[0001] Die Erfindung betrifft eine Bandanordnung zur Befestigung eines Flügels einer Tür
oder eines Fensters an einem Rahmen, eine Tür oder ein Fenster mit einem Rahmen und
einem am Rahmen über eine solche Bandanordnung befestigbaren Flügel sowie ein Verfahren
zur Montage eines Flügels an einem Rahmen einer Tür oder eines Fensters mit einer
solchen Bandanordnung.
[0002] Insbesondere bei Modulbauweisen werden an die Bänder von Türen und Fenster zunehmend
höhere Anforderungen hinsichtlich Flexibilität im Einsatz und möglichst sicherer,
einfacher und schneller Montage gestellt.
[0003] Aus der
DE 10 2019 005 882 A1 ist ein verdeckt liegendes Scharnier bekannt, das über Klemmplatten und Klemmblöcke
an einem Rahmen befestigt werden kann. Die verwendeten Klemmplatten sind auf den jeweiligen
Rahmen und seine Profiltiefe abgestimmt und können auch nur an diesem eingesetzt werden.
Die Positionierung der Klemmplatten muss vom Monteur exakt vorgenommen werden.
[0004] Hier setzt die Erfindung an, deren Aufgabe es ist, eine einfach, schnell und sicher
zu montierende Bandanordnung bereitzustellen, die flexibel einsetzbar ist.
[0005] Dies wird gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung gelöst durch eine Bandanordnung
zur Befestigung eines Flügels einer Tür oder eines Fensters an einem Rahmen, die mindestens
zwei Bandteile umfassend mindestens ein am Rahmen befestigbares Rahmenbandteil und
ein am Flügel befestigbares Flügelbandteil sowie mindestens eine Klemmanordnung aufweist,
wobei mindestens eines der Bandteile über die mindestens eine Klemmanordnung am Rahmen
oder Flügel befestigbar ist und die mindestens eine Klemmanordnung eine Klemmplatte
mit einem gekrümmten Fortsatz zum Hintergreifen einer ersten Nut des Rahmens oder
Flügels und eine Führungsplatte umfasst, die Führungsflächen aufweist, die ausgebildet
sind, die Klemmplatte zu führen und aufzunehmen und zwischen der Klemmplatte und dem
Rahmen oder Flügel angeordnet zu werden.
[0006] Die Erfindung schließt die Erkenntnis ein, dass über die Nutzung einer zwischen Klemmplatte
und Rahmen oder Flügel angeordneten Führungsplatte zum einen die Positionierung der
Klemmplatte bei der Montage durch die Führungsflächen der Führungsplatte deutlich
erleichtert wird und darüber hinaus die Nutzung einer Führungsplatte es erlaubt, stets
gleiche Klemmplatten sowohl am Rahmen als auch am Flügel einzusetzen und auch bei
unterschiedlichen Profiltiefen, indem statt der Klemmplatten lediglich die Führungsplatten
in ihrer Tiefe angepasst werden. Eine Anpassung der Klemmplatten ist somit nur notwendig,
wenn Rahmen oder Flügel mit unterschiedlichen Nutformen verwendet werden. Auch von
der spezifische Bandgestaltung ist die Klemmplatte weitgehend unabhängig, so dass
sie auch für eine Vielzahl von unterschiedlichen Bändern, beispielsweise, verdeckt
liegende oder sichtbare Bänder, zweiteilige oder dreiteilige Bandgestaltungen eingesetzt
werden kann. Dies erspart es, insbesondere bei Türen und Fenstern in Modulbauweise
eine Vielzahl unterschiedlicher Befestigungssysteme mit unterschiedlichen Klemmplatten
für unterschiedliche Rahmen- und Flügelgestaltungen vorzusehen. Die Klemmanordnung
mit Klemmplatte und Führungsplatte erlaubt darüber hinaus eine einhändige Montage,
da Führungsplatte und Klemmplatte bei der Montage derart zusammenwirken, dass die
Klemmplatte zunächst durch die Führungsflächen der Führungsplatte geführt wird und
sobald sie die Nut des Rahmens oder Flügels hintergreift ihrerseits die Führungsplatte
und auch das Bandteil gegen den Rahmen oder Flügel klemmt, damit ist eine gesicherte
Positionierung bereits vor einem etwaigen Einbringen von Befestigungsmitteln erreicht.
Die Erfindung entfaltet ihre Vorteile insbesondere bei verdeckt liegenden Scharnieren,
bei denen die Bandanordnung ganz oder teilweise im Rahmen und/oder Flügel angeordnet
wird, ist aber nicht auf diese Art von Scharnieren beschränkt, sondern kann auch bei
sichtbaren Scharnieren eingesetzt werden. Die Klemmplatte ist dabei ein von den Bandteilen
separates Bauteil.
[0007] Vorzugsweise weist die Führungsplatte eine obere Führungsfläche und eine der oberen
Führungsfläche gegenüberliegende untere Führungsfläche auf, zwischen denen die Klemmplatte
angeordnet werden kann. Besonders bevorzugt weist die Führungsplatte eine seitlich
zu oberer und unterer Führungsfläche angeordnete längsseitige Führungsfläche auf mit
einer Neigung zu einem Zwischenraum zwischen oberer und unterer Führungsfläche hin.
Hierüber kann die Klemmplatte besonders einfach in den Zwischenraum eingeschwenkt
und so von der Führungsplatte sicher geführt werden. Ein Verrutschen der Klemmplatte
wird vermieden. Bevorzugt beträgt die Neigung der längsseitigen Führungsfläche dabei
45°, dabei ist weiter bevorzugt, dass der Fortsatz der Klemmplatte einen um 45° zu
einem Auflagebereich der Klemmplatte - zur Auflage auf Teile der Führungsplatte -
geneigten und an diesen anschließenden Teilabschnitt umfasst, wobei der Teilabschnitt
ausgebildet ist, im montierten Zustand auf der längsseitigen Führungsfläche aufzuliegen.
Damit schmiegt sich die Klemmplatte im montierten Zustand vorteilhaft an die Führungsplatte
an, klemmt gleichzeitig über den Fortsatz, Bandteil und Führungsplatte an den Rahmen
oder Flügel und wird ihrerseits durch die obere und untere Führungsfläche in Position
gehalten.
[0008] In einer weiteren Ausführungsform sind die obere und untere Führungsfläche ausgebildet,
den Fortsatz der Klemmplatte aufzunehmen. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn die
mindestens eine Klemmplatte einen Auflagebereich zur Auflage auf Teile der Führungsplatte
umfasst, dessen Breitenausdehnung größer ist als eine Breitenausdehnung des Fortsatzes.
Damit kann die Führungsplatte eine gleichmäßige Breitenausdehnung beispielsweise gleich
der Breitenausdehnung des Auflagebereichs aufweisen und gleichzeitig den Fortsatz
einfach aufnehmen. Der Fortsatz ist in einer Ausführungsform hakenförmig ausgebildet.
[0009] In einer weiteren Ausführungsform weist die Führungsplatte mindestens einen Vorsprung
und/oder mindestens eine Ausnehmung auf, die formschlüssig in eine komplementäre Ausnehmung
und/oder einen komplementären Vorsprung des Bandteils eingreifen können, insbesondere
in solche des Rahmenbandteiles. Eine derartige Kombination aus Vorsprüngen und Ausnehmungen
erlaubt zum einen eine gegen Verrutschen gesicherte Vormontage von Führungsplatte
und Bandteil - auch ohne weitere Befestigungsmittel - und zum anderen wird so beispielsweise
eine schrittweise Montage erleichtert, bei der zunächst das Bandteil in den Rahmen
oder Flügel eingeschwenkt wird und erst im nächsten Schritt die Führungsplatte eingebracht
wird. Dies ist insbesondere vorteilhaft, aber nicht zwingend für Ausführungsformen,
bei denen ein Abschnitt der Führungsplatte und/oder ein Abschnitt des Bandteils ausgebildet
ist, eine zweite Nut des Flügels oder des Rahmens zu hintergreifen. Hier kann die
komplementäre Ausgestaltung mit Eingreifen von Führungsplatte und Bandteil, es erleichtern,
dass das Bandteil zunächst derart angeordnet wird, dass es die Nut hintergreift und
dann die Führungsplatte angeordnet wird ohne dass es zu ungewollten Blockaden bei
der Montage kommt.
[0010] In einer weiteren Ausführungsform weist die Führungsplatte eine Klemmnase mit Klemmrillen
auf, über die die Führungsplatte gegen eine Wand einer Fräsung im Rahmen oder Flügel
zur Aufnahme von Teilen der Bandanordnung geklemmt wird. Hierüber wird im Rahmen der
Montage eine weitere Absicherung der Bandanordnung ermöglicht, darüber hinaus können
Toleranzen der Fräsung hierüber ausgeglichen werden. Die Klemmnase der Führungsplatte
ist bevorzugt auf einer den Führungsflächen abgewandten Seite der Führungsplatte ausgebildet.
[0011] Vorteilhaft sind die mindestens eine Klemmplatte und die mindestens eine Führungsplatte
über Befestigungsmittel am Rahmen oder Flügel befestigbar und weisen insbesondere
Bohrungen, insbesondere Gewindebohrungen zur Aufnahme der Befestigungsmittel auf.
Über diese Befestigungsmittel kann die Bandanordnung (zusätzlich) am Rahmen oder Flügel
befestigt sein. Als Befestigungsmittel kommen im Rahmen der Erfindung insbesondere,
aber nicht ausschließlich Schrauben, insbesondere Senkschrauben in Frage. In Ausführungsformen
können auch selbstfurchende Schrauben eingesetzt werden.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Bandanordnung mindestens zwei Klemmanordnungen,
beispielsweise zwei Klemmanordnungen auf der Flügelseite und/oder zwei Klemmanordnungen
auf der Rahmenseite. Hierüber ergibt sich vorteilhaft eine symmetrische Anordnung
der Klemmanordnungen und darüber eine gleichmäßigere Kraftverteilung bei der Befestigung.
Bei genau zwei Klemmanordnungen können die beiden Führungsplatten über mindestens
einen Steg miteinander verbunden sein. Dies kann die Montage erleichtern.
[0013] In bevorzugten Ausführungsformen umfasst der Rahmen und/oder der Flügel ein Hohlraumprofil,
das ein Warmprofil umfassend zwei metallische Schalen und eine zwischen den Schalen
angeordnete Isolierung ist. Hierbei ist es bevorzugt, wenn Klemmplatte und Führungsplatte
jeweils eine Bohrung zur Aufnahme eines zusätzlichen Befestigungsmittels zum Einschrauben
in die Isolierung aufweisen. Alternativ ist aber auch die Nutzung von Kaltprofilen
möglich. In einer Ausführungsform auch mit einer zusätzlichen Befestigung über ein
zusätzliches Befestigungsmittel.
[0014] Besonders bevorzugt handelt es sich um eine verdeckt liegende Bandanordnung, die
insbesondere ein einachsiges Scharnier umfasst, das ausgebildet ist, in einer Kammer
eines Hohlraumprofils des Rahmens oder des Flügels angeordnet zu werden. Weiterhin
ist eine Bandanordnung bevorzugt, die genau zwei Rahmenbandteile und genau ein Flügelbandteil
umfasst. Derartige Bandanordnung weisen eine besonders gute Belastbarkeit auch bei
großen Tür- oder Fenstergewichten auf.
[0015] Bei einer verdeckt liegenden Bandanordnung ist es bevorzugt, wenn das Flügelbandteil
mehrteilig aufgebaut ist und einen Flügelbandlappen, einen Flügelbandsockel und eine
Flügelbandgegenplatte umfasst. Dabei bildet der Flügelbandlappen mit mindestens einem
Rahmenbandteil ein Scharnier, der Flügelbandsockel ist mit der Flügelbandgegenplatte
am Flügel befestigt und der Flügelbandsockel weist eine Aufnahme für den Flügelbandlappen
auf. Diese Ausführungsform der Bandanordnung ermöglicht eine Vormontage von Flügelbandsockel
und Flügelbandgegenplatte am Flügel und eine Vormontage von Flügelbandlappen und Rahmenbandteil(en)
am Flügel und darüber ein einfaches Einhängen des Flügels in den Rahmen, bei dem lediglich
der Flügelbandlappen in den Flügelbandsockel eingeführt werden muss und alle Befestigungen
an Rahmen und Flügel vorab stattfinden können. Bevorzugt sind dabei der Flügelbandsockel
und die Flügelbandgegenplatte mit mindestens einer Klemmanordnung, bevorzugt mit zwei
Klemmanordnungen, deren Führungsplatten über zwei Stege verbunden sind, am Flügel
befestigbar.
[0016] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist der Flügelbandlappen seitliche Führungsrillen
auf, die zur Aufnahme von in Durchgangsgewindebohrungen des Flügelbandsockels geführten
Schraubelementen ausgebildet sind. Hierüber kann der Flügelbandlappen besonders einfach
in den Flügelbandsockel eingeführt respektive der Flügelbandsockel besonders einfach
über den Flügelbandlappen geschoben werden, ohne dass es zu Verkantungen bei der Montage
kommt. Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn über die Schraubelemente auch eine
Vertikalverstellung, im Folgenden auch als Verstellung in y-Richtung bezeichnet, der
gesamten Bandanordnung erfolgen kann. Hierzu ist es insbesondere vorteilhaft, wenn
diese symmetrisch am Flügelbandsockel angeordnet sind und insbesondere auch die Führungsrillen
am Flügelbandlappen einander gegenüberliegend und symmetrisch angeordnet sind.
[0017] Vorteilhaft umfasst das Flügelbandteil mindestens zwei Verstellelemente zur Horizontalverstellung,
im Folgenden auch als Verstellung in x-Richtung bezeichnet, und der Flügelbandsockel
weist mindestens zwei Gewinde für die Verstellelemente zur Horizontalverstellung auf,
wobei die Verstellelemente in Bohrungen der Flügelbandgegenplatte und der Führungsplatte
geführt sind. Über diese Verstellelemente ist dann auch bei eingebauter Tür oder eingebautem
Fenster eine Horizontalverstellung am Flügel einfach möglich, indem die Verstellelemente
bewegt werden. Hierfür weist bevorzugt die Klemmplatte ein Durchgangsloch auf, über
das das jeweilige Verstellelement zu erreichen ist oder ist derart ausgebildet und
angeordnet, dass das Verstellelement nicht abgedeckt ist. Als Verstellelemente zur
Horizontalverstellung kommen beispielsweise Spindeln oder Verstellschrauben in Frage.
[0018] In einer Ausführungsform weist die Flügelbandgegenplatte mindestens ein, bevorzugt
zwei, Gewinde für Befestigungsmittel auf, mit denen die Führungsplatte an der Flügelbandgegenplatte
befestigbar ist. Auch mindestens ein Gewinde für Befestigungsmittel, mit denen Führungsplatte
und Klemmplatte an der Flügelbandgegenplatte befestigbar sind ist möglich und/oder
die Flügelbandgegenplatte weist mindestens eine Bohrung, bevorzugt zwei Bohrungen,
zur Aufnahme von Befestigungsmitteln und eines an der Führungsplatte ausgebildeten
Zapfens auf, wobei der Zapfen ein Innengewinde aufweist. Insbesondere die Ausführungsform
umfassend einen Zapfen ermöglicht eine noch besser abgesicherte und einfachere Vormontage
von Flügelbandgegenplatte, Flügelbandsockel und Führungsplatte, da der Zapfen bereits
vor Einbringen des Befestigungsmittels in die Bohrung gesteckt werden kann und so
eine Vormontage erfolgen kann.
[0019] Bevorzugt weist der Flügelbandsockel mindestens eine Gewindebohrung zur Aufnahme
eines Befestigungsmittels auf und der Flügelbandlappen weist mindestens ein Langloch
auf, das passend zur Bohrung im Flügelbandsockel angeordnet ist. Hierüber sind einerseits
Flügelbandsockel und Flügelbandlappen vorteilhaft aneinander zu befestigen und gleichzeitig
ermöglichen die Langlöcher ein gewisses Spiel bei der Montage und die Verstellung
in y-Richtung, so dass eine Vertikalverstellung der Bandanordnung einfacher möglich
ist. Bevorzugt sind der Flügelbandsockel und der Flügelbandlappen im montierten Zustand
von Tür oder Fenster über Befestigungsmittel verbunden.
[0020] In einer Ausführungsform umfasst das Flügelbandteil mindestens eine zwischen Flügelbandsockel
und Flügelbandlappen angeordnete Anpressdruckplatte. Über das Vorsehen einer zusätzlichen
Platte zwischen Flügelbandsockel und Flügelbandlappen, beispielsweise mit einer Dicke
von 1 bis 3 mm kann der Anpressdruck entlastet werden und damit eine Verstellung in
z-Richtung erfolgen.
[0021] Besonders bevorzugt umfasst die Bandanordnung mindestens ein sphärisches Lager mit
einer Lagerlinse. Unter einer Lagerlinse wird hier ein Lagerkörper in Form einer gestauchten
Kugel oder anders ausgedrückt in Form einer Linse verstanden. Die Nutzung einer Lagerlinse
als Lagerkörper verbindet die Vorteile einer Lagerkugel, nämlich einer besonders guten
Toleranz gegen Fehlausrichtung und hohen Belastbarkeit mit einem möglichst kleinen
Bauraum unter Beibehaltung einer vergleichsweise großen Kontaktfläche von Lagerkörper
und Aufnahme.
[0022] Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn die Lagerlinse symmetrisch ausgebildet ist
und mittig einen Bereich mit konstantem Durchmesser aufweist. Über diesen Bereich
kann insbesondere für verdeckt liegende Scharniere ein Montagespalt, beispielsweise
zwischen einem Rahmenbandteil und dem Flügelbandteil, definiert werden. Dieser kann
beispielsweise für die Montage der Bandanordnung mit einer Abdeckplatte zum Schutz
eines Inneren eines Rahmen- oder Flügelprofils genutzt werden. Damit ist es besonders
bevorzugt, wenn der Durchmesser im Bereich mit konstantem Durchmesser größer ist als
eine Dicke einer im Rahmen oder Flügel angeordnete Abdeckplatte zum Schutz eines Inneren
eines Rahmen- oder Flügelprofils.
[0023] Für sichtbare Bandanordnungen kann über eine Lagerlinse ohne Bereich mit konstantem
Durchmesser ein Spalt zwischen Bandteilen minimiert werden und damit der optische
Eindruck eines durchgehenden Bandes geschaffen werden.
[0024] In einer Ausführungsform weist die Lagerlinse Schmierstoffrillen auf. Alternativ
ist das sphärische Lager als selbstschmierendes oder trockenes Lager ausgebildet.
Die Lagerlinse kann vorteilhaft einen Sinterwerkstoff oder einen Verbundwerkstoff
aufweisen, insbesondere ist es bei einem selbstschmierenden Lager vorteilhaft, wenn
es sich um einen Verbundwerkstoff aus Thermoplast, Fasermatrix und Festschmierstoff
handelt.
[0025] Bevorzugt weist das sphärische Lager zwei Lagerschalen auf, von denen eine im mindestens
einen Rahmenbandteil und eine im Flügelbandteil, bevorzugt in einem Flügelbandlappen
angeordnet ist. Die Lagerlinse kann dabei auch einseitig in eine der Lagerschalen
integriert sein.
[0026] In einer Ausführungsform weist mindestens eine der Lagerschalen Fettdepots, insbesondere
in Form von Ausnehmungen, auf. Dies Ausnehmungen können dabei beispielsweise einen
runden oder einen ovalen Querschnitt aufweisen.
[0027] Bevorzugt ist ein durch die Lagerlinse geführter Lagerbolzen über einen Gewindestift
in mindestens einem Rahmenbandteil fixiert. Bei Bandanordnungen mit zwei Rahmenbandteilen
und einem Flügelbandteil sind bevorzugt genau zwei sphärische Lager vorhanden. Der
Lagerbolzen weist dann bevorzugt zwei in Flucht angeordnete Aufnahmen für den Gewindestift
jedes Rahmenbandteils auf. Die Aufnahmen können insbesondere als Bohrung oder Fräsung
ausgestaltet sein. Über die Anordnung der Aufnahmen in Flucht kann im Rahmen der Montage
ein Verdrehen besser verhindert werden als dies beispielsweise mit einer alternativen
Ausgestaltung in Form einer umlaufenden Rille als Aufnahme möglich ist. Diese Alternative
stellt hingegen geringere Anforderungen an die Fertigungstoleranz als die Verwendung
zweier Aufnahmen in Flucht.
[0028] Die Bandanordnung umfasst in einer Ausführungsform weiter eine Bandaufnahme zur Anordnung
im Flügel oder Rahmen, bevorzugt in einer Kammer eines Hohlraumprofils, und ausgebildet
zur Aufnahme von mindestens einem Bandteil, wobei die Bandaufnahme mindestens einen
Kabelführungskanal zur Aufnahme eines elektrischen Kabels umfasst. Der in der Bandaufnahme
angeordnete mindestens eine Kabelführungskanal erlaubt eine sichere Kabelführung auch
bei nahezu vollständiger Bauraumausnutzung der Bandanordnung insbesondere innerhalb
eines Hohlraumprofiles. Durch den Kabelführungskanal wird vermieden, dass durch den
Rahmen oder Flügel zu führende Kabel mit der Bandanordnung kollidieren, insbesondere
in Hohlraumprofilen, die keine alternativen Möglichen zur Kabelanordnung aufweisen
als diejenige Kammer, in der die Bandanordnung aufgenommen wird. Der Kabelführungskanal
kann dabei einen runden, ovalen oder einen rechteckigen Querschnitt aufweisen, so
dass sowohl Rundkabel als auch Flachkabel geführt werden können.
[0029] Bevorzugt umfasst die Bandaufnahme mindestens eine Abdeckplatte zum Schutz eines
Inneren des Rahmens oder Flügels, insbesondere des Hohlraumprofils. Hierüber wird
vermieden, dass im Einbauzustand Manipulationen am Inneren des Hohlraumprofiles stattfinden
können, wie beispielsweise das Einwerfen von Gegenständen. Somit kann die Bandaufnahme
neben der Aufnahme der Bandteile und der Kabelführung gleichzeitig den Schutz des
Innenraumes bereitstellen. Der mindestens eine Kabelführungskanal kann vollständig
geschlossen oder mit mindestens einer seitlichen Öffnung ausgebildet sein. Bevorzugt
ist der mindestens eine Kabelführungskanal in einer Ecke der Bandaufnahme angeordnet.
Dies erlaubt eine besonders gute Bauraumausnutzung. Vorteilhaft weist die Bandaufnahme
eine Stützstruktur zum Eingreifen in eine Nut oder zum Umgreifen eines Vorsprungs
des Rahmens oder Flügel auf. Hierüber kann ein Verrutschen der Bandaufnahme vermieden
werden. Zusätzlich kann die Führungsplatte einen Vorsprung zur Absicherung der Bandaufnahme
umfassen. Dieser kann verhindern, dass die Bandaufnahme aus dem Rahmen oder Flügel
rutscht. In einer Ausführungsform weist die Abdeckplatte der Bandaufnahme eine Aussparung
auf, die ein Verkanten des Scharniers mit der Bandaufnahme sicher ausschließt. In
dieser Ausführungsform ist vorteilhaft ein Bandteil der Bandanordnung so ausgestaltet,
dass es zusammen mit der Abdeckplatte das Innere des Rahmens oder Flügels schützt.
[0030] In einer weiteren Ausführungsform weist der Flügelbandlappen eine Aufnahme für einen
Zapfen einer Arretierhilfe auf und die Arretierhilfe ist ausgebildet zum Einbringen
zwischen Flügelbandlappen und Rahmen und zur Blockade einer Schwenkbewegung des Flügelbandlappens.
Über die Arretierhilfe kann in dieser Ausführungsform sichergestellt werden, dass
bei der Montage des Flügels am Rahmen, der Flügelbandlappen arretiert ist und nicht
verschwenken kann. Dies erleichtert die Montage. Bevorzugt ist die Arretierhilfe mehrteilig
aufgebaut und umfasst einen Blockadekörper und einen Stift, insbesondere einen Innensechskantstiftschlüssel,
wobei ein Ende des Stiftes den Zapfen der Arretierhilfe bildet und der Blockadekörper
eine Öffnung für den Stift umfasst.
[0031] Vorteilhaft umfasst die Bandanordnung eine Coverplatte für die mindestens eine Klemmanordnung.
Damit wird die Klemmanordnung abgedeckt und für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild
gesorgt, außerdem sind die jeweiligen Befestigungs- und Verstellmittel damit abgedeckt
und für Unbefugte weniger leicht zu erreichen und zu manipulieren. In einer Ausführungsform
wird eine kombinierte Coverplatte verwendet, die zwei Klemmanordnungen abdeckt sowie
zumindest einen Teil des Hohlraumprofils. Die kombinierte Coverplatte kann beispielsweise
mittels Spritzguss hergestellt werden. Vorteilhaft weist die Coverplatte Vorsprünge
zur Befestigung im Hohlraumprofil auf. Mittels der kombinierten Coverplatte kann das
äußere Erscheinungsbild noch gleichmäßiger ausgebildet werden und die Coverplatte
einfach am Hohlraumprofil befestigt werden.
[0032] Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung eine Tür oder ein Fenster mit einem
Rahmen und einem am Rahmen über eine Bandanordnung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung
befestigbaren Flügel, wobei Rahmen und/oder Flügel eine erste Nut zur Aufnahme des
Fortsatzes der Klemmplatte aufweisen. Bevorzugt umfassen der Rahmen und/oder der Flügel
dabei ein Hohlraumprofil und die Bandanordnung ist verdeckt liegend, bevorzugt zumindest
teilweise in Kammern der jeweiligen Hohlraumprofile, angeordnet.
[0033] Gemäß einem dritten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Montage eines
Flügels an einem Rahmen einer Tür oder eines Fensters mit einer Bandanordnung gemäß
dem ersten Aspekt der Erfindung, das folgende Schritte umfasst:
- Anordnen mindestens eines Bandteils am Rahmen oder Flügel
- Auflegen der mindestens einen Führungsplatte auf das Bandteil
- Einführen der mindestens einen Klemmplatte zwischen Führungsflächen der Führungsplatte
- Klemmen der Führungsplatte und des Bandteils über das Hintergreifen einer ersten Nut
des Rahmens oder Flügels durch den Fortsatz der Klemmplatte.
[0034] In einer Ausführungsform wird das Bandteil mit der Führungsplatte vor dem Anordnen
am Rahmen oder Flügel vormontiert. Dies kann die Montage weiter erleichtern und insbesondere
eine einhändige Montage weiter begünstigen.
[0035] Bevorzugt umfasst das Verfahren weiter den Schritt:
- Befestigen des Bandteils am Rahmen oder Flügel über durch die Klemmplatte und/oder
die Führungsplatte geführte Befestigungsmittel.
[0036] Bevorzugt ist die Bandanordnung eine (zumindest teilweise) verdeckt liegende Bandanordnung
und der Rahmen und/oder Flügel umfasst ein Hohlraumprofil und das Bandteil wird zumindest
teilweise innerhalb einer Kammer des Hohlraumprofils angeordnet.
[0037] In einer Ausführungsform des Verfahrens werden vor dem Anordnen des mindestens einen
Bandteils, das mindestens eine Rahmenbandteil und das Flügelbandteil zu einem Scharnier
vormontiert, insbesondere werden zwei Rahmenbandteile und ein Flügelbandlappen des
Flügelbandteiles zum Scharnier vormontiert. Dabei umfasst die Vormontage zum Scharnier
bevorzugt die folgenden Schritte:
- Anordnen mindestens einer Lagerlinse in einer im Flügelbandteil, insbesondere in einem
Flügelbandlappen, und einer im Rahmenbandteil angeordneten Lagerschale
- Einbringen eines Lagerbolzen in Flügelbandteil, Rahmenbandteil und Lagerlinse.
[0038] Zusätzlich wird bei dieser Ausführungsform bevorzugt der Lagerbolzen nach dem Einbringen
über einen Gewindestift im jeweiligen Rahmenbandteil fixiert.
[0039] Umfasst das Flügelbandteil eine Flügelgegenplatte und einen Flügelbandsockel werden
die Flügelgegenplatte und der Flügelbandsockel in einer Ausführungsform mit der mindestens
einen Führungsplatte vor dem Anordnen des Flügelbandteils im Flügel vormontiert. Dabei
ist es weiter bevorzugt, wenn nach Befestigen mindestens eines Rahmenbandteils am
Rahmen und des Flügelbandteils am Flügel, der Flügelbandlappen in den Flügelbandsockel
eingeführt wird und über Befestigungsmittel mit diesem verbunden wird.
[0040] Vorteilhaft wird dabei vor dem Einführen des Flügelbandlappens in den Flügelbandsockel
eine Arretierhilfe am Flügelbandlappen befestigt und eine Schwenkbewegung des Flügelbandlappens
blockiert. Damit ist der Flügelbandlappen arretiert und das Einführen des Flügelbandlappens
in den Flügelbandsockel wird erleichtert.
[0041] Hierzu kann zunächst ein Blockadekörper der Arretierhilfe zwischen Flügelbandlappen
und Rahmen eingebracht werden und der Blockadekörper dann über einen Stift in einer
Aufnahme des Flügelbandlappens arretiert werden. Die Aufnahme des Flügelbandlappens
kann als separate Bohrung ausgeführt sein. Alternativ kann auch eines der Langlöcher
des Flügelbandlappens als Aufnahme dienen. Wird das Langloch als Aufnahme verwendet,
kann der Blockadekörper einen Anschlag oder die Arretierhilfe einen Silikonstopfen
aufweisen, um ein zu weites Einführen des Blockadekörpers durch das Langloch zu verhindern.
[0042] Weist der Flügelbandlappen seitliche Führungsrillen auf, die zur Aufnahme von in
Bohrungen des Flügelbandsockels geführten Schraubelementen ausgebildet sind, ist es
vorteilhaft, wenn zur Vertikalverstellung der Bandordnung die Schraubelemente verstellt
werden. Damit ist über die Schraubelemente sowohl die Führung des Flügelbandlappens
als auch die Vertikalverstellung der gesamten Bandanordnung einfach zu realisieren.
[0043] Umfasst das Flügelbandteil Verstellelemente zur Horizontalverstellung und weist der
Flügelbandsockel zwei Gewinde für die Verstellelemente zur Horizontalverstellung auf,
wobei die Verstellelemente in Bohrungen der Flügelbandgegenplatte und der Führungsplatte
geführt sind so erfolgt über eine Verstellung der Verstellelemente eine Horizontalverstellung
der Bandanordnung. Die Schritte der hier beschriebenen Verfahren können, aber müssen
nicht exakt in der beschriebenen Reihenfolge durchgeführt werden, sofern dies nicht
explizit angegeben ist.
[0044] Die Tür oder das Fenster gemäß dem zweiten Aspekt sowie das Verfahren gemäß dem dritten
Aspekt der Erfindung teilen die Vorteile und Ausführungsformen der Bandanordnung gemäß
dem ersten Aspekt der Erfindung.
[0045] Nachfolgend werden weitere Ausführungsformen beispielhaft anhand der Zeichnungen
erläutert. Dabei zeigen
Fig. 1A und 1B eine Ausführungsform einer Bandanordnung gemäß dem ersten Aspekt der
Erfindung als Zusammenbau;
Fig. 2 eine Explosionszeichnung von rahmenseitigen Teilen einer Ausführungsform einer
Bandanordnung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 3A und Fig. 3B eine Führungsplatte einer Ausführungsform einer Bandanordnung
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 3C eine Klemmplatte einer Ausführungsform einer Bandanordnung gemäß dem ersten
Aspekt der Erfindung;
Fig. 3D eine Schnittzeichnung von rahmenseitigen Teilen einer Ausführungsform einer
Bandanordnung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 4 eine Explosionszeichnung von flügelseitigen Teilen einer Ausführungsform einer
Bandanordnung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 5 eine Schnittzeichnung einer Ausführungsform einer Bandanordnung gemäß dem ersten
Aspekt der Erfindung;
Fig. 6 Detailzeichnungen einer Lagerung einer Ausführungsform einer Bandanordnung
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 7A eine Schnittzeichnung einer weiteren Ausführungsform einer Bandanordnung gemäß
dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 7B eine Seitenansicht der weiteren Ausführungsform aus Fig. 7A
Fig. 8 eine teilweise Explosionszeichnung von flügelseitigen Teilen einer Ausführungsform
einer Bandanordnung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 9 eine teilweise Explosionszeichnung von rahmenseitigen Teilen einer Ausführungsform
einer Bandanordnung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 10 eine teilweise Explosionszeichnung einer Ausführungsform einer Bandanordnung
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 11A und Fig. 11B eine Führungsplatte einer weiteren Ausführungsform einer Bandanordnung
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 11C eine Klemmplatte einer weiteren Ausführungsform einer Bandanordnung gemäß
dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 12A eine Schnittzeichnung einer weiteren Ausführungsform einer Bandanordnung
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung;
Fig. 12B eine Seitenansicht der weiteren Ausführungsform aus Fig. 12A;
Fig. 13A und 13B eine weitere Ausführungsform einer Bandanordnung gemäß dem ersten
Aspekt der Erfindung als Zusammenbau.
[0046] In der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen beziehen sich ähnliche
Bezugszeichen in der Regel auf ähnliche Elemente.
[0047] Fig. 1A und 1B zeigen eine Ausführungsform einer Bandanordnung 1000 gemäß dem ersten
Aspekt der Erfindung als Zusammenbau. Die hier gezeigte Bandanordnung 1000 zur Befestigung
eines Flügels einer Tür oder eines Fensters an einem Rahmen umfasst zwei Rahmenbandteile
100A, 100B sowie ein Flügelbandteil 200 und weist darüber hinaus vier Klemmanordnungen
300 auf. Über die Klemmanordnungen 300 sind sowohl die beiden Rahmenbandteile 100A,
100B als auch das Flügelbandteil 200 am Rahmen bzw. Flügel befestigbar. In Fig. 1A
sind darüber hinaus Coverplatten 340, 350 gezeigt, mittels der die Klemmanordnungen
abgedeckt werden können, so dass ein nach außen hin einheitliches Erscheinungsbild
entsteht. Die Klemmanordnungen 300 umfassen jeweils eine Klemmplatte 310 sowie eine
Führungsplatte 320A, 320B, 330. Die Klemmplatten 310 weisen jeweils einen Auflagebereich
312 sowie einen gekrümmten Fortsatz 311 auf. Der gekrümmte Fortsatz 311 ist jeweils
zum Hintergreifen einer ersten Nut des Rahmens oder Flügels ausgebildet und die Führungsplatten
320A, 320B, 330 weisen Führungsflächen auf, die ausgebildet sind, die jeweilige Klemmplatte
310 zu führen und aufzunehmen. Die Führungsplatten 320A, 320B, 330 sind im Einbauzustand
zwischen der Klemmplatte und dem Rahmen oder Flügel angeordnet. Die weiteren Details
der gezeigten Ausführungsform der Bandanordnung 1000 werden im Folgenden anhand der
weiteren Zeichnungen erläutert.
[0048] Fig. 2 zeigt eine Explosionszeichnung vom rahmenseitigen Teil der Ausführungsform
einer Bandanordnung 1000 gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung. Hier ist ein Teil
des Rahmens 900 dargestellt, in den die Bandanordnung 1000 aufgenommen wird. Der hier
gezeigte Rahmen 900 ist ein Warmprofil umfassend zwei metallische Schalen 931, 932
zwischen denen eine Isolierung 935 angeordnet ist. Die Isolierung 935 ist hier zweiteilig
aufgebaut, sie dient der thermischen Isolierung der metallischen Schalen gegeneinander
und damit der Vermeidung von Wärmebrücken über den Tür- bzw. Fensteraufbau. Der gezeigte
Rahmen 900 ist darüber hinaus in Form eines Hohlraumprofils aufgebaut. Der Rahmen
900 umfasst insbesondere eine Kammer 940, in der sich im Einbauzustand Teile der Bandanordnung
befinden. In der gezeigten Ausführungsform befindet sich im Einbauzustand ein einachsiges
Scharnier 1100 der Bandanordnung innerhalb der Kammer 940 des Rahmens. Weiter weist
der Rahmen eine erste Nut 910 sowie eine zweite Nut 920 auf. Die erste Nut 910 wird
dabei im Einbauzustand vom gekrümmten Fortsatz 311 der Klemmplatten 310 hintergriffen,
während in der zweiten Nut 920 jeweils ein Abschnitt 101 der beiden Bandteile 100A,
100B angeordnet ist, der diese zweite Nut 920 hintergreift. Damit ist während der
Montage die Bandanordnung über die Kombination von Rahmenbandteil 100A, 100B, Führungsplatten
320A, 320B und Klemmplatte 310 bereits gegen den Rahmen geklemmt und gesichert ohne
dass weitere Befestigungsmittel die Bandordnung am Rahmen befestigen. In der gezeigten
Ausführungsform ist die Bandanordnung 1000 über Befestigungsmittel 410, 440 am Rahmen
900 befestigbar. Hierzu weisen sowohl die Klemmplatten 310 also auch die Führungsplatten
320A, 320B jeweils Bohrungen, beispielsweise Bohrungen 420 auf, durch die die Befestigungsmittel
geführt werden können. In der gezeigten Ausführungsform der Bandanordnung 1000 ist
rahmenseitig ein einachsiges Scharnier 1100 angeordnet. Dieses wird gebildet mit den
beiden Rahmenbandteilen 100A, 100B und einem Flügelbandlappen 210 als Teil des Flügelbandteils.
Der Flügelbandlappen 210 weist dabei Führungsrillen 211 auf, über die der spätere
Zusammenbau des Flügelbandlappens mit dem Flügelbandsockel und der Flügelbandgegenplatte
vereinfacht wird. Die seitlichen Führungsrillen 211 sind dabei ausgebildet, Schraubelemente
aufzunehmen, die in Durchgangsgewindebohrungen des Flügelbandsockel geführt sind.
Der genaue Zusammenbau des Flügelbandteils wird später anhand von Fig. 10 noch einmal
näher erläutert. Die hier gezeigten Rahmenbandteile 100A, 100B weisen Ausnehmung 104,
105 auf, in die Vorsprünge 324, 325 der Führungsplatten 320A, 320B eingreifen. Die
nachfolgenden Figuren 3A und 3B zeigen die hier verwendeten Führungsplatten im Detail
am Beispiel der Führungsplatte 320A. In der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform der
Bandanordnung 1000 weist diese darüber hinaus eine Bandaufnahme 600 auf, die ebenfalls
in der Kammer 940 des Hohlraumprofils des Rahmens 900 angeordnet wird und die zwei
Kabelführungskanäle 610 aufweist, in denen elektrische Kabel geführt werden können,
obwohl die Bandanordnung große Teile des Inneren des Hohlraumprofils ausfüllt. Darüber
hinaus dient die Bandaufnahme 600 auch der Aufnahme von Teilen der Bandanordnung und
der Abdeckung des Inneren des Hohlraumprofils, um zu vermeiden, dass beispielsweise
Gegenstände in das Innere des Rahmens gelangen können und dieser darüber manipuliert
wird. Des weiteren weist die Bandaufnahme 600 eine Stützstruktur 630 auf, über die
sich die Bandaufnahme am Hohlraumprofil abstützt. Die Kabelführungskanäle 610 sind
in der gezeigten Ausführungsform der Bandaufnahme 600 jeweils in Ecken 620 der Bandaufnahme
600 angeordnet. Gerade diese Anordnung erlaubt eine besonders gute Bauraumausnutzung.
[0049] Fig. 3A und Fig. 3B zeigen eine Führungsplatte 320A einer Ausführungsform einer Bandanordnung
1000 gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung, wie sie auch in den vorangegangenen Figuren
zu sehen war. Fig. 3C zeigt eine dazu passende Klemmplatte 310 der Ausführungsform
einer Bandanordnung 1000 gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung während in Fig. 3D
der Zusammenbau von Klemmplatte und Führungsplatte mit weiteren Teilen der Bandanordnung
im Rahmen 900 in einer Schnittzeichnung dargestellt ist. Die Führungsplatte 320A weist
wie bereits erläutert Vorsprünge 324, 325 auf, die in Ausnehmungen 104, 105 der Rahmenbandteile,
hier insbesondere des Rahmenbandteils 100A, eingreifen können. Zur Führung der Klemmplatte
310 weist die Führungsplatte 320A eine obere Führungsfläche 321 sowie eine der oberen
Führungsfläche 321 gegenüberliegende untere Führungsfläche 322 auf. Zwischen der oben
Führungsfläche 321 und der unteren Führungsfläche 322 ist seitlich eine längsseitige
Führungsfläche 323 angeordnet. Diese längsseitige Führungsfläche 323 weist eine Neigung,
hier eine Neigung von 45°, zu einem Zwischenraum zwischen der oberen und der unteren
Führungsfläche 321, 322 auf. Über diese geneigte Fläche kann die Klemmplatte 310 bei
der Montage besonders gut geführt werden, so dass der Fortsatz 311 der Klemmplatte
310 zwischen die obere Führungsfläche 321 und die untere Führungsfläche 322 gleitet
und dabei die erste Nut 910 des Rahmens hintergreifen kann. Dabei wird in der gezeigten
Ausführungsform insbesondere der gekrümmte Fortsatz 311 der Klemmplatte 310 zwischen
den Führungsflächen geführt. Hintergreift der gekrümmte Fortsatz 311 die erst Nut
910 des Rahmens, so wird die Auflagefläche 312 der Klemmplatte auf die Führungsplatte
aufgelegt und es ergibt sich eine Auflage des Teilabschnitts 313 der Klemmplatte auf
der längsseitigen Führungsfläche 323 der Führungsplatte 320A. Ebenso wie die längsseitige
Führungsfläche 323A weist der Teilabschnitt 313 eine Neigung von hier 45° auf und
passt sich so exakt an die längsseitige Führungsfläche an. Dieser Zusammenbau ist
in Fig. 3D gut zu erkennen. Des weiteren zeigt Fig. 3D, dass im eingebauten Zustand
nicht nur die Klemmplatte 310 mit ihrem gekrümmten Fortsatz 311 die erste Nut 910
des Rahmens hintergreift, sondern auch der Abschnitt 101 des Rahmenbandteils 100A
die zweite Nut 920 des Rahmens hintergreift. Somit ist über die gesamte Klemmanordnung
aus Klemmplatte 310 und Führungsplatte 320A das Bandteil 100A und damit die Bandanordnung
sicher gegen den Rahmen geklemmt, auch bevor Befestigungsmittel angebracht werden.
Die Führungsplatte 320A weist darüber hinaus eine Klemmnase 326 mit Klemmrillen 327
auf. Diese klemmt gegen eine Fräsung des Rahmens und sichert damit die Montage der
Bandanordnung weiter ab. Darüber hinaus können über die Klemmnase 326 mit ihren Klemmrillen
327 auch Toleranzen bei der Fräsung ausgeglichen werden, so dass die in die Fräsung
eingebrachte Bandanordnung stabil sitzt.
[0050] Fig. 4 zeigt eine Explosionszeichnung von flügelseitigen Teilen der Ausführungsform
einer Bandanordnung 1000 gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung, deren rahmenseitige
Teile in Fig. 2 dargestellt sind. Wie auch der Rahmen 900 aus Fig. 2 ist der Flügel
800 auch in Form eines Warmprofils mit zwei metallischen Schalen 831, 832 aufgebaut,
die von einer Isolierung 835 getrennt sind, die hier zweiteilig aufgebaut ist. Auch
der Flügel 800 weist eine Kammer 840 auf, in der hier die flügelseitigen Teile der
Bandanordnung, insbesondere die Flügelbandgegenplatte, der Flügelbandsockel, angeordnet
sind. Der Flügel weist ferner eine erste Nut 810 sowie eine zweite Nut 820 auf und
eine Fräsung 811. Der Flügelbandsockel 220 ist in der gezeigten Ausführungsform in
der Flügelbandgegenplatte 230 angeordnet. Der Flügelbandsockel weist eine Aufnahme
221 für den rahmenseitig angeordneten Flügelbandlappen auf, sowie Gewindebohrungen
224, in die Befestigungsmittel aufgenommen werden können, über die der Flügelbandlappen
durch Langlöcher am Flügelbandsockel befestigt werden kann. Darüber hinaus weist der
Flügelbandsockel 220 Durchgangsgewindebohrungen 222 auf, in denen Schraubelemente
225 geführt werden. Die Schraubelemente 225 dienen zum einen bei der Montage von Flügelbandlappen
und Flügelbandsockel der Führung des Flügelbandlappen 210, in dem die Schraubelemente
225 in die seitlichen Führungsrillen 211 des Flügelbandlappens eingreifen können.
Zum Anderen erfolgt über die Schraubelemente 225 die Vertikalverstellung der gesamten
Bandanordnungen, wenn diese vollständig montiert ist. Die Vertikalverstellung erfolgt
dabei wie hier gezeigt in y-Richtung. Zur Horizontalverstellung weist die Flügelbandanordnung
in der gezeigten Ausführungsform zwei Verstellelemente 240 auf, wobei im Flügelbandsockel
220 zwei Gewinde 223 angeordnet sind, die diese Verstellelemente 240 aufnehmen und
die Verstellelemente 240 in Bohrungen 231, 333 der Flügelbandgegenplatte 230 und der
Führungsplatten 330 geführt werden. Die Verstellelemente 240 sind im zusammengebauten
Zustand durch Bohrungen in den Klemmplatten zugänglich, so dass eine einfache Horizontalverstellung
über die Verstellelemente 240 in x-Richtung möglich ist. Über Befestigungsmittel 260
werden die Führungsplatten 330, die hier über zwei Stege 332 miteinander verbunden
sind, an der Flügelbandgegenplatte 230 befestigt und darüber gleichzeitig auch der
Flügelbandsockel gegen die Flügelbandgegenplatte gehalten. Die Befestigungsmittel
260 greifen dabei in Gewinde 232 der Flügelgegenplatte ein. Bei der Montage werden
also in einem ersten Schritt die Führungsplatten 330 sowie der Flügelbandsockel 220
und die Führungsbandgegenplatte 230 aneinander befestigt und dann diese Kombination
in den Flügel 800 eingebracht und über die Klemmplatten 310 mit dem Flügel verklemmt,
so dass in einem weiteren Schritt eine einfache und schnelle Montage über die Befestigungsmittel
410, 440, die durch die entsprechenden Bohrungen 420, 430 geführt werden können, am
Flügel erfolgen kann und über die Klemmanordnung umfassend die Führungsplatten 330
und die Klemmplatten 310 bereits vor Einbringung der Befestigungselemente sicher am
Flügel gelagert ist, so dass eine einhändige Montage möglich ist.
[0051] Fig. 5 zeigt eine Schnittzeichnung einer Ausführungsform einer Bandanordnung 1000
gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung. Hier sind Rahmen 900 und Flügel 800 bereits
über eine Bandanordnung 1000 miteinander verbunden. Die Bandanordnung 1000 weist hier
eine Anpressdruckplatte 250 auf, die zwischen dem Flügelbandlappen 210 und dem Flügelbandsockel
220 des Flügelbandteils 200 angeordnet ist und durch ihre Dicke von bevorzugt 1 bis
3 mm für einen geringeren Anpressdruck und damit für eine Verstellung in z-Richtung
der Bandordnung folgt.
[0052] Fig. 6 zeigt Detailzeichnungen einer Lagerung einer Ausführungsform einer Bandanordnung
1000 gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung. Die in Fig. 6 gezeigte Lagerung umfasst
zwei sphärische Lager mit je einer Lagerlinse 500, die in zwei Lagerschalen 520, 530
angeordnet ist, wobei die Lagerschalen 520 im Flügelbandlappen 210 des Flügelbandteils
200 angeordnet ist und die Lagerschalen 530 jeweils im Rahmenbandteil 100A, 100B angeordnet
ist. Die Lagerlinse 500 weist in der gezeigten Ausführungsform mittig einen Bereich
501 mit konstanten Durchmesser auf und ist symmetrisch ausgebildet. Der mittig angeordnete
Bereich 501 mit konstanten Durchmesser erlaubt die Einstellung eines Montagespaltes.
Hierbei ist es insbesondere bevorzugt, wenn die Höhe des Bereichs mit konstanten Durchmesser
501 größer ist als die Dicke als Abdeckplatte zum Schutz des Innenraums eines Hohlraumprofil,
beispielsweise als die Dicke einer Abdeckplatte einer Bandaufnahme 600, wie sie in
Fig. 2 gezeigt ist. Das sphärische Lager umfasst darüber hinaus auch einen Lagerbolzen
510 der über Befestigungsmittel, insbesondere hier über einen Gewindestift im jeweiligen
Rahmenbandteil 100A, 100B fixiert ist. Die hier gezeigte Lagerlinse 500 ist mit Schmierrillen
540 versehen, in denen sowohl Schmiermittel gelagert sein kann als auch Abrieb eingelagert
werden kann zur Schonung des Lagers. Ebenso weisen die Lagerschalen hier am Beispiel
der Lagerschale 530 des Rahmenbandteils 100B gezeigt, Fettdepots 550 in Form von Ausnehmungen
auf. Diese können rund oder oval ausgefüllt sein und ebenfalls Schmiermittel, insbesondere
Schmierfett, aufnehmen. In alternativen, hier nicht gezeigten Ausführungsformen, kann
das Lager auch ein selbstschmierendes oder trockenes Lager sein, was das Vorsehen
von Schmierrillen obsolet macht.
[0053] Die Figuren 7A und 7B zeigen eine weitere Ausführungsform einer Bandanordnung in
einer Schnittzeichnung (Fig. 7A) und einer Seitenansicht (Fig. 7B). Die hier gezeigte
Bandanordnung umfasst zusätzlich zu den in den vorangegangenen Zeichnungen beschriebenen
Elementen eine Arretierhilfe 700. Die Arretierhilfe 700 umfasst hier einen Blockadekörper
720 sowie einen Stift 730, der durch eine Öffnung des Blockadekörpers 721 geführt
ist und in eine Aufnahme 215 des Flügelbandlappens 210 des Flügelbandteils 200 gesteckt
wird, wobei die Aufnahme 215 zur Aufnahme eines Zapfens 710 ausgebildet ist und dieser
Zapfen 710 in der gezeigten Ausführungsform vom Stift 730 gebildet wird. Die Arretierhilfe
unterstützt bei der Montage des Flügels 800 am Rahmen 900, indem über die Arretierhilfe
der Flügelbandlappen in seiner Position fixiert wird und so beim Einführen des Flügelbandlappens
210 in den Flügelbandsockel 220 ein Verschwenken des Flügelbandlappens 210 vermieden
wird und das Zusammenführen von Flügelbandlappen 210 und Flügelbandsockel 220 vereinfacht
wird.
[0054] Über die folgenden Figuren Fig. 8 bis Fig. 10 wird die Montage der Bandanordnung
1000 mit Hilfe der Klemmanordnung 300 und insbesondere der Klemmplatten 310 näher
erläutert. Die in den Fig. 8 und Fig. 9 gezeigten Explosionszeichnungen vom flügelseitigen
bzw. rahmenseitigen Teil einer Ausführungsform einer Bandanordnung 1000 gemäß dem
ersten Aspekt der Erfindung gezeigten Elementen entsprechen im Wesentlichen denen
in den zuvor diskutierten Fig. 1 bis Fig. 5 gezeigten Elementen. In Fig. 10 ist eine
Ausführungsform einer Bandanordnung zusätzlich umfassend einer Arretierhilfe, wie
in Fig. 7A und Fig. 7B gezeigt, dargestellt.
[0055] Fig. 8 zeigt eine teilweise Explosionszeichnung der flügelseitigen Teile einer Ausführungsform
einer Bandanordnung 1000. Hier sind der Flügelbandlappen 220 sowie die Führungsplatten
330 und die Flügelbandgegenplatte 230 (hier nicht erkennbar) bereits vormontiert und
in den Flügel 800 eingebracht. Nach dieser Vormontage und dem Einbringen in den Flügel
800 werden die Klemmplatten 310 eingebracht, in dem die gekrümmten Fortsätze 311 der
Klemmplatten 310 die erste Nut 810 hintergreifen. Dabei werden die Klemmplatten 310
mit ihren gekrümmten Fortsätzen 311 zwischen den der oberen Führungsfläche 321 und
der unteren Führungsfläche 322 geführt und ebenso an der längsseitigen Führungsfläche
323. Die Führungsplatten 330 sind dabei über die Abschnitte 331 gegen die zweite Nut
820 des Flügels geklemmt und hintergreifen diese. Nach dem Hintergreifen der ersten
Nut durch die gekrümmten Fortsätze 311 der Klemmplatten 310 werden die Klemmplatten
mit ihren Auflageflächen 312 auf die Führungsplatten aufgelegt und können dann nachfolgend
über die Befestigungsmittel am Flügel befestigt werden, so dass die hier gezeigten
Teile der Bandanordnung hernach am Flügel befestigt sind.
[0056] Fig. 9 zeigt in einer teilweisen Explosionszeichnung die rahmenseitigen Teile der
Bandanordnung und ihre Befestigung am Rahmen 900. Hier sind die Rahmenbandteile 100A,
100B mit dem Flügelbandlappen 210 vormontiert worden und in den Rahmen 900 bzw. in
eine Fräsung dieses Rahmens eingebracht worden. Danach wurden die Führungsplatten
302A,320B angeordnet und insbesondere die Vorsprünge 324, 325 der Führungsplatten
320A, 320B in die entsprechende Ausnehmungen 104, 105 der Rahmenbandteile 104A und
104B die komplementär zu den Vorsprüngen ausgebildet sind eingeklickt, so dass Führungsplatten
320A, 320B und Rahmenbandteil 100A, 100B jeweils miteinander verbunden und gegen Abrutschen
gesichert sind. Im hier gezeigten Schritt werden sodann die Klemmplatten 310 mit ihren
gekrümmten Fortsätzen 311 eingeschwenkt zwischen die obere Führungsfläche 321 und
die untere Führungsfläche 322 der jeweilige Führungsplatte 320A, 320B. Dabei werden
die Klemmplatten 310 auch rahmenseitig von der längsseitigen Führungsfläche 323 der
Führungsplatten 320A, 320B geführt und nach dem Hintergreifen der ersten Nut 910 des
Rahmens durch die gekrümmten Fortsätze 311 der Klemmplatten liegt der Teilabschnitt
310 der Klemmplatte auf der längsseitigen Führungsfläche 323 der Führungsfläche 320A,
320B auf. In der gezeigten Ausführungsform hintergreifen die Rahmenbandteile 100A,
100B mit den Abschnitten 101 die zweite Nut 920 des Rahmens, so dass auch ohne Befestigungsmitteln
nach dem Einklemmen der Klemmplatten 310 die gezeigten Teile der Bandanordnung bereits
am Rahmen geklemmt sind, ohne dass die weiteren Befestigungsmittel montiert wurden.
In weiteren Schritten können dann die Befestigungsmittel eingebracht werden. Die Montage
kann durch die Verwendung der Klemmanordnung 300 einhändig erfolgen.
[0057] Fig. 10 zeigt in einer teilweisen Explosionsansicht eine Ausführungsform einer Bandanordnung
1000 mit einer Arretierhilfe 700. In Fig. 10 sind der rahmenseitige Teil der Bandanordnung
und der flügelseitige Teil der Bandanordnung noch nicht miteinander verbunden. Gezeigt
ist also ein Zustand kurz bevor der Flügelbandlappen 210 im Flügelbandsockel 220 angeordnet
und an diesem befestigt wird. Zur Befestigung des Flügels 800 am Rahmen 900 wird der
Flügelbandsockel 220 über den Flügelbandlappen 210 geschoben. Dabei greifen die Schraubelemente
225 in die seitlichen Führungsrillen 211 des Flügelbandlappens ein und führen somit
den Flügelbandlappen im Flügelbandsockel. Ist der Flügelbandlappen 210 schließlich
im Flügelbandsockel 220 angeordnet, so werden beide über die gezeigten Befestigungsmittel
226, die durch die Langlöcher 212 des Flügelbandsockels in die Gewindebohrung 224
eingreifen, aneinander befestigt. Die Arretierhilfe 700 sorgt dafür, dass der Flügelbandlappen
210 während der Montage feststeht und nicht einklappen kann, somit wird die Montage
erleichtert.
[0058] Fig. 11A und Fig. 11B zeigen eine Führungsplatte 320A' einer weiteren Ausführungsform
einer Bandanordnung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung. Fig. 11C zeigt eine dazu
passende Klemmplatte 310' der weiteren Ausführungsform einer Bandanordnung gemäß dem
ersten Aspekt der Erfindung. Die Führungsplatte 320A' und die Klemmplatte 310' sind
ähnlich zu den in Fig. 3A, 3B und 3C gezeigten. Daher werden vorliegend insbesondere
die Unterschiede beschrieben und ansonsten auf die Beschreibung der Fig. 3A, 3B und
3C verwiesen. Die Führungsplatte 320A' weist ebenfalls Vorsprünge 324 auf, die in
Ausnehmungen 104 der Rahmenbandteile, hier insbesondere des Rahmenbandteils 100A,
eingreifen können. In der gezeigten Ausführungsform ist die Führungsplatte zwischen
diesen Vorsprüngen gerade ausgebildet. Zur Führung der Klemmplatte 310' weist die
Führungsplatte 320A' eine obere Führungsfläche 321 sowie eine der oberen Führungsfläche
321 gegenüberliegende untere Führungsfläche 322 auf. Zwischen der oben Führungsfläche
321 und der unteren Führungsfläche 322 ist seitlich eine längsseitige Führungsfläche
323 angeordnet. Diese längsseitige Führungsfläche 323 weist eine Neigung, hier eine
Neigung von 45°, zu einem Zwischenraum zwischen der oberen und der unteren Führungsfläche
321, 322 auf. Über diese geneigte Fläche kann die Klemmplatte 310' bei der Montage
besonders gut geführt werden, so dass der Fortsatz 311 der Klemmplatte 310' zwischen
die obere Führungsfläche 321 und die untere Führungsfläche 322 gleitet und dabei die
erste Nut 910 des Rahmens hintergreifen kann. Dabei wird in der gezeigten Ausführungsform
insbesondere der gekrümmte Fortsatz 311 der Klemmplatte 310' zwischen den Führungsflächen
geführt. Hintergreift der gekrümmte Fortsatz 311 die erst Nut 910 des Rahmens, so
wird die Auflagefläche 312 der Klemmplatte auf die Führungsplatte aufgelegt und es
ergibt sich eine Auflage des Teilabschnitts 313 der Klemmplatte auf der längsseitigen
Führungsfläche 323 der Führungsplatte 320A.
[0059] Die Figuren 12A und 21B zeigen eine weitere Ausführungsform einer Bandanordnung in
einer Schnittzeichnung (Fig. 12A) und einer Seitenansicht (Fig. 12B). Die hier gezeigte
Bandanordnung umfasst ähnlich wie in den Fig. 7A und 7B eine Arretierhilfe 700'. Die
Arretierhilfe 700' umfasst hier einen Blockadekörper 720' sowie einen Stift 730, der
durch eine Öffnung des Blockadekörpers 721' geführt ist und hier in ein Langloch 212
des Flügelbandlappens 210 des Flügelbandteils 200 gesteckt wird. Die Arretierhilfe
unterstützt bei der Montage des Flügels 800 am Rahmen 900, indem über die Arretierhilfe
der Flügelbandlappen in seiner Position fixiert wird und so beim Einführen des Flügelbandlappens
210 in den Flügelbandsockel 220 ein Verschwenken des Flügelbandlappens 210 vermieden
wird und das Zusammenführen von Flügelbandlappen 210 und Flügelbandsockel 220 vereinfacht
wird. In der Öffnung 721' des Blockadekörpers 720' ist in der gezeigten Ausführungsform
ein Silikonstopfen 722 angeordnet, um ein zu weites Einführen des Stifts 730 durch
das Langloch 212 zu verhindern. In einer hier nicht gezeigten alternativen Ausführungsform
kann der Stift auch einen Anschlag oder eine Verdickung aufweisen, um ein solches
zu tiefes Eindringen zu verhindern.
[0060] Fig. 13A und 13B zeigen eine Ausführungsform einer Bandanordnung gemäß dem ersten
Aspekt der Erfindung als Zusammenbau. Die Klemmanordnungen sind hier von kombinierten
Coverplatten 360, 361 abgedeckt, so dass ein nach außen hin einheitliches Erscheinungsbild
entsteht. Die kombinierten Coverplatten 360, 361 decken jeweils zwei Klemmanordnungen
ab sowie zumindest Teile des jeweiligen Hohlraumprofils des Rahmens 900 oder Flügels
800. Die Coverplatten 360, 361 weisen hier Vorsprünge 362 zur Befestigung im Hohlraumprofil
auf.
Bezugszeichenliste
[0061]
1000 Bandanordnung
1100 Scharnier
100A, 100B Rahmenbandteil
101 Abschnitt
104, 105 Ausnehmung
200 Flügelbandteil
210, 210' Flügelbandlappen
211 Führungsrillen
212 Langloch
215 Aufnahme
220 Flügelbandsockel
221 Aufnahme
222 Durchgangsgewindebohrung
223 Gewinde
224 Gewindebohrung
225 Schraubelemente
226 Befestigungsmittel
230 Flügelbandgegenplatte
231 Bohrung
232 Gewinde
240 Verstellelemente
250 Anpressdruckplatte
260 Befestigungsmittel
300 Klemmanordnung
310, 310' Klemmplatte
311 gekrümmter Fortsatz
312 Auflagebereich
313 Teilabschnitt
320A,320A', 320B Führungsplatte
321 obere Führungsfläche
322 untere Führungsfläche
323 längsseitige Führungsfläche
324 Vorsprung
325 Vorsprung
326 Klemmnase
327 Klemmrillen
330 Führungsplatte
331 Abschnitt
332 Steg
333 Bohrung
340, 350 Coverplatte
410 Befestigungsmittel
420 Bohrung
430 Gewindebohrung
440 Befestigungsmittel
500 Lagerlinse
501 Bereich
510 Lagerbolzen
520 Lagerschale
530 Lagerschale
540 Schmierrille
550 Fettdepot
600 Bandaufnahme
610 Kabelführungskanal
620 Ecke
630 Stützstruktur
700, 700' Arretierhilfe
710 Zapfen
720, 720' Blockadekörper
721, 721' Öffnung
722 Silikonstopfen
730 Stift
800 Flügel
810 erste Nut
820 zweite Nut
831, 832 metallische Schale
835 Isolierung
840 Kammer
900 Rahmen
910 erste Nut
811, 911 Wand
920 zweite Nut
931, 932 metallische Schale
935 Isolierung
940 Kammer
1. Bandanordnung (1000) zur Befestigung eines Flügels (800) einer Tür oder eines Fensters
an einem Rahmen (900), die mindestens zwei Bandteile umfassend mindestens ein am Rahmen
(900) befestigbares Rahmenbandteil (100A, 100B) und ein am Flügel befestigbares Flügelbandteil
(200) aufweist sowie
mindestens ein sphärisches Lager mit einer Lagerlinse (500), die symmetrisch ausgebildet
ist und mittig einen Bereich (501) mit konstantem Durchmesser aufweist, wobei das
sphärische Lager zwei Lagerschalen (520,530) aufweist, von denen eine im mindestens
einen Rahmenbandteil (100A, 100B) und eine im Flügelbandteil (200), bevorzugt in einem
Flügelbandlappen (210) angeordnet ist.
2. Bandanordung nach Anspruch 1, bei der die Lagerlinse einen Sinterwerkstoff oder einen
Verbundwerkstoff aufweist.
3. Bandanordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der die Lagerlinse Schmierstoffrillen
aufweist.
4. Bandanordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der das Lager als selbstschmierendes
oder trockenes Lager ausgebildet ist.
5. Bandanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Lagerlinse einseitig
in eine der Lagerschalen integriert ist.
6. Bandanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der mindestens eine der Lagerschalen
Fettdepots, insbesondere in Form von Ausnehmungen, aufweist.
7. Bandanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der ein durch die Lagerlinse
geführter Lagerbolzen über einen Gewindestift in mindestens einem Rahmenbandteil fixiert
ist.
8. Bandanordnung nach Anspruch 7 mit zwei Rahmenbandteilen und einem Flügelbandteil und
genau zwei sphärischen Lagern, wobei der Lagerbolzen zwei in Flucht angeordnete Aufnahmen
für den Gewindestift jedes Rahmenbandteils aufweist, wobei insbesondere die Aufnahmen
als Bohrung oder Fräsung oder in Form einer umlaufenden Rille ausgestaltet sind.
9. Bandanordnung nach einem der vorstehenden Ansprüche weiter umfassend mindestens eine
Klemmanordnung (300), wobei mindestens eines der Bandteile über die mindestens eine
Klemmanordnung (300) am Rahmen oder Flügel befestigbar ist und die mindestens eine
Klemmanordnung (300) eine Klemmplatte (310) mit einem gekrümmten Fortsatz (311) zum
Hintergreifen einer ersten Nut (810, 910) des Rahmens oder Flügels und eine Führungsplatte
(320A, 320B, 330) umfasst, die Führungsflächen (321, 322, 323) aufweist, die ausgebildet
sind, die Klemmplatte (310) zu führen und aufzunehmen und zwischen der Klemmplatte
(310) und dem Rahmen oder Flügel angeordnet zu werden,
10. Bandanordnung nach Anspruch 9, wobei Führungsplatte und Klemmplatte bei einer Montage
derart zusammenwirken, dass die Klemmplatte zunächst durch die Führungsflächen der
Führungsplatte geführt wird und sobald sie die Nut des Rahmens oder Flügels hintergreift
ihrerseits die Führungsplatte und auch das Bandteil gegen den Rahmen oder Flügel klemmt
11. Bandanordnung nach einem der Ansprüche 9 oder 10 , bei der die Führungsplatte (320A)
eine obere Führungsfläche (321) und eine der oberen Führungsfläche (321) gegenüberliegende
untere Führungsfläche (322) aufweist, zwischen denen die Klemmplatte angeordnet werden
kann, wobei die Führungsplatte (320A) insbesondere eine seitlich zu oberer und unterer
Führungsfläche angeordnete längsseitige Führungsfläche (323) aufweist mit einer Neigung
zu einem Zwischenraum zwischen oberer und unterer Führungsfläche hin, wobei die Neigung
insbesondere 45° beträgt.
12. Tür oder Fenster mit einem Rahmen und einem am Rahmen über eine Bandanordnung nach
einem der Ansprüche 1 bis 11 befestigbaren Flügel..
13. Verfahren zur Montage eines Flügels an einem Rahmen einer Tür oder eines Fensters
mit einer Bandanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem die Bandanordnung
eine verdeckt liegende Bandanordnung ist und der Rahmen und/oder Flügel ein Hohlraumprofil
umfasst und bei dem das Bandteil teilweise innerhalb einer Kammer des Hohlraumprofils
angeordnet wird, wobei insbesondere vor dem Anordnen des mindestens einen Bandteils,
das mindestens eine Rahmenbandteil und das Flügelbandteil zu einem Scharnier vormontiert
werden, insbesondere zwei Rahmenbandteile und ein Flügelbandlappen des Flügelbandteiles
zum Scharnier vormontiert werden, wobei
die Vormontage zum Scharnier insbesondere die folgenden Schritte umfasst:
- Anordnen mindestens einer Lagerlinse in einer im Flügelbandteil, insbesondere in
einem Flügelbandlappen, und einer im Rahmenbandteil angeordneten Lagerschale
- Einbringen eines Lagerbolzen in Flügelbandteil, Rahmenbandteil und Lagerlinse.