[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum sicheren Betrieb eines Kombinationsgargeräts.
Ferner betrifft die Erfindung ein Kombinationsgargerät.
[0002] Gargeräte, die in der Profi- bzw. Großgastronomie zum Einsatz kommen, weisen neben
einer Heizvorrichtung zur Erzeugung von Heißluft typischerweise auch einen Dampfgenerator
zur Erzeugung vom Dampf auf, um ein im Garraum des Gargeräts eingebrachtes Gargut
zu garen. Die Heizvorrichtung und der Dampfgenerator erzeugen im Garraum eine Garraumatmosphäre,
die auch als Garraumklima bezeichnet werden kann. Ein dem Garraumklima im Garraum
ausgesetztes Gargut wird durch dieses entsprechend gegart, indem konvektionsbasiert
Energie in das Gargut eingebracht wird.
[0003] Zusätzlich können derartige Gargeräte neben der Heizvorrichtung und dem Dampfgenerator
auch eine Mikrowellenquelle aufweisen, die dazu dient, den Garprozess des Garguts
zu beschleunigen, indem (zusätzliche) Energie in Form von Mikrowellen in das Gargut
eingebracht wird. Grundsätzlich werden Gargeräte, die eine Mikrowellenquelle neben
einer Heizvorrichtung und einem optionalen Dampfgenerator aufweisen, auch als Kombinationsgargeräte
bezeichnet.
[0004] Es hat sich herausgestellt, dass wenn kein Gargut im Garraum vorhanden ist, die in
dem Garraum eingespeiste Mikrowellenstrahlung vorrangig mit dem Garraum selbst wechselwirkt,
also in Komponenten des Gargeräts einkoppelt, die den Garraum begrenzen, also beispielsweise
die Garraumwände oder eine Scheibe in einer Garraumtür. Die Mikrowellenstrahlung kann
aber auch teilweise von Komponenten im Garraum absorbiert werden, die zusätzlich eingebracht
worden sind, beispielsweise Garzubehör oder ein Kerntemperaturfühler, insbesondere
ein Kabel eines kabelgebundenen Kerntemperaturfühlers.
[0005] Die Absorption der in den Garraum eingespeisten Mikrowellenstrahlung kann je nach
Material und Zusammensetzung der Komponenten zu einer Beschädigung derselben führen.
Um derartige Beschädigungen zu vermeiden, ist es im Stand der Technik angedacht, Gargeräte
mit automatischen Sicherheitsabschaltungen auszurüsten. Diese erkennen einen Leerlaufbetrieb,
also ein Betreiben des Gargeräts mit einem leeren Garraum, woraufhin automatisch die
Mikrowelleneinspeisung abgeschaltet wird.
[0006] Beispielsweise ist aus der
DE 10 2004 015 993 A1 ein Mikrowellengerät bekannt, das automatisch den Leerlaufbetrieb ermittelt und eine
Einrichtung zur Erzeugung von Mikrowellen automatisch abschaltet, wenn ein Leerlauf
des Gargeräts erkannt worden ist.
[0007] Es hat sich jedoch herausgestellt, dass es unter Umständen auch schon bei geringen
oder sogar mittleren Beladungen des Gargeräts zu Verschleiß bzw. Beschädigung von
Komponenten des Gargeräts kommen kann, also wenn ein Mikrowellenbetrieb grundsätzlich
zugelassen ist. Der Verschließ bzw. die Beschädigung ist unerwünscht, da die entsprechenden
Komponenten früh ausgetauscht werden müssen, wodurch die Kosten steigen.
[0008] Insofern ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile aus dem Stand
der Technik zu beseitigen und ein Verfahren bereitzustellen, mit dem ein Gargerät
sicher betrieben werden kann.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum sicheren Betrieb
eines Kombinationsgargeräts, das einen Garraum und eine Mikrowellenquelle mit einer
Mikrowellenleistung aufweist, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- Erfassen einer im Garraum vorliegenden Garraumtemperatur,
- Ermitteln eines konvektionsrelevanten Parameters,
- Auswerten der erfassten Garraumtemperatur und des konvektionsrelevanten Parameters,
um eine maximal zulässige Mikrowellenleistung zu bestimmen, und
- Begrenzen der Mikrowellenleistung der Mikrowellenquelle auf die maximal zulässige
Mikrowellenleistung, insbesondere auf eine für die erfasste Garraumtemperatur und
den ermittelten konvektionsrelevanten Parameter maximal zulässige Mikrowellenleistung.
[0010] Die Erfindung beruht auf dem Grundgedanken, dass das Kombinationsgargerät mit der
Mikrowellenquelle sicher betrieben werden kann, indem die Mikrowellenleistung der
Mikrowellenquelle auf die für den ermittelten konvektionsrelevanten Parameter und
die erfasste Garraumtemperatur maximal zulässige Mikrowellenleistung begrenzt wird.
[0011] Die maximal zulässige Mikrowellenleistung kann demnach geringer als die grundsätzlich
mögliche Mikrowellenleistung (Nennleistung der Mikrowellenquelle) sein. Die tatsächlich
maximal zulässige Mikrowellenleistung hängt also von der erfassten Garraumtemperatur
und dem ermittelten konvektionsrelevanten Parameter ab. Anders ausgedrückt wird die
maximal zulässige Mikrowellenleistung steuerungstechnisch vorgegeben, nämlich in Abhängigkeit
der erfassten Garraumtemperatur und des ermittelten konvektionsrelevanten Parameters.
Die maximal zulässige Mikrowellenleistung ist also veränderlich, insbesondere während
eines ablaufenden Garvorgangs, da sich die Garraumtemperatur und/oder der konvektionsrelevante
Parameter während des Garvorgangs verändern bzw. verändert.
[0012] Hierdurch kann die in den Garraum eingespeiste Energie in Form von Mikrowellen begrenzt
werden, wodurch weniger Mikrowellenenergie mit den Komponenten des Kombinationsgargeräts
wechselwirken kann, sodass eine Beschädigung der Komponenten aufgrund der Mikrowellen
wirkungsvoll verhindert wird.
[0013] Es wurde festgestellt, dass die Energie der Mikrowellen in Komponenten des Kombinationsgargeräts
einkoppeln können, welche im Garraum vorhanden sind oder diesen begrenzen, wodurch
diese Komponenten erhitzt werden. Dies führte zu einem erhöhten Verschleiß oder sogar
zur Beschädigung der Komponenten, was nunmehr wirkungsvoll verhindert wird, wodurch
ein zuverlässiger und sicherer Betrieb des Kombinationsgargeräts möglich ist. Bei
den im Garraum vorhandenen Komponenten handelt es sich insbesondere um kabelgebundene
Kerntemperaturfühler, die eine bestimmte Temperatur nicht überschreiten sollten.
[0014] Sofern eine Konvektion an der jeweiligen Komponente stattfindet, also eine Umströmung
der Komponente vorliegt, kann diese dadurch gekühlt werden, weswegen sich die Komponente
weniger stark aufheizt. Bei einer starken Konvektion bzw. Umströmung der Komponente
kann mehr thermische Energie abtransportiert werden als bei einer geringen Konvektion.
Sofern mehr thermische Energie abtransportiert werden kann, also eine höhere Konvektion
vorliegt, kann grundsätzlich auch mehr Mikrowellenenergie bei ansonsten gleichen Gegebenheiten
eingespeist werden. Aus diesem Grund wird neben Garraumtemperatur auch noch der konvektionsrelevante
Parameter ermittelt und bei der Auswertung berücksichtigt.
[0015] Beide Parameter, also die im Garraum vorliegende Garraumtemperatur und der konvektionsrelevante
Parameter, haben demnach einen Einfluss darauf, wie hoch der Energieeintrag durch
Mikrowellen noch sein darf, woraus sich die maximal zulässige Mikrowellenleistung
der Mikrowellenquelle ergibt. Basierend auf diesen Parametern, also der Garraumtemperatur
und dem konvektionsrelevanten Parameter, kann also ermittelt bzw. abgeschätzt werden,
wieviel Energie die jeweilige Komponente maximal noch absorbieren darf, um nicht beschädigt
zu werden. Insofern lässt sich eine maximal zulässige Mikrowellenleistung bestimmen,
die für den Betriebszustand erlaubt ist. Der Betriebszustand ist dabei durch die Garraumtemperatur
und den konvektionsrelevanten Parameter bestimmt.
[0016] Anders ausgedrückt kann ermittelt werden, wie hoch ein zusätzlicher Energieeintrag
durch die Mikrowellenquelle in die Komponente maximal sein darf, damit ein Schwellen-
bzw. Grenzwert für die Temperatur der Komponente nicht erreicht und/oder überschritten
wird.
[0017] Die tatsächlich maximal einbringbare Mikrowellenleistung, welche durch die maximal
zulässige Mikrowellenleistung definiert ist, kann also in Abhängigkeit der Garraumtemperatur
und des konvektionsrelevanten Parameters geregelt.
[0018] Im Gegensatz zu aus dem Stand der Technik bekannten Sicherheitsabschaltungen, die
lediglich vorsehen, den Mikrowellenbetrieb vollständig zu unterbinden, sieht das erfindungsgemäße
Verfahren vor, die Mikrowellenleistung der Mikrowellenquelle zu regulieren bzw. zu
reduzieren, sofern dies nötig ist. Die (theoretisch mögliche) Mikrowellenleistung
der Mikrowellenquelle, also die Nennleistung, wird erfindungsgemäß daher auf die maximal
zulässige Mikrowellenleistung (situativ) reduziert, anstatt komplett auf null gesetzt
zu werden. Unter einer situativen Reduktion wird dabei eine Reduktion verstanden,
die von den erfassten bzw. ermittelten Parametern abhängt, nämlich der Garraumtemperatur
und dem konvektionsrelevanten Parameter. Dadurch kann das Kombinationsgargerät sicher
betrieben werden, ohne zwingend die Mikrowellenquelle abzuschalten. Mit anderen Worten
ist dennoch ein Mikrowellenbetrieb des Kombinationsgargeräts möglich.
[0019] Die maximal zulässige Mikrowellenleistung ist dabei insbesondere abhängig von der
berücksichtigten Komponente. Sofern mehrere Komponenten berücksichtigt werden, kann
die maximal zulässige Mikrowellenleistung aufgrund der Komponente gewählt werden,
die die geringste maximal zulässige Mikrowellenleistung zulässt. Hierdurch ist gewährleistet,
dass keine der berücksichtigten Komponenten beschädigt wird. Insofern kann eine global
maximal zulässige Mikrowellenleistung ermittelt werden.
[0020] Der Beladungszustand des Kombinationsgargeräts kann im Übrigen für die Regelung der
Mikrowellenleistung keine Rolle spielen, sodass eine von der Beladung des Kombinationsgargeräts
unabhängige Regelung der Mikrowellenleistung vorliegt. Anstatt die Beladung als weiteren
Parameter heranzuziehen, wird nämlich der konvektionsrelevante Parameter genutzt,
der eine Aussage über einen etwaigen Kühleffekt der Komponente aufgrund von Konvektion
zulässt.
[0021] Es kann beim Auswerten ein maximal zulässiger Energieeintrag in eine Komponente des
Kombinationsgargeräts und/oder eine maximal zulässige Temperatur einer Komponente
des Kombinationsgargeräts berücksichtigt werden. Die maximal zulässige Mikrowellenleistung
ist derart bestimmt, dass beim Betrieb der Mikrowellenquelle mit der maximal zulässigen
Mikrowellenleistung der maximal zulässige Energieeintrag in die Komponente des Kombinationsgargeräts
und/oder die maximal zulässige Temperatur der Komponente des Kombinationsgargeräts
nicht überschritten werden bzw. wird.
[0022] Als der maximal zulässige Energieeintrag wird der Eintrag einer Energie verstanden,
der eine Komponente des Kombinationsgargeräts zugeführt werden darf, ohne dass die
Komponente durch die Aufnahme der Energie beschädigt wird bzw. die maximal zulässige
Temperatur erreicht.
[0023] Unter der maximal zulässigen Temperatur wird diejenige Temperatur verstanden, die
eine Komponente des Kombinationsgargeräts nicht überschreiten sollte, insbesondere
während des Betriebs der Mikrowellenquelle mit der maximal zulässigen Mikrowellenleistung,
beispielsweise bei einem leeren Garraum.
[0024] Die Komponente des Kombinationsgargeräts kann eine beliebige Komponente bzw. ein
beliebiger Bestandteil des Kombinationsgargeräts innerhalb des Garraums sein, beispielsweise
eine Garraumwand, ein im Garraum vorgesehener Kerntemperaturfühler, ein Kabel des
Kerntemperaturfühlers, ein Sensor, ein Gestell, eine Beleuchtung und/oder ein Sichtfenster
der Garraumtür, insbesondere eine Scheibe. Die Komponenten des Kombinationsgargeräts
weisen alle jeweils einen maximal zulässigen Energieeintrag bzw. eine maximal zulässige
Temperatur auf, ab welcher eine Beschädigung der Komponenten eintreten kann. Der maximal
zulässige Energieeintrag ist somit individuell für jede der Komponenten. Dies gilt
in gleicher Weise für die maximal zulässige Temperatur.
[0025] Beispielsweise wird als maximal zulässige Temperatur für den Kerntemperaturfühler,
insbesondere dessen Kabel, der Schmelzpunkt einer Ummantelung herangezogen. Im Falle
des Sichtfensters der Garraumtür kann die Sprungtemperatur der im Sichtfenster verbauten
Scheibe, insbesondere Glasscheibe, als maximal zulässige Temperatur definiert werden.
[0026] Durch das Berücksichtigen des maximal zulässigen Energieeintrags und/oder der maximal
zulässigen Temperatur kann auf einfache Weise eine Beschädigung einer Komponente während
des Betriebs verhindert werden.
[0027] Ein Aspekt sieht vor, dass die Garraumtemperatur von einem Temperatursensor erfasst
wird, der in einem Kerntemperaturfühler angeordnet ist, und/oder dass die Garraumtemperatur
von einem Temperatursensor erfasst wird, der im Garraum des Kombinationsgargeräts
angeordnet ist. Der Temperatursensor kann in einem Griffabschnitt oder einem Messabschnitt
des Kerntemperaturfühlers vorgesehen sein. Sofern der Kerntemperaturfühler sich in
einer Parkposition befindet, also nicht ins Gargut eingesteckt ist, kann ein beliebiger
Temperatursensor des Kerntemperaturfühlers genutzt werden, sofern dieser in der Parkposition
thermisch nicht isoliert ist. Sofern der Kerntemperaturfühler in einem Gargut eingesteckt
ist, also verwendet wird, kann dennoch der im Griffabschnitt vorgesehene Temperatursensor
verwendet werden. Alternativ oder ergänzend kann ein Temperatursensor verwendet werden,
der dem Garraum zugeordnet ist, aber außerhalb vom Kerntemperaturfühler vorgesehen
ist.
[0028] Ferner kann es sich bei dem ermittelten konvektionsrelevanten Parameter um eine Drehzahl
eines Lüfterrads, eine Drehgeschwindigkeit eines Lüfterrads, ein Volumen pro Zeiteinheit
ausgetauschter Luft im Garraum oder eine Umwälzströmung im Garraum handeln. Insbesondere
wird die Drehzahl des Lüfterrads sensorisch erfasst, basierend worauf dann die Drehgeschwindigkeit,
das Volumen pro Zeiteinheit ausgetauschter Luft im Garraum oder die Umwälzströmung
im Garraum ermittelt wird. Es kann aber auch direkt die sensorisch erfasste Drehzahl
des Lüfterrads bei der Auswertung berücksichtigt werden, um dann unter anderem basierend
auf der Drehzahl die maximal zulässige Mikrowellenleistung zu bestimmen.
[0029] Ein weiterer Aspekt sieht vor, dass ein Modell, ein funktionaler Zusammenhang oder
eine Tabelle, insbesondere empirisch, ermittelt worden ist, worauf basierend die maximal
zulässige Mikrowellenleistung in Abhängigkeit des konvektionsrelevanten Parameters
und der Garrauntemperatur bestimmt wird. Das Modell, der funktionale Zusammenhang
bzw. die Tabelle wird dabei insbesondere für die jeweilige Komponente bestimmt. Sofern
mehrere Komponenten einbezogen werden, um die Mikrowellenleistung der Mikrowellenquelle
situativ zu begrenzen, werden entsprechend mehrere Modelle, funktionale Zusammenhänge
bzw. Tabellen herangezogen.
[0030] Das Modell, der funktionale Zusammenhang oder die Tabelle basieren vorzugsweise auf
Daten, die im Vorhinein ermittelt worden sind. Beispielsweise sind die Daten aus Versuchsreihen
gewonnen worden, in denen der Einfluss von variierenden Mikrowellenleistungen auf
einen Garraum mit verschiedenen konvektionsrelevanten Parametern und/oder verschiedenen
Garraumtemperaturen untersucht wird. Dabei kann für unterschiedliche Kombinationen
eines konvektionsrelevanten Parameters und einer Garraumtemperatur empirisch eine
maximal zulässige Mikrowellenleistung bestimmt werden, die in den Garraum eingespeist
werden darf, ohne dass ein maximal zulässiger Energieeintrag in eine Komponente des
Kombinationsgargeräts und/oder eine maximal zulässige Temperatur einer Komponente
des Kombinationsgargeräts überschritten wird. Die so erhaltenen Daten können dem Modell,
dem funktionalen Zusammenhang oder der Tabelle zu Grunde gelegt werden, um auf deren
Basis die maximal zulässige Mikrowellenleistung in Abhängigkeit des konvektionsrelevanten
Parameters und der Garrauntemperatur zu bestimmen, also in Abhängigkeit des Betriebszustands
des Kombinationsgargeräts, welcher unter anderem über den konvektionsrelevanten Parameter
und/oder die Garraumtemperatur bestimmt ist.
[0031] Insbesondere ist für den konvektionsrelevanten Parameter wenigstens ein vorbestimmter
Schwellenwert vorgesehen, wobei ein Über- und/oder Unterschreiten des Schwellenwerts
eine veränderte Abhängigkeit der maximal zulässigen Mikrowellenleistung zur Folge
hat. Beispielsweise kann der Schwellenwert für die Drehzahl des Lüfterrads vorgesehen
sein, da sich erst ab einer bestimmten Drehzahl eine Konvektion einstellt, die eine
Kühlung der Komponente zur Folge hat. Auch kann ab einer bestimmten Drehzahl des Lüfterrads
eine derart große Konvektion bereits vorliegen, dass eine höhere Drehzahl keine bessere
Kühlung mehr zur Folge hätte. Ferner kann in Abhängigkeit der jeweiligen Komponente
ein anderer Schwellenwert vorliegen. Der jeweilige Schwellenwert kann empirisch ermittelt
worden sein. Für die Ummantelung eines Kerntemperaturfühlers, insbesondere dessen
Kabel, kann ein Schwellenwert für die Drehzahl des Lüfters von 1.000 Umdrehungen pro
Minute (U / min) vorgesehen sein. Die Abhängigkeit der maximal zulässigen Mikrowellenleistung
von der Drehzahl des Lüfters, der als konvektionsrelevanter Parameter dient, ist also
unterhalb einer Drehzahl von 1.000 U / min anders als bei einer Drehzahl oberhalb
von 1.000 U / min.
[0032] Beispielsweise wird die maximal zulässige Mikrowellenleistung über die erfasste Garraumtemperatur
und einen Mikrowellenfaktor ermittelt, der von dem wenigstens einen vorbestimmten
Schwellenwert abhängt. Der Schwellenwert kann also zunächst genutzt werden, um einen
Mikrowellenfaktor zu ermitteln, der dann wiederum für die Berechnung der maximal zulässigen
Mikrowellenleistung genutzt wird. Insbesondere hängt der Mikrowellenfaktor beim Unterschreiten
des wenigstens einen vorbestimmten Schwellenwerts linear von dem wenigstens einen
vorbestimmten Schwellenwert ab, wohingegen der Mikrowellenfaktor ansonsten eine Konstante
ist, also wenn der wenigstens eine vorbestimmte Schwellenwert überschritten wird.
[0033] Beispielsweise ist die Abhängigkeit des Mikrowellenfaktors
MWFaktor wie folgt, wenn der vorbestimmte Schwellenwert für den konvektionsrelevanten Parameter
unterschritten wird:

wobei
PropFaktor ein Proportionalitätsfaktor ist, der bspw. empirisch ermittelt oder simuliert wurde,
Parameterkonvektionsrelevant der konvektionsrelevante Parameter ist und
Offset ein Ausgleichswert ist, der den Mikrowellenfaktor bestimmt, wenn der konvektionsrelevante
Parameter 0 ist.
[0034] Dagegen ist der Mikrowellenfaktor
MWFaktor eine Konstante (
const.), wenn der vorbestimmte Schwellenwert für den konvektionsrelevanten Parameter überschritten
wird:

[0035] Ferner kann ein Temperatur-Grenzwert vorgesehen sein, wobei die maximal zulässige
Mikrowellenleistung null ist, wenn die erfasste Garraumtemperatur den Temperatur-Grenzwert
erreicht. Hierdurch ergibt sich eine zusätzliche Sicherheitsstufe, da gewährleistet
ist, dass nicht zusätzlich Mikrowellenenergie eingebracht wird, wenn die Garraumtemperatur
ohnehin so hoch ist, dass die maximal zulässige Temperatur der Komponente des Kombinationsgargeräts
bereits erreicht sein sollte oder nur noch eine Differenz zwischen der Garraumtemperatur
und der maximal zulässigen Temperatur der Komponente vorliegt, die kleiner als eine
Sicherheitsmarge ist. Der Temperatur-Grenzwert kann 300°C sein. Insofern darf ab einer
Garraumtemperatur von 300°C keine weitere Mikrowellenenergie mehr in den Garraum eingebracht
werden.
[0036] Insbesondere ist vorgesehen, dass die Mikrowellenquelle höchstens mit der maximal
zulässigen Mikrowellenleistung betrieben wird, sodass von der Mikrowellenquelle erzeugte
Mikrowellen in den Garraum eingespeist werden. Die tatsächlich maximal einbringbare
Mikrowellenleistung wird also situativ verändert. Die Mikrowellenquelle kann mit einer
Mikrowellenleistung betrieben werden, die kleiner als die maximal zulässige Mikrowellenleistung
ist. In jedem Fall kann die von der Mikrowellenquelle abgegebene Mikrowellenleistung
nicht oberhalb der maximal zulässigen Mikrowellenleistung liegen.
[0037] Die maximal zulässige Mikrowellenleistung kann größer oder gleich 0% und kleiner
oder gleich 100% der Nennleistung der Mikrowellenquelle sein. Sofern es der Betriebszustand
des Kombinationsgargeräts (und ein Stromanschluss des Kombinationsgargeräts) zulässt,
kann also die gesamte Nennleistung der Mikrowellenquelle ausgenutzt werden. Mit anderen
Worten kann die maximal zulässige Mikrowellenleistung zwischen 0% und 100 % der Nennleistung
der Mikrowellenquelle liegen, wobei dies vom Betriebszustand des Kombinationsgargeräts
abhängt, der von der erfassten Garraumtemperatur und dem konvektionsrelevanten Parameter
abhängt.
[0038] Ein weiterer Aspekt sieht vor, dass die maximal zulässige Mikrowellenleistung während
eines Garvorgangs mehrmals bestimmt wird, insbesondere regelmäßig oder periodisch.
Es erfolgt also eine ständige Überwachung des derzeit vorliegenden Betriebszustands
des Kombinationsgargeräts, wodurch eine (regelmäßige bzw. periodische) Anpassung der
maximal zulässigen Mikrowellenleistung erfolgt.
[0039] Eine Steuerung des Kombinationsgargeräts kann die maximal zulässige Mikrowellenleistung,
die zuvor bestimmt worden ist, bei der Ansteuerung der Mikrowellenquelle berücksichtigen,
insbesondere bei der Leistungsvorgabe für die Mikrowellenquelle. Wie vorstehend erläutert,
handelt es sich bei der maximal zulässige Mikrowellenleistung nicht zwangsläufig um
die tatsächliche Mikrowellenleistung der Mikrowellenquelle, sondern um einen Grenzwert,
der nicht überschritten werden darf bzw. (steuerungstechnisch) überschritten werden
kann.
[0040] Auch kann beim Abarbeiten eines Garprogramms vorgesehen sein, dass die Steuerung
des Kombinationsgargeräts die Vorgaben für die Garraumtemperatur (Soll-Garraumtemperatur)
und den konvektionsrelevanten Parameter (Sollwert für den konvektionsrelevanten Parameter)
berücksichtigt. Hierdurch kann eine Anpassung der Garprozesse erfolgen, bspw. eine
Garzeitanpassung, sofern ermittelt wird, dass die maximal zulässige Mikrowellenleistung
für einen gewissen Zeitraum gering ist, sodass eine Garzeitverkürzung aufgrund zusätzlich
eingebrachter Mikrowellenenergie nicht möglich ist.
[0041] Ferner betrifft die Erfindung ein Kombinationsgargerät zum Garen von Gargut. Das
Kombinationsgargerät umfasst einen Garraum, eine dem Garraum zugeordnete Mikrowellenquelle
zum Einspeisen von Mikrowellen mit einer bestimmten Mikrowellenleistung in den Garraum,
einen Temperatursensor zum Erfassen einer Garraumtemperatur und wenigstens einen Sensor
zum Erfassen eines konvektionsrelevanten Parameters. Das Kombinationsgargerät weist
eine Auswerteeinheit auf, die mit dem Temperatursensor und dem wenigstens einen Sensor
signalübertragend verbunden ist. Die Auswerteeinheit ist eingerichtet, eine maximal
zulässige Mikrowellenleistung für die Mikrowellenquelle basierend auf der vom Temperatursensor
erfassten Garraumtemperatur und dem vom Sensor ermittelten konvektionsrelevanten Parameters
zu bestimmen. Das Kombinationsgargerät weist eine Steuerung, die mit der Auswerteeinheit
und der Mikrowellenquelle signalübertragend verbunden ist. Die Steuerung ist eingerichtet,
die von der Auswerteeinheit bestimmte maximal zulässige Mikrowellenleistung zu empfangen
und auf Basis dessen die Mikrowellenleistung der Mikrowellenquelle zu begrenzen. Das
Kombinationsgargerät ist grundsätzlich ausgebildet und eingerichtet, das zuvor genannte
Verfahren auszuführen. Die entsprechenden Eigenschaften und Vorteile ergeben sich
in analoger Weise für das Kombinationsgargerät.
[0042] Wie vorstehend schon erläutert, wird die Mikrowellenquelle von der Steuerung derart
angesteuert, dass die tatsächliche Mikrowellenleistung geringer oder gleich der maximal
zulässigen Mikrowellenleistung ist, welche vom Betriebszustand des Kombinationsgargeräts
abhängt. Bei einer Änderung des Betriebszustands, also der Garraumtemperatur und/oder
des konvektionsrelevanten Parameters, ergibt sich somit auch eine andere maximal zulässige
Mikrowellenleistung.
[0043] Insbesondere wird während eines Garvorgangs die maximal zulässige Mikrowellenleistung
mehrfach bestimmt, insbesondere regelmäßig bzw. periodisch.
[0044] Weitere Vorteile und Eigenschaften der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung und den Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen
zeigen:
- Figur 1 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Kombinationsgargeräts,
- Figur 2 die Schritte eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum sicheren Betrieb des Kombinationsgargeräts
aus Figur 1, und
- Figur 3 eine Übersicht, welche die maximal zulässige Mikrowellenleistung in Abhängigkeit
der Garraumtemperatur und des konvektionsrelevanten Parameters verdeutlicht.
[0045] Figur 1 zeigt ein Kombinationsgargerät 10 zum Garen von Gargut 12, das auf in einem
Garraum 14 des Kombinationsgargeräts 10 eingebracht worden ist, um dort gegart zu
werden.
[0046] Ferner ist dem Garraum 14 eine Garraumtür 16 zugeordnet, die den Garraum 14 gegenüber
der Umgebung verschließt, sodass innerhalb des Garraums 14 ein definiertes Garraumklima
zum Garen des Garguts 12 erzeugt werden kann. Die Garraumtür 16 weist zudem ein Sichtfenster
18 auf, das dazu dient, von außen einen freien Blick auf das Gargut 12 während des
Garvorgangs zu gewährleisten. Bei dem Sichtfenster 18 handelt es sich insbesondere
um eine Glasscheibe.
[0047] Vom Garraum 14 getrennt ist ein Technikraum 20 vorgesehen, in dem unter anderem Komponenten
zumindest teilweise untergebracht sind, die zum Erzeugen und Einstellen des Garraumklimas,
also einer Garraumatmosphäre, im Garraum 14 notwendig sind bzw. die Energie zum Garen
des Garguts 12 bereitstellen.
[0048] In der gezeigten Ausführungsform umfasst das Kombinationsgargerät 10 eine Heizvorrichtung
22, einen Dampfgenerator 24, eine Mikrowellenquelle 26 sowie ein Lüfterrad 28.
[0049] Der Dampfgenerator 24 und die Heizvorrichtung 22 sind zumindest teilweise im Technikraum
20 untergebracht und dienen unter anderem dazu, die definierte Garraumatmosphäre im
Garraum 14 bereitzustellen, insbesondere die Garraumtemperatur und Feuchtigkeit. Die
im Garraum 16 erzeugte Garraumatmosphäre bzw. das Garraumklima ist also unter anderem
definiert als eine bestimmte Temperatur in Kombination mit einer bestimmten Feuchtigkeit.
Zusätzlich kann bezüglich der Garraumatmosphäre noch eine Strömungsgeschwindigkeit
und/oder ein Druck vorgesehen sein, sofern das Lüfterrad 28 entsprechend betrieben
wird. Grundsätzlich kann das Lüfterrad 28 also auch zur Garraumatmosphäre bzw. zum
Garraumklima beitragen, da hierüber eine Konvektion innerhalb des Garraums 14 eingestellt
wird.
[0050] Die Mikrowellenquelle 26 weist wenigstens eine Antenne 30 auf, die dem Garraum 14
zugewandt ist, um von der Mikrowellenquelle 26 erzeugte Mikrowellen in den Garraum
14 einzukoppeln und so das Gargut 12 mit (zusätzlicher) Energie zu beaufschlagen.
[0051] Das Kombinationsgargerät 10 hat zudem wenigstens einen Garraum-Temperatursensor 32,
der eingerichtet ist, die Garraumtemperatur im Garraum 14 zu messen. Der Garraum-Temperatursensor
32 kann auch als Garraumsensor bezeichnet werden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
sind zwei Garraum-Temperatursensoren bzw. Garraumsensoren 32 gezeigt, die insbesondere
verteilt im Garraum 14 angeordnet sein können. Es wird dann beispielsweise ein Mittelwert
der von den jeweiligen Garraumsensoren 32 erfassten Garraumtemperaturen für die weitere
Verarbeitung genutzt.
[0052] Darüber hinaus ist ein Kerntemperaturfühler 34 im Garraum 14 vorgesehen, der wenigstens
einen Temperatursensor 36 aufweist.
[0053] Sofern der Kerntemperaturfühler 34 nicht in das Gargut 12 eingesteckt ist, könnte
der Temperatursensor 36, welcher im Kerntemperaturfühler 34 integriert ist, auch dazu
verwendet werden, eine im Garraum 14 vorliegende Garraumtemperatur zu erfassen, insbesondere
hilfsweise wenn der Garraumsensor 32 ausfällt.
[0054] Mit dem Garraumsensor 32 und/oder dem Kerntemperaturfühler 34, insbesondere dessen
Temperatursensor 36, kann also die im Garraum 14 vorliegende Garraumtemperatur erfasst
werden.
[0055] In der gezeigten Ausführungsform handelt es sich bei dem Kerntemperaturfühler 34
um einen kabelgebundenen Kerntemperaturfühler, der ein im Garraum 14 angeordnetes
Kabel 38 aufweist, welches wie der Kerntemperaturfühler 34 selbst dem Garraumklima
ausgesetzt ist, also der Garraumtemperatur.
[0056] Zudem ist dem Lüfterrad 28 ein Sensor 40 zugeordnet, über den ein konvektionsrelevante
Parameter ermittelt werden kann. Der Sensor 40 kann eingerichtet sein, die Drehzahl
des Lüfterrads 28 zu messen, was dem konvektionsrelevanten Parameter entspricht, da
die vom Lüfterrad 28 erzeugte Konvektion von dessen Drehzahl abhängt.
[0057] Ferner weist das Kombinationsgargerät 10 eine im Technikraum 20 angeordnete Auswerteeinheit
42 auf, die mit den oben genannten Komponenten signalübertragend in Verbindung steht,
also insbesondere dem Garraumsensor 32, dem Kerntemperaturfühler 34 sowie dem Sensor
40. Insofern ist die Auswerteeinheit 42 dazu eingerichtet, Information von den oben
genannten Komponenten zu erhalten und diese auszuwerten, also die Garraumtemperatur
und den konvektionsrelevanten Parameter wie der Drehzahl.
[0058] Auch kann die Auswerteeinheit 42 eingerichtet sein, einen anderen konvektionsrelevanten
Parameter basierend auf der vom Sensor 40 erfassten Drehzahl zu ermitteln, beispielsweise
eine Drehgeschwindigkeit des Lüfterrads 28, ein Volumen pro Zeiteinheit ausgetauschter
Luft im Garraum 14 oder eine Umwälzströmung im Garraum 14. Alternativ oder ergänzend
kann auch ein andersartiger Sensor verwendet werden, um einen anderen konvektionsrelevanten
Parameter als die Drehzahl direkt zu erfassen, bspw. ein im Garraum 14 angeordneter
Strömungssensor.
[0059] Die Auswerteeinheit 42 kann grundsätzlich auch noch mit der Heizvorrichtung 22, dem
Dampfgenerator 24 und der Mikrowellenquelle 26 signalübertragend verbunden sein, um
Informationen bzw. Daten von diesen Komponenten zu erhalten.
[0060] Grundsätzlich ist die Auswerteeinheit 42 ausgebildet und eingerichtet, die erfasste
Garraumtemperatur und den konvektionsrelevanten Parameter auszuwerten, um eine maximal
zulässige Mikrowellenleistung zu bestimmen, wie nachfolgend noch detailliert mit Bezug
auf die Figuren 2 und 3 erläutert wird.
[0061] Die Auswerteeinheit 42 ist zudem signalübertragend mit einer Steuerung 44 verbunden,
die wiederum zumindest mit der Mikrowellenquelle 26 derart signalübertragend verbunden
ist, dass die Mikrowellenquelle 26 von der Steuerung 44 angesteuert werden kann. Mit
anderen Worten ist die Steuerung 44 ausgebildet und eingerichtet, die Mikrowellenquelle
26 anzusteuern, insbesondere in Abhängigkeit von einem Auswertungsergebnis der Auswerteeinheit
42.
[0062] Demnach ist die Steuerung 44 dazu eingerichtet, eine Mikrowellenleistung der Mikrowellenquelle
26 auf die maximal zulässige Mikrowellenleistung zu begrenzen, wie nachfolgend noch
erläutert wird.
[0063] Die Steuerung 44 kann auch mit der Heizvorrichtung 22, dem Dampfgenerator 24 und/oder
dem Lüfterrad 28 derart signalübertragend verbunden sein, dass die entsprechenden
Komponenten von der Steuerung 44 angesteuert werden können. Diese entsprechenden Verbindungen
sind aus Grund der besseren Übersicht vorliegend nicht dargestellt.
[0064] Grundsätzlich ist es denkbar, dass die Auswerteeinheit 42 und die Steuerung 44 als
eine gemeinsame kombinierte Einheit ausgeführt sind, nämlich eine Steuer-und/oder
Auswerteeinheit.
[0065] Das Kombinationsgargerät 10 ist dazu eingerichtet, das nachfolgend erläuterte erfindungsgemäße
Verfahren zum sicheren Betrieb des Kombinationsgargeräts 10 auszuführen.
[0066] Im einem ersten Schritt wird die im Garraum 14 vorliegende Garraumtemperatur erfasst
(Schritt S1). Hierzu misst der Garraumsensor 32 und/oder der Kerntemperaturfühler
34 die im Garraum 14 vorliegende Garraumtemperatur.
[0067] Die gemessene Garraumtemperatur wird an die Auswerteeinheit 42 übermittelt.
[0068] In einem zweiten Schritt wird der konvektionsrelevante Parameter ermittelt (Schritt
S2). Hierzu misst der Sensor 40 im vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1
die Drehzahl des Lüfterrads 28, welche der konvektionsrelevante Parameter ist.
[0069] Die Drehzahl wird an die Auswerteeinheit 42 übermittelt. Die Auswerteeinheit 42 kann
basierend auf der sensorisch erfassten Drehzahl einen anderen konvektionsrelevanten
Parameter berechnen, sofern dieser für eine spätere Auswertung nutzbar ist.
[0070] In einem dritten Schritt erfolgt ein Auswerten der erfassten Garraumtemperatur und
des konvektionsrelevanten Parameters durch die Auswerteeinheit 42, um eine maximal
zulässige Mikrowellenleistung zu bestimmen (Schritt S3). Beim Auswerten berücksichtigt
die Auswerteeinheit 42 einen maximal zulässigen Energieeintrag in zumindest eine Komponente
des Kombinationsgargeräts 10 und/oder eine maximal zulässige Temperatur zumindest
einer Komponente des Kombinationsgargeräts 10.
[0071] Die maximal zulässige Mikrowellenleistung ist derart bestimmt, dass beim Betrieb
der Mikrowellenquelle 26 mit der maximal zulässigen Mikrowellenleistung der maximal
zulässige Energieeintrag in die Komponente des Kombinationsgargeräts 10 und/oder die
maximal zulässige Temperatur der Komponente des Kombinationsgargeräts 10 nicht überschritten
werden bzw. wird.
[0072] Bei der entsprechenden Komponente handelt es sich beispielsweise um das Sichtfenster
18 oder den Kerntemperaturfühler 34, insbesondere das Kabel 38 des Kerntemperaturfühlers
34.
[0073] Grundsätzlich können mehrere Komponenten berücksichtigt werden, wenn die maximal
zulässige Mikrowellenleistung bestimmt wird, wobei jede Komponente eine eigene individuelle
maximal zulässige Mikrowellenleistung hat. Diejenige Komponente, welche die niedrigste
individuelle maximal zulässige Mikrowellenleistung aufweist, gibt dann beispielsweise
die maximal zulässige Mikrowellenleistung vor, um sicherzustellen, dass keine Komponente
des Kombinationsgargeräts 10 beschädigt wird.
[0074] Insbesondere verwendet die Auswerteeinheit 42 für die jeweilige Komponente des Kombinationsgargeräts
10 ein Modell, einen funktionalen Zusammenhang oder eine Tabelle. Das Modell, der
funktionale Zusammenhang oder die Tabelle ist insbesondere auf Grundlage von Daten
ermittelt worden, die im Vorfeld empirisch an einer Komponente des Kombinationsgargeräts
10 ermittelt worden sind. Mit diesen Daten kann das Modell, der funktionale Zusammenhang
oder die Tabelle dann die maximal zulässige Mikrowellenleistung in Abhängigkeit des
aktuellen ermittelten konvektionsrelevanten Parameters und der aktuell erfassten Garraumtemperatur
bestimmt werden. Mit anderen Worten dienen die Garraumtemperatur und der konvektionsrelevante
Parameter als Input-Werte, welche die Auswerteeinheit 42 verwendet, um mit Hilfe eines
Algorithmus oder einer Logik die maximal zulässige Mikrowellenleistung zu bestimmen.
[0075] Die maximal zulässige Mikrowellenleistung ist dabei größer oder gleich 0% und kleiner
oder gleich 100% der Nennleistung der Mikrowellenquelle 26. Dies hängt vom Betriebszustand
des Kombinationsgargeräts 10 ab, nämlich von der erfassten Garraumtemperatur und dem
konvektionsrelevanten Parameter, beispielsweise der Drehzahl.
[0076] In Figur 3 sind Diagramme dargestellt, die verdeutlichen, wie die maximal zulässige
Mikrowellenleistung von der Garraumtemperatur und dem konvektionsrelevanten Parameter
abhängt.
[0077] Im ersten Diagramm ist die maximal zulässige Mikrowellenleistung (in %), dort als
"verfügbare MW" bezeichnet, gegenüber der erfassten Garraumtemperatur
GTist (in °C) für drei verschiedene konvektionsrelevante Parameter dargestellt, nämlich
für eine Drehzahl des Lüfterrads 28 ("LR") von 500 U / min, 750 U / min und > 1000
U / min.
[0078] Im zweiten Diagramm ist maximal zulässige Mikrowellenleistung (in %), dort als "verfügbare
MW" bezeichnet, gegenüber dem konvektionsrelevanten Parameter in Form der Drehzahl
des Lüfterrads 28
LRDrehzahl (in U / min) für fünf verschiedene Garraumtemperaturen
GTist dargestellt, nämlich für Garraumtemperaturen
GTist von 270°C, 280°C, 285°C, 290°C und 295°C.
[0079] Im dritten Diagramm ist ein dreidimensionales Diagramm dargestellt, wobei die maximal
zulässige Mikrowellenleistung (in %), dort als "verfügbare MW" bezeichnet, gegenüber
der erfassten Garraumtemperatur
GTist (in °C) und der Drehzahl des Lüfterrads 28
LRDrehzahl (in U / min) dargestellt ist.
[0080] Wie vorstehend schon erläutert, handelt es sich bei der maximal zulässigen Mikrowellenleistung
um einen Grenzwert für die Mikrowellenquelle 26, der nicht zwangsläufig der von der
Mikrowellenquelle 26 tatsächlich eingebrachten Mikrowellenleistung entsprechen muss.
Vielmehr wird die theoretisch mögliche Mikrowellenleistung unter bestimmten Umständen
begrenzt, nämlich in Abhängigkeit von der Garraumtemperatur und dem konvektionsrelevanten
Parameter, wie dies anschaulich aus Figur 3 hervorgeht.
[0081] Es wird hieraus insbesondere deutlich, dass ein Temperatur-Grenzwert vorgesehen ist,
wobei die maximal zulässige Mikrowellenleistung null ist, wenn die erfasste Garraumtemperatur
den Temperatur-Grenzwert erreicht. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Temperatur-Grenzwert
bei 300°C vorgesehen.
[0082] Auch geht aus den Diagrammen hervor, dass für den konvektionsrelevanten Parameter
wenigstens ein vorbestimmter Schwellenwert vorgesehen ist, wobei ein Über- und/oder
Unterschreiten des Schwellenwerts eine veränderte Abhängigkeit der maximal zulässigen
Mikrowellenleistung zur Folge hat. Im gezeigten Ausführungsbeispiel entspricht der
Schwellenwert einer Drehzahl des Lüfters von 1.000 Umdrehungen pro Minute (U / min).
Oberhalb dieser Drehzahl, also dem Schwellenwert von 1.000 U / min, ist die maximal
zulässige Mikrowellenleistung nämlich 100 %, wohingegen unterhalb dieser Drehzahl
die maximal zulässige Mikrowellenleistung mit sinkender Drehzahl abnimmt.
[0083] Zudem geht aus den Diagrammen hervor, dass ein linearer Zusammenhang zwischen der
Garraumtemperatur und der maximal zulässigen Mikrowellenleistung vorliegt, wobei die
Linearität wiederum von dem konvektionsrelevanten Parameter abhängt, also der Drehzahl.
[0084] Prinzipiell kann die maximal zulässige Mikrowellenleistung über die erfasste Garraumtemperatur
und einen Mikrowellenfaktor ermittelt werden, der von dem wenigstens einen vorbestimmten
Schwellenwert abhängt. Hierdurch kann sich ein funktionaler Zusammenhang für die maximal
zulässige Mikrowellenleistung
MWmax ergeben, der sich wie folgt ausdrücken lässt:

wobei
GTist die erfasste Garraumtemperatur ist. Zudem ist in dem funktionalen Zusammenhang der
Mikrowellenfaktor
MWFaktor vorgesehen, der die lineare Abhängigkeit der maximal zulässige Mikrowellenleistung
von der Garraumtemperatur beschreibt und selbst vom konvektionsrelevanten Parameter
abhängt, wie vorstehend schon anhand der Diagramme erläutert. Der Mikrowellenfaktor
MWFaktor lässt sich wie folgt darstellen:
Wenn der vorbestimmte Schwellenwert (1.000 U / min) für den konvektionsrelevanten
Parameter unterschritten wird, dann ergibt sich für den Mikrowellenfaktor
MWFaktor folgender Zusammenhang:

wobei
PropFaktor ein Proportionalitätsfaktor ist, der bspw. empirisch ermittelt oder simuliert wurde,
Parameterkonvektionsrelevant der konvektionsrelevante Parameter ist, beispielsweise die Drehzahl. Der Parameter
Offset ist ein Ausgleichswert, der den Mikrowellenfaktor
MWFaktor bestimmt, wenn der konvektionsrelevante Parameter, beispielsweise die Drehzahl, 0
ist.
[0085] Dagegen ist der Mikrowellenfaktor
MWFaktor eine Konstante (
const.), wenn der vorbestimmte Schwellenwert (1.000 U / min) für den konvektionsrelevanten
Parameter überschritten wird:

[0086] Darüber hinaus ist in der Auswerteeinheit hinterlegt, dass die maximal zulässige
Mikrowellenleistung einen Wert von 100 hat, wenn sich aus dem obigen funktionalen
Zusammenhang ein Wert größer als 100 ergeben würde, und einen Wert von 0 hat, wenn
aus dem obigen funktionalen Zusammenhang ein Wert kleiner 0 ergeben würde. Hierdurch
ist gewährleistet, dass die maximal zulässige Mikrowellenleistung zwischen 0% und
100 % der Nennleistung der Mikrowellenquelle 26 liegt, wie vorstehend schon erläutert.
[0087] Wenn die Auswerteeinheit 42 die maximal zulässige Mikrowellenleistung bestimmt hat,
so wird diese anschließend an die Steuerung 44 gesendet.
[0088] Die Steuerung 44 begrenzt daraufhin die tatsächlich ausgegebene Mikrowellenleistung
der Mikrowellenquelle 26 auf die maximal zulässige Mikrowellenleistung (Schritt S4).
Hierbei kann die Mikrowellenquelle 26 entweder entsprechend angesteuert bzw. geregelt
werden oder es wird ein Dämpfungselement zugeschaltet, welches die Mikrowellenleistung
begrenzt. Die Mikrowellenleistung kann über eine Pulsweitenmodulation gesteuert bzw.
geregelt werden, indem Zeitintervalle zwischen Mikrowellenpulsen eingestellt werden,
bspw. eine PWM von 20 %, insbesondere einer Pulsdauer von 200 ms und einer Pause von
800 ms. Die Mikrowellenquelle 26 wird dann derart betrieben, dass ihre tatsächlich
abgegebene Mikrowellenleistung niemals die aktuell vorliegende maximal zulässige Mikrowellenleistung
überschreitet. Die tatsächlich abgegebene Mikrowellenleistung kann aber unterhalb
der maximal zulässigen Mikrowellenleistung liegen, da diese lediglich einen Grenzwert
für die Mikrowellenquelle 26 darstellt, welcher nicht überschritten werden darf, um
sicherzustellen, dass die Komponente des Kombinationsgargeräts 10 nicht beschädigt
wird, beispielsweise eine Ummantelung des Kerntemperaturfühlers 34, insbesondere des
Kabels 38.
[0089] Das hier beschriebene Verfahren kann sowohl beim Start eines Garvorgangs als auch
in regelmäßigen Zeitintervallen während des Garvorgangs durchgeführt werden.
[0090] Mit anderen Worten kann die maximal zulässige Mikrowellenleistung während eines Garvorgangs
mehrmals bestimmt werden. Zunächst wird der Betriebszustand des Kombinationsgargeräts
10, also die Garraumtemperatur und der konvektionsrelevante Parameter, während des
Garvorgangs mehrmals erfasst, insbesondere regelmäßig bzw. periodisch, sodass basierend
hierauf die Auswertung dieser Werte erfolgen kann, um so die maximal zulässige Mikrowellenleistung
zu bestimmen. Insofern ist sichergestellt, dass die Effizienz und die Sicherheit beide
maximiert werden, da situativ die theoretisch maximal mögliche Mikrowellenleistung
angepasst wird.
1. Verfahren zum sicheren Betrieb eines Kombinationsgargeräts (10), das einen Garraum
(14) und eine Mikrowellenquelle (26) mit einer Mikrowellenleistung aufweist, wobei
das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- Erfassen einer im Garraum (14) vorliegenden Garraumtemperatur,
- Ermitteln eines konvektionsrelevanten Parameters,
- Auswerten der erfassten Garraumtemperatur und des konvektionsrelevanten Parameters,
um eine maximal zulässige Mikrowellenleistung zu bestimmen, und
- Begrenzen der Mikrowellenleistung der Mikrowellenquelle (26) auf die maximal zulässige
Mikrowellenleistung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Garraumtemperatur von einem Temperatursensor (36) erfasst wird, der in einem
Kerntemperaturfühler (34) angeordnet ist, und/oder dass die Garraumtemperatur von
einem Temperatursensor (32) erfasst wird, der im Garraum (14) des Kombinationsgargeräts
(10) angeordnet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem ermittelten konvektionsrelevanten Parameter um eine Drehzahl eines
Lüfterrads (28), eine Drehgeschwindigkeit eines Lüfterrads (28), ein Volumen pro Zeiteinheit
ausgetauschter Luft im Garraum (14) oder eine Umwälzströmung im Garraum (14) handelt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Modell, ein funktionaler Zusammenhang oder eine Tabelle, insbesondere empirisch,
ermittelt worden ist, worauf basierend die maximal zulässige Mikrowellenleistung in
Abhängigkeit des konvektionsrelevanten Parameters und der Garraumtemperatur bestimmt
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für den konvektionsrelevanten Parameter wenigstens ein vorbestimmter Schwellenwert
vorgesehen ist, wobei ein Über- und/oder Unterschreiten des Schwellenwerts eine veränderte
Abhängigkeit der maximal zulässigen Mikrowellenleistung zur Folge hat.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die maximal zulässige Mikrowellenleistung über die erfasste Garraumtemperatur und
einen Mikrowellenfaktor ermittelt wird, der von dem wenigstens einen vorbestimmten
Schwellenwert abhängt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperatur-Grenzwert vorgesehen ist, wobei die maximal zulässige Mikrowellenleistung
null ist, wenn die erfasste Garraumtemperatur den Temperatur-Grenzwert erreicht.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrowellenquelle (26) höchstens mit der maximal zulässigen Mikrowellenleistung
betrieben wird, sodass von der Mikrowellenquelle (26) erzeugte Mikrowellen in den
Garraum (14) eingespeist werden und/oder dass die maximal zulässige Mikrowellenleistung
größer 0% und kleiner oder gleich 100% der Nennleistung der Mikrowellenquelle (26)
ist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die maximal zulässige Mikrowellenleistung während eines Garvorgangs mehrmals bestimmt
wird.
10. Kombinationsgargerät (10) zum Garen von Gargut (12), wobei das Kombinationsgargerät
(10) einen Garraum (14), eine dem Garraum (14) zugeordnete Mikrowellenquelle (26)
zum Einspeisen von Mikrowellen mit einer bestimmten Mikrowellenleistung in den Garraum
(14), einen Temperatursensor (32, 36) zum Erfassen einer Garraumtemperatur und wenigstens
einen Sensor (40) zum Erfassen eines konvektionsrelevanten Parameters umfasst,
wobei das Kombinationsgargerät (10) eine Auswerteeinheit (42) aufweist, die mit dem
Temperatursensor (32, 36) und dem wenigstens einen Sensor (40) signalübertragend verbunden
ist,
wobei die Auswerteeinheit (42) eingerichtet ist, eine maximal zulässige Mikrowellenleistung
für die Mikrowellenquelle (26) basierend auf der vom Temperatursensor (32, 36) erfassten
Garraumtemperatur und dem vom dem Sensor (40) ermittelten konvektionsrelevanten Parameters
zu bestimmen,
und wobei das Kombinationsgargerät (10) eine Steuerung (44) aufweist, die mit der
Auswerteeinheit (42) und der Mikrowellenquelle (26) signalübertragend verbunden ist,
wobei die Steuerung (44) eingerichtet ist, die von der Auswerteeinheit (42) bestimmte
maximal zulässige Mikrowellenleistung zu empfangen und auf Basis dessen die Mikrowellenleistung
der Mikrowellenquelle (26) zu begrenzen.