[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Seilbremse gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Derartige Seilbremsen sind für die Verwendung mit einem textilen Sicherungsseil vorgesehen,
das zum Sichern einer gesicherten Person vor einem Sturz durch eine sichernde Person
dient. Im Sturzfall, also wenn die gesicherte Person stürzt bzw. fällt, bremst die
Seilbremse das Sicherungsseil und reduziert dadurch die vom Sicherungsseil auf die
sichernde Person übertragene Kraft. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die
sichernde Person leichter ist als die gesicherte Person. Derartige Seilbremsen ermöglichen
Seilschaften zwischen zwei Personen mit unterschiedlichem Gewicht, sodass auch die
schwerere Person von der leichteren Person gesichert werden kann. Von besonderer Bedeutung
haben derartige Seilbremsen beim Klettern an einer natürlichen oder künstlichen Wand,
beispielsweise beim Vorstiegsklettern. Die vorsteigende Person ist die gesicherte
Person und ist üblicherweise über ein entsprechendes Geschirr mit dem Sicherungsseil
verbunden, sodass die vorsteigende, gesicherte Person das Sicherungsseil mitnimmt.
Entlang der Wand wird das Sicherungsseil an ortsfesten bzw. wandfesten Sicherungspunkten,
beispielsweise in Form von fest verankerten Ösen, nach und nach eingehängt, beispielsweise
mittels entsprechender Karabiner. Die nachsteigende oder wartende Person ist die sichernde
Person und befindet sich unterhalb der gesicherten Person. Die sichernde Person ist
ebenfalls mit dem Sicherungsseil verbunden und lässt dieses gemäß dem Fortschritt
der gesicherten Person Zug um Zug nach. Hierbei verwendet die sichernde Person üblicherweise
ein Sicherungsgerät, durch das das Sicherungsseil hindurchgeführt ist und das in der
Regel an einem Geschirr befestigt ist, das die sichernde Person trägt. Das Sicherungsgerät
ermöglicht das gezielte Nachlassen des Sicherungsseils beim Klettervorgang. Für den
Sturzfall ist vorgesehen, dass die sichernde Person das Sicherungsseil mittels des
Sicherungsgeräts festhält, so dass das Sicherungsseil über das Sicherungsgerät und
über das Geschirr fest mit der sichernden Person verbunden ist. Die sichernde Person
sichert dadurch die gesicherte Person letztlich mit ihrem Körpergewicht. Im Sturzfall
einer schwereren gesicherten Person besteht die Möglichkeit, dass die sichernde Person
das dann unter hoher Zugkraft stehende Sicherungsseil trotz Sicherungsgerät nicht
halten kann. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass die leichtere sichernde Person durch
die Zugkraft des gehaltenen Sicherungsseils angehoben und/oder gegen die Wand gezogen
wird, wodurch sich eine Verletzungsgefahr für die sichernde Person ergibt.
[0003] Damit nun auch eine leichtere Person eine schwerere Person besser sichern kann, wird
zusätzlich eine Seilbremse verwendet, die an einem der Sicherungspunkte lösbar befestigt
wird, üblicherweise an dem zur sichernden Person nächstgelegenen Sicherungspunkt.
Der Sicherungspunkt, an dem die Seilbremse befestigt ist, befindet sich zwischen der
gesicherten Person und der sichernden Person. Das Sicherungsseil wird durch die Seilbremse
hindurchgeführt. Beim Klettern, also während des normalen Klettervorgangs kann sich
das Sicherungsseil mehr oder weniger frei durch die Seilbremse hindurchbewegen, sodass
durch die Seilbremse der Klettervorgang im Wesentlichen nicht behindert wird. Im Sturzfall
erzeugt die Seilbremse dagegen eine Reibungskraft am Sicherungsseil, die aus dem belasteten
Sicherungsseil Zugkraft herausnimmt und diese an den ortsfesten Sicherungspunkt somit
beispielsweise an die Wand überträgt. Die über das Sicherungsseil an der sichernden
Person ankommende Zugkraft ist dann entsprechend reduziert. In der Folge kann die
sichernde Person das unter reduzierter Zugkraft stehende Sicherungsseil im Sicherungsgerät
leichter festhalten. Auch reicht die reduzierte Zugkraft in der Regel nicht mehr aus,
die sichernde Person anzuheben und gegen die Wand zu ziehen. Wesentlich für eine derartige
Seilbremse ist der Umstand, dass das Sicherungsseil im Sturzfall durch die Seilbremse
nur gebremst, jedoch nicht blockiert wird. Das bedeutet, dass nur ein Teil der im
Sicherungsseil wirkenden Kraft von der Seilbremse aufgenommen wird, während der verbleibende
Teil von der sichernden Person aufgenommen wird. Nur so ist ein sicheres Ablassen
der gestürzten, im Sicherungsseil hängenden Person durch die sichernde Person möglich.
[0004] Aus der
DE 10 2014 001 695 B3 ist eine herkömmliche Seilbremse bekannt, die einen V-förmigen Bremsschlitz aufweist,
durch den das Sicherungsseil hindurchgeführt wird. Bei einer Zugbelastung wird das
Sicherungsseil in den Bremsschlitz hineingezogen, wodurch eine Reibung zwischen dem
Sicherungsseil und der Seilbremse durch Klemmung stark zunimmt. Damit diese herkömmliche
Seilbremse ordnungsgemäß funktioniert, benötigt sie ein vergleichsweise hohes Eigengewicht.
Ist die Seilbremse zu leicht, löst sie schon bei kleinen Widerständen bzw. Reibungswerten
aus, so dass das Sicherungsseil in den Bremsschlitz hineingezogen wird, wodurch ein
Weiterklettern verhindert wird. Zum anderen kann die Bremswirkung eines solchen V-förmigen
Bremsschlitzes nicht beliebig stark gestaltet werden. Gestaltet man den Bremsschlitz
zu aggressiv, wird das Ablassen der gesicherten Person ruckelig oder die Seilbremse
löst ständig fehlerhaft aus. Beim Klettern kann die Kontur des Bremsschlitzes dazu
führen, dass das Sicherungsseil daran hängen bleibt und die Seilbremse mitnimmt. In
der Folge wird das Sicherungsseil gebremst, was den Klettervorgang behindert. Auch
besteht die Möglichkeit, dass sich nach einem Sturz der gesicherten Person das Sicherungsseil
so im Bremsschlitz verklemmt, dass sich die herkömmliche Seilbremse nicht mehr ohne
Werkzeug und/oder ohne Beschädigung des Sicherungsseils lösen lässt. In der Folge
kann die gestützte gesicherte Person zum einen nicht einfach abgelassen werden und
zum anderen nicht mehr weiterklettern.
[0005] Eine gattungsgemäße Seilbremse ist aus der
DE 10 2021 002 712 B3 bekannt und ist so konfiguriert, dass sie an einem Sicherungspunkt lösbar befestigbar
ist, der sich zwischen der gesicherten Person und der sichernden Person befindet.
Die Seilbremse weist ein rotationssymmetrisches Führungselement zum Führen des Sicherungsseils
auf sowie einen Umlenkhebel, der einen Befestigungsabschnitt und einen Bremsabschnitt
aufweist und der um eine Schwenkachse schwenkbar gelagert ist. Ferner ist die Seilbremse
so konfiguriert, dass das Sicherungsseil zwischen dem Führungselement und dem Umlenkhebel
durchführbar ist. Außerdem ist der Befestigungsabschnitt zum Befestigen der Seilbremse
am jeweiligen Sicherungspunkt ausgestaltet.
[0006] Diese aus der
DE 10 2021 002 712 B3 bekannte Seilbremse ist außerdem mit einem Anschlag ausgestattet, der die Schwenkbewegung
des Umlenkhebels begrenzt, wobei der Anschlag so positioniert ist, dass ein Abstand
zwischen dem Umlenkhebel und dem Führungselement stets größer ist als ein Durchmesser
des Sicherungsseils. Im Sturzfall, also bei belasteten Sicherungsseil verschwenkt
der Umlenkhebel bis zum Anschlag, sodass das Sicherungsseil sowohl über den Bremsabschnitt
als auch über das Führungselement umgelenkt wird, um die gewünschte Bremswirkung durch
Reibung des Sicherungsseils sowohl an Bremsabschnitt als auch am Führungselement zu
erzeugen. Durch den Anschlag und die gewählte Beanstandung zwischen dem Umlenkhebel
und dem Führungselement wird bei der bekannten Seilbremse erreicht, dass ein Klemmen
des Sicherungsseils zwischen dem Bremsabschnitt und dem Führungselement ausgeschlossen
ist. In der Folge wird bei der bekannten Seilbremse die Bremswirkung nicht durch Klemmung,
sondern nur durch Reibung realisiert. Nachteilig bei der bekannten Seilbremse ist
jedoch, dass durch den Anschlag und die gewählte Beabstandung zwischen Umlenkhebel
und Führungselement die Seilbremse nur mit solchen Sicherungsseilen verwendet werden
kann, deren Durchmesser kleiner ist als der Abstand zwischen dem Umlenkhebel und dem
Führungselement. Der Durchmesser des Sicherungsseils darf aber auch nicht zu klein
sein, damit überhaupt eine ausreichende Bremswirkung durch Reibung erzeugt werden
kann. Dementsprechend funktioniert die bekannte Seilbremse am besten mit einem Standardsicherungsseil,
das einen Standarddurchmesser aufweist. Als Standard für Sicherungsseile kann beispielsweise
ein Durchmesser vom 9mm ± 0,5mm angenommen werden. Bekannte Seilbremsen funktionieren
daher in der Regel in einem Durchmesserbereich von 9-10mm gut, darüber und darunter
eingeschränkt. Bei 8.5-9mm haben sie in der Regel eher geringe Bremswirkungen. Bei
10-10.5mm sind sie in der Regel im Handling schlecht, da sich das Sicherungsseil während
des normalen Klettervorgangs aufgrund der Reibung nicht frei durch die Seilbremse
hindurchbewegen kann. Bei der bekannten Seilbremse kann das Sicherungsseil beim Klettern
entlang des Führungselements und/oder entlang eines Zusatzelements abgleiten, wodurch
sich eine gewisse Haftreibung ergibt, die je nach der Geschwindigkeit, mit der das
Sicherungsseil durch die Seilbremse nachgezogen wird, die Seilbremse mehr oder weniger
mitnehmen kann und von der vorauskletternden, gesicherten Person haptisch als zusätzlicher
Ballast spürbar ist.
[0007] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für eine Seilbremse der
vorstehend genannten Art eine verbesserte oder zumindest eine andere Ausführungsform
anzugeben, die sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass sie auch mit unterschiedlichen
Sicherungsseilen, die sich durch unterschiedliche Querschnitte bzw. Durchmesser voneinander
unterscheiden, verwendet werden kann.
[0008] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, auf einen Anschlag zur Gewährleistung
eines Mindestabstands zwischen dem Bremsabschnitt und dem Führungselement zu verzichten
und den Umlenkhebel und das Führungselement so aufeinander abzustimmen, dass auch
Abstände zwischen dem Umlenkhebel und dem Führungselement einstellbar sind, die kleiner
sind als der Durchmesser des Sicherungsseils. In der Folge kann im Sturzfall das Sicherungsseil
auch zwischen dem Bremsabschnitt und dem Führungsabschnitt geklemmt werden, sodass
die Bremswirkung auch durch Klemmung des Sicherungsseils erzeugt werden kann. Beim
Klemmen des Sicherungsseils wird das Sicherungsseil zwischen dem Bremsabschnitt und
dem Führungselement elastisch verformt, insbesondere elastisch gequetscht, was die
Anpressung des Sicherungsseils an den Bremsabschnitt und an das Führungselement erheblich
vergrößert, sodass eine besonders starke Reibungswirkung und somit auch eine entsprechend
hohe Bremswirkung realisierbar sind.
[0010] Im Einzelnen wird vorgeschlagen, dass das Führungselement als Führungsrolle ausgestaltet
ist, die um eine Drehachse drehbar gelagert ist, und dass der Umlenkhebel und die
Führungsrolle so auf einander abgestimmt sind, dass das Sicherungsseil, das durch
einen Sturz der gesicherten Person belastet ist, zwischen dem Bremsabschnitt und der
Führungsrolle geklemmt und dadurch - also durch die Klemmung - gebremst wird ohne
zu blockieren. Die erfindungsgemäße Seilbremse lässt sich damit auch mit Sicherungsseilen
unterschiedlicher Durchmesser verwenden, wodurch sich für den Einsatz der Seilbremse
eine höhere Flexibilität ergibt. Insbesondere lässt sich bei der erfindungsgemäßen
Seilbremse durch die Klemmung auch dann eine ausreichende Bremswirkung erzielen, wenn
ein Sicherungsseil verwendet wird, das kein Standardsicherungsseil ist und keinen
Standarddurchmesser aufweist. Die erfindungsgemäße Seilbremse arbeitet demnach anschlagsfrei
und funktioniert daher auch mit Sicherungsseilen, die einen Durchmesser aufweisen,
der kleiner ist oder größer ist als der Standarddurchmesser.
[0011] Durch den erfindungsgemäßen Vorschlag, das Führungselement als Führungsrolle auszugestalten,
wird das Klettern verbessert. Für den normalen Kletterbetrieb reduziert die drehbare
Führungsrolle die Reibung des Sicherungsseils innerhalb der Seilbremse und reduziert
dadurch Wechselwirkungen zwischen der Seilbremse und dem Sicherungsseil während des
normalen Klettervorgangs. Auch im Sturzfall ist die verbesserte Führung des Sicherungsseils
von Vorteil, um eine optimale Wirkung der Seilbremse erzielen zu können. Im Sturzfall
drückt der Bremsabschnitt das Sicherungsseil gegen die Führungsrolle, die mit der
Bewegung des Sicherungsseils abrollt und insoweit im Wesentlichen keine Reibung zwischen
dem Sicherungsseil und der Führungsrolle erzeugt. Die Bremswirkung wird im vorliegenden
Fall durch die Reibung zwischen dem Bremsabschnitt und dem Sicherungsseil erzeugt,
die durch die Klemmung oder Quetschungen jedoch vergleichsweise groß ist. Außerdem
wird durch die Klemmung bzw. Quetschung des Sicherungsseils Verformungsarbeit geleistet,
die ebenfalls eine nennenswerte Bremswirkung erzeugt. Versuche der Anmelderin haben
gezeigt, dass die Verwendung einer Führungsrolle in Verbindung mit der Klemmung einerseits
ausreicht, soviel Kraft aus den Sicherungsseil herauszunehmen, dass ein Gewichtsdefizit
der sichernden Person gegenüber der gesicherten Person kompensiert werden kann, während
andererseits effizient ein Blockieren des Seils durch die Klemmung vermieden werden
kann.
[0012] Die Führungsrolle kann radial außen eine Führungskontur aufweisen, die mit dem Sicherungsseil
zusammenwirkt bzw. an der das Sicherungsseil zur Anlage kommt. Diese radiale Außenkontur
kann bei einer einfachen Ausführungsform zylindrisch ausgestaltet sein. Bei einer
vorteilhaften Ausführungsform kann die radiale Außenkontur rinnenförmig ausgestaltet
sein und insbesondere eine konkave Wölbung aufweisen. Hierdurch lässt sich insbesondere
für den Sturzfall die Führungswirkung der Führungsrolle verbessert, wobei gleichzeitig
eine plastische Verformung bzw. eine Verletzung des Sicherungsseils durch den Klemmvorgang
weitgehend vermieden werden kann. Es ist klar, dass durch eine solche Rinne oder Nut
der minimal verwendbare Seildurchmesser auf übliche, vernünftig handhabbare Seildurchmesser
begrenzt ist.
[0013] Entsprechend einer vorteilhaften Ausführungsform können der Umlenkhebel und das Führungselement
so auf einander abgestimmt sein, dass der Umlenkhebel bei fehlendem Sicherungsseil
bis zur Anlage am Führungselement verschwenkbar ist. Hierdurch ergibt sich eine besonders
hohe Flexibilität hinsichtlich der möglichen Durchmesser für das Sicherungsseil, mit
dem die Seilbremse verwendet werden kann. Bei dieser Konfiguration ist außerdem sichergestellt,
dass sich der Bremsabschnitt stets auf der richtigen Seite des Führungselements befindet,
was die Betriebssicherheit bei der Verwendung der Seilbremse erhöht. Die Abstimmung
des Umlenkhebels und des Führungselements aufeinander erfolgt zweckmäßig so, dass
das Führungselement die Schwenkbarkeit des Umlenkhebels begrenzt, indem der Bremsabschnitt
bei fehlendem Sicherungsseil am Führungselement zur Anlage kommt. Mit anderen Worten,
die Abstimmung des Umlenkhebels und des Führungselements aufeinander erfolgt insbesondere
so, dass das Führungselement einen die Schwenkbarkeit des Umlenkhebels begrenzenden
Anschlag bildet, an dem der Bremsabschnitt bei fehlendem Sicherungsseil zur Anlage
kommt.
[0014] Im vorliegenden Zusammenhang ist eine "Konfiguration" gleichbedeutend mit einer "Ausgestaltung"
und/oder "Einrichtung", sodass die Formulierung "so konfiguriert, dass" gleichbedeutend
ist mit der Formulierung "so ausgestaltet und/oder eingerichtet, dass".
[0015] Bei einer alternativen Ausführungsform können der Umlenkhebel und das Führungselement
so auf einander abgestimmt sein, dass der Umlenkhebel bei fehlendem Sicherungsseil
am Führungselement vorbei verschwenkbar ist. Diese Ausführungsform lässt sich nur
mit Sicherungsseilen verwenden, die einen Mindestdurchmesser aufweisen, der jedoch
deutlich kleiner sein kann als der Standarddurchmesser.
[0016] Grundsätzlich kann das Führungselement als feststehender zylindrischer Führungsbolzen
ausgestaltet sein, der sich parallel zur Schwenkachse des Umlenkhebels erstreckt.
Ein derartiger feststehender Führungsbolzen bewirkt im Sturzfall, dass das Sicherungsseil
sowohl an Bremsabschnitt als auch am Führungsbolzen durch Reibung gebremst wird, was
besonders effektiv ist.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann die Schwenkachse des Umlenkhebels parallel
zur Drehachse der Führungsrolle verlaufen. Hierdurch ergibt sich ein besonders einfacher
und funktionssicherer Aufbau.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Umlenkhebel
und die Führungsrolle so aufeinander abgestimmt sind, dass beim Klettern das Sicherungsseil
entlang der Führungsrolle abrollen kann, ohne den Umlenkhebel zu berühren. Hierdurch
ergibt sich beim Klettern eine minimale Rollreibung, so dass die Seilsicherung von
der gesicherten Person kaum wahrnehmbar ist.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Umlenkhebel
und die Führungsrolle so aufeinander abgestimmt sind, dass sich im Sturzfall an der
Führungsrolle und am Bremsabschnitt jeweils ein Umschlingungswinkel von weniger als
180°, vorzugsweise von weniger als 150° einstellt. Damit wird das Sicherungsseil im
Sturzfall nur relativ gering mechanisch belastet, was dessen Langlebigkeit und eine
dauerhafte Funktionssicherheit unterstützt.
[0020] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Bremsabschnitt
gegenüber dem Befestigungsabschnitt zur Führungsrolle hin geneigt ist. Diese Maßnahme
unterstützt einen kompakten Aufbau, ein rasches und präzises Ansprechen der Seilsicherung
im Sturzfall und kann für den normalen Klettervorgang ausreichend Freiraum für ein
reibungsarmes Durchführen des Sicherungsseils durch die Seilbremse schaffen.
[0021] Bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei der die Seilbremse eine Grundplatte aufweist,
von der das Führungselement absteht und an der der Umlenkhebel schwenkbar gelagert
ist. Außerdem kann die Seilbremse eine Deckelplatte aufweisen, die an der Grundplatte
zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung verstellbar ist. In der Offenstellung
öffnet die Deckelplatte einen Zugang, durch den das Sicherungsseil quer zur Seillängsrichtung
zwischen das Führungselement und den Umlenkhebel in die Seilbremse einsetzbar ist.
In der Schließstellung verschließt die Deckelplatte diesen Zugang, sodass das in die
Seilbremse eingesetzte Sicherungsseil nicht quer zur Seillängsrichtung aus der Seilbremse
herausnehmbar ist. Diese Maßnahme unterstützt einen sicheren Betrieb der Seilbremse
während ihrer Verwendung mit dem Sicherungsseil.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung kann die Seilbremse einen von der Grundplatte
abstehenden Lagerbolzen aufweisen, an dem der Umlenkhebel und die Deckelplatte um
eine gemeinsame Schwenkachse schwenkbar gelagert sind. Hierdurch ergibt sich eine
kompakte Bauform für die Seilbremse.
[0023] Zusätzlich oder alternativ kann die Seilbremse ein mit der Deckelplatte zusammenwirkendes
Sicherungselement aufweisen, das zwischen einer Entsicherungsstellung und einer Sicherungsstellung
verstellbar ist. In der Entsicherungsstellung lässt das Sicherungselement ein Verstellen
der Deckelplatte von der Schließstellung in die Offenstellung zu. In der Sicherungsstellung
bewirkt das Sicherungselement dagegen eine Sicherung oder Blockierung der Deckelplatte
in deren Schließstellung. Durch diese Bauform muss der Anwender zunächst das Sicherungselement
betätigen, insbesondere manuell, um anschließend die Deckelplatte von der Schließstellung
in die Offenstellung überführen zu können, vorzugsweise auch manuell. Durch diese
Maßnahme kann ein versehentliches Öffnen der Deckelplatte vermieden werden.
[0024] Ferner kann auch für die Führungsrolle ein Lagerbolzen vorgesehen sein, an dem die
Führungsrolle, insbesondere über wenigstens ein Lager, drehbar gelagert ist und der
von der Grundplatte absteht. Optional kann vorgesehen sein, dass die Deckelplatte
in der Schließstellung mit diesem Lagerbolzen formschlüssig in Eingriff steht, so
dass der Lagerbolzen auch an der Deckelplatte abgestützt ist. Hierdurch besitzt die
Seilbremse in der Schließstellung eine besonders hohe Stabilität.
[0025] Eine andere vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass der Befestigungsabschnitt
des Umlenkhebels eine Befestigungsöffnung zum Befestigen eines Karabiners aufweist,
mit dem die Seilbremse am jeweiligen Sicherungspunkt befestigbar ist. Hierdurch wird
eine besonders einfache und kostengünstige Ausführungsform geschaffen.
[0026] Alternativ dazu kann gemäß einer anderen Ausführungsform der Befestigungsabschnitt
des Umlenkhebels mit einem Befestigungsbolzen ausgestattet sein, an dem ein Halteelement
gehalten ist, mit dem die Seilbremse am jeweiligen Sicherungspunkt befestigbar ist.
Mithilfe des Halteelements ergibt sich eine höhere Flexibilität für die Verwendbarkeit
der Seilbremse an unterschiedlich gestalteten Sicherungspunkten.
[0027] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann das Halteelement ein textiles Halteelement
sein. Ein textiles Haltelement zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität aus sowie
durch ein geringes Gewicht und ist vielseitig verwendbar. Insbesondere im Sturzfall
kann ein textiles Halteelement Relativbewegungen zwischen der Seilbremse und dem jeweiligen
Sicherungspunkt erlauben, wodurch eine Beschädigung des Sicherungsseils im Sturzfall
verhindert werden kann.
[0028] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform kann der Befestigungsbolzen lösbar am Umlenkhebel
bzw. am Befestigungsabschnitt angebracht sein. Beispielsweise kann der Befestigungsbolzen
als Schraubbolzen konfiguriert sein, der mit dem Befestigungsabschnitt verschraubt
ist. Ein derartiger lösbarer Befestigungsbolzen ist insbesondere in Verbindung mit
einem textilen Halteelement von Vorteil, da dadurch das Halteelement austauschbar
an der Seilbremse angebracht ist. Während des Betriebs der Seilbremse ist das textile
Halteelement einem größeren Verschleiß ausgesetzt als andere Komponenten der Seilbremse.
Durch den lösbar angebrachten Befestigungsbolzen kann das Halteelement während der
Lebensdauer der Seilbremse mehrfach ausgetauscht werden.
[0029] Eine andere vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass das Halteelement ein textiles
Seil oder Band ist, das zwei Endabschnitte und einen die beiden Endabschnitte miteinander
verbindenden Mittelabschnitt aufweist. Die beiden Endabschnitte sind mit dem Mittelabschnitt
so vernäht, dass sich dabei zwei Schlaufen ausbilden, die voneinander beabstandet
sind. Die eine Schlaufe umschlingt nun den Befestigungsbolzen, während mit der anderen
Schlaufe die Seilbremse am jeweiligen Sicherungspunkt befestigbar ist. Derartige genähte
Halteelemente zeichnen sich durch eine große Robustheit und günstige Herstellungskosten
aus.
[0030] Alternativ dazu kann das Halteelement auch eine Schlaufe aus einem textilen Seil
oder aus einem textilen Band sein, die den Befestigungsbolzen umschlingt und mit der
die Seilbremse am jeweiligen Sicherungspunkt befestigbar ist. Eine derartige Schlaufe
ist in sich geschlossen, also quasi endlos. Die Verwendung einer solchen Schlaufe
als Halteelement ermöglicht eine besonders hohe Flexibilität für die Verwendung der
Seilbremse an unterschiedlichsten Sicherungspunkten.
[0031] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Befestigungsbolzen
hinsichtlich seines Abstands von der Schwenkachse verstellbar am Befestigungsabschnitt
angeordnet ist und dabei in wenigstens zwei verschiedenen Positionen fixierbar ist,
die sich durch unterschiedliche Abstände von der Schwenkachse voneinander unterscheiden.
Der Abstand des Befestigungsbolzens von der Schwenkachse definiert den wirksamen Hebelarm
des Befestigungsabschnitts, der im Sturzfall den Bremsabschnitt gegen das Sicherungsseil
andrückt. Über diesen Hebelarm wird die Kraft bestimmt, die im Sturzfall mithilfe
der Seilbremse durch Reibung aus den Sicherungsseil herausgenommen werden kann. Damit
bestimmt der Hebelarm und somit der genannte Abstand die Größe des Gewichtsunterschieds
zwischen gesicherter Person und sichernder Person, der mithilfe der Seilbremse kompensiert
werden kann. Durch die Verstellbarkeit des Befestigungsbolzens, durch die unterschiedliche
Positionen mit verschiedenen Abständen zur Schwenkachse fest einstellbar sind, ermöglicht
somit eine Anpassung der Seilbremse an unterschiedliche Gewichtsunterschiede zwischen
sichernder Person und gesicherter Person. Dadurch ergibt sich eine besonders große
Bandbreite für den Einsatz der Seilbremse.
[0032] Beispielsweise kann der Befestigungsabschnitt quer zur Schwenkachse ein Langloch
aufweisen, in dem der Befestigungsbolzen quer zur Schwenkachse verstellbar angeordnet
ist, wodurch sich der Abstand zwischen Befestigungsbolzen und Schwenkachse variieren
lässt. Mittels wenigstens einer Spannschraube kann nun der Befestigungsbolzen in der
jeweiligen Position am Befestigungsabschnitt fixiert werden, wodurch der jeweils eingestellte
Abstand und der dadurch gebildete Hebelarm fixiert sind. Die beiden Längsenden des
Langlochs definieren dabei zwei Endstellungen für den Befestigungsbolzen, in denen
der Befestigungsbolzen am Befestigungsabschnitt fixierbar ist. Es ist klar, dass der
Befestigungsbolzen auch so konfiguriert sein kann, dass er zwischen den beiden Endstellungen
in jeder beliebigen Zwischenstellung fixierbar ist, sodass quasi beliebig viele Positionen
für den Sicherungsbolzen einstellbar und fixierbar sind, die sich durch unterschiedliche
Abstände von der Schwenkachse unterscheiden.
[0033] Bei einer weniger komplexen alternativen Ausführungsform kann der Befestigungsabschnitt
zusätzlich zum Befestigungsbolzen einen Einstellbolzen aufweisen, der sich vorzugsweise
parallel zum Befestigungsbolzen erstreckt, der von der Schlaufe umschlungen ist, die
das Halteelement bildet. Der Einstellbolzen ist dabei am Befestigungsabschnitt mit
einem anderen Abstand von der Schwenkachse angeordnet als der Befestigungsbolzen.
Zweckmäßig kann nun der Einstellbolzen relativ zum Befestigungsbolzen so angeordnet
sein, dass die Schlaufe in eine erste Schlaufenstellung und in eine zweite Schlaufenstellung
überführbar ist. In der ersten Schlaufenstellung ist die Schlaufe an einer der Schwenkachse
zugewandten Seite des Einstellbolzens am Einstellbolzen vorbeigeführt. In der zweiten
Schlaufenstellung ist die Schlaufe an einer von der Schwenkachse abgewandten Seite
des Einstellbolzens am Einstellbolzen vorbeigeführt. Durch die beiden Schlaufenstellungen
werden am Befestigungsabschnitt zwei unterschiedliche Hebelarme wirksam. In der ersten
Schlaufenstellung stützt sich die Schlaufe im Sturzfall am Einstellbolzen ab, sodass
der Abstand des Einstellbolzens zur Schwenkachse den wirksamen Hebelarm bestimmt.
In der zweiten Schlaufenstellung stützt sich die Schlaufe im Sturzfall nur am Befestigungsbolzen
ab, sodass der Abstand zwischen dem Befestigungsbolzen und der Schwenkachse den wirksamen
Hebelarm bestimmt.
[0034] Bei einer Weiterbildung kann der Einstellbolzen lösbar ausgestaltet sein, sodass
auch eine dritte Schlaufenstellung einstellbar ist, in der die Schlaufe den Einstellbolzen
umschlingt. Auf diese Weise lässt sich quasi ein dritter wirksamer Hebelarm realisieren,
da sich in der dritten Schlaufenstellung die Schlaufe im Sturzfall einerseits am Einstellbolzen
und andererseits an Befestigungsbolzen abstützt, wodurch ein mittlerer Hebelarm wirksam
ist, der zwischen denjenigen der ersten und zweiten Schlaufenstellung liegt.
[0035] Bei einer alternativen Ausführungsform kann der Befestigungsabschnitt des Umlenkhebels
einen ersten Einstellbolzen und einen zweiten Einstellbolzen aufweisen, die jeweils
einen anderen Abstand zur Schwenkachse aufweisen als der Befestigungsbolzen. Zweckmäßig
können sich die beiden Einstellbolzen parallel zum Befestigungsbolzen erstrecken.
Außerdem ist der erste Einstellbolzen näher an der Schwenkachse angeordnet als der
zweite Einstellbolzen. Ferner sind die Einstellbolzen relativ zum Befestigungsbolzen
so angeordnet, dass die Schlaufe in eine erste Schlaufenstellung, in eine zweite Schlaufenstellung
und in eine dritte Schlaufenstellung überführbar ist. In der ersten Schlaufenstellung
ist die Schlaufe an einer der Schwenkachse zugewandten Seite am ersten Einstellbolzen
vorbeigeführt. In der zweiten Schlaufenstellung ist die Schlaufe an einer von der
Schwenkachse abgewandten Seite am zweiten Einstellbolzen vorbeigeführt. In der dritten
Schlaufenstellung ist die Schlaufe zwischen dem ersten Einstellbolzen und dem zweiten
Einstellbolzen hindurchgeführt. Auch hier lassen sich durch die unterschiedlichen
Schlaufenstellungen unterschiedliche wirksame Hebelarme einstellen, wodurch sich die
Seilbremse auf einfache Weise an unterschiedliche Gewichtsunterschiede zwischen gesicherter
Person und sichern der Personen anpassen lässt.
[0036] Zweckmäßig ist eine Ausführungsform, bei der die Seilbremse ein Federelement aufweist,
das mit dem Umlenkhebel so zusammenwirkt, dass es den Bremsabschnitt vom Führungselement
weggerichtet antreibt. Hierdurch wird für den normalen Klettervorgang ein leichtgängiges,
weitgehend ungehindertes Durchführen des Sicherungsseils durch die Seilbremse gewährleistet.
[0037] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0038] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den durch die Ansprüche
definierten Rahmen der Erfindung zu verlassen. Vorstehend genannte und nachfolgend
noch zu nennende Bestandteile einer übergeordneten Einheit, wie z.B. einer Einrichtung,
einer Vorrichtung oder einer Anordnung, die separat bezeichnet sind, können separate
Bauteile bzw. Komponenten dieser Einheit bilden oder integrale Bereiche bzw. Abschnitte
dieser Einheit sein, auch wenn dies in den Zeichnungen anders dargestellt ist.
[0039] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Komponenten beziehen.
[0040] Es zeigen, jeweils schematisch,
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Seilbremse bei entfernter Deckelplatte mit einem durch die
Seilbremse hindurchgeführten Sicherungsseil in einem entlasteten Zustand des Sicherungsseils,
- Figur 2
- eine Seitenansicht wie in Figur 1, jedoch mit der Deckelplatte,
- Figur 3
- eine Seitenansicht wie in Figur 1, jedoch im belasteten Zustand des Sicherungsseils,
- Figur 4
- eine Seitenansicht in Figur 3, jedoch bei einer anderen Ausführungsform,
- Figur 5
- Seitenansichten wie in den Figuren 3 und 4, jedoch bei einer weiteren Ausführungsform
und bei verschiedenen Zuständen A und B,
- Figur 6
- Seitenansichten wie in den Figuren 3 bis 5, jedoch mit der Deckelplatte und bei einer
weiteren Ausführungsform und bei verschiedenen Zuständen A, B, C,
- Figur 7
- Seitenansichten wie in Figur 6, jedoch bei einer weiteren Ausführungsform bei unterschiedlichen
Zuständen A, B, C,
- Figur 8
- eine isometrische Ansicht der Seilbremse mit Deckelplatte im belasteten Zustand des
Sicherungsseils bei einer weiteren Ausführungsform,
- Figur 9
- eine isometrische Ansicht der in den Figuren 1 bis 3 gezeigten Seilbremse mit Deckelplatte
im belasteten Zustand.
[0041] Entsprechend den Figuren 1 bis 9 umfasst eine Seilbremse 1 ein rotationssymmetrisches
Führungselement 2 und einen Umlenkhebel 3, der einen Befestigungsabschnitt 4 und einen
Bremsabschnitt 5 aufweist und der um eine Schwenkachse 6 schwenkbar gelagert ist.
[0042] Die Seilbremse 1 dient zur Verwendung mit einem textilen Sicherungsseil 7, von dem
hier in den Figuren 1 bis 9 jeweils nur ein kleiner Abschnitt gezeigt ist. Das Sicherungsseil
7 dient dabei zum Sichern einer gesicherten Person 8, die in den Figuren durch einen
Kreis angedeutet ist, vor einem Sturz aus der Höhe, wobei die Sicherung durch eine
sichernde Person 9 erfolgt, die ebenfalls durch einen Kreis dargestellt ist. Die Seilbremse
1 ist hierzu an einem Sicherungspunkt 10 lösbar befestigbar, der sich im Einsatz des
Sicherungsseils 7 zwischen der gesicherten Person 8 und der sichernden Person 9 befindet.
Beispielsweise kann ein derartiger Sicherungspunkt 10 an einer natürlichen oder künstlichen
Wand 11 fixiert bzw. verankert sein. Üblicherweise kann die Befestigung der Seilbremse
1 am jeweiligen Sicherungspunkt 10 mittels eines Karabiners erfolgen.
[0043] Das Führungselement 2 dient zum Führen des Sicherungsseils 7. Hierzu ist das Sicherungsseil
7 zwischen dem Führungselement 2 und dem Umlenkhebel 3 durch die Seilbremse 1 durchführbar
bzw. durchgeführt. Der Befestigungsabschnitt 4 dient zum Befestigen der Seilbremse
1 am jeweiligen Sicherungspunkt 10, wobei entsprechende Sicherungselemente, wie zum
Beispiel ein Karabiner oder dergleichen zum Einsatz kommen können. Beim ordnungsgemäßen
Gebrauch des Sicherungsseils 7 ist das Sicherungsseil 7 einerseits mit der gesicherten
Person 8 und andererseits mit der sichernden Person 9 verbunden. Diese Verbindungen
sind in den Figuren durch unterbrochene Linien angedeutet. Beim Klettern, insbesondere
an der Wand 11, geht die gesicherten Person 8 voraus und nimmt dabei das Sicherungsseil
7 mit. Die sichernde Person 9 lässt gemäß dem Fortschritt der gesicherten Person 8
das Seil 7 nach derart, dass gerade so viel freie Seillänge zur Verfügung steht, dass
sich die gesicherten Person 8 frei bewegen kann. Auf diese Weise ist die freie Seillänge
bei einem Sturz der gesicherten Person 8 möglichst kurz, sodass die Sicherungswirkung
des Sicherungsseils 7 rasch einsetzt. Der Sicherungspunkt 10, an dem die Seilbremse
1 befestigt ist, befindet sich - abweichend zur diesbezüglich stark vereinfachten
Darstellung der Figuren 1 bis 9 - beim Klettern zwischen der gesicherten Person 8
und der sichernden Person 9, die sich unterhalb der gesicherten Person 8 befindet.
Üblicherweise handelt es sich dabei um den zur sichernden Person 9 nächstliegenden
Sicherungspunkt 10. Die Befestigung der Seilbremse 10 am jeweiligen Sicherungspunkt
10 ist in den Figuren durch eine unterbrochene Linie angedeutet.
[0044] In den Figuren 1 und 2 ist ein Zustand wiedergegeben, der sich beim ordnungsgemäßen
Klettern einstellt, also wenn das Sicherungsseil 7 weitgehend unbelastet ist. In diesem
unbelasteten Zustand des Sicherungsseils 7 hängt die Seilbremse 1 durch ihr Eigengewicht
am jeweiligen Sicherungspunkt 10 nach unten in Richtung der sichernden Person 9. Die
Figuren 3 bis 9 zeigen dagegen einen belasteten Zustand des Sicherungsseils 7, der
vor allem durch einen Sturz der gesicherten Person 8 entsteht. In diesem Fall wird
die Seilbremse 1 nach oben gezogen, wodurch sie sich dann vom jeweiligen Sicherungspunkt
10 nach oben erstreckt in Richtung zur gesicherten Person 8. Diese Kinematik ergibt
sich dadurch, dass die sichernde Person 9 üblicherweise weiter von der Wand 11 entfernt
positioniert ist als die an bzw. in der Wand 11 kletternde, gesicherte Person 8. Dadurch
erfolgt am Führungselement 7 eine Umlenkung des Sicherungsseils 7, die bei einer nach
oben gerichteten Zugbelastung des Sicherungsseils 7 über das Führungselement 2 die
Seilbremse 1 insgesamt nach oben zieht.
[0045] Bei der hier vorgestellten Seilbremse 1 sind der Umlenkhebel 3 und das Führungselement
2 so aufeinander abgestimmt, dass das belastete Sicherungsseil 7 zwischen dem Bremsabschnitt
5 und dem Führungselement 2 geklemmt und dadurch gebremst wird. Die Klemmung entspricht
dabei keiner Blockierung, da sich das Sicherungsseil 7 auch im geklemmten Zustand
gegen die Reibungskraft relativ zur Seilbremse 1 bewegen kann. Die Klemmung ergibt
sich dadurch, dass sich der Bremsabschnitt 5 bei Verschwenken des Umlenkhebels 3 soweit
dem Führungselement 2 nähern kann, dass ein Abstand zwischen dem Bremsabschnitt 5
und dem Führungselement 2 kleiner ist als ein Durchmesser 12 des Sicherungsseils 7.
Durch die Klemmung wird dabei eine elastische Verformung des Sicherungsseils 7 bewirkt.
In den Figuren 3 bis 9 ist ein Zustand gezeigt, bei dem der Zug im Sicherungsseil
7 die Seilbremse 1 relativ zum jeweiligen Sicherungspunkt 10, an dem die Seilbremse
1 befestigt ist, nach oben verstellt hat. Außerdem ist der Umlenkhebel 3 soweit verschwenkt,
dass sich der Bremsabschnitt 5 dem Führungselement 2 genähert hat, jedoch noch nicht
soweit, dass bereits die Klemmung einsetzt. Bei größerer Zugbelastung kann der Umlenkhebel
3 weiter im Uhrzeigersinn Verschwenken, sodass sich der Bremsabschnitt 5 weiter dem
Führungselement 2 annähern kann, solange, bis es zur Klemmung und Quetschungen des
Sicherungsseils 7 zwischen dem Bremsabschnitt 5 und dem Führungselement 2 kommt.
[0046] Zweckmäßig ist die Konfiguration von Umlenkhebel 3 und Führungselement 2 so gewählt,
dass der Umlenkhebel 5 bei fehlendem Sicherungsseil 7 bis zur Anlage am Führungselement
2 verschwenkbar ist oder am Führungselement 2 vorbei verschwenkbar ist. Beispielsweise
können Umlenkhebel 3 und Führungselement 2 so aufeinander abgestimmt sein, dass das
Führungselement 2 die Schwenkbarkeit des Umlenkhebels 3 begrenzt, indem der Bremsabschnitt
5 bei fehlendem Sicherungsseil 7 am Führungselement 2 zur Anlage kommt. Auf diese
Weise bildet das Führungselement 2 quasi einen Anschlag, der die Schwenkbarkeit des
Umlenkhebels 3 begrenzt, wenn der Bremsabschnitt 5 bei fehlendem Sicherungsseil 7
an dem den Anschlag bildenden Führungselement 2 zur Anlage kommt.
[0047] Bei den hier gezeigten Ausführungsformen ist das Führungselement 2 als Führungsrolle
13 ausgestaltet, die um eine Drehachse 14 drehbar gelagert ist. Die Drehachse 14 erstreckt
sich dabei parallel zur Schwenkachse 6. Bei den hier gezeigten Beispielen besitzt
die Führungsrolle 13 bezüglich ihrer Drehachse 14 radial außen eine rinnenförmige
Außenkontur, in die das Sicherungsseil 7 eintaucht, was eine sichere Führungswirkung
bewirkt.
[0048] Im belasteten Zustand des Sicherungsseils 7 mitnimmt ein Umschlingungswinkel zu,
mit denen das Sicherungsseil 7 das Führungselement 2 umschlingt. In den Figuren 3
bis 9 beträgt der Umschlingungswinkel etwa 90°. Im unbelasteten Zustand der Figuren
1 und 2 ist im Wesentlichen kein Umschlingungswinkel vorhanden, da das Sicherungsseil
7 hier frei durch die Seilbremse 1 hindurchgeführt ist und quasi nur tangential am
Führungselement 2 anliegt.
[0049] Bevorzugt sind dabei der Umlenkhebel 3 und die Führungsrolle 13 so aufeinander abgestimmt
sind, dass beim Klettern gemäß Figur 1 und 2 das Sicherungsseil 7 entlang der Führungsrolle
13 abrollen kann, ohne den Umlenkhebel 3 zu berühren. Ferner können der Umlenkhebel
3 und die Führungsrolle 13 so aufeinander abgestimmt sein, dass sich im Sturzfall
gemäß den Figuren 3 bis 9 an der Führungsrolle 13 und am Bremsabschnitt 5 jeweils
ein Umschlingungswinkel von weniger als 180°, vorzugsweise von weniger als 150°, insbesondere
von weniger als 135°, einstellt. Optional kann außerdem vorgesehen sein, dass der
Bremsabschnitt 5 gegenüber dem Befestigungsabschnitt 4 auf die Führungsrolle 13 zu
geneigt ist. Bei den hier gezeigten Ausführungsformen ist ein bevorzugter Neigungswinkel
von 30° gezeigt. Vorzugsweise kann dieser Neigungswinkel in einem Winkelbereich von
15° bis 45° liegen.
[0050] Bei allen hier gezeigten Ausführungsformen weist die Seilbremse 1 eine Grundplatte
15 auf, von der das Führungselement 2 absteht bzw. die Führungsrolle 13 drehbar gelagert
ist. An der Grundplatte 15 ist außerdem der Umlenkhebel 3 schwenkbar gelagert. Des
Weiteren besitzt die Seilbremse 1 eine in den Figuren 2 und 6 bis 9 erkennbare Deckelplatte
16, die zu Erläuterungszwecken in Figur 1 mit unterbrochener Linie gezeichnet und
in den Figuren 3 bis 5 weggelassen ist. Die Deckelplatte 16 ist an der Grundplatte
15 zwischen einer nur in Figur 1 erkennbaren Offenstellung und einer in den Figuren
2 und 6 bis 9 gezeigten Schließstellung verstellbar. In der Offenstellung gibt die
Deckelplatte 16 gemäß Figur 1 einen Zugang 17 frei, durch den das Sicherungsseil 7
quer zur Seillängsrichtung zwischen das Führungselement 2 und den Umlenkhebel 3 in
die Seilbremse 1 einsetzbar ist. Hierdurch ist es möglich, die Seilbremse 1 auch dann
am Sicherungsseil 3 anzubringen, wenn das Sicherungsseil 3 bereits die gesicherten
Person 8 mit der sichernden Person 9 verbindet. In der Schließstellung ist dieser
Zugang 17 dagegen durch die Deckelplatte 16 verschlossen. In der Folge kann das in
die Seilbremse 1 eingesetzte Sicherungsseil 7 nicht quer zur Seillängsrichtung aus
der Seilbremse 1 herausgenommen werden.
[0051] Die Seilbremse 1 kann einen von der Grundplatte 15 abstehenden Lagerbolzen 18 aufweisen,
an dem einerseits der Umlenkhebel 3 und andererseits die Deckelplatte 16 um eine gemeinsame
Schwenkachse 6 gelagert sind. Ferner kann die Seilbremse 1 einen von der Grundplatte
15 abstehenden weiteren Lagerbolzen 19 aufweisen, an dem die Führungsrolle 3 drehbar
gelagert ist. Zur drehbaren Lagerung der Führungsrolle 13 am weiteren Lagerbolzen
19 kann wenigstens ein Lager 20 vorgesehen sein, das als Gleitlager oder als Wälzlager,
insbesondere als Kugellager, ausgestaltet sein kann. Je nach Bauhöhe der Führungsrolle
13 können auch zwei derartige Lager 20 axial benachbart am Lagerbolzen 19 angebracht
sein, um die Führungsrolle 13 zu lagern.
[0052] Die Deckelplatte 16 kann so konfiguriert sein, dass sie in der Schließstellung mit
dem weiteren Lagerbolzen 19 formschlüssig in Eingriff kommt, derart, dass sich dieser
in der Schließstellung der Deckelplatte 16 auch kraftübertragend an der Deckelplatte
16 abstützt. In der Offenstellung kommt die Deckelplatte 16 von diesem Lagerbolzen
19 frei, um den Zugang 17 zu öffnen.
[0053] Gemäß den Figuren 2 und 6 bis 9 kann die Seilbremse 1 außerdem ein Sicherungselement
21 aufweisen, das manuell betätigbar ist und das mit der Deckelplatte 16 zusammenwirkt.
Das Sicherungselement 21 ist zwischen einer Entriegelungsstellung, in der das Sicherungselement
21 ein Verstellen, insbesondere ein Verschwenken, der Deckelplatte 16 von der Schließstellung
in die Offenstellung ermöglicht, und einer Sicherungsstellung verstellbar, in der
das Sicherungselement 21 die Deckelplatte 16 in deren Schließstellung sichert bzw.
blockiert. Das Sicherungselement 21 kann in seine Sicherungsstellung federbelastet
vorgespannt sein, derart, dass beim Verstellen der Deckelplatte 16 in deren Schließstellung
das Sicherungselement 21 selbsttätig in seine Sicherungsstellung zurückverstellt wird.
[0054] In Figur 8 ist eine besonders einfache Ausführungsform für die Seilbremse 1 gezeigt,
die sich dadurch auszeichnet, dass der Befestigungsabschnitt 4 des Umlenkhebels 3
eine Befestigungsöffnung 22 aufweist, die so konfiguriert ist, dass sich durch diese
Befestigungsöffnung 22 hindurch ein Karabiner 23 an der Seilbremse 1 befestigen lässt,
mit dessen Hilfe die Seilbremse 1 am jeweiligen Sicherungspunkt 10 befestigt werden
kann.
[0055] Bei den anderen Ausführungsformen der Figuren 1 bis 7 und 9 ist dagegen am Befestigungsabschnitt
4 des Umlenkhebels 3 ein Befestigungsbolzen 24 vorgesehen, der sich zweckmäßig parallel
zur Schwenkachse 6 erstreckt. Die Seilbremse 1 ist außerdem mit einem Halteelement
25 ausgestattet, das am Befestigungsbolzen 24 gehalten ist und mit dem die Seilbremse
1 am jeweiligen Sicherungspunkt 10 befestigt werden kann. Beispielsweise lässt sich
das Halteelement 25 mithilfe eines Karabiners am jeweiligen Sicherungspunkt 10 festlegen.
Hierzu kann das Halteelement 25 gemäß den Figuren 1 bis 3 und 9 eine erste Öffnung
26, die vom Befestigungsbolzen 24 durchsetzt ist, sowie eine zweite Öffnung 27 aufweisen,
in die beispielsweise ein Karabiner eingreifen kann.
[0056] Damit das Halteelement 25 den Befestigungsbolzen 24 formschlüssig umgreifen kann,
kann der Befestigungsabschnitt 4 zweckmäßig zwei Wangen 41 aufweisen, die parallel
zur Schwenkachse 6 voneinander beabstandet sind und die parallel zueinander verlaufen.
Die beiden Wangen 41 gehen dabei von einem zentralen Bereich des Umlenkhebels 3 aus,
durch den die Schwenkachse 6 verläuft. Der Befestigungsbolzen 24 ist an beiden Wangen
41 abgestützt. Das Halteelement 25 umgreift den Befestigungsbolzen 24 zwischen den
beiden Wangen 41. Zu Erläuterungszwecken ist in den Figuren 6 und 7 die dem Betrachter
zugewandte Wange 41 weggelassen. In den Figuren 1 bis 5 ist nur die dem Betrachter
zugewandte Wange 41 erkennbar. In der isometrischen Ansicht der Figur 9 sind beide
Wangen 41 erkennbar. Bei der in Figur 8 gezeigten Ausführungsform sind dagegen keine
Wangen vorhanden.
[0057] Grundsätzlich kann das Halteelement 25 beliebig konfiguriert sein. Die Figuren 4
bis 7 zeigen jedoch Bevorzugte Ausführungsformen, bei denen das Halteelement 25 durch
ein textiles Halteelement 25 gebildet ist. Der Befestigungsbolzen 24 kann lösbar am
Umlenkhebel 3 angebracht sein. Beispielsweise kann der Befestigungsbolzen 24 mit dem
Befestigungsabschnitt 4, z.B. mit wenigstens einer der beiden Wangen, verschraubt
sein. Hierdurch ist es möglich, das Halteelement 25 einfach auszutauschen.
[0058] In den Beispielen der Figuren 4 und 5 ist das Halteelement 25 als textiles Band 28
ausgestaltet. Alternativ kann das Halteelement 25 auch als textiles Seil ausgestaltet
sein. Die nachfolgenden Ausführungen zum Band 28 gelten dann auch entsprechend für
das Seil. Das Band 28 weist zwei Endabschnitte 29, 30 und einen die beiden Endabschnitte
29, 30 miteinander verbindenden Mittelabschnitt 31 auf. Dabei sind die beiden Endabschnitte
29, 30 mit dem Mittelabschnitt 31 so vernäht, dass sich dadurch zwei Schlaufen 32
und 33 ausbilden, die über einen Steg 34 voneinander beabstandet und miteinander verbunden
sind. Der Steg 34 ist durch die miteinander vernähten Abschnitte 29, 30, 31 des Bands
28 gebildet. Die eine Schlaufe 32 umschlingt den Befestigungsbolzen 24. Mithilfe der
anderen Schlaufe 33 kann die Seilbremse 1 am jeweiligen Sicherungspunkt 10 befestigt
werden. Beispielsweise lässt sich an dieser anderen Schlaufe 33 ein Karabiner befestigen.
[0059] In den Figuren 5A und 5B ist eine Ausführungsform gezeigt, bei welcher der Befestigungsbolzen
24 hinsichtlich seines Abstands 35 von der Schwenkachse 6 verstellbar am Befestigungsabschnitt
4 angeordnet ist. Außerdem lässt sich der Befestigungsbolzen 24 in wenigstens zwei
verschiedenen Positionen am Befestigungsabschnitt 4 fixieren. Hierdurch lässt sich
der wirksame Hebelarm des Befestigungsabschnitts 4 verändern. Die Figuren 5A und 5B
zeigen zwei unterschiedliche Positionen für den Befestigungsbolzen 24, die sich durch
unterschiedlich große Abstände 35 von der Schwenkachse 6 voneinander unterscheiden.
In Figur 5A ist der Abstand 35 deutlich kleiner, etwa halb so groß, als in den Figur
5B. Im Beispiel der Figuren 5A und 5B wird die Verstellbarkeit des Befestigungsbolzen
24 mithilfe eines Langlochs 36 realisiert, das am Befestigungsabschnitt 4 ausgebildet
ist und vom Befestigungsbolzen 24 durchsetzt ist. Das Langloch 36 ist dabei in der
Abstandsrichtung ausgerichtet, sodass die Verstellung des Befestigungsbolzens 24 innerhalb
des Langloch 36 den Abstand 35 verändert. Durch eine entsprechende Verschraubung lässt
sich der Befestigungsbolzen 24 innerhalb des Langenlochs 36 grundsätzlich in jeder
beliebigen eingestellten Position am Befestigungsabschnitt 4 fixieren. Dadurch lässt
sich die Seilbremse 1 einfach an unterschiedliche Gewichtsunterschiede zwischen gesicherter
Person 8 und sichernder Person 9 anpassen.
[0060] In den Figuren 6 und 7 ist das Halteelement 25 durch eine Schlaufe 37 aus einem textilen
Seil oder aus einem textilen Band gebildet. Bevorzugt kommt hierbei eine textile Bandschlaufe
zum Einsatz. Jedenfalls umschlingt die Schlaufe 37 den Befestigungsbolzen 24 und dient
zur Befestigung der Seilbremse 1 am jeweiligen Sicherungspunkt 10. Beispielsweise
lässt sich ein Karabiner in die Schlaufe 37 einhängen.
[0061] In der Ausführungsform der Figuren 6A, 6B und 6C ist der Befestigungsabschnitt 4
des Umlenkhebels 3 mit einem Einstellbolzen 38 ausgestattet, der sich parallel zum
Befestigungsbolzen 24 erstreckt. Die Anordnung des Einstellbolzens 38 am Befestigungsabschnitt
4 erfolgt dabei so, dass sich für den Einstellbolzen 38 und den Befestigungsbolzen
24 unterschiedliche Abstände zur Schwenkachse 6 ergeben. Im hier gezeigten Beispiel
ist der Abstand des Einstellbolzens 38 zur Schwenkachse 6 größer als der Abstand des
Befestigungsbolzen 24 zur Schwenkachse 6. Ferner sind der Einstellbolzen 38 und der
Befestigungsbolzen 24 relativ zueinander so angeordnet, dass die Schlaufe 37 in eine
in Figur 6A gezeigte erste Schlaufenstellung und in eine in Figur 6B gezeigte zweite
Schlaufenstellung überführbar ist. In der ersten Schlaufenstellung gemäß Figur 6A
ist die Schlaufe 37 an einer der Schwenkachse 6 zugewandten Seite des Einstellbolzens
38 am Einstellbolzen 38 vorbeigeführt. In der zweiten Schlaufenstellung gemäß Figur
6B ist die Schlaufe 37 dagegen an einer von der Schwenkachse 6 abgewandten Seite des
Einstellbolzens 38 am Einstellbolzen 38 vorbeigeführt. In Figur 6C ist außerdem eine
optionale dritte Schlaufenstellung gezeigt, die insbesondere dann einstellbar ist,
wenn der Einstellbolzen 38 lösbar ausgestaltet ist. In der dritten Schlaufenstellung
gemäß Figur 6C umschlingt die Schlaufe 37 nicht nur den Befestigungsbolzen 24, sondern
auch den Einstellbolzen 38. Die drei hier gezeigten Schlaufenstellungen ermögliche
an derselben Seilbremse 1 die Einstellung von drei unterschiedlichen effektiven Hebelarmen
am Befestigungsabschnitt 4, wodurch die Kraft einstellbar bzw. veränderbar ist, mit
der im Belastungsfall der Bremsabschnitt 5 das Sicherungsseil 7 gegen das Führungselement
2 andrückt. Von besonderem Vorteil ist dabei, dass sich die erste Schlaufenstellung
gemäß Figur 6A und die zweite Schlaufenstellung gemäß Figur 6B ohne Werkzeug einstellen
lassen. Für die dritte Schlaufenstellung gemäß Figur 6C kann die Verwendung eines
Werkzeugs erforderlich sein, beispielsweise um den Einstellbolzen 38 zu entfernen
und wieder zu montieren. Dadurch lässt sich die Seilbremse 1 einfach an unterschiedliche
Gewichtsunterschiede zwischen gesicherter Person 8 und sichernder Person 9 anpassen.
[0062] Bei der in den Figuren 7A, 7B und 7C gezeigten Ausführungsform ist der Befestigungsabschnitt
4 des Umlenkhebels 3 mit einem ersten Einstellbolzen 39 und mit einem zweiten Einstellbolzen
40 ausgestattet, die sich jeweils parallel zum Befestigungsbolzen 24 erstrecken. Beide
Einstellbolzen 39, 40 weisen verschiedene Abstände zur Schwenkachse 6 auf, die sich
vom Abstand unterscheiden, den der Befestigungsbolzen 24 zur Schwenkachse 6 aufweist.
Beim hier gezeigten Beispiel sind bei den Einstellbolzen 39, 40 weiter von der Schwenkachse
6 entfernt als der Befestigungsbolzen 24. Außerdem ist der erste Einstellbolzen 39
näher an der Schwenkachse 6 angeordnet als der zweite Einstellbolzen 40. Die beiden
Einstellbolzen 39, 40 und der Befestigungsbolzen 24 sind relativ zueinander so am
Befestigungsabschnitt 4 angeordnet, dass sich die Schlaufe 37 in eine in Figur 7A
gezeigte erste Schlaufenstellung, in eine in Figur 7B gezeigte zweite Schlaufenstellung
und in eine in Figur 7C gezeigte dritte Schlaufenstellung überführen lässt. In der
ersten Schlaufenstellung gemäß Figur 7A ist die Schlaufe 37 an einer der Schwenkachse
6 zugewandten Seite am ersten Einstellbolzen 39 vorbeigeführt. In der zweiten Schlaufenstellung
gemäß Figur 7B ist die Schlaufe 37 an einer von der Schwenkachse 6 abgewandten Seite
am zweiten Einstellbolzen 40 vorbeigeführt. In der dritten Schlaufenstellung gemäß
Figur 7C ist die Schlaufe 37 zwischen den beiden Einstellbolzen 39, 40 hindurchgeführt.
Auch hier erzeugen die drei Schlaufenstellungen jeweils einen anderen wirksamen Hebelarm
am Befestigungsabschnitt 4, wodurch sich im Lastfall unterschiedliche Kräfte ergeben,
mit denen der Bremsabschnitt 5 das Sicherungsseil 7 gegen das Führungselement 2 andrückt.
Dadurch lässt sich die Seilbremse 1 einfach und werkzeugfrei an unterschiedliche Gewichtsunterschiede
zwischen gesicherter Person 8 und sichernder Person 9 anpassen.
1. Seilbremse (1) für ein textiles Sicherungsseil (7) zum Sichern einer gesicherten Person
(8) vor einem Sturz durch eine sichernde Person (9),
- wobei die Seilbremse (1) an einem Sicherungspunkt (10) befestigbar ist, der sich
zwischen der gesicherten Person (8) und der sichernden Person (9) befindet,
- wobei die Seilbremse (1) ein rotationssymmetrisches Führungselement (2) zum Führen
des Sicherungsseils (7) aufweist,
- wobei die Seilbremse (1) einen Umlenkhebel (3) aufweist, der einen Befestigungsabschnitt
(4) und einen Bremsabschnitt (5) aufweist und der um eine Schwenkachse (6) schwenkbar
gelagert ist,
- wobei das Sicherungsseil (7) zwischen dem Führungselement (2) und dem Umlenkhebel
(3) durchführbar ist,
- wobei der Befestigungsabschnitt (4) zum Befestigen der Seilbremse (1) am jeweiligen
Sicherungspunkt (10) ausgestaltet ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Führungselement (2) als Führungsrolle (13) ausgestaltet ist, die um eine Drehachse
(14) drehbar gelagert ist,
- dass der Umlenkhebel (3) und die Führungsrolle (13) so aufeinander abgestimmt sind, dass
das durch einen Sturz der gesicherten Person (9) belastete Sicherungsseil (7) zwischen
dem Bremsabschnitt (5) und der Führungsrolle (13) geklemmt und dadurch gebremst wird.
2. Seilbremse (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Umlenkhebel (3) und die Führungsrolle (13) so aufeinander abgestimmt sind, dass
der Umlenkhebel (3) bei fehlendem Sicherungsseil (7) bis zur Anlage an der Führungsrolle
(13) oder an der Führungsrolle (13) vorbei verschwenkbar ist.
3. Seilbremse (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Schwenkachse (6) des Umlenkhebels (3) parallel zur Drehachse (14) der Führungsrolle
(13) verläuft.
4. Seilbremse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Umlenkhebel (3) und die Führungsrolle (13) so aufeinander abgestimmt sind, dass
beim Klettern das Sicherungsseil (7) entlang der Führungsrolle (13) abrollen kann,
ohne den Umlenkhebel (3) zu berühren.
5. Seilbremse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Umlenkhebel (3) und die Führungsrolle (13) so aufeinander abgestimmt sind, dass
sich im Sturzfall an der Führungsrolle (13) und am Bremsabschnitt (5) jeweils ein
Umschlingungswinkel von weniger als 180° einstellt.
6. Seilbremse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Bremsabschnitt (5) gegenüber dem Befestigungsabschnitt (4) zur Führungsrolle
(13) hin geneigt ist.
7. Seilbremse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Seilbremse (1) eine Grundplatte (15) aufweist, von der das Führungselement (2)
absteht und an der der Umlenkhebel (3) schwenkbar gelagert ist,
- dass die Seilbremse (1) eine Deckelplatte (16) aufweist, die an der Grundplatte (15) zwischen
einer Offenstellung, in der die Deckelplatte (16) einen Zugang (17) öffnet, durch
den das Sicherungsseil (7) quer zur Seillängsrichtung zwischen das Führungselement
(2) und den Umlenkhebel (3) in die Seilbremse (1) einsetzbar ist, und einer Schließstellung
verstellbar ist, in der die Deckelplatte (16) den Zugang (17) verschließt, so dass
das in die Seilbremse (1) eingesetzte Sicherungsseil (7) nicht quer zur Seillängsrichtung
aus der Seilbremse (1) herausnehmbar ist.
8. Seilbremse (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Seilbremse (1) einen von der Grundplatte (5) abstehenden Lagerbolzen (18) aufweist,
an dem der Umlenkhebel (3) und die Deckelplatte (16) um eine gemeinsame Schwenkachse
(6) verschwenkbar gelagert sind, und/oder
- dass die Seilbremse (1) ein mit der Deckelplatte (16) zusammenwirkendes Sicherungselement
(21) aufweist, das zwischen einer Entsicherungsstellung, in der das Sicherungselement
(21) ein Verstellen der Deckelplatte (16) von der Schließstellung in die Offenstellung
zulässt, und einer Sicherungsstellung verstellbar ist, in der das Sicherungselement
(21) die Deckelplatte (16) in deren Schließstellung sichert.
9. Seilbremse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Befestigungsabschnitt (4) des Umlenkhebels (3) eine Befestigungsöffnung (22)
zum Befestigen eines Karabiners (23) aufweist, mit dem die Seilbremse (1) am jeweiligen
Sicherungspunkt (10) befestigbar ist.
10. Seilbremse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Befestigungsabschnitt (4) des Umlenkhebels (3) einen Befestigungsbolzen (24)
aufweist, an dem ein Halteelement (25) gehalten ist, mit dem die Seilbremse (1) am
jeweiligen Sicherungspunkt (10) befestigbar ist.
11. Seilbremse (1) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Halteelement (25) eine Schlaufe (37) aus einem textilen Seil oder Band ist, die
den Befestigungsbolzen (24) umschlingt und mit der die Seilbremse (1) am jeweiligen
Sicherungspunkt (10) befestigbar ist.
12. Seilbremse (1) nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Befestigungsbolzen (24) hinsichtlich seines Abstands von der Schwenkachse (6)
verstellbar am Befestigungsabschnitt (4) angeordnet ist und in wenigstens zwei verschiedenen
Positionen fixierbar ist, die sich durch unterschiedliche Anstände von der Schwenkachse
(6) voneinander unterscheiden.
13. Seilbremse (1) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Befestigungsabschnitt (4) des Umlenkhebels (3) einen Einstellbolzen (38) aufweist,
der einen anderen Abstand von der Schwenkachse (6) aufweist als der Befestigungsbolzen
(24),
- dass der Einstellbolzen (38) relativ zum Befestigungsbolzen (24) so angeordnet ist, dass
die Schlaufe (37) in eine erste Schlaufenstellung, in der die Schlaufe (37) an einer
der Schwenkachse (6) zugewandten Seite am Einstellbolzen (38) vorbeigeführt ist, und
in eine zweite Schlaufenstellung überführbar ist, in der die Schlaufe (37) an einer
von der Schwenkachse (6) abgewandten Seite am Einstellbolzen (38) vorbeigeführt ist.
14. Seilbremse (1) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Einstellbolzen (38) lösbar ausgestaltet ist, so dass auch eine dritte Schlaufenstellung
einstellbar ist, in der die Schlaufe (37) den Einstellbolzen (38) umschlingt.
15. Seilbremse (1) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Befestigungsabschnitt (4) des Umlenkhebels (3) einen ersten Einstellbolzen (39)
und einen zweiten Einstellbolzen (40) aufweist, die jeweils einen anderen Abstand
von der Schwenkachse (6) aufweisen als der Befestigungsbolzen (24),
- dass der erste Einstellbolzen (39) näher an der Schwenkachse (6) angeordnet ist als der
zweite Einstellbolzen (40),
- dass die Einstellbolzen (39, 40) relativ zum Befestigungsbolzen (24) so angeordnet sind,
dass die Schlaufe (37) in eine erste Schlaufenstellung, in der die Schlaufe (37) an
einer der Schwenkachse (6) zugewandten Seite am ersten Einstellbolzen (39) vorbeigeführt
ist, in eine zweite Schlaufenstellung, in der die Schlaufe (37) an einer von der Schwenkachse
(6) abgewandten Seite am zweiten Einstellbolzen (40) vorbeigeführt ist, und in eine
dritte Schlaufenstellung überführbar ist, in der die Schlaufe (37) zwischen dem ersten
Einstellbolzen (39) und dem zweiten Einstellbolzen (40) hindurchgeführt ist.