[0001] Die Erfindung betrifft ein Wäschereisystem zur energiereduzierten Behandlung von
Wäsche und ein Verfahren hierzu, umfassend mehrere Wäschebehandlungsautomaten, die
eingerichtet sind, mit Heißdampf die Wäsche zu behandeln, und wobei eine Abwärmesammeleinrichtung
vorgesehen ist, über die die Abwärme jeder der Wäschebehandlungsautomaten aufnehmbar
ist.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus der
DE 10 2006 020 003 A1 ist ein Wäschereisystem zur energiereduzierten Behandlung von Wäsche bekannt, wobei
mehrere Wäschebehandlungsautomaten eingerichtet sind, die mit Heißdampf die Wäsche
behandeln, wobei eine Abwärmesammeleinrichtung eingerichtet ist, über die die Abwärme
jeder der Wäschebehandlungsautomaten aufgenommen werden kann. Diese wird einem Wärmetauscher
zugeführt, um beispielsweise Warmwasser bereitzustellen, mit dem die Wäschebehandlungsautomaten
wieder betrieben werden können. Wäschebehandlungsautomaten der hier interessierenden
Art können beispielsweise Trockner, Mangelgeräte oder beispielsweise sogenannte Tunnelfinisher
darstellen.
[0003] Die Abwärme der Wäschebehandlungsautomaten kann in Form von Abwässern höherer Temperatur
vorliegen, wobei auch sogenannte Fortluft aus den Wäschebehandlungsautomaten über
die Abwärmesammeleinrichtung aufgenommen werden kann. Werden die Abwässer und/oder
die Fortluft mit erhöhter Temperatur einem Wärmetauscher zugeführt, kann damit die
enthaltene Wärme für weitere Einrichtungen genutzt werden.
[0004] Die
CN 1 07 964 775 A offenbart ein Abwärmerückgewinnungs- und Heizsystem für eine Waschküche, wobei das
System Wärmepumpen nutzt, die die Wärme der Abluft einer Mangel nutzen, um Heißdampf
zu erzeugen, der in einen Entspannungsverdampfer überführt wird. Eine zentrale Einrichtung
einer Wärmepumpe ist damit nicht offenbart, insbesondere werden nicht mehrere Wäschebehandlungsautomaten
erwähnt.
[0005] Die
DE 10 2009 004 085 A1 offenbart ein Verfahren zur zentralen Rückgewinnung der von Wäschereimaschinen abgeführten
Wärmeenergie über eine Sammelleitung für die Abwärme, wobei der abgeführten Wärmeenergie
wenigstens ein Teil der Energie entzogen und die dabei zurückgewonnene Energie wiederverwendet
wird, wobei die Wärmeenergie mehrerer Wäschereimaschinen und ggf. aus der Wäscherei
zusammengeführt und der gesammelten Wärmeenergie wenigstens ein Teil der Energie entzogen
wird. Es wird nicht offenbart, dass mit der Wärmepumpe Heißdampf erzeugt wird.
[0006] Die
DE 10 2013 213 978 A1 offenbart eine Anlage zur lokalen Nutzung der Abwärme einer Hochtemperaturbatterie
in Gebäuden über ein mit dieser gekoppeltes Kühlsystem, wobei das Kühlsystem zur Führung
eines fluiden Wärmeträgermediums ausgebildet ist und das Wärmeträgermedium zum Transport
einer Abwärme von der Hochtemperaturbatterie zu einem lokalen Wärmeverbraucher eines
Gebäudes ausgelegt ist. Ein Bezug zu Wärmverbrauchern wie Wäschebehandlungsautomaten
wird nicht genommen.
[0007] Aufgrund steigender Energiekosten, insbesondere in Form von Gas und Öl, die als Brennstoffe
für die Erzeugung von Heißdampf konventionell verwendet werden, sind neuere Einrichtungen
erforderlich, um ein Wäschereisystem energiereduziert betreiben zu können, insbesondere
basierend auf der Verwendung von elektrischem Strom als Haupt-Energieträger. Unter
einem Wäschereisystem der vorliegenden Erfindung wird ein Gesamtsystem einer Wäschereieinrichtung
verstanden, in der mehrere Wäschebehandlungsautomaten zeitgleich oder aufeinanderfolgend,
jedoch in einem Verbund miteinander betrieben werden. Derartige Wäschereisysteme weisen
in der Regel eine Heißdampfaufbereitung auf, die mit konventionellen Feuerungsanlagen
basierend auf Öl oder Gas betrieben wird, um den Heißdampf aus zugeführtem Wasser
zu erzeugen.
[0008] Abwärmesammeleinrichtungen sind dabei häufig in Form von Rohrleitungen bekannt, die
die Abwärme der Abwässer und/oder der Fortluft einem Wärmetauscher zuführen können,
um die darin enthaltene Wärme weiter nutzen zu können.
[0009] Wäschereisysteme sind energieintensiv, und die Verwendung von Photovoltaik, Windkraft
und Wasserkraft als regenerative Energiequellen ist für den Betrieb von Wäschereisystemen
sinnvoll. Insbesondere sollte der Strom aus sogenannten volatilen Energiequellen möglichst
effizient genutzt werden, ohne dass jedoch mit dem Strom dauerhaft eine unmittelbare
Erhitzung von Wasser zur Erzeugung von Heißdampf vorgesehen wird.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0010] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Verbesserung eines Wäschereisystems zur
energiereduzierten Behandlung von Wäsche, sodass das Wäschereisystem insbesondere
ohne weiteren Bezug von fossilen Brennstoffen mit Strom aus regenerativen Energiequellen
betrieben werden kann.
[0011] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Wäschereisystem gemäß dem Oberbegriff des
Anspruches 1 und ausgehend von einem Verfahren gemäß Anspruch 11 mit den jeweils kennzeichnenden
Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0012] Die Erfindung sieht zur Lösung der vorgenannten Aufgabe die technische Lehre vor,
dass eine zentrale Wärmepumpe eingerichtet ist, die eine Verdampfereinheit und eine
Kondensatoreinheit aufweist, wobei die Verdampfereinheit an die Abwärmesammeleinrichtung
angeschlossen ist und wobei die Kondensatoreinheit zur Bereitstellung des Heißdampfes
eingerichtet ist, wobei ein zentraler Heißdampfspeicher zur Speicherung des Heißdampfes
vorgesehen ist, wobei eine Wasserleitung an die Kondensatoreinheit und eine Dampfleitung
von der Kondensatoreinheit an den Heißdampfspeicher eingerichtet sind.
[0013] Kerngedanke der Erfindung ist die zentrale Einrichtung einer einzigen Wärmepumpe
als Teil des Wäschereisystems, die dazu dient, den Heißdampf zu erzeugen, um die Wäschebehandlungsautomaten
mit Heißdampf zu versorgen. Zugleich nimmt die Wärmepumpe die Wärmeenergie aus der
Abwärme der Wäschebehandlungsautomaten auf, indem die Verdampfereinheit der Wärmepumpe
mit der Abwärmesammeleinrichtung verbunden ist, sodass Abwasser und/oder Fortluft
mit erhöhten Temperaturen dazu genutzt werden kann, die Verdampfereinheit zu betreiben
und das Arbeitsfluid der Wärmepumpe, insbesondere ein Kältemittel, in der Verdampfereinheit
zu verdampfen. So kann die Wärmeenergie, die nach der Wäschebehandlung die Wäschebehandlungsautomaten
verlässt, genutzt werden, um den Heißdampf zu erzeugen. Die Wärmepumpe weist einen
Verdichter auf, der mit elektrischer Energie betrieben werden kann, sodass zum Betrieb
des Wäschereisystems auch volatile Energien aus Photovoltaik, Windkraft und/oder Wasserkraft
genutzt werden können, wobei optional eine konventionelle Energiequelle beispielsweise
über ein Versorgungsunternehmen zugeschaltet werden kann. Insbesondere die Photovoltaik
und/oder Windkraft kann dabei auch lokal mit dem Wäschereisystem eingerichtet und
betrieben werden.
[0014] Zur Speisung der Wärmepumpe und zur Erzeugung des Heißdampfes ist eine Wasserquelle
eingerichtet, die Wasser vorzugsweise bei Raumtemperatur und im flüssigen Zustand
der Kondensatoreinheit zuführt, und in oder an dieser verdampft. Der erzeugte Heißdampf
kann beispielsweise eine Temperatur von 135°C bis 165°C aufweisen, und dieser kann
einen Druck besitzen, der über dem Normaldruck liegt, beispielsweise 2 bar. Das Abwasser
und/oder die Fortluft, die zur Verdampfung des Arbeitsfluides in der Verdampfereinheit
genutzt wird, kann anschließend noch einer Nachbehandlung unterzogen werden, um schließlich
als abgekühltes Abwasser abgeleitet zu werden.
[0015] Für das erfindungsgemäße Wäschereisystem ist der Heißdampfspeicher zur Speicherung
des Heißdampfes vorgesehen, wobei Wasser über eine Wasserleitung der Kondensatoreinheit
zugeführt und Heißdampf über eine Dampfleitung von der Kondensatoreinheit an den Heißdampfspeicher
geführt wird.
[0016] Der Heißdampfspeicher ist so eingerichtet, dass dieser alle Wäschebehandlungsautomaten
des Wäschereisystems mit Heißdampf versorgen kann, wobei einzelne Wäschebehandlungsautomaten
auch nicht angeschlossen sein müssen. Der Heißdampfspeicher kann eine Isolierung aufweisen,
die die Wärme des gespeicherten Heißdampfes gegen die Umgebung isoliert, sodass ein
Zeitversatz von mehreren Stunden vorliegen kann, der sich ergibt zwischen der Nutzung
der Abwärme aus dem Abwasser und der Fortluft der Wäschebehandlungsautomaten über
die Wärmepumpe und die Bereitstellung des Heißdampfes, bis schließlich der Heißdampf
dem Heißdampfspeicher entnommen wird.
[0017] Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein Abwärmespeicher eingerichtet ist, in den über
die Abwärmesammeleinrichtung Abwasser und/oder Fortluft der Wäschebehandlungsautomaten
führbar und in diesem speicherbar sind und wobei aus dem Abwärmespeicher Abwasser
und/oder Fortluft an die Verdampfereinheit führbar sind. So kann alternativ zur Speicherung
des Heißdampfes im Heißdampfspeicher auch noch warmes Abwasser oder noch warme Fortluft
im Abwärmespeicher gespeichert werden, beispielsweise über ein Wochenende, über Nacht
oder über sonstige Zeiträume.
[0018] So ist es von Vorteil, wenn die Abwärmesammeleinrichtung in Verbindung mit dem Rohrsystem
einen Abwärmespeicher aufweist, in dem das Abwasser und/oder auch die Fortluft gespeichert
werden können. Der Abwärmespeicher kann auf besonders gute Weise isoliert werden,
sodass die Abwärme aus den Wäschebehandlungsautomaten beispielsweise auch über einen
Werktag auf den nächsten gespeichert werden kann. So ist es denkbar, dass die Wärmepumpe
auch noch mit der Abwärme der Wäschebehandlungsautomaten aus dem Vortag betrieben
werden kann. Der Abwärmespeicher in der Abwärmesammeleinrichtung ist auch dann vor
Vorteil, wenn die Wärmepumpe abhängig von der Verfügbarkeit volatiler Energie betrieben
werden soll. Ist volatile Energie verfügbar, insbesondere zu geringeren Kosten, so
kann die Wärmeenergie, die bereits länger im Abwärmespeicher gespeichert wurde, zum
spontanen Betrieb der Wärmepumpe genutzt werden, sodass insbesondere bei zyklischem
Betrieb des Wäschereisystems, beispielsweise von Werktag zu Werktag, die Wärmeenergie
aus dem Abwasser und/oder der Fortluft eines vorangegangenen Zyklus für einen nachfolgenden
Zyklus Verwendung finden kann, insbesondere von einem auf den anderen Werktag oder
beispielsweise an einem Wochenende, an dem Solarenergie und/oder Windenergie in besonderem
Maße verfügbar sind.
[0019] Weiterhin ist es von Vorteil, wenn die gesammelte Abwärme der Wäschebehandlungsautomaten
eine Temperatur von 65°C bis 75°C und/oder von 70°C aufweist und/oder dass die Temperatur
des mit der Kondensatoreinheit über die Dampfleitung bereitstellbaren Heißdampfes
eine Temperatur von 135°C bis 165°C und/oder beispielsweise von 150°C aufweist. Dabei
ist es auch denkbar, den Heißdampf auf der Zufuhrseite des Heißdampfspeichers mit
einer Temperatur zuzuführen, die höher ist als die Nutztemperatur des Heißdampfes
in den Wäschebehandlungsautomaten. So kann der Heißdampf auch eine längere Dauer in
dem Heißdampfspeicher verweilen, und die Temperatur kann durch einen Wärmeverlust
leicht absinken, sodass auf der Entnahmeseite des Heißdampfspeichers schließlich ein
Heißdampf mit einer Temperatur entnehmbar ist, die der Prozesstemperatur für den Wäschebehandlungsautomaten
entspricht.
[0020] Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung, der zur Energieeffizienz des Betriebes
des Wäschereisystems im Wesentlichen beitragen kann, betrifft den Einsatz einer Thermobatterie
zur Wärmespeicherung, mit der zusätzlich Heißdampf an den Heißdampfspeicher bereitgestellt
werden kann. Thermobatterien oder Thermalbatterien können dazu ausgebildet sein, über
einen längeren Zeitraum Heißdampf zu speichern, beispielsweise bei Temperatur von
bis zu 400°C. Soll in der Thermobatterie Wasserdampf gespeichert werden, kann dieser
bei erhöhtem Druck, beispielsweise nur etwa 2 bar, auch bei Temperaturen gespeichert
werden, die unmittelbar zum Betrieb der Wäschebehandlungsautomaten genutzt werden
kann. So kann aus der Thermobatterie der Heißdampf an den Heißdampfspeicher bereitgestellt
und bei Bedarf übergeben werden. Thermobatterien oder Thermalbatterien der hier interessierenden
Art sind keine elektrischen Batterien und dienen zur Aufnahme und Speicherung von
Wärme, etwa über ein zuführbares oder wieder entnehmbares Fluid. So kann mit oder
in einer Thermobatterie beispielsweise Wasser verdampft werden, insbesondere um Heißdampf
mit den hier interessierenden Parametern zu erzeugen.
[0021] Dabei ist es im Rahmen der Erfindung auch denkbar, dass der Heißdampfspeicher durch
die Thermobatterie selbst gebildet wird. Die Thermobatterie und der Heißdampfspeicher
können insofern einteilig und baueinheitlich miteinander ausgeführt sein. Beispielsweise
sind Thermobatterien von der Firma Energynest AS (Norwegen) bekannt, und die Thermobatterie
weist als thermisches Speichermedium speziellen Thermobeton auf, durch den Rohrleitungen
geführt sind, in denen das thermische Fluid gespeichert wird, also beispielsweise
Heißdampf. Der Thermobeton weist eine sehr hohe spezifische Wärmekapazität auf, sodass
die einmal eingebrachte Wärme in dem speziellen Beton auf lange Zeit gespeichert werden
kann, insbesondere bei besonderer Isolierung der Anordnung aus dem Beton und den Rohrleitungen.
Die Thermobatterie kann auch eine eigene elektrische Heizung aufweisen, um den Heißdampf
zu erzeugen oder um die Temperatur des Heißdampfes mit einem nur geringen Energieeinsatz
aufrecht zu erhalten. Eine Thermobatterie, wie diese hier verwendet werden kann, ist
beispielsweise aus der
EP 3 090 229 B1 bekannt.
[0022] Sind der Heißdampfspeicher und die Thermobatterie getrennt voneinander ausgeführt,
so kann dem Heißdampfspeicher aus der Wärmepumpe der Heißdampf zugeführt werden und
wechselweise oder gleichzeitig kann ferner Heißdampf aus der Thermobatterie ebenfalls
dem Heißdampfspeicher zugeführt werden. Insbesondere dann, wenn die Wärmepumpe und/oder
die Thermobatterie mit volatiler Energie versorgt wird, kann der Heißdampfspeicher
zu Zeiten einer guten und insofern häufig auch preiswerten Energiebereitstellung beheizt
werden, und in Zeiten schlechter Bereitstellung der volatilen Energie, beispielsweise
bei sogenannten Dunkelflauten, kann der Heißdampf überwiegend oder ausschließlich
über die Thermobatterie dem Heißdampfspeicher zugeführt werden, während die Wärmepumpe
außer Betrieb bleibt.
[0023] Die Aufgabe der Erfindung wird ferner gelöst durch ein Verfahren zum Betrieb eines
Wäschereisystems zur energiereduzierten Behandlung von Wäsche, umfassend mehrere Wäschebehandlungsautomaten,
mittels der die Wäsche mit Heißdampf behandelt wird, und wobei eine Abwärmesammeleinrichtung
eingerichtet ist, über die die Abwärme jeder der Wäschebehandlungsautomaten aufgenommen
wird, und wobei das Verfahren wenigstens die folgenden weiteren Schritte aufweist:
Einrichten einer zentralen Wärmepumpe, die eine Verdampfereinheit und eine Kondensatoreinheit
aufweist; Anschließen der Abwärmesammeleinrichtung an die Verdampfereinheit und Bereitstellen
des Heißdampfes mittels der Kondensatoreinheit der Wärmepumpe an die Wäschebehandlungsautomaten.
[0024] Weiterhin kann das Verfahren dadurch ausgezeichnet sein, dass ein Heißdampfspeicher
zur Speicherung des Heißdampfes eingerichtet wird, wobei mittels einer Wasserleitung
der Kondensatoreinheit Wasser zugeführt und in dieser verdampft wird und wobei eine
Dampfleitung von der Kondensatoreinheit an den Heißdampfspeicher eingerichtet wird,
mittels der der erzeugte Heißdampf von der Kondensatoreinheit an den Heißdampfspeicher
überführt wird. Die Wäschebehandlungsautomaten erhalten sodann den Heißdampf aus dem
Heißdampfspeicher zu einem Zeitpunkt, wenn dieser auch gebraucht wird. Hierfür können
in den Rohrleitungen zwischen dem Heißdampfspeicher und den Wäschebehandlungsautomaten
Ventile eingerichtet sein, die den Heißdampf zu dem Wäschebehandlungsautomaten zur
richtigen Zeit und in der richtigen Menge überführen, wenn dieser benötigt wird.
[0025] Insofern kann ein Heißdampfspeicher zur Speicherung des Heißdampfes eingerichtet
sein, wobei mittels einer Wasserleitung der Kondensatoreinheit Wasser zugeführt und
in dieser verdampft wird, und wobei schließlich eine Dampfleitung von der Kondensatoreinheit
an den Heißdampfspeicher eingerichtet wird, mittels der der erzeugte Heißdampf von
der Kondensatoreinheit an den Heißdampfspeicher überführt wird. Auch der Heißdampfspeicher
kann so gut isoliert sein, dass der Heißdampf auch noch an einem Folgetag zum Betrieb
des Wäschereisystems eine hinreichend hohe Temperatur hat, sodass Heißdampf für den
Heißdampfspeicher dann bereitstellt wird, wenn beispielsweise Energie preiswerter
ist. Die Wärmepumpe kann beispielsweise dann betrieben werden, wenn preiswert volatile
Energie zur Verfügung steht, und der Heißdampf im Heißdampfspeicher kann so lange
bevorratet werden, bis dieser von den Wäschebehandlungsautomaten abgerufen wird.
[0026] Auch ist es von Vorteil, wenn eine Thermobatterie eingerichtet wird, mit der Heißdampf
an den Heißdampfspeicher bereitgestellt wird, wobei der Heißdampfspeicher aus der
Wärmepumpe mit Heißdampf gleichermaßen gespeist werden kann wie aus der Thermobatterie.
Der Heißdampfspeicher und die Thermobatterie können dabei auch als bauliche Einheit
eingerichtet werden, insbesondere kann die Thermobatterie ein Speichervolumen aufweisen,
das hinreichend ist, um als Heißdampfspeicher zu fungieren.
[0027] Vorteilhafterweise ist eine Steuereinrichtung eingerichtet, die über eine Datenleitung
zum Empfang von Verfügbarkeitsinformationen über die Verfügbarkeit von regenerativer
Energie und/oder konventioneller Energie ausgebildet ist. Zudem kann die Steuereinrichtung
Wetterdaten insbesondere bezüglich Wind und/oder Sonnenstrahlung aufnehmen. Darüber
hinaus kann die Steuereinrichtung mit den Betriebsdaten und Betriebszeiten des Wäschereisystems
gespeist werden. Insbesondere kann die Steuereinrichtung ein KI-Modul aufweisen.
[0028] Die Steuereinrichtung ist insbesondere zur Steuerung der Wärmepumpe und/oder des
Zustroms von Abwasser und/oder Fortluft an die Wärmepumpe und/oder der Überführung
des Heißdampfes von der Wärmepumpe an den Heißdampfspeicher und/oder des Heißdampfes
von der Thermobatterie an den Heißdampfspeicher eingerichtet. So können die wichtigsten
Komponenten des Wäschereisystems mittels der Steuereinrichtung möglichst energieeffizient
und kostenminimal betrieben werden.
[0029] Dazu ist insbesondere vorgesehen, dass in der Abwassersammelleitung zwischen dem
Abwärmespeicher und der Wärmepumpe ein Ventil und/oder in der Dampfleitung zwischen
der Wärmepumpe und dem Heißdampfspeicher ein Ventil und/oder in der Dampfleitung zwischen
der Thermobatterie und dem Heißdampfspeicher ein Ventil und/oder in der elektrischen
Leitung zwischen den Energiequellen, also der Windenergie, der Solarenergie, der Wasserenergie
und/oder der konventionellen Energie, eine elektrische Schaltstelle eingerichtet sind,
wobei die Ventile und die elektrische Schaltstelle jeweils von der Steuereinrichtung
ansteuerbar sind. So können die Fluidströme des Heißdampfes und auch die kostenoptimale
Zuschaltung der Energieart gesteuert werden.
[0030] Abhängig vom Betriebsplan des Wäschereisystems kann zum Beispiel gesteuert werden,
ob das Abwasser und die Fortluft im Wärmespeicher bei niedrigen Temperaturen verbleiben,
wenn das Wäschereisystem beispielsweise über ein Wochenende nicht betrieben wird,
und wenig regenerative Energie zur Verfügung steht. Steht hingegen beispielsweise
auch über das Wochenende ein größerer Anteil von regenerativer Energie zur Verfügung,
kann damit die Wärmepumpe auch bei nicht arbeitendem Wäschereisystem betrieben werden,
um den Abwärmespeicher zu leeren und den Heißdampfspeicher mit Heißdampf zu füllen.
Gleiches gilt für die Thermobatterie, die insbesondere dann mit der elektrischen Heizung
aufgeheizt werden kann, wenn ein großer Anteil an regenerativer Energie zur Verfügung
steht, und die Steuereinrichtung kann den Zustrom des Heißdampfes aus der Thermobatterie
oder aus der Wärmepumpe so ins Verhältnis setzen, dass nicht nur für den augenblicklichen
Betriebspunkt des Wäschereisystems minimale. Kosten entstehen, sondern beispielsweise
auch berücksichtigt wird, ob in den nächsten Tagen ein größerer oder kleinerer Anteil
an regenerativer Energie zur Verfügung steht. Gleiches kann beispielsweise auch über
den Strompreis der konventionellen Energie verfolgt werden. Die dann genutzt wird,
wenn beispielsweise der Strompreis niedrig ist und wenig regenerative Energie zur
Verfügung steht.
[0031] Dieses Prinzip kann auch von der Steuereinrichtung über einen längeren Zeitraum gelernt
und fortschreitend optimiert werden, insbesondere kann die Steuereinrichtung ein KI-Modul
aufweisen, also eine Künstliche Intelligenz ermöglichen bzw. nutzen.
[0032] Die Steuereinrichtung kann beispielsweise auch anhand der noch verfügbaren Wärme
im Abwärmespeicher der Abwärmesammeleinrichtung und der aktuellen Temperatur der Thermobatterie
entscheiden, ob der Heißdampf überwiegend mit der Thermobatterie oder überwiegend
mit der Wärmepumpe erzeugt wird. Weist der Abwärmespeicher beispielsweise noch eine
nicht unerhebliche Menge an Wärmeenergie auf, so kann es energetisch sinnvoller sein,
auch bei verfügbarer regenerativer Energie die elektrische Heizung der Thermobatterie
nicht unmittelbar einzuschalten, sondern zunächst die noch vorhandene Wärmemenge im
Abwärmespeicher zu nutzen, da diese ansonsten verloren geht.
[0033] Über den sich ergebenden Energieverbrauch über eine längere Gebrauchsdauer kann die
Steuereinrichtung insbesondere unter Nutzung künstlicher Intelligenz lernfähig sein,
was sich beispielsweise dadurch äußert, dass eine Optimierung der Nutzung der Wärme
im Abwärmespeicher, eine Optimierung der vorzuhaltenden Energie im Heißdampfspeicher
und/oder in der Thermobatterie ein Minimum an insgesamt zu beziehender Energie zum
Betrieb des Wäschereisystems über eine längere Zeit erfolgt.
[0034] Insofern ist es auch denkbar, dass aktuell oder in der Zukunft liegende Stromkosten
aus Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft und/oder aus konventioneller Energie von
der Steuereinrichtung beim vorausplanenden Betrieb des Wäschereisystems berücksichtigt
werden. Diese können über eine Schnittstelle der Steuereinrichtung an diese weitergegeben
werden oder diese werden online, also über das Internet abgerufen. So kann beispielsweise
zu einem Zeitpunkt, der deutlich vor dem bevorstehenden weiteren Betrieb des Wäschereisystems
liegt, die Thermobatterie und/oder der Heißdampfspeicher mit der Wärmepumpe aufgeladen
werden, wenn aktuell die Energiekosten niedriger sind. Es ist dafür nur eine hinreichende
Isolierung der Thermobatterie und/oder de Heißdampfspeichers erforderlich, sodass
diese bzw. dieser die Wärme besonders lange bevorraten kann.
BEVORZUGTES AUFÜHRUNGSBEISPIEL DER ERFINDUNG
[0035] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren
näher dargestellt. Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht des erfindungsgemäßen Wäschereisystems mit mehreren Wäschebehandlungsautomaten,
mit einer zentral eingerichteten Wärmepumpe sowie mit einem Heißdampfspeicher,
- Figur 2
- ein Ausführungsbeispiel des Wäschereisystems gemäß Figur 1 mit einer Thermobatterie,
in der direkt Heißdampf erzeugbar ist, sowie mit mehreren verschiedenartigen Energiequellen;
- Figur 3
- ein Ausführungsbeispiel des Wäschereisystems gemäß Figur 1 mit einer Thermobatterie,
in der über einen Wärmetauscher Heißdampf erzeugbar ist, sowie mit mehreren verschiedenartigen
Energiequellen und
[0036] Das in Figur 1 schematisch gezeigte Wäschereisystem 100 umfasst beispielhaft drei
Wäschebehandlungsautomaten 10, 11, 12, und diese bilden beispielsweise eine Mangel,
einen Trommeltrockner und einen Tunnelfinisher. Derartige Wäschebehandlungsautomaten
10, 11, 12 benötigen Heißdampf 13 als Prozessmedium zur Behandlung der Wäsche, insbesondere
nach einem Waschvorgang. Der Heißdampf 13 kann beispielsweise einen Überdruck von
2 bar bei einer Temperatur von 135°C aufweisen.
[0037] Zur Bereitstellung dieses Heißdampfes 13 ist beispielhaft ein Leitungsnetz gezeigt,
das die Wäschebehandlungsautomaten 10, 11, 12 mit einem Heißdampfspeicher 18 verbindet,
in dem der Heißdampf 13 gespeichert ist und zentral an die einzelnen Wäschebehandlungsautomaten
10, 11, 12 überführt werden kann.
[0038] Das erfindungsgemäße Wäschereisystem 100 umfasst eine zentrale Wärmepumpe 15, die
eine Verdampfereinheit 16 und eine Kondensatoreinheit 17 aufweist. Ferner weist die
Wärmepumpe 15 die an sich bekannten weiteren Bestandteile eines Verdichters 28 und
eines Expansionsventils 29 auf, wobei die Wärmepumpe 15 mit den Hauptbestandteilen
lediglich schematisch dargestellt und beschrieben ist.
[0039] Zur Erzeugung des Heißdampfes 13 und zur Speisung des Heißdampfspeichers 18 dient
die Kondensatoreinheit 17, der Wasser über eine Wasserleitung 19 aus einer Wasserquelle
26 zugeführt wird, das in der Kondensatoreinheit 17 verdampft wird. Der so erzeugte
Heißdampf 13 wird über die Dampfleitung 20 dem Heißdampfspeicher 18 zugeführt.
[0040] Die Wärmequelle zum Betrieb der Verdampfereinheit 16 der Wärmepumpe 15 wird durch
heißes Abwasser und heiße Fortluft der Wäschebehandlungsautomaten 10, 11 und 12 gewonnen,
indem eine Abwärmesammeleinrichtung 14 eingerichtet ist, über die die Abwärme aus
den Wäschebehandlungsautomaten 10, 11 und 12 an die Verdampfereinheit 16 überführt
wird. Die Temperatur des Abwassers und der Fortluft kann beispielsweise 70°C betragen.
[0041] Mit besonderem Vorteil weist die Abwärmesammeleinrichtung 14 einen Abwärmespeicher
21 auf, in dem insbesondere mit entsprechend guter Isolierung die Abwärme aus den
Automaten 10, 11 und 12 gespeichert werden kann, um auch noch einige Zeit nach dem
Betrieb der Wäschebehandlungsautomaten 10, 11 und 12 Wärme aus dem Abwärmespeicher
21 der Wärmepumpe 15 zuzuführen. Beispielsweise kann die Temperatur des Abwassers
und/oder der Fortluft in der Abwärmesammeleinrichtung 14 einen Wert von 70°C aufweisen,
sodass unter Abkühlung des Abwassers und/oder der Fortluft die Wärme an die Verdampfereinheit
16 der Wärmepumpe 15 abgegeben wird, um das Arbeitsfluid 25 der Wärmepumpe 15 zu verdampfen,
und das sodann abgekühlte Abwasser kann abgeführt werden, was mit einem Pfeil angedeutet
ist.
[0042] Figur 2 zeigt das Wäschereisystem 100 mit den wesentlichen Bestandteilen, die bereits
in Zusammenhang mit Figur 1 beschrieben sind. Diese sind die Wäschebehandlungsautomaten
10, 11 und 12, die mit dem Heißdampf 13 aus dem Heißdampfspeicher 18 gespeist werden,
und der Heißdampf 13 zur Speisung des Heißdampfspeichers 18 wird über die Dampfleitung
20 aus der Wärmepumpe 15 dem Heißdampfspeicher 18 zugeführt. Die Wärmepumpe 15 ist
mit der Verdampfereinheit 16 und der Kondensatoreinheit 17 als eine einzeln im Verbund
des Wäschereisystems 100 eingerichtete Baueinheit ausgeführt, und die Verdampfereinheit
16 bezieht die Wärme aus der Abwärmesammeleinrichtung 14, insbesondere unmittelbar
aus dem Abwärmespeicher 21, in dem das Abwasser und/oder die Fortluft aus der Abwärmesammeleinrichtung
14 aufgenommen und gespeichert werden, während die Kondensatoreinheit 17 Wasser verdampft
und damit Heißdampf 13 erzeugt.
[0043] Die Darstellung zeigt eine weitere Zufuhr von Heißdampf 13 an den Heißdampfspeicher
18, wofür gemäß eines weiteren Aspektes der Erfindung eine Thermobatterie 22 eingerichtet
ist. Die Thermobatterie 22 ist ein nicht elektrischer Wärmespeicher und kann ein Wärmespeichermaterial
und beispielsweise Fluidleitungen aufweisen, die mit einem Heißmedium durchströmt
werden können, um das Wärmespeichermaterial aufzuheißen, beispielsweise auf mehrere
100 Grad Celsius. Alternativ oder vorzugsweise kann das Wärmespeichermaterial der
Thermobatterie 22 auch mittels einer integrierten elektrischen Heizung 40 direkt aufgeheizt
werden. Das Wärmespeichermaterial ist so beschaffen und isoliert, dass dieses die
eingebrachte Wärme über einen langen Zeitraum speichern kann, es also die Temperatur
hält. Über ein Medium in den Fluidleitungen der Thermobatterie 22 kann die einmal
eingebrachte Wärme somit zeitversetzt wieder entnommen werden, wobei mittels des oder
aus dem Medium der Heißdampf 13 gebildet werden kann.
[0044] Beispielsweise wird die Thermobatterie 22 zunächst mit Wasser aus einer Wasserquelle
27 gespeist, dieses wird sodann am Wärmespeichermaterial erhitzt und in Heißdampf
13 überführt, der schließlich an den Heißdampfspeicher 18 abgegeben wird.
[0045] Thermobatterien zeichnen sich dadurch aus, dass diese sehr lange die Wärme speichern
können, und Thermobatterien 22 der hier interessierenden Art können beispielsweise
von der Firma Energynest AS (Norwegen) bereitgestellt werden. Diese bestehen aus einem
Rohrleistungssystem, das in einer Quaderform eingerichtet ist, und die Rohleitungen
sind mit einem Thermobeton umschlossen. Dieser hat die Eigenschaft, Wärme sehr lange
zu speichern, und bei entsprechender Außenisolierung der Thermobatterie 22 kann einmal
erzeugter Heißdampf 13 in der Thermobatterie 22 besonders lange die Temperatur halten
bzw. kühlt nur sehr langsam ab. Die Temperaturen des Thermospeichermaterials von Thermobatterien
22 können bis zu 500°C und darüber liegen.
[0046] Weiterhin zeigt die Grafik mehrere Energiequellen, nämlich sowohl Energiequellen
aus volatilen Energieträgern als auch aus konventionellen Energieträgern. So stellen
beispielsweise die Windenergie 32, die Solarenergie 33 und die Wasserkraft 34 regenerative
Energiequellen dar, und es ist ferner eine konventionelle Energiequelle 35 gezeigt,
beispielsweise basierend auf Kernkraft oder auf fossilen Energieträgern, die dann
genutzt werden kann, wenn Energie aus der Windenergie 32, der Solarenergie 33 oder
der Wasserkraft 34 zeitweise nicht zur Verfügung steht.
[0047] Bei der Bewirtschaftung des Wäschereisystems 100 kann mit den gezeigten Einrichtungen
insbesondere des Abwärmespeichers 21 und der Thermobatterie 22 auf besondere Weise
ein großer Anteil an regenerativer Energie 32, 33, 34 genutzt werden. Sofern diese
zur Verfügung stehen, insbesondere zu verringerten Kosten, kann sowohl die Thermobatterie
22 zeitunabhängig aufgeladen werden, indem dessen Wärmespeichermaterial stark aufgeheizt
wird. Auch ist es denkbar, die Wärmepumpe 15, insbesondere den Verdichter 28, dann
zu betreiben, wenn preiswerte volatile Energie aus den Energiequellen 32, 33, 34 zur
Verfügung steht. Dies wird möglich durch den Abwärmespeicher 21, sodass auch bei zeitverzögerter
Aufnahme der Wärme aus den Wäschebehandlungsautomaten 10, 11, 12 und durch die Speicherung
im Abwärmespeicher 21 die Wärmepumpe 15 zeitunabhängig von dem Betrieb des Wäschereisystems
100 betrieben werden kann. Insofern kann die konventionelle Energiequelle 35 nur dann
genutzt werden, wenn die Wäschebehandlungsautomaten 10, 11, 12 betrieben werden müssen
und die volatilen Energieträger nicht zur Verfügung stehen.
[0048] Weiterhin gezeigt ist eine Steuereinrichtung 39, die über eine Datenleitung 41 Verfügbarkeitsinformationen
über die Verfügbarkeit von regenerativer Energie und/oder konventioneller Energie
empfängt. Die Steuereinrichtung 39 ist zur Steuerung der Wärmepumpe 15 und/oder des
Zustroms von Abwasser und/oder Fortluft an die Wärmepumpe 15 und/oder der Überführung
des Heißdampfes 13 von der Wärmepumpe 15 an den Heißdampfspeicher 18 und/oder des
Heißdampfes 13 von der Thermobatterie 22 an den Heißdampfspeicher 18 eingerichtet.
Dafür ist vorgesehen dass in der Abwassersammelleitung 14 zwischen dem Abwärmespeicher
21 und der Wärmepumpe 15 ein Ventil 28 und/oder in der Dampfleitung 20 zwischen der
Wärmepumpe 15 und dem Heißdampfspeicher 18 ein Ventil 29 und/oder in der Dampfleitung
zwischen der Thermobatterie 22 und dem Heißdampfspeicher 18 ein Ventil 30 und/oder
in der elektrischen Leitung zwischen den Energiequellen 32, 33, 34, 35 eine elektrische
Schaltstelle 31 eingerichtet sind, wobei die Ventile 28, 29, 30 und die elektrische
Schaltstelle 31 jeweils von der Steuereinrichtung 39 ansteuert werden.
[0049] Figur 3 zeigt das Wäschereisystem 100 mit den Wäschebehandlungsautomaten 10, 11,
12 sowie mit der Thermobatterie 22, und der gezeigte Heißdampfspeicher 18 bevorratet
Heißdampf 13, der über ein Leitungsnetz an die Wäschebehandlungsautomaten 10, 11,
12 bereitgestellt werden kann. Der Betrieb der Wärmepumpe 15 mit der Verdampfereinheit
16 und der Kondensatoreinheit 17, um aus dem Primärenergiespeicher in Form der Abwärmesammeleinrichtung
14 mit dem Abwärmespeicher 21 Heißdampf 13 zu generieren, ist bereits in Zusammenhand
mit der Figur 1 und 2 beschrieben worden.
[0050] Um gemäß diesem Ausführungsbeispiel mittels der Thermobatterie 22 Heißdampf 13 an
den Heißdampfspeicher 18 bereitzustellen, ist ein Wärmetauscher 36 eingerichtet, der
über Rohrleitungen 37 mit der Thermobatterie 22 verbunden ist. Durch die Rohrleitungen
37 wird ein fluides Speichermedium 38 geführt, beispielsweise ein Thermoöl oder dergleichen,
das bei gleichem Druck sehr viel höhere Temperaturen annehmen kann als Wasser beziehungsweise
Heißdampf 13. Wird das Speichermedium 38 in der Thermobatterie 22 auf eine entsprechend
höhere Temperatur gebracht, kann die Wärme im Wärmetauscher 36 über eine Wasserquelle
27 zugeführtes Wasser abgegeben werden, das dem Wärmetauscher 36 zugeführt wird. Das
zugeführte Wasser verdampft und wird in Form des Heißdampfes 13 schließlich an den
Heißdampfspeicher 18 überführt. Dafür weist das fluide Speichermedium 38 eine erheblich
höhere Temperatur auf als der erzeugte Heißdampf 13, wobei über eine Steuereinrichtung
39 eine Menge an Speichermedium 38 dem Wärmetauscher 36 zugeführt wird, die so bestimmt
ist, dass das Wasser aus der Wasserquelle 27 mit einer richtigen Menge Heißdampf 13
mit der entsprechend gewünschten Temperatur erzeugt werden kann.
[0051] Auch in diesem Beispiel ist über die Steuereinrichtung 39 der Betrieb der elektrischen
Heizung 40 der Thermobatterie 22 über die Windenergie 32, die Solarenergie 33, die
Wasserkraft 34 oder ersatzerweise über die konventionelle Energie 35 betreibbar.
[0052] Die Erfindung beschränkt sich in ihren Ausführungen nicht auf das vorstehend angegebenen
bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche
von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen
Gebrauch macht. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder den Zeichnungen
hervorgehenden Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten
oder räumlicher Anordnungen, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten
Kombinationen erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste:
[0053]
- 10
- Wäschebehandlungsautomat
- 11
- Wäschebehandlungsautomat
- 12
- Wäschebehandlungsautomat
- 13
- Heißdampf
- 14
- Abwärmesammeleinrichtung
- 15
- Wärmepumpe
- 16
- Verdampfereinheit
- 17
- Kondensatoreinheit
- 18
- Heißdampfspeicher
- 19
- Wasserleitung
- 20
- Dampfleitung
- 21
- Abwärmespeicher
- 22
- Thermobatterie
- 23
- Prozesskammer
- 24
- Wasserzufuhr
- 25
- Arbeitsfluid
- 26
- Wasserquelle
- 27
- Wasserquelle
- 28
- Ventil
- 29
- Ventil
- 30
- Ventil
- 31
- Schaltstelle
- 32
- Windenergie
- 33
- Solarenergie
- 34
- Wasserkraft
- 35
- konventionelle Energie
- 36
- Wärmetauscher
- 37
- Rohrleitung
- 38
- Speichermedium
- 39
- Steuereinrichtung
- 40
- elektrische Heizung
- 41
- Datenleitung
- 100
- Wäschereisystem
1. Wäschereisystem (100) zur energiereduzierten Behandlung von Wäsche, umfassend mehrere
Wäschebehandlungsautomaten (10, 11, 12), die eingerichtet sind, mit Heißdampf (13)
die Wäsche zu behandeln, und wobei eine Abwärmesammeleinrichtung (14) vorgesehen ist,
über die die Abwärme jeder der Wäschebehandlungsautomaten (10, 11, 12) aufnehmbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine zentrale Wärmepumpe (15) eingerichtet ist, die eine Verdampfereinheit (16) und
eine Kondensatoreinheit (17) aufweist, wobei die Verdampfereinheit (16) an die Abwärmesammeleinrichtung
(14) angeschlossen ist und wobei die Kondensatoreinheit (17) zur Bereitstellung des
Heißdampfes (13) eingerichtet ist, wobei ein zentraler Heißdampfspeicher (18) zur
Speicherung des Heißdampfes (13) vorgesehen ist, wobei eine Wasserleitung (19) an
die Kondensatoreinheit (17) und eine Dampfleitung (20) von der Kondensatoreinheit
(17) an den Heißdampfspeicher (18) eingerichtet sind.
2. Wäschereisystem (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Abwärmespeicher (21) eingerichtet ist, in den über die Abwärmesammeleinrichtung
(14) Abwasser und/oder Fortluft der Wäschebehandlungsautomaten (10, 11, 12) führbar
und in diesem speicherbar sind und wobei aus dem Abwärmespeicher (21) Abwasser und/oder
Fortluft an die Verdampfereinheit (16) führbar sind.
3. Wäschereisystem (100) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die gesammelte Abwärme der Wäschebehandlungsautomaten (10, 11, 12) eine Temperatur
von 65°C bis 75°C und/oder von 70°C aufweist und/oder dass die Temperatur des mit
der Kondensatoreinheit (17) über die Dampfleitung (20) bereitstellbaren Heißdampfes
(13) eine Temperatur von 135°C bis 165°C und/oder von 150°C aufweist.
4. Wäschereisystem (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Thermobatterie (22) zur Wärmespeicherung eingereicht ist, mit der Heißdampf
(13) an den zentralen Heißdampfspeicher (18) bereitstellbar ist.
5. Wäschereisystem (100) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Heißdampfspeicher (18) aus der Wärmepumpe (15) und aus der Thermobatterie (22)
gleichzeitig, wahlweise oder wechselweise mit Heißdampf (13) speisbar ist.
6. Wäschereisystem (100) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das aus der Verdampfereinheit (16) wieder austretende Wasser zur Verdampfung an die
Kondensatoreinheit (17) überführbar ist, um in dieser zu verdampfen und einen geschlossenen
Kreislauf zu bilden.
7. Wäschereisystem (100) nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Steuereinrichtung (39) eingerichtet ist, die über eine Datenleitung (41) zum
Empfang von Verfügbarkeitsinformationen über die Verfügbarkeit von regenerativer Energie
und/oder konventioneller Energie ausgebildet ist und/oder dass die Steuereinrichtung
(39) ein KI-Modulaufweist.
8. Wäschereisystem (100) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (39) zur Steuerung der Wärmepumpe (15) und/oder des Zustroms
von Abwasser und/oder Fortluft an die Wärmepumpe (15) und/oder der Überführung des
Heißdampfes (13) von der Wärmepumpe (15) an den Heißdampfspeicher (18) und/oder des
Heißdampfes (13) von der Thermobatterie (22) an den Heißdampfspeicher (18) eingerichtet
ist.
9. Wäschereisystem (100) nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Abwassersammelleitung (14) zwischen dem Abwärmespeicher (21) und der Wärmepumpe
(15) ein Ventil (28) und/oder in der Dampfleitung (20) zwischen der Wärmepumpe (15)
und dem Heißdampfspeicher (18) ein Ventil (29) und/oder in der Dampfleitung zwischen
der Thermobatterie (22) und dem Heißdampfspeicher (18) ein Ventil (30) und/oder in
der elektrischen Leitung zwischen den Energiequellen (32, 33, 34, 35) eine elektrische
Schaltstelle (31) eingerichtet sind, wobei die Ventile (28, 29, 30) und die elektrische
Schaltstelle (31) jeweils von der Steuereinrichtung (39) ansteuerbar sind.
10. Verfahren zum Betrieb eines Wäschereisystems (100) zur energiereduzierten Behandlung
von Wäsche, umfassend mehrere Wäschebehandlungsautomaten (10, 11, 12), mittels der
die Wäsche mit Heißdampf (13) behandelt wird, und wobei eine Abwärmesammeleinrichtung
(14) eingerichtet wird, über die die Abwärme jeder der Wäschebehandlungsautomaten
(10, 11, 12) aufgenommen wird, und wobei das Verfahren wenigstens die folgenden weiteren
Schritte aufweist:
- Einrichten einer zentralen Wärmepumpe (15), die eine Verdampfereinheit (16) und
eine Kondensatoreinheit (17) aufweist;
- Anschließen der Abwärmesammeleinrichtung (14) an die Verdampfereinheit (16) und
- Erzeugen von Heißdampf (13) mit der Kondensatoreinheit (17) der zentralen Wärmepumpe
(15) und
- Bereitstellen des zentral erzeugten Heißdampfes (13) an die Wäschebehandlungsautomaten
(10, 11, 12),
- Einrichten eines zentralen Heißdampfspeichers (18) zur Speicherung des Heißdampfes
(13), wobei Wasser über eine Wasserleitung (19) der Kondensatoreinheit (17) zugeführt
und in dieser verdampft wird und
- Einrichten einer Dampfleitung (20) von der Kondensatoreinheit (17) an den zentralen
Heißdampfspeicher (18), mittels der der erzeugte Heißdampf (13) von der Kondensatoreinheit
(17) an den Heißdampfspeicher (18) überführt und in diesem gespeichert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Thermobatterie (22) zur Wärmespeicherung eingereicht wird, mit der Heißdampf
(13) an den Heißdampfspeicher (18) bereitgestellt wird, wobei der Heißdampfspeicher
(18) aus der Wärmepumpe (15) mit Heißdampf (13) und gleichzeitig, wahlweise oder wechselweise
auch aus der Thermobatterie (22) mit Heißdampf (13) gespeist wird.