[0001] Die Erfindung betrifft eine Schutzhauben-Anordnung, gemäss dem Oberbegriff von Anspruch
1, sowie eine Sichtscheibe, eine Schutzhaube und eine Tragestruktur für eine derartige
Anordnung.
[0002] Die Mitarbeiter in aseptischen Reinräumen oder medizinischen Intensivstationen müssen
Anzüge und Hauben, Reinraummasken, Atemschutzmasken und Schutzbrillen - zusammengefasst
unter den Begriff «persönliche Schutzausrüstung» (PSA) oder Reinraumkleidung- zur
Vermeidung von Kontaminationen tragen. Dabei treten häufig Probleme hinsichtlich Komforts,
Kühlung und z.B. Beschlagen von Brillengläsern auf. Ein zusätzliches Risiko bei nicht
komplett geschlossenem Kopfschutz ist eine Infektionsgefahr in beiden Richtungen.
Gerade im Umgang mit biologischen Gefahrenstoffen ist das von grosser Bedeutung, wo
sowohl der Schutz des Benutzers der PSA oder der Reinraumkleidung als auch seiner
Umgebung vor einer allfälligen Infektion durch den Benutzer der PSA oder der Reinraumkleidung
vermieden werden müssen. Herkömmliche Schutzausrüstungen können dies nicht oder nur
mit hohem Aufwand leisten, so dass eine weite Verbreitung derartiger persönlicher
Ausrüstungen aufgrund hoher Kosten kaum zu machen ist.
[0003] Aus beispielsweise der
WO2022248341A1 ist eine Schutzhauben-Anordnung bekannt, umfassend eine den Kopf und die Schultern
des Benutzers bedeckende Schutzhaube aus flexiblem, nachgiebigem Material und mit
einer darin fixierten Sichtscheibe. Beschrieben ist auch eine Tragestruktur für die
Schutzhaube und ein aktives Luftaustauschsystem mit einem Gebläse mit zugehöriger
Steuerungsanordnung, wobei das Gebläse in einem innerhalb der Schutzhaube angeordneten
Gehäuse eingebaut ist. Dieses Gehäuse ist von der Schutzhaube getrennt innerhalb der
Schutzhaube an der Tragestruktur befestigt. Vorzugsweise ist auch ein Filter für die
verbrauchte Luft in die Schutzhaube integriert.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, eine derartige Anordnung dahingehend zu
verbessern, dass dem Benutzer das Aufsetzen bzw. Anlegen der Schutzhauben-Anordnung
als auch das Ausziehen und sichere Entsorgen der kontaminierten Komponenten erleichtert
wird. Gleichzeitig sollen beim Tragen der Schutzhauben-Anordnung ein hoher Komfort,
grosse Sicherheit und ein möglichst unbehindertes Arbeiten gewährleistet sein.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Anordnung und durch deren einzelne Komponenten gemäß
den Ansprüchen gelöst.
[0006] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass an der Sichtscheibe
innerhalb der Schutzhaube und vorzugsweise im Bereich der seitlichen Ränder zumindest
je eine Befestigungsstruktur aus flexiblem Material ausgebildet oder daran montiert
ist, und dass an den seitlichen Rändern der Tragestruktur komplementäre Befestigungsstrukturen
zur lösbaren Verbindung mit den Befestigungsstrukturen der Sichtscheibe ausgebildet
oder daran angebracht sind. Damit ist das einfache und schnelle Anlegen der Schutzhauben-Anordnung
mit gleichzeitig damit sichergestellter optimaler Befestigung der Haube und vor allem
der Sichtscheibe gewährleistet, die damit jeder Kopfbewegung folgt und immer das bestmögliche
Sichtfeld bietet.
[0007] Bevorzugt ist dabei eine Sichtscheibe für eine derartige Anordnung, die aus vorzugsweise
flexiblem Material angefertigt ist. Diese ist erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest je eine Befestigungsstruktur aus flexiblem Material ausgebildet oder
daran montiert ist. Damit ist die rasche und einfache Anbringung der Sichtscheibe
bzw. deren Verbindung mit der Schutzhaube und/oder einer Trägerstruktur dafür sichergestellt.
[0008] Eine bevorzugte Ausführungsform sieht dabei vor, dass die Befestigungsstruktur durch
einen Bereich der Sichtscheibe selbst gebildet ist, welcher Bereich mit einem Loch
versehen ist. Bevorzugt ist dieser Bereich durch eine von der Sichtscheibe seitlich
abstehende Lasche gebildet. Dies erlaubt das rasche und einfache Ergreifen und Handhaben
der Befestigungsstruktur, selbst ohne direkte Sicht darauf und allenfalls auch mit
Handschuhen.
[0009] Vorteilhafterweise ist dabei ein Teil des Umfangsrandes des Loches in der Sichtscheibe
durch eine Zunge gebildet ist, die elastisch gegenüber den benachbarten Abschnitten
des Umfangsrandes auslenkbar ausgeführt ist. Dies gewährleistet das einfache Überstreifen
des Bereiches der Befestigungsstruktur mit dem Loch über eine komplementäre Befestigungsstruktur
an Haube und/oder Trägerstruktur für die Schutzhaube, ohne Gefahr der Beschädigung
der Befestigungsstruktur und bei optimaler Verbindung von Sichtscheibe und insbesondere
einer Trägerstruktur in Form einer Art Rastverbindung.
[0010] Wenn gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung das der Mitte des Loches
zugewandte Ende der Zunge konkav ausgeführt ist, schmiegt sich das Ende der Zunge
bestmöglich und über einen grossen Umfangsbereich an ihr Gegenstück an, um eine optimale
Fixierung der Sichtscheibe zu bewirken.
[0011] Bevorzugt ist im mittleren Bereich am oberen Rand und innerhalb der Schutz-haube
eine weitere Befestigungsstruktur vorgesehen, um die Verbindung von Sichtscheibe und
Schutzhaube bzw. der Tragestruktur noch weiter zu verbessern.
[0012] Zur Lösung der eingangs gestellten Aufgabe ist auch eine Schutzhaube für eine Anordnung
wie eingangs beschrieben vorgesehen, die mit einer darin fixierten Schichtscheibe
wie in den obenstehenden Absätzen erläutert ausgeführt ist. Weiters ist erfindungsgemäss
vorgesehen, dass die Befestigungsstrukturen der Sichtscheibe unverbunden mit deren
Material an der Innenseite der Schutzhaube liegen. Damit sind das leichte und auch
mit Handschuhen einfache Ergreifen der Befestigungsstrukturen und das schnelle Anlegen
der Schutzhauben-Anordnung sichergestellt.
[0013] Eine Tragestruktur für eine Schutzhaube, vorzugsweise wie im vorigen Absatz beschrieben,
für eine Schutzhauben-Anordnung wie eingangs erläutert, ist zur Lösung der gestellten
Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass an deren seitlichen Randstücken
jeweils zumindest eine Befestigungsstruktur für eine Sichtscheibe vorgesehen ist,
welche vorzugsweise gemäss einem der vorhergehenden Absätze ausgeführt ist. Dies gestattet
bei einfacher konstruktiver Ausführung der Tragestruktur eine rasche Verbindung mit
der Schutzhaube und der darin gehaltenen Schichtscheibe, auch ohne direkte Sicht auf
die Befestigungsstrukturen und auch mit Handschuhen. Vorzugsweise ist in der Tragestruktur
auch das Gehäuse für Gebläse eines aktiven Luftaustauchsystems integriert, so dass
nach Anlegen der Schutzhauben-Anordnung bereits die wesentlichsten Komponenten einer
persönliche Schutzausrüstung schon an der Person vorhanden sind.
[0014] In einfacher, sicher funktioneller Konstruktion und rasch tastbarer Weise kann die
Befestigung der Schutzhaube und/oder Sichtscheibe davon an der Tragestruktur sichergestellt
werden, wenn gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die Befestigungsstruktur
durch einen im Wesentlichen radial nach aussen abstehenden Zapfen mit vorzugsweise
rundem Querschnitt gebildet ist.
[0015] Das Überstreifen der komplementären Befestigungsstruktur wird dabei wesentlich erleichtert
und rascher und sicher gegen Beschädigungen möglich gemacht, wenn am Zapfen ein vorzugsweise
abgerundeter Kopf mit grösserem Querschnitt ausgebildet ist.
[0016] Zur noch besseren Verbindung von Schutzhaube und/oder Sichtscheibe mit der Tragestruktur
und deren möglichst unverrückbaren Fixierung selbst bei jeglichen Kopfbewegungen der
Person ist eine erfindungsgemässe Ausführungsform von Vorteil, bei welcher stirnseitig
im mittleren Bereich eine weitere Befestigungsstruktur, vorzugsweise in Form eines
Zapfens oder Hakens, vorgesehen ist.
[0017] Eines besonders bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemässen Tragestruktur
sieht im Bereich der Stirnseite und in einer Höhe oberhalb des oberen Randes einer
an der Tragestruktur befestigten Sichtscheibe eine zumindest über einen Grossteil
der Breite der Sichtscheibe reichende Einrichtung zur Verhinderung von turbulenter
Strömung vor. Damit kann eine aus dem Stirnbereich zwischen dem Gesicht der Person
und der Sichtscheibe nach unten gerichtete im Wesentlichen laminare Strömung der eingeblasenen
und gefilterten Atemluft erzielt werden, die zum optimalen Abtransport des von der
Person ausgeatmeten Kohlendioxides führt und damit immer Atemluft in bestmöglicher
Zusammensetzung gewährleistet. Dadurch ist es auch möglich, mit geringeren umgewälzten
Luftmengen als bei herkömmlichen Schutzausrüstungen das Auslangen zu finden, selbst
bei schwerer Tätigkeit mit hohem Sauerstoffbedarf.
[0018] Bevorzugt ist die Einrichtung zur Verhinderung von turbulenter Strömung durch eine
Lage porösen Materials, vorzugsweise durch eine Lage Schaumstoff, gebildet.
[0019] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0020] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- eine Schutzhauben-Anordnung von vorne;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemässen Sichtscheibe und einer erfindungsgemässen
Tragestruktur für eine Schutzhauben-Anordnung;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht von schräg oben der Sichtscheibe und Tragestruktur der
Fig. 2;
- Fig. 4
- eine vergrösserte Detailansicht des Verbindungsbereiches der Sichtscheibe und der
Tragestruktur der Anordnung der Fig. 2 und Fig. 3 vor der Verbindung dieser Elemente;
- Fig. 5
- eine stark vergrösserte Detailansicht eines bevorzugten Ausführungsbeispiels für Befestigungsstrukturen
von Sichtscheibe und Tragstruktur;
- Fig. 6
- eine vergrösserte Detailansicht des Verbindungsbereiches der Sichtscheibe und der
Tragestruktur der Anordnung der Fig. 2 und Fig. 3 nach Verbindung dieser Elemente;
- Fig. 7
- eine perspektivische stark vergrösserte Ansicht eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
für komplementäre Befestigungsstrukturen von Sichtscheibe und Tragestruktur;
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemässen Schutzhauben-Anordnung während
des Anlegens durch eine Person.
[0021] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[0022] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle
bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten
derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen
Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund
der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf
diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.
[0023] Das in Fig. 1 in einer Ansicht von schräg vorne in seiner Gesamtheit dargestellte
Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Schutzhauben-Anordnung weist eine den
Kopf und die Schultern des Benutzers bedeckende Schutzhaube 1 auf. Für die Barriere
der Schutzhaube 1 wird vorzugsweise ein Material verwendet, das gegen feste oder flüssige
Aerosole mit vernachlässigbarer Flüchtigkeit und Zersetzung sowie gegen Keime und
Viren dicht ist, beispielsweise ein Vliesstoff aus Polyethylen hoher Dichte (PE-D).
Für die Verwendung in Reinräumen kann als Material für die Schutzhaube 1 auch ein
Reinraumgewebe mit definierten Filtereigenschaften und Luftdurchlässigkeiten zugelassen
für Reinräume entsprechend DIN EN ISO 14644-1 verwendet werden. Die Schutzhaube 1
weist vorzugsweise ein an den Kopfteil anschliessendes Schulterstück 2 auf, das vorzugsweise
im Halsbereich gegenüber dem Kopfteil abgedichtet werden kann, sowie vorne eine vorzugsweise
gebogene, durchsichtige Sichtscheibe 3. Für die Sichtscheibe 3 wird vorzugsweise ein
hochtransparenter Polyesterfilm eingesetzt. In Fig. 1 ebenfalls sichtbar ist der vorzugsweise
im Scheitelbereich positionierte Atemluftfilter 4. Der Atemluftfilter 4 ist typischerweise
ein handelsüblicher, vorzugsweise einschraubbarer P3 Filter (gemäss EN12941 mit sehr
hohem Abscheidegrad) zum Schutz gegen feste oder flüssige Aerosole mit vernachlässigbarer
Flüchtigkeit und Zersetzung sowie gegen Keime und Viren. Auch die Verwendung eines
FFP2-Filters als Atemluftfilter 4 ist möglich. Die Schutzhaube 1 weist vorzugsweise
auch einen Filter für die verbrauchte Luft auf, vorzugsweise einen grossflächigen
Filter, welcher vorzugsweise im rückwärtigen Teil der Schutzhaube 1 integriert ist.
Es könnte aber auch ein Rückschlagventil für die verbrauchte Luft vorgesehen sein.
Alle anderen, weiter unten erläuterten Ausführungsbeispiele sind funktional gleichartig
aufgebaut, mit geringen gestalterischen Unterschieden.
[0024] Der Atemluftfilter 4 ist Teil eines vorzugsweise aktiven Luftaustauschsystems und
dabei verbunden mit einem Gehäuse 5 für ein vorzugsweise steuerbares oder regelbares
Gebläse, welches Gehäuse 5 einen Anschluss für den Atemluftfilter 4 aufweist. Der
Antrieb für das Gebläse ist vorteilhafterweise in das Gehäuse 5 integriert, wobei
eine gekapselte Einheit vorgesehen sein kann. Die Luftzufuhr zum Gebläse kann, wenn
von aussen keine Kontamination zu erwarten ist, wie etwa bei Verwendung in Reinräumen,
durch zumindest eine Öffnung in der Schutzhaube 1 erfolgen. Das Gebläse bzw. dessen
Gehäuse 5 kann dabei direkt an der Öffnung ansetzen oder kann über zumindest eine
Luftleitung damit verbunden sein. Vorteilhafterweise kann diese oder jede Öffnung
in der Schutzhaube 1 durch ein vorzugsweise unlösbar befestigtes Filtervlies abgedeckt
sein, vorzugsweise aus einem Material der Schutzklasse FFP2 bestehend.
[0025] Bevorzugt ist das Gehäuse 5 an einer starren oder flexiblen Tragestruktur 6, wie
beispielsweise einem um den Kopf der Person verlaufenden und vorzugsweise elastischen
oder einstellbaren Riemen oder Gerüst, mit oder ohne Scheitelstück, allenfalls schwenkbar
befestigt oder darin fest integriert. Dies ist sehr gut in der Seitenansicht der Fig.
2 und der perspektivischen Ansicht der Fig. 3 zu erkennen.
[0026] Eine selbstschliessende Staubkappe (nicht dargestellt, herkömmliche Ausführungsform)
verhindert ein Kontaminieren des Gebläses, wenn der Filter 4 entfernt ist. Der Anschluss
des Gehäuses 5 liegt bei einsatzfertiger Schutzhauben-Anordnung mit seinem gehäusefernen,
ringförmigen Ende dichtend um die Öffnung einer Passage durch die Schutzhaube 1 von
deren Innenseite auf deren Aussenseite, durch welche hindurch der Atemluftfilter 4
in den Anschluss eingeschraubt oder auf welches ringförmige Ende der Atemluftfilter
4 an der Aussenseite der Schutzhaube 1 auf andere Weise dicht aufgesetzt bzw. eingesetzt
werden kann.
[0027] Für die Energieversorgung des Gebläses und auch einer Regelungs- und/oder Steuerungsanordnung
kann einen Energieversorgungseinheit 7 mit dem Gehäuse 5 und/oder der Tragestruktur
6 verbunden werden, beispielsweise ein Akkupaket, vorzugsweise über ein handelsübliches
Li-Ionen-Akkupaket.
[0028] Wie in Fig. 1 und auch in der Seitenansicht der Fig. 2 zu erkennen ist, sitzt der
Atemluftfilter 4 im Bereich zwischen Stirn und Scheitel der Schutzhaube 1, um derart
die Gewichtsverteilung mit den übrigen Komponenten der Anordnung zu optimieren und
damit ein angenehmeres Tragegefühl zu erzielen.
[0029] Die Tragestruktur 6 weist bevorzugt einen an der Stirn der Person an- bzw. aufliegenden
bogenförmigen Vorderteil 8 auf, an welchem die Sichtscheibe 3 lösbar befestigbar ist.
Dazu sind an oder in der Sichtscheibe 3 und korrespondierend dazu an entsprechender
Position und komplementär in Form an der Tragestruktur 6, vorzugsweise an den Seiten
des Vorderteils 8, etwa im Bereich der Schläfen der Person, nachfolgend näher erläuterte
Befestigungsstrukturen angeordnet.
[0030] So kann eine bevorzugte Ausführungsform einer Sichtscheibe 3 mit zumindest je einer
Befestigungsstruktur aus flexiblem Material an ihren seitlichen Randbereichen versehen
sein, die beim Tragen der Schutzhaube-Anordnung im Bereich der Schläfen zu liegen
kommen. Die Befestigungsstruktur ist bevorzugt durch einen Bereich der Sichtscheibe
3 selbst gebildet, vorzugsweise durch eine davon abstehende oder den seitlichen Rand
verlängernde Lasche 9, die mit einem Loch 10 versehen ist. Die Lasche 9, bzw. jede
andere Befestigungsstruktur der Sichtscheibe 3 verbleibt unverbunden mit der Schutzhaube
1 und deren Material an der Innenseite. Damit kann sie bei Anlegen der Schutzhaube
1 leicht von der Person ergriffen und über eine komplementäre Befestigungsstruktur
an der Tragestruktur 6, vorzugsweise in Form eines davon seitlich abstehenden Zapfens
11, übergestreift und daran eingehängt werden. Der Zapfen 11 ist bevorzugt mit einem
verbreiterten Kopf 12 versehen, d.h. dass das durch den Kopf 12 gebildete äussere
Ende des Zapfens 11 in dessen Längsrichtung gesehen einen grösseren Querschnitt aufweist
als der zwischen dem Kopf 12 und dem Übergang zum Vorderteil 8 der Tragestruktur 6
verlaufende Abschnitt des Zapfens 11.
[0031] Um die Sichtscheibe 3 einfach und ohne Beschädigungsgefahr mit der Tragestruktur
6 lösbar verbinden zu können, ist vorteilhafterweise, wie den Fig. 4 bis 7 genauer
zu erkennen ist, ein Teil des Umfangsrandes des Loches 10 in der Sichtscheibe durch
eine Zunge 13 gebildet, wie in Fig, 5 deutlich zu erkennen ist, die elastisch gegenüber
den benachbarten Abschnitten des Umfangsrandes des Loches 10 in der Lasche 9 der Sichtscheibe
3 auslenkbar ausgeführt ist. Beim Überstreifen der Lasche 9 über den Kopf 12 des Zapfens
11 von einer Stellung wie in Fig. 5 dargestellt durchdringt dieser das Loch 10, wobei
die Zunge 13 elastisch ausgelenkt wird. Beim weiteren Andrücken der Lasche 9 an den
Vorderteil 8 der Tragestruktur 6 kann die Zunge 13 nach Passieren des Kopfes 12 wieder
soweit elastisch in Richtung der Ebene der Lasche 9 zurückschnappen, bis der vorzugsweise
konkav gestaltetes distales, der Mitte des Loches 10 zugewandte Ende der Zunge 13
unterhalb des Kopfes 12 am Zapfen anliegt und damit die Lasche 9 gegenüber der Tragestruktur
verrastet ist. Diese verrastete Endstellung der Befestigungsstrukturen an Sichtscheibe
3 und Tragestruktur 6 ist in nochmals vergrössertem Massstab in Fig.7 dargestellt.
[0032] Aufgrund der material- und formbedingten Nachgiebigkeit und/oder Zerstörbarkeit der
Lasche 9 und/oder der Zunge 13 kann die Sichtscheibe 3 mit höherem Kraftaufwand als
beim Verbinden auch wieder gelöst werden, wenn die Schutzhaube 1 beispielsweise zur
Entsorgung von der Tragestruktur 6 wieder abgenommen werden soll. Eine allfällige
Zerstörung der Befestigungsstrukturen dient damit gegebenenfalls auch der Sicherstellung,
dass nicht irrtümlich eine gebrauchte, zur Entsorgung vorgesehene Schutzhaube 1 nochmals
verwendet werden kann.
[0033] In den Fig. 2 bis 4 ist eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Verbindung zwischen
Sichtscheibe 3 und Tragestruktur 6 zu sehen. Es handelt sich um eine weitere Anordnung
von Befestigungsstrukturen, die die Fixierung der Sichtscheibe 3 an der Tragstruktur
6 weiter verbessert. Bevorzugt ist dabei im mittleren Bereich des Vorderteils 8 der
Tragestruktur, d.h. am oberen Rand der Sichtscheibe 3, wieder an der Innenseite der
Schutzhaube 1 angeordnet, ein weiteres Loch 14 in dem oberhalb des Verbindungsbereiches
zwischen Schutzhaube 1 und Sichtscheibe 3 liegenden Randbereich der Sichtscheibe 3
vorgesehen. Auch innerhalb der Schutzhaube 1 ist vorzugsweise am Vorderteil 8 der
Tragestruktur 6 ein Haken 15 oder gleichartig wirkendes Element ausgebildet, an welchem
mittels des Loches 14 die Sichtscheibe 3 an einem weiteren Punkt an der Tragestruktur
6 angebunden werden kann.
[0034] Vorteilhafterweise ist - was für alle Ausführungsformen der Schutzhauben-Anordnung
gilt - am Gehäuse 5 des Gebläses zumindest eine ins Innere der Schutzhaube 1 gerichtete
Ausblasöffnung für die Frischluft angeordnet. Diese ist vorzugsweise in Richtung der
Sichtscheibe hin orientiert und soll einerseits das Beschlagen der Sichtscheibe 3
verhindern und das ausgeatmete Kohlendioxid von der Person wegzuführen und derart
einen CO2-Anteil in der Einatemluft von weniger als 1 Vol.% erreichen. Allenfalls
können ein oder mehrere Schalldämpfer oder ähnliche Elemente vorgesehen sein.
[0035] Zwischen den seitlich an der Tragestruktur 6 und der Sichtscheibe 3 angeordneten
Befestigungsstrukturen und auch innerhalb des Bereiches zwischen der Sichtscheibe
3 und der Stirn der Person ist in der Tragestruktur 6 eine zumindest über einen Grossteil
der Breite der Sichtscheibe 3 reichende Einrichtung 16 zur Verhinderung von turbulenter
Strömung vor, wie in den Fig. 2 bis 4 zu sehen ist. Bevorzugt weist die Einrichtung
16 zur Verhinderung von turbulenter Strömung eine Lage porösen Materials, vorzugsweise
durch eine Lage Schaumstoff, auf, die im Strömungskanal zwischen Gebläse und einer
oder mehreren Ausblasöffnungen des Luftaustauschsystems der Schutzhauben-Anordnung
angeordnet ist. Alternativ können auch andere Laminarisierungseinrichtungen oder -anordnungen
vorgesehen sein, beispielsweise parallel zur Sichtscheibe 3 ausgerichtete Lamellen,
Durchströmbohrungen od. dgl.
[0036] Wenn vom Aussenbereich der Schutzhauben-Anordnung keine Kontamination zu erwarten
ist, wie etwa in Reinräumen, kann ein Luftfilter Atemluftfilter 4 vermieden werden
und kann eine Luftzufuhr in den Kopfteil der Schutzhaube 1 durch zumindest eine Öffnung
in der Schutzhaube 1 erfolgen. Aus Sicherheitsüberlegungen könnte diese Öffnung vorzugsweise
durch ein allenfalls unlösbar befestigtes Filtervlies, vorzugsweise aus einem Material
der Schutzklasse FFP2 bestehend, abgedeckt sein.
[0037] Fig. 8 zeigt schliesslich eine Ansicht einer erfindungsgemässen Schutzhauben-Anordnung
in einer Phase des Überziehens aber auch des Ablegens der Schutzhaube 1.
[0038] Die Schutzhaube 1 wird in zusammengefaltetem Zustand, die Innenseite nach aussen
gekehrt, beispielsweise aus einer Schutzverpackung entnommen und kann beim Überstreifen
an den Befestigungsstrukturen ergriffen werden. Danach wird die Sichtscheibe 3 mittels
dieser Befestigungsstrukturen an der Tragestruktur 6 befestigt, wobei die Schutzhaube
1 immer noch in zusammengefaltetem Zustand vor dem Gesicht der Person liegt. Fig.
8 zeigt diese Phase. Nach Einrasten der Befestigungsstrukturen kann die Person die
Sichtscheibe 3 loslassen und die Schutzhaube 1 komplett über die Tragestruktur 6 und
ihren Kopf stülpen und alle weiteren Ankleideschritte durchführen.
[0039] Beim Auskleiden wird der hintere Teil der Schutzhaube 1 über den Kopf nach vorne
geklappt und liegt dann erneut wie in Fig. 8 dargestellt vor dem Gesicht der Person,
die Innenseite nach aussen gestülpt. An den Befestigungsstrukturen kann die Sichtscheibe
3 zusammen mit der Schutzhaube 1 leicht wieder von der Tragestruktur gelöst werden.
Da die kontaminierte Aussenseite der Schutzhaube 1 durch das Zusammenklappen nach
innen gekehrt wurde, kann die Schutzhaube 1 gefahrlos zur Verpackung und/oder Entsorgung
an der nicht kontaminierten Innenseite, die jetzt aussen liegt, ergriffen werden.
Die Schutzhauben-Anordnung 1 kann somit in möglichst kurzer Zeit an und/oder abgelegt
werden und ist leicht und rasch zu handhaben. Auch kann damit ein einfaches und kontaminationsfreies
Auskleiden ohne zusätzliche Hilfe von Hilfspersonen erfolgen.
Bezugszeichenaufstellung
[0040]
- 1
- Schutzhaube
- 2
- Schulterstück
- 3
- Sichtscheibe
- 4
- Atemluftfilter
- 5
- Gehäuse
- 6
- Tragestruktur
- 7
- Energieversorgungseinheit
- 8
- Vorderteil der Tragestruktur
- 9
- Lasche
- 10
- Loch
- 11
- Zapfen
- 12
- Kopf
- 13
- Zunge
- 14
- Loch
- 15
- Haken
- 16
- Laminarisierungseinrichtung
1. Schutzhauben-Anordnung, umfassend eine den Kopf und die Schultern des Benutzers bedeckende
Schutzhaube (1) aus flexiblem, nachgiebigen Material und mit einer darin fixierten
Sichtscheibe (3), eine Tragestruktur (6) für die Schutzhaube (1), vorzugsweise ein
aktives Luftaustauschsystem mit einem Gebläse mit zugehöriger Steuerungsanordnung,
wobei das Gebläse in einem vorzugsweise innerhalb der Schutzhaube (1) angeordneten
und vorzugsweise von der Schutzhaube (1) separaten Gehäuse (5) beinhaltet ist, und
wobei das Gehäuse (5) vorzugsweise innerhalb der Schutzhaube (1) an der Tragestruktur
(6) befestigt ist, und vorzugsweise ein in die Schutzhaube (1) integriertes Filter
für die verbrauchte Luft, dadurch gekennzeichnet, dass an der Sichtscheibe (3) innerhalb der Schutzhaube (1) und vorzugsweise im Bereich
der seitlichen Ränder zumindest je eine Befestigungsstruktur aus flexiblem Material
ausgebildet oder daran montiert ist, und dass an der seitlichen Rändern der Tragestruktur
(6) komplementäre Befestigungsstrukturen zur lösbaren Verbindung mit den Befestigungsstrukturen
der Sichtscheibe (3) ausgebildet oder daran angebracht sind.
2. Sichtscheibe (3) für eine Anordnung nach Anspruch 1, aus vorzugsweise flexiblem Material,
dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise im Bereich der seitlichen Ränder zumindest je eine Befestigungsstruktur
aus flexiblem Material ausgebildet oder daran montiert ist.
3. Sichtscheibe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsstruktur durch einen Bereich der Sichtscheibe (3) selbst mit einem
Loch (10) gebildet ist, wobei dieser Bereich vorzugsweise eine von der Sichtscheibe
(3) seitlich abstehenden Lasche (9) bildet.
4. Sichtscheibe nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Umfangsrandes des Loches (10) in der Sichtscheibe (3) durch eine Zunge
(13) gebildet ist, die elastisch gegenüber den benachbarten Abschnitten des Umfangsrandes
auslenkbar ausgeführt ist.
5. Sichtscheibe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das der Mitte des Loches (10) zugewandte Ende der Zunge (13) konkav ausgeführt ist.
6. Sichtscheibe nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im mittleren Bereich am oberen Rand und innerhalb der Schutzhaube (1) eine weitere
Befestigungsstruktur, vorzugsweise in Form eines Loches (14), vorgesehen ist.
7. Schutzhaube (1) für eine Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine darin fixierte Schichtscheibe (3) gemäss einem der Ansprüche 2 bis 6, und dadurch, dass die Befestigungsstrukturen der Sichtscheibe (3) unverbunden mit deren Material an
der Innenseite der Schutzhaube (1) liegen.
8. Tragestruktur (6) für eine Schutzhaube, vorzugsweise gemäss Anspruch 7, einer Anordnung
nach Anspruch 1, vorzugsweise mit einem integrierten Gehäuse (5) für ein Gebläse eines
aktiven Luftaustauchsystems, dadurch gekennzeichnet, dass an deren seitlichen Randstücken jeweils zumindest eine Befestigungsstruktur für eine
Sichtscheibe (3) gemäss einem der Ansprüche 2 bis 6 vorgesehen ist.
9. Tragestruktur nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsstruktur durch einen im Wesentlichen radial nach aussen abstehenden
Zapfen (11) mit vorzugsweise rundem Querschnitt gebildet ist.
10. Tragestruktur nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass am Zapfen (11) ein vorzugsweise abgerundeter Kopf (12) mit grösserem Querschnitt
ausgebildet ist.
11. Tragestruktur nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass stirnseitig im mittleren Bereich eine weitere Befestigungsstruktur, vorzugsweise
in Form eines Zapfens oder Hakens (15), vorgesehen ist.
12. Tragestruktur nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Stirnseite und in einer Höhe oberhalb des oberen Randes einer an der
Tragestruktur (6) befestigten Sichtscheibe (3) eine zumindest über einen Grossteil
der Breite der Sichtscheibe (3) reichende Einrichtung (16) zur Verhinderung von turbulenter
Strömung angeordnet ist.
13. Tragestruktur nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (16) zur Verhinderung von turbulenter Strömung eine Lage porösen
Materials, vorzugsweise eine Lage Schaumstoff, beinhaltet.