[0001] Die Erfindung betrifft ein Heizgerät, eingerichtet zur Verbrennung eines Wasserstoff
enthaltenden Brenngases.
[0002] Die Wasserstoffverbrennung in Heizgeräten rückt stärker in den Fokus für die Allgemeinheit,
also insbesondere für häusliche Heizgeräte für eine Heizung und/oder eine Warmwasserbereitung.
[0003] Dabei unterscheidet sich eine Verbrennung von Wasserstoff deutlich von der Verbrennung
von fossilen Brenngasen. So können, unter anderem aufgrund einer hohen Flammengeschwindigkeit
von Wasserstoff, vermehrt Flammenrückschläge auftreten, die ein die das Heizgerät
beschädigen. Neben einem Ausfall des Heizgerätes und damit verbundenen Aufwendungen
für die Instandsetzung kann in Folge der Beschädigung auch unverbranntes Brenngas
in die Umgebung austreten und ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Häufig
wurden Schäden an einem Heizgerät infolge eines Flammenrückschlages an Bauteilen wie
einem Gebläse, einem Gasventil oder anderen, Kunststoff als Material umfassenden Komponenten
festgestellt.
[0004] Zur Vermeidung von Flammenrückschlägen sind aus dem Stand der Technik beispielsweise
Flammensperren bekannt, die eine Flammenausbreitung in den Brenner verhindern sollen.
Eine derartige Flammensperre wird beispielsweise in der
EP 4 160 092 A1 vorgeschlagen. Dabei müssen Flammensperren in ihrer Lebenszeit häufig mehrere Flammenrückschlägen
ohne Einschränkung der Funktionalität standhalten, wobei sich auch der Strömungswiderstand
nicht wesentlich ändern sollte. Diese hohen Anforderungen an die Wirksamkeit und Lebensdauer
von Flammensperren können nachteilig kaum, oder nur mit einem erheblichen Aufwand,
erfüllt werden.
[0005] Zudem kann bei der Verbrennung von Wasserstoff eine störende Geräuschentwicklung
auftreten. Die Ursachen hierfür könnten in einer, in bestimmten Betriebssituationen
auftretenden Flammeninstabilität der Wasserstoffflammen liegen.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten
Probleme zumindest teilweise zu lindern oder zu lösen. Insbesondere soll ein Heizgerät
mit einer Brenneranordnung angegeben werden, dass effektiv ein Auftreten von Flammenrückschlägen
verhindert und langlebig ist. Weiter ist wünschenswert, dass eine einfache nachträgliche
Ausrüstung bestehender Heizgeräte mit der Erfindung möglich ist und insbesondere auch
nur geringer technische Änderungen bedarf.
[0007] Diese Aufgaben werden gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der hier vorgeschlagenen Lösung sind in den unabhängigen
Patentansprüchen angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass die in den abhängigen
Patentansprüchen aufgeführten Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller, Weise
miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung definieren.
Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale in der Beschreibung
näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung
dargestellt werden.
[0008] Hierzu trägt ein Heizgerät bei, das zur Verbrennung eines Verbrennungsgemisches aus
einem Brenngas und Verbrennungsluft eingerichtet ist, wobei das Brenngas einem Anteil
Wasserstoff von mindestens 80 Prozent aufweist. Das Verbrennungsgemisch kann mittels
einer Fördereinrichtung durch einen Gemischkanal einer Brenneranordnung des Heizgerätes
zugeführt werden. Die Brenneranordnung weist zumindest folgendes auf:
- einen Brennerhohlraum,
- ein Brenneraustrittselement, durch das Verbrennungsgemisch aus dem Brennerhohlraum
in eine Brennkammer austreten kann, sowie
- eine im Brennerhohlraum angeordnete Drosseleinrichtung, die sich über den gesamten,
für das durchströmende Verbrennungsgemisch zur Verfügung stehenden, Strömungsquerschnitt
erstreckt und einen Druckabfall DAD in einem Bereich von 25 Prozent bis 40 Prozent des Druckabfalls DAB des Brenneraustrittselementes bewirkt.
[0009] Das Heizgerät kann der Versorgung eines Gebäudes mit Heizungswärme und/ oder Warmwasser
dienen und als wandhängend oder stehend anzuordnen sein. Insbesondere kann das Heizgerät
einen Wärmeleistung von bis zu 50 Kilowatt erbringen.
[0010] Das Heizgerät kann über eine Luftzuführung einen Massestrom Verbrennungsluft mittels
einer Fördereinrichtung ansaugen, dem ein, einem vorgegebenen Verbrennungsluftverhältnis,
auch als Lambda oder Luftzahl bezeichnet, entsprechender Massestrom Brenngas zugesetzt
wird. Das einstehende Verbrennungsgemisch kann über einen Gemischkanal der Brenneranordnung
zugeführt werden, und dort in den Brennerhohlraum der Brenneranordnung einströmen
um anschließend durch das Brenneraustrittselement in die Brennkammer austreten und
dort verbrannt werden. Hierfür kann das Heizgerät eine Zündeinrichtung umfassen, um
das Verbrennungsgemisch am Brenneraustrittselement zu entzünden. Die Verbrennungsprodukte
können nunmehr über einen Abgaskanal des Heizgerätes einer Abgasanlage des Gebäudes
zugeführt werden. Häufig ist bei einem Heizgerät in einer Durchströmungsrichtung desselben
gesehen, einem Mischpunkt, in dem der Massestrom Verbrennungsluft und der Massestrom
Brenngas zusammengeführt werden, die Fördereinrichtung und der Gemischkanal nachgeordnet.
Das Heizgerät kann zur Steuerung des Massestromes Brenngas ein Gasventil aufweisen,
das in der Regel ein Gassicherheitsventil und ein Gasregelventil umfassen kann. Das
Gasregelventil kann dabei insbesondere ein Schrittmotorventil sein, dass einen definierten
Massestrom Brenngas einstellen kann. Alternativ kann das Gasregelventil auch einen
Massestrom Brenngas entsprechend einem übermittelten Steuerdruck abgeben. Der Steuerdruck
kann dabei in einer Venturieinrichtung erfasst werden und ein Maß für den geförderten
Massestrom Verbrennungsluft sein. Diese Ausgestaltung wird auch als pneumatischen
Gas-Luftverbund bezeichnet. Das Sicherheitsventil soll ein Austreten unverbrannten
Wasserstoffs verhindern und wird beispielsweise bei einem Startvorgang des Heizgerätes
erst nach dem Anfahren der Fördereinrichtung für eine, für den Startvorgang geeignete,
Startleistung freigegeben. Die vorgenannten Komponenten können alle Teile des Heizgerätes
selbst sein.
[0011] Das Heizgerät kann insbesondere die Brennerleistung an den Bedarf anpassen, was auch
als "Modulieren" bezeichnet wird. Hierzu kann bei einem Erkennen eines geänderten
Wärmebedarfs, beispielsweise unter Einbeziehung einer Vorlauf- und Rücklauftemperatur
eines mit dem Heizgerät verbundenen Heizkreises, ein Regel- und Steuergerät des Heizgerätes
eine Leistung des Gebläses des Heizgerätes und damit den Massestrom Verbrennungsluft
an den Wärmebedarf anpassen. Gleichzeitig passt eine Regelung den Wasserstoffmassestrom
an den sich ändernden Massestrom Verbrennungsluft an. Häufig wird zur Vermeidung von
Flammenrückschlägen in niedrigen Leistungsbereichen das Verbrennungsluftverhältnis
angepasst, insbesondere der Anteil Verbrennungsluft erhöht. Durch die damit verbundene
Steigerung der Strömungsgeschwindigkeit (bei gleicher Leistung des Heizgerätes) und
Senkung der Flammengeschwindigkeit kann das Risiko von Flammenrückschlägen gemindert
werden. Trotzdem besteht bei einem Modulationsvorgang des Heizgerätes ein erhöhtes
Risiko des Auftretens eines Flammenrückschlages, das durch die hier vorgeschlagenen
Maßnahmen gemindert werden kann.
[0012] Die Brenneranordnung umfasst dabei zumindest einen Brennerhohlraum und ein Brenneraustrittselement,
durch das das Verbrennungsgemisch in eine Brennkammer zur Verbrennung austreten kann.
Der Brennerhohlraum kann dabei zudem über eine Brennerhaube verfügen, in der häufig
ein Einlass für das Verbrennungsgemisch angeordnet ist. Bei einem Brenner in Zylinderform
besteht die Brennerhaube häufig in einer Brennertür, die gleichzeitig den Brennraum
begrenzt. Bei einem Flachbrenner bzw. einem Brenner mit einem ebenen Brenneraustrittselement
kann die Brennerhaube den Brennerhohlraum gegenüber der Umgebung abgrenzen.
[0013] Das Brenneraustrittselement kann dabei eine zylindrische oder insbesondere ebene
Form aufweisen. Das Brenneraustrittselement umfasst eine Vielzahl von Öffnungen, die
vom Verbrennungsgemisch durchströmt werden können. Häufig wird ein Brenneraustrittselement
auch als Lochblech bezeichnet. Im Regelbetrieb des Heizgerätes tritt das Verbrennungsgemisch
durch das Brenneraustrittselement und verbrennt danach oberhalb des Brenneraustrittselements
in der Brennkammer.
[0014] Die Ausgestaltung des Brenneraustrittselementes bedingt einen Druckabfall desselben,
der bei der Entwicklung eingestellt wird und insofern bekannt ist oder leicht ermittelt
werden kann. Ein Gedanke der Erfindung besteht darin, einen Druckabfall der Drosseleinrichtung
in Abhängigkeit des Druckabfalls des Brenneraustrittselementes einzustellen und dadurch
ein Auftreten von Flammenrückschlägen signifikant zu mindern.
[0015] Die Brennkammer kann einen oder mehrere Wärmetauscher umfassen, die bei der Verbrennung
entstehende Wärme auf einen in einem Heizkreis zirkulierenden Wärmeträger oder auch
Brauchwasser übertragen können. Bei dem Heizgerät kann es sich insbesondere um ein
kondensierendes Heizgerät, auch als Brennwertheizgerät bezeichnet, handeln, bei dem
das Abgas auf eine Temperatur abkühlt wird, die eine Nutzung der Kondensationswärme
des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes ermöglicht.
[0016] Das Heizgerät ist zur Verbrennung eines Brenngases mit einem Anteil von (reinem)
Wasserstoff von mindestens 80 Prozent. Insbesondere kann das Heizgerät zu Verbrennung
von einem Brenngas mit einem Anteil von mindestens 90 oder 95 Prozent oder auch weitestgehend
reinem Wasserstoff eingerichtet sein.
[0017] Bei der Drosseleinrichtung handelt es sich um eine Einrichtung bzw. eine Bauteilanordnung,
die einen definierten, vorgegebenen Druckabfall des Massestromes Verbrennungsgemisch
bei dessen Durchströmung bewirkt. So wurde im Rahmen der Erfindung erkannt, dass durch
einen vorgegebenen, gezielt eingestellten Druckabfall DA
D in Durchströmungsrichtung des Heizgerätes gesehen, vor dem Brenneraustrittselement,
die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens eines Flammenrückschlages erheblich gesenkt
werden kann. Vorteilhaft kann hierzu auf den Einsatz einer Flammensperre, der mit
hohen Aufwendungen und möglichen Mängeln hinsichtlich der Langlebigkeit einhergeht,
verzichtet werden. Dabei kann die Drosseleinrichtung ein flächiges Gebilde sein, das
einen definierten Strömungswiderstand aufweist. Die Drosseleinrichtung kann beispielsweise
aus einem Gitter bzw. einer Gitterstruktur, einem Gewebe, einem Lochblech, einem Wabenkörper,
einem Schaumkörper bestehen bzw. mit mindestens einer dieser Komponenten ausgebildet
sein. Die Drosseleinrichtung bzw. die mindestens eine vorstehende Komponente besteht
insbesondere aus einem metallischen Werkstoff.
[0018] Gemäß einer (alternativen) Ausgestaltung kann die Drosseleinrichtung in einem Gemischkanal
des Heizgerätes der Fördereinrichtung angeordnet sein, und zwar in einer Durchströmungsrichtung
des Gemisches gesehen nachfolgend der Fördereinrichtung und vorgelagert der Brennkammer.
[0019] Die Drosseleinrichtung bewirkt einen Druckabfall DA
D des durchströmenden Verbrennungsgemisches von mindestens 25 Prozent des Druckabfalls
DAs des Brenneraustrittselementes. Insbesondere kann die Drosseleinrichtung einen
Druckabfall DA
D von mindestens 30 Prozent und insbesondere 33 Prozent oder sogar 40 Prozent des Druckabfalls
DAs des Brenneraustrittselementes erzeugen. Ein Druckabfall bezeichnet dabei die Minderung
des Druckes bei der Durchströmung des Brenneraustrittselementes bzw. der Drosseleinrichtung
mit einem Gas (dem Verbrennungsgemisch). Bei einem derart eingestellten Druckabfall
DA
D konnte eine erhebliche Minderung des Auftretens von Flammenrückschlägen festgestellt
werden. Zudem können bei einem auf den oben genannten Bereich eingestellten Druckabfall
DA
D auftretende Verbrennungsgeräusche auf ein Minimum reduziert werden bzw. abgestellt
werden.
[0020] Hierfür kann der Druckabfall von Drosseleinrichtung und Brenneraustrittselement in
einer Versuchsanordnung ermittelt bzw. gemessen werden, bei der eine Durchströmung
von Umgebungsluft mit einem Massestrom von 40 Litern pro Minute bei Umgebungsbedingungen
erfolgt. Umgebungsbedingungen liegen insbesondere bei einem normalen Luftdruck von
101,325 Kilopascal und einer Temperatur von 20 Grad Celsius vor.
[0021] Zudem kann die Drosseleinrichtung eine Form aufweisen, die die Durchmischung des
Verbrennungsgemisches beim Durchströmen der Drosseleinrichtung verbessert. Hierzu
kann die Drosseleinrichtung das Verbrennungsgemisch zur Durchströmung eines Strömungsweges
im Inneren der Drosseleinrichtung zwingen, der Einengungen und/oder Schikanen, beispielsweise
zur Ausbildung eines gewundenen Strömungswegs, aufweist. Die damit erreichbare Homogenisierung
des Verbrennungsgemisches kann wesentlich zu einer Verbesserung der Flammenstabilität
beitragen und damit helfen Flammenrückschläge als auch das Auftreten von Verbrennungsgeräuschen
zu vermeiden.
[0022] Gemäß einer Ausgestaltung kann die Drosseleinrichtung unmittelbar benachbart zu dem
Brenneraustrittselement angeordnet sein. Insbesondere kann die Drosseleinrichtung
parallel zu dem Brenneraustrittselement ausgerichtet und angeordnet sein. Der Abstand
von Drosseleinrichtung und Brenneraustrittselement kann dabei minimiert sein, wobei
ein technisch notwendiger Abstand gewahrt werden kann. Ein technisch notwendiger Abstand
kann in einer Vermeidung eines Kontaktes von Drosseleinrichtung und Brenneraustrittselement,
der mit einer Geräuschbildung einhergehen könnte. In vorteilhafter Weise kann sich
bei dieser Ausgestaltung in dem Zwischenraum zwischen Drosseleinrichtung und Brenneraustrittselement
nur eine geringer Menge Verbrennungsgemisch ansammeln, wodurch die Wahrscheinlichkeit
des Auftretens und die Intensität eines Flammenrückschlages als auch das Auftreten
von Verbrennungsgeräuschen gemindert werden kann.
[0023] Bei einem ebenen Brenneraustrittselement kann die Drosseleinrichtung vorteilhaft
mit den gleichen Befestigungsmitteln des Brenneraustrittselementes befestigt werden.
Gegebenenfalls kann mindestens ein Abstandshalter und/ oder mindestens ein Dichtelement
zwischen Brenneraustrittselement und Drosseleinrichtung angeordnet sein, um ein Austreten
von Verbrennungsgemisch sowie eine Geräuschbildung durch einen Kontakt zwischen Brenneraustrittselement
und Drosseleinrichtung zu vermeiden.
[0024] Gemäß einer Ausgestaltung kann der Abstand zwischen Brenneraustrittselement und Drosseleinrichtung
weniger als 50, 15, 10 oder 5 Millimeter betragen. Eine besonders effektive Minderung
von Brennergeräuschen wurde bei einem Abstand zwischen Brenneraustrittselement und
Drosseleinrichtung in einem Bereich von 5 Millimeter bis 15 Millimeter festgestellt.
Auch ein Flammenrückschlag kann besonders mit einem geringen Abstand von Brenneraustrittselement
und Drosseleinrichtung vermieden werden kann.
[0025] Gemäß einer Ausgestaltung kann die Drosseleinrichtung mehrlagig aufgebaut sein. Hierzu
können beispielsweise zwei oder drei Lagen der Drosseleinrichtung benachbart zum Brenneraustrittselement
angeordnet sein. Die einzelnen Lagen der Drosseleinrichtung können dabei von Zwischenlagen
getrennt sein, die eine Dichtwirkung aufweisen und/ oder Vibrationen absorbieren.
[0026] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung durch die angeführten
Ausführungsbeispiele nicht beschränkt werden soll. Insbesondere ist es, soweit nicht
explizit anders dargestellt, auch möglich, Teilaspekte der in den Figuren erläuterten
Sachverhalte zu extrahieren und mit anderen Bestandteilen und Erkenntnissen aus der
vorliegenden Beschreibung zu kombinieren. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass
die Figuren und insbesondere die dargestellten Größenverhältnisse nur schematisch
sind. Es zeigen:
- Fig. 1:
- ein hier vorgeschlagenes Heizgerät,
- Fig. 2:
- eine Brenneranordnung eines hier vorgeschlagenen Heizgerätes,
- Fig. 3:
- eine weitere Brenneranordnung, und
- Fig. 4:
- Parameterverläufe, die sich beim Betrieb eines hier vorgeschlagenen Heizgerätes einstellen
können.
[0027] Fig. 1 zeigt beispielhaft und schematisch ein Heizgerät 10. Dieses kann eine, zumindest
teilweise in einer Brennkammer 22 angeordnete Brenneranordnung 1 umfassen. Über eine
Luftzufuhr 13 kann Verbrennungsluft in einer Durchströmungsrichtung 15 mittels einer
Fördereinrichtung 14, die hier als Gebläse ausgebildet ist, aus der Umgebung angesaugt
werden. Das Gebläse 14 kann einen Elektromotor als Antrieb aufweisen, der mit einer
Drehzahlreglung 24 verbunden sein kann, die mittels eines pulsweitenmodulierten (PWM-)
Signals eine Drehzahl der Fördereinrichtung 14 regeln kann. Ein Gasventil 12 kann
dem angesaugten Luftmassenstrom Brenngas (hier Wasserstoff) aus einer Brenngaszufuhr
11 in einem Mischpunkt 19 zusetzen und ein Sicherheitsventil sowie ein Brenngasregelventil
zur Steuerung des zuzusetzenden Massestromes Brenngas umfassen. Das erzeugte Verbrennungsgemisch
aus Brenngas und Verbrennungsluft kann über einen Gemischkanal 20 zu der Brenneranordnung
1 strömen und dort von einer Zündeinrichtung entzündet werden. Bei der Verbrennung
entstehende Wärme kann mittels eines Wärmetauschers 21 beispielsweise auf einen Wärmeträger
eines Heizkreises übertragen werden.
[0028] Die Brenneranordnung 1 umfasst eine Brennerhaube 2, einen Brennerhohlraum 25, einen
Einlass 3 für das Verbrennungsgemisch aus dem Gemischkanal 20, ein Brenneraustrittselement
4 und eine Drosseleinrichtung 5, wobei der Einlass 3, die Brennerplatte 4, der Brennerhohlraum
25 und die Drosseleinrichtung 5 zumindest teilweise in der Brennerhaube 2 angeordnet
sind. Das Brenneraustrittselement 4 der Brenneranordnung 1 kann wie in Fig. 1 gezeigt,
eine Zylinderform aufweisen, die mit einer Grundfläche an einer Brennertür als Brennerhaube
2 derart befestigt sein kann, dass Verbrennungsgemisch aus dem Gemischkanal 20 durch
den Einlass 3 in die Brennerhaube 2 und damit den Brennerhohlraum 25 strömen kann.
Die Verbrennungsprodukte können nach der Verbrennung über einen im Heizgerät 10 angeordneten
Abgaskanal 18 und eine Abgasanlage 17 in der Durchströmungsrichtung 15 nach außen
abgeleitet werden.
[0029] Das hier gezeigte Heizgerät 10 ist zur Verbrennung von Wasserstoff eingerichtet.
Zudem kann das Heizgerät 10 eine (Vorrichtung zur) Flammenüberwachung 26 aufweisen,
die hier beispielhaft als Elektrode zur lonisationsstrommessung ausgebildet sein kann.
Alternativ oder zusätzlich kann ein anderer Sensor, z. B. ein thermischer, optischer,
akustischer, chemischer Sensor vorgesehen sein, der die Funktion der Flammenüberwachung
erfüllt. Als Flammenüberwachung 26 einer Flamme 16 einer Wasserstoffverbrennung hat
sich insbesondere der Einsatz eines Sensors für von der Flamme emittierte UV-(Ultraviolett-)
Strahlung als geeignet herausgestellt.
[0030] Ein Regel- und Steuergerät 23 kann zur Regelung des Heizgerätes 10 eingerichtet sein.
Hierfür kann dieses beispielsweise mit der Drehzahlreglung 24, der Fördereinrichtung
14, dem Gasventil 12 und der Flammenüberwachung 26 elektrisch verbunden sein.
[0031] Fig. 2 zeigt im Detail und schematisch eine Brenneranordnung 1, welche eine Brennerhaube
2, einen Einlass 3 für das Verbrennungsgemisch aus dem Gemischkanal 20, ein Brenneraustrittselement
4 und eine Drosseleinrichtung 5 aufweist, wobei der Einlass 3 teilweise, das Brenneraustrittselement
4 (vollständig) und die Drosseleinrichtung 5 (vollständig) in der Brennerhaube 2 angeordnet
sind. Das Brenneraustrittselement 4 der Brenneranordnung 1 hat hier eine flache/ebene
Gestalt. Über den Einlass 3, insbesondere mittels der Fördereinrichtung 14, wird das
Verbrennungsgemisch in die Brenneranordnung 1 in der Durchströmungsrichtung eingeleitet.
Dort trifft das Verbrennungsgemisch dann auf die (eben/flächige) Drosseleinrichtung
5, welche es hin zum nachfolgend angeordneten Brenneraustrittselement 4 durchströmt.
Auch das Brenneraustrittselement 4 wird vom Verbrennungsgemisch durchströmt, bevor
dieses schließlich auf der abgewandten Seite in einem Flammenbereich 16 verbrannt
wird. Dies stellt eine normale bzw. gewünschte Verbrennungssituation dar.
[0032] Fig. 3 zeigt eine weitere Darstellung einer Brenneranordnung 1 des Heizgerätes 10,
in der der Aufbau und die Anordnung der Drosseleinrichtung 5 erkennbar ist. Auch die
in Fig. 3 gezeigte Brenneranordnung 1 umfasst eine ebenes/ flaches Brenneraustrittselement
4, das mitsamt der Drosseleinrichtung 5 in bzw. an der Brennerhaube 2 angeordnet ist.
Drosseleinrichtung 5 und Brenneraustrittselement 4 sind parallel und unmittelbar benachbart
angeordnet. Im Beispiel umfasst die Drosseleinrichtung eine erste Lage 6 und eine
zweite Lage 7, die gleichfalls parallel und unmittelbar benachbart positioniert sind.
Zur Gewährleistung der Dichtheit der Brenneranordnung 1 als auch zu Vermeidung von
Vibrationen und einer Geräuschentwicklung sind zwischen der Brennerhaube 2 und der
ersten Lage 6 der Drosseleinrichtung 5, zwischen der ersten Lage 6 und der zweiten
Lage 7 der Drosseleinrichtung 5 als auch zwischen der zweiten Lage 7 und dem Brenneraustrittselement
4 ein Dichtelement 8 angeordnet. Das Dichtelement 8 kann dabei auch einen Mindestabstand
zwischen den angrenzenden Bauteilen gewährleisten. In vorteilhafter Weise können die
erste Lage 6 und die zweite Lage 7 bzw. die Drosseleinrichtung 5 und das Brenneraustrittselement
4, als auch die Dichtelemente 8 mit den gleichen Befestigungsmitteln 9, die im Beispiel
als Schauben ausgebildet sind, befestigt werden. Insofern ist die Erfindung auch sehr
gut für eine Nachrüstung an bestehenden Brenneranordnungen 1 geeignet.
[0033] Fig. 4 zeigt beispielhaft einen Verlauf 27 des Verhältnisses des Druckabfalls DAs
des Brenneraustrittselementes 4 und des Druckabfalls DA
D der Drosseleinrichtung 5, angegeben in Pascal [Pa] bei einer Durchströmung mit einem
Volumenstrom Verbrennungsgemisch von 40 Litern pro Minute [l/min]. Es wurde herausgefunden,
dass in einem Bereich in dem der Druckabfall DA
D der Drosseleinrichtung 5 mindestens ein Drittel des Druckabfalls DAs des Brenneraustrittselementes
4 beträgt, keine Geräuschentwicklung 29 auftritt, in der Fig. 4 dargestellt durch
einen Pfeil. Bei einem Druckabfall DA
D der Drosseleinrichtung 5 kleiner einem Drittel des Druckabfalls DAs des Brenneraustrittselementes
4 konnte eine zunehmende Geräuschentwicklung 28, gleichfalls als Pfeil dargestellt,
festgestellt werden.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Brenneranordnung
- 2
- Brennerhaube
- 3
- Einlass Verbrennungsgemisch
- 4
- Brenneraustrittselement
- 5
- Drosseleinrichtung
- 6
- erste Lage Drosseleinrichtung
- 7
- zweite Lage Drosseleinrichtung
- 8
- Dichtelement
- 9
- Befestigungsmittel
- 10
- Heizgerät
- 11
- Brenngaszufuhr
- 12
- Gasventil
- 13
- Luftzufuhr
- 14
- Fördereinrichtung
- 15
- Durchströmungsrichtung
- 16
- Flammenbereich
- 17
- Abgasanlage
- 18
- Abgaskanal
- 19
- Mischpunkt
- 20
- Gemischkanal
- 21
- Wärmetauscher
- 22
- Brennkammer
- 23
- Regel- und Steuergerät
- 24
- Drehzahlregelung
- 25
- Brennerhohlraum
- 26
- Flammenüberwachung
- 27
- Verlauf
- 28
- zunehmende Geräuschentwicklung
- 29
- keine Geräuschentwicklung
- DAB
- Druckabfall Brenneraustrittselement
- DAD
- Druckabfall Drosseleinrichtung
1. Heizgerät (10), eingerichtet zur Verbrennung eines Verbrennungsgemisches aus einem
Brenngas mit einem Anteil Wasserstoff von mindestens 80 Prozent und Verbrennungsluft,
das mittels einer Fördereinrichtung (14) durch einen Gemischkanal (20) einer Brenneranordnung
(1) zugeführt wird, und
die Brenneranordnung (1) des Heizgeräts (10) zumindest folgendes umfasst:
- einen Brennerhohlraum (25),
- ein Brenneraustrittselement (4), durch das Verbrennungsgemisch aus dem Brennerhohlraum
(25) in eine Brennkammer (22) austreten kann,
- eine im Brennerhohlraum (25) angeordnete Drosseleinrichtung (5), die sich über den
gesamten, für das durchströmende Verbrennungsgemisch zur Verfügung stehenden, Strömungsquerschnitt
erstreckt und einen Druckabfall DAD in einem Bereich von 25 Prozent bis 40 Prozent des Druckabfalls DAB des Brenneraustrittselementes (4) bewirkt.
2. Heizgerät (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Brenneraustrittselement
(4) eben ausgebildet ist.
3. Heizgerät (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Drosseleinrichtung
(5) unmittelbar benachbart zum Brenneraustrittselement (4) angeordnet ist.
4. Heizgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Drosseleinrichtung (5)
zumindest ein Element der nachfolgenden Gruppe umfasst: ein Gitter, ein Gewebe, ein
Schaum, ein Lochblech, einen Wabenkörper.
5. Heizgerät (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Drosseleinrichtung
(5) mehrlagig aufgebaut ist.
6. Heizgerät (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Heizgerät (10) einen
pneumatischen Gas-Luftverbund bildet.