grenzwert vorgegeben ist.
6. Zeitmessvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Empfangseinrichtung (5) zum Empfang satellitengestützter Navigationssignale (6)
eingerichtet ist.
7. Zeitmessvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Empfangseinrichtung (5) zum Empfang von Mobilfunksignalen (6) eingerichtet ist.
8. Zeitmessvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Empfangseinrichtung (5) zum Empfang von Funkuhrsignalen (6) eingerichtet ist.
9. Zeitmessvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Empfangseinrichtung (5) zum Empfang von Network Time Protocol Signalen (6) eingerichtet
ist.
10. Digitale Tachografenvorrichtung (2), aufweisend eine Zeitmessvorrichtung (3) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche.
11. Verfahren zum Betreiben einer Zeitmessvorrichtung (3), umfassend eine Quarzoszillatoreinrichtung
(4), eingerichtet zur Ermittlung einer internen Zeit (TI) der Zeitmessvorrichtung
(3) und eine Empfangseinrichtung (5), eingerichtet zum Empfangen einer externen Zeit
(TE) einer externen Zeitquelle (7),
d
adurch gekennzeichnet, dass
durch die Zeitmessvorrichtung (3),
- ein jeweiliger Zeitwert (ti) der internen Zeit (TI) und ein jeweiliger Zeitwert
(te) der externen Zeit (TE) zu einem jeweiligen Zeitpunkt (τ) erfasst und ein jeweiliger
Zeitabweichungswert (Δt) einer Zeitabweichung zwischen dem Zeitwert (ti) der internen
Zeit (TI) und dem Zeitwert (te) der externen Zeit (TE) ermittelt wird;
- aus den jeweiligen Zeitabweichungswerten (Δt) der Zeitabweichung einer parametrierbaren
Anzahl (N) der Zeitpunkte (τ) eines fortlaufenden Zeitfensters ein Durchschnittswert
(ΔtN) der Zeitabweichungswerte (Δt) der Zeitabweichung des Zeitfensters ermittelt
wird;
- der Durchschnittswert (ΔtN) der Zeitabweichung des Zeitfensters auf eine Erfüllung
eines Abweichungskriteriums (Δtc) überprüft wird; und
- bei der Erfüllung des Abweichungskriteriums (Δtc) die interne Zeit (TI) in einem
Kompensationsintervall (Tc) um einen Kompensationswert (tc) zur Reduzierung des Zeitabweichungswerts
(Δt) der Zeitabweichung angepasst wird.