[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Umformeinrichtung zum Herstellen
eines Verpackungselements. Das Verpackungselement ist insbesondere als Verpackung
für ein Packgut bzw. zur Herstellung einer solchen Verpackung verwendbar.
[0002] Das Verpackungselement kann beispielsweise als Schale, Napf oder Becher ausgebildet
sein. Das Verpackungselement kann eine Aufnahmekavität für das Packgut aufweisen.
Die Aufnahmekavität ist mit einem Packgut, beispielsweise einer Flüssigkeit oder einem
Pulver, wie zum Beispiel Kaffeepulver, befüllbar. Nach dem Befüllen der Aufnahmekavität
mit dem Packgut kann die Aufnahmekavität mit einem, insbesondere peelfähigen, Siegel
verschlossen werden. Das Siegel kann das Packgut in der Aufnahmekavität insbesondere
gasdicht verschließen. Das Siegel kann beispielsweise eine Folie sein. Das Verpackungselement
kann einen Siegelrand aufweisen, an dem das Siegel befestigbar ist. Die Befestigung
des Siegels kann beispielsweise durch eine Schweiß- oder Klebeverbindung erfolgen.
[0003] Bei der Herstellung des Verpackungselements kann ein Vorformling, zum Beispiel in
Form eines Rohlings oder einer Ronde, zu dem Verpackungselement mit einer Umformeinrichtung
umgeformt werden. Beim Umformen wird der Vorformling in einem Ziehspalt zwischen einem
Niederhalter und einer Matrize eingespannt bzw. angeordnet. Anschließend wird der
Vorformling im Bereich eines späteren Bodens des Verpackungselements bzw. im Bereich
des späteren Bodens der Aufnahmekavität mit einem Stempel in die Matrize gezogen,
wobei Material des Vorformlings aus dem Ziehspalt in die Matrize nachfließen kann.
Beim Umformen entsteht in einem Ziehabschnitt des Verpackungselements die Aufnahmekavität
und an einem oberen Ende des Verpackungselements ein umlaufender Siegelrand. Der umlaufende
Siegelrand kann, insbesondere durch ein ungleichmäßiges Nachfließen des Materials
des Vorformlings aus dem Ziehspalt und/oder durch Faltenbildung, undefiniert und/oder
ungleichmäßig sein. Der undefinierte Siegelrand kann die dichte Befestigung des Siegels
an dem Siegelrand erschweren.
[0004] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug auf den
Stand der Technik geschilderten Probleme wenigstens teilweise zu lösen und insbesondere
ein Verfahren zum Herstellen eines Verpackungselements anzugeben, mit dem Ungleichmäßigkeiten
im Siegelrand zumindest reduzierbar sind. Zudem soll auch eine Umformeinrichtung zum
Herstellen eines Verpackungselements angegeben werden, mit der Ungleichmäßigkeiten
im Siegelrand zumindest reduzierbar sind.
[0005] Diese Aufgaben werden gelöst mit einem Verfahren und einer Umformeinrichtung gemäß
den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind
in den abhängig formulierten Ansprüchen sowie in der Beschreibung und insbesondere
auch in der Figurenbeschreibung angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Fachmann
einzelne Merkmale in technologisch sinnvoller Weise miteinander kombinieren kann und
damit zu weiteren Ausgestaltungen der Erfindung gelangt.
[0006] Hierzu trägt ein Verfahren zum Herstellen eines Verpackungselements bei, das zumindest
die folgenden Schritte aufweist:
- a) Bereitstellen eines zumindest teilweise aus einem faserbasierten Packmaterial bestehenden
Vorformlings in einer Umformeinrichtung;
- b) Niederhalten des Vorformlings mittels eines Niederhalters in einem Ziehspalt der
Umformeinrichtung mit einer Niederhaltekraft;
- c) Umformen des Vorformlings zu dem Verpackungselement mittels der Umformeinrichtung;
und
- d) Kalibrieren eines Siegelrands des Verpackungselements nach Schritt c) durch den
Niederhalter mit einer Kalibrierkraft, die größer als die Niederhaltekraft ist.
[0007] Das Verpackungselement ist insbesondere als Verpackung für ein Packgut und/oder zur
Herstellung einer Verpackung für das Packgut verwendbar. Das Verpackungselement kann
beispielsweise eine Schale, ein Napf, ein Pod oder ein Becher sein.
[0008] In einem Schritt a) wird ein zumindest teilweise aus einem faserbasierten Packmaterial
bestehender Vorformling in einer Umformeinrichtung bereitgestellt. Das Bereitstellen
kann beispielsweise mit einer, insbesondere automatischen, Fördereinrichtung erfolgen.
Der Vorformling kann ein Rohling und/oder eine Ronde sein. Der Vorformling kann flach
sein und/oder eine Materialdicke von beispielsweise 0,1 mm [Millimeter] bis 2 mm aufweisen.
Der Vorformling kann einen runden Querschnitt haben. Der Vorformling kann einen Durchmesser
von beispielsweise 20 mm bis 300 mm oder eine Kantenlänge von beispielsweise 20 mm
bis 300 mm aufweisen. Der faserbasierte Packstoff kann Fasern pflanzlicher Herkunft
und/oder Cellulose umfassen. Bei dem faserbasierten Packstoff kann es sich beispielsweise
um Papier, Pappe oder Karton handeln. Das faserbasierte Verpackungsmaterial hat insbesondere
Vorteile hinsichtlich der Recyclingfähigkeit. Der Vorformling kann eine Beschichtung
aus zumindest einem weiteren Material aufweisen und/oder mit zumindest einem weiteren
Material getränkt sein. Die Beschichtung kann beispielsweise auf einer Innenseite
und/oder einer Außenseite des Vorformlings ausgebildet sein. Die Beschichtung kann
eine Barriereschicht bilden.
[0009] Die Umformeinrichtung kann eine Tiefziehpresse sein. Die Umformeinrichtung kann einen
Stempel, eine Matrize und/oder einen Niederhalter umfassen. Der Niederhalter ist insbesondere
zwischen einer Niederhaltestellung und einer Freigabestellung entlang eines Niederhalterverfahrwegs
verstellbar. Der Niederhalterverfahrweg kann gerade und/oder vertikal verlaufen. Der
Niederhalter kann zumindest teilweise aus Metall bestehen. Der Niederhalter kann zumindest
teilweise nach Art einer Platte oder eines Rings ausgebildet sein. Der Niederhalter
weist insbesondere eine Stempelöffnung für den Stempel auf, durch die der Stempel
zumindest teilweise in die Umformkavität der Matrize verstellbar ist. Der Niederhalter
kann eine Niederhaltefläche aufweisen. Die Niederhaltefläche ist insbesondere zumindest
teilweise eben ausgebildet. Der Niederhalter bzw. die Niederhaltefläche des Niederhalters
begrenzen zumindest teilweise den Ziehspalt. Der Ziehspalt erstreckt sich insbesondere
um die zumindest eine Umformkavität. Der Ziehspalt kann zumindest teilweise zwischen
dem Niederhalter und der Matrize ausgebildet sein. Der Niederhalter kann zumindest
teilweise aus Metall bestehen und/oder den Stempel umgeben. Der Niederhalter kann
eine Stempelöffnung für den Stempel aufweisen. Der Niederhalter kann zwischen der
Niederhalteposition und der Freigabestellung elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch
verstellbar sein. Der Niederhalter ist insbesondere relativ zu der Matrize und/oder
unabhängig von dem Stempel verstellbar. Die Matrize kann zumindest eine Umformkavität
aufweisen. Die Matrize besteht insbesondere zumindest teilweise aus Metall. Die Matrize
bzw. die zumindest eine Umformkavität kann ein Negativ einer Form bzw. einer Außenform
des (herzustellenden und/oder umgeformten) Verpackungselements zumindest teilweise
bilden. Die zumindest eine Umformkavität kann nach Art einer Öffnung, Ziehöffnung
und/oder Mulde ausgebildet sein. Die zumindest eine Umformkavität kann in einer oberen
Außenfläche der Matrize ausgebildet sein. Die obere Außenflächen der Matrize kann
eben ausgebildet sein.
[0010] Nach Schritt a) wird in einem Schritt b) der Vorformling mittels des Niederhalters
in einem Ziehspalt der Umformeinrichtung mit einer Niederhaltekraft niedergehalten.
Hierzu wird der Niederhalter in die Niederhaltestellung verstellt. In der Niederhaltestellung
wird der Vorformling in dem Ziehspalt insbesondere zwischen dem Niederhalter und der
Matrize eingeklemmt. In der Niederhaltestellung kann der Ziehspalt (insbesondere in
einer vertikalen Richtung) eine Spaltbreite aufweisen, die insbesondere (im Wesentlichen)
einer Materialdicke des Vorformlings entspricht. Die Spaltbreite kann beispielsweise
0,1 mm bis 2 mm betragen. Der Niederhalter wird mit einer Niederhaltekraft auf den
Vorformling gepresst, die ein Nachfließen und/oder Nachrutschen des Vorformlings aus
dem Ziehspalt in Richtung der Umformkavität der Matrize ermöglicht. Die Niederhaltekraft
kann beispielsweise 1 N [Newton] bis 200 N betragen. Die Niederhaltekraft kann mithilfe
einer Anpresseinrichtung der Umformeinrichtung erzeugt werden.
[0011] In einem Schritt c) wird der Vorformling zu dem Verpackungselement mittels der Umformeinrichtung
umgeformt. Das Umformen erfolgt, während der Vorformling mittels des Niederhalters
in dem Ziehspalt mit der Niederhaltekraft niedergehalten wird. Die Niederhaltekraft
kann beim Umformen des Vorformlings, beispielsweise in Abhängigkeit einer Position
des Stempels, variiert werden. Hierdurch ist das Nachfließen und/oder das Nachrutschen
beim Umformen des Vorformlings (gezielt) variierbar bzw. steuerbar. Zum Umformen des
Vorformlings ist der Stempel in eine Umformstellung verstellbar, insbesondere in die
zumindest eine Umformkavität der Matrize. Beim Umformen zieht der Stempel den Vorformling,
insbesondere teilweise, in die zumindest eine Umformkavität der Matrize. Durch das
Umformen entsteht insbesondere eine Aufnahmekavität des Verpackungselements für das
Packgut. Beim Umformen kann der Vorformling durch plastische Verformung zu dem Verpackungselement
umgeformt bzw. tiefgezogen werden. Der Stempel kann beispielsweise als Patrize, Tiefziehstempel
oder Prägestock ausgebildet sein. Eine Stempelform des Stempels kann zumindest teilweise
an eine Form der zumindest einen Umformkavität angepasst sein. Der Stempel kann elektrisch,
hydraulisch und/oder pneumatische antreibbar bzw. verstellbar sein, beispielsweise
mittels eines Stempelantriebs. Der Stempel ist insbesondere relativ zu der Matrize
verstellbar, insbesondere entlang eines Stempelverfahrwegs und/oder zwischen einer
Ausgangsstellung und der Umformstellung. Der Stempelverfahrweg kann gerade und/oder
vertikal verlaufen. Beim Umformen entsteht, insbesondere aus einem Rand des Vorformlings,
in dem Ziehspalt ein, insbesondere umlaufender, Siegelrand des Verpackungselements.
Der Siegelrand kann beispielsweise eine Siegelrandbreite von 0,5 mm [Millimeter] bis
10 mm aufweisen. Die Siegelrandbreite kann entlang des Siegelrands insbesondere (im
Wesentlichen) konstant sein. An dem Siegelrand ist ein Siegel zum Verschließen der
Aufnahmekavität des Verpackungselements, beispielsweise mittels einer Klebeverbindung
und/oder Schweißverbindung, befestigbar. Das Siegel kann beispielsweise als Folie
ausgebildet sein. Die Aufnahmekavität ist durch das Siegel insbesondere fluiddicht,
gasdicht und/oder luftdicht verschließbar.
[0012] In einem Schritt d) wird der Siegelrand des Verpackungselement nach Schritt c) durch
den Niederhalter mit einer Kalibrierkraft kalibriert, die größer als die Niederhaltekraft
ist. Schritt d) wird insbesondere erst ausgeführt, nachdem der Vorformling in Schritt
c) vollständig umgeformt wurde und/oder nachdem der Stempel in Schritt c) vollständig
in die Umformstellung verstellt wurde. Beim Kalibrieren wird der Niederhalter mit
der Kalibrierkraft auf den Siegelrand des Verpackungselements im Ziehspalt gepresst
und/oder insbesondere der Siegelrand des Verpackungselements im Ziehspalt, insbesondere
zwischen dem Niederhalter und der Matrize, mit der Kalibrierkraft eingeklemmt. Die
Kalibrierkraft ist größer als die, insbesondere maximale, Niederhaltekraft während
Schritt c). Das Kalibrieren in Schritt d) kann mit einer Kalibrierkraft erfolgen,
die (insbesondere erheblich) größer als eine Niederhaltekraft ist, die in Schritt
c) ein ausreichendes Nachfließen und/oder ein ausreichendes Nachrutschen des Vorformlings
aus dem Ziehspalt (noch) ermöglicht. Mit anderen Worten kann das Kalibrieren in Schritt
d) mit einer Kalibrierkraft erfolgen, die (insbesondere erheblich) größer als eine
in Schritt c) maximal zulässige Niederhaltekraft ist. Bei der maximal zulässigen Niederhaltekraft
in Schritt c) handelt es sich um eine Niederhaltekraft, bei deren Überschreiten beim
Umformen des Vorformlings zu dem Verpackungselement Risse in dem Verpackungselement
entstehen. Die Kalibrierkraft kann mittels der Anpresseinrichtung der Umformeinrichtung
erzeugt werden.
[0013] Durch das Kalibrieren des Siegelrands mit der Kalibrierkraft können beim Umformen
in Schritt c) im Siegelrand des Verpackungselements entstandene Falten zumindest teilweise
oder vollständig geglättet werden. Hierdurch können Undichtigkeiten beim Befestigen
des Siegels an dem Siegelrand vermieden werden.
[0014] Die Kalibrierkraft kann mindestens doppelt so groß wie die (in Schritt c) maximale)
Niederhaltekraft sein. Die Kalibrierkraft kann bevorzugt mindestens zehnmal, mindestens
hundertmal oder mindestens tausendmal so groß wie die (in Schritt c) maximale) Niederhaltekraft
sein.
[0015] Die Kalibrierkraft kann mindestens 0,5 kN (Kilonewton) betragen. Die Kalibrierkraft
kann bevorzugt mindestens 1 kN, mindestens 5 kN, mindestens 10 kN, mindestens 50 kN
oder mindestens 100 kN betragen. Die Kalibrierkraft kann insbesondere bis zu 120 kN
betragen. Die Kalibrierkraft kann beispielswiese 0,5 kN bis 120 kN, 1 kN bis 120 kN,
5 kN bis 120 kN, 10 kN bis 120 kN, 50 kN bis 120 kN oder 100 kN bis 120 kN betragen.
[0016] Das Kalibrieren kann mit einer Kalibrierdauer von 1 Sekunde bis 10 Sekunden erfolgen.
[0017] Einem weiteren Aspekt folgend wird auch eine Umformeinrichtung zum Herstellen eines
Verpackungselements vorgeschlagen, die zumindest Folgendes aufweist:
- einen Stempel zum Umformen eines Vorformlings zu dem Verpackungselement;
- einen Niederhalter zum Niederhalten des Vorformlings mit einer Niederhaltekraft in
einem Ziehspalt während des Umformens;
- eine Anpresseinrichtung für den Niederhalter;
- eine Steuerung zum Steuern der Anpresseinrichtung, die dazu eingerichtet und vorgesehen
ist, nach dem Umformen des Vorformlings zu dem Verpackungselement einen Siegelrand
des Verpackungselements durch den Niederhalter mit einer Kalibrierkraft zu kalibrieren,
die größer als die Niederhaltekraft ist.
[0018] Die Umformeinrichtung und/oder die Steuerung können zur Durchführung des hier beschriebenen
Verfahrens dienen bzw. zur Durchführung des hier beschriebenen Verfahrens eingerichtet
und/oder vorgesehen sein.
[0019] Bei der Anpresseinrichtung kann es sich um eine elektrische, hydraulische und/oder
pneumatische Anpresseinrichtung handeln. Durch die Anpresseinrichtung ist der Niederhalter
insbesondere zwischen der Freigabestellung und der Niederhaltestellung entlang des
Niederhalterverfahrwegs verstellbar. Durch die Anpresseinrichtung ist insbesondere
die Niederhaltekraft und/oder die Kalibrierkraft des Niederhalters erzeugbar.
[0020] Die Umformeinrichtung kann eine Einrichtung zur variablen Gestaltung (Abstand) des
Ziehspaltes während des Umformens aufweisen. Die Umformeinrichtung kann eine Einrichtung
zum Einstellen einer Spaltbreite des Ziehspalts beim Umformen aufweisen. Die Spaltbreite
kann sich insbesondere in einer vertikalen Richtung und/oder parallel zum Stempelverfahrweg
bemessen.
[0021] Bei der Steuerung handelt es sich insbesondere um eine elektronische Steuerung. Die
Steuerung kann zumindest einen Mikroprozessor umfassen. Durch die Steuerung ist insbesondere
das Verstellen des Niederhalters entlang des Niederhalterverfahrwegs, die Höhe der
Niederhaltekraft und/oder die Höhe der Kalibrierkraft steuerbar. Die Steuerung kann
zur Steuerung der Umformeinrichtung eingerichtet und/oder vorgesehen sein. Insbesondere
können die Schritte a), b), c) und/oder d) des Verfahrens durch die Steuerung zumindest
teilweise (insbesondere automatisch) steuerbar bzw. durchführbar sein. Die Steuerung
kann datenleitend mit der Anpresseinrichtung und/oder dem Stempelantrieb verbunden
sein.
[0022] Die Anpresseinrichtung kann eine Welle mit zumindest einem Exzenterabschnitt aufweisen.
Die Welle kann zumindest teilweise aus Metall bestehen. Die Welle kann mithilfe eines
Antriebs, beispielsweise eines Elektromotors, um eine Drehachse drehbar sein. Die
Welle kann, beispielsweise an einem längsseitigen Wellenende der Welle, mit einem
Rotor des Antriebs verbunden sein. Die Verbindung zwischen der Welle und dem Rotor
kann über eine Kupplung erfolgen. Der Antrieb kann durch die Steuerung der Umformeinrichtung
steuerbar sein. Die Welle kann (insbesondere parallel zu der Drehachse) eine Wellenlänge
von beispielsweise 100 mm bis 1.000 mm aufweisen. Die Welle kann zumindest einen Lagerabschnitt
aufweisen. Der zumindest eine Lagerabschnitt kann (insbesondere orthogonal zu der
Drehachse) einen Lagerabschnittsdurchmesser von beispielsweise 10 mm bis 100 mm aufweisen.
Die Welle kann mit dem zumindest einen Lagerabschnitt in zumindest einem Drehstützlager
der Umformeinrichtung bzw. eines Maschinengestells der Umformeinrichtung drehbar gelagert
sein. Bei dem zumindest einen Drehstützlager kann es sich beispielsweise um ein Rollenlager
handeln. Die Welle und/oder das zumindest eine Drehstützlager kann ortsfest an dem
Maschinengestell der Umformeinrichtung befestigt sein.
[0023] Der zumindest eine Exzenterabschnitt kann (insbesondere orthogonal zu der Drehachse)
einen kreisrunden Querschnitt aufweisen, dessen Mittelpunkt außerhalb der Drehachse
der Welle liegt. Der zumindest eine Exzenterabschnitt kann einen Exzenterabschnittsdurchmesser
von beispielsweise 15 mm bis 150 mm aufweisen. Durch den zumindest einen Exzenterabschnitt
ist eine Drehbewegung der Welle um die Drehachse in eine translatorische Bewegung
des Niederhalters entlang des Niederhalterverfahrwegs umwandelbar. Je weiter der zumindest
eine Exzenterabschnitt der Welle, insbesondere mittels der Steuerung und/oder mittels
des Antriebs, in Richtung der Matrize gedreht wird, desto weiter ist der Niederhalter
in Richtung der Matrize und/oder in die Niederhaltestellung bewegbar. Je weiter der
zumindest eine Exzenterabschnitt der Welle, insbesondere mittels der Steuerung und/oder
mittels des Antriebs, in Richtung der Matrize gedreht wird, desto größer ist die Niederhaltekraft,
mit der der Niederhalter auf den Vorformling gedrückt wird, und/oder desto größer
ist die Kalibrierkraft, mit der der Niederhalter auf den Siegelrand des Verpackungselements
gedrückt wird. Mittels der Welle sind insbesondere besonders hohe Kalibrierkräfte
erzeugbar.
[0024] Die Welle kann um eine Drehachse drehbar sein, die orthogonal zu einem Niederhalterverfahrweg
des Niederhalters verläuft. Die Drehachse kann sich horizontal und/oder der Niederhalterverfahrweg
vertikal erstrecken Hierdurch ist ein Bauraumbedarf der Umformeinrichtung reduzierbar.
[0025] Der zumindest eine Exzenterabschnitt kann in einem Drehlager des Niederhalters angeordnet
sein. Bei dem zumindest einen Drehlager kann es sich beispielsweise um ein Kurvenlager
oder Rollenkurvenlager handeln.
[0026] Die Welle kann sich durch den Stempel erstrecken. Insbesondere kann sich die Welle
durch eine in dem Stempel ausgebildete Öffnung erstrecken. Die Öffnung ist insbesondere
derart ausgebildet, dass der Stempel mittels des Stempelantriebs entlang des Stempelverfahrwegs
verstellbar ist, während sich die Welle durch die Öffnung des Stempels erstreckt.
Die Öffnung kann beispielsweise als Langloch ausgebildet sein.
[0027] Anzumerken ist, dass die im Zusammenhang mit dem Verfahren geschilderten Vorteile
und Merkmale auch für die Umformeinrichtung anwendbar und übertragbar sind. Zudem
sind die im Zusammenhang mit der Umformeinrichtung geschilderten Vorteile und Merkmale
auch für das Verfahren anwendbar und übertragbar.
[0028] Die Erfindung sowie das technische Umfeld der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren näher erläutert. Die Figuren zeigen ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel,
auf welche die Erfindung nicht beschränkt ist. Es ist insbesondere darauf hinzuweisen,
dass die Figuren und insbesondere die in den Figuren dargestellten Größenverhältnisse
nur schematisch sind. Es zeigen beispielhaft und schematisch:
- Fig.1:
- eine Umformeinrichtung mit einem Niederhalter in einer Freigabestellung und einem
Stempel in einer Ausgangsstellung in einem Längsschnitt;
- Fig. 2:
- die Umformeinrichtung mit dem Niederhalter in einer Niederhaltestellung und dem Stempel
in der Ausgangsstellung in dem Längsschnitt;
- Fig. 3:
- die Umformeinrichtung mit dem Niederhalter in der Niederhaltestellung und dem Stempel
in einer Umformstellung in dem Längsschnitt;
- Fig. 4:
- die Umformeinrichtung mit dem Niederhalter in der Niederhaltestellung und dem Stempel
in der Ausgangsstellung in dem Längsschnitt;
- Fig. 5:
- die Umformeinrichtung in dem Längsschnitt; und
- Fig. 6:
- eine Welle einer Anpresseinrichtung der Umformeinrichtung in einer perspektivischen
Darstellung.
[0029] Fig. 1 zeigt eine Umformeinrichtung 3 in einem Längsschnitt. Die Umformeinrichtung
3 umfasst einen Stempel 7, einen Niederhalter 4 und eine Matrize 18 mit einer Umformkavität
19. Der Stempel 7 erstreckt sich durch eine Stempelöffnung 20 des Niederhalters 4
und befindet sich in Fig. 1 in einer Ausgangsstellung 21. Der Stempel 7 ist zwischen
der Ausgangsstellung 21 und einer in Fig. 3 gezeigten Umformstellung 22 entlang eines
vertikalen Stempelverfahrwegs 23 mit einem in Fig. 5 gezeigten Stempelantrieb 27 verstellbar.
Der Niederhalter 4 befindet sich in Fig. 1 in einer Freigabestellung 24. Der Niederhalter
4 ist zwischen der Freigabestellung 24 und einer in den Fig. 2 bis 4 gezeigten Niederhaltestellung
25 mit einer in Fig. 5 gezeigten Anpresseinrichtung 8 entlang eines vertikalen Niederhalterverfahrwegs
26 verstellbar. Befinden sich der Stempel 7 in der Ausgangsstellung 21 und der Niederhalter
4 in der Freigabestellung 24, kann in einem Schritt a) ein Vorformling 2 in der Umformeinrichtung
3 bereitgestellt werden. Bei dem Vorformling 2 handelt es sich hier um eine Ronde.
Die Bereitstellung des Vorformlings 2 kann mit einer hier nicht gezeigten Fördereinrichtung
erfolgen. Der Vorformling 2 wurde in Fig. 1 auf einer oberen Außenfläche 28 der Matrize
18 angeordnet.
[0030] Fig. 2 zeigt die Umformeinrichtung 3, nachdem der Niederhalter 4 in einem Schritt
b) aus der in Fig. 1 gezeigten Freigabestellung 24 in die Niederhaltestellung 25 verstellt
wurde. In der Niederhaltestellung 25 kann der Niederhalter4 den Vorformling 2 im Schritt
b) in einem Ziehspalt 5 mit einer Niederhaltekraft 29 niederhalten. Der Ziehspalt
5 ist zwischen dem Niederhalter 4 und der oberen Außenfläche 28 der Matrize 18 ausgebildet.
Der Stempel 7 befindet sich in Fig. 2 weiterhin in der Ausgangsstellung 21
[0031] Fig. 3 zeigt die Umformeinrichtung 3, nachdem der Stempel 2 in einem Schritt c) aus
der in Fig. 2 gezeigten Ausgangsstellung 21 entlang des Stempelverfahrwegs 23 in die
Umformstellung 22 verstellt wurde. Hierbei zieht der Stempel 7 den in Fig. 1 und 2
gezeigten Vorformling 2 in die Umformkavität 19 der Matrize 18, sodass der Vorformling
2 zu einem becherförmigen Verpackungselement 1 umgeformt wird. Bei der Umformung des
Vorformlings 2 zu dem Verpackungselement 1 hält der Niederhalter 4 den Vorformling
2 mit der Niederhaltekraft 29 in dem Ziehspalt 5 nieder, sodass ein in Fig. 2 gezeigter
Rand 14 des Vorformlings 2 teilweise aus dem Ziehspalt 5 in die Umformkavität 19 der
Matrize 18 ziehbar ist. Der nach dem Umformen des Vorformlings 2 zu dem Verpackungselement
1 in dem Ziehspalt 5 verbleibende Rand 14 bildet einen Siegelrand 6 des Verpackungselements
1.
[0032] Fig. 4 zeigt die Umformeinrichtung 3 nach Schritt c) in einem Schritt d) beim Kalibrieren
des Siegelrands 6 des Verpackungselements 1. Beim Kalibrieren des Siegelrands 6 presst
der Niederhalter 4 den Siegelrand 6 in dem Ziehspalt 5 auf die obere Außenfläche 28
der Matrize 18 mit einer Kalibrierkraft 30, die größer ist als die in Fig. 2 und 3
gezeigte Niederhaltekraft 29. Hierdurch werden beim Umformen in Schritt c) entstehende
Falten im Siegelrand 6 zumindest teilweise geglättet und/oder entfernt. Nach dem Kalibrieren
des Siegelrands 6 werden der Stempel 7 zurück in die in Fig. 1 und 2 gezeigte Ausgangsstellung
21 und der Niederhalter 4 aus der Niederhaltestellung 25 zurück in die in Fig. 1 gezeigte
Freigabestellung 24 verstellt. Hierdurch kann das Verpackungselement 1 aus der Umformeinrichtung
3 entnommen werden.
[0033] In Fig. 5 ist die Umformeinrichtung 3 in einem Längsschnitt mit höherem Detaillierungsgrad
dargestellt. Der Niederhalter 4 ist entlang des Niederhalterverfahrwegs 26 mit der
Anpresseinrichtung 8 verstellbar. Die Anpresseinrichtung 8 umfasst eine Welle 10,
die mithilfe eines Elektromotors 17 um eine Drehachse 13 drehbar ist. Die Welle 10
ist über eine Kupplung 36 mit einem Rotor 37 des Elektromotors 17 verbunden. Der Elektromotor
17 ist durch eine Steuerung 9 der Umformeinrichtung 3 steuerbar. Die Welle 10 weist
einen in Fig. 6 gezeigten ersten Lagerabschnitt 31 und einen in Fig. 6 gezeigten zweiten
Lagerabschnitt 32 auf. Die Welle 10 ist mit dem ersten Lagerabschnitt 31 in einem
ersten Drehstützlager 33 der Umformeinrichtung 3 und mit dem zweiten Lagerabschnitt
32 in einem zweiten Drehstützlager 34 der Umformeinrichtung 3 drehbar gelagert. Bei
den Drehstützlagern 33, 34 kann es sich beispielsweise um Rollenlager handeln. Die
Drehstützlager 33, 34 sind ortsfest an einem hier nur teilweise dargestellten Maschinengestell
35 der Umformeinrichtung 3 befestigt. Die Welle 10 weist einen in Fig. 6 gezeigten
ersten Exzenterabschnitt 11 und einen in Fig. 6 gezeigten zweiten Exzenterabschnitt
12 auf. Die Exzenterabschnitte 11, 12 weisen jeweils (orthogonal zu der Drehachse
13) einen kreisrunden Querschnitt auf, dessen Mittelpunkt außerhalb der Drehachse
13 liegt. Der erste Exzenterabschnitt 11 ist in einem ersten Drehlager 15 des Niederhalters
4 und der zweite Exzenterabschnitt 12 in einem zweiten Drehlager 16 des Niederhalters
4 angeordnet, sodass eine Drehbewegung der Welle 10 um die Drehachse 13 in eine translatorische
Bewegung des Niederhalters 4 entlang des Niederhalterverfahrwegs 26 umwandelbar ist.
Bei den Drehlagern 15, 16 kann es sich beispielsweise um ein Kurvenlager oder Rollenkurvenlager
handeln. Je weiter die Exzenterabschnitte 11, 12 der Welle 10, insbesondere mittels
der Steuerung 9 und/oder dem Elektromotor 17, in Richtung der Matrize 18 gedreht werden,
desto weiter wird der Niederhalter 4 in Richtung der Matrize 18 bewegt und/oder desto
größer ist die Kraft, mit der der Niederhalter 4 im Ziehspalt 5 auf den in den Fig.
1 und 2 gezeigten Vorformling 2 bzw. auf das Verpackungselement 1 gepresst wird.
[0034] Die Welle 10 erstreckt sich mit einem in Fig. 6 gezeigten Verbindungsabschnitt 38
durch eine in dem Stempel 7 ausgebildete Öffnung 39. Der Verbindungsabschnitt 38 verbindet
die in Fig. 6 gezeigten Exzenterabschnitte 11, 12 der Welle 10. Die Öffnung 39 ist
derart ausgebildet, dass der Stempel 7 mittels des Stempelantriebs 27 entlang des
Stempelverfahrwegs 23 verstellbar ist. Die Öffnung 39 ist hier als Langloch ausgebildet.
Der Stempelverfahrweg 23 des Stempels 7 verläuft orthogonal zu der Drehachse 13 der
Welle 10. Der Stempelverfahrweg 23 des Stempels 7 verläuft vertikal und die Drehachse
13 der Welle 10 horizontal.
[0035] Fig. 6 zeigt die Welle 10 in einer perspektivischen Darstellung. Die Welle 10 weist
(parallel zu der Drehachse 13) eine Wellenlänge 40 auf. Die Lagerabschnitte 31, 32
weisen jeweils einen Lagerabschnittsdurchmesser 41 und die Exzenterabschnitte 11,
12 jeweils einen Exzenterabschnittsdurchmesser 42 auf.
[0036] Durch die Erfindung sind Ungleichmäßigkeiten im Siegelrand 6 zumindest reduzierbar.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Verpackungselement
- 2
- Vorformling
- 3
- Umformeinrichtung
- 4
- Niederhalter
- 5
- Ziehspalt
- 6
- Siegelrand
- 7
- Stempel
- 8
- Anpresseinrichtung
- 9
- Steuerung
- 10
- Welle
- 11
- erster Exzenterabschnitt
- 12
- zweiter Exzenterabschnitt
- 13
- Drehachse
- 14
- Rand
- 15
- erstes Drehlager
- 16
- zweites Drehlager
- 17
- Elektromotor
- 18
- Matrize
- 19
- Umformkavität
- 20
- Stempelöffnung
- 21
- Ausgangsstellung
- 22
- Umformstellung
- 23
- Stempelverfahrweg
- 24
- Freigabestellung
- 25
- Niederhaltestellung
- 26
- Niederhalterverfahrweg
- 27
- Stempelantrieb
- 28
- obere Außenfläche
- 29
- Niederhaltekraft
- 30
- Kalibrierkraft
- 31
- erster Lagerabschnitt
- 32
- zweiter Lagerabschnitt
- 33
- erstes Drehstützlager
- 34
- zweites Drehstützlager
- 35
- Maschinengestell
- 36
- Kupplung
- 37
- Rotor
- 38
- Verbindungsabschnitt
- 39
- Öffnung
- 40
- eine Wellenlänge
- 41
- Lagerabschnittsdurchmesser
- 42
- Exzenterabschnittsdurchmesser
1. Verfahren zum Herstellen eines Verpackungselements (1), aufweisend zumindest die folgenden
Schritte:
a) Bereitstellen eines zumindest teilweise aus einem faserbasierten Packmaterial bestehenden
Vorformlings (2) in einer Umformeinrichtung (3);
b) Niederhalten des Vorformlings (2) mittels eines Niederhalters (4) in einem Ziehspalt
(5) der Umformeinrichtung (3) mit einer Niederhaltekraft (29);
c) Umformen des Vorformlings (2) zu dem Verpackungselement (1) mittels der Umformeinrichtung
(3); und
d) Kalibrieren eines Siegelrands (6) des Verpackungselements (1) nach Schritt c) durch
den Niederhalter (4) mit einer Kalibrierkraft (30), die größer als die Niederhaltekraft
(29) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Kalibrierkraft (30) mindestens doppelt so groß
wie die Niederhaltekraft (29) ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kalibrierkraft (30) mindestens
0,5 kN beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kalibrieren mit einer
Kalibrierdauer von 1 Sekunde bis 10 Sekunden erfolgt.
5. Umformeinrichtung (3) zum Herstellen eines Verpackungselements (1), das zumindest
teilweise aus einem faserbasierten Packmaterial besteht, zumindest aufweisend:
- einen Stempel (7) zum Umformen eines Vorformlings (2) zu dem Verpackungselement
(1);
- einen Niederhalter (4) zum Niederhalten des Vorformlings (2) mit einer Niederhaltekraft
(29) in einem Ziehspalt (5) während des Umformens;
- eine Anpresseinrichtung (8) für den Niederhalter (4); - eine Steuerung (9) zum Steuern
der Anpresseinrichtung (8), die dazu eingerichtet und vorgesehen ist, nach dem Umformen
des Vorformlings (2) zu dem Verpackungselement (1) einen Siegelrand (6) des Verpackungselements
(1) durch den Niederhalter (4) mit einer Kalibrierkraft (30) zu kalibrieren, die größer
als die Niederhaltekraft (29) ist.
6. Umformeinrichtung (3) nach Anspruch 5, wobei die Anpresseinrichtung (8) eine Welle
(10) mit zumindest einem Exzenterabschnitt (11, 12) aufweist.
7. Umformeinrichtung (3) nach Anspruch 6, wobei die Welle (10) um eine Drehachse (13)
drehbar ist, die orthogonal zu einem Niederhalterverfahrweg (26) des Niederhalters
(4) verläuft.
8. Umformeinrichtung (3) nach Anspruch 6 oder 7, wobei der zumindest eine Exzenterabschnitt
(11, 12) in zumindest einem Drehlager (15, 16) des Niederhalters (4) angeordnet ist.
9. Umformeinrichtung (3) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei die Welle (10) sich
durch den Stempel (7) erstreckt.
10. Umformeinrichtung (3) nach einem der Ansprüche 5 bis 9, wobei die Anpresseinrichtung
(8) einen Elektromotor (17) aufweist.