Stand der Technik
[0001] Aus dem Stand der Technik sind ein hybrides Kombi-Heizgerät zum Temperieren eines
Heizwasserstroms und eines Trinkwasserstroms sowie ein Verfahren zum Betreiben des
hybriden Kombi-Heizgerätes bekannt, wobei das Heizgerät einen Wärmeerzeuger und einen
sekundärseitig mit einer Wärmepumpe verbindbaren Wärmepumpenwärmeübertrager, Anschlussmittel
zum Anschließen an einen Heizwasserkreis, einen Bypass mit einem Trinkwasserwärmeübertrager,
sowie eine Ventileinrichtung zum Lenken des Heizwasserstroms in den Heizwasserkreis
oder in den Bypass umfasst.
[0002] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes hybrides Kombi-Heizgerät sowie ein
verbessertes Verfahren zu seinem Betreiben bereitzustellen.
Offenbarung der Erfindung
[0003] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zum Betreiben eines hybriden Kombi-Heizgerätes
zum Temperieren eines Heizwasserstroms und eines Trinkwasserstroms. Ein Wärmeerzeuger
und/oder ein dazu in einem Heizwasserstrang in Reihe geschalteter Wärmepumpenwärmeübertrager
temperieren den Heizwasserstrom, wobei der Wärmepumpenwärmeübertrager sekundärseitig
mit einer Wärmepumpe verbindbar ist. Der Heizwasserstrom strömt in einen anschließbaren,
gebäudeseitigen Abschnitt eines Heizwasserkreises oder in einen hydraulisch parallel
zum Heizwasserkreis angeordneten Bypass des hybriden Kombi-Heizgeräts mit einem Trinkwasserwärmeübertrager,
wobei eine Ventileinrichtung den Heizwasserstrom in den Heizwasserkreis oder in den
Bypass lenkt.
[0004] Es wird vorgeschlagen, dass ein Steuergerät eine Vereisungsgefahr am Wärmepumpenwärmeübertrager
und/oder an einem weiteren Wärmeübertrager der Wärmepumpe erkennt und die Ventileinrichtung
in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr so schaltet, dass der, insbesondere
vom Wärmeerzeuger kommende, Heizwasserstrom den Bypass und den Wärmepumpenwärmeübertrager
durchströmt. Dabei ist der Heizwasserstrom insbesondere größer oder gleich einem vorgebbaren
Mindestvolumenstrom.
[0005] Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung kann der Betrieb des hybriden Kombi-Heizgerätes
an eine erkannte Vereisungsgefahr des Wärmepumpenwärmeübertragers und/oder des weiteren
Wärmeübertragers der Wärmepumpe, wie sie beispielsweise während eines Betriebs der
Wärmepumpe im Abtaumodus auftreten kann, angepasst werden. Indem die Ventileinrichtung
den Heizwasserstrom durch den Bypass lenkt und in Folge dessen der Wärmepumpenwärmeübertrager
sicher mit Heizwasser, insbesondere mit einem Heizwasserstrom größer oder gleich einem
vorgebbaren Mindestvolumenstrom, durchströmt wird, ist eine ausreichende Wärmebereitstellung
am Wärmepumpenwärmeübertrager möglich oder sichergestellt. Damit kann einem Vereisen
des Wärmepumpenwärmeübertragers und/oder des weiteren Wärmeübertragers der Wärmepumpe
entgegengewirkt werden.
[0006] Insbesondere wenn das hybride Kombi-Heizgerät in einem Heizmodus betrieben wird (die
Ventileinrichtung steht in einer ersten Schaltstellung und der Wärmeerzeuger und/oder
die Wärmepumpe werden in einem Heizmodus betrieben) und die Wärmepumpe dann in einen
Abtaumodus schaltet, so kann das Steuergerät erkennen, ob eine Vereisungsgefahr am
Wärmepumpenwärmeübertrager und/oder am weiteren Wärmeübertrager der Wärmepumpe vorliegt.
Liegt eine Vereisungsgefahr vor, so reagiert das Steuergerät, um den Wärmeentzug am
Wärmepumpenwärmeübertrager während des Betriebs der Wärmepumpe im Abtaumodus auszugleichen
und ein Vereisen zu verhindern. Sollte eine Vereisungsgefahr vorliegen, so schaltet
die Ventileinrichtung in eine zweite Schaltstellung, sodass der Heizwasserstrom den
Bypass und den Wärmepumpenwärmeübertrager durchströmt.
[0007] Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung kann parallel zu einem Betrieb im Abtaumodus
vorteilhafterweise auch Trinkwasser erwärmt werden.
[0008] Der Wärmeerzeuger kann Wärme erzeugen und damit einen Heizwasserstrom, insbesondere
einen den Wärmeerzeuger durchströmenden Heizwasserstrom, temperieren. Insbesondere
verfügt ein Betrieb des Wärmeerzeugers über einen Heizmodus zum Wärmeerzeugen. Eine
Heizwasserpumpe (Umwälzpumpe) kann den Heizwasserstrom fördern. Unter einem Wärmeerzeuger
soll in diesem Zusammenhang insbesondere ein mit Brennstoff befeuerbarer Wärmeerzeuger
verstanden werden. Alternativ kann es sich bei dem Wärmeerzeuger auch um einen elektrischen
Wärmeerzeuger handeln. Unter temperieren soll hier insbesondere erwärmen oder kühlen
verstanden werden.
[0009] Unter einem Kombi-Heizgerät soll hier insbesondere ein Heizgerät mit einem Wärmeerzeuger
verstanden werden, das einen Heizwasserstrom und einen Trinkwasserstrom temperieren
kann. Unter einem hybriden Kombi-Heizgerät soll hier insbesondere ein mit einer Wärmepumpe
verbindbares Kombi-Heizgerät verstanden werden. Das hybride Kombi-Heizgerät umfasst
neben dem Wärmeerzeuger einen Wärmepumpenwärmeübertrager, der primärseitig von dem
Heizwasserstrom durchströmt werden und diesen temperieren kann. Sekundärseitig kann
der Wärmepumpenwärmeübertrager von einem Wärmeübertragermedium, insbesondere einem
Kältemittel, einer Wärmepumpe durchströmt werden. Das Wärmeübertragermedium strömt
dabei durch einen Wärmeübertragermediumkreis, der den Wärmepumpenwärmeübertrager mit
der Wärmepumpe fluidleitend verbindet. Wenn das Wärmeübertragermedium ein Kältemittel
ist, so ist der Wärmeübertragermediumkreis durch einen Kältemittelkreis gebildet.
Das hybride Kombi-Heizgerät kann insbesondere bivalent-alternativ und/oder bivalent-parallel
betrieben werden. Unter einem hybriden Heizsystem soll hier insbesondere ein System
mit einem hybriden Kombi-Heizgerät und einer Wärmepumpe verstanden werden.
[0010] Der mittels einer Heizwasserpumpe geförderte Heizwasserstrom kann durch einen Heizwasserkreis
von dem Heizgerät in ein Gebäude und wieder zurück ins Heizgerät zirkulieren. Der
Heizwasserkreis umfasst einen im Heizgerät ausgebildeten Abschnitt und einen im Gebäude
ausgebildeten Abschnitt des Heizwasserkreises. Sollte im Folgenden nur von einem Heizwasserkreis
die Rede sein, so ist insbesondere der im Gebäude ausgebildete Abschnitt des Heizwasserkreises
gemeint. Unter einem Heizwasserstrang soll hier insbesondere der im Heizgerät ausgebildete
Abschnitt des Heizwasserkreises verstanden werden. Der Wärmeerzeuger und der Wärmepumpenwärmeübertrager
sind, durch Rohrleitungsabschnitte heizwasserleitend in Reihe verbunden, in dem Heizwasserstrang
angeordnet. Insbesondere ist der Wärmepumpenwärmeübertrager in einer Strömungsrichtung
des Heizwasserstroms stromaufwärts des Wärmeerzeugers angeordnet. Die Heizwasserpumpe
ist insbesondere Teil des hydraulischen Kombi-Heizgerätes und/oder wird mittels des
Steuergeräts des hydraulischen Kombi-Heizgerätes angesteuert.
[0011] Der Heizwasserstrang des Heizgerätes weist einen Vorlaufabschnitt zum Anschließen
an eine Vorlaufleitung und einen Rücklaufabschnitt zum Anschließen an eine Rücklaufleitung
des gebäudeseitigen Abschnitts des Heizwasserkreises auf. Der im Wärmeerzeuger temperierte
Heizwasserstrom kann beispielsweise durch den Vorlaufabschnitt in die Vorlaufleitung,
dann durch die Rücklaufleitung in den Rücklaufabschnitt zurück zum Wärmeerzeuger geleitet
werden. Mittels heizwasserdurchströmten Heizkörpern, insbesondere Radiatoren und/oder
Fußbodenheizkörpern, im gebäudeseitigen Abschnitt des Heizwasserkreises kann das Gebäude
temperiert werden.
[0012] Im Heizgerät, zwischen dem Vorlaufabschnitt und dem Rücklaufabschnitt und - in Bezug
auf den Wärmeerzeuger - hydraulisch parallel zum verbindbaren gebäudeseitigen Abschnitt
des Heizwasserkreises, ist ein, insbesondere mittels einer Ventileinrichtung schaltbarer,
heizwasserleitender Bypass mit einem Trinkwasserwärmeübertrager angeordnet. Alternativ
zur Durchströmung des gebäudeseitigen Abschnitts des Heizwasserkreises und in Abhängigkeit
einer Schaltstellung der Ventileinrichtung kann der temperierte Heizwasserstrom auch
durch den Bypass und eine Primärseite des Trinkwasserwärmeübertrager geleitet werden.
Durch eine Sekundärseite des Trinkwasserwärmeübertragers kann der Trinkwasserstrom
geleitet und dabei temperiert werden. Dazu ist der Trinkwasserwärmeübertrager mittels
einer Einlaufleitung mit einer Trinkwasserquelle und mittels einer Auslaufleitung
mit einer Trinkwasserzapfstelle fluidleitend verbindbar. Der Trinkwasserwärmeübertrager
ist in dem Bypass angeordnet. Bypass und Trinkwasserwärmeübertrager sind beide Teil
des Kombi-Heizgerätes und im Kombi-Heizgerät angeordnet. Unter einem schaltbaren Bypass
soll hier insbesondere der mittels der schaltbaren Ventileinrichtung veränderlich
durchströmbare Bypass verstanden werden, und zwar entweder für eine Durchströmung
zum gebäudeseitigen Abschnitt des Heizwasserkreises oder zum Trinkwasserwärmeübertrager.
Unter "den Bypass schalten" soll sinngemäß entweder ein Wegschalten des Bypasses für
eine Durchströmung des gebäudeseitigen Abschnitts des Heizwasserkreises oder ein Zuschalten
des Bypasses für eine Durchströmung des Trinkwasserwärmeübertrager verstanden werden.
[0013] Unter einer Ventileinrichtung soll hier insbesondere eine fluidleitende Einrichtung
mit zumindest zwei Schaltstellungen zum Verändern einer Durchströmbarkeit mit Heizwasser
verstanden werden. Die Ventileinrichtung ist am Vorlaufabschnitt und/oder Rücklaufabschnitt
und/oder am Bypass angeordnet. Insbesondere ist die Ventileinrichtung an einer fluidleitenden
Abzweigung vom Vorlaufabschnitt in den Bypass oder an einer fluidleitenden Abzweigung
vom Rücklaufabschnitt in den Bypass angeordnet. Die Ventileinrichtung kann insbesondere
ein DreiwegeUmschaltventil aufweisen. Alternativ kann die Ventileinrichtung zwei Zweiwegeventile
aufweisen. Mittels der Ventileinrichtung kann der Heizwasserstrom in einer ersten
Schaltstellung in den gebäudeseitigen Abschnitt des Heizwasserkreises oder in einer
zweiten Schaltstellung in den Bypass gelenkt werden. Die Ventileinrichtung kann beispielsweise
in Abhängigkeit einer Heizwärmeanforderung und/oder einer Trinkwarmwasseranforderung
und/oder in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr schalten. Insbesondere kann
ein Steuergerät ein Signal zum Schalten an die Ventileinrichtung geben und die Ventileinrichtung
so schalten.
[0014] Der Wärmepumpenwärmeübertrager kann auf seiner Sekundärseite mit einer Wärmepumpe,
insbesondere mit einem Wärmeübertragermediumkreis, insbesondere Kältemittelkreis,
der Wärmepumpe, verbunden sein. Insbesondere kann der Wärmepumpenwärmeübertrager als
Verflüssiger der Wärmepumpe ausgebildet sein. Insbesondere kann der weitere Wärmeübertrager
der Wärmepumpe als Verdampfer der Wärmepumpe ausgebildet sein.
[0015] Der gebäudeseitige Abschnitt des Heizwasserkreises kann weitere Rohrleitungsabschnitte,
Ventile, insbesondere Heizkörperventile, sowie Heizkörper zum Durchströmen mit Heizwasser
und Temperieren des Gebäudes umfassen. Nutzer des Gebäudes können je nach persönlichem
Wärmeempfinden eine Durchströmung und Wärmeleistung der Heizkörper mittels der Ventile
verändern. Eine Durchgängigkeit des gebäudeseitigen Abschnitts des Heizwasserkreises
für den Heizwasserstrom kann bei einer konstruktiven und/oder regelungstechnischen
Auslegung des hybriden Kombi-Heizgerätes nicht als sicher gegeben angenommen werden.
Insbesondere muss bei der Auslegung die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass
die Ventile des gebäudeseitigen Abschnitts des Heizwasserkreises geschlossen sein
können und eine Durchströmung mit Heizwasser nicht oder nicht in ausreichendem Maße
möglich ist. Das kann insbesondere der Fall sein bei Verwendung elektrisch gesteuerter
Ventile. Auch muss die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass es sich bei dem
gebäudeseitigen Abschnitt des Heizwasserkreises um einen Heizwasserkreis ohne weiteren
Bypass zum Überströmen von Heizwasser von der Vorlaufleitung in die Rücklaufleitung
handelt. Insbesondere kann der gebäudeseitige Abschnitt des Heizwasserkreises für
einen Heizwasserstrom zumindest zeitweise verschlossen sein. Wenn die Ventileinrichtung
in der ersten Schaltstellung steht, kann eine Durchströmbarkeit des Wärmepumpenwärmeübertrager
mit Heizwasser nicht sicher gewährleistet sein.
[0016] Mittels der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist eine ausreichende Durchströmung des
Wärmepumpenwärmeübertragers mit Heizwasser während eines Betriebs im Abtaumodus gewährleistet
- und zwar auch ohne die Notwendigkeit eines geöffneten Ventils im gebäudeseitigen
Abschnitt des Heizwasserkreises oder eines gebäudeseitigen Bypasses zum Überströmen
von Heizwasser von der Vorlaufleitung in die Rücklaufleitung.
[0017] Eine Vereisung und/oder eine Vereisungsgefahr können im Betrieb des hybriden Kombi-Heizgeräts
und/oder der Wärmepumpe unter bestimmten Betriebsbedingungen auftreten. Unter einer
Vereisungsgefahr soll hier insbesondere eine sich ankündigende Vereisung oder eine
möglicherweise bevorstehende Vereisung oder eine, insbesondere von dem Steuergerät,
antizipierte Vereisung verstanden werden. Alternativ oder ergänzend kann unter einer
Vereisungsgefahr auch eine bereits eingetretene Vereisung verstanden werden. Eine
Vereisung kann, insbesondere bei Erkennen der Vereisungsgefahr, insbesondere durch
Gegenmaßnahmen oder Schutzmaßnahmen, abgewendet werden.
[0018] In einem Betrieb der mit dem hybriden Kombi-Heizgerät verbindbaren Wärmepumpe in
einem Heizmodus fließt die Wärme von dem weiteren Wärmeübertrager (insbesondere Verdampfer
der Wärmepumpe) zum Wärmepumpenwärmeübertrager (insbesondere Verflüssiger der Wärmepumpe);
dabei wird der weitere Wärmeübertrager kalt. Je nach Betriebspunkt oder Betriebsmodus
der mit dem Heizgerät verbindbaren Wärmepumpe sind der Wärmepumpenwärmeübertrager
und/oder der weitere Wärmeübertrager der Wärmepumpe gefährdet zu vereisen. Beispielsweise
kann der weitere Wärmeübertrager (insbesondere Verdampfer, beispielsweise ein Luft/Kältemittel-Wärmeübertrager)
im Heizmodus der Wärmepumpe vereisen. Bei der Vereisung des weiteren Wärmeübertragers
bildet sich ein Reifbelag oder Eisbelag am weiteren Wärmeübertrager, wodurch dessen
Funktion beeinträchtigt ist und/oder die Effizienz der Wärmeübertragung abnimmt. In
einem vom Heizmodus verschiedenen Abtaumodus zum Abtauen des weiteren Wärmeübertragers
der Wärmepumpe wird der Reifbelag oder Eisbelag durch Wärmezufuhr zum weiteren Wärmeübertrager
abgetaut. Der Abtaumodus kann insbesondere mittels eines reversierbaren Wärmepumpenbetriebs
realisiert werden. Im Abtaumodus wird dem Wärmepumpenwärmeübertrager vom Wärmeübertragermedium,
insbesondere vom Kältemittel, der Wärmepumpe Wärme entzogen und fließt die Wärme vom
Wärmepumpenwärmeübertrager zum weiteren Wärmeübertrager; dabei wird der Wärmepumpenwärmeübertrager
kalt. Sollte, insbesondere im Abtaumodus des Wärmepumpenbetriebs, eine Temperatur
des Heizwassers im Wärmepumpenwärmeübertrager im Bereich des Gefrierpunkts liegen
oder unter den Gefrierpunkt fallen, droht der Wärmepumpenwärmeübertrager zu vereisen.
Sollte, insbesondere im Abtaumodus des Wärmepumpenbetriebs, eine Durchströmung des
Wärmepumpenwärmeübertragers mit Heizwasser nicht gegeben sein, droht der Wärmepumpenwärmeübertrager
zu vereisen. Durch Vereisung kann es zu Schäden am Wärmepumpenwärmeübertrager kommen,
wobei im schlimmsten Fall Wärmeübertragungsmedium austreten kann. Diese Vereisungen,
insbesondere eine Vereisung des Heizwassers und/oder des Wärmeübertragermediums im
Wärmepumpenwärmeübertrager, können mit der Erfindung sicher verhindert werden.
[0019] Darunter, dass die Ventileinrichtung in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr
schaltet, kann insbesondere verstanden werden, dass die Ventileinrichtung bei Erkennen
einer Vereisungsgefahr schaltet. Insbesondere schaltet die Ventileinrichtung in Abhängigkeit
einer erkannten Vereisungsgefahr aus der ersten Schaltstellung in die zweite Schaltstellung.
Wenn die Ventileinrichtung sich dann bereits in der zweiten Schaltstellung befindet,
so verbleibt sie in der zweiten Schaltstellung. Wenn die Ventileinrichtung sich in
der zweiten Schaltstellung befindet, so ist eine Durchströmbarkeit des Wärmepumpenwärmeübertragers
sichergestellt. Wenn der Heizwasserstrom den Bypass und den Wärmepumpenwärmeübertrager
durchströmt, kann der Wärmepumpenwärmeübertrager sicher Wärme aus dem Heizwasserstrom
für einen Betrieb der Wärmepumpe im Abtaumodus erhalten, so dass einer Vereisung des
Wärmepumpenwärmeübertragers entgegen gewirkt wird. Werden der Bypass und der Wärmepumpenwärmeübertrager
mit zumindest einem Mindestvolumenstrom an Heizwasser durchströmt, kann der Wärmepumpenwärmeübertrager
sicher ausreichend Wärme für einen Betrieb der Wärmepumpe im Abtaumodus erhalten,
so dass der Wärmepumpenwärmeübertrager nicht vereist. Insbesondere verbleibt die Ventileinrichtung
in der zweiten Schaltstellung, bis der Abtaumodus der Wärmepumpe beendet ist.
[0020] Das Kombi-Heizgerät weist ein Steuergerät auf, das dazu eingerichtet ist, das Kombi-Heizgerät
so zu betreiben, dass eine Vereisungsgefahr am Wärmepumpenwärmeübertrager und/oder
an einem weiteren Wärmeübertrager der Wärmepumpe erkannt wird und dass die Ventileinrichtung
in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr so schaltet, dass der Heizwasserstrom
den Bypass und den Wärmepumpenwärmeübertrager, insbesondere für einen Betrieb der
Wärmepumpe im Abtaumodus, durchströmt, wobei der Heizwasserstrom insbesondere größer
oder gleich einem vorgebbaren Mindestvolumenstrom ist. Dabei soll unter "eingerichtet"
verstanden werden, dass das Steuergerät die entsprechende Hardware mit Ein- und Ausgängen,
Logikschaltungen, Speicher und die entsprechende Software aufweist, die für eine solche
Regelung benötigt wird. Das Steuergerät ist in dieser Hinsicht also individualisiert.
[0021] Die zum Verhindern des Vereisens und/oder zum Abtauen benötigte Wärme kann aus dem
durch das hybride Kombi-Heizgerät zirkulierende Heizwasser stammen. Alternativ kann
die benötigte Wärme aus dem durch den gebäudeseitigen Abschnitt des Heizkreises zirkulierende
Heizwasser stammen.
[0022] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung erkennt das Steuergerät die Vereisungsgefahr
anhand eines Abtausignals über einen bevorstehenden, beginnenden oder laufenden Betrieb
der verbindbaren Wärmepumpe im Abtaumodus.
[0023] Das Abtausignal enthält die Information über einen bevorstehenden, beginnenden oder
laufenden Betrieb der verbindbaren Wärmepumpe im Abtaumodus. Beispielsweise liest
das Steuergerät das von der Wärmepumpe kommende Abtausignal ein. Insbesondere weist
das Steuergerät eine hierfür eingerichtete Datenschnittstelle zum signalleitenden
Verbinden mit der Wärmepumpe auf.
[0024] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung gibt eine den Wärmepumpenwärmeübertrager
aufweisende Wärmeübertragereinrichtung über zumindest eine erste Datenschnittstelle
ein Signal oder einen Wert eines Wärmeübertragerparameters der Wärmeübertragereinrichtung
aus. Dabei erkennt das Steuergerät die Vereisungsgefahr anhand des Signales oder Wertes
des Wärmeübertragerparameters.
[0025] Beispielsweise liest das Steuergerät die von der Wärmeübertragereinrichtung kommende
Information ein. Insbesondere weist das Steuergerät eine hierfür eingerichtete Datenschnittstelle
zum signalleitenden Verbinden mit der Wärmeübertragereinrichtung auf. Insbesondere
weist die Wärmeübertragereinrichtung einen Sensor auf, der ein Signal erzeugt, anhand
dessen das Signal oder der Wert des Wärmeübertragerparameters ermittelt wird. Der
Wärmeübertragerparameter erlaubt einen Rückschluss auf einen Zustand, insbesondere
einen eine Vereisungsgefährdung beschreibenden Zustand, des Wärmepumpenwärmeübertragers.
[0026] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung wird mittels zumindest eines heizwasserseitigen
Temperaturfühlers eine Heizwassertemperatur am Wärmepumpenwärmeübertrager gemessen.
Der heizwasserseitige Temperaturfühler ist der Sensor an der Wärmeübertragereinrichtung.
Dabei erkennt das Steuergerät die Vereisungsgefahr anhand der Heizwassertemperatur,
insbesondere bei Unterschreiten eines vorgebbaren ersten Minimalwertes der Heizwassertemperatur.
Der erste Minimalwert kann beispielsweise im Bereich 2 °C bis 10 °C liegen.
[0027] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung wird mittels zumindest eines (bevorzugt
zweier) heizwasserseitigen Temperaturfühlers eine Heizwassertemperaturspreizung am
Wärmepumpenwärmeübertrager ermittelt. Der zumindest eine heizwasserseitige Temperaturfühler
ist der Sensor an der Wärmeübertragereinrichtung. Dabei erkennt das Steuergerät die
Vereisungsgefahr anhand der Heizwassertemperaturspreizung, insbesondere bei Überschreiten
eines vorgebbaren Maximalwertes der Heizwassertemperaturspreizung.
[0028] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung wird mittels zumindest eines sekundärseitig
oder wärmepumpenseitig am Wärmepumpenwärmeübertrager angeordneten Temperaturfühlers
oder Druckfühlers eine Temperatur des Wärmeübertragermediums, insbesondere eine Kältemitteltemperatur,
gemessen. Der zumindest eine sekundärseitige Temperaturfühler oder Druckfühler ist
der Sensor an der Wärmeübertragereinrichtung. Dabei erkennt das Steuergerät die Vereisungsgefahr
anhand der Temperatur des Wärmeübertragermediums, insbesondere bei Unterschreiten
eines vorgebbaren zweiten Minimalwertes der Temperatur des Wärmeübertragermediums.
Der zweite Minimalwert kann beispielsweise im Bereich 2 Grad Celsius bis 8 Grad Celsius
liegen. Ist das Wärmeübertragermedium ein Kältemittel, das zwischen der Wärmepumpe
und dem Wärmepumpenwärmeübertrager zirkuliert, so kann die Temperatur dieses Wärmeübertragermediums
beispielsweise im Bereich -8 Grad Celsius bis 2 Grad Celsius liegen.
[0029] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung fördert eine Heizwasserpumpe den Heizwasserstrom
im hybriden Kombi-Heizgerät, wobei die Heizwasserpumpe über zumindest eine zweite
Datenschnittstelle einen Wert eines Pumpenparameters ausgibt. Dabei erkennt das Steuergerät
die Vereisungsgefahr anhand des Wertes des Pumpenparameters, insbesondere bei Unterschreiten
eines vorgebbaren dritten Minimalwerts des Pumpenparameters.
[0030] Die Heizwasserpumpe umfasst insbesondere ein Pumpenlaufrad zum Fördern des Heizwasserstroms
sowie einen Motor zum Antreiben des Pumpenlaufrads. Bei dem Pumpenparameter kann es
sich beispielsweise um einen den geförderten Heizwasserstrom repräsentierenden Parameter
und/oder um eine Rotationsfrequenz (Drehzahl) eines Pumpenlaufrades oder um eine an
der Heizwasserpumpe anliegende Druckdifferenz und/oder um eine Stromstärke oder eine
elektrische Leistungsaufnahme des Motors der Heizwasserpumpe handeln. Insbesondere
anhand des Pumpenparameters ermittelt das Steuergerät eine Größe des Heizwasserstroms.
Der dritte Minimalwert bemisst sich insbesondere nach der in einem Betrieb der verbindbaren
Wärmepumpe im Abtaumodus bereitgestellten Abtauleistung beziehungsweise aus dem Wärmeentzug
während des Betriebs der Wärmepumpe im Abtaumodus. Der dritte Minimalwert kann bei
im häuslichen Bereich verwendeten hybriden Heizsystemen beispielsweise im Bereich
5 Liter pro Minute bis 20 Liter pro Minute liegen.
[0031] An dem Wert des Pumpenparameters, der die Größe des Heizwasserstroms repräsentiert,
kann das Steuergerät erkennen, ob der Wärmepumpenwärmeübertrager mit ausreichend Heizwasser
durchströmt wird, um den Wärmeentzug während des Betriebs der Wärmepumpe im Abtaumodus
mit ausreichend Wärmebereitstellung auszugleichen und ein Vereisen zu verhindern.
[0032] Insbesondere wenn das hybride Kombi-Heizgerät in einem Heizmodus betrieben wird (die
Ventileinrichtung steht in einer ersten Schaltstellung und der Wärmeerzeuger und/oder
die Wärmepumpe werden in einem Heizmodus betrieben) und die Wärmepumpe in einen Abtaumodus
schaltet, so kann das Steuergerät anhand des Wertes des Pumpenparameters erkennen,
ob der Wärmepumpenwärmeübertrager mit ausreichend Heizwasser durchströmt wird, um
den Wärmeentzug während des Betriebs der Wärmepumpe im Abtaumodus mit ausreichend
Wärmebereitstellung auszugleichen und ein Vereisen zu verhindern. Sollte der Wert
des Pumpenparameters kleiner als der dritte Minimalwert sein, so schaltet die Ventileinrichtung
in eine zweite Schaltstellung, sodass der Heizwasserstrom den Bypass und den Wärmepumpenwärmeübertrager
durchströmt.
[0033] Alternativ oder ergänzend könnte auch ein separater Massenstromsensor zur Ermittlung
der Größe des Heizwasserstroms verwendet werden.
[0034] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung nimmt das Steuergerät den Wärmeerzeuger
in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr, insbesondere bei Erkennen einer
Vereisungsgefahr, in einem Heizmodus in Betrieb. Dadurch erhält der Heizwasserstrom,
der durch den Wärmeerzeuger, den Bypass und den Wärmepumpenwärmeübertrager strömt,
eine höhere Temperatur.
[0035] Indem der Wärmeerzeuger in den Heizmodus wechselt und den Heizwasserstrom erwärmt,
wird der Wärmepumpenwärmeübertrager sicher mit warmem Heizwasser durchströmt. So ist
eine ausreichende Wärmebereitstellung am Wärmepumpenwärmeübertrager sichergestellt.
Damit kann ein Vereisen des Wärmepumpenwärmeübertragers und/oder des weiteren Wärmeübertragers
der Wärmepumpe sicher vermieden werden.
[0036] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung betrifft eine Ausgangssituation, bei der eine
Vereisungsgefahr erkannt ist und/oder die Ventileinrichtung in Abhängigkeit der erkannten
Vereisungsgefahr in die zweite Schaltstellung schaltet, insbesondere bereits in der
zweiten Schaltstellung steht, sodass der Heizwasserstrom den Bypass und den Wärmepumpenwärmeübertrager,
insbesondere für einen Betrieb der Wärmepumpe im Abtaumodus, durchströmt. Wenn dann
eine Trinkwarmwasserbereitung oder Trinkwarmwasserzapfung beginnt und/oder dazukommt,
wird ein der Trinkwarmwasserbereitung zugrunde gelegter Solltemperaturwert gegenüber
einem Standard-Solltemperaturwert verringert.
[0037] Damit wird erreicht, dass während eines Betriebs der Wärmepumpe im Abtaumodus der
der Trinkwarmwasserbereitung zugrunde gelegte Solltemperaturwert verringert wird.
So kann trotz Trinkwarmwasserbereitung ausreichend Wärme am Wärmepumpenwärmeübertrager
für den Abtaumodus bereit gestellt werden.
[0038] Andernfalls, wenn keine Vereisungsgefahr erkannt ist, insbesondere kein Betrieb der
Wärmepumpe im Abtaumodus vorliegt, und dann eine Trinkwarmwasserbereitung oder Trinkwarmwasserzapfung
beginnt, dann wird der Trinkwarmwasserbereitung der Standard-Solltemperaturwert zugrunde
gelegt.
[0039] Wird während einer Trinkwarmwasserbereitung oder Trinkwarmwasserzapfung eine Notwendigkeit
zum Abtauen der Wärmepumpe erkannt, so wird der Abtaumodus für die Dauer der Trinkwarmwasserbereitung
zurückgestellt. Dazu kommuniziert das hybride Kombi-Heizgerät mit der Wärmepumpe und
tauscht entsprechende Informationen aus. Der der Trinkwarmwasserbereitung zugrunde
gelegte Solltemperaturwert bleibt dann gegenüber dem Standard-Solltemperaturwert unverändert.
Das hybride Kombi-Heizgerät, insbesondere das Steuergerät, ist dazu eingerichtet,
ein entsprechendes Rückstellsignal zur Zurückstellung des Abtaumodus an die verbindbare
Wärmepumpe, insbesondere an ein die Wärmepumpe steuerndes Steuergerät, auszugeben.
Sobald die Trinkwarmwasserbereitung endet, kann auch der Betrieb der Wärmepumpe in
den Abtaumodus wechseln, was der Wärmepumpe seitens des Steuergeräts signalisiert
wird, insbesondere indem das Rückstellsignal aufgehoben wird.
[0040] Bei einer Trinkwarmwasserbereitung oder Trinkwarmwasserzapfung wird eine Trinkwarmwassertemperatur
T (das ist die Isttemperatur des Trinkwarmwassers) des bereiteten Trinkwarmwassers
ermittelt und an den Solltemperaturwert beziehungsweise Standard-Solltemperaturwert
angenähert oder angeglichen. Die Trinkwarmwassertemperatur T des bereiteten Trinkwarmwassers
kann insbesondere gemessen oder berechnet werden, insbesondere basierend auf direkt
gemessenen Messwerten oder abgeleitet aus im Trinkwasserstrom oder Heizwasserstrom
gemessenen Werten.
[0041] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung wird eine Größe des temperierten Trinkwasserstroms
gemessen. Zumindest in einem Teilbereich des Trinkwasserstroms wird der der Trinkwarmwasserbereitung,
insbesondere vom Steuergerät, zugrunde gelegte Solltemperaturwert in Abhängigkeit
der Größe des Trinkwasserstroms verringert. Insbesondere wird in dem genannten Teilbereich
des Trinkwasserstroms mit zunehmender Größe des Trinkwasserstroms der Solltemperaturwert
fortschreitend verringert.
[0042] Damit wird erreicht, dass der der Trinkwarmwasserbereitung zugrunde gelegte Solltemperaturwert
nur um so viel verringert wird, dass das hybride Kombi-Heizgerät auch während eines
Betriebs der Wärmepumpe im Abtaumodus den Trinkwasserstrom mit möglichst hohem Komfort
erwärmt, also möglichst dicht am Standard-Solltemperaturwert.
[0043] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung wird der der Trinkwarmwasserbereitung
zugrunde gelegte Solltemperaturwert aus einer im Steuergerät gespeicherten Wertetabelle
oder nach einer im Steuergerät gespeicherten Formel ermittelt, insbesondere entnommen
oder berechnet.
[0044] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betreiben eines hybriden Heizsystems
zum Temperieren eines Heizwasserstroms und eines Trinkwasserstroms. Dabei temperieren
ein Wärmeerzeuger und/oder ein dazu in einem Heizwasserstrang in Reihe geschalteter
Wärmepumpenwärmeübertrager den Heizwasserstrom. Der Wärmepumpenwärmeübertrager ist
sekundärseitig mit einer Wärmepumpe, insbesondere mit einem Wärmeübertragermediumkreis,
insbesondere Kältemittelkreis, einer Wärmepumpe verbunden. Der Heizwasserstrom strömt
in einen Heizwasserkreis oder in einen hydraulisch parallel zum Heizwasserkreis angeordneten,
insbesondere schaltbaren, Bypass mit einem Trinkwasserwärmeübertrager. Eine schaltbare
Ventileinrichtung lenkt, insbesondere je nach Schaltstellung und/oder in Abhängigkeit
einer Heizwärmeanforderung und/oder einer Trinkwarmwasseranforderung, den Heizwasserstrom
in den Heizwasserkreis oder in den Bypass. Es wird vorgeschlagen, dass ein Steuergerät
ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren ausführt.
[0045] Die Erfindung betrifft auch ein hybrides Kombi-Heizgerät zum Temperieren eines Heizwasserstroms
und eines Trinkwasserstroms mit einem Wärmeerzeuger und einem dazu in einem Heizwasserstrang
des Heizgerätes in Reihe geschalteten Wärmepumpenwärmeübertrager. Der Wärmepumpenwärmeübertrager
ist sekundärseitig mit einer Wärmepumpe, insbesondere mit einem Wärmeübertragermediumkreis,
insbesondere Kältemittelkreis, einer Wärmepumpe verbindbar. Der Heizwasserstrang weist
einen Vorlaufabschnitt zum Anschließen an eine Vorlaufleitung und einen Rücklaufabschnitt
zum Anschließen an eine Rücklaufleitung eines (nicht von dem Heizgerät umfassten)
Heizwasserkreises auf. Im Heizgerät zwischen dem Vorlaufabschnitt und dem Rücklaufabschnitt
ist, insbesondere hydraulisch parallel zum Heizwasserkreis, ein, insbesondere schaltbarer,
Bypass mit einem Trinkwasserwärmeübertrager angeordnet. Eine am Vorlaufabschnitt oder
Rücklaufabschnitt angeordente Ventileinrichtung ist zum Lenken des Heizwasserstroms
aus dem Heizwasserstrang in den Heizwasserkreis oder in den Bypass eingerichtet und
angeordnet. Weiter umfasst das hybride Kombi-Heizgerät ein Steuergerät, das dazu eingerichtet
ist, ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren auszuführen.
[0046] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Steuergerät dazu eingerichtet, eine Vereisungsgefahr
am Wärmepumpenwärmeübertrager und/oder an einem weiteren Wärmeübertrager der Wärmepumpe
zu erkennen und die Ventileinrichtung in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr
so zu schalten, dass der Heizwasserstrom den Bypass und den Wärmepumpenwärmeübertrager
durchströmt, wobei der Heizwasserstrom insbesondere größer oder gleich einem vorgebbaren
Mindestvolumenstrom ist.
[0047] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Steuergerät dazu eingerichtet,
die Vereisungsgefahr anhand eines Abtausignals über einen bevorstehenden, beginnenden
oder laufenden Betrieb der Wärmepumpe im Abtaumodus zu erkennen. Insbesondere ist
das Steuergerät dazu eingerichtet, den Bypass in Abhängigkeit des Abtausignals zum
Durchströmen mit dem Heizwasserstrom zu schalten.
[0048] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung umfasst eine den Wärmepumpenwärmeübertrager
aufweisende Wärmeübertragereinrichtung, wobei die Wärmeübertragereinrichtung über
zumindest eine erste Datenschnittstelle zum Ausgeben eines Wertes eines Wärmeübertragerparameters
der Wärmeübertragereinrichtung verfügt. Das Steuergerät ist dazu eingerichtet, die
Vereisungsgefahr anhand des Wertes des Wärmeübertragerparameters zu erkennen. Beispielsweise
weist die Wärmeübertragereinrichtung heizkreisseitige und/oder sekundärseitige Sensoren
auf. Insbesondere ist das Steuergerät dazu eingerichtet, den Bypass in Abhängigkeit
einer von den Sensoren erkannten Vereisungsgefahr des Wärmepumpenwärmeübertragers,
insbesondere bei Vorliegen einer Vereisungsgefahr, zum Durchströmen mit dem Heizwasserstrom
zu schalten.
[0049] Eine bevorzugte Ausgestaltung umfasst zumindest einen heizwasserseitigen Temperaturfühler
zum Messen einer Heizwassertemperatur am Wärmepumpenwärmeübertrager. Dabei ist das
Steuergerät dazu eingerichtet, die Vereisungsgefahr anhand der Heizwassertemperatur,
insbesondere bei Unterschreiten eines vorgebbaren ersten Minimalwertes der Heizwassertemperatur,
zu erkennen. Insbesondere ist das Steuergerät dazu eingerichtet, den Bypass in Abhängigkeit
der Heizwassertemperatur, insbesondere bei Unterschreiten eines vorgebbaren ersten
Minimalwertes der Heizwassertemperatur, zum Durchströmen mit dem Heizwasserstrom zu
schalten.
[0050] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung umfasst zumindest einen heizwasserseitigen
Temperaturfühler zum Ermitteln einer Heizwassertemperaturspreizung am Wärmepumpenwärmeübertrager.
Dabei ist das Steuergerät dazu eingerichtet, die Vereisungsgefahr anhand der Heizwassertemperaturspreizung,
insbesondere bei Überschreiten eines vorgebbaren Maximalwertes der Heizwassertemperaturspreizung,
zu erkennen. Insbesondere ist das Steuergerät dazu eingerichtet, den Bypass in Abhängigkeit
der Heizwassertemperaturspreizung, insbesondere bei Überschreiten eines vorgebbaren
Maximalwertes der Heizwassertemperaturspreizung, zum Durchströmen mit dem Heizwasserstrom
zu schalten.
[0051] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung umfasst zumindest einen sekundärseitigen beziehungsweise
wärmepumpenseitigen Temperaturfühler zum Messen einer Temperatur des Wärmeübertragermediums,
insbesondere des Kältemittels, der Wärmepumpe am Wärmepumpenwärmeübertrager. Dabei
ist das Steuergerät dazu eingerichtet, die Vereisungsgefahr anhand der Temperatur
des Wärmeübertragermediums, insbesondere bei Unterschreiten eines vorgebbaren zweiten
Minimalwertes der Temperatur des Wärmeübertragermediums, zu erkennen. Insbesondere
ist das Steuergerät dazu eingerichtet, den Bypass in Abhängigkeit der Temperatur des
Wärmeübertragermediums, insbesondere bei Unterschreiten eines vorgebbaren zweiten
Minimalwertes, zum Durchströmen mit dem Heizwasserstrom zu schalten.
[0052] Der Wärmepumpenwärmeübertrager weist zwei Anschlüsse für das Wärmeübertragermedium
zum fluidleitenden Verbinden des Wärmepumpenwärmeübertragers mit einem Wärmeübertragermediumkreis,
insbesondere Kältemittelkreis, der Wärmepumpe auf.
[0053] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung umfasst eine Heizwasserpumpe zum Fördern des
Heizwasserstroms im Heizgerät, insbesondere im Heizwasserstrang, wobei die Heizwasserpumpe
über zumindest eine zweite Datenschnittstelle zum Ausgeben eines Wertes eines Pumpenparameters
der Heizwasserpumpe verfügt. Dabei ist das Steuergerät dazu eingerichtet, die Vereisungsgefahr
anhand des Wertes des Pumpenparameters, insbesondere bei Unterschreiten eines vorgebbaren
dritten Minimalwerts des Pumpenparameters, zu erkennen. Insbesondere ist das Steuergerät
dazu eingerichtet, den Bypass in Abhängigkeit des Wertes des Pumpenparameters, insbesondere
bei Unterschreiten eines vorgebbaren dritten Minimalwerts des Pumpenparameters, zum
Durchströmen mit dem Heizwasserstrom zu schalten.
[0054] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Steuergerät dazu eingerichtet,
den Wärmeerzeuger in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr, insbesondere bei
Erkennen einer Vereisungsgefahr, in einem Heizmodus in Betrieb zu nehmen.
[0055] Die Erfindung betrifft auch ein hybrides Heizsystem zum Temperieren eines Trinkwasserstroms
und eines Gebäudes oder eines Gebäudeteils mit einem Heizwasserstrom.
[0056] Es wird vorgeschlagen, dass das hybride Heizsystem ein wie vorstehend beschriebenes
hybrides Kombi-Heizgerät sowie eine Wärmepumpe, insbesondere Split-Wärmepumpe, mit
einer Außeneinheit und einer Inneneinheit umfasst. Die Inneneinheit ist in dem hybriden
Kombi-Heizgerät integriert und umfasst den Wärmepumpenwärmeübertrager. Insbesondere
ist die Inneneinheit von dem Wärmepumpenwärmeübertrager oder einer den Wärmepumpenwärmeübertrager
aufweisenden Wärmeübertragereinrichtung gebildet. Insbesondere entspricht die Wärmeübertragereinrichtung
der Inneneinheit. Dadurch, dass die Inneneinheit in dem hybriden Kombi-Heizgerät integriert
ist, muss in einem Aufstellraum nur ein Gerät aufgestellt werden, was deutlich platzsparender
und für den Installateur deutlich einfacher möglich ist.
Zeichnung
[0057] Weitere Ausgestaltungen und Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung,
die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der
Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen
weiteren Kombinationen zusammenfassen. Es zeigen schematisch:
- Figur 1
- ein hybrides Heizsystem mit einem hybriden Kombi-Heizgerät und einer Luftwärmepumpe,
- Figur 2
- Liniendiagramme zweier Temperaturfunktionen zum der Trinkwarmwasserbereitung zugrunde
gelegten Solltemperaturwert im Abtaumodus der Wärmepumpe.
[0058] Figur 1 zeigt ein hybrides Heizsystem 100 mit einem hybriden Kombi-Heizgerät 200,
einer Wärmepumpe 300, hier eine Luftwärmepumpe 300, und einem Heizwasserkreis 400,
insbesondere einem gebäudeseitigen Abschnitt eines Heizwasserkreises 400.
[0059] Das hybride Heizsystem 100 ist dazu vorgesehen, einen Heizwasserstrom 1 und einen
Trinkwasserstrom 2 zu temperieren. Das hybride Heizsystem 100 umfasst ein hybrides
Kombi-Heizgerät 200 und eine Wärmepumpe 300, hier eine Split-Wärmepumpe 300, mit einer
Außeneinheit 302 und einer Inneneinheit 304. Die Inneneinheit 304 ist in dem hybriden
Kombi-Heizgerät 200 integriert und umfasst den Wärmepumpenwärmeübertrager 202. Die
Außeneinheit 302 und die Inneneinheit 304 sind mittels eines Kältemittelkreises 316,
in dem ein Kältemittelstrom 4 zirkulieren kann, fluidisch miteinander verbunden.
[0060] Die Pfeile in der Figur zeigen die Strömungsrichtungen von Heizwasser, Trinkwasser,
Wärmeübertragermedium/Kältemittel beziehungsweise Luft an.
[0061] Die Außeneinheit 302 umfasst hier einen Ventilator 306 zum Fördern eines Außenluftstroms
3, einen weiteren Wärmeübertrager 308 (hier ein Luft/Kältemittel-Wärmeübertrager 308)
zum Verdampfen des Kältemittelstroms 4 in einem Heizmodus der Wärmepumpe 300, einen
Kompressor 310 zum Komprimieren und Fördern des Kältemittelstroms 4, eine Expansionseinrichtung
312 zum Expandieren des Kältemittelstroms 4, sowie ein weiteres Steuergerät 314 zum
Steuern des Betriebs der Außeneinheit 302 und zum Datenaustausch mit dem Steuergerät
204 des hybriden Kombi-Heizgerätes 200.
[0062] Das hybride Kombi-Heizgerät 200 ist dazu eingerichtet, den Heizwasserstrom 1 und
den Trinkwasserstrom 2 zu temperieren. Das hybride Kombi-Heizgerät 200 umfasst in
diesem Ausführungsbeispiel einen brennstoffgefeuerten Wärmeerzeuger 206 und den sekundärseitig
mit dem Kältemittelkreis 316 der Wärmepumpe 300 verbundenen Wärmepumpenwärmeübertrager
202. Der Wärmeerzeuger 206 und der Wärmepumpenwärmeübertrager 202 sind in einem Heizwasserstrang
208 des Heizgerätes 200 in Reihe geschaltet. Der Heizwasserstrang 208 weist einen
Vorlaufabschnitt 210 zum Anschließen an eine Vorlaufleitung 402 und einen Rücklaufabschnitt
212 zum Anschließen an eine Rücklaufleitung 404 eines gebäudeseitigen Abschnitts eines
Heizwasserkreises 400 auf. Im hybriden Kombi-Heizgerät 200, zwischen dem Vorlaufabschnitt
210 und dem Rücklaufabschnitt 212, ist ein Bypass 214 mit einem Trinkwasserwärmeübertrager
216 zum Durchströmen mit dem Heizwasserstrom 1 angeordnet. Der Bypass 214 ist hydraulisch
parallel zum Heizwasserkreis 400 angeordnet. Der Heizwasserstrom 1 wird von der Heizwasserpumpe
218 gefördert. Das hybride Kombi-Heizgerät 200 umfasst weiter eine Ventileinrichtung
220, hier ein Dreiwegeumschaltventil 220, zum Lenken des Heizwasserstroms 1 aus dem
Heizwasserstrang 208 in den gebäudeseitigen Abschnitt des Heizwasserkreises 400 oder
in den Bypass 214. Die Ventileinrichtung 220 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel
an der Verbindung von Rücklaufabschnitt 212 und Bypass 214 angeordnet. Die Ventileinrichtung
220 kann alternativ auch an der Verbindung von Vorlaufabschnitt 210 und Bypass 214
angeordnet sein. Das Steuergerät 204 ist dazu eingerichtet, eine Vereisungsgefahr
am Wärmepumpenwärmeübertrager 202 und/oder an dem weiteren Wärmeübertrager 308 der
Wärmepumpe 300 zu erkennen und die Ventileinrichtung 220 in Abhängigkeit einer erkannten
Vereisungsgefahr so zu schalten, dass der Heizwasserstrom 1 den Bypass 214 und den
Wärmepumpenwärmeübertrager 202 durchströmt. Dabei ist der Heizwasserstrom 1 insbesondere
größer oder gleich einem vorgebbaren Mindestvolumenstrom. Damit kann ein Vereisen
zumindest des Wärmepumpenwärmeübertragers 202 effektiv verhindert werden.
[0063] Das Steuergerät 204 kann eine Vereisungsgefahr an dem Wärmepumpenwärmeübertrager
202 und/oder an dem weiteren Wärmeübertrager 308 der Wärmepumpe 300 anhand eines Abtausignals,
anhand einer Messung zumindest einer Heizwassertemperatur, einer Kältemitteltemperatur
oder eines Kältemitteldrucks am Wärmepumpenwärmeübertrager 202 oder anhand eines Wertes
eines Pumpenparameters der Heizwasserpumpe 218 erkennen.
[0064] Das Steuergerät 204 kann eine Vereisung an dem Wärmepumpenwärmeübertrager 202 und/oder
an dem weiteren Wärmeübertrager 308 mittels eines ausreichend großen Heizwasserstroms
und/oder mittels eines ausreichend warmen Heizwasserstroms durch den Wärmepumpenwärmeübertrager
202 verhindern.
[0065] Das Steuergerät 204 kann in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr an dem
Wärmepumpenwärmeübertrager 202 den Wärmeerzeuger 206 in einem Heizmodus in Betrieb
nehmen.
[0066] Figur 2 zeigt Liniendiagramme zweier Funktionen zum Verlauf der Trinkwarmwassertemperatur
T während eines Betriebs der Wärmepumpe im Abtaumodus über dem im Trinkwasserwärmeübertrager
216 temperierten Trinkwasserstrom V.
[0067] Hier soll eine zugrunde liegende Ausgangssituation betrachtet werden, bei der eine
Vereisungsgefahr an dem Wärmepumpenwärmeübertrager 202 erkannt ist und/oder die Ventileinrichtung
220 in Abhängigkeit der erkannten Vereisungsgefahr in die zweite Schaltstellung schaltet,
insbesondere bereits in der zweiten Schaltstellung steht, sodass der Heizwasserstrom
1 den Bypass 214 und den Wärmepumpenwärmeübertrager 202 für einen Betrieb der Wärmepumpe
300 im Abtaumodus durchströmt. In diesem Abtaumodus wird dem Wärmepumpenwärmeübertrager
202 eine Abtauleistung in Form von Wärme entzogen und dem weiteren Wärmeübertrager
308 der Wärmepumpe 300 zugeführt. Zu dieser Ausgangssituation hinzu kommt dann eine
Trinkwarmwasserbereitung oder Trinkwarmwasserzapfung.
[0068] Ein der Trinkwarmwasserbereitung standardmäßig zugrunde liegender Standard-Solltemperaturwert
TSS beträgt in diesem Ausführungsbeispiel konstant 55 °C über dem Trinkwasserstrom
V. Demgegenüber ist ein der Trinkwarmwasserbereitung zugrunde liegender momentaner
Solltemperaturwert TSV variabel.
[0069] Mit einer einfachen Temperatursteuerung T(TSS) nach Standard-Solltemperaturwert TSS
kann das hybride Kombi-Heizgerät 200 bei geringem und mittlerem Trinkwasserstrom V
zwischen ca. 2 Liter pro Minute und ca. 8 Liter pro Minute die Trinkwarmwassertemperatur
T (das ist die Isttemperatur des Trinkwarmwassers) auf dem Standard-Solltemperaturwert
TSS halten (vergleiche die horizontale gestrichelte Linie in Figur 2). Bei größerem
Trinkwasserstrom V oberhalb von ca. 8 Liter pro Minute reicht die Heizleistung des
hybriden Kombi-Heizgerätes 200, insbesondere des Wärmeerzeugers 206, nicht mehr aus,
neben der Bereitstellung der Abtauleistung auch diese relativ hohe Trinkwarmwassertemperatur
von 55 °C zu halten; die Trinkwarmwassertemperatur bricht in dem relativ kleinen Trinkwasserstromintervall
zwischen ca. 8 Liter pro Minute und ca. 10 Liter pro Minute stark ein (vergleiche
die stark abfallende gestrichelte Linie in Figur 2).
[0070] Bei einer aufwendigeren Temperatursteuerung T(TSV) mit variablem Solltemperaturwert
TSV wird der Solltemperaturwert bereits ab einem geringen bis mittleren Trinkwasserstrom
V von ca. 5 Liter pro Minute in Abhängigkeit des Trinkwasserstroms V langsam abgesenkt.
So wird ein plötzlicher Temperatureinbruch wie bei der einfachen Steuerung T(TSS)
vermieden. Beispielsweise hält die Steuerung T(TSV) des hybriden Kombi-Heizgeräts
200 bei geringem Trinkwasserstrom V zwischen ca. 2 Liter pro Minute und ca. 5 Liter
pro Minute die Trinkwarmwassertemperatur T auf dem Standard-Solltemperaturwert TSS
(vergleiche die horizontale durchgezogene Linie in Figur 2). Oberhalb von ca. 5 Liter
pro Minute wird der variable Solltemperaturwert TSV gegenüber dem Standard-Solltemperaturwert
TSS in Abhängigkeit des Trinkwasserstroms V zunehmend abgesenkt. Die Trinkwarmwassertemperatur
T(TSV) des bereiteten Trinkwarmwassers folgt diesem variablen Solltemperaturwert TSV
(vergleiche die langsam abfallende durchgezogene Linie in Figur 2). Der Nutzer wird
diese langsam sich verringernde Trinkwarmwassertemperatur T(TSV) entweder kaum wahrnehmen
oder als deutlich angenehmer empfinden als den Temperatureinbruch bei der einfachen
Steuerung T(TSS).
[0071] In der vorstehenden Erläuterung wird eine konstante Trinkkaltwassertemperatur (Einlauftemperatur)
angenommen. Sollte diese sich ändern, so ändert sich bei der einfachen Steuerung T(TSS)
auch der Grenzvolumenstrom, bis zu dem das Trinkwarmwasser bei Standard-Solltemperaturwert
TSS gezapft werden kann. Die aufwendigere Steuerung T(TSV) glättet und verringert
die Auswirkung auch dieses Störeinflusses auf die Trinkwarmwassertemperatur T.
1. Verfahren zum Betreiben eines hybriden Kombi-Heizgerätes (200) zum Temperieren eines
Heizwasserstroms (1) und eines Trinkwasserstroms (2),
• wobei ein Wärmeerzeuger (206) und/oder ein dazu in einem Heizwasserstrang (208)
in Reihe geschalteter Wärmepumpenwärmeübertrager (202) den Heizwasserstrom (1) temperieren,
wobei der Wärmepumpenwärmeübertrager (202) sekundärseitig mit einer Wärmepumpe (300)
verbindbar ist,
• wobei der Heizwasserstrom (1) in einen Heizwasserkreis (400) oder in einen hydraulisch
parallel zum Heizwasserkreis (400) angeordneten Bypass (214) mit einem Trinkwasserwärmeübertrager
(216) strömt,
• wobei eine Ventileinrichtung (220) den Heizwasserstrom (1) in den Heizwasserkreis
(400) oder in den Bypass (214) lenkt, dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuergerät (204)
• eine Vereisungsgefahr am Wärmepumpenwärmeübertrager (202) und/oder an einem weiteren
Wärmeübertrager (308) der Wärmepumpe (300) erkennt und
• die Ventileinrichtung (220) in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr so
schaltet, dass der Heizwasserstrom (1) den Bypass (214) und den Wärmepumpenwärmeübertrager
(202) durchströmt, wobei der Heizwasserstrom (1) insbesondere größer oder gleich einem
vorgebbaren Mindestvolumenstrom ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei das Steuergerät (204) die Vereisungsgefahr anhand eines Abtausignals betreffend
einen bevorstehenden, beginnenden oder laufenden Betrieb der verbindbaren Wärmepumpe
(300) im Abtaumodus erkennt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei eine den Wärmepumpenwärmeübertrager (202) aufweisende Wärmeübertragereinrichtung
über zumindest eine erste Datenschnittstelle ein Signal oder einen Wert eines Wärmeübertragerparameters
der Wärmeübertragereinrichtung ausgibt, wobei das Steuergerät die Vereisungsgefahr
anhand des Signals oder des Wertes des Wärmeübertragerparameters erkennt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei mittels zumindest eines heizwasserseitigen Temperaturfühlers eine Heizwassertemperatur
am Wärmepumpenwärmeübertrager (202) gemessen wird, wobei das Steuergerät (204) die
Vereisungsgefahr anhand der Heizwassertemperatur, insbesondere bei Unterschreiten
eines vorgebbaren ersten Minimalwertes der Heizwassertemperatur, erkennt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei mittels zumindest eines heizwasserseitigen Temperaturfühlers eine Heizwassertemperaturspreizung
am Wärmepumpenwärmeübertrager (202) ermittelt wird, wobei das Steuergerät (204) die
Vereisungsgefahr anhand der Heizwassertemperaturspreizung, insbesondere bei Überschreiten
eines vorgebbaren Maximalwertes der Heizwassertemperaturspreizung, erkennt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei mittels zumindest eines sekundärseitigen Temperaturfühlers oder Druckfühlers
eine Kältemitteltemperatur am Wärmepumpenwärmeübertrager (202) gemessen oder ermittelt
wird, wobei das Steuergerät (202) die Vereisungsgefahr anhand der Kältemitteltemperatur,
insbesondere bei Unterschreiten eines vorgebbaren zweiten Minimalwertes der Kältemitteltemperatur,
erkennt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei eine Heizwasserpumpe (218) den Heizwasserstrom (1) im hybriden Kombi-Heizgerät
(200) fördert, wobei die Heizwasserpumpe über zumindest eine zweite Datenschnittstelle
einen Wert eines Pumpenparameters ausgibt, wobei das Steuergerät die Vereisungsgefahr
anhand des Wertes des Pumpenparameters, insbesondere bei Unterschreiten eines vorgebbaren
dritten Minimalwerts des Pumpenparameters, erkennt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Steuergerät (204) in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr den Wärmeerzeuger
(206) in einem Heizmodus in Betrieb nimmt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei, wenn die Ventileinrichtung (220) in Abhängigkeit einer erkannten Vereisungsgefahr
so schaltet, dass der Heizwasserstrom (1) den Bypass (214) und den Wärmepumpenwärmeübertrager
(202) für einen Betrieb der Wärmepumpe (300) im Abtaumodus durchströmt, und eine Trinkwarmwasserbereitung
beginnt, dann wird ein der Trinkwarmwasserbereitung zugrunde gelegter Solltemperaturwert
(TSV) gegenüber einem Standard-Solltemperaturwert (TSS) verringert, wobei eine Trinkwarmwassertemperatur
(T) der Trinkwarmwasserbereitung ermittelt und an den Solltemperaturwert (TSV) angenähert
oder angeglichen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
wobei ein Trinkwasserstrom (2) gemessen wird und der der Trinkwarmwasserbereitung
zugrunde gelegte Solltemperaturwert (TSV) in Abhängigkeit des Trinkwasserstroms (2)
verringert wird, insbesondere der Solltemperaturwert (TSV) mit zunehmendem Trinkwasserstrom
(2) fortschreitend verringert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
wobei der der Trinkwarmwasserbereitung zugrunde gelegte Solltemperaturwert (TSV)aus
einer im Steuergerät (204) gespeicherten Wertetabelle oder nach einer im Steuergerät
(204) gespeicherten Formel ermittelt wird.
12. Verfahren zum Betreiben eines hybriden Heizsystems (100) zum Temperieren eines Heizwasserstroms
(1) und eines Trinkwasserstroms (2),
• wobei ein Wärmeerzeuger (206) und/oder ein dazu in einem Heizwasserstrang (208)
in Reihe geschalteter Wärmepumpenwärmeübertrager (202) den Heizwasserstrom (1) temperieren,
wobei der Wärmepumpenwärmeübertrager (202) sekundärseitig mit einer Wärmepumpe (300)
verbunden ist,
• wobei der Heizwasserstrom (1) in einen Heizwasserkreis (400) oder in einen hydraulisch
parallel zum Heizwasserkreis (400) angeordneten Bypass (214) mit einem Trinkwasserwärmeübertrager
(216) strömt,
• wobei eine Ventileinrichtung (220) den Heizwasserstrom (1) in den Heizwasserkreis
(400) oder in den Bypass (214) lenkt,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuergerät (204) ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausführt.
13. Hybrides Kombi-Heizgerät (200) zum Temperieren eines Heizwasserstroms (1) und eines
Trinkwasserstroms (2)
• mit einem Wärmeerzeuger (206) und einem dazu in einem Heizwasserstrang (208) des
Heizgerätes (200) in Reihe geschalteten Wärmepumpenwärmeübertrager (202), wobei der
Wärmepumpenwärmeübertrager (202) sekundärseitig mit einer Wärmepumpe (300) verbindbar
ist,
• wobei der Heizwasserstrang (208) einen Vorlaufabschnitt (210) zum Anschließen an
eine Vorlaufleitung (402) und einen Rücklaufabschnitt (212) zum Anschließen an eine
Rücklaufleitung (404) eines Heizwasserkreises (400) umfasst, wobei im Heizgerät (200)
zwischen dem Vorlaufabschnitt (210) und dem Rücklaufabschnitt (212) ein Bypass (214)
mit einem Trinkwasserwärmeübertrager (216) zum Durchströmen mit dem Heizwasserstrom
(1) angeordnet ist,
• mit einer Ventileinrichtung (220) zum Lenken des Heizwasserstroms (1) in den Heizwasserkreis
(400) oder in den Bypass (214), und
• mit einem Steuergerät (204),
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (204) dazu eingerichtet ist, ein Verfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 11 auszuführen.
14. Hybrides Heizsystem (100) zum Temperieren eines Heizwasserstroms (1) und eines Trinkwasserstroms
(2)
• mit einem hybriden Kombi-Heizgerät (200) nach Anspruch 13 und
• mit einer Wärmepumpe (300), insbesondere Split-Wärmepumpe (300), mit einer Außeneinheit
(302) und einer Inneneinheit (304),
• wobei die Inneneinheit (304) in dem hybriden Kombi-Heizgerät (200) integriert ist
und den Wärmepumpenwärmeübertrager (202) umfasst, insbesondere von dem Wärmepumpenwärmeübertrager
(202) oder einer den Wärmepumpenwärmeübertrager (202) aufweisenden Wärmeübertragereinrichtung
gebildet ist.