[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zum Steamcracken.
Hintergrund
[0003] Zum Steamcracken werden Dampfspaltanlagen mit sogenannten Spaltöfen (engl. Cracking
Furnaces) eingesetzt. Diese Spaltöfen können auch in einer oder in mehreren Gruppen
bereitgestellt und unter unterschiedlichen Bedingungen betrieben bzw. mit unterschiedlichen
Einsätzen (engl. Feeds) beschickt werden. Bekannte Spaltöfen weisen typischerweise
eine sogenannte Konvektionszone (engl. Convection Section) und eine sogenannte Strahlungszone
(engl. Radiant Section) auf. Die Strahlungszone wird mittels zumindest bodenseitig
angeordneten Brennern befeuert. Rauchgase aus der Strahlungszone strömen über die
Konvektionszone ab.
[0004] Die Konvektionszone dient typischerweise zum Vorheizen von Kesselspeisewasser, zum
Erzeugen bzw. weiteren Erwärmen von Dampf und/oder zum Vorheizen des Reaktionseinsatzes
bzw. zum weiteren Erwärmen eines Gemischs aus Reaktionseinsatz und Dampf. Hierzu werden
entsprechende Rohrbündel durch die Konvektionszone geführt. Das Gemisch aus Reaktionseinsatz
und Dampf wird zur Umsetzung in sogenannten Spaltrohren (engl. Coils) durch die Strahlungszone
geführt. Die Spaltrohre können in unterschiedlichen, in der Fachliteratur beschriebenen
Konfigurationen und Anordnungen bereitgestellt sein.
[0005] Das über die erwähnten Spaltrohre aus der Strahlungszone ausgeführte sogenannte Spaltgas
(engl. Cracked Gas), das zunächst auf einer Temperatur von typischerweise 750 bis
875 °C vorliegt, muss, um die ablaufenden Reaktionen möglichst rasch zum Stillstand
zu bringen und damit eine übermäßige Bildung von unerwünschten Nebenprodukten zu verhindern,
möglichst rasch abgekühlt werden. Zur Abkühlung des Spaltgases dienen dabei sogenannte
Quenchwärmetauscher, die nachfolgend auch unter dem Begriff "Spaltgaskühler" zusammengefasst
werden. Unterschiedliche Bauformen sind in der Fachliteratur beschrieben.
[0006] In der
EP 3 415 587 A1 wird ein modifizierter Aufbau der Konvektionszone und der Quenchwärmetauscher für
befeuerte Öfen mit Luftvorwärmung vorgeschlagen, bei dem ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen
und Prozessdampf direkt vor der Einspeisung in die Reaktionsrohre in der Strahlungszone
gegen Spaltgas direkt nach der Entnahme aus den Reaktionsrohren in einem Spaltgaskühler
erhitzt wird.
[0007] Es besteht weiterhin der Bedarf nach Verbesserungen bei entsprechenden Verfahren
und Anlagen zum Steamcracken, die bestimmte Nachteile herkömmlicher Verfahren überwinden
und insbesondere energetische Vorteile liefern.
Kurzbeschreibung
[0008] Vor diesem Hintergrund werden ein Verfahren und eine Anlage zum Dampfspalten mit
den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche vorgeschlagen. Ausgestaltungen der
vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche und der nachfolgenden
Beschreibung.
[0009] Die vorliegende Erfindung und ihre Ausgestaltungen schlagen Varianten einer Prozessführung
in einem befeuerten Spaltofen vor, die eine erhebliche Minimierung des Heizgasverbrauchs
bzw. der Unterfeuerungsleistung (und damit einhergehende Emissionen, insbesondere
von Kohlendioxid) von über 30%, verglichen mit einem konventionellen Spaltofen, ermöglichen.
[0010] Kombiniert mit kohlenstofffreiem Heizgas (blauer oder grüner Wasserstoff oder Ammoniak)
und einer Kompensation der reduzierten Dampfproduktion mittels elektrischen statt
Dampfturbinenantrieben (grüner Strom) kann eine teilweise bis weitestgehend kohlendioxidemissionsfreie
und nachhaltige Produktion von Ethylen und optional anderen Olefinen erreicht werden.
[0011] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung und ihrer Ausgestaltungen werden dabei insbesondere
eine Verbrennungsluftvorwärmung und eine Spaltgaskühlung gegen ein Reaktionseinsatzgemisch
(d.h. die Verwendung eines Feed-Effluent-Wärmetauschers; engl. Feed Effluent Heat
Exchanger, FEHE bzw. FEX) vorgeschlagen. Besondere Verbesserungen umfassen in Ausgestaltungen
der Erfindung die Darstellung von sehr hohen Luftvorwärmtemperaturen (etwa 400 bis
700°C) bei der Verbrennungsluftvorwärmung, wobei in entsprechenden Ausgestaltungen
insbesondere eine (indirekte) Spaltgaswärmeintegration und eine Rauchgasnutzung über
konventionelle Bündel (Rohrbündel) direkt am Spaltofen, d.h. innerhalb der Konvektionszone,
möglich ist.
[0012] Die vorgeschlagene Spaltgaskühlung ermöglicht dabei insbesondere ein Vermeiden und
Minimieren offensichtlicher und erwarteter Nachteile, Schwierigkeiten, Aufwand und
Risiken bekannter Verfahren und Anlagen. Dazu wird eine erhöhte Flexibilität und Erweiterung
des Einsatzbereichs bei möglichst hoher Heizgaseinsparung erreicht.
[0013] Die Erfindung und ihre Ausgestaltungen umfassen die Vermeidung neuer und zusätzlicher
Prozessrisiken, insbesondere bezüglich Selektivitätsverlusten, Precracking, d.h. unerwünschter
zu früher Spaltvorgänge, Verkokung, Ofenlaufzeit, Design- und Flexibilitätseinschränkungen.
Die Erfindung und ihre Ausgestaltungen können dabei konventionelle oder demgegenüber
nur geringfügig abgeänderte Prozessparameter (Feedvordruck, Prozessdampfvordruck,
prozessseitiger Druckverlust) umfassen. Der Begriff "konventionell" soll dabei insbesondere
einen Betrieb im Rahmen typischer, insbesondere bekannter, Prozessparameterbereiche
bezeichnen.
[0014] In Ausgestaltungen der Erfindung kann dabei eine konventionelle Ofenbauweise erfolgen,
wobei entsprechende Spaltöfen insbesondere eine konventionelle Konvektionszone mit
Rauchgasbündeln (nachfolgend auch einfach als "Rohrbündel" oder "Bündel" bezeichnet)
in der Konvektionszone aufweisen. Eine Spaltgaskühlung kann in konventionellen Wärmeübertragern
(Linearkühler oder Wärmeübertrager vom Geradrohrtyp) erfolgen. Eine Minimierung des
baulichem Aufwands für Zusatzapparate, Regelung und Instrumentierung und an den Apparaten
selbst, insbesondere hinsichtlich der Wärmeübertragerflächen, ist in Ausgestaltungen
der Erfindung möglich. Ferner kann die Verwendung zusätzlicher, externer Wärmequellen
vermieden und damit die Ofenautarkie erhalten werden.
[0015] Ausgestaltungen der Erfindung vermeiden darüber hinaus klassische (große, aufwändige)
Verbrennungsluftvorwärmer für die Erwärmung von Frischluft mit Rauchgas, sowie ein
unkonventionelles und damit aufwändiges Spaltgaskühlerdesign. Sie ermöglichen dabei
aber dennoch erhebliche (Mehr-)Einsparungen bzw. hohe Luftvorwärmtemperaturen.
[0016] Für elektrisch beheizte Spaltöfen, deren Einsatzvorwärmung ohne Rauchgasabwärme erfolgen
muss, kann mit der vorgeschlagenen dreistufigen Spaltgaskühlung eine vorteilhafte
Balance der Wärmeintegration zwischen Nutzen, Aufwand und Risiken erreicht werden,
und zwar insbesondere trotz konventioneller Ausführung der Kühler. Bei elektrisch
beheizten Spaltöfen ist ein hoher Grad von Wärmeintegration hinsichtlich des Spaltgases
vorteilhaft, da wegen fehlendem Rauchgas dies die einzig verbliebene interne Wärmequelle
mit (erforderlichem) hohen Temperaturniveau ist. Es handelt sich um einen Ansatz,
der eine Integration der verfügbaren Spaltgaswärme von bis zu 80% der maximalen, mit
maximal möglichem Aufwand realisierbaren Integration für die Einsatzvorwärmung ermöglicht.
Es handelt sich also um eine sogenannte 80%-Lösung, bei der mit 20% Aufwand 80% Nutzen
erzielt wird.
[0017] Zusätzlich wird eine elegante, einfache Verschaltung zur Nutzung der Spaltgaswärme
zur Luftvorwärmung an befeuerten Spaltöfen mit Gaseinsatz vorgeschlagen (indirekt
über Speisewasser, bis ca. 300 °C).
[0018] Neben der vorteilhaften Nutzung von Spaltgasabwärme wird damit gegenüber einer klassischen
Luftvorwärmung mittels Rauchgas eine besonders kompakte Bauweise und flexible Aufstellung
erreicht.
[0019] Erreicht werden diese Vorteile in einem Verfahren zum Steamcracken, wobei ein Einsatzgemisch,
das einen oder mehrere Kohlenwasserstoffe und Dampf enthält, einem Spaltofen zugeführt
wird, wobei dem Spaltofen ein Spaltgas entnommen wird, wobei das Spaltgas oder ein
Teil hiervon einer Spaltgaskühlung unterworfen wird, wobei die Spaltgaskühlung unter
Verwendung eines primären Spaltgaskühlers, eines sekundären Spaltgaskühlers und eines
tertiären Spaltgaskühlers durchgeführt wird, und wobei der sekundäre Spaltgaskühler
stromab des primären Spaltgaskühlers und der tertiäre Spaltgaskühler stromab des sekundären
Spaltgaskühlers angeordnet ist. Nachfolgend ist dabei auch von einem "sandwichartig"
zwischen dem primären und tertiären Spaltgaskühlern angeordneten sekundären Spaltgaskühler,
einem Feed-Effluent-Wärmetauscher oder Feed-Effluent-Wärmeübertrager die Rede.
[0020] In dem vorgeschlagenen Verfahren wird das Einsatzgemisch oder ein Teil hiervon mittels
des sekundären Spaltgaskühlers erwärmt.
[0021] Die Erfindung kombiniert in nachfolgend beschriebenen Aspekten und entsprechenden
Ausgestaltungen insbesondere folgende Elemente für einen gefeuerten Spaltofen:
Ein mehrstufiges Luftvorwärmsystem mit mindestens einem Luftvorwärmer extern der Konvektionszone
und insbesondere indirekt gegen die Spaltgaskühlung (über Sattdampf bzw. heißes Kesselspeisewasser,
insbesondere aus dem tertären Spaltgaskühler oder einer Dampftrommel kann vorgesehen
sein. Ein weiterer Luftvorwärmer kann insbesondere als konventionelles Bündel in der
Konvektionszone vorgesehen sein und mittels Rauchgas erwärmt werden. Hiermit können
in weiteren Ausgestaltungen zusätzliche Vorwärmstufen und Medien (ggf. auch externe
Medien, Wärmequellen und dergleichen) kombiniert werden.
[0022] Ferner kann in dieser oder anderen Ausgestaltungen eine mehrstufige Spaltgaskühlung
für befeuerte und elektrisch beheizte Spaltöfen mit mindestens einem zwischenliegenden
Feed-Effluent-Wärmetauscher (in der erwähnten SandwichAnordnung) vorgesehen sein.
Hierbei kann ein vorgeschalteter Dampferzeuger, ein nachgeschalter Dampferzeuger oder
ein Kesselspeisewasseranwärmer oder anderes bereitgestellt sein. Der zwischenliegende
Feed-Effluent-Wärmetauscher, d.h. der zweite Spaltgaskühler, kann insbesondere für
die nachfolgend angegebenen Temperaturbereiche für Spaltgas bzw. Einsatz eingerichtet
sein.
[0023] Der Feed-Effluent-Wärmetauscher, und damit der sekundäre Spaltgaskühler, kann insbesondere
in Form eines konventionelle Wärmeübertragers ausgebildet sein, beispielsweise als
Geradrohr-Wärmetauscher, insbesondere entsprechend oder angelehnt an den TEMA-Standard.
Auch Doppelrohrtypen (mit oder ohne Längsberippung) können verwendet werden, ebenso
wie an sich bekannte Sonderbauformen (z.B. Hairpin-Wärmeübertrager).
[0024] In Ausgestaltungen der Erfindung kann insbesondere eine Kombination und Verschaltung
der vorstehend erwähnten Aspekte (Luftvorwärmung mehrstufig, davon mindestens ein
Luftvorwärmer als Bündel in der Konvektionszone und mehrstufige Spaltgaskühlung mit
Feed-Effluent-Wärmeübertrager) für verschiedene Ofentypen mit weiteren Varianten/Ergänzungen
vorgesehen sein.
[0025] In alternativen Ausgestaltungen kann auch eine einstufige Luftvorwärmung gegen Speisewasser
(insbesondere für einen Spaltofen für Gaseinsatz) vorgesehen sein, insbesondere im
Prozessweg von der Ofengrenze (bzw. einer Kesselspeisewasserpumpe) zur Dampftrommel.
Der Weg enthält dabei mindestens den letzten Spaltgaskühler (typischerweise den tertiären
Spaltgaskühler).
[0026] In weiteren Ausgestaltungen der Erfindung können vor- und/oder nachgeschaltete Vorwärmbündel
(Economizerbündel) in der Konvektionszone vorgesehen sein. Die Reihenfolge kann dabei
insbesondere (ausgehend beispielsweise von einer Kesselspeisewasserpumpe) das Economizerbündel,
danach den tertiären Spaltgaskühler, den Luftvorwärmer und ein weiteres Economizerbündel
umfassen
[0027] In Ausgestaltungen der Erfindung ist auch eine Heizgasvorwärmung möglich, und zwar
parallel zur ersten Stufe der Luftvorwärmung (gegen Sattdampf oder Kesselspeisewasser)
oder als Konvektionszonenbündel.
[0028] Vorgeschlagen wird, nochmals zusammengefasst, ein dreistufiges Spaltgaskühlersystem
mit Primär-, Sekundär und Tertiärkühler, wobei der Sekundärkühler zur Überhitzung
von Einsatz und Dampf dient. Die SandwichAnordnung des Sekundärkühler zwischen vor-
und nachgelagertem Primär- und Tertiärkühler ermöglicht die Verwendung eines konventionellen,
vorgeschalteten Primärkühlers (Linear- oder Geradrohrdampferzeuger) und vermeidet
Selektivitätsverluste sowie Laufzeitverluste durch zu schnelles Verkoken. Ein konventioneller
nachgeschalteter Tertiärkühler kann verwendet werden (als Geradrohrtauscher zur Dampferzeugung
oder als Kesselspeisewasservorwärmer). Es kann damit auf bewährte, effiziente Kühloptionen
am kalten Spaltgasende bei flexiblem Temperaturfenster des Sekundärkühlers zurückgegriffen
werden. Es erfolgt eine direkte Reduzierung der Dampfproduktion für gefeuerte Öfen
und eine bessere Ausnutzung des hohen Spaltgastemperaturniveaus gegenüber der Dampferzeugung.
Ein prozesskritischer Gesamtdruckverlust (z.B. 150 bis 200 mbar) der Spaltgaskühlung
wird durch entsprechendes Design in Ausgestaltungen der Erfindung nicht oder nur kaum
erhöht. Eine speiseseitige Vorwärmstrecke kann so realisiert werden, dass die Druckverluste
nicht höher sind als bei konventionellen Anlagen. Feedseitig entspricht der Druckverlust
des Tauschers (incl. Verrohrung) etwa dem, was ein gleichwertiges Bündel benötigt
(in einem Bereich von bspw. 300 bis 1000 mbar).
[0029] Auch ein anpassbares Temperaturfenster durch entsprechende vor- und nachgelagerte
Kühlung kann vorgesehen sein, wodurch eine an Wärmemenge an Rahmenbedingungen oder
Prozessanforderungen anpassbar wird. Die Verkokung wird dabei spaltgasseitig durch
Wahl des Temperaturfensters minimiert. Auch kann hierdurch ein Precracking vermieden
werden. Es ergeben sich ferner eine erhöhte Flexibilität und Vorteile bei der baulichen
Ausführung (Wärmetauscherfläche, Materialwahl) durch die Wahl des Temperaturfensters.
Durch die vorgeschlagene Verschaltung und die daraus resultierenden Temperaturfenster
kann eine deutliche Reduzierung der Baulänge erfolgen, die ohne einen nachfolgenden
Tertiärkühler nicht möglich wäre. Typuische Beispiele sind 6 bis 8 m Baulänge gegenüber
14 bis 20 m Baulänge.
[0030] Das Verhalten über die Laufzeit kann in Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung
vergleichbar zu den herkömmlichen Konvektionszonenbündeln wegen des positiven Verkokungsverhaltens
sein. Es ist keine Regelung erforderlich.
[0031] In Ausgestaltungen der Erfindung können die Kohlenwasserstoffe in dem Einsatzgemisch
zu einem Anteil von mehr als 90% einen Siedebereich von 35 bis 400 °C aufweisen, also
insbesondere aus Naphtha oder Gasöl stammen bzw. entsprechenden Schnitten entsprechen,
wobei der sekundäre Spaltgaskühler mit einer Spaltgaseintrittstemperatur von 550 bis
650 °C, insbesondere ca. 610 °C, einer Spaltgasaustrittstemperatur von 420 bis 520
°C, insbesondere ca. 460 °C, einer Einsatzgemischeintrittstemperatur von 270 bis 330
°C, insbesondere ca. 310 °C, und einer Einsatzgemischaustrittstemperatur von 400 bis
535 °C, insbesondere ca. 460 °C, betrieben wird.
[0032] In anderen Ausgestaltungen der Erfindung können die Kohlenwasserstoffe in dem Einsatzgemisch
zu einem Anteil von mehr als 90% einen Siedebereich von weniger als 35 °C aufweisen
und insbesondere Ethan oder Propan umfassen, wobei der sekundäre Spaltgaskühler mit
einer Spaltgaseintrittstemperatur von 580 bis 650 °C, insbesondere ca. 610 °C oder
auch 580 bis 680 °C, insbesondere ca. 630 °C, einer Spaltgasaustrittstemperatur von
300 bis 450 °C, insbesondere ca. 370 °C oder auch 300 bis 550 °C, insbesondere ca.
360 °C, einer Einsatzgemischeintrittstemperatur von 180 bis 240 °C, insbesondere ca.
215 °C, und einer Einsatzgemischaustrittstemperatur von 400 bis 535 °C, insbesondere
ca. 485 °C, betrieben wird.
[0033] Die genannten Bereiche stellen dabei die während der Laufzeit verwendeten Temperaturbereiche
in Anbetracht der gewünschten Leistung (20 bis 50%) dar und können in entsprechender
Weise gewählt oder angepasst werden.
[0034] In dem vorgeschlagenen Verfahren kann als der sekundäre Spaltgaskühler ein Geradrohrwärmeübertrager
mit rohrseitiger Spaltgasführung verwendet werden. Rohre des sekundären Spaltgaskühlers
können dabei einen Außendurchmesser von 40 bis 50 mm und eine Rohrlänge von bis zu
12 m aufweisen und/oder der sekundäre Spaltgaskühler kann mit einem Druckverlust von
10 bis 60 mbar und/oder bei bis zu 80% Schallgeschwindigkeit betrieben werden.
[0035] In entsprechenden Ausgestaltungen wird ein besonders effizienter Gegenstromtauscher
geschaffen. Ein Wärmetauscher nach dem TEMA-Standard (Tubular Exchanger Manufacturers
Association) im sogenannten No-Tube-in-Window-Design mit vorteilhafter Quer-Längsströmung,
Vermeidung von Hotspots/Pre-Cracking und vorteilhaftem Verhalten hinsichtlich Schwingungen
ist möglich, ebenso wie die Verwendung von Ein- und Austrittskonen, um Blockaden der
Spaltgasrohre durch Ablagerungen von Kokspartikeln zu vermeiden. In einem Wärmetauscher
mit einem No-Tube-in-Window Design sind die Rohre in den Umlenkblechen so angeordnet,
dass sie immer nur eine reine Queranströmung des kühlenden Mediums erfahren. Auf diese
Weise kann der Wärmeaustausch in Stagnationszonen und Verwirbelungsbereichen und daher
auch Fouling oder Precracking vermieden werden. Zum fachmännischen Verständnis kann
auf entsprechende Fachbücher, beispielsweise
R.K. Shah und D.P. Sekulic, "Fundamentals of Heat Exchanger Design", John Wiley &
Sons, 2003, Seiten 18 und 19, verwiesen werden.
[0036] Ein niedriger Prozessseitiger Druck (Mantelraum) ermöglicht Kompensatoren zur Vermeidung
von Thermospannungen. Der Vorteil gegenüber einem primären Feed-Effluent-Spaltgaskühler
ist insbesondere, dass kein erhöhter Druckverlust vorliegt, weil keine hohe Abkühlrate
mehr erforderlich ist (was bei Gas-Gas-Tauschern nur über druckverlustintensive Maßnahmen
erreichbar ist). Auch eine Ausbildung als (Linear-)Doppelrohr oder andere bekannte
Ausführungen sind möglich. Dies ermöglicht eine einfache oder mehrfache Ausführung
je nach Anforderung (Prozess, Mechanik, Aufstellung etc.).
[0037] In dem Verfahren kann der Spaltofen unter Verwendung eines Brenngases betrieben werden,
das mit Verbrennungsluft verbrannt wird, wobei die Verbrennungsluft oder ein Teil
hiervon einer Verbrennungsluftvorwärmung unterworfen wird.
[0038] In der Strahlungszone werden den Spaltrohren über direkte Beheizung die Wärme für
die Spaltreaktion zugeführt. Die Wärmebilanz der Strahlungszone des Ofens wird bestimmt
durch den Wärmebedarf für die gewünschte Spaltreaktion und dem Strahlungszonenwirkungsgrad.
Der Strahlungszonenwirkungsgrad ergibt sich vornehmlich aus der Luftvorwärmtemperatur
und Heizgasqualität (bei typischem Luftüberschuss von 10%, gewählter Geometrie und
Feuerungskonzept).
[0039] Typischerweise werden die Spaltöfen vornehmlich mit Restgas unterfeuert. Für Flüssigeinsatz
ist dies gewöhnlich eine methanreiche Fraktion, bei Gaseinsatz eine Methan/Wasserstofffraktion.
Im Hinblick auf Dekarbonisierungsbemühungen sind die Beispielrechnungen mit wasserstoffreichem
bzw. ausschließlich aus Wasserstoff bestehenden Heizgas betrachtet. Damit einher geht
eine (zusätzliche) Erhöhung des Strahlungszonenwirkungsgrads. Dies ist konservativ
im Sinne der Betrachtung der Konvektionszone und des sekundären Spaltgaskühlers und
geht einher mit weniger hohen Luftvorwärmtemperaturen (bezogen auf Einsparung). Die
Zumischung von Ammoniak ins Heizgas ist auch darstellbar.
[0040] In Ausgestaltungen der Erfindung kann die Verbrennungsluftvorwärmung unter Verwendung
eines außerhalb einer Konvektionszone des Spaltofens angeordneten Luftvorwärmers und
danach unter Verwendung eines Luftvorwärmers in der Konvektionszone erwärmt werden.
Weitere Details und Vorteile sind oben angegeben.
[0041] Die Verbrennungsluftvorwärmung kann unter Verwendung des Luftvorwärmers in der Konvektionszone
auf eine Temperatur von mehr als 400 °C, insbesondere bis 600 °C oder bis zu 700,
750 oder 800 °C, durchgeführt werden.
[0042] In Ausgestaltungen der Erfindung kann der außerhalb der Konvektionszone angeordnete
Luftvorwärmer unter Verwendung von Kesselspeisewasser betrieben werden, das unter
Verwendung des tertiären Spaltgaskühlers erwärmt wird. Auch das Brenngas oder ein
Teil hiervon kann unter Verwendung von Kesselspeisewasser vorgewärmt werden, das seinerseits
dann unter Verwendung des tertiären Spaltgaskühlers erwärmt wird.
[0043] Das Brenngas kann einen Wasserstoffgehalt von mehr als 90% aufweisen oder es kann
sich, wie erwähnt, um reinen Wasserstoff handeln. Das Brenngas kann zu einem Anteil
von 70 bis 80%, beispielsweise 77%, mittels Bodenbrennern und in einem verbleibenden
Anteil mittels Seitenwandbrennern verfeuert werden. Durch die mögliche hohe Luftvorwärmtemperatur
im Luftvorwärmer in der Konvektionszone kann die aufwändige Luft-Zuführung zu vielen/kleinen
Seitenwandbrennern vermieden werden. In hier vorgeschlagenen Ausgestaltungen wird
die Verbrennungsluft der Seitenwandbrenner typischerweise unvorgewärmt verwendet,
wohingegen für die Bodenbrenner eine zumindest teilweise Luftvorwärmung erfolgt. Insbesondere
Neuanlagen werden zunehmend mit reiner Bodenfeuerung realisiert, aber viele Bestandsöfen
weisen eine Mischfeuerung mit 30 bis 40% Seitenwand-Brennerleistung auf. Das hier
vorgeschlagene Konzept ermöglicht daher auch ein erhebliches Einsparpotenzial bei
Nachrüstung bei vertretbarem Umbauaufwand
[0044] Beispiele umfassen damit eine Mischfeuerung im Verhältnis zu 77/23 von Boden zu Wand.
Eine Zufuhr vorgewärmter Zwangsluft kann dabei nur zu Bodenbrennern (in einem Temperaturbereich
um 555 °C) erfolgen. Eine Zufuhr (unerwärmter) Frischluft zu den Seitenwandbrennern
ergibt eine gemittelte Luftvorwärmtemperatur von im Beispiel um 430 °C. Die Einsparung
von 30 bis 40% Heizgas bzw.
[0045] Unterfeuerungsleistung wird erreicht über einen Strahlungszonenwirkungsgrad von 50
bis 55% und eine Luftvorwärmung auf 400 bis 600 oder 700 °C.
[0046] Das vorgeschlagene Konzept und seine Ausgestaltungen ermöglichen eine flexible Ofenauslegung
zur Unterfeuerungseinsparung für eine typische Heizgasqualität (von vornehmlich Kohlenwasserstoffen
(Methan) bis vornehmlich/ausschließlich Wasserstoff) und übliche Feuerungsvarianten
(Bodenfeuerung, Mischfeuerung) sowie übliche Spaltrohrtypen. Eine entsprechend optimierte
Paarung von Wirkungsgrad und Luftvorwärmtemperatur lässt sich finden, unter den Nebenbedingungen
aus der Wärmebilanz um die Konvektionszone/Spaltgaskühlung.
[0047] In Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung kann der Spaltofen auch unter Verwendung
von elektrischem Strom erwärmt werden, wie insbesondere im Zusammenhang mit der Figurenbeschreibung
diskutiert.
[0048] Der Betrieb des sekundären Spaltgaskühlers in der vorgeschlagenen Weise ermöglicht
in entsprechenden elektrischen Spaltöfen ebenfalls die Ausnutzung der Spaltgaswärme
zur Einsatzerhitzung, durch die direkte Wärmeintegration auf möglichst hohem Temperaturniveau
erreicht wird. Damit wird die Vorwärmung gegen elektrischen Strom minimiert, und zwar
unter minimalen Prozessrisiken (bzgl. Selektivitätsverlust, steigender Verkokung oder
Precracking), und unter Einsatz konventioneller Wärmetauscher.
[0049] Die Dampferzeugung erfolgt in Ausgestaltungen im primären und tertiären Spaltgaskühler
(wobei der primäre Spaltgaskühler hier insbesondere als Linearkühler ausgebildet ist).
In den in den Figuren veranschaulichten Ausgestaltungen kann der dabei produzierte
Sattdampf in einem Einsatzvorwärmer, einem Verdünnungsdampfüberhitzer und einem Hochtemperaturbündel
zur Vorwärmung von Einsatz und ggf. Prozessdampf (bis ca.300°C) genutzt werden.
[0050] Wenn (insbesondere bei Umbau/Nachrüstung) die Wärmebilanz der Konvektionszone nicht
aufgeht, kann dies mit externen Wärmetauschern mit Sattdampf als Heizmedium ausgeglichen
werden. Aufgrund der Temperaturlimitierung des Dampfes bei etwa 330 °C ist dies stromauf
des Verdünnungsdampfüberhitzers möglich. Die resultierende erhöhte Prozessdampftemperatur
ist für die Verdampfung des Feeds vorteilhaft.
[0051] Zwischen einem Einsatzvorwärmer und einem Hochtemperaturbündel kann ein Flüssigeinsatz
noch zweiphasig vorliegen, so dass eine Vereinigung mit Dampf bei den erwähnten 330
°C ungünstig sein kann. Stromab des Hochtemperaturbündels kann ggf. ein "Boosten"
mit entsprechendem Dampf erfolgen, wenn man deutlich unter 300 °C landet. Dies ist
unproblematisch, da der feed hier rein gasförmig vorliegt.
[0052] Zusammengenommen wird ein Großteil der benötigten Einsatzerhitzung über Sattdampfnutzung
und bereitgestellt: So kann 70-80% der verfügbaren Spaltgaswärme mit moderatem/akzeptablem
FEX-Heizfläche für die Feed und Prozessdampfvorwärmung genutzt werden.. Das entspricht
etwa 80-90% dessen, was mit einem einzelnen, technisch komplexen Primär-FEX erreichbar
ist (unter der Annahme, dass auch bei diesem hohe Wandtemperaturen von >650-700°C
prozessseitig unbedingt vermieden werden sollen (wegen PreCracking und möglicher Verkokung).
Gegenüber einem sehr aufwändigen mehrstufigen Primär-FEX entspricht dies immer noch
75-80% Anmerkung zum Beispiel: Bei entsprechender Aufstellung (FPH, DSS und HTC über
der Dampftrommel) kann der Kondensat-Sammelbehälter und die Kondensat Rückführ-Pumpe
entfallen (gravitative Kondensat-Rückführung).
[0053] Die vorgeschlagene Anlage zum Steamcracken ist dafür eingerichtet, ein Einsatzgemisch,
das einen oder mehrere Kohlenwasserstoffe und Dampf enthält, einem Spaltofen zuzuführen,
dem Spaltofen ein Spaltgas zu entnehmen, das Spaltgas oder einen Teil hiervon einer
Spaltgaskühlung zu unterwerfen, und die Spaltgaskühlung unter Verwendung eines primären
Spaltgaskühlers, eines sekundären Spaltgaskühlers und eines tertiären Spaltgaskühlers
durchzuführen, wobei der sekundäre Spaltgaskühler stromab des primären Spaltgaskühlers
und der tertiäre Spaltgaskühler stromab des sekundären Spaltgaskühlers angeordnet
ist. Die Anlage ist dafür eingerichtet, das Einsatzgemisch oder einen Teil hiervon
mittels des sekundären Spaltgaskühlers zu erwärmen.
[0054] Zu weiteren Merkmalen und Vorteilen einer entsprechenden Anlage und Ausgestaltungen
hiervon sei auf die obigen Erläuterungen betreffend das erfindungsgemäß vorgeschlagene
Verfahren und seine Ausgestaltungen ausdrücklich verwiesen, da diese hierfür in gleicher
Weise gelten.
[0055] Entsprechendes gilt auch für eine Anlage, die gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung
dazu eingerichtet ist, ein Verfahren gemäß einer beliebigen Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung durchzuführen.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0056] Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend rein beispielhaft unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnung unter Erläuterung des technischen Hintergrunds beschrieben.
[0057] Figuren 1 bis 8 veranschaulichen dabei Verfahren gemäß Ausgestaltungen der Erfindung
und einer nicht erfindungsgemäßen Ausgestaltung.
Ausführungsformen der Erfindung
[0058] Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen werden lediglich zu dem Zweck beschrieben,
den Leser beim Verständnis der beanspruchten und zuvor erläuterten Merkmale zu unterstützen.
Sie stellen lediglich repräsentative Beispiele dar und sollen hinsichtlich der Merkmale
der Erfindung nicht abschließend und/oder beschränkend betrachtet werden. Es versteht
sich, dass die zuvor und nachfolgend beschriebenen Vorteile, Ausführungsformen, Beispiele,
Funktionen, Merkmale, Strukturen und/oder anderen Aspekte nicht als Beschränkungen
des Umfangs der Erfindung, wie er in den Ansprüchen definiert ist, oder als Beschränkungen
von Äquivalenten zu den Ansprüchen zu betrachten sind, und dass andere Ausführungsformen
verwendet und Änderungen vorgenommen werden können, ohne vom Umfang der beanspruchten
Erfindung abzuweichen.
[0059] Unterschiedliche Ausführungsformen der Erfindung können weitere zweckmäßige Kombinationen
der beschriebenen Elemente, Komponenten, Merkmale, Teile, Schritte, Mittel usw. umfassen,
aufweisen, aus ihnen bestehen oder im Wesentlichen aus ihnen bestehen, auch wenn solche
Kombinationen hier nicht spezifisch beschrieben sind. Darüber hinaus kann die Offenbarung
andere Erfindungen umfassen, die gegenwärtig nicht beansprucht sind, die aber in Zukunft
beansprucht werden können, insbesondere wenn sie vom Umfang der unabhängigen Ansprüche
umfasst sind.
[0060] Erläuterungen, die sich auf Vorrichtungen, Apparate, Anordnungen, Systeme usw. gemäß
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung beziehen, können auch für Verfahren,
Prozesse, Methoden usw. gemäß den Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung gelten
und umgekehrt. Gleiche, gleich wirkende, in ihrer Funktion einander entsprechende,
baulich identisch oder vergleichbar aufgebaute Elemente, Verfahrensschritte usw. können
mit identischen Bezugszeichen angegeben sein.
[0061] In den Figuren sind Anlagen gemäß Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung veranschaulicht
und insgesamt mit den nachfolgend jeweils angegebenen Bezugszeichen versehen. Diese
umfassen jeweils einen Spaltofen 10 mit einer Strahlungszone 11 und einer Konvektionszone
12.
[0062] In der Strahlungszone 11 sind Reaktionsrohre 111 bekannter Art angeordnet, in denen
ein Gemisch aus einem unten jeweils genauer spezifizierten Reaktionseinsatz und Dampf
erhitzt wird. In der Konvektionszone 11 sind, insbesondere an sich bekannter Form,
d.h. in Form von Rohrbündeln, Wärmetauscher und andere Einrichtungen angeordnet, die
ebenfalls unter Bezugnahme auf spezifische Ausgestaltungen weiter unten erläutert
werden. Durch die Konvektionszone 12 wird, von unten nach oben in der Zeichenebene,
ein Rauchgas geführt, das aus der Strahlungszone 11 ausgeleitet wird und in der Konvektionszone
12 abgekühlt wird.
[0063] Eine in Figur 1 veranschaulichte Anlage 100 ist für die Verarbeitung von flüssigen
Einsätzen wie Naphtha eingerichtet. Ein Einsatzstrom 1 wird dabei in einem Einsatzvorwärmer
121 von einer Temperatur von insbesondere ca. 110 °C (oder allgemeiner in einem Bereich
von 50 bis 130 °C, ggf. auch ca. 70 °C) auf eine Temperatur von insbesondere ca. 152
°C erwärmt, wobei das Rauchgas stromab des Einsatzvorwärmers 121 auf einer Temperatur
von insbesondere ca. 139 °C vorliegt.
[0064] Im Rauchgasstrom stromauf des Einsatzvorwärmers 121 ist eine Entstickungseinrichtung
122 angeordnet, wobei die Temperatur des Rauchgases stromauf der Entstickungseinrichtung
122 auf einer Temperatur von insbesondere ca. 306 °C vorliegt. Die hier konkret gennanten
Temperaturen sind Beispiele, die sich durch die konkreten Designrahmenbedingungen,
z.B. Rohrreihen, ergeben. Anzupeilen sind hier insbesondere etwa 250 bis 400 °C Prozesstemperatur,
insbesondere 300 bis 350 °C. Entsprechende Temperaturen sind evtl. auch herstellerabhängig.
Bei zu tiefen Temperaturen ist mehr Katalysator wegen der geringeren Aktivität nötig,
jenseits von 400 °C kommen Einschränkungen durch "Versinterung" zum Tragen, insbesondere
weil die Designtemperatur meist noch einen erheblichen Aufschlag bekommt. Eine Rückführleitung
mit einem Gebläse ist vorgesehen, um Rauchgas von stromab der Entstickungseinrichtung
122 nach stromauf der Entstickungseinrichtung 122 zurückzuführen. Diese ist nicht
gesondert bezeichnet.
[0065] Im Rauchgasstrom stromauf der Entstickungseinrichtung 122 ist ein erstes Hochtemperaturbündel
123 angeordnet, wobei die Temperatur des Rauchgases stromauf des ersten Hochtemperaturbündels
123 auf einer Temperatur von insbesondere ca. 438°C vorliegt. Im Rauchgasstrom stromauf
des ersten Hochtemperaturbündels 123 befindet sich ein Verdünnungsdampfüberhitzer
124, wobei die Temperatur des Rauchgases stromauf des Verdünnungsdampfüberhitzers
124 auf einer Temperatur von insbesondere ca. 510 °C vorliegt.
[0066] Verdünnungsdampf 2 wird optional mittels eines Dampfvorwärmers 13 von einer Temperatur
von insbesondere ca. 185 °C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 311 °C vorgewärmt,
danach in dem Verdünnungsdampfüberhitzer 124 auf eine Temperatur von insbesondere
ca. 456 °C überhitzt, danach mit dem in dem Einsatzvorwärmer 121 vorgewärmten Einsatz
1 vereinigt, und durch das erste Hochtemperaturbündel 123 geführt. Stromauf und/oder
stromab des Hochtemperaturbündels 123 können optional weitere Wärmetauscher vorgesehen
sein, die hier nicht gesondert bezeichnet sind.
[0067] Komponenten eines Dampfsystems umfassen einen ersten Dampfüberhitzer 125 und einen
zweiten Dampfüberhitzer 126. Sattdampf 3 aus einer Dampftrommel 14 wird dabei auf
einer Temperatur von insbesondere ca. 322 °C durch den ersten Dampfüberhitzer 125
geführt und auf eine Temperatur von insbesondere ca. 462 °C erwärmt. Nach einer Zuspeisung
von Kesselspeisewasser 4 reduziert sich die Temperatur auf insbesondere ca. 451 °C,
und der entsprechende Dampf wird in dem zweiten Dampfüberhitzer 126 auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 505 °C überhitzt. Er steht nun für beliebige Anwendungen zur
Verfügung.
[0068] Das Gemisch aus Einsatz 1 und Dampf 2, in Figur 1 mit 5 bezeichnet, liegt nach der
Erwärmung in dem ersten Hochtemperaturbündel 123 auf einer Temperatur von insbesondere
ca. 307 °C vor. In herkömmlichen Anlagen zum Steamcracken würde ein entsprechendes
Gemisch 5 nun durch ein zweites Hochtemperaturbündel geführt, das ebenfalls in der
Konvektionszone 12 angeordnet ist. Dieses ist in der Anlage 100 nicht der Fall. Eine
Einrichtung, die einem derartigen zweiten Hochtemperaturbündel entspricht, ist gleichwohl
in Form eines Luftvorwärmers 127 vorhanden, wobei die Temperatur des Rauchgases stromauf
des Luftvorwärmers 127 bei insbesondere ca. 803 °C und stromab hiervon, und damit
stromauf des zweiten Dampfüberhitzers 126, auf einer Temperatur von insbesondere ca.
655 °C liegt.
[0069] Verbrennungsluft 6 wird in einem extern der Konvektionszone 12 angeordneten weiteren
Luftvorwärmer 15 mit Sattdampf 9 aus der Dampftrommel 14 von einer Temperatur von
insbesondere ca. 15 °C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 302 °C erwärmt und
dann mittels des Luftvorwärmers 127 in der Konvektionszone 12 auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 555 °C weiter erhitzt. Die entsprechend erhitzte Verbrennungsluft
6 kann dann den Brennern, die die Strahlungszone 11 erwärmen, und welche hier nicht
gesondert veranschaulicht sind, zugeführt werden.
[0070] Die Erwärmung des Gemischs 5 aus Einsatz 1 und Verdünnungsdampf 2 erfolgt gegen den
Spaltgasstrom, wie unten erläutert, und erst dann in einem weiteren Hochtemperaturbündel
128, das hier, um eine Vergleichbarkeit mit herkömmlichen Anlagen zu vereinfachen,
als drittes Hochtemperaturbündel 128 bezeichnet wird, auch wenn in der hier veranschaulichten
Ausgestaltung kein klassisches zweites Hochtemperaturbündel zur Erwärmung des Gemischs
5 vorhanden ist. Eine Temperatur des Rauchgases in der Konvektionszone 12 stromauf
des dritten Hochtemperaturbündels 128 liegt bei insbesondere ca. 1099 °C. Die Temperatur
des Rauchgases in der Konvektionszone 12 stromab des dritten Hochtemperaturbündels
128 und stromauf des Luftvorwärmers 127 bei insbesondere ca. 803 °C.
[0071] In dem dritten Hochtemperaturbündel 128 wird das Gemisch 5 von einer Temperatur von
insbesondere ca. 461 °C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 621 °C erwärmt und
danach durch die Reaktionsrohre 111 in der Strahlungszone 11 geführt. Wie veranschaulicht,
wird in der Strahlungszone 11 die erhitzte Verbrennungsluft 6 eingesetzt, sowie Frischluft
7. Aus den Reaktionsrohren 111 in der Strahlungszone 11 wird ein Spaltgas 8 entnommen
in einer Spaltgaskühlung 16 abgekühlt.
[0072] Die Spaltgaskühlung 16 umfasst einen primären Spaltgaskühler 161, einen sekundären
Spaltgaskühler 162 und einen tertiären Spaltgaskühler 163, wobei das Spaltgas 8 stromauf
des primären Spaltgaskühlers 161 auf einer Temperatur von insbesondere ca. 861 °C,
stromab des primären Spaltgaskühlers 161 und stromauf des sekundären Spaltgaskühlers
162 auf einer Temperatur von insbesondere ca. 600 °C, stromab des sekundären Spaltgaskühlers
162 und stromauf des tertiären Spaltgaskühlers 163 auf einer Temperatur von insbesondere
ca. 455 °C, und stromab des tertiären Spaltgaskühlers 163 auf einer Temperatur von
insbesondere ca. 390 °C vorliegt.
[0073] Eine Kühlleistung des primären Spaltgaskühlers 161 liegt bei insbesondere ca. 16,9
MW, des sekundären Spaltgaskühlers 162 bei insbesondere ca. 8,3 MW und des tertiären
Spaltgaskühlers 163 bei insbesondere ca. 3,5 MW. Der primäre Spaltgaskühler 161 und
der tertiäre Spaltgaskühler 163 können insbesondere mit Kesselspeisewasser 9 aus der
Dampftrommel 14 betrieben werden. Durch den sekundären Spaltgaskühler 162 wird dagegen
das Gemisch 5 geführt, das dabei von einer Temperatur von insbesondere ca. 307 °C
auf die erwähnte Temperatur von insbesondere ca. 461 °C erwärmt wird.
[0074] Die Anlage 100 ist, wie erwähnt, für einen flüssigen Einsatz eingerichtet. Wie zuvor
mit anderen Worten erläutert, erfolgt eine zweistufige Luftvorwärmung, und zwar erst
extern der Konvektionszone 12 gegen Sattdampf 9 und danach in dem Luftvorwärmer 127
in der Konvektionszone 12. Die sekundäre Spaltgaskühlung in dem sekundären Spaltgaskühler
162 erfolgt gegen das vorgewärmte Gemisch 5 eingebettet zwischen den als klassische
Hochdruckdampferzeuger arbeitenden primären und tertiären Spaltgaskühlern 161 und
163.
[0075] Für komplexere Fälle (Einsatzflexibilität und Mischfeuerung) können hier als zusätzliche,
mögliche Elemente der Dampfvorwärmer 13 sowie die alternative bzw. zusätzliche Vorwärmung
des Gemischs Einsatz (z.B. gegen Sattdampf) in den erwähnten optionalen Wärmetauschern
stromauf und stromab des ersten Hochtemperaturbündels 123 vorgesehen sein.
[0076] Die in Figur 1 abgebildete Anordnung der Elemente in der Konvektionszone ist insbesondere
auf einen Luftvorwärmer 17 für eine hohe Vorwärmtemperatur optimiert. Die Anordnung
ist nicht zwingend, insbesondere der Verdünnungsdampfüberhitzer 124, die ersten und
zweiten Dampfüberhitzer 125 und 126, der Luftvorwärmer 17, und das dritte Hochtemperaturbündel
128 können auch in anderer Reihenfolge mit entsprechenden Vorteilen angeordnet sein.
So kann in einem ersten Beispiel die gesamte Verbrennungsluft vorgewärmt werden. Der
Luftvorwärmer 17 wird dabei insbesondere bei 400 bis 450 °C im Rauchgas angeordnet,
d.h. weiter oben. In einem zweiten Beispiel kann bei einer Luftvorwärmung auf mehr
als 600 °C oder aus mechanischen und/oder materialtechnischen Überlegungen der Luftvorwärmer
17 teilweise oder vollständig als unterstes Bündel sinnvoll sein (siehe auch Figur
5).
[0077] Auch eine Teilung der Bündel (wie beispielhaft mit den Hochdruckdampfüberhitzern
125 und 126 der Fall) sowie Stromtyp (Gegen- oder Gleichstrom), die sich aus Detailerwägungen
ergeben, und eine damit einhergehende Verschachtelung ist unter Umständen möglich
und vorteilhaft, hier aber nicht dargestellt.
[0078] Ein Economizerbündel (zur Speisewasservorwärmung) ist im vorgeschlagenen Konzept
der Anlage 100 nicht erforderlich und möglich, da keine Überschusswärme mehr vorhanden
ist. Für geringeren Strahlungszonenwirkungsgrad bzw. geringere Luftvorwärmung kann
ein solches sinnvoll eingesetzt werden (typischerweise vor und/oder nach dem Einsatzvorwärmer
11, nicht dargestellt).
[0079] Für schwerere und schwere Einsätze wird typischerweise mindestens eine weitere Mischstelle
für überhitzten Prozessdampf erforderlich. Diese kann z.B. zwischen den Teilen eines
geteilten ersten Hochdruckbündels oder auch nach dem sekundären Spaltgaskühler 162
angeordnet sein (nicht dargestellt).
[0080] Betriebsparameter der Anlage 100 können insbesondere einen Betrieb mit Naphtha als
Einsatz bei einer gemischten Befeuerung in einem Verhältnis von insbesondere ca. 77
zu 23 (prozentuale Anteile bezogen auf den unteren Heizwert), einen Strahlungszonenwirkungsgrad
von 54% bei 78 Molprozent Wasserstoff im Heizgas, eine Gesamtunterfeuerung von 73
MW, wobei 10 MW auf sensible Wärme (in der Verbrennungsluft 6) entfallen, eine genutzte
Wärmemenge von 40 MW in der Strahlungszone 11 und 29 MW in der Konvektionszone 12
umfassen.
[0081] Die Luftvorwärmung auf insbesondere ca. 555 °C betrifft die Verbrennungsluft 6, die
den Bodenbrennern in der Strahlungszone 11 zugeführt wird, im Mittel beträgt die Verbrennungslufttemperatur
insbesondere ca. 430 °C. Es kann beispielsweise Einsatz 1 in einer Menge von 48 t/h
mit einem Verhältnis von Propylen zu Ethylen von 0,45 verarbeitet werden. Dampf kann
in einer Menge von 22 t/h auf insbesondere ca. 115 bar und einer Temperatur von insbesondere
ca. 505 °C bereitgestellt werden.
[0082] Es ergibt sich gegenüber herkömmlichen Anlagen in der Anlage 100 insbesondere eine
Reduzierung der Unterfeuerungsleistung von 33% (bezogen auf den unteren Heizwert)
und eine um 64% reduzierte Menge von Hochdruckdampf.
[0083] Eine in Figur 2 veranschaulichte Anlage 200 ist für die Verarbeitung von gasförmigen
Einsätzen wie Ethan und anderen Gemischen eingerichtet, wobei ein entsprechender Einsatz
hier aber weiterhin mit 1 bezeichnet ist.
[0084] Hierbei ist in der Konvektionszone 12 stromauf des Einsatzvorwärmers 121 und stromab
der Entstickungseinrichtung 122 ein Economizerbündel 129 angeordnet. Ein Verdünnungsdampfüberhitzer
124 fehlt dagegen. Die Temperaturen des Rauchgases in der Konvektionszone 12 liegen
stromauf des dritten Hochtemperaturbündels 128 bei insbesondere ca. 1141 °C, stromab
hiervon und stromauf des Luftvorwärmers 127 bei insbesondere ca. 853 °C, stromab hiervon
und stromauf des zweiten Dampfüberhitzers 126 bei insbesondere ca. 624 °C, stromab
des ersten Dampfüberhitzers 125 und stromauf der Entstickungseinrichtung 122 bei insbesondere
ca. 376 °C, stromab des Economizerbündels 129 und stromauf des Einsatzvorwärmers 121
bei insbesondere ca. 259 °C, und stromab des Einsatzvorwärmers 121 bei insbesondere
ca. 100 °C.
[0085] Der Einsatz 1 wird in dem Einsatzvorwärmer 121 von einer Temperatur von insbesondere
ca. 70 °C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 210 °C erwärmt, bevor unter Erhalt
eines Gemischs, das auch hier mit 5 bezeichnet wird, Verdünnungsdampf 2 zugespeist
wird. Eine weitere Erwärmung des Gemischs 5 erfolgt auch hier in dem sekundären Spaltgaskühler
162, und zwar von einer Temperatur von insbesondere ca. 203 °C auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 483 °C. Die sich anschließende Erwärmung in dem dritten Hochtemperaturbündel
128 erfolgt auf eine Temperatur von insbesondere ca. 642 °C.
[0086] Das Spaltgas 8 wird den Reaktionsrohren 111 in der Strahlungszone 11 auf einer Temperatur
von insbesondere ca. 842 °C entnommen. Im primären Spaltgaskühler 161 erfolgt eine
Abkühlung auf insbesondere ca. 600 °C, im sekundären Spaltgaskühler 162 auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 355 °C, und im tertiären Spaltgaskühler 163 auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 180 °C. Eine Kühlleistung des primären Spaltgaskühlers 161 liegt
bei insbesondere ca. 15,1 MW, des sekundären Spaltgaskühlers 162 bei insbesondere
ca. 14,6 MW und des tertiären Spaltgaskühlers 163 bei insbesondere ca. 8,8 MW. Der
primäre Spaltgaskühler 161 kann insbesondere mit Kesselspeisewasser 9 aus der Dampftrommel
14 betrieben werden. Durch den sekundären Spaltgaskühler 162 wird wie zuvor das Gemisch
5 geführt.
[0087] Der tertiäre Spaltgaskühler 163 wird mit Kesselspeisewasser 4, insbesondere von der
Anlagengrenze, betrieben, das in dem tertiären Spaltgaskühler 163 von einer Temperatur
von insbesondere ca. 114 °C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 311 °C aufgeheizt
wird. Eine anschließende Abkühlung erfolgt in dem extern der Konvektionszone 12 angeordneten
weiteren Luftvorwärmer 15 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 175 °C, bevor das
Kesselspeisewasser 4 in dem Economizerbündel 129 eine Erwärmung auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 255 °C erfährt und anschließend in die Dampftrommel 14 eingespeist
werden kann. Die Dampftrommel 14 wird auf einem Druck von insbesondere ca. 120 bar
und einer Temperatur von insbesondere ca. 325 °C betrieben.
[0088] Der Sattdampf 3 aus der Dampftrommel 14 wird auf einer Temperatur von insbesondere
ca. 325 °C dem ersten Dampfüberhitzer 125 zugeführt und dort auf eine Temperatur von
insbesondere ca. 470 °C erwärmt. Nach einer Zuspeisung von Kesselspeisewasser 4 reduziert
sich die Temperatur auf insbesondere ca. 435 °C, und der entsprechende Dampf wird
in dem zweiten Dampfüberhitzer 126 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 515 °C
überhitzt.
[0089] Die Verbrennungsluft 6 wird in dem extern der Konvektionszone 12 angeordneten weiteren
Luftvorwärmer 15 von einer Temperatur von insbesondere ca. 15 °C auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 291 °C erwärmt, insbesondere gegen kondensierenden Sattdampf
aus der Dampftrommel 14, und dann mittels des Luftvorwärmers 127 in der Konvektionszone
12 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 600 °C weiter erhitzt. Die entsprechend
erhitzte Verbrennungsluft 6 kann dann den Brennern, die die Strahlungszone 11 erwärmen,
und welche hier nicht gesondert veranschaulicht sind, zugeführt werden.
[0090] Die in Anlage 200 realisierte Prozessführung für Gaseinsatz umfassen, mit anderen
Worten, eine erste Stufe der Verbrennungsluftvorwärmung in dem extern der Konvektionszone
12 angeordneten Luftvorwärmer 15 mit Speisewasser, das im tertiären Spaltgaskühler
163 erwärmt wurde, gefolgt von der Verbrennungsluftvorwärmung in dem Luftvorwärmer
127 in der Konvektionszone 12. Die Spaltgaskühlung in dem sekundären Spaltgaskühler
162 wird gegen das entsprechend erwärmte Gemisch 5 aus Einsatz 1 und Verdünnungsdampf
2 vorgenommen, eingebettet wiederum zwischen den in Form klassischer Hochdruckdampferzeuger
betriebenen primären und tertiären Spaltgaskühlern 161 und 163. Die erwünschte hohe
Luftvorwärmtemperatur von im Beispiel 600 °C wird günstigerweise über reine Bodenfeuerung
(große, wenige Brenner mit wenig Verrohrungsaufwand) ergänzt.
[0091] Das Beispiel erreicht bereits eine beachtliche Einsparung von insbesondere ca. 35%
Heizgas und ist dabei an keiner der üblichen Stellen kritisch. Es erfolgt eine ausreichende
Hochdruckdampfüberhitzung in den Hochdruckdampfüberhitzern 125 und 126, und es liegen
unkritische (Rohrwand-) Temperaturen in den Spaltgaskühlern 161, 162 und 163 bei ausreichender
Temperaturdifferenz für eine kompakte Bauweise vor. Dies gilt auch für die anderen
Einrichtungen in der Konvektionszone.
[0092] Betriebsparameter der Anlage 200 können insbesondere einen Betrieb mit Ethan als
Einsatz bei einer reinen Bodenfeuerung, eine Luftvorwärmung auf 600 °C, und einen
Strahlungszonenwirkungsgrad von 57% bei 100 Molprozent Wasserstoff als Heizgas umfassen.
Es kann beispielsweise Einsatz 1 in einer Menge von 51 t/h mit einer Umsetzung von
60% bearbeitet werden.
[0093] Es ergibt sich gegenüber herkömmlichen Anlagen in der Anlage 200 insbesondere eine
Reduzierung der Unterfeuerungsleistung von, wie erwähnt, 35% (bezogen auf den unteren
Heizwert) und eine um 53% reduzierte Menge von Hochdruckdampf.
[0094] Eine in Figur 3 veranschaulichte Anlage 300 ist für die Verarbeitung von gasförmigen
Einsätzen wie Propan und anderen Gemischen eingerichtet, wobei ein entsprechender
Einsatz hier noch immer mit 1 bezeichnet ist.
[0095] Hierbei sind in der Konvektionszone 12 stromauf des Einsatzvorwärmers 121 und stromab
der Entstickungseinrichtung 122 ein erstes Economizerbündel 129a und ein zweites Economizerbündel
129b angeordnet. Ein Verdünnungsdampfüberhitzer 124 fehlt wie in Anlage 200. Die Temperaturen
des Rauchgases in der Konvektionszone 12 entsprechen teilweise jenen der Anlage 200,
wobei eine Temperatur zwischen dem ersten Economizerbündel 129a und dem zweiten Economizerbündel
129b bei insbesondere ca. 307 °C liegen kann und eine Temperatur stromauf der Entstickungseinrichtung
122 und stromab des ersten Hochdruckdampfüberhitzers 125 bei insbesondere ca. 394
°C liegen kann.
[0096] Der Einsatz 1 wird in dem Einsatzvorwärmer 121 wie zu Anlage 200 angegeben erwärmt,
bevor unter Erhalt eines Gemischs, das auch hier mit 5 bezeichnet wird, Verdünnungsdampf
2 zugespeist wird. Eine weitere Erwärmung des Gemischs 5 erfolgt auch hier in dem
sekundären Spaltgaskühler 162, und danach in dem dritten Hochtemperaturbündel 128.
Die Temperaturen entsprechen dabei insbesondere jenen, die bereits zu der Anlage 200
erläutert wurden.
[0097] Das Spaltgas 8 wird den Reaktionsrohren 111 in der Strahlungszone 11 auf einer Temperatur
entnommen, die insbesondere den Temperaturen gemäß Anlage 200 entsprechen kann. Dies
gilt auch für die Abkühlung im primären Spaltgaskühler 161 und im sekundären Spaltgaskühler
162. Im tertiären Spaltgaskühler 163 wird dagegen eine Temperatur von insbesondere
ca. 230 °C erreicht, so dass sich hier eine Kühlleistung von insbesondere ca. 6,9
MW ergibt. Die hier und nachfolgend angegebenen konkreten Leistungsangaben sind Beispiele
und insbesondere im Bezug auf eine Gesamtspaltgaskühlung von im Beispiel knapp 29
MW zu verstehen.
[0098] Der tertiäre Spaltgaskühler 163 wird hier mit Kesselspeisewasser 4, und zwar insbesondere
von der Anlagengrenze, betrieben, das aber zuvor in dem ersten Economizerbündel 129a
von einer Temperatur von insbesondere ca. 114 °C auf eine Temperatur von insbesondere
ca. 150 °C aufgeheizt wird. Die weitere Erwärmung erfolgt insbesondere wie in der
Anlage 200 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 311 °C. Die nachfolgenden Temperaturen
des Kesselspeisewassers 4, und die sich für die Verbrennungsluft 6 ergebenden Temperaturen,
entsprechen jenen in der Anlage 200, wobei in dem zweiten Economizerbündel 129b die
erwähnte Temperatur von insbesondere ca. 255 °C erreicht wird.
[0099] Die sich für den Sattdampf 3 ergebenden Temperaturen in dem ersten Dampfüberhitzer
125 und dem zweiten Dampfüberhitzer entsprechen ebenfalls den bereits zu Anlage 200
erläuterten. Ein Unterschied ergibt sich in der geringeren Dampfmenge, die in Anlage
300 produziert wird.
[0100] Die Anlage 300 ist insbesondere für einen Gaseinsatz mit signifikantem Propananteil
ausgelegt. Die zunehmenden Verlegungstendenzen aufgrund der Propanspaltung werden
durch erhöhte Rohrwandtemperaturen im tertiären Spaltgaskühler 163 adressiert, insbesondere
in Form der Speisewasservorwärmung in dem ersten Economizerbündel 129a stromauf des
tertiären Spaltgaskühlers 163 und der erhöhten Spaltgasaustrittstemperatur. Die Dampfproduktion
an Hochdruckdampf ist damit naturgemäß etwas geringer bei gleicher Heizgaseinsparung
und den anderen genannten Randbedingungen.
[0101] Es wäre wünschenswert, die hier gezeigte Teilung in das erste und zweite Economizerbündel
129a, 129b im Speisewasserweg wegen des damit verbundenen Aufwands zu vermeiden, also
auf das zweite Economizerbündel 129b zu verzichten. Um die Vergleichbarkeit mit den
zu Anlage 200 gezeigten Prozessdaten zu gewährleisten, wurde dies hier jedoch zu Anlage
300 nicht versucht bzw. gezeigt.
[0102] Betriebsparameter der Anlage 300 können insbesondere einen Betrieb mit Ethan als
Einsatz bei einer reinen Bodenfeuerung und eine Luft- bzw. Heizgasvorwärmung auf 595
bzw. 290 °C, einen Strahlungszonenwirkungsgrad von 58% bei 100 Molprozent Wasserstoff
als Heizgas umfassen. Es kann beispielsweise Einsatz 1 in einer Menge von 51 t/h mit
einer Umsetzung von 60 % bearbeitet werden.
[0103] Es ergibt sich gegenüber herkömmlichen Anlagen in der Anlage 300 insbesondere eine
Reduzierung der Unterfeuerungsleistung von 35% (bezogen auf den unteren Heizwert)
und eine um 58% reduzierte Menge von Hochdruckdampf.
[0104] Eine in Figur 4 veranschaulichte Anlage 400 ist für die Verarbeitung von gasförmigen
Einsätzen wie Ethan und anderen Gemischen eingerichtet, wobei ein entsprechender Einsatz
hier noch immer mit 1 bezeichnet ist. Ferner ist in der Anlage 400 eine Heizgasvorwärmung
vorgesehen, die weiter unten erläutert wird.
[0105] Die Temperaturen des Rauchgases in der Konvektionszone 12 von Anlage 400 liegen stromauf
des dritten Hochtemperaturbündels 128 insbesondere bei ca. 1139 °C, stromab hiervon
und stromauf des Luftvorwärmers 127 insbesondere bei ca. 839 °C, stromab hiervon und
stromauf des zweiten Hochdruckdampfüberhitzers 126 insbesondere bei 616 °C, stromab
des ersten Hochdruckdampfüberhitzers 125 und stromauf der Entstickungseinrichtung
122 insbesondere bei ca. 383 °C, stromab des hier wieder nur einen Economizerbündels
129 und stromauf des Einsatzvorwärmers 121 insbesondere bei ca. 266 °C und stromab
hiervon insbesondere bei ca. 100 °C.
[0106] Das Spaltgas 8 wird den Reaktionsrohren 111 in der Strahlungszone 11 auf einer Temperatur
entnommen, die insbesondere den Temperaturen gemäß den Anlagen 200 und 300 entsprechen
kann. Dies gilt auch für die Abkühlung im primären Spaltgaskühler 161. Im sekundären
Spaltgaskühler 162 wird dagegen eine Temperatur von insbesondere ca. 365 °C erreicht,
bei gleicher Kühlleistung. Im tertiären Spaltgaskühler 163 wird eine Temperatur von
insbesondere ca. 180 °C erreicht, so dass sich hier eine Kühlleistung von insbesondere
ca. 8,8 MW ergibt.
[0107] Der Sattdampf 3 aus der Dampftrommel 14 wird auf einer Temperatur von insbesondere
ca. 325 °C dem ersten Dampfüberhitzer 125 zugeführt und dort auf eine Temperatur von
insbesondere ca. 480 °C erwärmt. Nach einer Zuspeisung von Kesselspeisewasser 4 reduziert
sich die Temperatur auf insbesondere ca. 445 °C, und der entsprechende Dampf wird
in dem zweiten Dampfüberhitzer 126 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 515 °C
überhitzt.
[0108] Der tertiäre Spaltgaskühler 163 wird auch hier mit Kesselspeisewasser 4, insbesondere
von der Anlagengrenze, betrieben, das in diesem ohne Vorwärmung in der Konvektionszone
12 von einer Temperatur von wie oben insbesondere ca. 114 °C auf eine Temperatur von
insbesondere ca. 325 °C aufgeheizt wird. Eine anschließende Abkühlung erfolgt parallel
in Anteilen 4a und 4b in dem extern der Konvektionszone 12 angeordneten weiteren Luftvorwärmer
15 einerseits und einem Brenngasvorwärmer 21 andererseits. Nach der erneuten Vereinigung
der entsprechenden Anteile liegt eine Temperatur von insbesondere ca. 134 °C vor,
bevor in dem Economizerbündel 129 eine Erwärmung auf eine Temperatur von insbesondere
ca. 221 °C und anschließend eine Einspeisung in die Dampftrommel 14 vorgenommen werden
kann. Die Dampftrommel 14 wird auch hier auf einem Druck von insbesondere ca. 120
bar und einer Temperatur von insbesondere ca. 325 °C betrieben.
[0109] Heizgas 22 wird in dem Heizgasvorwärmer 21 von einer Temperatur von insbesondere
ca. 50 °C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 290 °C erwärmt und auf dieser Temperatur
in den Brennern der Strahlungszone 11 verwendet. Die Verbrennungsluft 6 wird in dem
extern der Konvektionszone 12 angeordneten weiteren Luftvorwärmer 15 von einer Temperatur
von insbesondere ca. 15 °C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 295 °erwärmt und
dann mittels des Luftvorwärmers 127 in der Konvektionszone 12 auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 595 °C weiter erhitzt, bevor sie ebenfalls den Brennern zugeführt
wird.
[0110] In Anlage 400 ist damit eine Prozessführung mit Heizgasvorwärmung gegen Speisewasser
4b parallel zur ersten Stufe der Luftvorwärmung realisiert. Mit gleichen Temperatur-
und Leistungsanforderungen am sekundären Spaltgaskühler 162 kann die Heizgaseinsparung
hiermit weiter gesteigert werden.
[0111] Betriebsparameter der Anlage 400 können insbesondere einen Betrieb mit Ethan als
Einsatz bei einer reinen Bodenfeuerung und eine Luft- bzw. Heizgasvorwärmung auf 595
bzw. 290 °C, einen Strahlungszonenwirkungsgrad von 58% bei 100 Molprozent Wasserstoff
als Heizgas umfassen. Es kann beispielsweise Einsatz 1 in einer Menge von 51 t/h mit
einer Umsetzung von 60 % bearbeitet werden.
[0112] Es ergibt sich gegenüber herkömmlichen Anlagen in der Anlage 400 insbesondere eine
Reduzierung der Unterfeuerungsleistung von 37% (bezogen auf den unteren Heizwert)
und eine um 58% reduzierte Menge von Hochdruckdampf.
[0113] Eine in Figur 5 veranschaulichte Anlage 500 ist für die Verarbeitung von gasförmigen
Einsätzen wie Ethan und anderen Gemischen eingerichtet, wobei ein entsprechender Einsatz
hier noch immer mit 1 bezeichnet ist. Ferner ist in der Anlage 500 eine Heizgasvorwärmung
vorgesehen, die weiter unten erläutert wird, und die in die Konvektionszone 12 integriert
ist.
[0114] Die Temperaturen des Rauchgases in der Konvektionszone 12 von Anlage 500 liegen stromauf
des dritten Hochtemperaturbündels 128 insbesondere bei ca. 1137 °C, stromab hiervon
und stromauf des Luftvorwärmers 127 insbesondere bei ca. 869 °C, stromab hiervon und
stromauf des zweiten Hochdruckdampfüberhitzers 126 insbesondere bei 597 °C, stromab
des ersten Hochdruckdampfüberhitzers 125 und stromauf der Entstickungseinrichtung
122 insbesondere bei ca. 376 °C, stromab eines hier in die Konvektionszone 12 integrierten
Heizgasvorwärmers, der wie in Anlage 4 mit 21 bezeichnet ist, und stromauf des hier
wieder nur einen Economizerbündels 129 bei insbesondere ca. 299 °C, stromab hiervon
und stromauf des Einsatzvorwärmers 121 insbesondere bei ca. 246 °C, und stromab hiervon
insbesondere bei ca. 100 °C.
[0115] Das Spaltgas 8 wird den Reaktionsrohren 111 in der Strahlungszone 11 auf einer Temperatur
entnommen, die insbesondere den Temperaturen gemäß den Anlagen 200, 300 und 400 entsprechen
kann. Im primären Spaltgaskühler 161 erfolgt eine Abkühlung von insbesondere ca. 620
°C, bei einer Kühlleistung von insbesondere ca. 13,8 MW. Im sekundären Spaltgaskühler
162 wird eine Temperatur von insbesondere ca. 340 °C erreicht, bei einer Kühlleistung
von insbesondere ca. 16,7 MW. Im tertiären Spaltgaskühler 163 ergibt sich eine Temperatur
von insbesondere ca. 180 °C, bei einer Kühlleistung von insbesondere ca. 8 MW.
[0116] Der Sattdampf 3 aus der Dampftrommel 14 wird auf einer Temperatur von insbesondere
ca. 316 °C dem ersten Dampfüberhitzer 125 zugeführt. Die weiteren Temperaturen entsprechen
insbesondere den zu Anlage 400 erläuterten.
[0117] Der tertiäre Spaltgaskühler 163 wird auch hier mit Kesselspeisewasser 4, insbesondere
von der Anlagengrenze, betrieben, das in diesem in dem zu Anlage 400 erläuterten Umfang
aufgeheizt wird. Eine anschließende Abkühlung erfolgt in dem extern der Konvektionszone
12 angeordneten weiteren Luftvorwärmer 15 auf eine Temperatur von insbesondere ca.
176 °C, bevor in dem Economizerbündel 129 eine Erwärmung auf eine Temperatur von insbesondere
ca. 217 °C und anschließend eine Einspeisung in die Dampftrommel 14 vorgenommen werden
kann. Die Dampftrommel 14 wird auf einem Druck von insbesondere ca. 120 bar und einer
Temperatur von insbesondere ca. 325 °C betrieben, wie auch bereits zu vorigen Anlagen
erläutert.
[0118] Heizgas 22 wird in dem Heizgasvorwärmer 21 in der Konvektionszone 12 von einer Temperatur
von insbesondere ca. 50 °C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 322 °C erwärmt
und auf dieser Temperatur in den Brennern der Strahlungszone 11 verwendet. Die Verbrennungsluft
6 wird in dem extern der Konvektionszone 12 angeordneten weiteren Luftvorwärmer 15
in dem zu Anlage 400 erläuterten Umfang erwärmt und dann mittels des Luftvorwärmers
127 in der Konvektionszone 12 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 660 °C weiter
erhitzt, bevor sie ebenfalls den Brennern in der Strahlungszone 11 zugeführt wird.
[0119] Die in Anlage 500 realisierte Prozessführung mit Heizgasvorwärmung in der Konvektionszone
12 kann es ermöglichen, bei gleichzeitig verschärften Temperatur- und Leistungsanforderungen
am sekundären Spaltgaskühler 162 und ähnlichen an den anderen Wärmeübertragern, gegenüber
der zu Anlage 400 erläuterten Heizgasvorwärmung nach die Heizgaseinsparung nochmals
zu steigern.
[0120] Betriebsparameter der Anlage 500 können insbesondere einen Betrieb mit Ethan als
Einsatz bei einer reinen Bodenfeuerung und eine Luft- bzw. Einsatzvorwärmung auf 660
und 322 °C und einen Strahlungszonenwirkungsgrad von 59% bei 100 Molprozent Wasserstoff
als Heizgas umfassen. Es kann beispielsweise Einsatz 1 in einer Menge von 51 t/h mit
einer Umsetzung von 60 % bearbeitet werden.
[0121] Es ergibt sich gegenüber herkömmlichen Anlagen in der Anlage 500 insbesondere eine
Reduzierung der Unterfeuerungsleistung von 40% (bezogen auf den unteren Heizwert)
und eine um 62% reduzierte Menge von Hochdruckdampf.
[0122] Eine in Figur 6 veranschaulichte Anlage 600 ist für die Verarbeitung von gasförmigen
Einsätzen wie Ethan und anderen Gemischen eingerichtet, wobei ein entsprechender Einsatz
hier noch immer mit 1 bezeichnet ist. Eine Heizgasvorwärmung ist nicht vorgesehen,
die Verbrennungsluftvorwärmung umfasst insgesamt drei Stufen unter Verwendung des
extern der Konvektionszone 12 angeordneten Luftvorwärmers 15 und zweier Luftvorwärmer
127a und 127b in der Konvektionszone.
[0123] Die Temperaturen des Rauchgases in der Konvektionszone 12 von Anlage 600 liegen stromauf
des zweiten Luftvorwärmers 127b insbesondere bei ca. 1137 °C, stromab hiervon und
stromauf des dritten Hochtemperaturbündels 128 insbesondere bei ca. 1006 °C, stromab
hiervon und stromauf des ersten Luftvorwärmers 127a insbesondere bei 777 °C, stromab
hiervon und stromauf des zweiten Hochdruckdampfüberhitzers 126 insbesondere bei ca.
571 °C, stromab des ersten Hochdruckdampfüberhitzers 125 und stromauf der Entstickungseinrichtung
122 insbesondere bei ca. 348 °C, stromab des Economizerbündels 129 und stromauf des
Einsatzvorwärmers 121 insbesondere bei ca. 272 °C, und stromab hiervon insbesondere
bei ca. 100 °C.
[0124] Das Spaltgas 8 wird den Reaktionsrohren 111 in der Strahlungszone 11 wie zuvor auf
einer Temperatur von insbesondere ca. 824 °C entnommen. Die Abkühlung im primären
Spaltgaskühler 161 erfolgt auf eine Temperatur von insbesondere ca. 630 °C, bei einer
Kühlleistung von insbesondere ca. 13,1 MW. Im sekundären Spaltgaskühler 162 wird eine
Temperatur von insbesondere ca. 340 °C erreicht, bei einer Kühlleistung von insbesondere
ca. 17,3 MW. Im tertiären Spaltgaskühler 163 ergibt sich eine Temperatur von insbesondere
ca. 180 °C, die Kühlleistung in dem tertiären Spaltgaskühler 163 beträgt insbesondere
ca. 8 MW.
[0125] Der Sattdampf 3 aus der Dampftrommel 14 wird auf einer Temperatur von insbesondere
ca. 325 °C dem ersten Dampfüberhitzer 125 zugeführt. Die weiteren Temperaturen entsprechen
den zu Anlage 400 und 500 erläuterten. Die Dampftrommel 14 wird auch hier auf einem
Druck von insbesondere ca. 120 bar und einer Temperatur von insbesondere ca. 325 °C
betrieben.
[0126] Der tertiäre Spaltgaskühler 163 wird auch hier mit Kesselspeisewasser 4, insbesondere
von der Anlagengrenze, betrieben, das in diesem von einer Temperatur von insbesondere
ca. 114°C auf eine Temperatur von insbesondere ca. 326 °C aufgeheizt wird. Eine anschließende
Abkühlung erfolgt in dem extern der Konvektionszone 12 angeordneten weiteren Luftvorwärmer
15 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 176 °C, bevor in dem Economizerbündel
129 eine Erwärmung auf eine Temperatur von insbesondere ca. 235 °C und anschließend
eine Einspeisung in die Dampftrommel 14 vorgenommen werden kann.
[0127] Die Verbrennungsluft 6 wird in dem extern der Konvektionszone 12 angeordneten weiteren
Luftvorwärmer 15 von einer Temperatur von insbesondere ca. 15 °C auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 296 °C erwärmt und danach mittels des ersten Luftvorwärmers 127a
in der Konvektionszone 12 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 570 °C und mittels
des zweiten Luftvorwärmers 127b in der Konvektionszone 12 auf eine Temperatur von
insbesondere ca. 750 °C weiter erhitzt, bevor sie ebenfalls den Brennern in der Strahlungszone
11 zugeführt wird.
[0128] Betriebsparameter der Anlage 600 können insbesondere einen Betrieb mit Ethan als
Einsatz bei einer reinen Bodenfeuerung und eine Luftvorwärmung auf 750 °C und einen
Strahlungszonenwirkungsgrad von 59% bei 100 Molprozent Wasserstoff als Heizgas umfassen.
Es kann beispielsweise Einsatz 1 in einer Menge von 51 t/h mit einer Umsetzung von
60 % bearbeitet werden.
[0129] Es ergibt sich gegenüber herkömmlichen Anlagen in der Anlage 600 insbesondere eine
Reduzierung der Unterfeuerungsleistung von 40% (bezogen auf den unteren Heizwert)
und eine um 62% reduzierte Menge von Hochdruckdampf.
[0130] Mit Anlage 600 lässt sich die gleiche, hohe Heizgaseinsparung wie in Anlage 500,
aber ohne Heizgasvorwärmung, erzielen. Stattdessen wird eine zweistufige Verbrennungsluftvorwärmung
in der Konvektionszone zur Darstellung der sehr hohen Lufttemperatur vorgenommen.
[0131] Eine in Figur 7 veranschaulichte Anlage 700 ist für die Verarbeitung von gasförmigen
Einsätzen wie Ethan bzw. Propan und anderen Gemischen eingerichtet, wobei ein entsprechender
Einsatz hier noch immer mit 1 bezeichnet ist. Die Verbrennungsluftvorwärmung erfolgt
unter Verwendung von Kesselspeisewasser, ferner ist eine zweistufige Einsatzvorwärmung
in Einsatzvorwärmern 121a und 121b vorgesehen, bevor die Vereinigung mit dem Verdünnungsdampf
2 erfolgt.
[0132] Die Temperaturen des Rauchgases in der Konvektionszone 12 von Anlage 600 liegen stromauf
des dritten Hochtemperaturbündels 128 insbesondere bei ca. 1127 °C, stromab hiervon
und stromauf des zweiten Hochdruckdampfüberhitzers 126 insbesondere bei ca. 624 °C,
stromab des ersten Hochdruckdampfüberhitzers 125 und stromauf des hier angeordneten
ersten Hochtemperaturbündels 123 insbesondere bei ca. 438 °C, stromab hiervon und
stromauf der Entstickungseinrichtung 122 insbesondere bei ca. 305 °C, stromab eines
zweiten Einsatzvorwärmers 121b und stromauf des Economizerbündels 129 insbesondere
bei ca. 218 °C, stromab hiervon und stromauf eines ersten Einsatzvorwärmers 121a insbesondere
bei cal 161 °C, und stromab hiervon insbesondere bei ca. 116 °C.
[0133] Das Spaltgas 8 wird den Reaktionsrohren 111 in der Strahlungszone 11 auf einer Temperatur
von insbesondere ca. 833 °C entnommen. Die Abkühlung im primären Spaltgaskühler 161
erfolgt auf eine Temperatur von insbesondere ca. 525 °C, bei einer Kühlleistung von
insbesondere ca. 14,5 MW. Im sekundären Spaltgaskühler 162 wird eine Temperatur von
insbesondere ca. 400 °C erreicht, bei einer Kühlleistung von insbesondere ca. 5,3
MW. Im tertiären Spaltgaskühler 163 ergibt sich eine Temperatur von insbesondere ca.
200 °C, die Kühlleistung in dem tertiären Spaltgaskühler 163 beträgt insbesondere
ca. 7,5 MW.
[0134] Der Sattdampf 3 aus der Dampftrommel 14 wird auf einer Temperatur von insbesondere
ca. 317 °C dem ersten Dampfüberhitzer 125 zugeführt. An dessen Ausgang liegt eine
Temperatur von insbesondere ca. 447 °C vor. Am Eingang des zweiten Dampfüberhitzers
126 liegt eine Temperatur von insbesondere ca. 396 °C vor, am Ausgang eine Temperatur
von insbesondere ca. 510 °C.
[0135] Der tertiäre Spaltgaskühler 163 wird auch hier mit Kesselspeisewasser 4, insbesondere
von der Anlagengrenze, betrieben, das aber erst indem Economizerbündel 129 auf eine
Temperatur von insbesondere ca. 153 °C vorgewärmt wird. Das Kesselspeisewasser 4 wird
in dem tertiären Spaltgaskühler 163 auf eine Temperatur von insbesondere ca. 301 °C
aufgeheizt. Eine anschließende Abkühlung erfolgt in dem extern der Konvektionszone
12 angeordneten weiteren Luftvorwärmer 15 auf eine Temperatur von insbesondere ca.
197 °C, auf der es anschließend in die Dampftrommel 14 eingespeist werden kann. Auch
der sekundäre Spaltgaskühler 162 wird hier mit Kesselspeisewasser 9 aus der Dampftrommel
14 betrieben, das auf einer Temperatur von insbesondere ca. 187 °C in den sekundären
Spaltgaskühler 162 eingespeist wird. Die Dampftrommel 14 wird auf einem Druck von
insbesondere ca. 108 bar und einer Temperatur von insbesondere ca. 317 °C betrieben.
[0136] Die Verbrennungsluft 6 wird in dem extern der Konvektionszone 12 angeordneten weiteren
Luftvorwärmer 15 von einer Temperatur von insbesondere ca. 15 °C auf eine Temperatur
von insbesondere ca. 250 °C erwärmt, bevor sie auf dieser Temperatur den Brennern
in der Strahlungszone 11 zugeführt wird.
[0137] Betriebsparameter der Anlage 700 können insbesondere einen Betrieb mit Ethan als
Einsatz bei einer reinen Bodenfeuerung und eine Luftvorwärmung auf 250 °C und einen
Strahlungszonenwirkungsgrad von 49% bei der Verwendung von wasserstoffreichem (79
Molprozent) Heizgas umfassen. Es kann beispielsweise Einsatz 1 in einer Menge von
36 t/h mit einer Umsetzung von 65 % bearbeitet werden.
[0138] Es ergibt sich gegenüber herkömmlichen Anlagen in der Anlage 700 insbesondere eine
Reduzierung der Unterfeuerungsleistung von 18% (bezogen auf den unteren Heizwert)
und eine um 30% reduzierte Menge von Hochdruckdampf.
[0139] Die Anlage 700 weist gegenüber einer Anlage mit klassischer Luftvorwärmung durch
Rauchgas (Rauchgasnutzung unterhalb ca. 300 °C kombiniert mit Einsatz-bzw. Dampfanwärmung
im tertiären Spaltgaskühler 163) deutliche Vorteile, die umfassen, dass kein Risiko
für eine Kondensation im Rauchgas besteht und eine aufwändige Luftvorwärmstufe oder
verringerte Rauchgasausnutzung entfällt. Eine kompaktere Bauweise des Luftvorwärmers
17 gegenüber einem Luftvorwärmer 127 im Rauchgaskanal ist möglich. Aufwändige und
große Rauchgaskanäle entfallen und es ist ein flexibler Aufstellungsort möglich. Mit
einem einfachen Speisewasser-Umgang am Luftvorwärmer 17 erreicht man Flexibilität
bezüglich Luftvorwärm-Temperatur, Dampfproduktion und Heizgasverbrauch. Es ergeben
sich eine geringere Leistung und ein besserer Wärmeübergang am tertiären Spaltgaskühler
163 gegenüber einer Einsatz- bzw. Dampfanwärmung. Das vorgeschaltete Economizerbündel
129 und eine auf 200 bis 220 °C limitierte Spaltgaskühlung minimieren das Risiko von
Verlegungen spaltgasseitig am tertiären Spaltgaskühler 163 durch (zu) geringe Rohrwandtemperaturen.
[0140] Für reinen Ethaneinsatz (der eine geringe Verlegungstendenz des Spaltgases bewirkt)
kann ein nachgeschalteter Ecomomizer sinnvoll eingesetzt werden, wobei eine Sequenz
Anlagengrenze - tertiärer Spaltgaskühler 163 - Luftvorwärmer 17 - Economizer - Dampftrommel
14 vorgesehen sein kann. Es ergibt sich eine höhere Temperaturdifferenz am tertiärem
Spaltgaskühler 163 (weniger Flächenbedarf) auch bei Abkühlung des Spaltgases auf bis
zu ca. 180°C (vgl. Figur 2).
[0141] In Figur 8 ist eine Anlage 800 gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung veranschaulicht,
in der ein Spaltofen allerdings elektrisch beheizt wird und daher mit 80 bezeichnet
ist. Auch hier wird dem Spaltofen 80 ein Spaltgas entnommen, wobei das Spaltgas 8
oder ein Teil hiervon einer Spaltgaskühlung unterworfen wird. Diese umfasst hier ebenfalls
einen primären Spaltgaskühler 161 (insbesondere als Linearkühler), einen sekundären
Spaltgaskühler 162 und einen tertiären Spaltgaskühler 163. Wie zuvor ist der sekundäre
Spaltgaskühler 162 stromab des primären Spaltgaskühlers 161 und der tertiäre Spaltgaskühler
163 stromab des sekundären Spaltgaskühlers 162 angeordnet, und ein Einsatzgemisch
5 in den Spaltofen 80 wird mittels des sekundären Spaltgaskühlers 162 erwärmt.
[0142] Zur Bereitstellung des Einsatzgemischs 5 werden auch hier ein in einem dampfbetriebenen
Einsatzvorwärmer 121 erwärmter Einsatzstrom 1 und ein in einem ebenfalls dampfbetriebenen
Dampfvorwärmer 13, genauer einem Prozessdampfvorwärmer oder korrekter Prozessdampfvorüberhitzer
erwärmter Verdünnungsdampf 2 vereinigt, wobei anschließend eine Erwärmung des Einsatzgemischs
5 in einem Wärmetauscher erfolgt, der funktional dem zuvor erläuterten Hochtemperaturbündel
123 entspricht und daher hier so bezeichnet ist, aber mit Dampf betrieben wird. Eine
Dampftrommel ist mit 14 bezeichnet; sie versorgt auch den primären und tertiären Spaltgaskühler
161 bzw. 163 mit Dampf 9.
[0143] Ein großer Teil der Dampferzeugung kann dabei im primären und tertiären Spaltgaskühler
161, 163 erfolgen (hier ist insbesondere der primäre Spaltgaskühler 161 als Linearkühler
bereitgestellt). Der Dampf wird zur Vorwärmung von Einsatz 1 und ggf. Prozessdampf
2 (bis ca. 300°C) genutzt. Zusammengenommen wird ein Großteil der benötigten Einsatzerhitzung
über Sattdampfnutzung und den sekundären Spaltgaskühler 162 bereitgestellt. Es handelt
sich um 70 bis 80% mit moderatem/akzeptablem Flächenbedarf. Das entspricht etwa 80
bis 90% dessen, was mit einem einzelnen, aufwändigen primären Spaltgaskühler 161,
der entsprechend, d.h. als Feed-Effluent-Wärmeübertrager, verwendet würde, erreichbar
ist (unter der Annahme, dass auch in diesem Fall sehr hohe Wandtemperaturen von mehr
als 650 bis 700 °C prozessseitig unbedingt vermieden werden sollen (wegen Precracking
und möglicher Verkokung). Im Prinzip kann hier ein Linearkühler mit "Impingement"
oder Änliches verwendet werden, der im Gleich- oder Gegenstrom betrieben werden kann.
Gegenüber einem sehr aufwändigen mehrstufigen primären Spaltgaskühler als Feed-Effluent-Wärmeübertrager
entspricht dies noch 75 bis 80%. Die finale Feedanwärmung auf die Eintrittstemperatur
in die Coils erfolgt insbesondere mit einem elektrisch beheizten Wärmetauscher 81
(650 bis 690 °C bei Gaseinsatz wie Ethan und Propan, 580 bis 620 °C bei Flüssigeinsatz
wie Naphtha). Kondensierter Dampf wird in einem Kondensatsammler 82 gesammelt und
in die Dampftrommel 14 zurückgeführt.
[0144] Nachfolgend sollen nochmals Aspekte der vorliegenden Erfindung, insbesondere hinsichtlich
Auswirkungen, Anforderungen und Design der verwendeten Apparate und Bündel erläutert
werden, wobei, teilweise das zuvor Gesagte wiederholt wird. Die Erläuterungen können
jeweils einige oder alle Ausgestaltungen betreffen.
[0145] Vorgeschlagen wird eine dreistufiges Quenchkühler- bzw. Spaltgaskühlersystem mit
Primär-, Sekundär und Tertiärkühler, wobei der Sekundärkühler zur Überhitzung von
Einsatz und Dampf, d.h. als Feed-Effluent-Wärmeübertragung dient. Die zuvor mehrfach
erläuterte Sandwichanordnung des zwischen vor- und nachgelagertem Primär- und Tertiärkühler
ermöglicht/umfasst unter anderem folgende Ausgestaltungen bzw. Aspekte bzw. führt
zu den nachfolgend angegebenen Vorteilen.
[0146] Ein konventioneller vorgeschalteter Primärkühler (insbesondere als Linear- oder Geradrohr-Dampferzeuger
ausgeführt) vermeidet Selektivitätsverlust sowie vorzeitige Verkokung und vorzeitiges
Fouling. Ein konventioneller nachgeschalteter Tertiärkühler (Geradrohrtauscher zur
Dampferzeugung oder als KSW-Vorwärmer) ermöglicht eine bewährte, effiziente Kühlung
am kalten Spaltgasende bei flexiblem Temperaturfenster. Es kommt zu einer erforderlichen,
direkten Reduzierung der Dampfproduktion für gefeuerte Öfen. Eine bessere Ausnutzung
des hohen Spaltgastemperaturniveaus gegenüber der herkömmlichen Dampferzeugung ist
möglich.
[0147] Ein prozesskritischer Gesamtdruckverlust (z.B. 150 bis 200mbar) der Spaltgaskühlung
wird durch entsprechendes Design nicht/kaum erhöht. Insbesondere kann ein Temperaturfenster
der Sekundärkühlung durch entsprechende vor- und nachgelagerte Primär- und Tertiärkühlung
angepasst werden. Insbesondere ist eine an Rahmenbedingungen/Prozessanforderungen
Wärmemenge anpassbar. Eine Minimierung der Verkokung (spaltgasseitig) wird durch Wahl
des Temperaturfensters erreicht, ebenso eine Vermeidung des Precrackings durch Wahl
des verwendeten Temperaturfensters.
[0148] In Ausgestaltungen wird außerdem eine Flexibilität und Optimierung der baulichen
Ausführung (Fläche, Material usw.) durch Wahl des Temperaturfensters ermöglicht. Ein
Verhalten über die Laufzeit kann vergleichbar zu Bündeln in der Konvektionszone sein,
insbesondere wegen eines positiven Verkokungsverhaltens. In Ausgestaltungen der Erfindung
ist keine Regelung erforderlich. Falls eine Regelung erforderlich werden sollte (z.B.
bei unterschiedliche Spaltbetrieben und/oder Einsätzen), kann dies über einen (typischen,
bekannten Luftbypass, ggf. auch über eine dampfseitige Regelung (Kondensat-Abdeckung,
weniger Platzbedarf) erfolgen.
[0149] Der sekundäre Spaltgaskühler kann insbesondere als effizienter Gegenstromtauscher
ausgebildet sein, beispielsweise auch als konventioneller Geradrohr-Wärmeübertrager,
wobei das Spaltgas im Rohr geführt wird. Beispielhafte Dimensionen und weitere Aspekte
und Vorteile, insbesondere im Vergleich zu einem entsprechenden Feed-Effluent-Wärmeübertrager
als primäre Spaltgaskühler.
[0150] Aspekte der Strahlungszone und von deren Ausgestaltung wurden ebenfalls in Bezug
auf entsprechende Ausführungsformen der Erfindung erläutert. Eine entsprechend optimierte
Paarung "Wirkungsgrad/Luftvorwärmtemperatur" kann durch den Fachmann ausgewählt werden,
, unter den Nebenbedingungen aus der Wärmebilanz um die Konvektionszone/Spaltgaskühlung.
[0151] In der klassischen Konvektionszone eines unterfeuerten Ofens wird die im Rauchgas
verbliebene Wärme bestmöglich genutzt, der thermische Gesamtwirkungsgrad ergibt sich
dabei vornehmlich aus der Rauchgasaustrittstemperatur. Ohne Luftvorwärmung ergibt
sich typischerweise ein Wärmeüberschuss (nach Bedienen des Prozesswärmebedarfs und
Hochdruckdampfüberhitzung), der mittels Speisewasservorwärmung (in einem Economizerbündel)
der Dampferzeugung zugeführt wird. Die vorgeschlagenen Verschaltungen unter Einbeziehung
der Spaltgaskühlerwärme mittels in der erläuterten Weise und eines Luftvorwärmbündels
ermöglicht die Bilanzierung auch bei erheblich reduziertem Wärmeangebot (durch hohe
Luftvorwärmtemperaturen). Ausgestaltungen der zweifachen Luftvorwärmung wurden bereits
zuvor erläutert, wobei eine entsprechende gestufte Luftvorwärmung mit Dampf bis maximal
320 °C und anschließend mittels eines Bündels in der Konvektionszone erfolgen kann.
[0152] Die Luftvorwärmung mittels Rohrbündel in der Konvektionszone ermöglicht die Realisierung
hoher Luftvorwärmtemperaturen von über 300 bis etwa 700 °C und eine reduzierte Wärmeabfuhr
in der Konvektionszone von nur ca. 30 bis 50% der im sekundären Spaltgaskühler übertragenen
Wärme. Als weitere Vorteile sind ein mäßiger Druckverlust luftseitig (um 50 mbar)
und eine kompakte Bauweise durch ein entsprechend hohes Rauchgastemperaturfenster
zu nennen.
[0153] Der Einsatz von hochtemperaturbeständigem Material wird minimiert wegen des nur minimalen
Innendrucks (Luft bei deutlich weniger als 1 bar Überdruck), so dass sich nur eine
geringe erforderliche Wandstärke ergibt. Das Medium Luft ist unkritisch, eine : Leckage
ins Rauchgas ist kein Sicherheitsrisiko. Das Verhalten über die Laufzeit mit etwas
steigender Vorwärmtemperatur ist positiv. So kann teilweise der Verlust an Strahlungszonenwirkungsgrad
(durch Verkokung der Spaltrohre/reduzierte Wärmeübertragung) kompensiert werden. Eine
Regelung ist nicht erforderlich.
[0154] Die erste Stufe der Luftvorwärmung ermöglicht eine indirekte Nutzung von Quench-Wärme
und damit die erforderliche Reduzierung der Dampfproduktion. Eine Sattdampf-Nutzung
aus der Dampftrommel ist möglich, wobei sich diverse Ausführungen/Aufstellungen ergeben.
Eine Ausführung oberhalb der Dampftrommel und gravitativer Kondensat-Rückführung ist
möglich. Alternativ oder zusätzlich ist auch ein Betrieb im Umlauf eines Dampferzeugers
möglich ist (Primär-/Tertiärkühler). Eine flexible Kondensatrückführung zur Trommel
via Sammler und Booster-Pumpe kann vorgesehen sein, ebenso wie eine Kondensat-Unterkühlung
und Fahrweise zu einer externen Kesselspeisewasseraufbereitung.
[0155] Eine Speisewassernutzung ist bei einem Gasofen aus dem tertiären Spaltgaskühler möglich,
und besonders einfach und elegant. Aus einer Dampftrommel (Zwangsumlauf-Pumpe) auch
bei einem Flüssigofen denkbar. Dies kann bei flexibler Wärmebereitstellung mit einer
erforderliche Luftvorwärmung auf 250 bis 310 °C erfolgen, sowie bei einem geringen
Druckverlust luftseitig (typischerweise weniger als 30 mbar). Die 250°C sind eine
sinnvolle untere Grenze aus Effizienzgründen, allerdings kann auch ein Bereich von
200 bis 310 °C verwendet werden. Darunter kann man auch Mitteldruckdampf sinnvoll
einsetzen, wodurch typischerweise 160 bis 180 °C erreichbar werden. Eine kompakte
Bauweise mit heißem Medium in berippten Rohren ist möglich, bei sehr gutem Wärmeübergang
vom Dampf bzw. Kesselspeisewasser im Rohr. Durch die Berippung ergibt sich ein guter
Wärmeübergang zur Luft. Insbesondere ist eine deutlich kompaktere Bauweise als bei
typischen Frischluftgegen-Rauchgasanwärmer möglich. Eine Regelung nicht erforderlich,
die Luftvorwärmung ist begrenzt durch Kondensations- bzw. Kesselspeisewassertemperatur.
Gleichwohl ist eine Regelung möglich (Kondensat-Abdeckung oder Dampfdruck-Regelung;
Luft-Umgang), z.B. für zusätzliche Flexibilität für unterschiedliche Betriebszustände/Einsätze.
[0156] Eine Außerbetriebnahme für Sonderbetriebe ist einfach möglich (z.B. Absperrarmatur
mit Minimaldurchfluss, falls Warmhalten erforderlich). Diese kann ggf. kombiniert
werden mit vorgeschaltetem Luft-Anwärmer gegen externe Medien (z.B. Quenchwasser,
Mittel- oder Niederdruckdampf).
[0157] Ein Einsatzvorwärmer ist bei einem Gasofen ohne Luftvorwärmung typischerweise nur
als oberstes (am kalten Rauchgasende) platziertes Bündel möglich. Der gasförmige Einsatz
erwärmt sich deutlich schneller als das Rauchgas sich abkühlt ("pinch", Einklemmen
durch Temperaturangleichung). Bei Luftvorwärmung steigt der Strahlungszonenwirkungsgrad,
die Unterfeuerung und Rauchgasmenge sinkt. Die Temperaturprofile von Einsatz und Rauchgas
gleichen sich an bzw. kehren sich schließlich um (etwa bei z.B. 55 % Strahlungszonenwirkungsgrad).
Zusätzlich kann der Ofen bei derart verringerter Unterfeuerung nur mit Restgas(schwefelffrei;
Methan und Wasserstoff, alternativ reine Wasserstofffraktion) betrieben werden, also
insbesondere ohne schwefelhaltiges Import-Heizgas. Der typische Schwefelsäure-Taupunkt
als Limitierung am obersten Bündel entfällt. Damit ermöglicht ein Einsatzvorwärmer
als oberstes Bündel eine niedrige Rauchgas-Austrittstemperatur (deutlich weniger als
130 °C), damit hoher thermischer Ofenwirkungsgrad (bis über 95%).
[0158] Es ist eine sehr flexible Einsatzvorwärmung in einem Bündel: z.B. von 70 °C auf 150
bis 300°C möglich. Damit existiert eine Stellgröße für sekundären Spaltgaskühler bezüglich
dessen Wärmeleistung und Flächenbedarf.
[0159] Eine Kombination mit (bekannten) Konzepten in Form einer Heizgasvorwärmung ist ebenfalls
möglich. Diese stellt, vergleichbar zur Luftvorwärmung, eine Möglichkeit dar, Wärme
in die Strahlungszone einzubringen und damit den Heizgasverbrauch direkt und indirekt
(über erhöhten Wirkungsgrad) zu vermindern. Aus dieser Äquivalenz folgt, dass eine
Luftvorwärmung teilweise durch Heizgasvorwärmung ersetzbar ist, und zwar bis etwa
30% bei reiner Wasserstofffeuerung, bei steigendem Methananteil weniger. Grundsätzlicher
Vorteil ist die Wärmezufuhr auf niedrigerem Temperaturniveau, also effizienter. Der
Gesamt-Prozessvorteil hängt davon ab, wo/womit die HeizgasVorwärmung realisiert wird.
Nachteil ist der ggf. erhebliche (bauliche, prozesstechnische) Aufwand.
[0160] Zur Abwägung Aufwand/Nutzen werden drei Fälle betrachtet:
- a. Heizgasvorwärmung in Analogie zur zweistufigen Luftvorwärmung.
Hierbei steht der Aufwand in keinem günstigen Verhältnis zum Nutzen von etwas verringerten
Heizflächen.
- b. Heizgasvorwärmung analog zur ersten Luftvorwärmstufe.
Hierbei kann eine höhere Quenchwärmenutzung bzw. effizientere Rauchgasnutzung erfolgen,
weniger Wärme im Luftvorwärmerbündel in der Konvektionszone. Es kann eine Entlastung
der Konvektionszone im kritischen Rauchgasfenster (600 bis 350°C, "pinch"-Bereich)
erfolgen. Im Beispiel Gasofen lässt sich die Einsparung an Heizgas/Unterfeuerung nochmals
etwas steigern (um bis ca. 3%) und weiterhin spezifikationsgerecht Hochdruckdampf
abgeben. Die Ausgestaltungen der Erfindung umfassen eine Installation eines Heizgasvorwärmers
parallel zur ersten Stufe der Luftvorwärmung mit einem zusätzlichen Apparat oder eines
Heizgasvorwärmers in der Konvektionszone und zwar (i) unterhalb eines Economizerbündels
als ein zusätzliches Bündel, oder (ii) anstelle des Economizerbündels mit minimalem
Aufwands, jedoch unter Verlust der Flexibilität der Feedvorwärmung und damit teilweise
an Gestaltungspielraum am Sekundärkühler im Spaltgas.
- c. Heizgasvorwärmung außerhalb des Ofens.
[0161] Diese kann durch eine externe Wärmequelle (z.B. Anlagendampf) erfolgen. Grundsätzlich
günstig und möglich, allerdings wäre der Beitrag eher gering (niedrigere Vorwärmtemperaturen)
oder der Aufwand/die Komplexität erhöht
[0162] Je nach Rahmenbedingungen und Einsparziel kann daher insbesondere eine Heizgasvorwärmung
z.B. nach b. sinnvoll eingesetzt werden.
[0163] Bei der gewünschten, nötigen Erhöhung der Feuerraumtemperatur lässt sich technisch
eine Erhöhung der Stickoxidemissionen nicht sinnvoll vermeiden. Daher wird eine in
Ausgestaltungen der Erfindung eine Entstickungseinrichtung im üblichen RauchgasTemperaturfenster
(etwa 300 bis 350 oder 400 °C) verwendet.
[0164] Typische Sonderbetriebe eines Ofens (Entkoken, Warmhalten, Umschalten/Notfall) sollten
möglichst ohne Zusatzaufwand durchführbar sein. Typisch und ggf. kritisch sind verringerte
Strahlungszonenwirkungsgrade, ein erhöhter Luftüberschuss und erhöhtes Temperaturniveau
der Konvektionszonenbündel.
[0165] Die vorgeschlagenen Konzepte zeigen vornehmlich günstiges Verhalten hierbei. Der
als Feed-Effluent-Wärmeübertrager verwendete Sekundärkühler geht mit vergleichsweise
wenig Wärmeeintrag ggü. einem Hochtemperaturbündel in der Konvektionszone einher.
Eine vorgeschlagene zweite Stufe der Luftvorwärmung nimmt erhebliche Wärmemengen auf.
Eine Zwangsluft-führung ermöglicht eine einfache Reduzierung der Luftmenge (z.B. Drehzahlregelung
Frischluftgebläse). Es verringern sich die Abweichungen typischer und ggf. kritische
Betriebsparameter. Der Strahlungszonenwirkungsgrad sinkt in geringerem Umfang ab,
und als zusätzliche, einfache Eingriffsmöglichkeit ist eine Außerbetriebnahme der
ersten Luftvorwärmstufe und des Sattdampf-Vorwärmers möglich.
[0166] Das Ziel einer Verminderung des Heizgasbedarfs geht am gefeuerten Ofen zwangsweise
einher mit einer (überproportionalen) Verminderung der Dampfproduktion. Damit ergibt
sich für eine typischen Cracker die Notwenigkeit, Alternativen zu den bisherigen Antrieben
mit Dampfturbinen bereitzustellen, ggf. auch Alternativen zur Dampfbeheizung. Im Sinne
der Dekarbonisierung sind z.B. grüner Strom und elektrische Antriebe und Wärmepumpen
zielführend. In den Beispielen wird ein typisches Dampfniveau (mit über 500 °C, und
mehr als 110 bar) zugrunde gelegt, was weiterhin eine möglichst effiziente Nutzung
in Turbinen gewährleistet. Ein niedriges Druck- und Temperaturniveau des Dampfes kann
in einer Gesamtbetrachtung sinnvoll sein, da damit etwas Spielraum in der Konvektionszone
für weiteres Einsparpotenzial an Heizgas geschaffen wird.
[0167] Übergeordnet wird das Ziel erreicht, eine Einsparung an Heizgas von 30 bis 40% an
gefeuerten Spaltöfen (zur Olefinerzeugung) zu erzielen. Dies wird durch die Ermöglichung
sehr hoher Luftvorwärmtemperaturen (etwa 400 bis 700 °C), Wärmeintegration direkt
am Ofen selbst und Integration von Spaltgaswärme für (indirekte) Luftvorwärmung und
Prozess-Anwärmung erzielt.
[0168] Thermodynamisch wird eine Optimierung der Abwärme-Integration erreicht, die eine
effizientere Nutzung der vorhandenen Temperaturniveaus von Spaltgas, eine effizientere
Nutzung der vorhandenen Temperaturniveaus von Rauchgas, eine effizientere Nutzung
der Unterfeuerung für die Prozessaufgabe (Spaltreaktion) und Eine Verminderung von
Dampf als Abwärmeprodukt erzielt bzw. umfasst.
[0169] Prozessseitig werden keine/wenig Einschränkungen erreicht oder Zusatzrisiken erwartet,
und zwar weder bezüglich Selektivität der Spaltung, bezüglich der Einsatzflexibilität,
noch bezüglich Verkokung und Laufzeitverhalten des Ofens.
[0170] Apparatetechnisch wird ein Einsatz von bekannten und bewährten Apparatetypen/Bündeln
ermöglicht sowie eine kompakte Bauart und flexible Aufstellung der Apparate/Bündel.
Damit ist für den gesamten Ofen ein vergleichsweise klassischer, kompakter Aufbau
möglich.
[0171] Betriebsseitig werden keine/wenig Einschränkungen bewirkt. Start-Up- und Standby-Betriebsmodi
sind ähnlich zum klassischen Spaltofen realisierbar und es ergibt sich ein vergleichbar
minimaler Regelungsaufwand wie beim klassischen Spaltofen.
[0172] Insgesamt bleibt Flexibilität erhalten (z.B. hinsichtlich Spaltung, Einsatz, Last,
Heizgas), und es ergibt sich ein vergleichbares, ggf. sogar günstigeres Laufzeitverhalten.
Für einen Spaltofen mit Gaseinsatz wird eine Einsparung an Heizgas von 10 bis 20 %
bereits allein durch Anwendung einer einfachen Luftvorwärmung (etwa 150 bis 300 °C)
aus Spaltgas-Abwärme erreicht.
[0173] Kesselspeisewasser aus dem tertiären Spaltgaskühler kann als Wärmeträgermedium zum
Luftvorwärmer geführt werden. Nur ein zusätzlicher, kompakter Luftvorwärmer und der
(immer erforderlichen) Luftvorwärmung zu den Brennern ist erforderlich. Diese kann
gegen heißes Kesselspeisewasser aus Niedertemperatur-Spaltgaskühlung (klassischer
tertiärer Spaltgaskühler) erzielt werden. Auch hier ergeben sich eine kompakte Bauweise
und flexible Aufstellung sowie kein bzw. kaum weiterer Zusatzaufwand am Ofen.
[0174] Für die Spaltgas-Wärmeintegration einer elektrisch beheizten Spaltung, beispielsweise
wie in Figur 8 dargestellt, kann durch den Sandwich-Spaltgaskühler ein Anteil von
75 bis 85% der gesamten, sinnvollen Wärmerückgewinnung für Prozesszwecke genutzt werden.
Dies erfolgt, wie ebenfalls angesprochen, ohne prozessseitige Einschränkungen oder
Zusatzrisiken (Selektivität, Verkokung, Flexibilität). Wiederum sind ein minimierter
Aufwand zur Spaltgas-Wärmeintegration mit bekannten und bewährten Apparatetypen und
eine kompakte Bauweise und flexible Aufstellung in entsprechenden Ausgestaltungen
möglich.
[0175] Eine vollelektrische Feedanwärmung entspricht per Definition hier 100%. Eine teilelektrische
Feedanwärmung mit indirekter Nutzung der Spaltgaswärme für die Feedanwärmung über
Sattdampf entspricht dann 60%. Wenn zusätzlich noch der hier beschriebene Wärmetauscher
eingesetzt angewendet wird, kann eine Kombination aus indirekter und direkter Wärmeintegration
den elektrischen Strombedarf für die Feedanwärmung auf 30% einer vollelektrischen
Anwärmung reduzieren.