[0001] Die Erfindung betrifft eine Schiebetüranlage.
[0002] Schiebetüranlagen werden beispielsweise eingesetzt, um Kühlräume zu verschließen.
Zum Öffnen wird die Schiebetür manuell seitlich verschoben und zum Schließen manuell
zurückbewegt. Im Einsatz hat sich gezeigt, dass derartige Schiebetüren häufig zu lange
im geöffneten Zustand verbleiben. Aus diesem Grunde ist es erstrebenswert, die Türen
in der Weise automatisch auszubilden, dass die Schiebetüren sich nach einer gewissen
Zeit automatisch wieder schließen. Dies kann durch elektrischen Antrieb und entsprechender
Steuerung realisiert werden, was jedoch aufwendig und kostenintensiv ist.
[0003] Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Erfindung, eine einfach aufgebaute Schiebetüranlage
bereitzustellen, welche ein manuelles Öffnen der Schiebetür und ein automatisches
Schließen nach einer gewissen Zeit ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Schiebetüranlage mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der nachfolgenden Beschreibung sowie den beigefügten Figuren.
[0005] Die erfindungsgemäße Schiebetüranlage weist zumindest eine Schiebetür und eine Führungsschiene
auf, an welcher die Schiebetür verschiebbar angeordnet bzw. geführt ist. So ist die
Schiebetür entlang der Führungsschiene, welche bevorzugt linear verläuft, von einer
geschlossenen in eine geöffnete Position und zurück bewegbar. Bei der Schiebetür kann
es sich bevorzugt um eine Isoliertür handeln, so dass die Schiebetüranlage zum Verschließen
eines Kühlraums oder eines Tiefkühlraums zum Einsatz kommen kann. Die Schiebetür ist
dabei erfindungsgemäß zum manuellen Verschieben auf der Führungsschiene ausgebildet,
das heißt sie weist bevorzugt keinen elektrischen Antrieb auf. Die Schiebetüranlage
weist ein Rückstellelement auf, welches mit der Schiebetür verbunden ist. Dieses Rückstellelement
ist so ausgebildet, dass es die Schiebetür selbstständig in die geschlossene Position
zurückbewegt, beispielsweise durch Gewichts- oder Federkraft. Zum Öffnen der Schiebetür
muss die Schiebetür gegen das Rückstellelement bewegt werden, wodurch eine Rückstellkraft
erzeugt wird, beispielsweise indem das Rückstelleelement vorgespannt wird, um anschließend
durch die erzeugte Vorspannkraft ein selbsttätiges Schließen der Schiebetür zu bewirken.
So wird eine halbautomatische Schiebetür geschaffen, welche manuell geöffnet wird
und automatisch schließt.
[0006] Um das Schließen der Schiebetür mit Hilfe des Rückstellelementes zu verzögern und
die Schiebetür für eine bestimmte Zeit geöffnet zu halten, beispielsweise um den Transport
von Paletten durch die Schiebetür zu ermöglichen, ist erfindungsgemäß eine Verzögerungseinrichtung
vorgesehen, welche bewirkt, dass der automatische Schließvorgang erst nach einer gewissen
Verzögerungszeit einsetzt. Die Verzögerungseinrichtung verzögert somit die von dem
Rückstellelement verursachte Bewegung bzw. bewirkt, dass der Hauptteil der Bewegung
erst nach einer Verzögerungszeit einsetzt. Die Verzögerungseinrichtung weist einen
schwenkbaren Hebel auf. Dieser schwenkbare Hebel kann mit der Schiebetür über eine
magnetische Verbindung bzw. Kupplung lösbar in Eingriff treten. Dazu weist der Hebel
an seinem freien Ende zumindest ein erstes magnetisches Halteelement auf und an der
Schiebetür ist zumindest ein zweites magnetisches Halteelement angeordnet. Das erste
und das zweite magnetische Halteelement sind so ausgestaltet, dass sie lösbar miteinander
in magnetischen Eingriff treten können, d.h. magnetisch aneinander haftend miteinander
in Anlage treten können. Wenn das erste und das zweite Halteelement aneinander anliegen,
besteht zwischen beiden eine magnetische Haltekraft, welche das zweite magnetische
Halteelement an dem ersten magnetischen Halteelement hält. Diese magnetische Haltekraft
ist vorzugsweise im Wesentlichen in derselben Richtung wie die von dem Rückstellelement
bewirkte Rückstellkraft gerichtet und kann dieser entgegenwirken, um die Schiebetür
gegen die Rückstellkraft an dem schwenkbaren Hebel der Verzögerungseinrichtung zu
halten. Dadurch wird bewirkt, dass, wenn das erste und das zweite magnetische Halteelement
in magnetisch haltender Anlage sind, die Verzögerungseinrichtung mit der Schiebetür
in Eingriff ist und mit der von der Verzögerungseinrichtung erzeugten Bremskraft der
Rückstellkraft entgegenwirkt und so die Rückstellbewegung in gewünschter Weise zu
verzögert.
[0007] Die Verzögerungseinrichtung ist relativ zu der Schiebetür derart angeordnet, dass
nur in der geöffneten Position der Schiebetür das zweite magnetische Halteelement
mit dem ersten magnetischen Halteelement magnetisch haltend in Anlage tritt. So ist
die Verzögerungseinrichtung nur in der geöffneten Position der Schiebetür mit dieser
verbunden. Ferner ist die Verzögerungseinrichtung derart ausgestaltet, dass der schwenkbare
Hebel in einer ersten Schwenkrichtung von einer ersten in eine zweite Position und
in einer zweiten entgegengesetzten Schwenkrichtung verzögert zurück in die erste Position
verschwenkbar ist. In der ersten Schwenkrichtung kann die Verzögerungseinrichtung
vorgespannt werden, um eine Verzögerungskraft bzw. Bremskraft zu erzeugen, welche
in der zweiten entgegengesetzten Schwenkrichtung die Verzögerungswirkung entgegen
der Rückstellkraft bewirkt. Bevorzugt ist die Stärke dieser Verzögerung, das heißt
die Stärke der von der Verzögerungseinrichtung ausgeübten Bremswirkung einstellbar,
so dass die Bewegungsgeschwindigkeit in der zweiten Schwenkrichtung verändert werden
kann. Durch diese Anpassung der Bremswirkung kann die Verzögerungszeit, in welcher
die Schiebetür vor dem automatischen Schließen offengehalten wird, eingestellt werden.
Die Schiebetür bleibt so lange in der geöffneten Position, wie es dauert, dass der
schwenkbare Hebel sich von der zweiten in die erste Position zurückbewegt. In dieser
Position tritt dann das zweite magnetische Halteelement von dem ersten magnetischen
Halteelement außer Eingriff und die Schiebetür wird durch das Rückstellelement vollständig
geschlossen. Das erste und das zweite magnetische Halteelement können so ausgestaltet
sein, dass sie während der Bewegung des schwenkbaren Hebels relativ zueinander bewegt
werden, wobei durch die Bewegung die relative Positionierung in einer möglichen Ausgestaltung
so geändert wird, dass die magnetische Haltekraft in der ersten Position des schwenkbaren
Hebels soweit abnimmt, dass die Rückstellkraft die magnetische Haltekraft überwindet.
Beispielsweise können Permanentmagnete aus der Überdeckung mit einem magnetischen
Gegenpol gebracht werden, um die magnetische Haltekraft zu verringern.
[0008] Die Verzögerungseinrichtung ist bevorzugt feststehend angeordnet, vorzugsweise in
einem Bereich eines zweiten, d.h. hinteren Endes der Führungsschiene. Dieses hintere
Ende ist dasjenige Ende der Führungsschiene, welches einem Türanschlag der Schiebetür
abgewandt ist. Die Verzögerungseinrichtung ist vorzugsweise relativ zu der Führungsschiene
feststehend angeordnet, beispielsweise fest mit der Führungsschiene verbunden oder
an einer Tragstruktur, wie einer Wand, welche auch die Führungsschiene trägt, befestigt.
Die Verzögerungseinrichtung ist dabei so angeordnet, dass vorzugsweise das hintere
Ende der Schiebetür, das heißt dasjenige Ende, welches dem Türanschlag abgewandt ist,
in der geöffneten Position der Schiebetür mit der Verzögerungseinrichtung in Eingriff
bzw. Wechselwirkung treten kann.
[0009] Die Verzögerungseinrichtung kann gemäß einer möglichen Ausführungsform von einem
handelsüblichen Obertürschließer gebildet werden bzw. einen Obertürschließer aufweisen.
Solche Obertürschließer werden marktüblich verwendet, um Schwenktüren automatisch
zu schließen. Die Obertürschließer werden üblicherweise an der Oberseite eines schwenkbaren
Türblattes befestigt und sind über einen oder zwei miteinander verbundene schwenkbare
Hebel mit dem Türrahmen verbunden. Derartige Obertürschließer sind so ausgebildet,
dass beim Öffnen der Tür der schwenkbare Hebel verschwenkt und im Inneren eine Feder
vorspannt. Wenn die Tür losgelassen wird, entspannt sich die Feder und drückt den
Hebel in seiner Ausgangslage zurück, wobei bei dieser Bewegung eine Dämpfung erfolgt,
welche beispielsweise hydraulisch realisiert werden kann. D.h. zum Öffnen wird der
Hebel gegen eine Federkraft verschwenkt und zum Schließen bewegt sich der Hebel gedämpft,
d.h. verzögert zurück, sodass die Tür langsam schließt. Ein solcher herkömmlicher
Obertürschließer kann erfindungsgemäß als Verzögerungseinrichtung für die Schiebetür
Verwendung finden. Dabei dient der Obertürschließer als Verzögerungseinrichtung, welche
die Bewegung der Schiebetür in Schließrichtung so lange bremst bzw. verzögert, wie
das erste und das zweite magnetische Halteelement in Eingriff sind. Wenn die magnetische
Haltekraft zwischen dem ersten und dem zweiten magnetischen Halteelement abreißt,
wird die Tür durch das Rückstellelement vollständig geschlossen. Das Abreißen der
magnetischen Haltekraft erfolgt bevorzugt dann, wenn der schwenkbare Hebel in seiner
ersten Position einen Endanschlag erreicht. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass
die Schiebetür über eine deutlich größere Länge verschoben werden kann, als durch
die Schwenkbewegung des Hebels des Obertürschließers definiert ist. Nur in einem sehr
kurzen Stück der Schließbewegung wird die Bewegung der Schiebetür verzögert, so dass
sich die Schiebetür in der Verzögerungszeit nur minimal in Richtung der geschlossenen
Position bewegt.
[0010] Die Schwenkrichtung des schwenkbaren Hebels von einer ersten in eine zweite Position
verläuft vorzugsweise in Öffnungsrichtung der Schiebetür. Das bedeutet, der von dem
schwenkbaren Hebel beschriebenen Kreisbogen hat eine Richtungskomponente, welche parallel
zur Bewegungsrichtung der Schiebetür verläuft, welche durch die Führungsschiene definiert
wird. Wenn die Schiebetür in die geöffnete Position bewegt wird, das heißt in Öffnungsrichtung
verschoben wird, wird somit der schwenkbare Hebel von der ersten in die zweite Position
bewegt, sobald das zweite magnetische Halteelement mit dem ersten magnetischen Halteelement
in Anlage tritt. So wird durch die Öffnungsbewegung der Schiebetür die Verzögerungseinrichtung
vorgespannt.
[0011] Bevorzugt ist der schwenkbare Hebel um eine Schwenkachse verschwenkbar, welche sich
quer und vorzugsweise im Wesentlichen normal zu einer durch die Führungsschiene definierten
Bewegungsrichtung der Schiebetür erstreckt. Bevorzugt erstreckt sich die Schwenkachse
im Wesentlichen vertikal oder horizontal. Derartige Richtungen der Schwenkachse ermöglichen,
dass der schwenkbare Hebel durch die Verschiebung der Schiebetür von der ersten in
die zweite Position bewegt werden kann und bei der Schließbewegung der Schiebetür
durch Bewegung von der zweiten in die erste Position diese Schließbewegung der Schiebetür
verzögern kann.
[0012] Das zumindest eine erste Halteelement ist vorzugsweise als eine drehbare Rolle ausgestaltet,
deren Drehachse sich bevorzugt parallel zu einer Schwenkachse des schwenkbaren Hebels
erstreckt. Diese Ausgestaltung ermöglicht, dass das erste Halteelement vorzugsweise
auf dem zweiten magnetischen Halteelement, welches beispielsweise eine plane Oberfläche
aufweisen kann, abrollen kann, wenn das erste und das zweite magnetische Halteelement
in magnetische haltender Anlage sind. Damit kann eine durch die Schwenkbewegung des
Hebels erfolgende Verlagerung in einer Querrichtung, d.h. quer zur Bewegungsrichtung
der Schiebetür ausgeglichen werden. So wird eine leichte Relativbewegung zwischen
dem ersten und dem zweiten magnetischen Halteelement ermöglicht, ohne dass diese außer
Eingriff treten, das heißt ohne dass die magnetische Haltekraft abreißt.
[0013] Gemäß einer weiteren möglichen Ausführungsform kann die Rolle um einen begrenzten
Winkel kippbar zu der Drehachse angeordnet sein. Das heißt die Rolle ist vorzugsweise
nicht nur um eine Achse drehbar, sondern um eine Kippachse, welche quer zu der Drehachse
verläuft, kippbar gelagert. Im einfachsten Fall kann dies durch ein Spiel in der Lagerung
der Rolle erfolgen oder beispielsweise durch Lagerung auf einer Kugel. Eine solche
begrenzte Verkippbarkeit ermöglicht es, Lagefehler auszugleichen, welche beispielsweise
bei nicht ganz exakter Montage der Verzögerungseinrichtung relativ zu der Führungsschiene
auftreten können.
[0014] In einer möglichen Ausgestaltung kann das erste magnetische Halteelement aus einem
weichmagnetischen Material, das heißt aus einem ferromagnetischen Material wie z.B.
Stahl oder Eisen gefertigt sein oder im Inneren einen solchen weichmagnetischen Teil
aufweisen. Das magnetische Gegenelement, das heißt das zumindest eine zweite magnetische
Halteelement weist bei dieser Ausgestaltung vorzugsweise zumindest einen Permanentmagneten
auf, welcher die magnetische Haltekraft erzeugt. Alternativ könnte die Ausgestaltung
auch umgekehrt sein, das heißt das erste magnetische Halteelement zumindest einen
Permanentmagneten aufweisen und das zweite magnetische Halteelement weichmagnetisch
ausgebildet sein. In einer dritten möglichen Ausgestaltung wäre es auch denkbar, dass
sowohl in dem ersten als auch in dem zweiten magnetischen Halteelement Permanentmagnete
angeordnet sind, um eine magnetische Haltekraft zwischen beiden Halteelementen zu
erzeugen.
[0015] Das zweite magnetische Halteelement ist vorzugsweise an einer in Schließrichtung
hinteren Stirnkante der Schiebetür, das heißt der dem Türanschlag abgewandten Stirnkante
der Schiebetür, welche bei der Öffnungsbewegung vorne gelegen ist, angeordnet. So
wird das zweite magnetische Halteelement beim Öffnen der Schiebetür auf die Verzögerungseinrichtung
und das erste magnetische Halteelement zubewegt, bis es mit dem ersten magnetischen
Halteelement in magnetisch haltende Anlage tritt.
[0016] Das zumindest eine erste und das zumindest eine zweite magnetische Halteelement sind
weiter bevorzugt so ausgestaltet, dass, wenn sie miteinander in magnetisch haltender
Anlage sind, die erzeugte magnetische Haltekraft größer ist als die von dem Rückstellelement
erzeugte Rückstellkraft. So wird sichergestellt, dass die Schiebetür an dem schwenkbaren
Hebel der Verzögerungseinrichtung gehalten wird, bis der Hebel wieder seine erste
Position erreicht. Das erste und das zweite magnetische Halteelement sind so ausgestaltet,
dass die magnetische Haltekraft in der ersten Position überwunden wird und die Verbindung
zwischen den Halteelementen abreißt, so dass die Schiebetür durch das Rückstellelement
in die geschlossene Position zurückbewegt werden kann.
[0017] In einer weiteren möglichen Ausgestaltung der Erfindung sind das zumindest eine erste
und das zumindest einen zweite magnetische Halteelement derart ausgestaltet, dass,
wenn sie miteinander in magnetisch haltender Anlage sind, die magnetische Haltekraft
derart ist, dass beim Anhalten des schwenkbaren Hebels in der ersten Position, beispielsweise
wenn er einen Endanschlag erreicht, das zweite magnetische Halteelement von dem ersten
magnetischen Halteelement durch die kinetische Energie der durch das Rückstellelement
bewegten Schiebetür und/oder einen von der Verzögerungseinrichtung ausgeübten Impuls
abreißt. Das heißt die Schiebetür, welche sich gemeinsam mit dem schwenkbaren Hebel
bewegt hat, bis dieser seine erste Position erreicht, bewirkt beispielsweise, wenn
der schwenkbare Hebel in der ersten Position anhält, einen derartigen Impuls, dass
esvzu einem Abrei-ßen der magnetischen Haltekraft kommt und die Schiebetür durch das
Rückstellelement geschlossen wird.
[0018] Das Rückstellelement ist vorzugsweise elastisch verformbar, bevorzugt elastisch dehnbar.
Es kann zum Beispiel mit einem ersten Ende festgelegt und mit einem zweiten Ende mit
der Schiebetür derart verbunden sein, dass es beim Verschieben der Schiebetür in eine
geöffnete Position elastisch gedehnt bzw. gespannt wird. Dadurch wird eine elastische
Vorspann- bzw. Rückstellkraft erzeugt, welche beim Lösen der Schiebetür dazu führt,
dass die Schiebetür selbstständig in ihre geschlossene Position gezogen wird. Dazu
ist das Rückstellelement vorzugsweise so dimensioniert und angeordnet, dass es im
geschlossenen Zustand der Schiebetür lediglich eine geringe Vorspannung aufweist.
Dadurch wird erreicht, dass das Rückstellelement die Schiebetür vollständig in die
geschlossene Position ziehen kann.
[0019] Weiter bevorzugt ist das Rückstellelement als elastisches Band ausgebildet. Ein solches
elastisches Band erstreckt sich vorzugsweise im Wesentlichen entlang der Führungsschiene,
beispielsweise oberhalb oder hinter der Führungsschiene. Bei der Anordnung des elastischen
Bandes hinter der Führungsschiene wird der Bauraum der Schiebetüranlage im Wesentlichen
nicht vergrößert, was die Nachrüstung eines solches Rückstellelementes an bestehenden
Schiebetüranlagen begünstigt.
[0020] Besonders bevorzugt ist das Band in seinem Inneren hohl ausgebildet, d.h. das elastische
Band ist bevorzugt schlauchförmig. Dabei ist es weiter bevorzugt so dimensioniert,
dass die Wandstärke des Bandes in radialer Richtung kleiner ist als der Radius des
Hohlraumes im Inneren des Bandes. Die Ausgestaltung des elastischen Bandes als Hohlkörper
ermöglicht eine besonders große, oft wiederholbare Dehnung. Darüber hinaus ist die
Krafterzeugung sehr gleichmäßig, sodass bei der Rückverformung bzw. beim Zusammenziehen
des Bandes eine möglichst konstante Kraft auf die Schiebetür aufgebracht wird und
diese beim Schließen gleichmäßig bewegt wird.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Rückstellelement
aus Kautschuk gefertigt. Dieser weist besonders gute elastische Eigenschaften auf.
[0022] Nachfolgend wir die Erfindung beispielhaft anhand der beigefügten Figuren beschrieben.
In diesen zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht auf eine Schiebetüranlage mit teilweise geöffneter Schiebetür,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Schiebetüranlage gemäß Figur 1 mit vollständig geöffneter
Schiebetür, und
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Schiebetüranlage gemäß Figuren und 1 und 2 mit geöffneter
Schiebetür am Ende der verzögerten Schließbewegung.
[0023] Die schematisch gezeigte Schiebetüranlage weist eine Schiebetür bzw. ein verschiebbares
Türblatt 2 auf, welches in diesem Ausführungsbeispiel mit Führungsrollen 4 auf einer
Führungsschiene 6 entlang der Verschieberichtung X verschiebbar gelagert und geführt
ist. Die Schiebetür 2 dient dazu, eine Türöffnung 8, beispielsweise eines Kühlraumes,
zu verschließen. Zum Öffnen der Türöffnung 8 wird die Schiebetür 2 entlang der Führungsschiene
6 in der Öffnungsrichtung X, das heißt in den Figuren nach rechts, verschoben. Dabei
ist zu verstehen, dass auch eine spiegelbildliche Anordnung möglich wäre, bei der
die Schiebetür 2 zum Öffnen nach links verschoben wird.
[0024] Um ein automatisches Schließen der Tür zu ermöglichen, ist ein Rückstelleelement
in Form eines elastischen Bandes 10 angeordnet, welches mit einem ersten Ende 12 im
Bereich des Türrahmens 8 fixiert ist und mit einem zweiten Ende 14 an einem rückseitigen
Ende der Schiebetür 2 befestigt ist. Das rückseitige Ende ist ein dem Türanschlag
16 in Richtung der Verschieberichtung X abgewandtes Ende der Schiebetür 2, welches
bei der Öffnungsbewegung in Bewegungsrichtung vorne gelegen ist. Beim Öffnen der Schiebetür
2 wird das elastische Band 10 gespannt, so dass eine Rückstellkraft erzeugt wird,
welche die Schiebetür 2, wenn sie losgelassen wird, selbststätig in die geschlossene
Position vor der Türöffnung 8 zurückbewegt. Um diese Schließbewegung zu verzögern,
ist eine Verzögerungseinrichtung 18 vorgesehen. Die Verzögerungseinrichtung 18 wird
hier von einem Obertürschließer gebildet, welcher an einer Wand befestigt ist. Dabei
ist die Verzögerungseinrichtung 18 in einer Position angeordnet, welche von der Türöffnung
8 etwa um die Breite der Schiebetür 2 beabstandet ist, so dass das die Türanschlag
16 abgewandte Seitenkante der Schiebetür 2 die Verzögerungseinrichtung 18 in ihrer
geöffneten Position erreicht, um mit der Verzögerungseinrichtung 18 in der nachfolgend
beschriebenen Weise in Wechselwirkung zu treten. Die Verzögerungseinrichtung 18 weist,
wie bei Obertürschließern üblich, einen schwenkbaren Hebel 20 auf, welcher um eine
Schwenkachse 22 versschwenkbar ist. Die Schwenkachse 22 erstreckt sich quer zu der
Verschieberichtung X, in diesem Ausführungsbeispiel im Wesentlichen in vertikaler
Richtung. Der schwenkbare Hebel 20 ist um die Schwenkachse 22 von einer ersten Position,
welche in Figur 1 gezeigt ist, in eine zweite Position, welche in Figur 2 gezeigt
ist, verschwenkbar. Dabei wird die Verzögerungseinrichtung gespannt, um nachfolgend
eine selbsttätige und gedämpfte bzw. gebremste Bewegung des schwenkbaren Hebels 20
zurück in seine erste Position zu bewirken.
[0025] Der schwenkbare Hebel 20 weist an seinem freien, der Schwenkachse 22 beabstandeten
Ende ein erstes magnetisches Halteelement 24 auf, welches in diesem Fall als drehbare
Rolle ausgebildet ist. Die Rolle ist um eine Drehachse drehbar, welche sich parallel
zu der Schwenkachse 22 erstreckt. Die Rolle, welche das erste magnetische Halteelement
24 bildet, ist aus einem ferromagnetischen, das heißt weichmagnetischen Material gefertigt.
Am rückseitigen Ende, das heißt der dem Türanschlag 16 abgewandten Seitenkante der
Schiebetür 2 ist ein korrespondierendes zweites magnetisches Halteelement 26 angeordnet,
welches dem ersten magnetischen Halteelement 24 in Richtung der Verschiebeachse X
gegenüberliegt. Das zweite magnetische Halteelement 26 ist mit einem oder mehreren
Permanentmagneten versehen, welche eine magnetische Haltekraft auf das erste magnetische
Halteelement 24 ausüben können, wenn das erste und das zweite magnetische Halteelement
24, 26 miteinander in Anlage treten, wie in den Figuren 2 und 3 gezeigt ist.
[0026] In der Figur 1 ist der schwenkbare Hebel 20 in seiner ersten Position. Beim Öffnen
der Schiebetür 2 entlang der Führungsschiene 6 wird das zweite magnetische Halteelement
26 auf das erste magnetische Halteelement 24 zubewegt, bis beide miteinander in Anlage
treten. Die Haltekraft der Permanentmagnete ist so dimensioniert, dass sie größer
ist als die in dieser Stellung von den Rückstellelement 10 erzeugte Rückstellkraft.
Das heißt, wenn das erste 24 und das zweite 26 magnetische Halteelement aneinander
anliegen, wird die Schiebetür 2 in der geöffneten Stellung gehalten und muss zum Schließen
von dem ersten magnetischen Halteelement 24 weggezogen werden. Dies ist eine Öffnungsstellung,
in welcher der automatische Schließvorgang gänzlich unterbunden ist, beispielsweise
für Servicearbeiten.
[0027] Bei der normalen Benutzung wird die Schiebetür 2, nachdem das zweite magnetische
Halteelement 26 mit dem ersten magnetischen Halteelement 24 in Anlage getreten ist,
weiter in Richtung der Verschiebeachse X verschoben, wobei der schwenkbare Hebel 20
um die Schwenkachse 22 in seine zweite Position verschwenkt wird, welche in Figur
2 gezeigt ist. Durch diese Bewegung wird die Verzögerungseinrichtung vorgespannt,
wodurch in der Verzögerungseinrichtung eine Rückstellkraft erzeugt wird, welche den
Hebel später unter Bremswirkung, beispielsweise hydraulischer Bremswirkung zurückbewegen
kann. Wird die Schiebetür 2 in dieser zweiten Position des schwenkbaren Hebels 20
losgelassen, bewirkt das Rückstellelement 10 in Richtung der Schiebeachse X eine Rückstellkraft,
welche größer ist als die Bremskraft, welche auf den Hebel 20 wirkt, so dass der schwenkbare
Hebel 20 verzögert, das heißt gebremst um die Schwenkachse 22 verschwenkt wird und
sich langsam in die erste Position, welche in Figuren 1 und 3 gezeigt ist, zurückbewegt.
Dabei bewegt sich die Schiebetür 2 in Schließrichtung um das sich aus der Schwenkbewegung
des Hebels 20 ergebende Maß. Die Rolle des ersten magnetischen Halteelementes 24 rollt
dabei auf der Oberfläche des zweiten magnetischen Halteelementes 26 in Richtung quer
zu der Verschieberichtung X ab, bis die in Figur 3 gezeigte Position erreicht ist,
in welcher der schwenkbare Hebel 20 in seiner ersten Position einen Endanschlag erreicht
und abrupt stoppt. Dies bewirkt einen Impuls auf die Schiebetür 2, welcher dazu führt,
dass das zweite magnetische Halteelement 24 von dem zweiten magnetischen Halteelement
26 abreißt. So wird die Schiebetür 2 freigegeben und kann durch das Rückstelleelement
10 wieder in ihre geschlossene Position gezogen werden. Das heißt durch die Verzögerungseinrichtung
18 wird die Schiebetür 2 für den Zeitraum, den der schwenkbare Hebel 20 benötigt,
um von seiner in Figur 2 gezeigten zweiten Position zurück in die in Figur 3 gezeigte
erste Position zu verschwenken, in der geöffneten Stellung gehalten, bevor die Schiebetür
2 automatisch vollständig schließt. Diese Zeitdauer ist wie bei Türschließern üblich
durch Veränderung der Bremswirkung einstellbar.
[0028] Auf diese Weise kann eine sehr einfache automatische Schließfunktion für Schiebetüranlagen
bereitgestellt werden. Eine solche Schließ- und Verzögerungseinrichtung18 , welche
im Wesentlichen aus einem elastischen Rückstellelement 10 sowie einem handelsüblichen
Obertürschließer und einer magnetischen Kupplung in Form des ersten und zweiten magnetischen
Halteelementes 24, 26 besteht, kann auf einfache Weise auch in bestehenden Schiebetüranlagen
nachgerüstet werden.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 2
- Schiebetür
- 4
- Führungsrollen
- 6
- Führungsschiene
- 8
- Türöffnung
- 10
- Rückstellelement, elastisches Band
- 12
- erstes Ende des Rückstellelementes
- 14
- zweites Ende des Rückstellelementes
- 16
- Türanschlag
- 18
- Verzögerungseinrichtung
- 20
- schwenkbarer Hebel
- 22
- Schwenkachse
- 24
- erstes magnetisches Halteelement
- 26
- zweites magnetisches Halteelement
- X
- Verschiebeachse, Verschieberichtung
1. Schiebetüranlage mit
einer an einer Führungsschiene (6) angeordneten Schiebetür (2), welche entlang der
Führungsschiene (6) von einer geschlossenen in eine geöffnete Position bewegbar ist,
einem Rückstellelement, welches mit der Schiebetür verbunden ist und derart ausgestaltet
ist, dass es die Schiebetür selbständig in die geschlossene Position bewegt, und
mit einer Verzögerungseinrichtung (18), welche die von dem Rückstellelement (10) verursachte
Bewegung verzögert,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verzögerungseinrichtung (18) einen schwenkbaren Hebel (20) aufweist, welcher an
seinem freien Ende zumindest ein erstes magnetisches Halteelement (24) aufweist,
an der Schiebetür (2) zumindest ein zweites magnetisches Haltelement (26) angeordnet
ist,
die Verzögerungseinrichtung (18) relativ zu der Schiebetür (2) derart angeordnet ist,
dass in der geöffneten Position der Schiebetür (2) das zweite magnetische Halteelement
(26) mit dem ersten magnetischen Halteelement (24) magnetisch haltend in Anlage tritt,
und die Verzögerungseinrichtung (18) derart ausgestaltet ist, dass der Hebel (20)
in einer ersten Schwenkrichtung von einer ersten in eine zweite Position und in einer
zweiten entgegengesetzten Schwenkrichtung verzögert zurück in die erste Position verschwenkbar
ist.
2. Schiebetüranlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzögerungseinrichtung (18) feststehend angeordnet ist, vorzugsweise in einem
Bereich eines zweiten, einem Türanschlag der Schiebetür (2) abgewandten Endes der
Führungsschiene (6).
3. Schiebetüranlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verzögerungseinrichtung (18) ein Obertürschließer ist.
4. Schiebetüranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkrichtung des schwenkbaren Hebels (20) von einer ersten in eine zweite
Position in Öffnungsrichtung der Schiebetür 82) verläuft.
5. Schiebetüranlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der schwenkbare Hebel (20) um eine Schwenkachse (22) verschwenkbar ist, welche sich
quer zu einer durch die Führungsschiene (6) definierten Bewegungsrichtung (X) der
Schiebetür (2) erstreckt.
6. Schiebetüranlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine erste Halteelement (24) als drehbare Rolle ausgestaltet ist, deren
Drehachse sich vorzugsweise parallel zu einer Schwenkachse (22) des schwenkbaren Hebels
(20) erstreckt.
7. Schiebetüranlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rolle um einen begrenzten Winkel kippbar zu der Drehachse angeordnet ist.
8. Schiebetüranlage nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine als Rolle ausgebildete erste Haltelement (24) auf dem zweiten
magnetischen Haltelement (26) abrollen kann, wenn das erste und zweite magnetische
Halteelement (24, 26) in magnetisch haltender Anlage sind.
9. Schiebetüranlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine erste magnetische Halteelement (24) aus einem weichmagnetischen
Material gefertigt ist und das zumindest eine zweite magnetische Haltelement (26)
zumindest einen Permanentmagneten aufweist.
10. Schiebetüranlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite magnetische Haltelement (26) an einer in Schließrichtung (X) hinteren
Stirnkante der Schiebetür (2) angeordnet ist.
11. Schiebetüranlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine erste und das zumindest eine zweite magnetische Haltelement (24,
26) derart ausgestalte sind, dass, wenn sie miteinander in magnetisch haltender Anlage
sind, die magnetische Haltekraft größer ist als die von dem Rückstellelement (10)
erzeugte Rückstellkraft.
12. Schiebetüranlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine erste und das zumindest eine zweite magnetische Haltelement (24,
26) derart ausgestalte sind, dass, wenn sie miteinander in magnetisch haltender Anlage
sind, die magnetische Haltekraft derart ist, dass bei einem Anhalten des schwenkbaren
Hebels (20) in der ersten Position das zweite magnetische Haltelement (26) von dem
ersten magnetischen Haltelement (24) durch die kinetische Energie der durch das Rückstellelement
(10) bewegten Schiebetür (2) abreißt.
13. Schiebetüranlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückstellelement (10) elastisch verformbar ist, mit einem ersten Ende (12) festgelegt
ist und mit einem zweiten Ende (14) mit der Schiebetür (2) derart verbunden ist, dass
das Rückstellelement (10) beim Verschieben der Schiebetür (2) in eine geöffnete Position
elastisch gespannt wird.
14. Schiebetüranlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schiebetür (2) eine Isoliertür ist.