[0001] Die Erfindung betrifft eine Sortiervorrichtung zum Aussondern von Bestandteilen,
vorzugsweise Pappe oder/und Pappkarton, aus einem, insbesondere Papier oder/und Papiererzeugnisse
enthaltenden, Materialstrom nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, eine Anlage mit einer
solchen Sortiervorrichtung und ein Verfahren zum Betrieb der Sortiervorrichtung oder/und
der Anlage.
[0002] Der Wiederverwertung von Papier und Papiererzeugnissen geht neben deren Sammlung
vor allem deren anschließende Sortierung voraus. Dies ist notwendig, da die einzelnen
Sammelfraktionen neben flachen Papierseiten und Pappe auch ganze Pappkartons enthalten
können. Hinzu kommen zu entfernende Fremdstoffe wie Metall und Kunststoff. Um den
jeweiligen Anspruch an Weißgrad und Alterungsbeständigkeit neuer Papierartikel erfüllen
zu können, stellt die verarbeitende Papierindustrie ihrerseits mitunter hohe Anforderungen
an das von ihr wiederverwendete Recyclingmaterial. Aufgrund der täglich anfallenden
Menge an Altpapier bedarf es automatisierter Verfahren, um dessen Sortierung überhaupt
wirtschaftlich durchführen zu können. Hierbei macht man sich die unterschiedlichen
Eigenschaften der einzelnen Bestandteile einer Sammelfraktion zunutze. So weist Pappe
im Vergleich zu einfachem Papier eine größere Masse und einen höheren Widerstand gegenüber
Biegung auf. Hierdurch lässt sich Pappe im nur bereichsweise gestützten Zustand leicht
mit einem spitzen Gegenstand penetrieren, während der ungestützte Teil eines Papiers
seiner Penetration in der Regel durch einfaches Ausweichen entgeht. Dieser Umstand
wird in Sortieranlagen genutzt, um Papier und Pappe mithilfe von entsprechend ausgestalteten
Walzen oder Scheiben voneinander zu trennen.
[0003] Es sind Sortiervorrichtungen bekannt, die einen für die Förderung des Materialstroms
ausgebildeten Zuleiter sowie eine dem Zuleiter in seiner Förderrichtung nachgelagerte
Trenneinheit aufweisen. Bekannt ist, dass die Trenneinheit eine Vielzahl an rotierbaren
Scheibenelementen aufweisen kann, an deren jeweiligem Außenumfang radial vorspringende
Stacheln angeordnet sind. Dabei sind die Scheibenelemente so gegenüber dem Zuleiter
positioniert, dass deren Stacheln die hierfür empfänglichen Bestandteile des Materialstroms
durch Aufspießen aufnehmen, während die nicht aufzuspießenden Bestandteile durch diese
einfach weitergeschoben werden. Die durch wenigstens einen Stachel aufgespießten Bestandteile
werden demgegenüber auf einer aus der Drehung der Scheibenelemente her resultierenden
Kreisbahn mitgenommen und bis zu einem Abstreifer transportiert, durch welchen sie
wieder von den Stacheln der Scheibenelemente gelöst werden. Im Ergebnis ergeben sich
so zwei voneinander unterschiedliche Flugbahnen für die jeweiligen Bestandteile, wodurch
der Materialstrom in zwei Fraktionsströme aufteilbar und insofern sortiert ist. Über
eine Erfassungseinrichtung lässt sich der Materialstrom zusätzlich überwachen, so
dass räumliche Gebilde wie beispielsweise noch intakte oder bereits zusammengedrückte
Kartons auf dem Zuleiter erkannt und durch Anheben der entsprechenden Scheibenelemente
unter diesen durchgeleitet werden können. Dies ist insofern relevant, als dass die
Stacheln der Scheibenelemente nicht dafür ausgelegt sind, die sich spätestens beim
Zusammendrücken eines Kartons ergebende Mehrlagigkeit zu penetrieren.
[0004] Der durch den florierenden Versandhandel stetig zunehmende Anteil an Pappe und Karton
innerhalb der einzelnen Sammelfraktionen stellt damit besondere Herausforderungen
bei der Sortierung dar. Zudem sind derartige Scheibenelemente oder Walzen aufwendig
in der Fertigung, wobei insbesondere deren im direkten Kontakt mit dem Materialstrom
stehenden Stacheln einem erhöhten Verschleiß unterliegen. Angesichts der schwankenden
Verbindungsstärke zwischen den aufgespießten Bestandteilen und den Stacheln sind auch
deren sich daraus ergebenden Flugbahnen mitunter sehr unterschiedlich, was das Sortieren
insgesamt erschwert. Mitunter kann die Verbindung so stark sein, dass aufgespießte
Bestandteile beim Kontakt mit dem Abstreifer einfach zerrissen werden und ein dann
eher unkontrolliertes Flugverhalten zeigen.
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Sortiervorrichtung sowie eine damit ausgestattete Anlage dahingehend weiterzuentwickeln,
dass diese einen kostengünstigeren Aufbau bei gleichzeitig reduziertem Verschleiß
ermöglichen und die Sortierung der Bestandteile eines Materialstroms insgesamt präziser
erfolgen kann.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in einer Sortiervorrichtung
mit den Merkmalen von Anspruch 1. Weiterhin wird diese Aufgabe durch eine Anlage mit
den Merkmalen von Anspruch 11 gelöst. Der Betrieb der Sortiervorrichtung oder/und
der Anlage erfolgt gemäß den Maßnahmen von Anspruch 14. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind Gegenstand der jeweils abhängigen Ansprüche.
[0007] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Trenneinheit zum linearen Weitertransport
und anschließendem Abwurf der über den Zuleiter an sie übergebenen Bestandteile des
Materialstroms ausgebildet ist. Dabei ist die Trenneinheit so ausgebildet, dass die
Wurfweite eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils des Materialstroms über
seine durch die Trenneinheit veränderbare Weitertransportrichtung relativ zur Förderrichtung
manipulierbar ist. Vorzugsweise kann die Veränderung der Weitertransportrichtung hierbei
deren Neigung betreffen. Alternativ oder ergänzend hierzu ist die Trenneinheit so
ausgebildet, dass die Wurfweite dieses oder eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils
des Materialstroms über seine durch die Trenneinheit veränderbare Weitertransportgeschwindigkeit
manipulierbar ist.
[0008] Mit anderen Worten verfolgt die Grundidee der Erfindung eine Abkehr von der sonst
üblichen Aufnahme einzelner Bestandteile des Materialstroms von oder nach dem Zuleiter,
um diese erst auf einen Abschnitt einer Kreisbahn umzuleiten, von der aus sie dann
an einer bestimmten Stelle abgeworfen werden. Demgegenüber bildet die erfindungsgemäße
Trenneinheit eine Verlängerung des Zuleiters, indem die von ihm übergebenen Bestandteile
des Materialstroms zunächst linear durch die Trenneinheit weitertransportiert und
letztlich abgeworfen werden. Die Ausgestaltung der Trenneinheit erlaubt dabei einen
direkten Einfluss auf die Wurfweite der einzelnen Bestandteile, indem deren jeweilige
Weitertransportrichtung oder/und Weitertransportgeschwindigkeit gezielt veränderbar
ist.
[0009] Der sich hieraus ergebende Vorteil ist darin zu sehen, dass der ansonsten mit einem
starken Verschleiß einhergehende, insbesondere penetrierende Kontakt zwischen Teilen
der Trenneinheit und den Bestandteilen des Materialstroms hierdurch vollständig entfällt.
Herstellung und Betrieb der Trenneinheit werden hierdurch kostengünstiger. Überdies
lässt sich die gewünschte Flugbahn eines jeweiligen Bestandteils des Materialstroms
dabei wesentlich besser kontrollieren, indem dieses beispielsweise gezielt beschleunigt
oder/und dessen Bewegungsrichtung beispielsweise durch Beeinflussung der Neigung seiner
Weitertransportrichtung auf oder an der Trenneinheit verändert wird. Im Ergebnis lässt
sich so die Sortierung der Bestandteile eines Materialstroms insgesamt präziser durchführen.
[0010] Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung des grundsätzlichen Erfindungsgedankens
kann die Trenneinheit wenigstens zwei Ausleger besitzen, welche unabhängig voneinander
um eine, insbesondere gemeinsame, Drehachse herum schwenkbar sind. Durch die voneinander
unabhängige Schwenkbarkeit der Ausleger kann ein auf beispielsweise einen der Ausleger
auflaufender Bestandteil des Materialstroms gezielt in seiner Weitertransportrichtung
verändert werden. Besonders bevorzugt kann besagter Ausleger dabei angehoben und insofern
in seiner Neigung gegenüber der Förderrichtung des Zuleiters verändert werden, woraus
sich bereits naturgemäß eine andere Flugbahn des von dem Ausleger abgeworfenen Bestandteils
ergibt. Bei mehr als zwei Auslegern können so gezielt beispielsweise nur zwei Ausleger
synchron in ihrer Neigung angehoben werden, so dass ein größerer Bestandteil des Materialstroms
auf diese aufläuft und weitertransportiert wird, während die auf den oder die anderen
Ausleger auflaufenden Bestandteile eine demgegenüber unterschiedliche Weitertransportrichtung
erfahren.
[0011] Selbstverständlich ist hierbei auch ergänzend oder alternativ ein seitliches Schwenken
wenigstens eines Auslegers denkbar, um den jeweiligen Bestandteil des Materialstroms
in einer gewünschten Richtung abzuwerfen.
[0012] Als besonders vorteilhaft wird angesehen, wenn wenigstens einer der Ausleger ein
Transportmittel aufweist. Bevorzugt kann jeder der Ausleger ein solches Transportmittel
besitzen. Bei dem wenigstens einen Transportmittel kann es sich um mindestens ein
Transportband handeln. Alternativ kann das Transportmittel wenigstens ein Transportband
aufweisen. Durch den Einsatz eines Transportmittels sind die jeweiligen Bestandteile
des Materialstroms überaus einfach und präzise durch die Trenneinheit linear weitertransportierbar,
bevor diese am Ende eines jeden Auslegers abgeworfen werden. Mit anderen Worten wird
so jeweils wenigstens ein Bestandteil auf mindestens einem Ausleger über das zugehörige
Transportmittel bis zu dessen Ende linear weitertransportiert, an dem es in Abhängigkeit
der Geschwindigkeit des Transportmittels eine entsprechende Flugbahn beschreibt.
[0013] Idealerweise können alle oder wenigstens einige der Transportbänder voneinander unabhängig
ansteuerbar sein. Dies meint insbesondere deren Weitertransportgeschwindigkeit, wodurch
ein über wenigstens einen der Ausleger weitertransportierter Bestandteil des Materialstroms
gezielt durch eine entsprechende Manipulation des zugehörigen Transportmittels in
seiner Transportgeschwindigkeit beschleunigt oder abgebremst werden kann. In jedem
Fall lässt sich so eine hohe Präzision in Bezug auf die gewünschte Wurfweite der einzelnen
Bestandteile realisieren, um diese durch Sortieren voneinander zu trennen.
[0014] Grundsätzlich wird es als vorteilhaft angesehen, wenn der Zuleiter mindestens ein
Fördermittel besitzt. Bei dem wenigstens einen Fördermittel kann es sich um mindestens
ein Förderband handeln. Alternativ kann das Fördermittel wenigstens ein Förderband
aufweisen. An dieses übergebene Material kann so auf einfache Weise in einen, insbesondere
kontinuierlichen, Materialstrom überführt werden. Durch die Wahl der jeweils vorteilhaften,
bevorzugt an die Weitertransportgeschwindigkeit der Transportbänder der Ausleger der
Trenneinheit angepassten, Geschwindigkeit des Fördermittels lässt sich eine möglichst
effiziente Arbeitsweise der Sortiervorrichtung erreichen. Fallweise kann diese dann
angepasst werden, sofern das zu sortierende Material dies erforderlich werden lässt.
[0015] Im Rahmen der Erfindung ist vorgesehen, dass die Sortiervorrichtung eine Erfassungseinheit
zum Erkennen eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils innerhalb des Materialstroms
aufweist. Bei der Erfassungseinheit kann es sich bevorzugt um eine Kamera oder/und
einen Scanner handeln. Alternativ kann die Erfassungseinheit eine Kamera oder/und
einen Scanner aufweisen.
[0016] Ergänzend hierzu kann die Sortiervorrichtung eine mit der Erfassungseinheit und der
Sortiervorrichtung korrespondierende Steuereinheit aufweisen. Diese kann in vorteilhafter
Weise der Manipulation wenigstens eines Teils der Trenneinheit dienen. Hierbei kann
es sich bevorzugt um ein Transportmittel, bevorzugt Transportband, oder/und einen
Ausleger der Trenneinheit handeln.
[0017] So kann die Steuereinheit beispielsweise die Ausrichtung, vorzugsweise die Neigung,
wenigstens eines Auslegers, insbesondere relativ zur Förderrichtung, oder/und die
Weitertransportgeschwindigkeit eines oder des zugehörigen Transportmittels verändern,
wenn die Erfassungseinheit einen beispielsweise auszusortierenden Bestandteil erkannt
und dies an die Steuereinheit gemeldet hat, welcher demnächst von dem Zuleiter an
den entsprechenden Ausleger oder/und das entsprechende Transportmittel übergeben wird.
Insgesamt lässt sich so eine präzise Ansteuerung der Trenneinheit erreichen, um die
jeweils relevanten Bestandteile aus dem Materialstrom auszusondern.
[0018] Die nunmehr vorgestellte erfindungsgemäße Sortiervorrichtung ermöglicht einen überaus
kostengünstigen Aufbau. Durch den Einsatz von seit Jahrzehnten bewährten und im Aufbau
überaus robusten Transportbändern lässt sich der Verschleiß der Trenneinheit auf ein
Minimum reduzieren. Etwaiger Verschleiß beschränkt sich dabei primär auf die Bänder
oder Gurte der Transportbänder, welche bei Wahl gängiger Größen und somit hoher Stückzahlen
einen günstigen Zukaufartikel darstellen. Durch die über die Ausleger gezielte Anpassung
der Weitertransportrichtung sowie die über deren Transportbänder mögliche Veränderbarkeit
der Weitertransportgeschwindigkeit lässt sich ein überaus präzises sowie effizientes
Sortierverhalten der Sortiervorrichtung erzielen.
[0019] Weiterhin ist die Erfindung auf eine Anlage zum Aussondern von in einem, insbesondere
Papier oder/und Papiererzeugnisse aufweisenden, Materialstrom enthaltenen Bestandteilen,
vorzugsweise Pappe oder/und Pappkarton, gerichtet. Die Anlage umfasst hierzu wenigstens
eine wie zuvor näher beschriebene erfindungsgemäße Sortiervorrichtung sowie wenigstens
zwei Ableiter, welche zum voneinander getrennten Abtransport des durch das Aussondern
in mindestens zwei Fraktionsströme aufgetrennten Materialstroms ausgebildet sind.
[0020] Die sich aus dem erfindungsgemäßen Aufbau der Anlage ergebenden Vorteile wurden bereits
im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Sortiervorrichtung näher erläutert, so dass
zur Vermeidung von Wiederholungen an dieser Stelle zunächst auf die entsprechenden
Ausführungen hierzu verwiesen wird. Insbesondere die wenigstens beiden Ableiter ermöglichen
die voneinander getrennte Weiterleitung des in mindestens zwei Fraktionsströme aufgetrennten
Materialstroms, denen über die Sortiervorrichtung gezielt die voneinander zu trennenden
Bestandteile des Materialstroms zuführbar sind.
[0021] Nach der Erfindung kann wenigstens einer, bevorzugt jeder, der Ableiter der Anlage
ein Fördermittel, bevorzugt Förderband, besitzen. Das übergebene und aussortierte
Material kann so auf einfache Weise in einen, insbesondere kontinuierlichen, Materialstrom
überführt werden. Durch die Wahl der jeweils vorteilhaften Geschwindigkeit des Fördermittels
lässt sich eine möglichst effiziente Arbeitsweise der Anlage erreichen. Fallweise
kann diese dann angepasst werden, sofern das sortierte Material dies erforderlich
werden lässt.
[0022] Schließlich ist die Erfindung auch auf ein Verfahren zum Betrieb der erfindungsgemäßen
Sortiervorrichtung oder/und der eine solche Sortiervorrichtung umfassenden erfindungsgemäßen
Anlage gerichtet. Hierbei ist vorgesehen, dass die Bestandteile des Materialstroms
durch die Trenneinheit linear weitertransportiert und anschließend abgeworfen werden.
Die Wurfweite eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils des Materialstroms
wird dabei durch seine über die Trenneinheit, vorzugsweise in der Neigung, veränderbare
Weitertransportrichtung relativ zur Förderrichtung oder/und über seine durch die Trenneinheit
veränderbare Weitertransportgeschwindigkeit manipuliert. Mit anderen Worten ist die
Trenneinheit dabei so ausgebildet, dass über diese die Weitertransportrichtung eines
durch sie zunächst linear weitertransportierbaren, insbesondere auszusondernden, Bestandteils
des Materialstroms noch vor dessen Abwurf verändert werden kann, um dessen Wurfweite
entsprechend zu manipulieren. Alternativ oder ergänzend ist die Trenneinheit so ausgebildet,
dass über diese die Weitertransportgeschwindigkeit eines durch sie zunächst linear
weitertransportierbaren, insbesondere auszusondernden, Bestandteils des Materialstroms
noch vor dessen Abwurf verändert werden kann, um dessen Wurfweite entsprechend zu
manipulieren.
[0023] Die sich aus dem erfindungsgemäßen Verfahren ergebenden Vorteile wurden bereits im
Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Sortiervorrichtung oder/und der erfindungsgemäßen
Anlage näher erläutert, so dass zur Vermeidung von Wiederholungen an dieser Stelle
auf die jeweiligen Ausführungen hierzu verwiesen wird.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Weiterentwicklung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die
Weitertransportrichtung eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils des Materialstroms
durch ein Schwenken wenigstens eines Auslegers der Trenneinheit verändert werden.
Hiernach kann besagter Ausleger in die jeweils gewünschte Richtung relativ zur Förderrichtung
verschwenkt werden, um den jeweiligen durch diesen zunächst linear weitertransportierten
Bestandteil des Materialstroms in die jeweils gewünschte Richtung abzuwerfen. Vorzugsweise
kann der jeweilige Ausleger dabei nur durch dessen Neigen in seiner Ausrichtung relativ
zur Förderrichtung verändert werden. Die Wurfweite lässt sich dabei im Wesentlichen
durch eine Neigungsveränderung des wenigstens einen Auslegers relativ zu einer Horizontalen
manipulieren, wobei auch ein parallel zur Horizontalen mögliches Schwenken des wenigstens
einen Auslegers einen Einfluss auf die Wurfweite haben kann, beispielsweise dadurch,
dass eine Ausrichtung des Auslegers gegen eine Prallwand die Wurfweite reduziert,
während dessen Ausrichtung an der Prallwand vorbei eine demgegenüber größere Wurfweite
ermöglicht. Selbstverständlich sind auch Kombinationen aus einer Neigungsverstellung
sowie eines Schwenkens um eine Hochrichtung herum denkbar. Alternativ oder ergänzend
kann die Weitertransportgeschwindigkeit eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils
des Materialstroms durch die Ansteuerung wenigstens eines Transportmittels mindestens
eines Auslegers der Trenneinheit verändert werden. Bei dem Transportmittel kann es
sich vorzugsweise um ein Transportband handeln oder das Transportmittel kann wenigstens
ein Transportband aufweisen.
[0025] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen nur schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Anlage mit einer erfindungsgemäßen Sortiervorrichtung in einer
Seitenansicht,
- Fig. 2
- die Anlage aus Fig. 1 in einer Aufsicht,
- Fig. 3
- die Anlage aus Fig. 1 in einer Ansicht von hinten,
- Fig. 4
- die Anlage aus Fig. 1 in einer ersten perspektivischen Darstellungsweise von schräg
hinten sowie
- Fig. 5
- die Anlage aus Fig. 1 in einer zweiten perspektivischen Darstellungsweise von schräg
vorn.
[0026] Fig. 1 zeigt die Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Anlage 1 zum Sortieren der
Bestandteile eines mit einem weißen Pfeil angedeuteten Materialstroms S1. In der konkreten
Ausgestaltung dient die Anlage 1 vorzugsweise dazu, die hier nicht näher ersichtlichen
Bestandteile des Papiererzeugnisses oder/und Papier aufweisenden Materialstrom S1
in Form von Pappe oder/ und Pappkarton aus diesem auszusondern. Hierzu umfasst die
Anlage 1 eine erfindungsgemäße Sortiervorrichtung 2 sowie beispielhaft insgesamt zwei
Ableiter 3, 4, welche einen voneinander getrennten Ab- bzw. Weitertransport des vorliegend
in zwei Fraktionsströme S2, S3 auftrennbaren Materialstroms S1 ermöglichen.
[0027] Die Sortiervorrichtung 2 weist einen für die Förderung des Materialstroms S1 ausgebildeten
Zuleiter 5 sowie eine Trenneinheit 6 auf, die dem Zuleiter 5 in seiner parallel zu
einer Querrichtung X der Anlage 1 verlaufenden Förderrichtung F1 nachgelagert ist.
Der Zuleiter 5 der Sortiervorrichtung 2 besitzt ein Fördermittel 5a, beispielsweise
wie im gezeigten Beispiel in Gestalt eines Förderbandes, um den über einen auf diesem
abgelegten oder/und durch dieses erzeugten, insbesondere kontinuierlichen, Materialstrom
S1 in Förderrichtung F1 zur Trenneinheit 6 hinzufördern. Für die Automatisierung der
Anlage 1 und/oder der Sortiervorrichtung 2 kann eine - wie in Fig. 1 rein beispielhaft
in Bezug auf eine Hochrichtung Z oberhalb des Fördermittels 5a des Zuleiters 5 angeordnete
- Erfassungseinheit 7 vorgesehen sein, um einen, insbesondere auszusondernden, Bestandteil
innerhalb des Materialstroms S1 zu erkennen. Vorzugsweise kann es sich bei der Erfassungseinheit
7 um wenigstens eine Kamera oder einen Scanner handeln. Alternativ kann die Erfassungseinheit
7 wenigstens eine Kamera oder einen Scanner aufweisen. Die Trenneinheit 6 der Sortiervorrichtung
2 besitzt rein beispielhaft insgesamt vier Ausleger 8 bis 11, von denen vorliegend
nur zwei Ausleger 9, 10 erkennbar sind. Die einzelnen Ausleger 8 bis 11 sind so an
der Trenneinheit 6 angelenkt, dass diese unabhängig voneinander um eine gemeinsame
Drehachse Y1 herum zumindest begrenzt schwenkbar sind. Vorzugsweise jeder der Ausleger
8 bis 11 weist jeweils wenigstens ein Transportmittel 8a bis 11a, beispielsweise wie
vorliegend ersichtlich in Form eines Transportbandes, auf, von denen vorliegend ebenfalls
nur zwei Transportmittel 9a, 10a erkennbar sind. Jeder Ausleger 8 bis 11 bzw. jedes
Transportmittel 8a bis 11a der Ausleger 8 bis 11 ermöglicht einen linearen Weitertransport
und anschließendem Abwurf der über das Fördermittel 5a des Zuleiters 5 an sie übergebenen
Bestandteile des Materialstroms S1 in eine entsprechende Weitertransportrichtung T1
bis T4.
[0028] Fig. 2 ist die Anlage 1 aus Fig. 1 in einer Aufsicht, insofern also in einer Ansicht
von oben dargestellt. Wie zu erkennen, erstrecken sich die beiden nebeneinander angeordneten
Ableiter 3, 4 parallel zueinander. Vorzugsweise besitzt jeder der Ableiter 3, 4 wenigstens
ein zum Ab- bzw. Weitertransport seines Fraktionsstroms S2, S3 vorgesehenes Fördermittel
3a, 4a, beispielsweise wie vorliegend ersichtlich in Form jeweils eines Förderbandes.
Die parallel zu einer Längsrichtung Y der Anlage 1 verlaufenden Förderrichtungen F2,
F3 der Förderbänder 3a, 4a erfolgen in der hier gezeigten Ausführung rein beispielhaft
gegenläufig. Jedes Fördermittel 3a, 4a der Ableiter 3, 4 wird entlang seiner beiden
Längsseiten durch jeweils zwei insofern parallel zur Längsrichtung Y der Anlage 1
verlaufende Wände 3b, 3c; 4b, 4c begrenzt, welche sich bis unter die Ebene des Zuleiters
5 hinauf parallel zur Hochrichtung Z erstrecken. Mit Blick auf die Ausleger 8 bis
11 sowie deren Schwenkbarkeit und deren damit einhergehende Weitertrans-portrichtung
T1 bis T4 wird deutlich, dass durch eine Veränderung ihrer jeweiligen Neigung relativ
zur Förderrichtung F1 des Zuleiters 5 bzw. seines Fördermittels 5a die Wurfweite W1,
W2 eines auf dieses gelangenden Bestandteils des Materialstroms S1 entsprechend manipulierbar
ist. Alternativ oder ergänzend kann wenigstens eines der, bevorzugt alle, Transportbänder
8a bis 11a der Ausleger 8 bis 11, vorzugsweise voneinander unabhängig, in deren Weitertransportgeschwindigkeit
ansteuerbar sein, um so die Wurfweite W1, W2 der oder des jeweiligen Auslegers 8 bis
11 zu beeinflussen.
[0029] Auf diese Weise ist es möglich, den Materialstrom S1 gezielt in einzelne Fraktionsströme
S2, S3 aufzutrennen, wobei beispielsweise die auszusondernden Bestandteile durch ein
Anheben wenigstens eines Auslegers 8 bis 11 oder/und die Erhöhung der Weitertransportgeschwindigkeit
seines Transportbandes 8a bis 11a eine größere Wurfweite W2 erfährt, um auf dem Fördermittel
4a des zweiten Ableiters 4 zu landen und so dem zweiten Fraktionsstrom S3 zugeordnet
zu werden. Demgegenüber können die anderen Bestandteile durch ein Absenken wenigstens
eines Auslegers 8 bis 11 oder/und eine Herabsetzung der Weitertransportgeschwindigkeit
seines Transportmittels 8a bis 11a eine kleinere Wurfweite W1 erfahren, um auf dem
Fördermittel 3a des näher an der Sortiervorrichtung 2 gelegenen ersten Ableiters 4
zu landen und so dem ersten Fraktionsstrom S2 zugeordnet zu werden. Selbstverständlich
kann dies auch in umgekehrter Weise erfolgen. Die Wände 3b, 3c; 4b, 4c der Ableiter
3, 4 sorgen dafür, dass die einem der Fraktionsströme S2, S3 zugeordneten Bestandteile
auf den entsprechenden Förderbändern 3a, 4a verbleiben und sich nicht durch Herabfallen
und/oder seitliches Verschieben wieder untereinander mischen. Insbesondere die jeweils
am weitesten von der Sortiervorrichtung 2 entfernten Wände 3c; 4c können dazu beitragen,
die jeweilige Wurfweite W1, W2 der von der Trenneinheit 6 abgeworfenen Bestandteile
sicher auf den Ableitern 3, 4 zu platzieren, indem diese beim Abwurf gegen besagte
Wände 3c; 4c prallen und so stets auf den zugehörigen Förderbändern 3a, 4a zum Liegen
kommen.
[0030] Vorzugsweise kann eine mit der Erfassungseinheit korrespondierende und hier nicht
näher dargestellte Steuereinheit vorgesehen sein, um wenigstens einen Teil, insbesondere
ein Transportmittel 8a bis 11a oder/und einen Ausleger 8 bis 11 der Trenneinheit 6
wie zuvor beschrieben zu manipulieren.
[0031] Konkret kann die Steuereinheit so ausgebildet sein, dass auf Basis eines von der
Erfassungseinheit 7 erkannten Bestandteils innerhalb des Materialstroms S1 die Ausrichtung,
vorzugsweise Neigung, wenigstens eines Auslegers 8 bis 11, insbesondere relativ zur
Förderrichtung F1, oder/und die Weitertransportgeschwindigkeit mindestens eines Transportmittels
8a bis 11a der Trenneinheit 6 veränderbar ist/sind.
[0032] Fig. 3 zeigt die erfindungsgemäße Anlage 1 aus Fig. 1 und Fig. 2 in einer Rückansicht.
Dabei fällt der Blick auf die Sortiervorrichtung 2 und gegen die im Bereich der Drehachse
Y1 ihrer Trenneinheit 6 gelegene Wand 3b des ersten Ableiters 3. Die hinter dieser
Wand 3b gelegenen Förderbänder 3a, 4a der Ableiter 3, 4 sind ebenfalls in ihrer jeweiligen
Höhenlage relativ zur Hochrichtung Z angedeutet. Weiter erkennbar sind einzelne Aktuatoren
8b bis 11b, von denen jeweils einer der Aktuatoren 8b bis 11b einem der Ausleger 8
bis 11 zugeordnet ist, um diese bedarfsweise durch Schwenken um die Drehachse Y1 begrenzt
anzuheben und abzusenken.
[0033] Fig. 4 ist eine erste perspektivische Darstellung der Anlage 1 aus Fig. 1 bis Fig.
3 von schräg hinten zu entnehmen. Hierdurch werden nochmals die bevorzugt getrennt
voneinander möglichen Weitertransportrichtungen T1 bis T4 der Ausleger 8 bis 11 erkennbar.
Die in den Fig. 1 bis 5 gezeigten Ausrichtungen der Ausleger 8 bis 11 sind dabei nur
beispielhaft zu verstehen, da sich diese je nach anfallendem Materialstrom S1 und
dessen Bestandteile ändern kann. Dies hängt im Wesentlichen mit der Lage beispielsweise
eines auszusortierenden Bestandteils auf dem Fördermittel 5a des Zuleiters 5 in Bezug
auf die Längsrichtung Y der Anlage 1 zusammen. Sofern die auszusortierenden Bestandteile
beispielsweise dem zweiten Fraktionsstrom F3 zuzuordnen sind und ein mit Blick in
Förderrichtung F1 im linken Bereich des Fördermittels 5a des Zuleiters 5 gelegener
Bestandteil auszusortieren ist, verbleiben die in Verlängerung hierzu gelegenen Ausleger
10, 11 wie in Fig. 4 gezeigt in einer angehobenen Position, um so die größere Wurfweite
W2 zu ermöglichen, damit dieser Bestandteil bis über die beiden mittleren Wände 3c;
4b der Ableiter 3, 4 gelangt und auf dem Fördermittel 4a des zweiten Ableiters 3 landet.
Die demgegenüber nicht auszusortierenden, mit Blick in Förderrichtung F1 im rechten
Bereich des Zuleiters gelegenen und im vorliegenden Fall somit dem ersten Fraktionsstrom
F2 zuzuordnenden Bestandteile laufen dabei auf die in Verlängerung hierzu gelegenen
und schräg nach unten abgesenkten Ausleger 8, 9 zu, so dass diese durch Einhalten
einer kleinen Wurfweite W1 auf dem Fördermittel 3a des ersten Ableiters 3 zum Liegen
kommen. Sollte ein auszusortierender Bestandteil die ganze Breite des Fördermittels
5a des Zuleiters 5 einnehmen, könnten beispielsweise alle Ausleger 8 bis 11 oder nur
die äußeren Ausleger 8, 11 angehoben werden, damit dieser Bestandteil eine große Wurfweite
W2 erfährt und so dem zweiten Fraktionsstrom S3 zugeordnet werden kann. Sofern der
Materialstrom S1 keinen auszusortierenden Bestandteil beinhaltet, können die Ausleger
8 bis 11 allesamt in abgesenkter Position verbleiben, so dass die einzelnen Bestandteile
allesamt über eine nur kleine Wurfweite W1 auf dem Fördermittel 3a des ersten Ableiters
3 landen und somit dem ersten Fraktionsstrom S2 zugeordnet werden können. Sollten
die auszusortierenden Bestandteile dem über den ersten Ableiter 3 zu transportierenden
ersten Fraktionsstrom S2 und alle übrigen Bestandteile dem über den zweiten Ableiter
4 zu transportierenden zweiten Fraktionsstrom S3 zugeordnet werden, dann sind die
zuvor beschriebenen Ausrichtungen der Ausleger 8 bis 11 sinngemäß umzukehren.
[0034] Fig. 5 stellt eine zweite perspektivische Darstellung der Anlage 1 aus Fig. 1 bis
Fig. 4 von schräg vorn dar, welche nochmals die bevorzugt voneinander unabhängige
Ausrichtbarkeit der Ausleger 8 bis 11 zeigt, um den Materialstrom S1 in einzelne Fraktionsströme
S2, S3 aufzutrennen.
[0035] Selbstverständlich kann die Trenneinheit 6 der Sortiervorrichtung 2 auch weniger
oder mehr Ausleger 8 bis 11 besitzen, um eine größere Breite des Zuleiters 5 oder/und
eine bessere Auflösung in Bezug auf das Aussondern einzelner Bestandteile des Materialstroms
S1 zu erreichen. Alternativ oder ergänzend kann die Anlage 1 auch mehr als die hier
rein beispielhaft gezeigten zwei Ableiter 3, 4 umfassen, um so beispielsweise einen
weiteren hier nicht näher ersichtlichen Fraktionsstrom zu generieren. Dieser kann
dann beispielsweise eine andere Größe auszusortierender Bestandteile aus Papier oder
Pappe enthalten oder/und zum Aussondern von Fremdmaterial genutzt werden. Weitere
Einsatzmöglichkeiten sowie Ausbauten der Anlage 1 obliegen dem Fachmann und den jeweiligen
Anforderungen.
Bezugszeichenliste:
[0036]
- 1 -
- Anlage
- 2 -
- Sortiervorrichtung von 1
- 3 -
- Ableiter von 1
- 3a -
- Fördermittel von 3
- 3b -
- Wand von 3
- 3c -
- Wand von 3
- 4 -
- Ableiter von 1
- 4a -
- Fördermittel von 4
- 4b -
- Wand von 4
- 4c -
- Wand von 4
- 5 -
- Zuleiter von 2
- 5a -
- Fördermittel von 5
- 6 -
- Trenneinheit von 2
- 7 -
- Erfassungseinheit
- 8 -
- Ausleger von 2
- 8a -
- Transportmittel von 8
- 8b -
- Aktuator von 8
- 9 -
- Ausleger von 2
- 9a -
- Transportmittel von 9
- 9b -
- Aktuator von 9
- 10 -
- Ausleger von 2
- 10a-
- Transportmittel von 10
- 10b-
- Aktuator von 10
- 11 -
- Ausleger von 2
- 11a-
- Transportmittel von 11
- 11b-
- Aktuator von 11
- F1 -
- Förderrichtung von S1
- F2 -
- Förderrichtung von S2
- F3 -
- Förderrichtung von S3
- S1 -
- Materialstrom
- S2 -
- Fraktionsstrom
- S3 -
- Fraktionsstrom
- T1 -
- Weitertransportrichtung von 8
- T2 -
- Weitertransportrichtung von 9
- T3 -
- Weitertransportrichtung von 10
- T4 -
- Weitertransportrichtung von 11
- W1 -
- Wurfweite
- W2 -
- Wurfweite
- X -
- Querrichtung
- Y -
- Längsrichtung
- Y1 -
- Drehachse für
- Z -
- Hochrichtung
1. Sortiervorrichtung (2) zum Aussondern von Bestandteilen, vorzugsweise Pappe oder/und
Pappkarton, aus einem, insbesondere Papier oder/und Papiererzeugnisse enthaltenden,
Materialstrom (S1), umfassend einen für die Förderung des Materialstroms (S1) ausgebildeten
Zuleiter (5) sowie eine dem Zuleiter (5) in seiner Förderrichtung (F1) nachgelagerte
Trenneinheit (6),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinheit (6) zum linearen Weitertransport und anschließendem Abwurf der über
den Zuleiter (5) an sie übergebenen Bestandteile des Materialstroms (S1) ausgebildet
ist, wobei die Wurfweite (W1, W2) eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils
des Materialstroms (S1) über seine durch die Trenneinheit (6), vorzugsweise in der
Neigung, veränderbare Weitertransportrichtung (T1 - T4) relativ zur Förderrichtung
(F1) oder/und seine durch die Trenneinheit (6) veränderbare Weitertransportgeschwindigkeit
manipulierbar ist.
2. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinheit (6) wenigstens zwei Ausleger (8 - 11) besitzt, welche unabhängig
voneinander um eine, insbesondere gemeinsame, Drehachse (Y1) herum schwenkbar sind.
3. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens einer, bevorzugt jeder, der Ausleger (8 - 11) ein Transportmittel (8a
- 11a) aufweist.
4. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass alle oder wenigstens einige Transportmittel (8a - 11a) der Ausleger (8 - 11) voneinander
unabhängig, insbesondere in deren Weitertransportgeschwindigkeit, ansteuerbar sind.
5. Sortiervorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eines der Transportmittel (8a-11a) ein Transportband ist oder ein solches
aufweist.
6. Sortiervorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zuleiter (5) mindestens ein Fördermittel (5a) besitzt.
7. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das wenigstens eine Fördermittel (5a) ein Förderband ist oder ein solches aufweist.
8. Sortiervorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Erfassungseinheit (7), bevorzugt Kamera oder Scanner, zum Erkennen eines, insbesondere
auszusondernden, Bestandteils innerhalb des Materialstroms (S1).
9. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
eine mit der Erfassungseinheit (7) korrespondierende Steuereinheit zur Manipulation
wenigstens eines Teils, insbesondere eines Transportmittels (8a - 11a) oder/und eines
Auslegers (8 - 11), der Trenneinheit (6).
10. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 9,
gekennzeichnet durch
eine Ausbildung der Steuereinheit derart, dass auf Basis eines von der Erfassungseinheit
(7) erkannten Bestandteils innerhalb des Materialstroms (S1) die Ausrichtung, vorzugsweise
Neigung, wenigstens eines Auslegers (8 - 11), insbesondere relativ zur Förderrichtung
(F1), oder/und die Weitertransportgeschwindigkeit mindestens eines Transportmittels
(8a - 11a) der Trenneinheit (6) veränderbar ist/sind.
11. Anlage (1) zum Aussondern von in einem, insbesondere Papier oder/und Papiererzeugnisse
aufweisenden, Materialstrom (S1) enthaltenen Bestandteilen, vorzugsweise Pappe oder/und
Pappkarton, umfassend eine Sortiervorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche
sowie wenigstens zwei zum voneinander getrennten Abtransport des durch das Aussondern
in mindestens zwei Fraktionsströme (S2, S3) aufgetrennten Materialstroms (S1) ausgebildete
Ableiter (3, 4).
12. Anlage (1) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens einer, bevorzugt jeder, der Ableiter (3, 4) ein Fördermittel (3a, 4a)
besitzt.
13. Anlage (1) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fördermittel (3a, 4a) ein Förderband ist oder ein solches aufweist.
14. Verfahren zum Betrieb einer Sortiervorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis
10 oder/und einer Anlage (1) nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei ein, insbesondere
Papier oder/und Papiererzeugnisse enthaltender, Materialstrom (S1), vorzugsweise kontinuierlich,
über einen Zuleiter (5) in dessen Förderrichtung (F1) an eine Trenneinheit (6) zum
Aussondern von Bestandteilen, vorzugsweise Pappe oder/und Pappkarton, übergeben wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bestandteile des Materialstroms (S1) durch die Trenneinheit (6) linear weitertransportiert
und anschließend abgeworfen werden, wobei die Wurfweite (W1, W2) eines, insbesondere
auszusondernden, Bestandteils des Materialstroms (S1) durch seine über die Trenneinheit
(6), vorzugsweise in der Neigung, veränderbare Weitertransportrichtung (T1 - T4) relativ
zur Förderrichtung (F1) oder/und über seine durch die Trenneinheit (6) veränderbare
Weitertransportgeschwindigkeit manipuliert wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Weitertransportrichtung (T1 - T4) eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils
des Materialstroms (S1) durch Schwenken, vorzugsweise Neigen, wenigstens eines Auslegers
(8 - 11) der Trenneinheit (6) oder/und die Weitertransportgeschwindigkeit eines, insbesondere
auszusondernden, Bestandteils des Materialstroms (S1) durch die Ansteuerung wenigstens
eines Transportmittels (8a - 11a), vorzugsweise Transportband, mindestens eines Auslegers
(8 - 11) verändert wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Sortiervorrichtung (2) zum Aussondern von Bestandteilen, vorzugsweise Pappe oder/und
Pappkarton, aus einem, insbesondere Papier oder/und Papiererzeugnisse enthaltenden,
Materialstrom (S1), umfassend einen für die Förderung des Materialstroms (S1) ausgebildeten
Zuleiter (5) sowie eine dem Zuleiter (5) in seiner Förderrichtung (F1) nachgelagerte
Trenneinheit (6),
wobei die Trenneinheit (6) zum linearen Weitertransport und anschließendem Abwurf
der über den Zuleiter (5) an sie übergebenen Bestandteile des Materialstroms (S1)
ausgebildet ist, wobei die Wurfweite (W1, W2) eines, insbesondere auszusondernden,
Bestandteils des Materialstroms (S1) über seine durch die Trenneinheit (6), vorzugsweise
in der Neigung, veränderbare Weitertransportrichtung (T1 - T4) relativ zur Förderrichtung
(F1) oder/und seine durch die Trenneinheit (6) veränderbare Weitertransportgeschwindigkeit
manipulierbar ist, wobei die Trenneinheit (6) wenigstens zwei Ausleger (8 - 11) besitzt,
welche unabhängig voneinander um eine, insbesondere gemeinsame, Drehachse (Y1) herum
schwenkbar sind und wenigstens einer, bevorzugt jeder, der Ausleger (8 - 11) ein Transportmittel
(8a - 11a) aufweist.
2. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass alle oder wenigstens einige Transportmittel (8a - 11a) der Ausleger (8 - 11) voneinander
unabhängig, insbesondere in deren Weitertransportgeschwindigkeit, ansteuerbar sind.
3. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eines der Transportmittel (8a-11a) ein Transportband ist oder ein solches
aufweist.
4. Sortiervorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zuleiter (5) mindestens ein Fördermittel (5a) besitzt.
5. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das wenigstens eine Fördermittel (5a) ein Förderband ist oder ein solches aufweist.
6. Sortiervorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Erfassungseinheit (7), bevorzugt Kamera oder Scanner, zum Erkennen eines, insbesondere
auszusondernden, Bestandteils innerhalb des Materialstroms (S1).
7. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 6,
gekennzeichnet durch
eine mit der Erfassungseinheit (7) korrespondierende Steuereinheit zur Manipulation
wenigstens eines Teils, insbesondere eines Transportmittels (8a - 11a) oder/und eines
Auslegers (8 - 11), der Trenneinheit (6).
8. Sortiervorrichtung (2) nach Anspruch 7,
gekennzeichnet durch
eine Ausbildung der Steuereinheit derart, dass auf Basis eines von der Erfassungseinheit
(7) erkannten Bestandteils innerhalb des Materialstroms (S1) die Ausrichtung, vorzugsweise
Neigung, wenigstens eines Auslegers (8 - 11), insbesondere relativ zur Förderrichtung
(F1), oder/und die Weitertransportgeschwindigkeit mindestens eines Transportmittels
(8a - 11a) der Trenneinheit (6) veränderbar ist/sind.
9. Anlage (1) zum Aussondern von in einem, insbesondere Papier oder/und Papiererzeugnisse
aufweisenden, Materialstrom (S1) enthaltenen Bestandteilen, vorzugsweise Pappe oder/und
Pappkarton, umfassend eine Sortiervorrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche
sowie wenigstens zwei zum voneinander getrennten Abtransport des durch das Aussondern
in mindestens zwei Fraktionsströme (S2, S3) aufgetrennten Materialstroms (S1) ausgebildete
Ableiter (3, 4).
10. Anlage (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens einer, bevorzugt jeder, der Ableiter (3, 4) ein Fördermittel (3a, 4a)
besitzt.
11. Anlage (1) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fördermittel (3a, 4a) ein Förderband ist oder ein solches aufweist.
12. Verfahren zum Betrieb einer Sortiervorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis
8 oder/und einer Anlage (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei ein, insbesondere
Papier oder/und Papiererzeugnisse enthaltender, Materialstrom (S1), vorzugsweise kontinuierlich,
über
einen Zuleiter (5) in dessen Förderrichtung (F1) an eine Trenneinheit (6) zum Aussondern
von Bestandteilen, vorzugsweise Pappe oder/und Pappkarton, übergeben wird, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bestandteile des Materialstroms (S1) durch die Trenneinheit (6) linear weitertransportiert
und anschließend abgeworfen werden, wobei die Wurfweite (W1, W2) eines, insbesondere
auszusondernden, Bestandteils des Materialstroms (S1) durch seine über die Trenneinheit
(6), vorzugsweise in der Neigung, veränderbare Weitertransportrichtung (T1 - T4) relativ
zur Förderrichtung (F1) oder/und über seine durch die Trenneinheit (6) veränderbare
Weitertransportgeschwindigkeit manipu-liert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Weitertransportrichtung (T1 - T4) eines, insbesondere auszusondernden, Bestandteils
des Materialstroms (S1) durch Schwenken, vorzugsweise Neigen, wenigstens eines Auslegers
(8 - 11) der Trenneinheit (6) oder/und die Weitertransportgeschwindigkeit eines, ins-besondere
auszusondernden, Bestandteils des Materialstroms (S1) durch die Ansteuerung wenigstens
eines Transportmittels (8a - 11a), vorzugsweise Transportband, mindestens eines Auslegers
(8 - 11) verändert wird.