[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrische Schaltvorrichtung mit einem Gehäuse, wobei
in dem Gehäuse eine Druckkammer ausgebildet ist, in welcher ein pyrotechnischer Auslöser
aufgenommenen ist, sowie eine dem pyrotechnischen Auslöser gegenüberliegend angeordnete
Kolbenanordnung. Die Druckkammer wird von einer Kolbenfläche der Kolbenanordnung in
dem Gehäuse begrenzt, wobei mittels einer Aktivierung des pyrotechnischen Auslösers
ein (impulsiver) Druck in der Druckkammer auf die Kolbenfläche einwirkt, sodass die
Kolbenanordnung mittels des Druckes verstellbar ist. Ferner umfasst die elektrische
Schaltvorrichtung ein Kontaktelement, wobei das Kontaktelement in dem Gehäuse in einer
Bereitschaftsposition gelagert ist und bei der Aktivierung des pyrotechnischen Auslösers
zusammen mit der Kolbenanordnung von der Bereitschaftsposition in eine Wirkposition
(bzw. einem Schaltzustand der Schaltvorrichtung) überführbar ist.
[0002] In der
EP 2034503 B1 ist eine Schaltvorrichtungsanordnung offenbart, welche eine Kurzschlossvorrichtung
mit einem beweglichen Kontaktstück aufweist, dass mittels einer Treibladung auf ein
festes Kontaktstück verstellt werden kann. Das bewegliche Kontaktstück ist mit einer
Kolben-Zylinder-Anordnung verbunden, die mittels eines durch die Treibladung erzeugten
Druckes verstellbar ist. Zwischen dem festen Kontaktstück und dem Kolben ist eine
Abdeckung mit einer Membran angeordnet, die eine Sollbruchlinie aufweist und durch
das bewegliche Kontaktstück bei der Beaufschlagung des Druckes durchdrungen werden
kann.
[0003] Nachteilig bei derartigen Schaltvorrichtungen aus dem Stand der Technik ist, dass
diese aufgrund längerer Lagerzeiten der Komponenten hinsichtlich der Eigenschaften
der pyrotechnischen Auslöser, sowie aber auch hinsichtlich gewissen Toleranzbereichen
und abweichenden Materialeigenschaften der Komponenten, bezüglich der -mittels der
Aktivierung des pyrotechnischen Auslösers - veranlassten Stellbewegung unterschiedliche
Druckverhältnisse, sowie unterschiedliche Widerstände entgegen dieser Stellbewegung
aufweisen, wodurch eine Verlässlichkeit der Schaltvorrichtungen nicht immer optimal
gegeben ist.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, die Nachteile des Standes der Technik
zu überwinden und eine Schaltvorrichtung zur Verfügung zu stellen, mittels derer ein
Benutzer in der Lage ist, eine verbesserte, prozesssichere Stellbewegung des zusammen
mit der Kolbenanordnung verstellbaren Kontaktelementes zu gewährleisten.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine elektrische Schaltvorrichtung gemäß den Ansprüchen
gelöst.
[0006] Die erfindungsgemäße elektrische Schaltvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass
die Kolbenanordnung zumindest einen Vorsprung aufweist und sich der Vorsprung von
der Kolbenfläche in Richtung des pyrotechnisches Auslösers erstreckt und eine, dem
pyrotechnischen Auslöser zugewandte Wirkfläche aufweist, wobei der Vorsprung zur (direkten)
Aufnahme eines ersten Druckimpulses an der Wirkfläche bei der Aktivierung des pyrotechnischen
Auslösers, und zur Übertragung des ersten Druckimpulses auf das Kontaktelement vorgesehen
ist.
[0007] Die Wirkfläche des Vorsprunges ist dabei dem Auslöser wesentlich näher angeordnet
als der Kolbenfläche.
[0008] Der gesamte, aufzubauende Druck in der Druckkammer wird dabei von der projizierten
Oberfläche der Kolbenanordnung begrenzt. Ein Teil der projizierten Oberfläche wird
dabei durch die Wirkfläche gebildet, welcher zur Aufnahme des ersten Druckimpulses
vorgesehen ist und eine weiterer Teil der projizierten Oberfläche wird durch die gegenüber
der Wirkfläche tiefer liegende Kolbenfläche gebildet.
[0009] Mittels der erfindungsgemäßen Ausbildung ist es möglich, den ersten Druckimpuls,
welcher direkt bei der Zündung des pyrotechnischen Auslösers entsteht, nämlich bereits
vor einem Wirken des Druckes innerhalb der Druckkammer auf die Kolbenfläche, direkt
an den Vorsprung zu übertragen, über welchen Vorsprung dieser erste Druckimpuls (über
die Kolbenanordnung) weiter auf das Kontaktelement übertragen wird, sodass das Kontaktelement
in einen ersten Bewegungszustand versetzt werden kann bzw. eine erste Betätigung erfährt.
Vorzugsweise ist dieser erste Bewegungszustand bzw. dieser Betätigungszustand entsprechend
der Stellbewegung, nämlich in Richtung der Wirkposition, orientiert. Mit anderen Worten
kann mittels der erfindungsgemäßen Maßnahme vorzugsweise eine (temporärere) Zwischenstellung
zwischen der Bereitschaftsposition und der Wirkposition, ab der Aktivierung des Auslösers,
ermöglicht werden.
[0010] Mittels dieser erfindungsgemäßen Funktion ist eine Art "Losbrechkraft" des Kontaktelements
(und gegebenenfalls der Kolbenanordnung) realisierbar, sodass das gesamte System in
weiterer Folge gegenüber des auf die Kolbenfläche wirkenden Druckes, sowie der damit
veranlassten Stellbewegung wesentlich weniger träge reagiert, bzw. einen wesentlich
geringeren Widerstand diesbezüglich aufweist.
[0011] Insbesondere, wenn das Kontaktelement und/oder die Kolbenanordnung mittels zusätzlicher
Sicherungselemente, z.B. in der Form von Stegen oder dergleichen, gegen ein unbeabsichtigtes
Lösen gesichert gelagert sind und diese Sicherungselemente dazu bestimmt sind, bei
einer beabsichtigten Überführung des Kontaktelementes in die Wirkposition, zerstört,
verformt bzw. weggedrückt zu werden, ist eine erfindungsgemäße Ausbildung besonders
vorteilhaft, indem der erste Druckimpuls dazu genutzt wird, diese Sicherungselemente
zu betätigen. Anstelle eines derartigen Sicherungselementes kann aber auch vorgesehen
sein, dass die Kolbenanordnung und/oder das Kontaktelement mit einem hohen Haftreibungswiderstand
oder dgl. in der Bereitschaftsposition gehalten wird. Beispielsweise kann an der Gehäuseinnenwand
gegenüber der Kolbenanordnung (bzw. dem Kontaktelement) bezüglich der Bereitschaftsposition
eine partielle Schicht mit höherer Haftreibung vorgesehen sein.
[0012] Ferner kann das Kontaktelement einstückig mit der Kolbenanordnung ausgebildet sein,
sodass eine jeweilige Verstellung des Kontaktelementes oder der Kolbenanordnung einer
Verstellung des jeweiligen anderen Elementes entspricht.
[0013] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Ausbildung besteht darin, dass die aufzuwendende
Druckkraft zur Verstellung der Kolbenanordnung selbst geringer "dimensioniert" sein
kann, da die erste Verstellung bzw. Betätigung mittels des Druckimpulses erfolgt,
und für die weitere Stellbewegung somit weniger Druck erforderlich ist, bzw. auch
ein größerer Spielraum für die Auswahl der Druckkraft ermöglicht ist.
[0014] Eine erfindungsgemäße Schaltvorrichtung kann zur Herstellung einer Verbindung in
Form eines Stromkreises bzw. eines Kurzschlusses oder dergleichen, aber auch zum Trennen
von elektrischen Verbindungen bzw. zum Unterbrechen von Stromkreisen verwendet werden.
Die erfindungsgemäße Ausbildung kann z.B. bei einer Trennung ebenfalls zur Aufbringung
einer ersten, impulsartigen Trennkraft auf die zu trennenden Elemente vorgesehen sein
und die weitere Druckeinwirkung zur Verformung/Verschiebung der zu trennenden Elemente.
[0015] In einer möglichen Ausbildung kann vorgesehen sein, dass der Vorsprung (in der Bereitschaftsposition)
den pyrotechnischen Auslöser mittels der Wirkfläche berührt, sodass der Vorsprung
direkt an den pyrotechnischen Auslöser anliegt. Mittels einer derartigen Ausgestaltung
ist eine besonders prozesssichere, direkte Übertragung des Druckimpulses ermöglicht.
[0016] Alternativ kann aber auch vorgesehen sein, dass die Wirkfläche des Vorsprungs (in
der Bereitschaftsposition) von dem pyrotechnischen Auslöser (zumindest geringfügig)
beabstandet ist. Vorteilhaft bei dieser Ausgestaltung ist, dass der Auslöser sich
bezüglich seiner Zerstörung besser ausbreiten kann und keinen baulichen Widerstand
(durch den Vorsprung) in diesem Bereich aufweist. So kann zumindest ein Luftspalt
zwischen dem Auslöser und der Wirkfläche vorgesehen sein, aber auch ein größerer Bereich.
[0017] Ferner kann vorgesehen sein, dass ein geringster Abstand zwischen dem pyrotechnischen
Auslöser und der Wirkfläche zwischen 0,1 mm und 10 mm, insbesondere 0,2 bis 5 mm,
beträgt.
[0018] Bezüglich der Anordnung des Vorsprunges kann bevorzugt vorgesehen sein, dass der
pyrotechnische Auslöser und die Wirkfläche des Vorsprunges entlang einer Stellrichtung
der Kolbenanordnung, bezüglich der Verstellung von der Bereitschaftsposition in die
Wirkposition, einander überlagernd angeordnet sind, um eine besonders prozesssichere
Übertragung des ersten Druckimpulses zu gewährleisten.
[0019] Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass eine Längsmittelachse des Vorsprunges und eine
Längsmittelsachse Kolbenanordnung konzentrisch zueinander angeordnet sind. So kann
eine besonders gleichmäßige Krafteinleitung bezüglich des ersten Druckimpulses auf
den Vorsprung in der Kolbenanordnung realisiert werden. Bevorzugt kann auch der pyrotechnische
Auslöser bezüglich der jeweiligen Längsmittelachsen konzentrisch ausgebildet/angeordnet
sein.
[0020] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Vorsprung einteilig
mit der Kolbenanordnung ausgebildet ist. Mittels einer derartigen Ausgestaltung ist
eine besonders prozesssichere Übertragung des ersten Druckimpulses, sowie Lagerung
des Vorsprunges ermöglicht.
[0021] Gemäß einer möglichen Ausbildung kann vorgesehen sein, dass die Wirkfläche des Vorsprunges
kleiner oder gleich einem Querschnitt des pyrotechnischen Auslösers ist. So kann der
erste Druckimpuls gezielt in einem kompakten Bereich bzw. Abschnitt weitergegeben
werden.
[0022] Eine mögliche Weiterbildung sieht vor, dass der Vorsprung in der Form eines Kegelstumpfes
ausgebildet ist, wobei eine Deckfläche des Kegelstumpfes mittels der Wirkfläche gebildet
ist. Eine kegelstumpfförmige Ausgestaltung weist den Vorteil auf, dass zum einen der
erste Druckimpuls kompakt und gezielt auf die Wirkfläche übertragen werden kann, über
die Achse der Kegelform weitgehend linear weitergeleitet werden kann und aufgrund
eines größer werdenden Querschnittes, bedingt durch die Kegelstumpfform, eine optimierte
Stabilität zur Aufnahme und Übertragung des Druckimpulses aufweist. Bevorzugt kann
dabei eine Grundfläche des Kegelstumpfes im Bereich der Kolbenfläche liegen, bzw.
den Verbindungsbereich zu der Kolbenanordnung ausbilden.
[0023] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass das Kontaktelement mittels zumindest
einem Sicherungselement in dem Gehäuse in der Bereitschaftsposition lösbar fixiert
ist, wobei das zumindest eine Sicherungselement mittels der Übertragung des ersten
Druckimpulses (bevorzugt durch das Kontaktelement) zerstört, verformt oder verschoben
wird, sodass eine Stellbewegung in die Wirkposition freigegeben wird. Wie eingangs
erwähnt kann mittels der erfindungsgemäßen Maßnahme ein derartiges Sicherungselement
besonders zuverlässig gelöst werden. Ein derartiges Sicherungselement kann in Form
von Stegen oder partiellen Halteelementen ausgebildet sein. In einer möglichen Ausführungsform
kann das Sicherungselement in Form einer tragenden (durchgängigen) Schicht innerhalb
des Gehäuses ausgebildet sein, welche bei der Aktivierung durchstoßen bzw. aufgetrennt
wird.
[0024] Gemäß einer möglichen Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass der Vorsprung gegenüber
der Kolbenanordnung von einer Ruheposition in eine Betätigungsposition verstellbar
gelagert ist und der Vorsprung mittels des ersten Druckimpulses in die Betätigungsposition
verstellbar ist, wobei bei der Verstellung in die Betätigungsposition der erste Druckimpuls
von dem Vorsprung auf das Kontaktelement übertragen wird. Mittels einer derartigen
Ausgestaltung ist es möglich, den ersten Druckimpuls lediglich auf das Kontaktelement
zu übertragen, ohne dabei den Widerstand der Kolbenanordnung gegenüber dem Geäuse
überwinden zu müssen.
[0025] Bevorzugt kann bezüglich der Anwendung einer erfindungsgemäßen elektrischen Schaltvorrichtung
vorgesehen sein, dass das Kontaktelement zur Herstellung einer elektrisch leitfähigen
Verbindung von zumindest zwei elektrisch leitfähigen Elementen vorgesehen ist, wobei
die elektrisch leitfähigen Elemente mittels des Kontaktelementes in der Wirkposition
miteinander verbunden sind.
[0026] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0027] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine elektrische Schaltvorrichtung in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 2
- die Schaltvorrichtung nach Fig. 1 in Explosionsansicht;
- Fig. 3
- die Schaltvorrichtung nach Fig. 1 im Längsschnitt;
- Fig. 4
- a) und b) Betriebszustände einer erfindungsgemäßen elektrischen Schaltvorrichtung;
- Fig. 5
- a) bis c) eine elektrische Schaltvorrichtung in Form einer Trennvorrichtung;
- Fig. 6
- a) und b) eine mögliche Ausführungsform des Vorsprunges;
- Fig. 7
- eine weitere Ausführungsform der Kolbenanordnung;
- Fig. 8
- eine mögliche Ausbildung eines Sicherungselementes der Schaltvorrichtung.
[0028] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[0029] In Fig. 1 ist und 2 eine mögliche Ausführung einer elektrischen Schaltvorrichtung
1 dargestellt, welche wie dargestellt, in Form einer Notfall-Schaltvorrichtung ausgebildet
sein kann und bereits die erfindungsgemäßen Merkmale aufweist.
[0030] Derartige elektrische Schaltvorrichtungen 1 weisen bevorzugt ein staub- und flüssigkeitsdichtes
Gehäuse 2 auf, welches aus einem Gehäuse-Oberteil 2a und einem Gehäuse-Unterteil 2b
bestehen kann. Die Gehäuseteile sind aus bevorzugt aus Isoliermaterial hergestellt,
vorzugsweise aus faserverstärktem Kunststoff mit hohem CTI-Wert, beispielsweise Polyamid
(PA), PPT(A) oder PPT.
[0031] Ferner können zumindest zwei elektrisch leitfähige Elemente 15 vorgesehen sein, welche
beispielsweise in Form von Kontaktfahnen ausgebildet sein und einander gegenüberliegend
angeordnet sein können. Diese elektrisch leitfähigen Elemente 15 können wie ebenfalls
dargestellt aus dem Gehäuse 2 mittels Kontaktierungsabschnitte hervorstehen und dienen
einer elektrischen Verbindung mit einem kurzzuschließenden oder zu erdenden Stromkreis
bzw. Verbraucher.
[0032] Die (elektrische bzw. signaltechnische) Ansteuerung zur Auslösung der Schaltvorrichtung
(bzw. des pyrotechnischen Auslösers 4) erfolgt bevorzugt über Steuerleitungen 18,
die abgedichtet in den Gehäuse-Oberteil 2a geführt sind. Die Gehäuseteile 2a, 2b können
wie dargestellt mittels Schrauben verbunden sein.
[0033] In der Explosionsdarstellung der Fig. 2 ist weiters eine Dichtung 20 dargestellt,
die zwischen dem Gehäuse-Oberteil 2a und dem Gehäuse-Unterteil 2b angeordnet sein
kann. Die außerhalb des Gehäuse-Unterteils 2b liegenden Kontaktierungsabschnitte setzen
sich im Inneren des Gehäuse-Unterteils 2b in Kontaktierungsflächen 19 fort, die vorzugsweise
parallel zur Längsachse des Gehäuses 2 orientiert sind und die gemeinsam mit den außenliegenden
Kontaktierungsabschnitte die elektrisch leitfähigen Elemente 15 bilden. Die Kontaktierungsflächen
19 sind voneinander beabstandet im Inneren des Gehäuse-Unterteils 2b fixiert, so dass
kein durchgehender Stromkreis gebildet ist. Als Material für die elektrisch leifähigen
Elemente 15 können bevorzugt Kupfer, Edelstahl oder Kombinationen davon verwendet
werden.
[0034] Das Schließen des Stromkreises zwischen den Kontaktierungsflächen 19 wird im Anlassfall
durch ein im Gehäuse-Oberteil 2a aufgenommenes, elektrisch leitendes Kontaktelement
7 bewerkstelligt, das z.B. aus einem Kupferwerkstoff höchster Leitfähigkeit angefertigt
sein kann, z.B. aus Cu-ETP. Das Kontaktelement 7 liegt im Normalbetrieb des Stromkreises
bzw. Verbrauchers ohne Kontakt mit den Kontaktierungsflächen 19 in einer Bereitschaftsposition
8, die etwa der in Fig. 3 dargestellten Lage entspricht und in der die elektrisch
leitfähigen Elemente 15 gegeneinander isoliert sind. Im Bedarfsfall (bzw. einem Notfall)
wird das Kontaktelement 7 in eine Wirkposition 9 verschoben und vorzugsweise selbsthemmend
in dieser Position gehalten, in der es die Kontaktierungsflächen 19 beider elektrisch
leitfähiger Elemente 15 kontaktiert und derart eine elektrisch leitende Verbindung
zwischen diesen Elementen 15 hergestellt ist.
[0035] Die Verschiebung des Kontaktelementes 7 von der Bereitschaftsposition 8 in die Wirkposition
9 wird durch den über die Steuerleitungen 18 auslösbare pyrotechnische Auslöser 4
bewirkt, der über die Kolbenanordnung 5 auf das Kontaktelement 7 einwirkt. Die Kolbenanordnung
5 ist in einer Ausnehmung des Gehäuses 2 verschiebbar bzw. verstellbar aufgenommen,
worin die Druckkammer 3 ausgebildet ist und durch die Kolbenfläche 6 innerhalb der
Ausnehmung des Gehäuses begrenzt wird. Vorzugsweise umfasst die Kolbenanordnung 5
einen Dichtring, wie dargestellt.
[0036] Durch den Gasdruck bei Zündung einer Treibladung in der Druckkammer 3 des Gehäuses
2 wird die Kolbenanordnung 5 auf das Kontaktelement 7 gedrückt und weiter zusammen
mit diesem auf die elektrisch leitfähigen Elemente 15 hin bewegt, bevorzugt auf die
Kontaktierungsflächen. Die Treibladung des pyrotechnischen Auslösers 4 kann im Gehäuse
2 durch Eingießen in dessen Material, durch Einkleben, od. dgl. fixiert sein. Bevorzugt
ist die Treibladung vorteilhafterweise inklusive der Anbindung der Steuerleitungen
18 mit einem anderen Material als jenem des Gehäuses 2 darin eingegossen. Weiters
kann das Kontaktelement 7 (unabhängig von der dargestellten Ausführungsform) einen
Bestandteil der Kolbenanordnung 5 ausbilden oder selbst als Kolben ausgebildet sei,
zumindest an seinem dem pyrotechnischen Auslöser 4 zugewandten Ende, und die Treibladung
wirkt unmittelbar darauf ein.
[0037] Um ein ungewolltes Kontaktieren der elektrisch leitfähigen Elementen 15 durch das
Kontaktelement 7 zu verhindern, kann zumindest ein Sicherungselement 14 in Form eines
Rückhalteteils oder dgl. im Inneren des Gehäuses 2 angeordnet sein, um das Kontaktelement
7 bei seiner Bewegung aus der Bereitschaftsposition 8 in die Wirkposition 9 zu hemmen,
bevorzugt entgegen einer Stellrichtung des Kontaktelementes orientiert. Dabei sind
die Abmessungen des Kontaktelementes 7 und des Sicherungselement 14 bevorzugt derart
gewählt, dass das Kontaktelementes 7 sicher von den leitfähigen Elementen 15 isoliert
bleibt.
[0038] Bis zu der beschriebenen Verschiebung des Kontaktelementes 7 aus der Bereitschaftsposition
in die Wirkposition hält das Sicherungselement 14 das Kontaktelement 7 in der Bereitschaftsposition
fixiert. Mittels eines erfindungsgemäßen Vorsprunges 10 kann auch diese Fixierung
durch Übertragung des ersten Druckimpulses (I) gelöst werden, indem das Sicherungselement
14 zerstört, verformt oder verschoben wird, sodass die weitere Verstellung des Kontaktelementes
7 in die Wirkposition mittels der Kolbenanordnung 5 durch den auf die Kolbenfläche
6 wirkenden Druck (P) ungehindert erfolgen kann.
[0039] Das Sicherungselement 14 ist vorzugsweise aus Isoliermaterial angefertigt, für eine
ausreichende mechanische Festigkeit zur Fixierung des Kontaktelementes 7 vorzugsweise
aus Kunststoff mit hohem CTI-Wert, aus Polyamid (PA), aus PPT(A) oder PTT, mit oder
ohne Faserverstärkung. Das zumindest eine Sicherungselement 14 kann als separates
Bauteil, oder aber auch als ein im Gehäuse 2 ausgeformter Steg oder dergleichen ausgebildet
sein.
[0040] Im Längsschnitt der Fig. 3 durch die beispielhaft schon in den Fig. 1 und 2 dargestellte
und oben beschriebene Ausführungsform der elektrischen Schaltvorrichtung 1 ist die
Anordnung der erwähnten Bauteile und Baugruppen in zusammengebautem, einsatzfähigem
Zustand gezeigt, speziell mit dem Kontaktelement 7 in der Bereitschaftsposition 8,
sowie gemäß einer bevorzugten Ausführungsform mit einem Sicherungselement 14 lösbar
fixiert, wobei mittels der Lösung dieser Fixierung eine Stellbewegung in die Wirkposition
freigegeben wird.
[0041] Hier ist auch zu erkennen, dass bevorzugt das dem Kontaktelement 7 entlang eines
geraden Weges, vorzugsweise entlang der hier vertikal liegenden Längsachse H des Gehäuses
2 verschoben werden kann. Gegebenenfalls kann diese Bewegung auch eine zusätzlich
Rotation um diese Achse umfassen, sodass eine schraubenförmige Bewegung realisiert
ist.
[0042] Es ist auch möglich, das Kontaktelement 7 um eine quer zu einer Verbindungslinie
der leitfähigen Elemente 15 liegende Achse zu verdrehen oder zu verschwenken oder
auf einer gekrümmten Bahn zu den Kontaktierungsflächen zu führen. Dazu kann das Kontaktelement
7 an einem Ende einer Zunge oder eines fest mit dem Gehäuse 2 verbundenen Hebel angebracht
oder aus-gebildet sein. Im Zuge der Verschwenkung oder jeglicher anderer Bewegung
aus der Bereitschaftsposition in die Wirkposition. Nach einer möglichen Ausführungsform
kann vorgesehen sein, dass das zumindest eine weitere elektrisch leitfähige Element
15 in der Bereitschaftsposition in zumindest einem vorbestimmbaren Winkelabstand der
Kontaktierungsfläche 6 des ersten elektrisch leitfähigen Elementes 15 in Rotationsrichtung
nachgeordnet ist.
[0043] In den Fig. 2 und 3 ist auch eine bevorzugte Ausführung des Kontaktelement 7 als
büchsenförmiger Bauteil, also als Hohlzylinder mit einer der Kolbenanordnung 5 zugewandten
Stirnfläche zu erkennen. Alternativ könnte das Kontaktelement 7 auch als Vollzylinder
ausgeführt sein. Die Kolbenanordnung 5 kann über einen Zapfen, der in einer Bohrung
in der Stirnfläche des Kontaktelement 7 eingesetzt und dort fixiert ist, mit dem Kontaktelement
7 verbunden sein.
[0044] Ein Sicherungselement 14 kann vorzugsweise in einem sich in Richtung des Kontaktelementes
7 erstreckenden Gehäusezapfen eingesetzt sein, wobei dies durch Einsetzen, Einkleben
oder Einpressen in eine Bohrung des Gehäusezapfens oder durch Eingießen bzw. einformen
erfolgen kann.
[0045] Wie dargestellt kann das Kontaktelement 7 bevorzugt Ausnehmungen 21 aufweisen, mittels
welcher Ausnehmungen 21 das Kontaktelement 7 in seiner Wirkposition 9 die innenliegenden
Abschnitte der elektrisch leitfähigen Elemente 15, vorzugsweise jeweils beidseitig,
eingreift und derart die elektrisch leitende Verbindung zwischen elektrisch leitfähigen
Elemente 15 herstellt.
[0046] Bevorzugt ist die lichte Weite der Ausnehmungen 21 geringer ist als die Dicke der
leitfähigen Elemente 15 im Bereich der Kontaktierungsflächen 19. Durch den dabei erfolgenden
Eingriff des Kontaktelementes 7 an den Kontaktierungsflächen der leitfähigen Elemente
15 wird auch eine Haltewirkung erreicht, die das Kontaktelementes 7 sicher in der
Wirkposition fixiert.
[0047] Wie ebenfalls ersichtlich kann das Sicherungselement 14 als stiftförmiges Element
mit einem verbreiterten Ende ausgebildet sein, mit welchem es am Kontaktelement 7
anliegt. Bevorzugt ist das Sicherungselement 14 zumindest in Bereitschaftsposition
8, im Bereich zwischen den elektrische leitfähigen Elementen 15 sowie dem Kontaktelement
7 angeordnet.
[0048] Die bei der Aktivierung zu lösende Fixierung durch das Sicherungselement 14 ist vorzugsweise
durch Stege gebildet, welche senkrecht zu einer Bewegungsrichtung des Kontaktelementes
7 angeordnet sind. Bevorzugt bilden die Stege direkte Auflageflächen für das Kontaktelement
7 aus. Zudem sind die Stege bevorzugt derart angeordnet, dass diese nicht in den Bereichen
der Ausnehmungen des Kontaktelementes 7, bzw. oberhalb der leitfähigen Elemente 15
angeordnet sind.
[0049] Im Zuge der Verschiebung des Kontaktelementes 7 in die Wirkposition 9 nach Aktivierung
des pyrotechnischen Auslösers 4 können, je nach konkreter Elastizität der Stege und
der mechanischen Festigkeit Sicherungselementes 14, die Stege elastisch verformt werden,
wobei diese dann an der Innenseite eines hohl ausgeführten Kontaktelementes 7 anliegen
und durch die Reibungskräfte eine Haltewirkung hervorrufen, die das Kontaktelement
7 in der Wirkposition hält. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass das Sicherungselement
14 zerstört wird, entweder zur Gänze zerbrochen oder durch Abbrechen der Stege.
[0050] Um eine korrekte Ausrichtung des Kontaktelementes 7 (und gegebenenfalls für das Sicherungselement
14) sicherzustellen, kann vorzugsweise eine Verdrehsicherung zwischen der Kolbenanordnung
5 bzw. Kontaktelement 7 und dem Gehäuse vorgesehen sein, etwa durch Führungsnuten
und -grate. Beispielsweise kann die Kolbenanordnung 5 axiale Führungselemente aufweisen,
wie in Fig. 2 ersichtlich ist.
[0051] Ferner kann vorgesehen sein, dass ein Widerstand integriert ist, um bei Schließen
der Verbindung zwischen den leitfähigen Elementen 15 durch das Kontaktelement 7 ein
zu rasches Entladen bzw. zu starke Strom- und/oder Spannungsspitzen und dadurch verursachte
Sekundärschäden zu verhindern.
[0052] Wie ferner aus Fig. 3 ersichtlich, kann bevorzugt vorgesehen sein, dass der der Vorsprung
10 in der Form eines Kegelstumpfes 13 ausgebildet ist, wobei eine Deckfläche des Kegelstumpfes
13 mittels der Wirkfläche 11 gebildet ist. Mittels der Grundfläche des Kegelstumpfes
kann dabei bevorzugt ein Übergang des Kegelstumpfes in die Kolbenanordnung ausgebildet
sein, bzw. kann der Kegelstumpf einteilig mit der Kolbenanordnung ausgebildet sein.
[0053] Weiters kann, unabhängig von der dargestellten Ausführungsform vorgesehen sein, dass
eine Längsmittelachse VL des Vorsprungs 10 (und der Wirkfläche) und eine Längsmittelsachse
K der Kolbenanordnung 5 konzentrisch zueinander angeordnet sind. Ferner kann auch
die Längsmittelachse H des Gehäuses, sowie auch die Achse AL des pyrotechnischen Auslösers
4 bevorzugt konzentrisch angeordnet sein. Zudem kann bevorzugt vorgesehen sein, dass
der pyrotechnische Auslöser 4 und die Wirkfläche 11 des Vorsprunges 10 entlang einer
Stellrichtung der Kolbenanordnung 5, bezüglich der Verstellung von der Bereitschaftsposition
8 in die Wirkposition 9, einander überlagernd angeordnet sind.
[0054] Wie eingangs erwähnt kann vorgesehen sein, dass der Vorsprung 10 in der Bereitschaftsposition
8 den pyrotechnischen Auslöser 4 mittels der Wirkfläche 11 berührt und somit zwischen
dem pyrotechnischen Auslöser 4 und der Wirkfläche 11 ein Abstand 0 ist. Alternativ
dazu kann aber auch vorgesehen sein, dass die Wirkfläche 11 des Vorsprunges 10 (in
der Bereitschaftsposition 8) von dem pyrotechnischen Auslöser 4 geringfügig beabstandet
ist, wie in Fig. 3 angedeutet ist. Dabei kann ein geringster Abstand 12 zwischen dem
pyrotechnischen Auslöser 4 und der Wirkfläche 11 vorzugsweise zwischen 0,1 mm und
10 mm , insbesondere 0,2 und 5 mm betragen, z.B. etwa 1mm. Wie ferner ersichtlich,
ist die Wirkfläche in beiden Fällen somit dem Auslöser wesentlich näher als der Kolbenfläche
6.
[0055] An diesem Punkt sei zudem erwähnt, dass, unabhängig von der dargestellten Ausführungsform,
der Vorsprung bzw. die Wirkfläche 11 vorzugsweise wesentlich kleiner als die restliche
Kolbenfläche (im Querschnitt) ausgebildet sind, sodass die jeweiligen Stell-Funktionen
gewährleistet sind. Wie aus den Figuren ersichtlich, kann die Wirkfläche 11 eine kreisförmige
Fläche bilden, welche in Draufsicht von einer (zumindest projizierten) kreisförmigen
Kolbenfläche 6 umgeben wird, die ebenfalls bevorzugt konzentrisch zueinander ausgebildet
sein können. Ferner kann eine diesbezüglich gegenüberliegende (Querschnitts-) Fläche
des pyrotechnischen Auslösers 4 ebenfalls kreisförmig sein.
[0056] In Fig. 4 a) und b) sind bezüglich der Betätigung des Kontaktelementes 7 die jeweiligen
Betriebszustände einer erfindungsgemäßen elektrischen Schaltvorrichtung 1 bei Aktivierung
des pyrotechnischen Auslösers 4 dargestellt, wobei an diesem Punkt erwähnt sei, dass
dieser Vorgang zur Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Wirkprinzips mittels der
Schaltvorrichtung nach Fig.3 dargestellt ist, aber nicht alleine auf die weiteren
Komponenten der dargestellten Schaltvorrichtung eingeschränkt ist.
[0057] In Fig. 4a) erfolgt die Aktivierung bzw. Zündung des pyrotechnischen Auslösers 4.
Mittels der Detonation erfolgt ein impulsartiger Druckanstieg, wobei der erste Druckimpuls
I direkt an der Wirkfläche 11 des Vorsprunges 10 einwirkt. Über den Vorsprung 10 wird
dieser direkt an das Kontaktelement 7 (bzw. auch an die Kolbenanordnung 5 bei einer
dargestellten integralen Ausbildung) übertragen und veranlasst eine erste stoßartige
Betätigung bzw. Bewegung, bevorzugt in Richtung der Wirkposition 9. Zusätzlich wird
mittels dieser Betätigung bzw. Bewegung durch den ersten Druckimpuls I bereits die
durch das Sicherungselement 14 vorgesehene Fixierung des Kontaktelementes 7 gelöst,
indem die Stege 14a des Sicherungselementes 14 beispielsweise abgebrochen werden.
[0058] In Fig. 4b) erfolgt die Verstellung des Kontaktelementes 7, zusammen mit der Kolbenanordnung
5, in die Wirkposition 9, womit eine elektrisch leitfähigen Verbindung der zumindest
zwei elektrisch leitfähigen Elemente 15 hergestellt wird und die elektrisch leitfähigen
Elemente 15 mittels des Kontaktelementes 7 in der Wirkposition 9 miteinander verbunden
sind. Wie schematisch angedeutet, drückt zur Verstellung der Kolbenanordnung 5 ebenfalls
der durch die Aktivierung des pyrotechnischen Auslösers 4 erzeugte Druck P auf die
Kolbenfläche 6 der Kolbenanordnung 5, sodass das Kontaktelement 7 in die Wirkposition
9 verbracht wird. Wie ferner in Fig. 4b) strichliert angedeutet ist, können die Stege
14a des Sicherungselementes 14 auch elastisch verformbar ausgebildet sein, sodass
diese in der Wirkposition 9 eine hemmende Wirkung auf das Kontaktelement 7 ausüben,
derart, dass das Kontaktelement 7 bezüglich seiner Stellrichtung in der Wirkposition
9 gegen eine Rückstellung in die Bereitschaftsposition 8 gehalten wird.
[0059] Wie aus den Fig. 4a) und b) weiters hervorgeht, erfolgt die Beaufschlagung des Vorsprunges
10 mittels des ersten Druckimpulses I zeitlich vor der Einwirkung des Druckes P auf
die Kolbenfläche 6 der Kolbenanordnung 5.
[0060] In Fig. 5a bis c ist eine mögliche Ausführungsform einer erfindungsgemäßen elektrischen
Schaltvorrichtung 1 in Form einer Trennvorrichtung grob schematisch dargestellt, bei
welcher das Kontaktelement 7 bei seiner Überführung von der Bereitschaftsposition
8 in die Wirkposition 9 zur Trennung von zumindest einer bestehenden elektrisch leitenden
Verbindung vorgesehen ist.
[0061] Die Trennvorrichtung umfasst dabei ebenfalls ein Gehäuse 2 mit einer darin ausgebildeten
Druckkammer 3, in der ein pyrotechnischer Auslöser 4 aufgenommenen ist, sowie eine
gegenüberliegend angeordnete Kolbenanordnung 5, wobei die Druckkammer 3 von der Kolbenfläche
6 der Kolbenanordnung 5 in dem Gehäuse 2 begrenzt wird.
[0062] Das Kontaktelement 7 ist in der Form eines Trennelementes ausgebildet, welches bei
seiner Verschiebung in die Wirkposition 9 zumindest einen elektrischen Leiter 22 durchtrennt.
Wie dargestellt, kann die Kolbenanordnung 5 zudem einen Isolator 23 umfassen, welcher
bei der Verstellung der Kolbenanordnung 5 an die ursprüngliche Position des Trennabschnittes
22a des elektrischen Leiters 22 verstellt wird, und die in dieser Position befindlichen,
voneinander getrennten Leiterabschnitte 22b des elektrischen Leiters 22 gegeneinander
isoliert.
[0063] Dabei ist mittels des Vorsprungs 10 wiederum ein erster Druckimpuls I bei Aktivierung
des pyrotechnischen Auslösers 4 auf das Kontaktelement 7 übertragbar, sodass eine
erste stoßartige Betätigung erfolgt und in weiterer Folge der Druck auf die Kolbenfläche
6 der Kolbenanordnung 5 einwirkt. So kann wieder zumindest ein Sicherungselemente
14 vorgesehen sein, welches zerstört, verformt oder verschoben wird. Wie strichliert
angedeutet, können z.B. an der Gehäuseinnenwand mehrere Sicherungselemente 14 ausgebildet
bzw. angeformt sein, welche mittels des ersten Druckimpulses I, wie im dargestellten
Beispiel, zerstört werden können. Ferner kann auch vorgesehen sein, dass mittels der
Betätigung durch den ersten Druckimpuls I bereits ein Einschneiden bzw. Schwächen
des elektrischen Leiters 22 erfolgt.
[0064] In Fig. 5a ist unter anderem, allgemeint zur Veranschaulichung, eine Berührung 10
des pyrotechnischen Auslösers 4 mittels der Wirkfläche 11 des Vorsprunges in der Bereitschaftsposition
8 dargestellt.
[0065] Wie weiters aus den Fig. 3bis 5 hervorgeht, kann vorgesehen sein, dass die Wirkfläche
11 des Vorsprunges 10 kleiner oder gleich einer parallel zur Wirkfläche 11 angeordneten
Querschnittsfläche des pyrotechnischen Auslösers 4 ist
[0066] In Fig. 5a ist ferner eine mögliche hemmende Schicht 25 an der Innenwand des Gehäuses
2 strichliert angedeutet, mittels welcher Schicht die Kolbenanordnung 5 (und/oder
auch das Kontaktelement 7) in der Bereitschaftsposition 8 gehalten werden kann, wobei
die Schicht einen höheren Haftreibungswiderstand aufweist als die restliche Innenwand
des Gehäuses. Eine derartige Schicht kann auch z.B. anstelle eines Sicherungselementes
vorgesehen sein.
[0067] In Fig. 6 ist eine elektrische Schaltvorrichtung 1 mit einer möglichen Ausbildung
eines Vorsprunges 10 dargestellt, bei welcher der Vorsprung 10 gegenüber der Kolbenanordnung
5 von einer Ruheposition 16 in eine Betätigungsposition 17 verstellbar gelagert ist.
[0068] Dabei ist der Vorsprung 10 mittels des ersten Druckimpulses I in die Betätigungsposition
17 verstellbar, derart, dass bei der Verstellung in die Betätigungsposition 17 der
erste Druckimpuls I von dem Vorsprung 10 auf das Kontaktelement 7 übertragen wird
und das Kontaktelement 7 somit direkt in einen ersten Betätigungszustand versetzt
werden kann, ohne dabei die restliche Kolbenanordnung 5 zu betätigen bzw. zu verschieben.
Wie dargestellt kann der Vorsprung 10 in seine Ruheposition 16 vorgespannt sein und
z.B. im Bereich der Kolbenfläche 6 einen Sicherungsring aufweisen, sodass dieser in
einem begrenzten Bereich gegenüber der Kolbenanordnung 5 verstellbar ist. Zur Vollständigkeit
sei erwähnt, dass sich der Vorsprung 10 in der Bereitschaftsposition 8 der elektrischen
Schaltvorrichtung 1, vor der Aktivierung des pyrotechnischen Auslöser 4, stets in
der Ruheposition16 befindet. Zur Vollständigkeit sei zudem erwähnt, dass der verstellbare
Vorsprung 10 gegenüber der Kolbenanordnung 5 dennoch eine dichtende Funktion erfüllt,
sodass diese keine Druckverlust bezüglich der gesonderten Verstellbewegung erfährt.
Z.B. kann eine verformbare Membran oder dergleichen vorgesehen sein.
[0069] In einer weiteren möglichen Ausführung kann der Vorsprung 10 gegenüber der Kolbenanordnung
5 von der Ruheposition 16 in die Betätigungsposition 17 verstellbar gelagert sein
und einteilig mit der Kolbenanordnung 5 ausgebildet sein, wie in Fig. 7 angedeutet
ist. Diesbezüglich kann der Vorsprung 10 (bzw. die Kolbenanordnung 5) z.B. einzelne
elastisch (verformbare) Stege 24 oder dergleichen aufweisen, mittels welcher der Vorsprung
10 an die Kolbenanordnung 5 angeformt ist und in Richtung seiner Ruheposition 16 vorgespannt,
bzw. gelagert sein kann. Wie ebenfalls angedeutet kann der Vorsprung 10 bzw. die Kolbenanordnung
5 wiederum ein Begrenzungsmittel aufweisen, um einen Endanschlag oder dgl. für einen
Verstellbereich des Vorsprungs 10 gegenüber der Kolbenanordnung 5 auszubilden (bezüglich
der Verstellung von der Ruheposition 16 in die Betätigungsposition 17).
[0070] Ferner ist in der Fig. 7 eine mögliche Ausbildung des Vorsprunges 10 in der Form
eines Zylinders dargestellt.
[0071] Fig. 8 zeigt grob schematisch eine weitere möglichen Ausführungsform einer elektrischen
Schaltvorrichtung 1, insbesondere einer Notfall-Schaltvorrichtung. Bei der dargestellten
Ausführung ist ein Sicherungselement 14 in Form einer Isolationsschicht 26 ausgebildet,
mittels welcher Isolationsschicht das (leitfähige) Kontaktelement 7 von den elektrisch
leitfähigen Elementen 15 (in der Bereitschaftsposition 8) distanziert und isoliert
gehalten ist.
[0072] Bei Aktivierung des pyrotechnischen Auslösers wird die Isolationsschicht 26 durchtrennt
und anschließend eine Verbindung mit den elektrisch leitfähigen Elementen 15 (zumindest
in der Wirkposition) hergestellt, wobei eine erste Betätigung für das Durchtrennen
der Isolationsschicht mittels der Einwirkung des ersten Druckimpulses erfolgt.
[0073] Das Kontaktelement 7 oder zumindest ein weiterer am Kontaktelement befestigter Leitungsabschnitt
27 kann zudem in der Isolationsschicht 26 eingebettet sein, und somit in der Bereitschaftsposition
eine integrale Einheit mit dieser ausbilden, und gegebenenfalls auch mit der Kolbenanordnung
5. Die Isolationsschicht ist dabei vorzugweise im Gehäuse (nicht dargestellt) eingebettet.
[0074] Der Leitungsabschnitt 27 kann zudem mit einem weiteren, außerhalb des Gehäuses angeordneten
elektrischen Kontakt bzw. einem weiteren elektrisch leitfähigen Element (z.B. über
nicht dargestellte Leitungen) verbunden sein, sodass z.B. die dargestellten zwei elektrisch
leitfähigen Elemente 15 auf einem gleichen Potential angelegt (und verbunden) sind,
und der Leitungsabschnitt 27 oder das damit in Verbindung stehende Kontaktelement
7 zur Kontaktierung der zwei elektrisch leitfähigen Elemente 15 mit dem weiteren elektrisch
leifähigen Element, in der Wirkposition, vorgesehen ist.
[0075] In den Figuren 5 bis 8 sind weitere und gegebenenfalls für sich eigenständige Ausführungsform
der elektrischen Schaltvorrichtung gezeigt, wobei wiederum für gleiche Teile gleiche
Bezugszeichen bzw. Bauteilbezeichnungen wie in den vorangegangenen Figuren 3 und 4
verwendet werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird auf die detaillierte
Beschreibung in den vorangegangenen Figuren hingewiesen bzw. Bezug genommen.
[0076] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle
bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten
derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen
Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund
der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf
diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.
[0077] Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen,
dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe
1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze
1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereiche beginnen
mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10
oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8,1, oder 5,5 bis 10.
[0078] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis
des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert
dargestellt wurden.
Bezugszeichenaufstellung
[0079]
| 1 |
Elektrische Schaltvorrichtung |
P |
Druck |
| 2 |
Gehäuse |
I |
erster Druckimpuils |
| 3 |
Druckkammer |
H |
Längsmittelachse des Gehäuses |
| 4 |
pyrotechnischer Auslöser |
K |
Längsmittelachse des Kolbens |
| 5 |
Kolbenanordnung |
AL |
Längsmittelachse des Auslösers |
| 6 |
Kolbenfläche |
VL |
Längsmittelachse des Vorsprungs |
| 7 |
Kontaktelement |
|
|
| 8 |
Bereitschaftsposition |
|
|
| 9 |
Wirkposition |
|
|
| 10 |
Vorsprung |
|
|
| 11 |
Wirkfläche |
|
|
| 12 |
geringster Abstand |
|
|
| 13 |
Kegelstumpf |
|
|
| 14 |
Sicherungselement |
|
|
| 15 |
elektrisch leitfähige Elemente |
|
|
| 16 |
Ruheposition |
|
|
| 17 |
Betätigungsposition |
|
|
| 18 |
Steuerleitungen |
|
|
| 19 |
Kontaktierungsflächen |
|
|
| 20 |
Dichtung |
|
|
| 21 |
Ausnehmung |
|
|
| 22 |
elektrischer Leiter |
|
|
| 23 |
Isolator |
|
|
| 24 |
elastische Stege |
|
|
| 25 |
hemmende Schicht |
|
|
| 26 |
Isolations schicht |
|
|
| 27 |
Leitungsabschnitt |
|
|
1. Elektrische Schaltvorrichtung (1), umfassend
- ein Gehäuse (2), wobei in dem Gehäuse (2) eine Druckkammer (3) ausgebildet ist und
in der Druckkammer (3) ein pyrotechnischer Auslöser (4) aufgenommenen ist, sowie eine
dem pyrotechnischen Auslöser (4) gegenüberliegend angeordnete Kolbenanordnung (5),
wobei die Druckkammer (3) von einer Kolbenfläche (6) der Kolbenanordnung (5) in dem
Gehäuse (2) begrenzt wird; und wobei mittels einer Aktivierung des pyrotechnischen
Auslösers (4) ein Druck (P) in der Druckkammer (3) auf die Kolbenfläche (6) einwirkt,
sodass die Kolbenanordnung (5) mittels des Druckes (P) verstellbar ist,
- ein Kontaktelement (7), wobei das Kontaktelement (7) in dem Gehäuse (2) in einer
Bereitschaftsposition (8) gelagert ist und bei der Aktivierung des pyrotechnischen
Auslösers (4) zusammen mit der Kolbenanordnung (5) von der Bereitschaftsposition (8)
in eine Wirkposition (9) überführbar ist;
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kolbenanordnung (5) zumindest einen Vorsprung (10) aufweist, wobei sich der Vorsprung
(10) von der Kolbenfläche (6) in Richtung des pyrotechnischen Auslösers (4) erstreckt
und eine, dem pyrotechnischen Auslöser (4) zugewandte Wirkfläche (11) aufweist, und
wobei der Vorsprung (10) zur Aufnahme eines ersten Druckimpulses (I) an der Wirkfläche
(11) bei der Aktivierung des pyrotechnischen Auslösers (4), und zur Übertragung des
ersten Druckimpulses (I) auf das Kontaktelement (7) vorgesehen ist.
2. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (10) in der Bereitschaftsposition (8) den pyrotechnischen Auslöser
(4) mittels der Wirkfläche (11) berührt.
3. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkfläche (11) des Vorsprunges (10) in der Bereitschaftsposition (8) von dem
pyrotechnischen Auslöser (4) beabstandet ist.
4. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein geringster Abstand (12) zwischen dem pyrotechnischen Auslöser (4) und der Wirkfläche
(11) zwischen 0,1 mm und 10 mm beträgt.
5. Elektrische Schaltvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der pyrotechnische Auslöser (4) und die Wirkfläche (11) des Vorsprunges (10) entlang
einer Stellrichtung der Kolbenanordnung (5), bezüglich der Verstellung von der Bereitschaftsposition
(8) in die Wirkposition (9), einander überlagernd angeordnet sind.
6. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Längsmittelachse (VL) des Vorsprungs (10) und eine Längsmittelsachse (K) der
Kolbenanordnung (5) konzentrisch zueinander angeordnet sind.
7. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (10) einteilig mit der Kolbenanordnung (5) ausgebildet ist.
8. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkfläche (11) des Vorsprunges (10) kleiner oder gleich einer parallel zur Wirkfläche
(11) angeordneten Querschnittsfläche des pyrotechnischen Auslösers (4) ist.
9. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (10) in der Form eines Kegelstumpfes (13) ausgebildet ist, wobei eine
Deckfläche des Kegelstumpfes (13) mittels der Wirkfläche (11) gebildet ist.
10. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (7) mittels zumindest einem Sicherungselement (14) in dem Gehäuse
(2) in der Bereitschaftsposition (8) lösbar fixiert ist, wobei das zumindest eine
Sicherungselement (14) mittels der Übertragung des ersten Druckimpulses (I) zerstört,
verformt oder verschoben wird.
11. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (10) gegenüber der Kolbenanordnung (5) von einer Ruheposition (16)
in eine Betätigungsposition (17) verstellbar gelagert ist und der Vorsprung (10) mittels
des ersten Druckimpulses in die Betätigungsposition (17) verstellbar ist, wobei bei
der Verstellung in die Betätigungsposition (17) der erste Druckimpuls (I) von dem
Vorsprung (10) auf das Kontaktelement (7) übertragen wird.
12. Elektrische Schaltvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktelement (7) zur Herstellung einer elektrisch leitenden Verbindung von
zumindest zwei elektrisch leitfähigen Elementen (15) vorgesehen ist, wobei die elektrisch
leitfähigen Elemente mittels des Kontaktelementes (7) in der Wirkposition (9) miteinander
verbunden sind.