[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage und ein Verfahren zur Thermobehandlung von textilen
Flächenbahnen mit einer Thermobehandlungsapparatur zur Beaufschlagung der textilen
Flächenbahn mit einem Behandlungsgas.
[0002] Bei den textilen Flächenbahnen handelt es sich insbesondere um Web- und Maschenwaren,
die in der Thermobehandlungsapparatur veredelt werden. Das Behandlungsgas dient dabei
beispielsweise zum Trocknen, Thermofixieren, Sanforisieren, Kompaktieren, Relaxieren,
Kontinuefärben oder Kondensieren. Die Flächenbahnen werden dabei im breitgespannten
Zustand durch die Apparatur transportiert und währenddessen mit dem Behandlungsgas
beaufschlagt.
[0003] Derartige Thermobehandlungsapparaturen haben jedoch den Nachteil, dass sie einen
sehr hohen Bedarf an thermischer Energie benötigen. Man ist daher bestrebt, die Kosten
für die Erzeugung der thermischen Energie zu senken. Die
EP 3 158 130 B1 schlägt diesbezüglich bei einer Vorrichtung zur Trocknung einer Pulpe bei der Herstellung
einer Fasermatte vor, dass die Abwärme aus dem Prozess als Wärmequelle in einer Wärmepumpe
zur Erzeugung der Wärmeenergie des Behandlungsgases genutzt wird.
[0004] Aus der
DE 21 47 021 A ist ein auf dem Prinzip der Wärmepumpe basierendes Verfahren für das Trocknen von
feuchten Materialien, wie Papier, Gewebe und Papiermassen, wobei ohne Außenzufuhr
von Dampf eine kontinuierliche Trocknung in einer luftlosen Dampfatmosphäre im Inneren
eines Gehäuses ermöglicht wird, indem der Dampfdruck um ein Geringes oberhalb des
atmosphärischen Druckes liegt.
[0005] Die
DE 33 19 348 A1 betrifft ein Wärmerückgewinnungsverfahren für Lufttrocknungsprozesse, in denen die
Entfeuchtung eines Trockenraumes mittels Abluft erfolgt und dem Trocknungsraum trockene
Ersatzluft zugeführt wird und ein Teil der Wärmeenergie der Abluft unter Einsatz eines
Wärmepumpensystems in die Ersatzluft übertragen wird.
[0006] Aus der
US 2011 / 0 259 873 A1 ist ein Verfahren zur Bereitstellung von Heißluft bekannt, wobei mit Hilfe einer
Wärmepumpe heiße Luft erzeugt wird, deren Temperatur noch unterhalb der gewünschten
Temperatur liegt, um anschließend die heiße Luft mit einer weiteren Heizeinrichtung
auf die gewünschte Endtemperatur aufzuheizen.
[0007] Weiterhin beschreibt die
US 4 026 035 A eine Anlage zur Thermobehandlung von Papierbahnen oder textilen Flächenbahnen mit
einem Niedertemperatur-Wärmerückgewinnungssystem, die einen Dampfkreislauf, einen
Gaskreislauf und einen als Wärmepumpe arbeitenden Kühlmittelkreislauf aufweist, wobei
der Gaskreislauf, die feuchte Luft aus dem Trocknungsgehäuse entfernt, der Luft die
Feuchtigkeit und Wärme entzieht und die Luft nach Wiedererwärmung erneut dem Trocknungsgehäuse
zuführt.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Erzeugung der thermischen Energie für
die Thermobehandlung von textilen Flächenbahnen zu senken.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 16 gelöst.
[0010] Die erfindungsgemäße Anlage zur Thermobehandlung von textilen Flächenbahnen weist
eine Thermobehandlungsapparatur zur Beaufschlagung der textilen Flächenbahn mit einem
Behandlungsgas und zum Abführen eines Behandlungsabgases sowie eine Wärmepumpenanlage
zur Erzeugung wenigstens eines Teils der Wärmeenergie des Behandlungsgases auf. Die
Wärmepumpenanlage steht dabei mit einem ersten Wärmeübertrager in Verbindung, der
zur Übertragung der thermischen Energie des Behandlungsabgases auf einen ersten Wärmeträger
ausgebildet ist, wobei der erste Wärmeträger als Wärmequelle für die Wärmepumpenanlage
dient.
[0011] Beim erfindungsgemäßen Verfahren zur Thermobehandlung von textilen Flächenbahnen
wird die textile Flächenbahn in einer Thermobehandlungsapparatur mit einem Behandlungsgas
beaufschlagt und ein Behandlungsabgas aus der Thermobehandlungsapparatur abgeführt.
Wenigstens ein Teil der Wärmeenergie des Behandlungsgases wird dabei in einer Wärmepumpenanlage
erzeugt, wobei die thermische Energie des Behandlungsabgases in einem ersten Wärmeübertrager
auf einen ersten Wärmeträger übertragen wird, der als Wärmequelle für die Wärmepumpenanlage
dient.
[0012] Die Nutzung einer Wärmepumpe zur Erzeugung wenigstens eines Teils der Wärmeenergie
des Behandlungsgases verursacht einen gegenüber einer Gas- oder Ölheizung deutlich
geringeren CO
2-Ausstoss, da ein Großteil der erforderlichen Energie aus dem Behandlungsabgas genutzt
werden kann. Das Behandlungsabgas von textilen Veredelungsprozessen ist aber in der
Regel mit Fasern, Flusen und/oder Ölpräparaten verunreinigt, was im Verdampfer der
Wärmepumpe zu Verschmutzungen und erhöhtem Wartungsaufwand führt. Um den Wartungsaufwand
zu reduzieren müsste die Wärmepumpe mit größeren Wärmeübertragerflächen ausgestattet
werden, was jedoch die Anschaffungskosten erhöhen würde. Erfindungsgemäß wird daher
ein erster Wärmeübertrager zwischengeschaltet, um so die Anschaffungskosten der Wärmepumpe
bzw. den Wartungsaufwand zu reduzieren.
[0013] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird der erste Wärmeübertrager durch
einen Luft-Wasser-Wärmetauscher oder einen Luft-Wäscher gebildet. Ein Luftwäscher
ist ein Gerät, das mit Hilfe von Wasser Verunreinigungen aus einem Abgas waschen kann.
Insbesondere die Ausbildung als Luft-Wäscher hat den weiteren Vorteil, dass neben
der Erzeugung der Wärmequelle für die Wärmepumpe gleichzeitig auch eine Reinigung
des Behandlungsabgases erfolgt.
[0014] Erfindungsgemäß kann die Wärmepumpenanlage als einstufige Wärmepumpenanlage ausgebildet
sein, wobei ein erster Verdampfer zur Übertragung der Wärmeenergie des ersten Wärmeträgers
auf einen zweiten Wärmeträger, ein erster Verdichter zur Verdichtung des zweiten Wärmeträgers
und ein erster Kondensator zur Übertragung der Wärmeenergie des zweiten Wärmeträgers
auf ein Übertragungsmedium sowie ein erstes Expansionsventil vorgesehen ist.
[0015] Ist die Wärmepumpenanlage als zweistufige Wärmepumpenanlage ausgebildet, weist die
erste Wärmepumpenstufe einen ersten Verdampfer zur Übertragung der Wärmeenergie des
ersten Wärmeträgers auf einen zweiten Wärmeträger, einen ersten Verdichter zur Verdichtung
des zweiten Wärmeträgers und einen ersten Kondensator zur Übertragung der Wärmeenergie
des zweiten Wärmeträgers auf einen dritten Wärmeträger sowie ein erstes Expansionsventil
auf. Bei der zweiten Wärmepumpenstufe ist ein zweiter Verdampfer vorgesehen, der durch
den ersten Kondensator der ersten Stufe gebildet wird und weiterhin kommen ein zweiter
Verdichter zur Verdichtung des dritten Wärmeträgers sowie ein zweiter Kondensator
zur Übertragung der Wärmeenergie des dritten Wärmeträgers auf ein Übertragungsmedium
und ein Expansionsventil zum Einsatz.
[0016] Als erster Wärmeträger kommt vorzugsweise Wasser zum Einsatz, während der zweite
und dritte Wärmeträger durch geeignete Kühlmittel gebildet werden. Als zweiter Wärmeträger
(= Wärmeträger der ersten Wärmepumpenstufe) kommen beispielsweise R717 (Ammoniak),
R1224y, R1234yf, R600a (Isobutan), R290 (Propan) oder R245fa in Betracht. Für die
höheren Temperaturen ein der zweiten Wärmepumpenstufe kommen für den dritten Wärmeträger
beispielsweise R601 (Pentan) oder R601b (Neopentan) als Kältemittel in Betracht.
[0017] Bei der Thermobehandlung von textilen Flächenbahnen sind Prozesstemperaturen von
üblicherweise 90°C bis 220°C erforderlich. Im unteren Temperaturbereich könnte noch
eine einstufige Wärmepumpenanlage zum Einsatz kommen. Für höhere Temperaturen, insbesondere
ab 110°C, sind jedoch Zusatzheizungen oder eine zwei- oder mehrstufige Wärmepumpenanlage
zweckmäßig.
[0018] Bei dem Übertragungsmedium kann es sich unmittelbar um das Behandlungsgas der Thermobehandlungsapparatur
handeln. In vielen Anwendungsfällen wird das Behandlungsgas durch innerhalb der Thermobehandlungsapparatur
im Kreislauf geführter Umluft gebildet, die als Ersatz für das abgezogene Behandlungsabgas
mit Zuluft (Frischluft) ergänzt wird. Für diesen Anwendungsfall ist es vorteilhaft,
wenn zwischen der Wärmepumpenanlage und der Thermobehandlungsapparatur ein zweiter
Wärmeübertrager vorgesehen ist, der zur Übertragung der thermischen Energie des Übertragungsmediums
auf das Behandlungsgas der Thermobehandlungsapparatur ausgebildet ist. Dabei kann
der zweite Wärmeübertrager innerhalb der Thermobehandlungsapparatur zur Übertragung
der thermischen Energie des Übertragungsmediums auf das Behandlungsgas angeordnet
sein.
[0019] Als Übertragungsmedien kommen insbesondere Sattdampf, Druckwasser oder Thermalöl
in Betracht. Bei Verwendung von Sattdampf gibt dieser seine Wärmeenergie durch Kondensation
an das Behandlungsgas ab, sodass der zweite Wärmeübertrager zur Rückführung des dabei
entstehenden Kondensats im Falle einer einstufigen Wärmepumpenanlage mit dem ersten
Kondensator und im Falle einer zweistufigen Wärmepumpenanlage mit dem zweiten Kondensator
in Wirkverbindung steht. Bei Druckwasser ist eine entsprechende Pumpe erforderlich,
die den Druck des Wassers konstant hält, um immer unter der Verdampfungstemperatur
zu bleiben. Die Pumpe für das Druckwasser wird dabei vorzugsweise im Vorlauf installiert.
[0020] Wenn sich das Behandlungsgas aus Frischluft und Umluft zusammensetzt, wird das aus
der Thermobehandlungsapparatur abgeführte Behandlungsabgas in gleicher Menge durch
Frischluft ersetzt. Als Frischluft kann dabei unmittelbar die Umgebungsluft eingesetzt
werden, wodurch jedoch die Temperatur des Behandlungsgases entsprechend herabgesetzt
wird. Alternativ wird die Frischluft zuvor aufgewärmt. Dies kann energetisch besonders
vorteilhaft dadurch erreicht werden, dass in der Wärmepumpenanlage zwischen dem ersten
Kondensator und dem ersten Verdampfer wenigstens ein erster Frischluft-Wärmetauscher
zur Vorwärmung von Frischluft vorgesehen ist, der zur Zuführung der vorgewärmten Frischluft
mit der Thermobehandlungsapparatur in Verbindung steht.
[0021] Im Falle einer zweistufigen Wärmepumpenanlage kann zusätzlich zwischen dem zweiten
Kondensator und dem zweiten Verdampfer der zweiten Wärmepumpenstufe ein zweiter Frischluft-Wärmetauscher
angeordnet sein, wobei der zweiter Frischluft-Wärmetauscher zur weiteren Erwärmung
der im ersten Frischluft-Wärmetauscher vorgewärmten Frischluft dient und mit der Thermobehandlungsapparatur
in Verbindung steht.
[0022] Damit die Wärmepumpenanlage starten kann ist üblicherweise eine Grundtemperatur (Starttemperatur)
von 40 bis 60°C notwendig, damit das Kältemittel (zweiter Wärmeübertrager) verdampft
werden. In der Startphase der Thermobehandlungsapparatur ist das Behandlungsabgas
aber noch kalt und kann somit keine Quellenenergie erzeugen. Steht keine andere Quelle
zur Verfügung, so muss über eine Zusatzheizung gestartet werden. Hierzu sind insbesondere
drei Möglichkeiten denkbar:
- wenigstens eine Zusatzheizung in der Thermobehandlungsapparatur,
- wenigstens eine Quellen-Zusatzheizung, die zwischen dem ersten Wärmeübertrager und
der Wärmepumpenanlage angeordnet ist und/oder
- eine Heizkreis-Zusatzheizung, die zwischen dem ersten bzw. zweiten Kondensator und
dem zweiten Wärmeübertrager vorgesehen ist.
[0023] Die verschiedenen Zusatzheizungen werden vorzugsweise elektrisch betrieben, wobei
aber insbesondere auch eine Zusatzheizung mittels Gasgebläse-Brenner oder Thermalöl
denkbar wäre.
[0024] Die Zusatzheizung kann auch dazu genutzt werden, um in bestimmten Abschnitten der
Thermobehandlungsapparatur eine höhere Temperatur zu erzeugen. In der Textilveredelung
ist neben dem Trocknen der textilen Warenbahn auch eine thermische Behandlung von
synthetischen Materialien einer der Hauptprozesse. Diese Prozesse verlangen Temperaturen
bis 220°C, die nach heutigem Stand nur mit Zusatzheizungen darstellbar sind. Zur Realisierung
einer solchen Anwendung könnte die Thermobehandlungsapparatur in wenigstens einen
ersten und einen nachfolgend angeordneten zweiten Abschnitt unterteilt werden, wobei
die Wärmepumpenanlage lediglich mit einem der beiden Abschnitte in Wirkverbindung
steht und der andere Abschnitt mit Zusatzheizungen ausgestattet ist. So könnte der
erste Abschnitt zur Vortrocknung mit Temperaturen bis 130°C betrieben werden, die
energetisch günstig durch die Wärmepumpenanlage erzeugt wird, während die textile
Warenbahn im zweiten Abschnitt thermisch final behandelt wird, entweder um eine Endtrocknung
oder eine thermische Behandlung bei höherer Temperatur durchzuführen, wobei im zweiten
Abschnitt Zusatzheizungen zum Einsatz kommen.
[0025] In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Anlage zur Thermobehandlung von
textilen Flächenbahnen gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung des ersten Wärmeübertragers gemäß einer ersten Variante,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung des ersten Wärmeübertragers gemäß einer zweiten Variante,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung der Wärmepumpenanlage mit der ersten Wärmeübertragers
gemäß Fig. 2 und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Anlage zur Thermobehandlung von
textilen Flächenbahnen gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel.
[0026] Die in Fig. 1 dargestellte Anlage zur Thermobehandlung von textilen Flächenbahnen
2 weist eine Thermobehandlungsapparatur 1 zur Beaufschlagung der textilen Flächenbahn
2 mit einem Behandlungsgas 3 auf, die in der dargestellten Ausführungsform fünf Felder
umfasst. Die textile Flächenbahn 2 wird in bekannter Art und Weise im breitgespannten
Zustand durch die einzelnen Felder transportiert. Hierbei können beispielswiese umlaufende
Spannketten, an denen Spannmittel, wie Kluppen, Nadelleisten oder dergleichen zur
Einspannung der textilen Flächenbahn angeordnet sind, zum Einsatz kommen. Das Behandlungsgas
3 setzt sich hier aus Frischluft 4 und Umluft 5 zusammen und dient beispielsweise
zum Trocknen, Thermofixieren, Sanforisieren, Kompaktieren, Relaxieren, Kontinuefärben
oder Kondensieren der textilen Warenbahn 2. Ein Teil des Behandlungsgases wird als
Behandlungsabgases 6 abgeführt und in gleicher Menge durch Frischluft 4 ersetzt.
[0027] Die Anlage zur Thermobehandlung von textilen Flächenbahnen 2 umfasst ferner eine
Wärmepumpenanlage 7 zur Erzeugung wenigstens eines Teils der Wärmeenergie des Behandlungsgases
3, wobei die Wärmepumpenanlage 7 mit einem ersten Wärmeübertrager 8 in Verbindung
steht, der zur Übertragung der thermischen Energie des Behandlungsabgases 6 auf einen
ersten Wärmeträger 81 (Fig. 2, 3, 4) ausgebildet ist, wobei der erste Wärmeträger
81 als Wärmequelle für die Wärmepumpenanlage 7 dient.
[0028] Fig. 2 zeigt eine erste Variante des erstes Wärmeübertragers 8, der hier als Luft-Wasser-Wärmetauscher
80 ausgebildet, der zum einen mit Behandlungsabgas 6 durchströmt wird und zum anderen
über einen Wasserkreislauf mit dem ersten Verdampfer 701 der Wärmepumpenanlage 7 in
Wirkverbindung steht. Das Wasser bildet hier den ersten Wärmeträger 81, der im Luft-Wasser
Wärmetauscher 80 vom Behandlungsabgas 6 erwärmt und als Warmwasser 81a dem ersten
Verdampfer 701 zur Verdampfung zugeführt wird. Das dabei entstehende Kaltwasser 81b
wird wieder zum Luft-Wasser Wärmetauscher 80 zur erneuten Aufwärmung zurückgeführt.
Eine Pumpe 82 hält dabei den Wasserkreislauf aufrecht. Das Behandlungsabgas 6 verlässt
den Luft-Wasser-Wärmetauscher 80 als abgekühltes Behandlungsabgas 6'.
[0029] In einer in Fig. 3 dargestellten zweiten Variante ist der erste Wärmeübertrager 8
als Luft-Wäscher 83 ausgebildet, wobei mit Hilfe von Wasser Verunreinigungen des Behandlungsabgases
6, wie beispielsweise Fasern, Flusen oder Ölpräparationen, aus dem Behandlungsabgas
6 entfernt werden können. Das dabei durch das Behandlungsabgas 6 aufgewärmte Abwasser
81c bildet den ersten Wärmeträger 81 und dient als Wärmequelle im ersten Verdampfer
701 der Wärmepumpenanlage 7. Das im Verdampfer abgekühlte Abwasser 81d wird zum Luft-Wäscher
83 zur erneuten Erwärmung zurückgeführt. Der Abwasser-Kreislauf wird wiederum durch
eine Pumpe 84 aufrechterhalten. Das Behandlungsabgas 6 verlässt den Luft-Wäscher 83
als abgekühltes und gereinigtes Behandlungsabgas 6".
[0030] Fig. 4 zeigt die Wärmepumpenanlage 7 in Verbindung mit dem ersten Wärmeübertrager
8, der wahlweise als Luft-Wasser-Wärmetauscher 80 gemäß Fig. 2 oder Luft-Wäscher 83
gemäß Fig. 3 ausgebildet sein kann. Die Wärmepumpenanlage 7 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel
als zweistufige Wärmepumpenanlage ausgebildet, wobei eine erste Wärmepumpenstufe 70
einen ersten Verdampfer 701 zur Übertragung der Wärmeenergie des ersten Wärmeträgers
81 auf einen zweiten Wärmeträger 702, einen ersten Verdichter 703 zur Verdichtung
des zweiten Wärmeträgers 702 und einen ersten Kondensator 704 zur Übertragung der
Wärmeenergie des zweiten Wärmeträgers 702 auf einen dritten Wärmeträger 712 sowie
ein erstes Expansionsventil 705 aufweist. Die zweite Wärmepumpenstufe 71 besteht im
Wesentlichen aus einem zweiten Verdampfer 711, der durch den ersten Kondensator 704
der ersten Wärmepumpenstufe 70 gebildet wird und weiterhin einem zweiten Verdichter
713 zur Verdichtung des dritten Wärmeträgers 712 sowie einem zweiten Kondensator 14
zur Übertragung der Wärmeenergie des dritten Wärmeträgers 712 auf ein Übertragungsmedium
9 sowie einem Expansionsventil 715.
[0031] Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass zwischen der Wärmepumpenanlage 7 und der Thermobehandlungsapparatur
1 ein zweiter Wärmeübertrager 10 vorgesehen ist, der zur Übertragung der thermischen
Energie des Übertragungsmediums 9 auf die Umluft 5 bzw. das Behandlungsgas 3 der Thermobehandlungsapparatur
1 ausgebildet ist. Der zweite Wärmeübertrager 10 ist vorzugsweise innerhalb der Thermobehandlungsapparatur
1 zur Übertragung der thermischen Energie des Übertragungsmediums 9 auf das Behandlungsgas
10 angeordnet. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird das Übertragungsmedium 9
durch Sattdampf gebildet, sodass sich bei der Wärmeübertragung im zweiten Wärmeübertrager
10 Kondensat 9' bildet, dass im Falle einer einstufigen Wärmepumpenanlage zum ersten
Kondensator 704 und im Falle einer zweistufigen Wärmepumpenanlage zum zweiten Kondensator
714 zurückgeführt wird.
[0032] Um das Übertragungsmedium 9 beispielsweise in der Startphase der Thermobehandlungsapparatur
1 weiter aufzuheizen, kann zwischen dem ersten bzw. zweiten Kondensator 704, 714 und
dem zweiten Wärmeübertrager 10 optional eine Heizkreis-Zusatzheizung 11 vorgesehen
werden. Alternativ oder auch zusätzlich kann die Thermobehandlungsapparatur 1 mit
wenigstens einer Zusatzheizung 12 ausgestattet sein. Auf diese Weise kann das Behandlungsgas
zumindest lokal in der Thermobehandlungsapparatur 1 erhöht werden, wodurch in der
Folge auch das Behandlungsabgas 3 eine entsprechend erhöhte Temperatur aufweist. Eine
weitere Möglichkeit in der Startphase der Thermobehandlungsapparatur 1 stellt das
Vorsehen einer Quellen-Zusatzheizung 13 dar, welcher beispielsweise zwischen dem ersten
Wärmeübertrager 8 und der Wärmepumpenanlage 7 vorgesehen wird.
[0033] Die Wärmepumpenanlage gemäß Fig.4 ermöglicht zudem Vorwärmung der Frischluft 4 bevor
sie der Thermobehandlungsapparatur 1 zugeführt wird. Hierzu ist zwischen dem ersten
Kondensator 704 und dem ersten Verdampfer 701 der ersten Wärmepumpenstufe 70 ein erster
Frischluft-Wärmetauscher 706 zur Vorwärmung der 4 Frischluft vorgesehen. Ferner ist
zwischen dem zweiten Kondensator 714 und dem zweiten Verdampfer 711 der zweiten Wärmepumpenstufe
71 ein zweiter Frischluft-Wärmetauscher 716 angeordnet, wobei der zweiter Frischluft-Wärmetauscher
716 zur weiteren Erwärmung der im ersten Frischluft-Wärmetauscher 706 vorgewärmten
Frischluft 4 dient und mit der Thermobehandlungsapparatur 1 in Verbindung steht.
[0034] Sind in der Thermobehandlungsapparatur 1 Abschnitte vorgesehen, die sehr unterschiedlichen
Temperaturen erfordern, beispielsweise ein Trocknungsabschnitt mit einer Temperatur
des Behandlungsgases im Bereich von 90° bis 130°C und ein Fixierabschnitt mit Temperaturen
im Bereich von 150°C bis 220°C, kann gemäß dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 die
Thermobehandlungsapparatur 1 in wenigstens einen ersten Abschnitt 1a und einen nachfolgend
angeordneten zweiten Abschnitt 1b unterteilt werden, wobei die Wärmepumpenanlage 7
lediglich mit dem ersten Abschnitt 1a in Wirkverbindung steht und der zweite Abschnitt
1b mit Zusatzheizungen 12a - 12e ausgestattet ist.
1. Anlage zur Thermobehandlung von textilen Flächenbahnen (2) mit einer Thermobehandlungsapparatur
(1) zur Beaufschlagung der textilen Flächenbahn (2) mit einem Behandlungsgas (3) und
zum Abführen eines Behandlungsabgases (6),
dadurch gekennzeichnet, dass eine Wärmepumpenanlage (7) zur Erzeugung wenigstens eines Teils der Wärmeenergie
des Behandlungsgases (6) vorgesehen ist, wobei die Wärmepumpenanlage (7) mit einem
ersten Wärmeübertrager (8; 80, 83) in Verbindung steht und der erste Wärmeübertrager
(8, 80, 83) zur Übertragung der thermischen Energie des Behandlungsabgases (6) auf
einen ersten Wärmeträger (81) ausgebildet ist, der als Wärmequelle für die Wärmepumpenanlage
(7) dient.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Wärmeübertrager (8) durch einen Luft-Wasser-Wärmetauscher (80) oder einen
Luft-Wäscher (83) gebildet wird.
3. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmepumpenanlage (7) einen ersten Verdampfer (701) zur Übertragung der Wärmeenergie
des ersten Wärmeträgers (81) auf einen zweiten Wärmeträger (702) , einen ersten Verdichter
(703) zur Verdichtung des zweiten Wärmeträgers (702) und einen ersten Kondensator
(704) zur Übertragung der Wärmeenergie des zweiten Wärmeträgers (702) auf ein Übertragungsmedium
(9) sowie ein erstes Expansionsventil (705) aufweist.
4. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmepumpenanlage (7) als zweistufige Wärmepumpenanlage ausgebildet ist, wobei
eine erste Wärmepumpenstufe (70) einen ersten Verdampfer (701) zur Übertragung der
Wärmeenergie des ersten Wärmeträgers (81) auf einen zweiten Wärmeträger (702), einen
ersten Verdichter (703) zur Verdichtung des zweiten Wärmeträgers (702) und einen ersten
Kondensator (704) zur Übertragung der Wärmeenergie des zweiten Wärmeträgers (702)
auf einen dritten Wärmeträger (712) sowie ein erstes Expansionsventil (705) aufweist
und bei einer zweiten Wärmepumpenstufe (71) ein zweiter Verdampfer (711) vorgesehen
ist, der durch den ersten Kondensator (704) der ersten Wärmepumpenstufe (70) gebildet
wird und weiterhin ein zweiter Verdichter (713) zur Verdichtung des dritten Wärmeträgers
(712) sowie ein zweiter Kondensator (714) zur Übertragung der Wärmeenergie des dritten
Wärmeträgers (712) auf ein Übertragungsmedium (9) und ein zweites Expansionsventil
(715) vorgesehen sind.
5. Anlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Übertragungsmedium (9) um das Behandlungsgas (3) der Thermobehandlungsapparatur
(1) handelt.
6. Anlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Wärmepumpenanlage (7) und der Thermobehandlungsapparatur (1) ein zweiter
Wärmeübertrager (10) vorgesehen ist, der zur Übertragung der thermischen Energie des
Übertragungsmediums (9) auf das Behandlungsgas (3) der Thermobehandlungsapparatur
(1) ausgebildet ist.
7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Wärmeübertrager (10) innerhalb der Thermobehandlungsapparatur (1) zur
Übertragung der thermischen Energie des Übertragungsmediums (9) auf das Behandlungsgas
(3) angeordnet ist.
8. Anlage nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Wärmeübertrager (10) zur Rückführung von Kondensat im Falle einer einstufigen
Wärmepumpenanlage mit dem ersten Kondensator (704) und im Falle einer zweistufigen
Wärmepumpenanlage mit dem zweiten Kondensator (714) in Wirkverbindung steht.
9. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten bzw. zweiten Kondensator (704, 714) und dem zweiten Wärmeübertrager
(10) eine Heizkreis-Zusatzheizung (11) vorgesehen ist.
10. Anlage nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragungsmedium (9) als Sattdampf oder Druckwasser oder Thermalöl vorliegt.
11. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Wärmepumpenanlage (7) zwischen dem ersten Kondensator (704) und dem ersten
Verdampfer (701) wenigstens ein erster Frischluft-Wärmetauscher (706) zur Vorwärmung
von Frischluft (4) vorgesehen ist, der zur Zuführung der vorgewärmten Frischluft (4)
mit der Thermobehandlungsapparatur (1) in Verbindung steht.
12. Anlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Kondensator (704) und dem ersten Verdampfer (701) der ersten
Wärmepumpenstufe (70) wenigstens ein erster Frischluft-Wärmetauscher (706) zur Vorwärmung
von Frischluft (4) vorgesehen ist und zwischen dem zweiten Kondensator (714) und dem
zweiten Verdampfer (711) der zweiten Wärmepumpenstufe (71) ein zweiter Frischluft-Wärmetauscher
(716) angeordnet ist, wobei der zweiter Frischluft-Wärmetauscher (716) zur weiteren
Erwärmung der im ersten Frischluft-Wärmetauscher (706) vorgewärmten Frischluft (4)
dient und mit der Thermobehandlungsapparatur (1) in Verbindung steht.
13. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Thermobehandlungsapparatur (1) wenigstens eine Zusatzheizung (12; 12a - 12e)
vorgesehen ist oder zwischen dem ersten Wärmeübertrager (8) und der Wärmepumpenanlage
(7) wenigstens eine Quellen-Zusatzheizung (13) vorgesehen ist.
14. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Thermobehandlungsapparatur (1) in wenigstens einen ersten Abschnitt (1a) und
einen nachfolgend angeordneten zweiten Abschnitt (1b) unterteilt ist, wobei die Wärmepumpenanlage
(7) lediglich mit einem der beiden Abschnitte (1a) in Wirkverbindung steht und der
andere Abschnitt (1b) mit Zusatzheizungen (12a - 12e) ausgestattet ist.
15. Verfahren zur Thermobehandlung von textilen Flächenbahnen wobei die textile Flächenbahn
(2) in einer Thermobehandlungsapparatur (1) mit einem Behandlungsgas (3) beaufschlagt
wird und ein Behandlungsabgas (6) aus der Thermobehandlungsapparatur (1) abgeführt
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Wärmeenergie des Behandlungsgases (6) in einer Wärmepumpenanlage
(7) erzeugt wird, indem die thermische Energie des Behandlungsabgases (6) in einem
ersten Wärmeübertrager (8) auf einen ersten Wärmeträger (81) übertragen wird, der
als Wärmequelle für die Wärmepumpenanlage (7) dient.