[0001] Die Erfindung betrifft eine Sprengladung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und
einen Bausatz zum individuellen Aufbau einer Sprengladung.
[0002] Eine Sprengladung erzeugt bei der Detonation des Sprengstoffs eine Detonationswellenfront
mit einer vorbestimmten Form, die durch Lenkungsmittel mit einem größeren Energieanteil
in eine gewünschte Expositionsrichtung gerichtet sind. Die Detonationswellenfront
breitet sich üblicherweise in alle Richtungen aus, kann aber durch Dämmungen der Sprengladung
zielgerichtet werden. Die gattungsgemäßen Sprengladungen werden im Falle einer bevorzugten
Anwendung über eine Klebeverbindung, insbesondere über doppelseitiges Klebeband an
einer Sprengstelle angebracht.
[0003] Die gattungsgemäßen Sprengladungen sind durchaus kompakte Sprengladungen, die an
einer Fläche, auf die die Druckwelle der Sprengkraft bestimmungsgemäß wirken soll,
angeordnet werden. Dies dient dazu, um einen Teil der Fläche oder ein sonstiges Teil
zu zerstören oder zu entfernen. Eine Anwendung der Sprengladungen besteht zum Beispiel
darin, Türen aufzusprengen. Solche Sprengladungen werden zum Beispiel von Sicherheitskräften
eingesetzt, wenn sie in Gebäude oder Wohnungen eindringen müssen.
[0004] Bei den genannten Anwendungen ist es notwendig, die Sprengladung schnell und unauffällig
an der Sprengstelle anzubringen. Ferner sollen Personen nach der Sprengung häufig
möglichst schnell wieder in den Bereich der Sprengstelle gelangen können. So ist es
zum Beispiel beim Aufsprengen einer Tür häufig erforderlich, dass Sicherheitskräfte
nach Öffnen der Tür diese schnell aufdrücken und in den dahinter liegenden Raum gelangen
können, beispielsweise um die Flucht einer gesuchten Person zu verhindern. Dies setzt
aber voraus, dass der Sicherheitsbereich während der Sprengung möglichst klein bleibt
und sich so die Personen, die die Sprengung auslösen, nicht zu weit von der Sprengstelle
zurückziehen müssen.
[0005] Insbesondere bei Mietwohnungen müssen bisher häufig die Sicherheitskräfte sogar die
Etage verlassen, um die Sprengung sicher und ohne Eigengefährdung durchführen zu können,
was nachfolgend aber eine zu große Zeitspanne erfordert, um die geöffnete Wohnung
betreten zu können. Aus den genannten Gründen werden die Sprengladungen klein und
kompakt gehalten.
[0006] Aus der
WO 2020 030902 A1 ist eine solche Sprengladung mit einem besonderen konstruktiven Aufbau zur geeigneten
Ausbreitung der Detonationswelle bekannt. Die Sprengladung umfasst eine untere Dämmschicht,
eine Lage eines Sprengstoffs und eine obere Dämmschicht, die von einer als Zünder
eingesetzten Sprengkapsel, die sich in den Sprengstoff erstreckt, durchsetzt ist.
[0007] Aus der
EP 3 458 804 A1 ist ein Halter zum Anbringen einer Sprengstoffladung zum Durchbrechen einer Struktur
bekannt, der eine erste Schicht aus einem Schaumstoffmaterial und eine zweite Schicht
aus einem Schaumstoffmaterial umfasst, wobei die erste Schicht eine dem Ziel der Detonationswelle
zugewandte erste Oberfläche und eine zweite Oberfläche, die an eine Oberfläche der
zweiten Schicht angrenzt umfasst. Die zweite Schicht weist eine Ausnehmung zum Aufnehmen
der Sprengstoffladung auf.
[0008] Die beiden oben genannten Lösungen haben den Nachteil, dass sie dennoch die Gefahr
mit sich bringen, dass Splitter unmittelbar nach der Detonation umherfliegen. Daher
muss auch hier ein vergleichsweise großer Sicherheitsabstand eingehalten werden, um
ein Verletzungsrisiko der die Sprengung auslösenden Personen gering zu halten. Ferner
sind die Dosierung und die Ausrichtung der Sprengwirkung nicht optimal.
[0009] Die
US 6 220 166 A beschreibt eine Vorrichtung und ein Verfahren zur explosiven Durchdringung von gehärteten
Behältern, wie z. B. Stahlfässern, ohne dabei eine Metallzersplitterung zu erzeugen.
Die Vorrichtung wird in unmittelbarer Nähe des Ziels angebracht und verfügt über eine
Haupt-Sprengstoffplatte, die an mindestens drei gleich weit entfernten Punkten entlang
des Plattenumfangs gezündet wird. Zwischen der Sprengstoffplatte und dem Ziel befindet
sich ein Dämmmaterial. Dadurch werden die bei der Detonation des Zünders entstehenden
Metallfragmente abgeschwächt, so dass vermieden wird, dass Fragmente des Zünders auf
das Ziel übertragen werden. Durch die Sprengung wird eine Öffnung in dem Behälter
geschaffen. Die Sprengladung kann zwar die Ausbreitung von Splittern der Sprengkapsel
eindämmen, jedoch ist sie weniger in der Lage, die Ausbreitung von Splittern des aufzusprengenden
Untergrunds zu reduzieren.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Sprengladung zu schaffen, bei der mit möglichst
geringem Einflussbereich auf den Randbereich der Sprengung und mit möglichst geringer
Ausbreitung von Splittern zielgerichtet eine Detonationswelle auf einen räumlich begrenzten
Bereich aufgebracht werden kann. Eine weitere Aufgabe besteht nach der Erfindung darin,
eine Sprengladung zu schaffen, die möglichst individuell und möglichst in der Nähe
der Sprengstelle, zum Beispiel in der letzten Position der Deckung bei Annäherung
an ein Objekt, aufbaubar ist, so dass die Personen, die Sprengung auslösen schnell
und mit der geringstmöglichen Sprengkraft ihr Ziel erreichen können.
[0011] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung bezüglich der Sprengladung durch eine Sprengladung
nach Anspruch 1 gelöst. Bezüglich des Bausatzes durch die Aufgabe der Erfindung durch
einen Bausatz nach Anspruch 15 gelöst.
[0012] Die erfindungsgemäßen Sprengladungen sollen insbesondere zur zielgerichteten, räumlich
beschränkten Aufsprengung oder Teilzerstörung von Bauteilen, insbesondere von Schlössern
oder Türzargen verwendet werden, ohne dass jedoch die Anwendung hierauf beschränkt
sein soll. Dabei ist es Ziel der Sprengung, die Auswirkungen der Detonation lokal
begrenzt zu halten, insbesondere um beispielsweise die Grundfunktion der Tür nach
Aufsprengen des Schlosses zu erhalten, so dass die Tür schnell für einen unmittelbaren
Zugriff geöffnet werden kann.
[0013] Erfindungsgemäß kann die Sprengkraft zum einen sehr gut dosiert werden und zum anderen
aber auch zielgerichtet positioniert werden. Ein besonderer Vorteil der Erfindung
liegt dabei darin, dass das Entstehen von Splittern und das Wegfliegen dieser Splitter
infolge der Detonation in eine von der Sprengstelle weg gerichtete Richtung geringgehalten
werden kann. Dies schützt nicht nur die Umgebung und gegebenenfalls hinter der Sprengstelle
oder seitlich um die Sprengstelle befindliche, von der Sprengung überraschte Personen,
sondern auch diejenigen Personen, die die Sprengung auslösen, und weitere, sich im
Nahbereich aufhaltende Personen.
[0014] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Beschreibung wird mit Sprengstelle diejenige
Fläche bezeichnet, auf die die Sprengladung in einer Vorzugsrichtung wirken soll.
Bei Entfernen des Türschlosses ist dies zum Beispiel der Bereich des Türblattes, in
dem sich das Türschloss befindet. Die Expositionsrichtung ist dann die Richtung, in
die die Druckwelle der Detonation sich bestimmungsgemäß ausbreiten soll, um die gewünschte
Wirkung zu erzielen. Dies setzt natürlich nicht unbedingt voraus, dass sich nicht
auch in andere Richtungen eine Druckwelle ausdehnt, was üblicherweise auch nicht verhinderbar
sein wird. Allerdings soll das Entstehen von Splittern verringert werden und insbesondere
die Flugrichtung nicht vermeidbarer Splitter möglichst derart beeinflusst werden,
dass eine Gefährdung der umstehenden Personen verringert wird, so dass der Sicherheitsbereich,
der bei der Sprengung eingehalten werden muss, möglichst klein bleiben kann.
[0015] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass durch die anwendungsoptimierte
Reduktion der Sprengkraft die Funktionsfähigkeit eines Bauteils, auf das die Sprengkraft
wirkt, erhalten bleiben kann. So ist es zum Beispiel im Fall einer Tür einerseits
gewünscht, dass das Türschloss und damit die Verriegelung gesprengt werden kann. Andererseits
soll aber die Tür weiterhin schnell geöffnet werden können, so dass durch die Sprengkraft
die Scharniere der Tür in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt werden sollen. Ziel
ist es also bei dieser Anwendung, die Tür mit möglichst geringem Impakt zu öffnen,
und dabei zu erreichen, dass die Personen, die diese Tür öffnen und eine sich dahinter
befindliche, gesuchte Person überraschen sollen, sich nicht zu weit vor der Tür entfernen
müssen und zum anderen zu verhindern, dass die Tür nicht im Rahmen verklemmt oder
anderweitig blockiert ist, so dass sich ein weiterer Zeitverlust ergibt.
[0016] Die oben beschriebene Wirkung ergibt sich insbesondere durch die Verwendung des Ladungsträgers
in Verbindung mit dem besonderen Dämmmaterial als Umhüllung des Sprengstoffs. Erfindungsgemäß
wird nun der Sprengstoff zusammen mit dem Dämmmaterial zu einem Stapel aufgebaut,
der in der als Gehäuse dienenden Kavität des Ladungsträgers eingekapselt wird. Das
Dämmmaterial und auch das Material des Ladungsträgers verhindern unnötige Splitterwirkung.
Gleichzeitig bilden sie einen Schutzschirm für Sprengladungsteile und Splitter, die
durch die Detonation aus der Sprengstelle herausgelöst werden, damit diese Teile und
Splitter nicht zu weit in Richtung der die Sprengung auslösenden Personen fliegen.
[0017] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Sprengladung weist einen Ladungsträger
auf, der dosenartig ausgebildet ist und zumindest in Teilbereichen aus einem Material
gefertigt ist, das eine Splitterbildung verringert. Dies sind insbesondere die Bereiche,
aus denen sich mit erhöhter Wahrscheinlichkeit Splitter lösen und in die von der Sprengstelle
abgewandte Richtung geschleudert werden können. Dieses Material kann beispielsweise
ein Kunststoff sein, wobei insbesondere ein schlagzäher Kunststoff, beispielsweise
ein Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer (ABS), ein Polypropylen, Polyethylen oder
ein sonstiger teilelastischer Kunststoff verwendet werden kann.
[0018] Auch eine Außenbeschichtung des Ladungsträgers mit einem gummielastischen Material
kann eine zusätzliche, sinnvolle Maßnahme sein, um Fragmente, die durch die Explosion
entstehen, möglichst im räumlichen Bereich der Detonation zu halten. Insbesondere
ist es wichtig, Materialien zu verwenden, die nicht zersplittern, da sonst Primärsplitter
entstehen, die den Gefahrenbereich vergrößern würden. Der bevorzugte Werkstoff sollte
ein Werkstoff sein, dessen Fragmente, wenn er zerbricht, nicht scharfkantig oder gar
spitz sind. Daher werden oft metallische Werkstoffe oder vernetzte Kunststoffe nur
mit zusätzlichen Beschichtungen oder sonstigen Maßnahmen sinnvoll sein, um die Wandung
des Ladungsträgers zu bilden. Weitere Maßnahmen oder andere Materialien können natürlich
eingesetzt werden, um den benötigten räumlichen Bereich zum Schutz vor umherfliegenden
Fragmenten möglichst klein zu halten.
[0019] Eine weitere Maßnahme nach der Erfindung besteht in der Verwendung eines geeigneten
Dämmmaterials. Dieses Dämmmaterial ist zum Beispiel bei einer bevorzugten Ausgestaltung
der Erfindung ein Granulat aus Kautschuk oder kautschukähnlichem Material. Dies kann
Naturgummi oder ein Kunststoff sein. Dieses Material erlaubt einerseits eine Dämmung,
so dass sich die Detonationskraft in einer Vorzugsrichtung, die auf die Explosionsfläche
gerichtet ist, ausdehnt. Die Dämmung bildet ferner einen Schutzschirm, der die Bewegung
von Splittern, die sich zum Beispiel an der Sprengstelle bilden, begrenzt bzw. die
Splitter abbremst.
[0020] Der gehäuseartige Ladungsträger wird bevorzugt auf die Sprengstelle aufgeklebt. Dies
kann über doppelseitiges Klebeband erfolgen. In das Gehäuse des Ladungsträgers wird
zuvor der gewünschte Stapel aus Dämmmaterial und Sprengstoff eingelegt. Dieser Stapel
besteht aus einer expositionsseitigen Dämmung, der Schicht von Sprengstoff sowie einer
Abdeckdämmung auf der gegenüberliegenden Seite des Sprengstoffs.
[0021] Der Aufbau des im Ladungsträger zu positionierenden Stapels kann je nach Anwendung
auch variieren. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass auf eine expositionsseitige
Dämmung verzichtet werden kann, während die Abdeckdämmung vergrößert wird. Letztlich
hängt dies von Erfahrungswerten und der erwarteten Splitterwirkung ab. Da eine expositionsseitige
Dämmung, auch wenn die Dämmschicht in der Dicke gering gehalten bleibt, immer eine
gewisse Reduktion der Detonationskraft mit sich bringt, kann es sinnvoll sein, hierauf
in solchen Fällen zu verzichten, in denen nicht zu erwarten ist, dass sich von der
Sprengstelle Splitter lösen werden. Insbesondere kann über die Dämmschicht eingestellt
werden, ob die Sprengladung eine eher sprengende oder eine eher schiebende Wirkung
ausübt.
[0022] Der Ladungsträger kann als runde, ovale oder eckige Dose ausgebildet sein und weist
bevorzugt einen Deckel auf, der auf der Dose als Grundkörper befestigt werden kann.
In diesem Fall ist die Sprengladung als sogenannter Sprengzylinder ausgebildet. Solche
Sprengzylinder kommen in der Regel zum Einsatz, um Türschlösser aus der Aufnahme der
Drückergarnitur heraus, in den Innenraum hinter der Tür zu schieben.
[0023] Natürlich sollte der Ladungsträger in der Lage sein, Kräfte aufgrund des Detonationsdrucks
in seinem Inneren in einem solchen Umfang derart aufzunehmen, dass die gewünschte
Kraftausbreitung in eine Vorzugsrichtung auf die Sprengstelle möglich ist. Diese Vorzugsrichtung
wird zum einen durch die Anordnung des Sprengstoffs innerhalb des Ladungsträgers und
die Dicke der oberen Abdeckdämmung vorgegeben. Zusätzlich können auch Materialstärken
der Wandung des Ladungsträgers oder Sollbruchstellen eine gerichtete Druckausbreitung
unterstützen. So kann zum Beispiel die der Sprengstelle zugewandte Seite des Ladungsträgers
eine dünnere Wandstärke oder auch die genannten Sollbruchstellen aufweisen.
[0024] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung verwendet Ladungsträger, die
die Form eines Hohlprofils aufweisen. Diese Hohlprofile können bevorzugt von zwei
Teilprofilen gebildet sein, die ineinandergesteckt sind. Diese ineinandergesteckten
Teilprofile können dann auf die gewünschte Länge ausgezogen werden, wobei bevorzugt
Rast- oder Fixiermittel vorgesehen sind, die nach Längeneinstellung durch entsprechendes
Ineinanderschieben oder Auseinanderziehen die längenverstellbaren festlegen.
[0025] Zum Festlegen des oberen Ladungsträgers relativ zum unteren Ladungsträger können
übliche Rastmittel mit federnden Rastkörpern und Rastausnehmungen an den jeweiligen
Bauteilen verwendet werden. Auch eine Übergangspassung mit einer Reibkraft, die ein
ungewolltes Bewegen der Teilprofile relativ zueinander vermeidet, kann verwendet werden.
Schließlich können Fixiermittel, entweder in Form von Sicherungsstiften oder auch
in Form einer von außen auf beide Teilprofile aufgebrachten Klebstoffschicht zum Fixieren
des Ladungsträgers an der Sprengstelle, verwendet werden. Letztlich ist das Fixieren
der beiden Teile des Ladungsträgers ja nur so lange notwendig, bis der Ladungsträger
an der Sprengstelle befestigt ist, wenn die Sprengladung so konditioniert ist, dass
der Detonationsdruck gegen die Sprengstelle gerichtet ist.
[0026] Die Teilprofile weisen bevorzugt an ihren freien Enden einen abgewinkelten Bereich
auf, der insbesondere rechtwinklig abgewinkelt ist. Hierdurch ergibt sich eine "C"-förmige
Grundstruktur, die beispielsweise um die Scharniere einer Tür gelegt werden kann,
um die Tür nicht schlossseitig, sondern scharnierseitig zu öffnen. Die Größe des Ladungsträgers
hängt vom gewünschten Anwendungsfall ab. Zum Öffnen der Tür wird der abgewinkelte
Bereich der Teilprofile, der ebenfalls längenverstellbar ausgebildet sein kann, eine
Länge zwischen 100 mm und 200 mm aufweisen.
[0027] Der Bereich zwischen den beiden abgewinkelten Bereichen ist bei der oben beschriebenen
Ausgestaltung in der Länge verstellbar, wobei hier zum Beispiel ein möglicher Verstellweg
zwischen 100 mm und 300 mm vorteilhaft sein kann. Dies ermöglicht es, den Ladungsträger
an die Position und die Art des Türscharnieren anzupassen, so dass die Detonation
für eine Zerstörung der Tür rund um den metallischen Teil des Scharniers sorgen kann.
Sollen andere Anwendungen umgesetzt werden, kommen natürlich auch andere Dimensionen
in Betracht. Ferner ist es natürlich möglich, dem Benutzer eine Mehrzahl unterschiedlich
großer Ladungsträger zur Verfügung zu stellen, so dass auf eine Verstellbarkeit verzichtet
werden kann.
[0028] In den "C"-förmigen Ladungsträger werden die oben beschriebenen Stapel von Dämmmaterialien
und Sprengstoff eingelegt. Insoweit unterscheidet sich dieser Ladungsträger nicht
von dem dosenartigen oder zylindrischen Ladungsträger. Beide Formen der Ladungsträger
weisen bevorzugt eine adhäsive Unterseite auf, so dass der Ladungsträger jeweils möglichst
geräuschlos sowie schnell und einfach an der Sprengstelle befestigt werden kann. Diese
adhäsive Unterseite kann durch die Verwendung von doppelseitigem Klebeband realisiert
werden.
[0029] Sobald der Ladungsträger in der gewünschten Form und räumlichen Ausdehnung aufgebaut
und befüllt ist, kann bei einer bevorzugten Anwendung die Sprengkapsel in den Ladungsträger
eingeführt werden, wobei die Sprengkapsel von einem Sprengkapselhalter nachfolgend
gehalten ist. Die Sprengkapsel erstreckt sich in den Sprengstoff hinein und kann über
eine Zündleitung oder auch eine Zündfunkenerzeugende, insbesondere ferngesteuerte
Vorrichtung zum Zünden des Sprengstoffs aktiviert werden. Beispiele einer Zündmöglichkeit
sind eine Anzündschnur, eine Sprengschnur, funkferngesteuerte Zündungen ein als Schocktube
bezeichnetes Zündschlauchsystem mit einer Momentzündung ohne zeitlichen Versatz zur
Initiierung.
[0030] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen.
[0031] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße, als Sprengzylinder ausgebildete Sprengladung in dreidimensionaler
Darstellung,
- Fig. 2
- die in Figur 1 dargestellte Sprengladung in einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Sprengladung in einer Ansicht von oben,
- Fig. 4
- die in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Sprengladung in einer Schnittansicht,
- Fig. 5
- eine Variante der in Figur 3 dargestellten Sprengladung mit einer dickeren Schicht
von Sprengstoff in einer Seitenansicht,
- Fig. 6
- eine Variante der in Figur 3 dargestellten Sprengladung mit einer nochmals dickeren
Schicht von Sprengstoff in einer Seitenansicht,
- Fig. 7
- eine weitere Variante der in Figur 3 dargestellten Sprengladung ohne expositionsseitige
Dämmung in einer Seitenansicht,
- Fig. 8
- eine Sprengladung mit einem aus Hohlprofilen bestehenden, höhenverstellbaren Ladungsträger
in einer Seitenansicht,
- Fig. 9
- die in Figur 8 dargestellte Sprengladung mit auseinandergezogenem Ladungsträger,
- Fig. 10
- den Schnitt A-A aus Figur 9,
- Fig. 11
- die in Figur 8 dargestellte Sprengladung in einer dreidimensionalen Darstellung,
- Fig. 12
- die in Figur 9 in der ausgezogenen Stellung dargestellte Sprengladung in einer dreidimensionalen
Darstellung,
- Fig. 13
- die in Figur 9 dargestellte Sprengladung in einer Seitenansicht und
- Fig. 14
- die in Figur 8 dargestellte Sprengladung in einer Seitenansicht.
[0032] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße, hier als Sprengzylinder ausgebildete Sprengladung
dargestellt. Die Sprengladung weist einen zylindrischen, dosenartigen Grundkörper
mit einer ebenen Unterseite als Ladungsträger 1 auf. Auf dem Grundkörper ist ein Ladungsträgerdeckel
2 befestigt, der durch Verdrehung des Ladungsträgerdeckels 2 bis zum Erreichen einer
Vorspannung der Elemente in der Sprengkapsel 6 ein Verschieben in Richtung der Längsachse,
also der bestimmungsgemäßen Expositionsrichtung, verhindert, damit der Detonationsdruck
aufgebaut werden kann.
[0033] Im oberen Bereich des Ladungsträgerdeckels 2 ist ein Sprengkapselhalter 4 vorgesehen,
in den eine Sprengkapsel 6 eingesteckt ist. Diese weist eine elektrische Zündleitung
8 auf, über die die Zündenergie in den im Innenraum des Ladungsträgers 1 angeordneten
Sprengstoff 3 übertragen wird. Alternativ kann zum Beispiel auch ein Zündschlauchsystem
genutzt werden.
[0034] Figur 2 zeigt den Sprengzylinder in einer Seitenansicht. Figur 3 wiederum zeigt eine
Ansicht von oben. Die dargestellte Geometrie ist hier als beispielhaft zu verstehen,
es können auch andere Geometrien, insbesondere des Ladungsträgerdeckels 2 vorgesehen
sein, wobei dies letztlich vom Anwendungsfall und der gewünschten Fokussierung des
Detonationsdrucks abhängig sein wird. So kann beispielsweise der Ladungsträgerdeckel
2 auch eine nach außen gewölbte Oberfläche aufweisen, so dass es zum Beispiel möglich
ist, im Mittelbereich des Ladungsträgers 1 eine größere Menge Sprengstoff 3 anzuordnen
als in den äußeren Randbereichen.
[0035] Die Figuren 4, 5 und 6 zeigen den in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ladungsträger
1 in einer Schnittansicht. Zu erkennen ist, dass sich die Sprengkapsel 6 bis zur Schicht
des Sprengstoffs 3 erstreckt. Die Sprengkapsel 6 liegt bündig auf dem Sprengstoff
3 auf und erstreckt sich nicht in den Sprengstoff 3, um eine Gefahr einer Splitterbildung
in horizontaler Richtung zu vermeiden. Die Auflage muss bündig sein. Um die Übertragung
der Detonationswelle sicherzustellen.
[0036] Oberhalb der Schicht des Sprengstoffs 3 ist eine Abdeckdämmung 7 vorgesehen. Dies
ist eine vergleichsweise dicke Schicht aus einem Dämmmaterial, die beispielsweise
eine Dicke zwischen 10 mm und 50 mm, bevorzugt von 25 mm aufweisen kann. Die Dicke
dieser Abdeckdämmung 7 hängt letztlich vom Material des Ladungsträgers 1 und dem Einsatzzweck
der Sprengladung ab. Der Ladungsträgerdeckel 2 ist hier über eine Dosenverschraubung
9 realisiert. Die Dosenverschraubung 9 ist eine Gewindepaarung, die von einem Außengewinde
an der Außenseite des dosenartigen unteren Teils des Ladungsträgers 1 und einem Innengewinde
an der den dosenartigen oberen Teil überragenden Innenseite des Ladungsträgerdeckels
2 gebildet ist.
[0037] Unterhalb der Schicht von Sprengstoff 3 ist eine im Vergleich zur Abdeckdämmung 7
deutlich dünnere Schicht einer expositionsseitigen Dämmung 5 vorgesehen. Diese liegt
auf dem Boden des dosenartigen unteren Teils des Ladungsträgers 1 auf. Die expositionsseitige
Dämmung 5 und die Abdeckdämmung 7 können von dem gleichen Material gebildet sein,
es können aber auch unterschiedliche Materialien verwendet werden. Da diese Bereiche
zum einen aufgrund der Detonation des Sprengstoffs 3 wegfliegen werden, sollten sie
aus einem Material gefertigt sein, das keine scharfen Splitter oder schrotähnliche
Geschosse bildet. Infrage kommen hier elastische Kunststoff- oder Naturgummipartikel
als Granulat.
[0038] Das Granulat zur Bildung der Abdeckdämmung 7 und der expositionsseitigen Dämmung
5 kann lose vorliegen, also in den dosenartigen Unterteil des Ladungsträgers 1 hinein
gerieselt sein, oder auch über ein Matrixmaterial zu einer Lage mehr oder weniger
fest gebunden sein. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind alle Schichten bzw.
Lagen des Stapels aus Abdeckdämmung 7, Sprengstoff 3 und expositionsseitiger Dämmung
5 als ebene Schichten mit jeweils konstanter Dicke ausgebildet, die sich über den
gesamten Querschnitt des dosenartigen Unterteils des Ladungsträgers 1 erstrecken.
Dies ist nicht immer notwendig, andere Ausgestaltungen der Erfindung verwenden zum
Beispiel eine Lage von Sprengstoff 3, die auch seitlich von Dämmmaterial umgeben ist.
Auch die ebene Ausbildung ist, wie oben bereits erwähnt, nicht bei allen möglichen
Ausgestaltungen gegeben.
[0039] Ferner ist der oben beschriebene Aufbau, insbesondere die Reihenfolge von Abdeckdämmung
7, Sprengstoff 3 und expositionsseitiger Dämmung 5 nicht immer notwendig bzw. vorteilhaft.
So kann es zum Beispiel zum Erzeugen einer schiebenden Wirkung vorteilhaft sein, die
Reihenfolge wie oben beschrieben und in den Figuren 4 bis 6 dargestellt, zu verwenden.
[0040] Soll dagegen eine eher sprengende Wirkung erzeugt werden, kann auf eine expositionsseitige
Dämmung 5 auch verzichtet werden. In diesem Fall wird die Schicht aus Sprengstoff
3 unmittelbar auf den Boden des Ladungsträgers 1 aufgelegt. Um das Innenvolumen des
Ladungsträgers 1 dennoch vollständig zu füllen und störende Hohlräume zu vermeiden,
kann die in den Figuren dargestellte expositionsseitige Dämmung 5 dann zusammen mit
der Abdeckdämmung 7 oberhalb des Sprengstoffs 3 positioniert werden. Damit vor Ort
der gewünschte Aufbau umgesetzt werden kann, ist bevorzugt das Dämmmaterial als feste
Schicht ausgebildet, so dass vor Ort die gewünschte Reihenfolge gewählt werden kann.
[0041] Letztlich erlaubt die oben beschriebene Ausgestaltung mit einem festen Dämmmaterial
und einer beliebigen Anordnung des Dämmmaterials, oberhalb- oder unterhalb des Sprengstoffs
3, den Aufbau eines Baukastensystems. Dieser Baukasten kann auch unterschiedliche
Dicken von Schichten oder Lagen zum Aufbau der expositionsseitigen Dämmung 5 oder
der Abdeckdämmung 7 umfassen. Auch unterschiedliche Dicken des Sprengstoffs 3 oder
unterschiedliche Arten von Sprengstoff 3 können vorgesehen sein.
[0042] Die Figuren 4 bis 6 zeigen drei beispielhafte Dicken der Schicht des Sprengstoffs
3. In Figur 4 ist beispielsweise eine Dicke von 1 mm gezeigt. Figur 5 dagegen verwendet
eine Dicke von 2 mm, wogegen in Figur 6 eine Dicke von 6 mm dargestellt ist. Diese
Dicken sind jeweils als ein mögliches Beispiel zu verstehen, das sich jeweils für
verschiedene Anwendungszwecke als besonders vorteilhaft herausgestellt hat.
[0043] Der Sprengstoff 3 kann folienartig in der gewünschten Dicke bereitgestellt werden.
Es ist natürlich auch möglich, mehrere Schichten aus Folien einer Standarddicke scheibenweise
übereinander zu stapeln. Ferner kann der Sprengstoff 3 auch als formbares Material
bereitgestellt werden, so dass der Anwender vor Ort die gewünschte Dicke herstellen
kann. Schließlich können auch Sprengstoffschnüre, zum Beispiel schneckenartig um die
zentrale Achse des zylindrischen Ladungsträgers 1 herumgewickelt, Verwendung finden.
[0044] In Figur 7 ist eine weitere Variante der Sprengladung dargestellt. Im Gegensatz zu
der Sprengladung aus den Figuren 5 und 6 wurde hier auf eine expositionsseitige Dämmung
5 verzichtet. Der Sprengstoff 3 befindet sich also unmittelbar am Boden des dosenartigen
Ladungsträgers 1. Durch die Wahl der Dicke der expositionsseitigen Dämmung 5 bzw.
durch den Verzicht auf eine solche expositionsseitige Dämmung 5 kann eingestellt werden,
ob die Sprengladung eine eher schiebende Wirkung oder eine eher sprengende Wirkung
besitzt. Figur 7 zeigt die Variante mit der maximalen Sprengwirkung.
[0045] In den Figuren 8 bis 14 ist eine andere, bevorzugte Ausgestaltung der Sprengladung
dargestellt. Die hier dargestellte Sprengladung weist im Wesentlichen eine "C"-förmige
Grundstruktur auf. "C"-förmig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass einseitig kein
Gehäuse oder Sprengstoff 3 vorhanden ist. Die Grundform kann gerundet oder, wie hier
dargestellt, eckig ausgebildet sein. Diese Ausgestaltung der Erfindung kann zum Beispiel
zum Zerstören einer Tür im Bereich der Scharniere verwendet werden, um die Tür zu
öffnen. Dies kann notwendig werden, wenn aufgrund der Konstruktion des Schlosses oder
aufgrund sonstiger lokaler Begebenheiten eine Öffnung des Schlosses nicht praktikabel
erscheint.
[0046] Damit die oben genannte "C"-förmig ausgebildete Sprengladung effektiv um die Verankerung
des metallischen Bereichs der Scharniere im Türblatt von außen angelegt werden kann,
ist die dargestellte Variante in der Höhe verstellbar. Die Pfeilrichtungen in den
Figuren 9, 11,13 und 14 zeigen dies an.
[0047] Zur Realisierung der Verstellbarkeit ist das Gehäuse der Sprengladung von einem oberen
Ladungsträger 10 und einem unteren Ladungsträger 12 gebildet, die beide ein hohlprofilartiges
Gehäuse aufweisen und so ausgebildet sind, dass der obere Ladungsträger 10 in den
unteren Ladungsträger 12 mit gewünschter Einstecktiefe einführbar ist. Hierdurch ergibt
sich eine Längenverstellbarkeit des Längsbereiches der Sprengladung, die über Rastverbindungen
oder Sicherungsstifte festlegbar ist. Alternativ kann dies auch über eine Klebstoffschicht
auf der Rückseite erfolgen, da die Verbindung nach Aufkleben der Sprengladung auf
die Sprengstelle nicht mehr gesichert werden muss.
[0048] Die Figuren 8 und 11 zeigen die Sprengladung gemäß dieser weiteren Ausgestaltung
der Erfindung in maximal zusammengestecktem Zustand. Diese Sprengladung weist einen
oberen Ladungsträger 10 und einen unteren Ladungsträger 12 auf. Die beiden Ladungsträger
10, 12 sind hier von Hohlprofilen mit rechteckigem Querschnitt und ebener Unterseite
gebildet. Die Profile weisen einen abnehmbaren Deckel, jeweils in Form eines oberen
Ladungsträgerdeckels 11 und eines unteren Ladungsträgerdeckels 13 auf, die auf das
im Querschnitt "C"- oder "U"-förmige Grundprofil zum Verschließen aufsetzbar bzw.
in der dargestellten Position aufgesetzt sind. Diese Profile ähneln im Grundsatz kleinen
Kabelkanälen.
[0049] In dem Überlappungsbereich, in dem der obere Ladungsträger 10 und der untere Ladungsträger
12 ineinandergesteckt sind, ist eine Vorrichtung vorgesehen, die die Längsverschiebbarkeit
der Profile aufhebt. Besonders vorteilhaft ist es, wenn diese Vorrichtung, wie im
gezeigten Ausführungsbeispiel, von der eingesteckten Sprengkapsel 6 gebildet ist.
Hierzu weisen beide Profile, was insbesondere in Figur 12 oder Figur 13 erkennbar
ist, jeweils Durchgangsöffnungen auf, die beim Zusammenstecken übereinander liegen.
Durch Einstecken der Sprengkapsel 6 in eine Paarung dieser übereinander liegenden
Durchgangslöcher ist dann die Verschiebbarkeit aufgehoben. Alternativ zu dieser Lösung
können natürlich auch klassische Rastmittel oder Sicherungssplinte vorgesehen werden.
[0050] Die Profile des oberen Ladungsträgers 10 und des unteren Ladungsträgers 12 sind im
oberen Bereich um 90° abgewinkelt. Hierdurch ergibt sich die in Figur 8 und Figur
9 bzw. in Figur 11 oder 12 dargestellte "C"-förmige Grundstruktur. Diese lässt sich
zum Beispiel oberhalb des Bereiches der Umgebung der Scharniere eines Türblattes befestigen,
so dass die Sprengkraft durch das Auslösen der Detonation das Türblatt von den Scharnieren
trennt.
[0051] Figur 10 zeigt den Schnitt A-A aus Figur 9. Zu erkennen ist, dass die Sprengkapsel
6 die Paarung aus Durchgangsöffnungen durchdringt und in den Innenraum des Ladungsträgers
10,12 hineinragt, um dort in anliegendem Kontakt mit dem Sprengstoff 3 zu stehen.
Nach Zusammensetzung des oberen Ladungsträgers 10 und des unteren Ladungsträgers 12
entsteht beim dargestellten Ausführungsbeispiel ein umlaufender Kanal, in dem ein
Paket aus Dämmmaterial und Sprengstoff 3 angeordnet wird. Insoweit unterscheidet sich
die dargestellte Ausführungsform gemäß der Figuren 8 bis 14 nicht von der Ausgestaltung
nach den Figuren 1 bis 7.
[0052] Alternative Ausgestaltungen der Erfindung können auch verstellbare Ladungsträger
10 oder 12 umfassen, bei denen auch die freien Enden längenverstellbar sind oder zum
Beispiel der obere, abgewinkelte Abschnitt jeweils im Winkel einstellbar ist. Hierzu
können bekannte Scharniere vorgesehen sein. Bei dieser Ausgestaltung können die abgewinkelten
Abschnitte und die längsverlaufenden Abschnitte der Ladungsträger 10 und 12 jeweils
voneinander getrennte Kavitäten aufweisen, so dass der Bereich des Gelenks nicht durch
den Explosionsdruck belastet ist. Hier werden dann bevorzugt mehrere, insbesondere
zündtechnisch miteinander gekoppelte Sprengkapseln 6 verwendet.
[0053] Alternativ kann natürlich auch das Paket aus expositionsseitiger Dämmung 5 und Sprengstoff
3 in einem elastischen, aber Druck-resistenten Schlauch vorgefertigt angeboten werden,
so dass dieser Schlauch nach Einstellen der Winkel in den offenen Kanal eingelegt
werden kann.
[0054] Die erfindungsgemäßen Sprengladungen weisen bei bevorzugten Anwendungen eine maximale
Größe von etwa 100 mm bis 300 mm auf. Sie werden zum punktuellen oder kleinflächigen
Einwirken der Sprengkraft für eine lokale Zerstörung der Sprengstelle verwendet. Allerdings
ist die Erfindung auf diese lokale Anwendung nicht beschränkt, auch größere Sprengladungen
sind grundsätzlich möglich.
Bezugszeichenliste:
[0055]
- 1
- Ladungsträger (Dose)
- 2
- Ladungsträgerdeckel
- 3
- Sprengstoff
- 4
- Sprengkapselhalter
- 5
- Expositionsseitige Dämmung
- 6
- Sprengkapsel
- 7
- Abdeckdämmung
- 8
- Zündleitung
- 9
- Dosenverschraubung
- 10
- oberer Ladungsträger (Sprengkanal)
- 11
- oberer Ladungsträgerdeckel
- 12
- unterer Ladungsträger
- 13
- unterer Ladungsträgerdeckel
1. Sprengladung zur Befestigung an einer Sprengstelle, mit einem Ladungsträger (1, 10,
12), Sprengstoff (3), einer in den Sprengstoff (3) zum Zünden des Sprengstoffs (3)
einsetzbaren Sprengkapsel (6) und Dämmmitteln zum Dämmen des Sprengstoffs (3),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Ladungsträger (1, 10, 12) von einem Aufnahmebehälter gebildet ist, der über einen
Ladungsträgerdeckel (2, 11, 13) unter Einkapselung des in dem Aufnahmebehälter angeordneten
Sprengstoffs (3) und der Dämmmittel verschließbar ist, wobei die Sprengkapsel (6)
in den Ladungsträger (1, 10, 12) einsteckbar ist und sich nach Einstecken in den Ladungsträger
(1, 10, 12) in den Sprengstoff (3) erstreckt und im Aufnahmebehälter eine dem zu sprengenden
Gegenstand zugewandte, elastische Lage als expositionsseitige Dämmung (5), auf der
expositionsseitigen Dämmung (5) eine Lage des Sprengstoffs (3) und auf dem Sprengstoff
(3) eine Lage als Abdeckdämmung (7) angeordnet ist.
2. Sprengladung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die expositionsseitige Dämmung (5) und/oder die Abdeckdämmung (7) ein gummielastisches
Material aufweisen, insbesondere vollständig aus gummielastischem Material bestehen.
3. Sprengladung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die expositionsseitige Dämmung (5) und/oder die Abdeckdämmung (7) auf Kautschukgranulat
bestehen, das als loses Granulat in den Aufnahmebehälter eingerieselt ist oder über
ein klebendes Matrixmaterial zu einer zusammenhängenden Schicht gebunden ist oder
mittels einer Druck-/Wärmebehandlung zusammengefügt ist.
4. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsträger (1, 10, 12) eine Kunststoffwandung aus einem schlagzähen, nicht
splitternden Kunststoff, insbesondere aus Polypropylen (PP), Polyamid (PE) oder Acryl-Butadien-Styrol
(ABS), aufweist.
5. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsträgerdeckel (2, 11, 13) wieder lösbar über ein Gewinde oder eine Rastverbindung
oder fest verriegelnd auf einen unteren Teil des Ladungsträgers (1, 10, 12) aufsetzbar
ist.
6. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten expositionsseitige Dämmung (5), Sprengstoff (3) und Abdeckdämmung (7)
formstabile Schichten sind, die lose in den Ladungsträger (1, 10, 12) eingelegt sind,
wobei der Aufnahmebehälter und die Schichten expositionsseitige Dämmung (5), Sprengstoff
(3) und Abdeckdämmung (7) derart ausgebildet sind, dass die Schichten in beliebiger
Reihenfolge in den Aufnahmebehälter einlegbar sind.
7. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmebehälter und der Ladungsträgerdeckel (2, 11, 13) derart ausgebildet und
miteinander verbindbar sind, dass zum Ausgleich unterschiedlicher Höhen des Verbundes
aus den Schichten expositionsseitige Dämmung (5), Sprengstoff (3) und Abdeckdämmung
(7) die Höhe des Innenvolumens des Aufnahmebehälters bei spielfreiem Halt des Verbundes
im Aufnahmebehälter der Ladungsträgerdeckel (2, 11, 13) in unterschiedlichen Höhen
relativ zum unteren Teil des Aufnahmebehälters befestigbar ist, die sich um zumindest
1mm, bevorzugt um bis zu 5mm und weiter bevorzugt um bis zu 10 mm voneinander unterscheiden.
8. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der einheitlich dicken Schicht von Sprengstoff (3) zwischen 1 mm und 15
mm, bevorzugt weniger als 10 mm und besonders bevorzugt 5 mm, zwischen 2 mm und 3
mm oder 1 mm beträgt.
9. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsträger (1) eine Dose mit insbesondere runden, elliptischen oder rechteckigen
Querschnitt und Außengewinde ist, auf die der der Ladungsträgerdeckel (2) aufgeschraubt
ist, wobei der größte Durchmesser der Dose bevorzugt kleiner als 150 mm, besonders
bevorzugt kleiner als 80 mm ist und/oder die expositionsseitige Dämmung (5) von einer
Dämmschicht mit einer einheitlichen Dicke zwischen 3 mm und 15 mm, bevorzugt zwischen
5 mm und 10 mm und besonders bevorzugt 6 mm gebildet ist.
10. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckdämmung (7) von einer Dämmschicht mit einer einheitlichen Dicke von mehr
als 10 mm, bevorzugt von mehr als 20 mm und besonders von 25 mm gebildet ist.
11. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsträger (10, 12) zur Bildung einer Längenverstellbarkeit von zumindest
zwei, unter Belassung eines Spiels ineinander gesteckten und längs zueinander verschiebbaren,
einen oberen Ladungsträger (10) und einen unteren Ladungsträger (12) bildenden Hohlprofilen
gebildet ist, die an ihren freien Enden seitlich durch Verschlussmittel verschlossen
sind.
12. Sprengladung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlprofile des oberen Ladungsträgers (10) und des unteren Ladungsträgers (12)
einen U-förmigen Grundkörper und einen oberen Ladungsträgerdeckel (11) bzw. einen
unteren Ladungsträgerdeckel (13) aufweisen, der jeweils rastend oder über Schraubverbindungen
mit dem jeweiligen Hohlprofil verbunden ist.
13. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlprofile des oberen Ladungsträgers (10) und des unteren Ladungsträgers (12)
einen in den jeweils anderen Ladungsträger (12 oder 10) eingesteckten Abschnitt und
an ihrem freien, dem eingesteckten Abschnitt gegenüberliegenden Ende einen um einen
Winkel, insbesondere um 90°, abgewinkelten Abschnitt aufweisen, wobei der eingesteckte
Abschnitt und der abgewickelte Abschnitt jeweils einen eigenen oder beide Abschnitte
einen gemeinsamen Hohlraum zur Aufnahme eines Stapels von Dämmmaterial und Sprengstoff
(3) aufweisen und die Länge des abgewinkelten Abschnitts weniger als 200 mm, bevorzugt
100 mm oder weniger, und die Länge des von den beiden eingeschränkten Abschnitten
gebildeten Mittelbereichs zwischen 300 mm und 100 mm, insbesondere zwischen 200 mm
und 100 mm durch entsprechend tiefes Ineinanderstecken der jeweiligen Abschnitte verstellbar
ist.
14. Sprengladung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsträger (1) im Bereich seiner Außenseite, über den der Ladungsträger (1)
mit der Sprengstelle adhäsiv verbunden werden soll, mit einer adhäsiven Schicht versehen
ist und der Sprengstoff (3) von einer Sprengfolie, formbarem Sprengstoff (3) oder
einer Sprengschnur gebildet ist, die bei geforderter einheitlicher Dicke der Schicht
von Sprengstoff (3) zu einer Schicht gewickelt oder anderweitig zusammengelegt wird.
15. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Bausatz folgendes umfasst:
- einen oder mehrere unterschiedlich geformte Ladungsträger (1, 10, 12) als Aufnahmegehäuse
mit einem Sprengkapselhalter (4) oder einer Aufnahme zum Halten eines einsteckbaren
Sprengkapselhalters (4),
- vor Ort formbaren oder vorgeformten Sprengstoff (3) in Form von Folie, formbarer
Sprengstoffmasse oder Sprengschnur,
- zumindest eine, in den Sprengkapselhalter (4) einsteckbare Sprengkapsel (6) zum
Einstecken in den Ladungsträger (1, 10, 12) mit einer Zündmöglichkeit, insbesondere
eine Zündleitung (8) oder eine fernbetätigbare, drahtlose Zündmöglichkeit,
- Dämmmaterial zum beidseitigen Dämmen des in den Ladungsträger (1, 10, 12) eingesetzten
Sprengstoffs (3) mittels der unteren, expositionsseitigen Dämmung (5) und der oberen
Abdeckdämmung (7),
wobei der Bausatz ferner:
- zumindest einen dosenförmigen Ladungsträger (1, 10, 12) zur Aufnahme eines Stapels
aus Sprengstoff (3) und Dämmmaterialschichten,
- formbaren oder vorgeformten Sprengstoff (3) in unterschiedlichen Dicken aufweist,
der wahlweise in den Ladungsträger (1, 10, 12) einlegbar ist und/oder der Sprengstoff
(3) in der gewünschten Dicke formbar ist und/oder der Sprengstoff (3) in der Form
an die Innenform des Ladungsträgers (1, 10, 12) angepasst ist, dass er in den Ladungsträger
(1, 10, 12) unter Belassung eines Spiels einlegbar ist und
- Dämmmaterial als rieselfähiges Granulat aus Kautschuk, Silikon, einem anderen, elastischen
Material oder aus einer Mischung dieser Materialien und/oder als vorgeformte Lagen
von Dämmmaterial aus Kautschuk, Silikon, einem anderen, elastischen Material oder
aus einer Mischung dieser Materialien mit unterschiedlichen Dicken zur Bildung der
unteren, expositionsseitigen Dämmung (5) und der oberen Abdeckdämmung (7) in der gewünschten
Dicke aufweist, wobei
- der Bausatz derart ausgebildet ist, dass zumindest ein im Bausatz enthaltener Ladungsträger
(1, 10, 12) nach Zusammenstellen eines Stapels aus expositionsseitigem Dämmmaterial
(5), Sprengstoff (3) und Abdeckdämmmaterial (7) derart verschließbar ist, dass der
Stapel den Innenraum des Ladungsträgers (1, 10, 12) in eine Expositionsrichtung, in
die die Sprengkraft bestimmungsgemäß wirken soll, mit Ausnahme eines Spiels von weniger
als 5 mm, bevorzugt weniger als 1 mm vollständig ausfüllt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung zur Befestigung an einer
Sprengstelle, wobei die Sprengladung
• einen von einem Aufnahmegehäuse gebildeten Ladungsträger (1, 10, 12) mit einem Sprengkapselhalter
(4) oder einer Aufnahme zum Halten eines einsteckbaren Sprengkapselhalters (4), das
über einen Ladungsträgerdeckel (2, 11, 13) unter Einkapselung des in dem Aufnahmebehälter
angeordneten Stapels aus Sprengstoff (3) und Dämmmaterialschichten verschließbar ist,
• Sprengstoff (3) und eine in den Sprengstoff (3) zum Zünden des Sprengstoffs (3)
einsetzbare Sprengkapsel (6) mit einer Zündmöglichkeit, die in den Ladungsträger (1,
10, 12) einsteckbar ist und sich nach Einstecken in den Ladungsträger (1, 10, 12)
in den Sprengstoff (3) erstreckt, und
• Dämmmaterialschichten zum beidseitigen Dämmen des in den Ladungsträger (1, 10, 12)
eingesetzten Sprengstoffs (3) mittels einer, dem zu sprengenden Gegenstand zugewandten
elastischen Lage gebildeten unteren, expositionsseitigen Dämmung (5) und einer auf
dem Sprengstoff (3) angeordneten Lage als obere Abdeckdämmung (7)
aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bausatz folgendes umfasst:
• unterschiedlich geformte Ladungsträger (1, 10, 12) von denen zumindest ein Ladungsträger
(1, 10, 12) ein dosenförmiger Ladungsträger (1, 10, 12) ist, wobei die Ladungsträger
(1, 10, 12) nach Zusammenstellen eines Stapels aus expositionsseitigem Dämmmaterial
(5), Sprengstoff (3) und Abdeckdämmmaterial (7) derart verschließbar sind, dass der
Stapel den Innenraum des Ladungsträgers (1, 10, 12) in eine Expositionsrichtung, in
die die Sprengkraft bestimmungsgemäß wirken soll, mit Ausnahme eines Spiels von weniger
als 5 mm, bevorzugt weniger als 1 mm vollständig ausfüllt,
• vor Ort formbaren oder vorgeformten Sprengstoff (3) in Form von Folie, formbarer
Sprengstoffmasse oder Sprengschnur in unterschiedlichen Dicken, der wahlweise in den
Ladungsträger (1, 10, 12) einlegbar ist und/oder in der gewünschten Dicke formbar
ist und/oder in der Form an die Innenform des Ladungsträgers (1, 10, 12) angepasst
ist, so dass er in den Ladungsträger (1, 10, 12) unter Belassung eines Spiels einlegbar
ist,
• zumindest eine Sprengkapsel (6) und
• Dämmmaterial zum beidseitigen Dämmen des in den Ladungsträger (1, 10, 12) eingesetzten
Sprengstoffs (3) mittels der unteren, expositionsseitigen Dämmung (5) und der oberen
Abdeckdämmung (7), das zur Bildung der unteren, expositionsseitigen Dämmung (5) und
der oberen Abdeckdämmung (7) in der gewünschten Dicke rieselfähiges Granulat aus Kautschuk,
Silikon, einem anderen, elastischen Material oder aus einer Mischung dieser Materialien
ist und/oder als vorgeformte Lage von Dämmmaterial aus Kautschuk, Silikon, einem anderen,
elastischen Material oder aus einer Mischung dieser Materialien mit unterschiedlichen
Dicken ausgebildet ist.
2. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung dadurch gekennzeichnet, dass die Sprengkapsel (6) einer Zündmöglichkeit in Form einer Zündleitung (8) oder einer
fernbetätigbaren, drahtlosen Zündmöglichkeit aufweist.
3. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die expositionsseitige Dämmung (5) und/oder die Abdeckdämmung (7) ein gummielastisches
Material aufweisen, insbesondere vollständig aus gummielastischem Material bestehen.
4. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach dem vorhergehenden
Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die expositionsseitige Dämmung (5) und/oder die Abdeckdämmung (7) auf Kautschukgranulat
bestehen, das als loses Granulat in den Aufnahmebehälter eingerieselt ist oder über
ein klebendes Matrixmaterial zu einer zusammenhängenden Schicht gebunden ist oder
mittels einer Druck-/Wärmebehandlung zusammengefügt ist.
5. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ladungsträger (1, 10, 12) enthalten ist, der eine Kunststoffwandung aus einem
schlagzähen, nicht splitternden Kunststoff, insbesondere aus Polypropylen (PP), Polyamid
(PE) oder Acryl-Butadien-Styrol (ABS), aufweist.
6. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ladungsträger (1, 10, 12) enthalten ist, dessen Ladungsträgerdeckel (2, 11, 13)
wieder lösbar über ein Gewinde oder eine Rastverbindung oder fest verriegelnd auf
einen unteren Teil des Ladungsträgers (1, 10, 12) aufsetzbar ist.
7. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten expositionsseitige Dämmung (5), Sprengstoff (3) und Abdeckdämmung (7)
formstabile Schichten sind, die lose in den Ladungsträger (1, 10, 12) eingelegt sind,
wobei der Aufnahmebehälter und die Schichten expositionsseitige Dämmung (5), Sprengstoff
(3) und Abdeckdämmung (7) derart ausgebildet sind, dass die Schichten in beliebiger
Reihenfolge in den Aufnahmebehälter einlegbar sind.
8. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmebehälter und der Ladungsträgerdeckel (2, 11, 13) derart ausgebildet und
miteinander verbindbar sind, dass zum Ausgleich unterschiedlicher Höhen des Verbundes
aus den Schichten expositionsseitige Dämmung (5), Sprengstoff (3) und Abdeckdämmung
(7) die Höhe des Innenvolumens des Aufnahmebehälters bei spielfreiem Halt des Verbundes
im Aufnahmebehälter der Ladungsträgerdeckel (2, 11, 13) in unterschiedlichen Höhen
relativ zum unteren Teil des Aufnahmebehälters befestigbar ist, die sich um zumindest
1mm, bevorzugt um bis zu 5mm und weiter bevorzugt um bis zu 10 mm voneinander unterscheiden.
9. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der einheitlich dicken Schicht von Sprengstoff (3) zwischen 1 mm und 15
mm, bevorzugt weniger als 10 mm und besonders bevorzugt 5 mm, zwischen 2 mm und 3
mm oder 1 mm beträgt.
10. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsträger (1) eine Dose mit insbesondere runden, elliptischen oder rechteckigen
Querschnitt und Außengewinde ist, auf die der der Ladungsträgerdeckel (2) aufgeschraubt
ist, wobei der größte Durchmesser der Dose bevorzugt kleiner als 150 mm, besonders
bevorzugt kleiner als 80 mm ist und/oder die expositionsseitige Dämmung (5) von einer
Dämmschicht mit einer einheitlichen Dicke zwischen 3 mm und 15 mm, bevorzugt zwischen
5 mm und 10 mm und besonders bevorzugt 6 mm gebildet ist.
11. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckdämmung (7) von einer Dämmschicht mit einer einheitlichen Dicke von mehr
als 10 mm, bevorzugt von mehr als 20 mm und besonders von 25 mm gebildet ist.
12. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsträger (10, 12) zur Bildung einer Längenverstellbarkeit von zumindest
zwei, unter Belassung eines Spiels ineinander gesteckten und längs zueinander verschiebbaren,
einen oberen Ladungsträger (10) und einen unteren Ladungsträger (12) bildenden Hohlprofilen
gebildet ist, die an ihren freien Enden seitlich durch Verschlussmittel verschlossen
sind.
13. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach dem vorhergehenden
Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlprofile des oberen Ladungsträgers (10) und des unteren Ladungsträgers (12)
einen U-förmigen Grundkörper und einen oberen Ladungsträgerdeckel (11) bzw. einen
unteren Ladungsträgerdeckel (13) aufweisen, der jeweils rastend oder über Schraubverbindungen
mit dem jeweiligen Hohlprofil verbunden ist.
14. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlprofile des oberen Ladungsträgers (10) und des unteren Ladungsträgers (12)
einen in den jeweils anderen Ladungsträger (12 oder 10) eingesteckten Abschnitt und
an ihrem freien, dem eingesteckten Abschnitt gegenüberliegenden Ende einen um einen
Winkel, insbesondere um 90°, abgewinkelten Abschnitt aufweisen, wobei der eingesteckte
Abschnitt und der abgewickelte Abschnitt jeweils einen eigenen oder beide Abschnitte
einen gemeinsamen Hohlraum zur Aufnahme eines Stapels von Dämmmaterial und Sprengstoff
(3) aufweisen und die Länge des abgewinkelten Abschnitts weniger als 200 mm, bevorzugt
100 mm oder weniger, und die Länge des von den beiden eingeschränkten Abschnitten
gebildeten Mittelbereichs zwischen 300 mm und 100 mm, insbesondere zwischen 200 mm
und 100 mm durch entsprechend tiefes Ineinanderstecken der jeweiligen Abschnitte verstellbar
ist.
15. Bausatz zum anwendungsoptimierten Aufbau einer Sprengladung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ladungsträger (1) im Bereich seiner Außenseite, über den der Ladungsträger (1)
mit der Sprengstelle adhäsiv verbunden werden soll, mit einer adhäsiven Schicht versehen
ist und der Sprengstoff (3) von einer Sprengfolie, formbarem Sprengstoff (3) oder
einer Sprengschnur gebildet ist, die bei geforderter einheitlicher Dicke der Schicht
von Sprengstoff (3) zu einer Schicht gewickelt oder anderweitig zusammengelegt wird.