[0001] Die Erfindung betrifft ein System zur Balkonmontage nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und ein Montageverfahren nach Anspruch 14.
[0002] Die beschriebene Erfindung ist für die Montage von Balkonen besonders vorteilhaft.
Insofern wird die Erfindung nachfolgend stellvertretend insbesondere anhand des Beispiels
einer Balkonmontage vorgestellt. Jedoch können im Sinne der vorliegenden Erfindung
auch andere Bauteile, insbesondere Massivbauteile, wie ein von einem Gebäude auskragendes
Vor-bzw. Abdach oder dergleichen, im Sinne des vorliegenden Vorschlags montierbar
sein.
[0003] Seit Jahrhunderten ist es bekannt, einen Balkon entweder selbsttragend auszugestalten,
als auskragenden Anteil einer Geschossdecke, der sich über die Gebäudewand hinaus
nach außen erstreckt, oder einen Balkon mit Hilfe von Konsolen oder Streben an einer
Gebäudewand abzustützen. Der Balkon kann dabei je nach Konstruktion eine unerwünschte
Wärmebrücke bilden, über welche Gebäudeenergie an die Umgebung abgegeben wird.
[0004] Weiterhin sind aus der Praxis korbartige Verbindungselemente bekannt, die einseitig
an die Gebäudewand anschließen. Dies erfolgt an einer die auftretenden Kräfte aufnehmenden
Stelle der Gebäudewand, in der Praxis typischerweise indem Zugstäbe des Verbindungskorbs
in eine Geschossdecke einbetoniert werden und aus der Schmalkante der Geschossdecke
herausragen. Die Verbindungskörbe weisen wärmedämmendes Material auf, so dass sie
als thermische Trennelemente dazu beitragen, eine Wärmebrücke zwischen der Geschossdecke
und dem Balkon zu verringern und möglichst zu vermeiden. Die Balkone liegen dabei
als Betonfertigteile vor, die mittels entsprechender Streben an die Verbindungskörbe
angeschlossen werden können, wobei pro Balkon jeweils mehrere Verbindungskörbe den
Anschluss an das Gebäude bewirken.
[0005] Unabhängig davon, wie die Balkone an die Gebäudewand angeschlossen werden, bewirken
sie bei der Errichtung eines Gebäudes zeitliche Verzögerungen, da sie beispielsweise
mit Gerüstarbeiten kollidieren und beispielsweise nur dort geschaffen werden können,
wo ein Gerüst bereits entfernt worden ist. Typischerweise werden die Balkone daher
etagenweise von unten nach oben fortlaufend an dem Gebäude geschaffen, nachdem ein
außen am Gebäude verlaufendes Gerüst demontiert worden ist. Beginnend mit dem ersten,
untersten Balkon können dabei die Arbeiten an dem darüber zu montierenden nächst höheren
Balkon durchgeführt werden, der an einem Kran hängend an die Gebäudewand herangeführt
wird.
[0006] Damit einhergehend erfolgt der Einsatz eines Krans chargenweise, mit ungenutzten
Pausenzeiten dazwischen.
[0007] Als Balkon wird im Rahmen des vorliegenden Vorschlags wie auch in der Architektur
üblich ausschließlich eine Platte oder ähnlich ausgestaltete Fläche bezeichnet, zum
Beispiel eine Platte aus einem Betonwerkstoff, ein Gitterrost oder dergleichen. Sofern
zusätzliche Elemente vorgesehen sind wie z.B. eine Absturzsicherung in Form eines
Geländers oder dergleichen, können diese zusätzlichen Elemente entweder von vornherein
an dem Balkon befestigt sein, so dass eine vorgefertigte Balkonbaugruppe an der Gebäudewand
montiert werden kann, oder sie können nachträglich am Balkon installiert werden, nachdem
der Balkon an der Gebäudewand montiert worden ist.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein System zur Balkonmontage anzugeben,
welches eine möglichst wirtschaftliche und Ressourcen schonende Errichtung eines Gebäudes
mit Balkonen ermöglicht.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein System nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0010] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein System zur Montage eines Balkons, insbesondere
eines Balkons als Betonfertigteil, an einem Gebäude, wobei das System Konsolen und
Streben aufweist, die vorzugsweise dazu bestimmt sind, im Gebrauch den Balkon an einer
Gebäudewand abzustützen. Wesentlich ist, dass das System Zuganker aufweist, die bevorzugt
dazu bestimmt sind, im Gebrauch in der Gebäudewand angeordnet zu sein, und dass die
Konsolen jeweils eine Anschlussstelle aufweisen, die zugkraftübertragend mit einem
Zuganker verbindbar ist, die einen oberen, als Zugelement bezeichneten Ausleger aufweisen,
der sich bei einem insbesondere bestimmungsgemäßen Gebrauch in der von der Gebäudewand
weg weisenden Richtung erstreckt, die einen unteren, als Druckelement bezeichneten
Ausleger aufweisen, der sich bei einem insbesondere bestimmungsgemäßen Gebrauch in
der von der Gebäudewand weg weisenden Richtung erstreckt, und die einen Tragkopf aufweisen,
der von dem Zugelement und/oder dem Druckelement in der Art gehalten ist, dass er
sich bei einem insbesondere bestimmungsgemäßen Gebrauch im Abstand von der Gebäudewand
befindet, und dass der Balkon Anhängeelemente aufweist, die in der Art komplementär
zu den Konsolen angeordnet und ausgestaltet sind, dass sie an die Tragköpfe anhängbar
sind und der Balkon bei einem insbesondere bestimmungsgemäßen Gebrauch im Abstand
von der Gebäudewand gehalten ist.
[0011] Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, die Balkone an die Gebäudewand anzuhängen.
Die Gebäudewand wird hierzu an entsprechend belastbaren Stellen mit Zugankern versehen.
[0012] Beispielsweise können die Zuganker, wie dies bei dem bekannten Stand der Technik
üblich ist, ebenfalls in den Geschossdecken angeordnet sein und beispielsweise in
Betonfertigteile integriert sein, falls die Geschossdecken derartige Fertigteile aufweisen,
oder sie können in den Ortbeton der Geschossdecken eingegossen werden. Zu einem beliebigen
späteren Zeitpunkt können dann die Balkone an das Gebäude angehängt werden. Dies bietet
für den Baufortschritt die Möglichkeit, zunächst sämtliche Gerüstarbeiten abzuschließen
und anschließend sämtliche Balkone zu montieren, so dass die Einsatzdauer des Krans
wirtschaftlich vorteilhaft optimiert werden kann. Besonders vorteilhaft ist, dass
die vorgestellte Balkonmontage dabei unterbaufrei erfolgen kann. Das heißt eine Abstützung
des Balkons in der Montagephase, welche über die erfindungsgemäße Konsolenlagerung
hinausgeht, ist nicht erforderlich. Auf diese Weise wird der Montageprozess erheblich
flexibilisiert und vereinfacht.
[0013] Sofern vorliegend Bezug genommen wird auf eine Geschossdecke, insbesondere auf den
Rand einer Geschossdecke, kann im Sinne der Erfindung auch ein Teil einer Gebäudewand
betroffen sein.
[0014] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das vorschlagsgemäße System nur wenige Einzelteile
vorsieht, welche bei der Montage zu handhaben sind. Insbesondere kleinteilige Befestigungsmittel
wie Schrauben, Muttern oder dergleichen können vorzugsweise bereits werkseitig vormontiert
werden, so dass ein Verlustiggehen auf der Baustelle im Wesentlichen verhindert werden
kann. Der Erfindung liegt die Überlegung zugrunde, einen Balkon durch ein einfaches
Aufsetzen bzw. Anhängen, vorzugsweise folgend einer im Wesentlichen vertikalen, in
Schwerkraftrichtung ausgerichteten Montagerichtung, montieren zu können, wobei insbesondere
ein erstes Einhängen bevorzugt im Wesentlichen werkzeuglos erfolgen kann, abgesehen
von dem für einen Montagehub erforderliche Hebezeug. Aus der Praxis ist demgegenüber
in nachteiliger Weise bekannt, Balkone über eine Horizontalbewegung den Befestigungsmitteln,
u. a. Zugankern oder dergleichen, anzunähern, wobei dabei vorgesehene Befestigungsmittel
beispielsweise mit einem hohen Präzisionserfordernis zunächst angenähert, eingefädelt
oder Ähnliches werden müssen, nach dem Einfädeln Befestigungsmittel montiert werden
müssen und erst nach dem Befestigen der Befestigungsmittel der Balkon von dem Hebezeug
eines Krans gelöst werden kann.
[0015] Im Anschluss an eine Nutzungsphase können die Balkone verlustarm vom Gebäude wieder
demontiert werden und beispielsweise an einem anderen Gebäude erneut genutzt werden.
Diese Art einer zerstörungsfreien Rückbaubarkeit ermöglicht eine besonders effiziente
Ressourcennutzung.
[0016] Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Balkone bedarfsweise an dem Gebäude zu montieren,
so dass beispielsweise zunächst Baukosten gespart werden können, indem lediglich vorbereitenden
Maßnahmen am Gebäudekörper getroffen werden, z.B. die Zuganker im Gebäude vorgesehen
werden, während die Balkone zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise erst Jahre
später, an dem Gebäude montiert werden können.
[0017] Da die Balkone mechanisch mit dem Gebäude verbunden werden, nämlich mittels der Zuganker,
muss nicht das Abbinden mineralischer Baustoffe abgewartet werden. Daher können die
Balkone unmittelbar nach dem Anhängen an die Gebäudewand belastet werden, so dass
durchzuführende Arbeiten auch ohne Gerüst durchgeführt werden können und sich Personal
bei diesen Arbeiten z.B. auch auf dem Balkon befinden kann.
[0018] Um die Balkone an die Gebäudewand anzuhängen, weist das erfindungsgemäße System Konsolen
auf, insbesondere in Form von Stahlkonsolen, die jeweils an einem Zuganker in der
Art befestigt werden, dass Zugkräfte übertragen werden können. Die vorschlagsgemäße
Kombination aus Zuganker und Konsole kann besonders vorteilbehaftet sein, da für die
Montage keine wesentliche Geometrieänderung der Gebäudebauteile erforderlich ist.
Balkonbedingte Zugkräfte werden insbesondere mittels Zugankeranbindung in das Gebäude
eingeleitet und Druckkräfte können im Wesentlichen über eine Druckplatte der Konsole
auf das Gebäude übertragen werden.
[0019] Die Konsolen weisen weiterhin einen oberen Ausleger auf, der sich von der Gebäudewand
weg erstreckt und als Zugelement bezeichnet ist und zur Übertragung von Zugkräften
bestimmt ist, so dass er beispielsweise als Seil oder starre und gegebenenfalls längenverstellbare
Strebe ausgestaltet sein kann. Die Konsolen weisen weiterhin einen unteren Ausleger
auf, der sich ebenfalls von der Gebäudewand weg erstreckt und als Druckelement bezeichnet
ist. Zugelement und Druckelement können in einer vorteilhaften Ausgestaltung im Wesentlichen
einstückig ausgestaltet sein, beispielsweise in Form eines Formteiles, eines Bleches
oder dergleichen. Schließlich weisen die Konsolen jeweils einen Tragkopf auf, der
durch das Zugelement und/oder das Druckelement im Abstand von der Gebäudewand gehalten
wird. Dieser Tragkopf dient dazu, den Balkon an die Gebäudewand anzuhängen, indem
nämlich der Balkon Anhängeelemente aufweist, welche an die Tragköpfe angehängt werden
können, so dass der Balkon nun im Abstand von der Gebäudewand gehalten ist. Der Tragkopf
ist dazu eingerichtet, insbesondere Vertikal und Horizontalkräfte aus einem Balkonbauteil
aufzunehmen und auf ein Gebäude zu übertragen.
[0020] Der Abstand zwischen der Gebäudewand und dem Balkon ist durch die Ausgestaltung der
Konsolen bestimmt, insbesondere der Zugelemente und/oder der Druckelemente und schafft
die Möglichkeit, wärmedämmendes Material zwischen Gebäudewand und Balkon anzuordnen
und eine Wärmebrücke zwischen der Gebäudewand und dem Balkon möglichst zu vermeiden,
zumindest jedoch zu verringern. Vorteilhaft kann mit dem vorgestellten System eine
Balkonanordnung außerhalb einer Gebäudehülle erfolgen, und zwar vorzugsweise nachdem
die Gebäudehülle fertiggestellt wurde. Anstrichsystem oder ähnliches können dadurch
wesentlich einfacher aufgetragen werden, da eine Rücksichtnahme auf auskragende Bauteile,
wie beispielsweise ein Balkon, weitestgehend entfallen kann.
[0021] Je nach Ausgestaltung der Konsole kann der Tragkopf ausschließlich an das Zugelement
anschließen, wenn das Druckelement beispielsweise als schräg abwärts verlaufende Strebe
ausschließlich an das Zugelement anschließt. Alternativ kann der Tragkopf ausschließlich
an das Druckelement anschließen, wenn das Zugelement beispielsweise als schräg aufwärts
verlaufende Strebe ausschließlich an das Druckelement anschließt. Schließlich kann
der Tragkopf auch sowohl an das Druckelement als auch an das Zugelement anschließen,
wenn diese beiden jeweils, z. B. in Form von Streben ausgestaltet, sich jeweils bis
zum Tragkopf erstrecken. Alternativ zu diesen erwähnten Möglichkeiten kann der Tragkopf
jedoch auch an ein drittes, zusätzliches Element anschließen, welches seinerseits
an das Zugelement und/oder an das Druckelement anschließt, so dass in diesem Fall
der Tragkopf nicht unmittelbar, sondern indirekt von dem Zugelement und/oder dem Druckelement
im Abstand von der Gebäudewand gehalten wird.
[0022] In einer Weiterbildung kann das System derart ausgestaltet sein, dass sowohl die
Konsolen, als auch die Anhängeelemente des Balkons jeweils zwei übereinander angeordnete
Anschlussbereiche aufweisen, wobei der erste Anschlussbereich des Balkons an einen
Tragkopf anschließbar ist und der zweite Anschlussbereich des Balkons über ein längenverstellbares
Stellglied an die Konsole in der Art anschließt, dass der Abstand zwischen Balkon
und Gebäudewand auf Höhe des zweiten Anschlussbereichs einstellbar ist.
[0023] Sowohl die Konsolen als auch die Anhängeelemente des Balkons können jeweils zwei
Anschlussbereiche aufweisen, die in unterschiedlicher Höhe und insofern übereinander
angeordnet sind. Ein erster Anschlussbereich ist dabei in der Art ausgestaltet, dass
dort der Balkon an den Tragkopf der Konsole angeschlossen werden kann. Auf Höhe des
zweiten Anschlussbereichs schließt der Balkon an die Konsole besonders bevorzugt mithilfe
eines längenveränderbaren Stellgliedes an. Durch die Veränderung dieses Stellgliedes
kann auf Höhe des zweiten Anschlussbereichs der Abstand zwischen Balkon und Gebäudewand
verändert und somit eingestellt werden.
[0024] Das Stellglied kann beispielsweise die oberen Anschlussbereiche miteinander verbinden,
so dass es als Zugelement wirkt. Alternativ oder zusätzlich kann es die unteren Anschlussbereiche
miteinander verbinden und als Druckelement wirken. Jedenfalls ermöglicht das Stellglied,
den Balkon in einem gewünschten Winkel relativ zur Konsole und zur Gebäudewand auszurichten,
nachdem der Balkon an die Konsolen angehängt worden ist. Dies kann genutzt werden,
um den Balkon exakt horizontal auszurichten oder mit einer gewünschten Neigung zur
Vermeidung stehender Nässe auf dem Balkon. Besonders vorteilhaft kann das Stellglied
zumindest teilweise fest mit der Konsole verbunden sein.
[0025] Für eine Weiterentwicklung kann vorgesehen sein, dass das längenverstellbare Stellglied
als Spannschloss ausgestaltet ist, mit einem Spannteil, das zwei gegenläufige Gewinde
aufweist, und mit zwei Gewindestücken, die jeweils mit einem der beiden Gewinde des
Spannteils zusammenwirken.
[0026] Indem das Stellglied als Spannschloss ausgestaltet ist, mit einem Spannteil, welches
zwei gegenläufige Gewinde aufweist, und mit zwei Gewindestücken, von denen jeweils
eines mit einem der beiden Gewinde zusammenwirkt, wird eine besonders einfache Handhabung
und Einstellbarkeit ermöglicht. Durch Drehung des Spannteils wird der Abstand zwischen
den beiden Gewindestücken wahlweise verringert oder vergrößert, so dass die wirksame
Länge des Stellgliedes auf diese Weise verändert und auf ein gewünschtes Maß eingestellt
werden kann. Beispielsweise kann das Spannteil als Gewindehülse ausgestaltet sein
und die beiden Gewindestücke jeweils als Gewindestange. In einer Ausgestaltung kann
das Spannteil auch nur ein Gewinde aufweisen, welches mit einem Gewindestück zusammenwirkt.
Insbesondere im Falle einer Konsole mit festverbundenem Stellglied in Art eines Spannschloss
kann das Spannteil fest mit der Konsole verbunden sein, wobei ein Gewindestück einseitig
in das Gewinde des Spannteils eingreift und anderseitig mit dem Balkon verbunden ist,
insbesondere mittels einer vorzugsweise wahlweise lösbaren Verbindung, bspw. mittels
Formschluss.
[0027] Besonders bevorzugt ist das Anhängeelement derart ausgestaltet, dass auch in dem
zweiten Anschlussbereich eine formschlüssige Kopplung zwischen Balkon und Gebäude
erzielt wird, indem ein erstes Kopplungsteil mit einem zweiten Kopplungsteil in Eingriff
gebracht wird. Das Ineinandergreifen kann besonders vorteilhaft in derselben Montagerichtung
verwirklicht werden, welche maßgeblich ist für das Anhängen des Balkons an den Tragkopf,
insbesondere durch ein Absenken des Anhängeelements relativ zu den Konsolen.
[0028] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der zweite Anschlussbereich des
Balkons höher als der erste Anschlussbereich liegt und das Stellglied als Zugstrebe
ausgestaltet ist.
[0029] Indem der zweite Anschlussbereich, welcher das Spannglied aufweist, höher angeordnet
ist, als der erste Anschlussbereich, so dass das Stellglied als Zugstrebe wirken kann,
kann die statische Berechnung der Balkonaufhängung erleichtert werden.
[0030] Fernerhin kann vorgesehen sein, dass die Anhängeelemente und die Tragköpfe relativ
zueinander höhenverstellbar sind.
[0031] Zusätzlich oder auch unabhängig von der oben angesprochenen Möglichkeit, die Neigung
des Balkons vor der Gebäudewand einstellen zu können, kann das erfindungsgemäße System
auch in der Art ausgestaltet sein, dass entlang der Gebäudewand die Neigung des Balkons
einstellbar ist und der Balkon entlang der Gebäudewand beispielsweise exakt horizontal
ausgerichtet werden kann. Hierzu sind in einer besonders bevorzugten Ausgestaltung
die Anhängeelemente des Balkons und die Tragköpfe der Konsolen relativ zueinander
höhenverstellbar. Angesichts der mehreren Anhängeelemente und der mehreren Konsolen,
die für die Montage eines einzigen Balkons genutzt werden, können durch diese Höhenverstellbarkeit
Toleranzen zwischen den einzelnen Aufhängepunkten des Balkons ausgeglichen werden.
Insbesondere Justierschrauben, die aus Justierbohrungen der Anhängeelemente nach unten
ragen, so dass ein entsprechender Kraftangriff oben ist, sind besonders vorteilhaft
aufgrund einer vereinfachten Zugänglichkeit.
[0032] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Anhängeelemente jeweils haubenartig nach
unten offen ausgestaltet sind, derart, dass sie von oben auf ein Tragelement absenkbar
sind, dieses umgreifen und an diesem in sämtlichen Bewegungsrichtungen bis auf eine
nach oben gerichtete Abheberichtung gesichert sind.
[0033] Dabei kann beispielsweise das System so ausgestaltet sein, dass die Anhängeelemente
jeweils von oben auf ein Tragelement abgesenkt werden können und dieses haubenartig
übergreifen, z. B. auf einen Tragkopf der Konsole oder ein anderes Tragelement des
Systems. Das Anhängeelement ist dann in sämtlichen horizontalen Bewegungsrichtungen
und auch gegen eine weitere Absenkbewegung am Tragelement gesichert und lediglich
in umgekehrter Richtung beweglich, in dem es nämlich von dem Tragelement abgehoben
werden könnte.
[0034] In einer Weiterentwicklung kann vorgesehen sein, dass in den Tragköpfen oder in den
Anhängeelementen Justierschrauben angeordnet sind, die jeweils aufrecht ausgerichtet
sind und dem jeweils zugeordneten Element anliegen.
[0035] Die Höhenbeweglichkeit zwischen den Anhängeelementen und den Tragköpfen kann beispielsweise
mithilfe von Justiermitteln, insbesondere Justierschrauben, genutzt werden, indem
in den Tragköpfen und/oder in den Anhängeelementen Justierschrauben angeordnet sind,
wobei diese aufrecht ausgerichtet sind und dem jeweils zugeordneten Element anliegen.
Beispielsweise können die Justierschrauben in den auf die Tragköpfe abgesenkten Anhängeelementen
angeordnet sein und auf die Tragköpfe einwirken, oder sie können in den Tragköpfen
angeordnet sein und den Anhängeelementen anliegen. Aufgrund ihrer aufrechten, beispielsweise
senkrechten Ausrichtung bewirkt eine Betätigung der Justierschrauben in jedem Fall
die Einstellung des höhenmäßigen Versatzes zwischen den Anhängerelementen und den
Tragköpfen, und zwar individuell an jedem Tragkopf, so dass der Balkon dementsprechend
exakt ausgerichtet werden kann.
[0036] Es kann fernerhin vorgesehen sein, dass an jedem Tragkopf zwei Justierschrauben angeordnet
sind.
[0037] Um die dabei wirkenden Druckkräfte zu verteilen, sind in einer Ausgestaltung an jedem
Tragkopf zwei Justierschrauben angeordnet, entweder indem diese in dem Tragkopf laufen
und dem Anhängerelement anliegen, oder indem sie im Anhängerelement laufen und dem
Tragkopf anliegen.
[0038] Für eine Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass in einem zwischen der Gebäudewand
und dem Balkon verlaufenden Spalt ein wärmedämmendes Material angeordnet ist.
[0039] Mittels der Konsolen wird der Balkon im Abstand von der Gebäudewand gehalten. In
dem Spalt, der sich somit zwischen der Gebäudewand und dem Balkon ergibt, ist in einer
Ausgestaltung des Systems ein wärmedämmendes Material angeordnet, wobei dieses Material
die Konsolen umgeben kann und somit die Wärmeübertragung von der Gebäudewand bis zum
Balkon minimiert wird.
[0040] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass ein zwischen der Gebäudewand und dem Balkon
verlaufender Spalt mittels eines trittfesten Materials überbrückt ist.
[0041] In einer Ausgestaltung ist der Spalt, der zwischen der Gebäudewand und dem Balkon
verläuft, mittels eines trittfesten Materials überbrückt, so dass nicht nur der Spalt
geschlossen ist, um das Herabfallen von Gegenständen zu vermeiden, sondern dass auch
Personen in diesem Bereich gefahrlos auf den Untergrund treten können. Das oben erwähnte,
ggf. vorgesehene wärmedämmende Material kann in einer Ausgestaltung eine so hohe Druckfestigkeit
aufweisen, dass es entweder direkt begangen werden kann oder mit einem Bodenbelag
versehen werden kann. Alternativ dazu kann mit einem eigens vorgesehenen trittfesten
Material der Spalt überbrückt sein, so dass ein ggf. verwendetes wärmedämmendes Material
zugunsten der thermischen Dämmeigenschaften optimiert sein kann, ohne bestimmte Anforderungen
an die Druckfestigkeit erfüllen zu müssen. Das eigens vorgesehene, trittfeste Material
kann beispielsweise in Art eines Bretts, einer Leiste oder dergleichen ausgestaltet
sein und entweder selbst direkt begehbar sein oder zur Aufnahme eines Bodenbelags
dienen.
[0042] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das System eine Schablone aufweist,
welche die Position einer Anzahl von Zugankern relativ zueinander bestimmt.
[0043] Der Balkon kann als Betonfertigteil ausgestaltet sein, so dass die Anhängeelemente
werkseitig unter standardisierten Herstellungsbedingungen und mit hoher Präzision
im Balkon angeordnet sein können. Um sicherzustellen, dass die in der Gebäudewand
vorgesehenen Zuganker korrekt positioniert sind, kann das erfindungsgemäße System
in einer Ausgestaltung eine Schablone aufweisen, welche die Position einer Anzahl
von Zugankern relativ zueinander bestimmt. Diese Anzahl kann beispielsweise sämtliche
Zuganker umfassen, die für die Montage eines einzigen Balkons erforderlich sind. Durch
die Schablone ist dann sichergestellt, dass sämtliche Zuganker relativ zueinander
korrekt ausgerichtet sind, so dass später das Anhängen eines Balkons an die Konsolen,
die mit den Zugankern verbunden worden sind, problemlos durchführbar ist.
[0044] Alternativ zu der bauseitigen Verwendung einer solchen Schablone kann das erfindungsgemäße
System in einer Ausgestaltung ein Betonfertigteil aufweisen, welches einen Randstreifen
einer Geschossdecke in der Gebäudewand bilden soll, und in welchem mehrere Zuganker
angeordnet sind. Ein solches Betonfertigteil kann beispielsweise an die Bewehrung
einer mit Ortbeton zu gießenden Geschossdecke angeschlossen werden, so dass dann beim
Gießen der Geschossdecke eine zuverlässige Verankerung des Randstreifens ebenso wie
die korrekte gewünschte Positionierung des Randstreifens sichergestellt ist. Die Ausgestaltung
des Randstreifens als Betonfertigteil ermöglicht wie bei der Ausgestaltung des Balkons
als Betonfertigteil die werkseitige Anbringung der Zuganker unter standardisierten
Herstellungsbedingungen und mit hoher Präzision, so dass später, wenn die Konsolen
an den Zugankern montiert sein werden, der Balkon mit geringem zeitlichen Aufwand
angehängt werden kann und nur geringe Justierarbeiten erfordert.
[0045] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Anhängeelemente einen integralen
Bestandteil des Balkons ausbilden, in der Art, dass der Balkon als Betonfertigteil
ausgestaltet ist und die Anhängeelement im Balkon angeordnet sind. Die vorgeschlagenen
Anhängeelemente werden somit unmittelbar bei der Herstellung des Betonfertigteils
mit eingegossen.
[0046] Auch unabhängig von den zuvor beschriebenen Merkmalen kann eine eigenständig erfinderische
Ausgestaltung der Erfindung im besondere Maße umfassen eine Befestigungsvorrichtung
zur Montage eines zweiten Massivbauteils, vorzugsweise einen Balkon, ein Vordach oder
dergleichen, an einem ersten Massivbauteil, insbesondere an einem Gebäude in Massivbauweise,
umfassend wenigstens eine Konsole mit einem Ausleger und einem Tragkopf, wobei der
Ausleger den Tragkopf beabstandet von einer ersten Druckfläche bzw. von einem Drucklager
druckkraftübertragend hält und wobei der Tragkopf eine Lagerfläche aufweist, welche
dazu eingerichtet ist, insbesondere Vertikalkräfte aus dem zweiten Bauteil in den
Tragkopf einzuleiten, und wobei der Tragkopf eine zweite Druckfläche aufweist, welche
dazu eingerichtet ist, insbesondere Horizontalkräfte aus dem zweiten Bauteil in den
Tragkopf einzuleiten, weiterhin umfassend wenigstens eine Kopplungseinrichtung mit
einem ersten und einem zweiten Kopplungsteil, wobei das zweite Kopplungsteil, besonders
bevorzugt in Art eines zuvor erläuterten Anhängeelements bzw. Teil eines Anhängeelements,
einen Grundkörper mit Vorderwand, Rückwand und Seitenwangen aufweist, welche einen
Aufnahmeraum umfassen, wobei der Grundkörper eine Einführöffnung und die Vorderwand
eine an den Aufnahmeraum angrenzende Eingriffsöffnung aufweist, wobei Einführ- und
Eingriffsöffnung miteinander verbunden sind, derart, dass ein Anlageteil des ersten,
eingreifenden Kopplungsteils, beispielsweise in Art einer Tellerkopfschraube oder
dergleichen, über die Einführöffnung im Aufnahmeraum anordnenbar ist zur Ausbildung
einer formschlüssigen Verbindung, in welcher das erste Kopplungsteil das Kopplungsteil
hintergreift, und fernerhin umfassend wenigstens einen ersten und einen zweiten Zuganker,
wobei der erste Zuganker dazu eingerichtet ist, eine Zugkraft in das erste Bauteil
einzuleiten, und wobei der zweite Zuganker dazu eingerichtet ist, eine Zugkraft aus
dem zweiten Bauteil aufzunehmen, und wobei die Kopplungseinrichtung den zweiten Zuganker
mit dem ersten Zuganker zugkraftübertragend verbindet.
[0047] Vorzugsweise kann die zweite Druckfläche winkelig, insbesondere rechtwinklig, zur
Lagerfläche ausgerichtet sein, da dies unter anderem eine besonders kraftübertragungseffiziente
Anordnung eines Balkons oder dergleichen ermöglicht.
[0048] Im Sinne des vorliegenden Vorschlags betreffen Zuganker oder (Zug-)Anschlussmittel
Einrichtungen, welche dazu eingerichtet sind, Zugkräfte zu übertragen, das heißt,
eine Zugkraft aus einem Bauteil aufzunehmen und in ein weiteres Bauteil einzuleiten.
[0049] Im Hinblick auf die Vorteile, die sich aus einer vorschlagsgemäßen Befestigungsvorrichtung
ergeben können, wird zunächst vollumfänglich auf die vorherigen Ausführungen verwiesen,
welche mutatis mutandis ebenso auf die vorgestellte Befestigungsvorrichtung übertragbar
sind.
[0050] Insbesondere die Ausgestaltung der Kopplungseinrichtung der Befestigungsvorrichtung,
bzw. eine Kopplungseinrichtung des Systems, ermöglicht die einfache und schnelle Montage.
Zudem kann besonders bevorzugt vorgesehen sein, dass die für das Anhängen notwendigen
Bauteile im Wesentlichen, bevorzugt sämtliche, vormontiert sind, das heißt, dass im
Wesentlichen keine weiteren Einzelteile baustellenseitig montiert zu werden brauchen,
um das zweite Bauteil, also das Betonfertigteil bzw. den Balkon oder dergleichen,
an die Konsole anhängen zu können.
[0051] Der vorgestellten Befestigungsvorrichtung liegt die Überlegung zugrunde, wie auch
dem vorgestellten System, eine Kopplungseinrichtung mit einander komplementären Kopplungsteilen
vorzuschlagen, wobei das eine Kopplungsteil das andere Kopplungsteil hintergreift.
Die für den vorgeschlagenen Eingriff notwendigen Öffnungen, beispielsweise eine Einführöffnung
und/oder eine Eingriffsöffnung sind vorschlagsgemäß derart ausgerichtet, dass die
Montagerichtung im Wesentlichen der Schwerkraft folgend ausgerichtet ist. Dies ist
insoweit von Vorteil, als dass das zweite Bauteil, respektive ein Balkon oder dergleichen,
mittels Hebezeug lediglich abgesenkt werden muss, um diese anhängen zu können. Eine
bei der Montage komplizierte und fehleranfällige Ausrichtung des Bauteils relativ
zu dem Gebäude bzw. den weiteren Verbindungsmitteln ist nicht erforderlich.
[0052] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der Tragkopf zugkraftübertragend
mit einem Anschlussmittel und/oder mit einem ersten Zuganker verbunden ist, welche
dazu eingerichtet sind, eine Zugkraft in das erste Bauteil einzuleiten.
[0053] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Kopplungseinrichtung mit einem längenverstellbaren
Stellglied, insbesondere in Art eines Spannschlosses, ausgestaltet ist, welches dazu
dient, einen Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Zuganker einstellen zu können.
Im Hinblick auf mögliche Details der Ausgestaltung des Stellgliedes bzw. des Spannschlosses
wird auf die vorherigen Ausführungen verwiesen.
[0054] Fernerhin kann für die Befestigungsvorrichtung wenigstens ein Lagerelement mit Lagerkörper
und Lagerwangen vorgesehen sein, wobei sich die Lagerwangen von dem Lagerkörper erstrecken,
und wobei der Lagerkörper dazu eingerichtet ist, dass zweite Bauteil auf der Lagerfläche
des Tragkopfes zu lagern, und wobei die Wangen den Tragkopf umfassen, derart, dass
der Tragkopf zumindest abschnittsweise zwischen einer ersten und einer zweiten Lagerwange,
bevorzugt wahlweise lösbar, angeordnet ist. In einer besonders bevorzugten Art und
Weise, kann ein Anhängeeelement das Lagerelement aufweisen.
[0055] Für eine Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass eine Anzahl Wangen und/oder Lagerkörper
eine Anzahl Ausnehmungen aufweist und der Tragkopf mit der Anzahl Ausnehmungen komplementäre
Vorsprünge, beispielswiese Rippen oder dergleichen, aufweist, derart, dass eine formschlüssige
Verbindung, insbesondere eine einander hintergreifende Verbindung, zwischen Tragkopf
und Lagerelement, beziehungsweise zwischen den Elementen derselben, ausgebildet ist.
[0056] Eine Anzahl im Sinne der vorliegenden Erfindung kann eine Einzahl oder eine Mehrzahl
eines jeweiligen Merkmals betreffen.
[0057] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Konsole, insbesondere der Tragkopf,
Justiermittel aufweist, beispielsweise Justierschrauben, welche auf die Lagerfläche
einwirken, derart, dass die Lagerfläche aus einer ersten Lagerebene in eine zweite,
darüber angeordnete Lagerebene höhenverstellbar ist, so dass beispielsweise ein Anhängeelement
und die Lagerfläche und/oder der Tragkopf relativ zueinander höhenverstellbar sind.
[0058] Der Ausleger der Befestigungsvorrichtung kann ein oberes Zugelement und ein unteres
Druckelement aufweisen, wobei Zugelement und Druckelement auch im Wesentlichen einstückig
ausgestaltet sein können.
[0059] Um den an die Gebäudewand angehängten Balkon gegen abhebende Kräfte zu sichern, können
zusätzliche Sicherungselemente verwendet werden. In einer Ausgestaltung können die
Sicherungselemente bevorzugt jeweils eine formschlüssige Verbindung ausbilden zwischen
Anhängeelement und dem in das Anhängeelement eingreifenden Kopplungsteil. Als Sicherungselemente
können beispielsweise Sicherungsschrauben, Sicherungslaschen, Sicherungseinsätze,
aufweisend einen Kunststoff und/oder Metall, oder dergleichen, welche einer Balkonbewegung
in Abheberichtung, das heißt in Demontagerichtung, entgegenwirken, und zwar vorzugsweise
durch eine formschlüssige Sicherung.
[0060] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft Verfahren zur Montage eines Balkons an
einem Gebäude, insbesondere eines Balkons als Betonfertigteil, umfassend ein Bereitstellen
eines Gebäudes, insbesondere eines Gebäudes in Massivbauweise, wobei in dem Gebäude
Zuganker angeordnet werden, insbesondere in einer Geschossdecke beziehungsweise in
einer Gebäudewand, weiterhin umfassend ein Bereitstellen eines Balkons, wobei der
Balkon Anhängeelemente aufweist, weiterhin umfassend ein Montieren von Konsolen an
den Zugankern, insbesondere jeweils eine Konsole an einem Zuganker, wobei die Konsolen
dazu bestimmt sind, im Gebrauch den Balkon abzustützen, vorzugsweise beabstandet von
einer Gebäudewand abzustützen, weiterhin umfassend ein Anhängen eines Balkons, in
dem die Anhängeelemente jeweils von oben auf einen Tragkopf der Konsole abgesenkt
werden, und weiterhin umfassend ein Justieren des Balkons, derart, dass die Neigung
des Balkons vor und/oder entlang der Gebäudewand eingestellt wird.
[0061] Das erfindungsgemäße Montageverfahren ermöglicht eine besonders einfache und kosteneffiziente
Montage von Bauteilen, insbesondere Betonfertigteilen wie Balkonen oder dergleichen.
Wesentlich ist das einfache Anhängen der Bauteile, bevorzugt ohne eine montagebegleitende
Balkonunterstützung mittels Tragkonstruktionen, wie beispielsweise Gerüsten oder Ähnlichem,
an den Konsolen und ggf. an weiteren Elementen. Die weiteren Elemente können insbesondere
ein vorgestelltes Befestigungsvorrichtung betreffen, und/oder Elemente vorzugsweise
in Art eines vorgestellten, längenverstellbaren Stellgliedes, welches auf Höhe eines
zweiten Anschlussbereichs angeordnet ist. Die Bereitstellung eines Gebäudes kann umfassen,
dass das Gebäude weitestgehend fertig gestellt ist, insbesondere die Fassade oder
dergleichen fertiggestellt ist, oder es kann ein Gebäude im Bau sein, wobei wenigstens
die in dem Gebäude notwendigen Verankerungen bereits installiert sind.
[0062] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das erfindungsgemäße
System nach einem der Ansprüche 1 bis 13, mit einer Anzahl der zuvor beschriebenen
Merkmale, in dem Montageverfahren umgesetzt bzw. verwendet wird.
[0063] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Zuganker in den Ortbeton des
Gebäudes, insbesondere in den Ortbeton der Geschossdecken, eingegossen werden und/oder
die Anhängeelemente in den Balkon eingegossen werden.
[0064] Ein insbesondere werkseitiges Montieren der Anhängeelemente gewährleistet hohe Qualitätsmaßstäbe
sowie eine sichere Verankerung im Balkon. Die zuvor beschriebenen und weitere Merkmale,
Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut der Ansprüche
sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der rein schematischen
Zeichnungen. Aufgrund der schematischen Darstellungsweise sind nicht notwendigerweise
gleiche Elemente in sämtlichen Darstellungen identisch gezeigt, auch wenn sie tatsächlich
dieselbe Ausführungsform betreffen und gleich ausgestaltet sein können. In den Zeichnungen
zeigt
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht auf eine Konsole,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht auf die Konsole,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht auf ein Einbauelement,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht auf das Einbauelement,
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht auf einen Zuganker,
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht auf die miteinander verbundenen Verankerungselemente,
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht auf ein Spannteil eines Spannschlosses,
- Fig. 8
- eine Ansicht ähnlich Fig. 7, wobei das Spannteil aus einem durchsichtigen Material
dargestellt ist,
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht auf ein Gewindestück des Spannschlosses,
- Fig. 10
- eine perspektivische Ansicht auf die Einbausituation eines an eine Gebäudewand angehängten
Balkons,
- Fig. 11
- einen Längsquerschnitt durch eine Einbausituation eines an eine Gebäudewand angehängten
Balkons eines weiteren Ausführungsbeispiels, und
- Fig. 12
- eine Frontansicht eines Anhängeelements gemäß dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 11.
[0065] In Fig. 1 ist eine Konsole 1 dargestellt, die eine Anlageplatte 2 aufweist, welche
an eine Gebäudewand angelegt werden kann, beispielsweise an die Außenkante einer Geschossdecke.
In ihrem oberen Bereich ist die Anlageplatte 2 mit einer Bohrung 3 versehen, so dass
sie eine Anschlussstelle 4 bildet, welche die Befestigung der Konsole 1 an einem Zuganker
ermöglicht, der sich in der Gebäudewand befindet. In ihrem unteren Bereich bildet
die Anlageplatte 2 ein Drucklager 5, mit welchem sie der Gebäudewand anliegt und Druck
auf die Gebäudewand ausübt. Die Gebäudewand kann an dieser Stelle ebenfalls mit einem
Drucklager versehen sein, beispielsweise mit einer metallischen Platte, um auftretende
Druckkräfte zu verteilen und punktuelle Druckspitzen und eine daraus resultierende
Überlastung mineralischer Baustoffe zu verhindern.
[0066] Im Abstand von der Anlageplatte 2 weist die Konsole 1 einen Tragkopf 6 auf. Der Tragkopf
6 befindet sich auf Höhe des Drucklagers 5 und ist mittels zweier Ausleger mit der
Anlageplatte 2 verbunden. Ein oberer, als Zugstrebe dienender Ausleger bildet ein
Zugelement 7 und weist einen rechteckigen Materialquerschnitt auf, während ein darunter
verlaufender Ausleger als Druckelement 8 bezeichnet ist und bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel einen kreuzförmigen Querschnitt aufweist, wobei auch andere, z.
B. rohrförmige Ausgestaltungen des Druckelements 8 möglich sind. Zwei Justierbohrungen
9 sind im Tragkopf 6 erkennbar. Auf der von der Anlageplatte 2 abgewandten Seite ist
der Tragkopf 6 mit einer nach oben ragenden Rippe versehen, die parallel zu der Anlageplatte
2 verläuft.
[0067] Fig. 2 zeigt die Konsole 1 in einer Seitenansicht, wobei in gestrichelten Linien
die Justierbohrungen 9 ersichtlich sind, die als Stufenbohrungen ausgestaltet sind
und im oberen Bereich, mit einem geringeren Durchmesser, als Gewindebohrungen ausgestaltet
sind, während der untere Bereich mit einem größeren Durchmesser jeweils zur Aufnahme
eines Schraubenkopfes dient. Die zum Einsatz kommenden Schrauben weisen einen Kraftangriff
auf, der nicht außen, sondern innerhalb des Schraubenkopfes angeordnet ist, so dass
der Bohrungsdurchmesser möglichst gering gehalten werden kann. Der Kraftangriff kann
z.B. eine Innensechskant- oder Torx-Geometrie aufweisen.
[0068] Fig. 3 zeigt ein Einbauelement 10, welches in dem Balkon 26 angeordnet wird und ein
Anhängeelement 11 aufweist, welches am Rand des Balkons 26 angeordnet sein wird, haubenartig
ausgestaltet ist und dazu vorgesehen ist, von oben auf einen Tragkopf 6 einer Konsole
1 gehängt zu werden. Mittels dreier Streben 12 und zweier Endplatten 14 wird das Einbauelement
10 in dem Balkon verankert.
[0069] Fig. 4 zeigt das Einbauelement 10 von der Seite, und in gestrichelten Linien ist
erkennbar, dass das Anhängeelement 11 in seinem oberen Bereich haubenartig ausgestaltet
ist. Darunter weist es eine Stufe 15 auf, die von unten hintergriffen werden kann.
Auf diese Weise bildet das Anhängeelement 11 zwei Anschlussbereiche, die übereinander
angeordnet sind. Mit dem unteren Anschlussbereich kann das Anhängeelement 11 von oben
auf einen Tragkopf 6 abgesenkt werden, so dass der Tragkopf 6 mit seiner nach oben
ragenden Rippe den unteren Anschlussbereich des Anhängeelements 11 hintergreift und
das Anhängeelement 11 nicht nur nach unten auf dem Tragkopf 6 abgestützt ist, sondern
auch gegen abziehende Kräfte formschlüssig gesichert ist, die auf das Anhängeelement
11 in einer Richtung von der Anlageplatte 2 weg einwirken.
[0070] Fig. 5 zeigt einen Zuganker 16, der in dem Gebäude angeordnet wird und wie Einbauelement
10 mittels einer Strebe 12 und einer Endplatte 14 verankert wird, so dass ein Gewindekopf
17 mit einer Gewindebohrung in der Gebäudewand außen mündet und den Anschluss einer
Schraube oder Gewindestange ermöglicht.
[0071] Fig. 6 zeigt die komplette Aufhängung, mittels welcher ein Balkon 26 an eine Gebäudewand
angehängt werden kann. Der Zuganker 16 ist entsprechend Fig. 5 ausgestaltet, in Fig.
6 jedoch aufgrund der stark vereinfachten Darstellung lediglich als einfache Stange
angedeutet. Sein Gewindekopf 17 schließt an die Anschlussstelle 4 der Konsole 1 an.
[0072] Die Konsole 1 ist oberhalb des Zugelements 7 mit einem längenverstellbaren Stellglied
18 versehen, das von dem Gewindekopf 17 des Zugankers 16 bis zum Anhängeelement 11
des Einbauelements 10 verläuft und sich durch die Bohrung 3 der Anschlussstelle 4
der Konsole 1 erstreckt. Das Stellglied 18 ist als Spannschloss ausgestaltet und besteht
aus einem Spannteil 19 sowie zwei Gewindestücken 20 und 21. Das Spannteil 19 ist als
Gewindehülse mit zwei gegenläufigen Gewinden ausgestaltet, und an seine prismatische
Mantelfläche mit hexagonalem Querschnitt können Werkzeuge wie z. B. ein Schraubenschlüssel
angesetzt werden, um das Spannteil 19 relativ zu den beiden Gewindestücken 20 und
21 zu verdrehen. Mittels einer Kontermutter 22, welche gegen das Spannteil 19 gespannt
wird, kann das Spannteil 19 in seiner jeweiligen Drehstellung und somit die Länge
des Stellgliedes 18 fixiert werden.
[0073] Das Gewindestück 20 ist als Tellerkopfschraube ausgestaltet, deren Teller in dem
oberen, haubenartigen Bereich des Anhängeelements 11 aufgenommen ist und deren Schaft
mit dem einen Gewinde des Spannteils 19 zusammenwirkt. Das Gewindestück 21 ist als
Gewindestange ausgestaltet, die sich einerseits durch die Bohrung 3 der Anschlussstelle
4 hindurch in den Gewindekopf 17 erstreckt und andererseits in das andere Gewinde
des Spannteils 19 erstreckt. Auch auf dem Gewindestück 21 befindet sich eine Kontermutter
22, welche gegen die Anlageplatte 2 der Konsole 1 gespannt ist und erstens das Gewindestück
21 drehfest in dem Gewindekopf 17 des Zugankers 16 festlegt, und welche zweitens die
Anlageplatte 2 auf dem Gewindestück 21 festlegt und gegen die Gebäudewand oder gegen
die Stirnseite des Gewindekopfes 17 presst.
[0074] Fig. 7 zeigt das Spannteil 19 des Stellgliedes 18. Zwei kleinere Kontrollbohrungen
23 dienen zur optischen Überprüfung, wie weit die beiden Gewindestücke 20 und 21 in
das Spannteil 19 ragen. Dabei sind die beiden Kontrollbohrungen 23 so weit von dem
jeweils benachbarten der beiden Enden des Spannteils 19 entfernt angeordnet, dass
dies einer konstruktiv vorgesehenen Mindestlänge entspricht, welche die Übertragung
der innerhalb des Stellgliedes 18 wirkenden Zugkräfte gewährleistet.
[0075] Fig. 8 zeigt aus derselben Perspektive wie Fig. 7 das Spannteil 19, wobei in gestrichelten
Linien der innere Aufbau des Spannteils 19 verdeutlicht ist. Eine zentrale, durchgehende
Bohrung ist erkennbar, die als Gewindebohrung, allerdings mit zwei gegenläufigen Gewindeabschnitten,
ausgestaltet ist. Jedem der beiden Gewindeabschnitte ist eine Kontrollbohrung 23 zugeordnet.
Weiterhin befindet sich, in Fig. 8 unten ersichtlich, in der Mitte der Länge des Spannteils
19 eine weitere Kontrollbohrung 23, die einen größeren Durchmesser als die beiden
gegenüberliegenden, oberen Kontrollbohrungen 23 aufweist. Die größere, mittlere Kontrollbohrung
23 dient dazu, ein zu weites Einschrauben eines Gewindestücks 20, 21 anzuzeigen bzw.
zu verhindern, welches den Bewegungsraum für das jeweils gegenüberliegende Gewindestück
20, 21 unzulässig einschränken würde.
[0076] Fig. 9 zeigt das als Tellerkopfschraube ausgestaltete Gewindestück 20, dessen Tellerkopf
24 bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel einen quadratischen Querschnitt aufweist,
so dass das Gewindestück 20 verdrehsicher in dem Anhängeelement 11 des Einbauelements
10 aufgenommen werden kann.
[0077] Fig. 10 verdeutlicht die Einbausituation eines Balkons während seiner Montage an
einem Gebäude. Dabei zeigt Fig. 10 einen Randstreifen 25, der als Betonfertigteil
hergestellt und mit mehreren Zugankern 16 versehen ist, die aufgrund der Perspektive
in Fig. 10 nicht erkennbar sind. Der Randstreifen 25 bildet den Rand einer Geschossdecke
eines Gebäudes und somit einen Teil einer Gebäudewand. An die übrige Geschossdecke
ist der Randstreifen 25 erstens mechanisch dadurch angeschlossen, dass Bewehrungselemente,
die aus dem Randstreifen 25 ragen, mit einer Bewehrung der Geschossdecke verbunden
worden sind, und zweitens dadurch, dass der zur Schaffung der Geschossdecke verwendete
Ortbeton eine Verbindung mit dem Randstreifen 25 eingegangen ist.
[0078] Im Abstand vor der Gebäudewand, und somit im Abstand von dem Randstreifen 25, wird
ein Balkon 26 gehalten, der ebenfalls als Betonfertigteil hergestellt worden ist und
mit mehreren Einbauelementen 10 versehen ist, so dass der Balkon 26 in seiner zum
Gebäude weisenden Kante Anhängeelemente 11 aufweist. Mittels der Anhängeelemente 11
ist der Balkon 26 auf die Tragköpfe 6 der Konsolen 1 sowie auf die Tellerköpfe 24
der Gewindestücke 20 abgesenkt worden. Mithilfe von Justierschrauben 27, die aus den
Justierbohrungen 9 der Tragköpfe 6 nach oben ragen und auf die Anhängeelemente 11
einwirken, sowie mithilfe der Stellglieder 18 kann der Balkon 26 quer und längs zum
Randstreifen 25 justiert werden. Die in Fig. 10 dargestellte Situation zeigt den Balkon
26 während seiner Montage, so dass die Kontermuttern 22 noch nicht angezogen worden
sind.
[0079] Fig. 11 zeigt einen Längsquerschnitt durch eine Einbausituation eines an eine Gebäudewand
angehängten Balkons 26 eines weiteren Ausführungsbeispiels. Ein Randstreifen 25 ist
ebenso als Betonfertigteil hergestellt und mit Zugankern 16 versehen. Der Randstreifen
25 bildet den Rand einer Geschossdecke eines Gebäudes und somit einen Teil einer Gebäudewand.
An die übrige Geschossdecke ist der Randstreifen 25, wie in Fig. 10, erstens mechanisch
dadurch angeschlossen, dass Bewehrungselemente, die aus dem Randstreifen 25 ragen,
mit einer Bewehrung der Geschossdecke verbunden worden sind, und zweitens dadurch,
dass der zur Schaffung der Geschossdecke verwendete Ortbeton eine Verbindung mit dem
Randstreifen 25 eingegangen ist. Insbesondere sind in dem Randstreifen Einbauelemente
10 in Gestalt von Drucklagerelementen 28 angeordnet, welche mit dem Drucklager 5 der
Konsole 1 verbunden sind. Etwaige Druckkräfte, welche beispielsweise als Horizontalkräfte
aus dem Balkon 26 in die Konsole 1 eingeleitet werden, werden über das Drucklager
5 und die damit verbundenen Drucklagerelemente 28 in den Randstreifen 25 eingeleitet.
[0080] Im Abstand vor der Gebäudewand, und somit im Abstand von dem Randstreifen 25, wird
ein Balkon 26 gehalten, der ebenfalls, wie in Fig. 10, als Betonfertigteil hergestellt
worden ist und mit mehreren Einbauelementen 10 versehen ist, so dass der Balkon 26
in seiner zum Gebäude weisenden Kante Anhängeelemente 11 aufweist. Mittels der Anhängeelemente
11 ist der Balkon 26 auf die Tragköpfe 6 der Konsolen 1 sowie auf die Tellerköpfe
24 der Gewindestücke 20 abgesenkt worden. Mithilfe von Justierschrauben 27, die aus
den Justierbohrungen 9 der Anhängeelemente 11 nach unten ragen und auf die Tragköpfe
6 einwirken, sowie mithilfe der oberen Stellglieder 18, deren Spannteile 19 fest mit
der Konsole 1 verbunden sind, kann der Balkon 26 quer und längs zum Randstreifen 25
justiert werden. Zusätzlich ist in dem unteren Anschlussbereich ein Stellglied 18
angeordnet, welches in Art eines Druckmittels wirkt. Dazu weist der Tragkopf 6 eine
Gewindebohrung auf, in welche das Stellglied 18 eingeschraubt ist. Somit kann in dem
vorgestellten Ausführungsbeispiel eine gewünschte Balkonneigung relativ zur Konsole
1 und zur Gebäudewand in dreifacher Weise besonders exakt und auf einfache Weise ausgerichtet
werden.
[0081] Vorliegend ist das Gewindestück 20 als Tellerkopfschraube ausgestaltet, deren Teller
in dem oberen, haubenartigen Bereich des Anhängeelements 11 aufgenommen ist, und zwar
beispielsweise in einem sogenannten Aufnahmeraum 32, und deren Schaft mit dem einen
Gewinde des Spannteils 19 zusammenwirkt. Indem die Tellerkopfschraube im Aufnahmeraum
32 aufgenommen ist, insbesondere verdrehsicher, und der Tellerkopf 24 der Tellerkopfschraube
eine Vorderwand 29 des Anhängeelements 11 hintergreift, wird eine zugfeste Kopplung
zwischen Anhängeelement 11 und Stellglied 18 und somit zwischen Geschossdecke bzw.
Randstreifen 25 und Balkon 26 verwirklicht.
[0082] Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel in Fig. 10 ist das Zugelement 7 und das Druckelement
8 in Fig. 11 in Gestalt eines gemeinsamen Elements einstückig ausgestaltet, beispielsweise
als Blech.
[0083] Fig. 12 zeigt eine Frontansicht eines Anhängeelements 11 gemäß dem Ausführungsbeispiel
aus Fig. 11, in der Art, dass einem Betrachter die Vorderwand 29 zugewandt ausgerichtet
ist. Das Anhängeelement 11 umfasst einen Grundkörper mit Vorderwand 29, Rückwand 30
und Seitenwangen 31, welche einen Aufnahmeraum 32 umfassen, wobei der Grundkörper
eine Einführöffnung 33 und die Vorderwand 29 eine an den Aufnahmeraum 32 angrenzende
Eingriffsöffnung 34 aufweist, wobei Einführ- und Eingriffsöffnung 33, 34 miteinander
verbunden sind. Beim Absenken des Balkons 26 wird der Tellerkopf 24 durch die Einführöffnung
33 aufgenommen und der Schaft wird in die Eingriffsöffnung 34 geführt. Die die Eingriffsöffnung
34 umgebende und zum Aufnahmeraum 32 ausgerichtete Fläche der Vorderwand 29 bildet
eine Anlagefläche 35, auf welcher der Tellerkopf 24 der Tellerkopfschraube zur Anlage
kommt, ausbildend die vorgestellte zugfeste Verbindung.
[0084] Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar.
[0085] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichen:
[0086]
- 1
- Konsole
- 2
- Anlageplatte
- 3
- Bohrung
- 4
- Anschlussstelle
- 5
- Drucklager
- 6
- Tragkopf
- 7
- Zugelement
- 8
- Druckelement
- 9
- Justierbohrung
- 10
- Einbauelement
- 11
- Anhängeelement
- 12
- Strebe
- 14
- Endplatte
- 15
- Stufe
- 16
- Zuganker
- 17
- Gewindekopf
- 18
- Stellglied
- 19
- Spannteil
- 20
- als Tellerkopfschraube ausgestaltetes Gewindestück
- 21
- als Gewindestange ausgestaltetes Gewindestück
- 22
- Kontermutter
- 23
- Kontrollbohrung
- 24
- Tellerkopf
- 25
- Randstreifen
- 26
- Balkon
- 27
- Justierschrauben
- 28
- Drucklagerelement
- 29
- Vorderwand
- 30
- Rückwand
- 31
- Seitenwange
- 32
- Aufnahmeraum
- 33
- Einführöffnung
- 34
- Eingriffsöffnung
- 35
- Anlagefläche
1. System zur Montage eines Balkons (26), insbesondere eines Balkons als Betonfertigteil,
an einem Gebäude, wobei das System Konsolen (1) und Streben aufweist, die dazu bestimmt
sind, im Gebrauch den Balkon (26) an einer Gebäudewand abzustützen,
dadurch gekennzeichnet,
• dass das System Zuganker (16) aufweist, die dazu bestimmt sind, im Gebrauch in der Gebäudewandangeordnet
zu sein,
• und dass die Konsolen (1) jeweils
∘ eine Anschlussstelle (4) aufweisen, die zugkraftübertragend mit einem Zuganker (16)
verbindbar ist,
o einen oberen, als Zugelement (7) bezeichneten Ausleger aufweisen, der sich bei einem
bestimmungsgemäßen Gebrauch in der von der Gebäudewand weg weisenden Richtung erstreckt,
∘ einen unteren, als Druckelement (8) bezeichneten Ausleger aufweisen, der sich bei
einem bestimmungsgemäßen Gebrauch in der von der Gebäudewand weg weisenden Richtung
erstreckt,
∘ und einen Tragkopf (6) aufweisen, der von dem Zugelement (7) und/oder dem Druckelement
(8) in der Art gehalten ist, dass er sich bei einem bestimmungsgemäßen Gebrauch im
Abstand von der Gebäudewand befindet,
• und dass der Balkon (26) Anhängeelemente (11) aufweist, die in der Art komplementär zu den
Konsolen (1) angeordnet und ausgestaltet sind, dass sie an die Tragköpfe (6) anhängbar
sind und der Balkon (26) im bestimmungsgemäßen Gebrauch im Abstand von der Gebäudewand
gehalten ist.
2. System nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sowohl die Konsolen (1) als auch die Anhängeelemente (11) des Balkons (26) jeweils
zwei übereinander angeordnete Anschlussbereiche aufweisen,
• wobei der erste Anschlussbereich des Balkons (26) an einen Tragkopf (6) anschließbar
ist
• und der zweite Anschlussbereich des Balkons (26) über ein längenverstellbares Stellglied
(18) an die Konsole (1) in der Art anschließt, dass der Abstand zwischen Balkon (26)
und Gebäudewand auf Höhe des zweiten Anschlussbereichs einstellbar ist.
3. System nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das längenverstellbare Stellglied (18) als Spannschloss ausgestaltet ist,
mit einem Spannteil (19), das zwei gegenläufige Gewinde aufweist,
und mit zwei Gewindestücken (20, 21), die jeweils mit einem der beiden Gewinde des
Spannteils (19) zusammenwirken.
4. System nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Anschlussbereich des Balkons (26) höher als der erste Anschlussbereich
liegt und das Stellglied (18) als Zugstrebe ausgestaltet ist.
5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anhängeelemente (11) und die Tragköpfe (6) relativ zueinander höhenverstellbar
sind.
6. System nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anhängeelemente (11) jeweils haubenartig nach unten offen ausgestaltet sind,
derart, dass sie von oben auf ein Tragelement absenkbar sind, dieses umgreifen und
an diesem in sämtlichen Bewegungsrichtungen bis auf eine nach oben gerichtete Abheberichtung
gesichert sind.
7. System nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass in den Tragköpfen (6) oder in den Anhängeelementen (11) Justierschrauben (27) angeordnet
sind, die jeweils aufrecht ausgerichtet sind und dem jeweils zugeordneten Element
anliegen.
8. System nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass an jedem Tragkopf (6) zwei Justierschrauben (27) angeordnet sind.
9. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einem zwischen der Gebäudewand und dem Balkon (26) verlaufenden Spalt ein wärmedämmendes
Material angeordnet ist.
10. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein zwischen der Gebäudewand und dem Balkon (26) verlaufender Spalt mittels eines
trittfesten Materials überbrückt ist.
11. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Zuganker (16) in einem Betonfertigteil angeordnet sind, welches im Gebrauch
einen Randstreifen (25) einer Gebäudewand bildet.
12. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das System eine Schablone aufweist, welche die Position einer Anzahl von Zugankern
(16) relativ zueinander bestimmt.
13. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anhängeelemente (11) einen integralen Bestandteil des Balkons (26) ausbilden,
in der Art, dass der Balkon (26) als Betonfertigteil ausgestaltet ist und die Anhängeelement
(11) im Balkon (26) angeordnet sind.
14. Verfahren zur Montage eines Balkons (26) an einem Gebäude, insbesondere eines Balkons
(26) als Betonfertigteil, umfassend
▪ Bereitstellen eines Gebäudes, insbesondere eines Gebäudes in Massivbauweise, wobei
in dem Gebäude Zuganker (16) angeordnet werden,
▪ Bereitstellen eines Balkons (26), wobei der Balkon (26) Anhängeelemente (11) aufweist,
▪ Montieren von Konsolen (1) an den Zugankern (16), wobei die Konsolen (1) dazu bestimmt
sind, im Gebrauch den Balkon (26) abzustützen,
▪ Anhängen eines Balkons (26), in dem die Anhängeelemente (11)jeweils von oben auf
einen Tragkopf (6) der Konsole (1) abgesenkt werden,
▪ Justieren des Balkons (26), derart, dass die Neigung des Balkons (26) vor und/oder
entlang der Gebäudewand eingestellt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuganker (16) in den Ortbeton des Gebäudes, insbesondere in den Ortbeton der
Geschossdecken,
eingegossen werden, und/oder dass die Anhängeelemente (11) in den Balkon (26) eingegossen
werden.