[0001] Die Erfindung geht aus von einer Türvorrichtung eines zur Beförderung von Fahrgästen
ausgebildeten Schienenfahrzeugs, welche wenigstens eine bewegliche Türe mit wenigstens
einer Fensterscheibe umfasst, wobei die Türe ausgebildet und eingerichtet ist, um
Fahrgästen ein Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, sowie eine Visualisierungseinrichtung,
die ausgebildet und eingerichtet ist zum Visualisieren von veränderbaren visuellen
Informationen für die Fahrgäste, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1, sowie von einem
zur Beförderung von Fahrgästen ausgebildeten Schienenfahrzeug, welches wenigstens
eine Türvorrichtung umfasst, gemäß Anspruch 15.
[0002] Eine gattungsgemäße Türvorrichtung und ein gattungsgemäßes Schienenfahrzeug sind
aus
DE 10 2014 214 585 A1 bekannt. Dort wird ein Schienenfahrzeug mit einer Türvorrichtung offenbart, aufweisend
zumindest einen beweglichen Türflügel mit einer Fensterscheibe, auf der eine Anzeigeeinrichtung
zur Anzeige von veränderbaren visuellen Informationen angeordnet ist. Die bekannte
Anzeigeeinrichtung weist zwischen zwei Displays eine Trennschicht mit einer veränderbaren
Lichtdurchlässigkeit auf, so dass wenn auf einem in Bezug auf das Schienenfahrzeug
beispielsweise nach außen gerichteten Display der beiden Displays Informationen dargestellt
werden, die Transparenz der Trennschicht erniedrigt wird, um zu ermöglichen, dass
auf dem anderen, beispielsweise nach Innen gerichteten Display gleichzeitig andere
Informationen dargestellt werden können. Als Trennschicht mit veränderlicher Lichtdurchlässigkeit
wird ein Smart-Glas oder ein elektrochromes Glas herangezogen. Diese Art der Informationsdarstellung
ermöglicht zwar eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten, ist aber in ihrer Ausführung
relativ komplex.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Türvorrichtung eines zur Beförderung
von Fahrgästen ausgebildeten Schienenfahrzeugs mit einer Visualisierungseinrichtung
zur Verfügung zu stellen, bei welcher eine Visualisierung von Informationen mit geringerem
Aufwand möglich ist. Ebenso soll ein zur Beförderung von Fahrgästen ausgebildetes
Schienenfahrzeugs mit einer solchen Türvorrichtung zur Verfügung gestellt werden.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 15 gelöst.
Offenbarung der Erfindung
[0005] Die Erfindung geht aus von einer Türvorrichtung eines zur Beförderung von Fahrgästen
ausgebildeten Schienenfahrzeugs, welche wenigstens Folgendes umfasst:
- a) Wenigstens eine bewegliche Türe mit wenigstens einer Fensterscheibe, wobei die
Türe ausgebildet und eingerichtet ist, um Fahrgästen ein Ein- und Aussteigen zu ermöglichen,
sowie
- b) eine Visualisierungseinrichtung, welche ausgebildet und eingerichtet ist zum Visualisieren
von veränderbaren visuellen Informationen für die Fahrgäste, und welche Folgendes
umfasst:
- c) eine elektronische Steuerung, welche ausgebildet und eingerichtet ist, wenigstens
ein elektrisches Potential zu erzeugen.
[0006] Die Erfindung nutzt dann wie
DE 10 2014 214 585 A1 ebenfalls sogenannte Smart-Windows oder Smart-Glasses oder elektro-chrome Gläser,
welche im Wesentlichen aus zwei transparenten Trägerschichten sowie zwei darauf angeordneten
transparenten Elektroden sowie einem dazwischen angeordneten aktiven Bereich bestehen.
Dieser aktive Bereich kann vorzugsweise als fluide Schicht oder Polymermatrix mit
darin suspendierten Schwebeteilchen ausgebildet sein. Wird an die Elektroden nun ein
entsprechendes Potential angelegt, so kommt es zu einer Ausrichtung der suspendierten
Schwebeteilchen und damit zu einer Transparenz oder Durchsichtigkeit des Bauteils.
Reduziert man das elektrische Potential oder schaltet dies ganz ab, so werden die
suspendierten Schwebeteilchen sich statistisch verteilt ausrichten, wodurch durch
die Trägerschichten eintretendes Licht entsprechend absorbiert und das Smart-Window
oder das elektro-chrome Glas dunkel oder opak wird. Solchermaßen lassen sich Fensterscheiben
elektrisch zwischen voller Transparenz und einem dunklen oder opaken Zustand schalten.
[0007] Die Erfindung hat aber erkannt, dass man diese Eigenschaften von Smart-Windows oder
Smart-Glases nicht wie in
DE 10 2014 214 585 A1 nur für eine Trennschicht zwischen zwei Displays sondern dazu nutzen kann, um über
eine Fensterscheibe einer Türe einer Türvorrichtung eines zur Beförderung von Fahrgästen
ausgebildeten Schienenfahrzeugs, direkt Informationen für die Fahrgäste darzustellen,
insbesondere für sich im Inneren und außerhalb des Schienenfahrzeugs befindliche Fahrgäste.
[0008] Hierauf aufbauend schlägt die Erfindung vor, dass die Visualisierungseinrichtung
weiterhin wenigstens Folgendes umfasst:
d) einen ersten Bereich der Fensterscheibe, dessen erste Transparenz durch das elektrische
Potential reversibel veränderbar ist, und
e) wenigstens einen zweiten Bereich der Fensterscheibe, dessen zweite Transparenz
durch das elektrische Potential abhängig oder unabhängig von der ersten Transparenz
reversibel veränderbar ist.
[0009] Die Steuerung ist insbesondere ausgebildet, dass sie für den oder in den ersten Bereich
ein erstes elektrisches Potential und - insbesondere abhängig oder unabhängig davon
- für den oder in den wenigstens einen zweiten Bereich ein zweites elektrisches Potential
aussteuert oder einsteuert.
[0010] Der erste Bereich und jeder der zweiten Bereiche der Fensterscheibe, falls mehr als
nur ein einziger zweiter Bereich vorgesehen oder vorhanden ist, kann von der elektronischen
Steuerung individuell zwischen einem maximal lichtundurchlässigen Zustand und einem
maximal lichtdurchlässigen Zustand geschaltet werden. Dabei ist klar, dass eine beliebige
Anzahl oder Mehrzahl von zweiten Bereichen vorgesehen sein kann, von denen jeder zweite
Bereich durch die elektronische Steuerung in Bezug auf seine Transparenz individuell
und reversibel verändert werden kann
[0011] Dass die Transparenz durch das elektrische Potential reversibel veränderbar ist,
soll bedeuten, dass die Lichtdurchlässigkeit des ersten Bereichs und des wenigstens
einen zweiten Bereichs zwischen einem maximal lichtdurchlässigen (transparenten) Zustand
und einem maximal lichtundurchlässigen (opaken) Zustand und in Zustände dazwischen
veränderbar ist und dass die Zustandsänderung rückgängig gemacht oder umgekehrt werden
kann. Die Transparenz kann auch abhängig von dem jeweiligen elektrischen Potential
im Wesentlichen stufenlos zwischen dem maximal lichtdurchlässigen oder maximal lichtundurchlässigen
Zustand und dem maximal lichtdurchlässigen oder maximal transparenten Zustand nach
Art einer Dimmung eingestellt werden.
[0012] Der erste Bereich und der wenigstens eine zweite Bereich der Fensterscheibe weisen
dann eine Lichtdurchlässigkeit oder Transparenz auf, welche jeweils abhängig von dem
elektrischen Potential ist, mit welchem der jeweilige Bereich durch die elektronische
Steuerung versorgt wird. Insbesondere besteht der erste Bereich und der wenigstens
eine zweite Bereich der Fensterscheibe dann jeweils aus einem oben beschriebenen Smart-Glas
oder elektro-chromen Glas oder umfassen ein solches Glas.
[0013] Die visuelle Information, welche den Fahrgästen vermittelt werden kann, hängt dann
beispielsweise ab
- a) von der Anzahl und/oder der Form/des Umrisses und/oder der Farbe der Bereiche,
deren Transparenz von der elektronischen Steuerung jeweils durch eine individuelle
Anpassung des elektrischen Potentials verändert wird, und
- b) vom Zeitpunkt, zu welcher eine solche individuelle Anpassung stattfindet, und
- c) von der Zeitdauer der Anpassung.
[0014] Dadurch ergibt sich eine Reihe von Steuerungsmöglichkeiten der Bereiche in Bezug
auf deren Transparenz und damit auf eine Darstellung von visuellen Informationen.
[0015] Beispielsweise hat die Farbe "grün" allgemein die Bedeutung, dass eine Aktion durchgeführt
werden kann oder eine Durchführung einer Aktion erlaubt ist. Übertragen auf die betreffende
Türe kann dies bedeuten, dass dann beispielsweise ein in der Farbe "Grün" eingefärbter
Bereich der Fensterscheibe der Türe durch die elektronische Steuerung lichtdurchlässig
(transparent) geschaltet und dadurch den Fahrgästen signalisiert wird, dass die betreffende
Türe insbesondere durch eine Betätigung eines Türbetätigungsorgans, beispielsweise
eines Türbetätigungskopfes geöffnet werden kann. Im Gegensatz dazu symbolisiert die
Farbe "Rot" allgemein, dass eine Aktion nicht durchgeführt werden kann oder soll oder
nicht möglich ist, hier beispielsweise, dass die betreffende Türe insbesondere durch
eine Betätigung des Türbetätigungsorgans nicht geöffnet werden kann oder soll. Folglich
würde in dem hier beispielhaft beschriebenen Fall, dass die betreffende Türe von Fahrgästen
gerade nicht geöffnet werden können soll oder kann, ein mit der Farbe "Rot" eingefärbter
Bereich durch die elektronische Steuerung lichtdurchlässig (transparent) geschaltet,
wohingegen der mit der Farbe "Grün" eingefärbte Bereich opak geschaltet wird oder
bleibt, so dass die Farbe "Grün" dort nicht erkennbar ist oder wird.
[0016] In einem weiteren Beispiel weist der erste Bereich wenigstens einen ersten Streifen
oder Balken und der wenigstens eine zweite Bereich wenigstens einen zweiten, parallel
neben dem ersten Streifen angeordneten Streifen oder Balken auf. Dann kann die elektronische
Steuerung ausgebildet sein, dass sie im Rahmen einer Zeitfunktion mittels des elektrischen
Potentials die Transparenz der parallel nebeneinander angeordneten ersten und zweiten
Streifen und Balken abhängig von der Zeit derart verändert, dass zunächst sämtliche
ersten und zweiten Streifen oder Balken lichtdurchlässig sind, aber mit steigender
Zeit die Anzahl der lichtdurchlässigen ersten und zweiten Streifen oder Balken abnimmt,
solange bis beispielsweise kein Streifen oder Balken mehr sichtbar ist. Die Zeitfunktion
kennzeichnet dann die mögliche Zeitdauer, in welcher eine Öffnung der Türe beispielsweise
während eines Bahnsteighalts des Schienenfahrzeugs durch Fahrgäste möglich ist und
wird insbesondere auf ein Signal hin in Gang gesetzt, das beispielsweise von einer
zentralen Zugsteuerung erzeugt wird. Dann kann den Fahrgästen über die zeitabhängig
verbleibenden lichtdurchlässigen Steifen oder Balken die Zeitdauer visuell vermittelt
werden, innerhalb welcher eine Öffnung der Türe beispielsweise durch eine Betätigung
eines Türbetätigungsorgans noch möglich ist.
[0017] Die Fensterscheibe, insbesondere ein von dem ersten Bereich und dem wenigstens einen
zweiten Bereich abweichender dritter Bereich der Fensterscheibe soll dabei weiterhin
die Wirkung und Funktion eines Fensters oder Lichtdurchlasses behalten. Dies bedeutet,
dass der dritte Bereich der Fensterscheibe permanent lichtdurchlässig ist oder bleibt,
so dass Licht durch diesen dritten Bereich hindurchdringen kann. Einen ersten Anteil
des ersten Bereichs, eine zweiten Anteil des wenigstens einen zweiten Bereichs und
einen dritten Anteil des dritten, permanent lichtdurchlässigen Bereichs an der Gesamtfläche
der Fensterscheibe legt der Fachmann nach Bedarf fest. Vorzugsweise ist der dritte
Anteil des dritten Bereichs größer als die Summe aus dem ersten Anteil und dem zweiten
Anteil. Alternativ kann auch der dritte Bereich komplett entfallen, so dass dann der
erste Bereich und der wenigstens eine zweite Bereich zusammen die Gesamtfläche der
Fensterscheibe bilden können.
[0018] Es ist weiterhin klar, dass Licht den ersten Bereich und/oder den wenigstens einen
zweiten Bereich in Bezug auf einen Einbauzustand in dem Schienenfahrzeug von außen
und/oder von innen her durchdringen kann, wenn der betreffende Bereich lichtdurchlässig
geschaltet ist. Dieses Licht kann daher Tageslicht sein oder von einer Innenbeleuchtung
des Schienenfahrzeugs stammen.
[0019] Insgesamt sinkt durch die oben beschriebenen Maßnahmen der Aufwand, visuelle Informationen
für Fahrgäste darzustellen, weil dafür keine Displays oder LED's mehr benötigt werden.
[0020] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung möglich.
[0021] Vorzugsweise ist die elektronische Steuerung ausgebildet, den ersten Bereich und
den wenigstens einen zweiten Bereich in Bezug auf die Transparenz durch das elektrische
Potential gleichläufig oder gegenläufig zu steuern.
[0022] Eine gleichläufige Steuerung der an unterschiedlichen Positionen der Fensterscheibe
der Türe angeordneten ersten und zweiten Bereiche in Bezug auf die Transparenz durch
das elektrische Potential kann bedeuten, dass der erste Bereich und der zweite Bereich
beispielsweise abrupt oder mit der Zeit allmählich gemeinsam und parallel von einem
lichtundurchlässigen Zustand in einen lichtdurchlässigen Zustand oder von einem lichtdurchlässigen
Zustand in einen lichtundurchlässigen Zustand überführt werden.
[0023] Eine gegenläufige Steuerung der an unterschiedlichen Positionen der Fensterscheibe
der Türe angeordneten ersten und zweiten Bereiche in Bezug auf die Transparenz durch
das elektrische Potential kann bedeuten, dass beispielsweise in oder an dem wenigstens
einen ersten Bereich das elektrische Potential reduziert oder ganz abgeschaltet und
an oder in dem wenigstens einen zweiten Bereich das elektrische Potential erhöht oder
auf einen vorbestimmten maximalen Wert gesetzt wird. Umgekehrt kann dann auch in oder
an dem wenigstens einen zweiten Bereich das elektrische Potential reduziert oder ganz
abgeschaltet und an oder in dem wenigstens einen ersten Bereich das elektrische Potential
erhöht oder auf einen vorbestimmten maximalen Wert gesetzt werden.
[0024] Wenn beispielsweise der erste Bereich eine erste Farbe aufweist oder in der ersten
Farbe eingefärbt ist und der wenigstens eine zweite Bereich eine zweite, von der ersten
Farbe verschiedene Farbe aufweist oder in der zweiten Farbe eingefärbt ist, kann durch
die gegenläufige Steuerung der an unterschiedlichen Positionen der Fensterscheibe
der Türe angeordneten ersten und zweiten Bereiche beispielsweise nur der erste Bereich
oder alternativ nur der zweite Bereich lichtdurchlässig (transparent) geschaltet werden,
wobei dann die Farbe des jeweils transparent geschalteten Bereichs durch Fahrgäste
erkennbar oder wahrnehmbar wird, weil dort Licht hindurchtreten kann (z.B. maximale
Lichtdurchlässigkeit). Hingegen wird oder bleibt der jeweils andere Bereich opak,
undurchsichtig oder lichtundurchlässig, so dass dann die Farbe des jeweils anderen
Bereich mangels einer Möglichkeit, dass dort Licht hindurchtritt von Fahrgästen nicht
erkannt oder wahrgenommen werden kann.
[0025] Vorzugsweise ist die elektronische Steuerung ausgebildet und eingerichtet, dass sie
das elektrische Potential abhängig von einem Statussignal erzeugt, das einen Status
der Türe in Bezug dahingehend repräsentiert, ob die Türe insbesondere zusätzlich abhängig
von einer Betätigung eines Türbetätigungsorgans
- a) geöffnet werden kann oder darf, oder
- b) nicht geöffnet werden kann oder soll.
[0026] Das Türbetätigungsorgan kann insbesondere ausgebildet sein, um bei einer insbesondere
händischen Betätigung durch einen Fahrgast oder eine Person ein Öffnungssignal OS
zu erzeugen. Das Öffnungssignal OS und das Statussignal ST können dann in einem logischen
"UND-Gatter" der elektronischen Steuerung derart miteinander verknüpft sein, dass
eine Öffnung der Türe insbesondere ausgelöst durch die elektronische Steuerung nur
dann eingeleitet wird, wenn zum einen das Statussignal ST den Status der Türe repräsentiert,
dass sie geöffnet werden kann oder darf und zum andern das Öffnungssignal OS vorliegt,
das nur bei einer Betätigung des Türbetätigungsorgans erzeugt wird. Liegt hingegen
das hinsichtlich einer erlaubten Türöffnung positive Statussignal ST nicht vor, so
kann die Türe durch eine Betätigung des Türbetätigungsorgans alleine nicht geöffnet
werden.
[0027] Die elektronische Steuerung ist insbesondere eine elektronische Türsteuerung oder
wird von einer solchen umfasst, welche ausgebildet und eingerichtet ist, um wenigstens
einen Türantrieb der Türe wenigstens abhängig von dem Öffnungssignal OS und dem Statussignal
ST zu steuern.
[0028] Das Statussignal ST ist in Bezug auf die elektronische Steuerung bevorzugt ein externes
Signal, das das außerhalb der elektronischen Steuerung erzeugt, beispielsweise in
einer zentralen Zugsteuerung, und in die elektronische Steuerung eingesteuert wird.
Insofern stellt dann ein Statussignal ST, das den Status der Türe repräsentiert, dass
sie geöffnet werden kann oder darf ein Freigabesignal zum Öffnen der Türe dar.
[0029] Alternativ kann das Statussignal in Bezug auf die elektronische Steuerung ein internes
Signal sein, das innerhalb der elektronischen Steuerung erzeugt wird, wenn beispielsweise
die elektronische Steuerung mit einer weiteren Steuerung eine integrale Steuerung
darstellt. Die elektronische Steuerung kann aber auch eine separate elektronische
Steuerung sein, welche beispielsweise ausschließlich dazu ausgebildet ist, den wenigstens
einen ersten Bereich und den wenigstens einen zweiten Bereich in Bezug auf das elektrische
Potential zu steuern.
[0030] Wie bereits oben angedeutet, kann der erste Bereich eine erste Farbe aufweisen oder
in der ersten Farbe eingefärbt sein und der wenigstens eine zweite Bereich eine zweite,
von der ersten Farbe verschiedene Farbe aufweisen oder in der zweiten Farbe eingefärbt
sein.
[0031] Bevorzugt sind die erste Farbe und die zweite Farbe von den Farben Weiß, Grau oder
Schwarz abweichende Farben, damit eine gute Wahrnehmung der Farben gewährleistet ist.
Wesentlich ist, das die erste Farbe und die zweite Farbe voneinander unterscheidbar
sind, wenn der betreffende Bereich von der elektronischen Steuerung transparent oder
lichtdurchlässig geschaltet wird.
[0032] Bevorzugt wird daher eine Türvorrichtung eines zur Beförderung von Fahrgästen ausgebildeten
Schienenfahrzeugs vorgeschlagen, welche wenigstens Folgendes umfasst:
- a) Wenigstens eine bewegliche Türe mit wenigstens einer Fensterscheibe, wobei die
Türe ausgebildet und eingerichtet ist, um Fahrgästen ein Ein- und Aussteigen zu ermöglichen,
sowie
- b) eine Visualisierungseinrichtung, welche ausgebildet und eingerichtet ist zum Visualisieren
von veränderbaren visuellen Informationen für die Fahrgäste, und welche Folgendes
umfasst:
- c) eine elektronische Steuerung, welche ausgebildet und eingerichtet ist, wenigstens
ein elektrisches Potential zu erzeugen,
- d) einen ersten Bereich der Fensterscheibe, dessen erste Transparenz durch das elektrische
Potential reversibel veränderbar ist, und
- e) wenigstens einen zweiten Bereich der Fensterscheibe, dessen zweite Transparenz
durch das elektrische Potential abhängig oder unabhängig von der ersten Transparenz
reversibel veränderbar ist, wobei
- f) der erste Bereich und der wenigstens eine zweite Bereich der Fensterscheibe aus
einem Smart-Glas oder elektro-chromen Glas besteht, wobei
- g) der erste Bereich der Fensterscheibe eine erste Farbe aufweist oder in einer ersten
Farbe eingefärbt ist, und
- h) der wenigstens eine zweite Bereich der Fensterscheibe eine zweite, von der ersten
Farbe verschiedene Farbe aufweist oder in der zweiten Farbe eingefärbt ist, wobei
- i) die erste Farbe und die zweite Farbe von den Farben Weiß, Grau oder Schwarz abweichende
Farben sind.
[0033] Insbesondere kann die erste Farbe ein Grün und die zweite Farbe ein Rot sein. Unter
der Farbe "Grün" sollen insbesondere alle Grüntöne und unter der Farbe "Rot" alle
Rottöne verstanden werden.
[0034] Wie oben ausgeführt haben diese Farben eine Signalwirkung im Hinblick auf Gebote
bzw. Verbote von Aktionen, bezogen hier beispielsweise auf ein mögliches Öffnen der
Türe, wobei "Grün" eine Öffnungsmöglichkeit der Türe symbolisieren soll, und "Rot",
dass die Türe nicht geöffnet werden kann oder soll.
[0035] Die Färbung der Bereiche kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass
- a) der erste Bereich der Fensterscheibe mit einer ersten Folie beschichtet ist, welche
die erste Farbe aufweist, und
- b) der wenigstens eine zweite Bereich der Fensterscheibe mit einer zweiten Folie beschichtet
ist, welche die zweite Farbe aufweist.
[0036] Alternativ kann auch für den ersten Bereich und für den wenigstens einen zweiten
Bereich jeweils ein entsprechend der ersten Farbe und der zweiten Farbe eingefärbtes
intelligentes Glas verwendet werden.
[0037] Dann kann die elektronische Steuerung ausgebildet und eingerichtet sein, um
- a) den ersten Bereich der Fensterscheibe mit der ersten Farbe transparent und den
wenigstens einen zweiten Bereich der Fensterscheibe mit der zweiten Farbe opak zu
schalten, wenn die Türe insbesondere nach einer Betätigung des Türbetätigungsorgans
geöffnet werden kann, und
- b) den wenigstens einen zweiten Bereich der Fensterscheibe mit der zweiten Farbe transparent
und den ersten Bereich der Fensterscheibe mit der ersten Farbe opak zu schalten, wenn
die Türe insbesondere trotz einer Betätigung des Türbetätigungsorgans nicht geöffnet
werden kann oder darf.
[0038] Auch kann wenigstens eine von der elektronischen Steuerung derart gesteuerte Lichtquelle
vorgesehen sein, dass sie den wenigstens einen ersten Bereich oder den wenigstens
einen zweiten Bereich der Fensterscheibe insbesondere abhängig davon be- oder hinterleuchtet,
ob der betreffende Bereich von der elektronischen Steuerung transparent geschaltet
worden ist oder nicht.
[0039] Für eine verbesserte Wahrnehmung des jeweils transparent geschaltetes Bereichs bzw.
dessen Farbe kann sorgen, wenn die elektronische Steuerung die Lichtquelle aktiviert,
um den ersten Bereich oder den wenigstens einen zweiten Bereich der Fensterscheibe
zu beleuchten oder zu hinterleuchten, wenn der betreffende Bereich durch die elektronische
Steuerung transparent geschaltet worden ist oder wird. In der Regel ist aber das an
Bahnsteigen oder im Inneren des Schienenfahrzeugs vorhandene licht ausreichend, um
transparent geschaltete Bereiche zu durchleuchten.
[0040] Bevorzugt können der erste Bereich und der wenigstens eine zweite Bereich direkt
aneinandergrenzen oder voneinander beabstandet sein.
[0041] Wie bereits oben ausgeführt, kann der erste Bereich wenigstens einen ersten Streifen
oder Balken und der wenigstens eine zweite Bereich wenigstens einen zweiten, parallel
zu dem ersten Streifen angeordneten Streifen oder Balken aufweisen. Insbesondere können
die ersten und zweiten Streifen oder Balken horizontal nebeneinander oder vertikal
übereinander angeordnet sein und/oder jeweils die gleichen Dimensionen oder unterschiedliche
Dimensionen aufweisen.
[0042] Auch kann die elektronische Steuerung ausgebildet sein, dass sie mittels des elektrischen
Potentials im Rahmen einer Zeitfunktion die Transparenz der parallel nebeneinander
angeordneten ersten und zweiten Streifen und Balken abhängig von der Zeit derart verändert,
dass
- a) zunächst sämtliche ersten und zweiten Streifen oder Balken lichtdurchlässig sind,
aber mit steigender Zeit die Anzahl der lichtdurchlässigen ersten und zweiten Streifen
oder Balken abnimmt, oder dass
- b) zunächst sämtliche ersten und zweiten Streifen oder Balken lichtundurchlässig sind,
aber mit steigender Zeit die Anzahl der lichtdurchlässigen ersten und zweiten Streifen
oder Balken zunimmt.
[0043] Die Zunahme oder Abnahme der lichtdurchlässigen oder lichtundurchlässigen ersten
und zweiten Streifen oder Balken findet vorzugsweise in einer Richtung sukzessive
statt, d.h., dass die Zunahme oder Abnahme durch ein Umschalten von jeweils benachbarten
Streifen oder Balken erfolgt.
[0044] In diesem Zusammenhang kann dann die elektronische Steuerung ausgebildet sein, dass
sie die Zeitfunktion auf ein Signal S hin in Gang setzt, das eine frühestmögliche
Öffnung der Türe repräsentiert. Dieses Signal S kann beispielsweise durch eine zentrale
Zugsteuerung erzeugt werden.
[0045] Um vielfältige visuelle Informationen darstellen zu können, kann es gemäß einer Weiterbildung
von Vorteil sein, wenn der erste Bereich und/oder der wenigstens eine zweite Bereich
einen Umriss aufweist (aufweisen), der wenigstens ein alphanummerisches Zeichen, eine
Ziffer, einen Buchstaben, eine Graphik, ein Symbol und/oder ein Piktogramm darstellt.
Dann wird insbesondere bei Transparenz dieser Umriss sichtbar und die entsprechende
visuelle Information kann identifiziert werden.
[0046] Dies kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass der erste Bereich und/oder
der wenigstens eine zweite Bereich durch wenigstens eine insbesondere opake oder lichtundurchlässige
Schablone bedeckt ist (sind), deren innerer Umriss dann das wenigstens eine alphanummerische
Zeichen, die wenigstens eine Ziffer, den wenigstens einen Buchstaben, die wenigstens
eine Graphik, das wenigstens eine Symbol und/oder das wenigstens eine Piktogramm darstellen
bzw. umreisst.
[0047] Alternativ kann (können) der erste Bereich und/oder der wenigstens eine zweite Bereich
auch selbst eine Form oder einen Umriss aufweisen, die oder der dann das wenigstens
eine alphanummerische Zeichen, die wenigstens eine Ziffer, den wenigstens einen Buchstaben,
die wenigstens eine Graphik, das wenigstens eine Symbol und/oder das wenigstens eine
Piktogramm darstellen.
[0048] Die Erfindung betrifft auch ein zur Beförderung von Fahrgästen ausgebildetes Schienenfahrzeug,
welches wenigstens eine oben beschriebene Türvorrichtung umfasst.
Zeichnung
[0049] Nachstehend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung in der Zeichnung dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Türe einer Türvorrichtung eines zur Beförderung
von Fahrgästen ausgebildeten Schienenfahrzeugs gemäß einer Ausführungsform, wobei
die Türe an ihrer Fensterscheibe eine erste Ausführungsform einer Visualisierungseinrichtung
aufweist;
- Fig. 2
- die Fensterscheibe der Türe von Fig. 1 mit einer zweiten Ausführungsform der Visualisierungseinrichtung;
- Fig. 3
- die Fensterscheibe der Türe von Fig. 1 mit einer dritten Ausführungsform
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0050] Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Türe 1 einer Türvorrichtung 100
eines zur Beförderung von Fahrgästen ausgebildeten Schienenfahrzeugs gemäß einer Ausführungsform,
wobei die Türe 1 an ihrer Fensterscheibe 2 einen Teil einer ersten Ausführungsform
einer Visualisierungseinrichtung 3 aufweist. Die Türe 1 ist an einem hier nicht gezeigten
Türportal der Türvorrichtung 100 beispielsweise verschieblich gelagert und stellt
bevorzugt eine Schiebetüre dar. Die Türe 1 ist ausgebildet und eingerichtet, um Fahrgästen
ein Ein- und Aussteigen in Bezug auf das Schienenfahrzeug zu ermöglichen und wird
zu diesem Zweck von einem hier nicht gezeigten Türantrieb zwischen einer Öffnungsstellung
und einer Schließstellung angetrieben, um eine Türöffnung des Türportals zu verdecken
oder zu öffnen. Der Türantrieb wird von einer elektronischen Türsteuerung gesteuert.
Weiterhin ist die Türvorrichtung 100 mit der Türe 1 bevorzugt an einer Seitenwand
des Schienenfahrzeugs angeordnet.
[0051] Die Türe 1 weist die wenigstens stellenweise lichtdurchlässige Fensterscheibe 2 auf,
welche in einem ersten Bereich 4 und hier in einem zweiten Bereich 5 jeweils als elektro-chrome
Glasscheibe oder Smart-Glasscheibe ausgebildet ist. Ein dritter, hier verbleibender
Bereich 6 besteht aus stets lichtdurchlässigen Glas, wie es für Scheiben von Schienenfahrzeugen
üblicherweise verwendet wird. Der erste Bereich 4 und der zweite Bereich 5 jeweils
aus elektro-chromem Glas können beispielsweise in entsprechende Aufnahmen des dritten
Bereichs 6 eingesetzt sein oder, für den Fall, dass der dritte Bereich 6 die gesamte
Fensterscheibe 2 einnimmt auch auf den dritten Bereich 6 nach Art einer Schicht von
innen oder von außen aufgesetzt sein.
[0052] Die Visualisierungseinrichtung 3 der Türvorrichtung 100 ist ausgebildet und eingerichtet
zum Visualisieren von veränderbaren visuellen Informationen für die Fahrgäste des
Schienenfahrzeugs. Die Visualisierungseinrichtung 3 umfasst neben dem ersten Bereich
4 und dem zweiten Bereich 5 eine elektronische Steuerung 7, welche ausgebildet und
eingerichtet ist, ein elektrisches Potential zu erzeugen, insbesondere ein erstes
elektrisches Potential U1 für den ersten Bereich 4 und insbesondere abhängig oder
unabhängig davon ein zweites elektrisches Potential U2 für den zweiten Bereich 5.
Die elektronische Steuerung 7 ist hierzu über Leitungen 8 mit dem ersten Bereich 4
und mit dem zweiten Bereich 5 verbunden. Weiterhin ist die elektronische Steuerung
7 hier beispielsweise in die elektronische Türsteuerung integriert, welche unter anderem
den Türantrieb steuert.
[0053] Abhängig von dem von der elektronischen Steuerung 7 jeweils ausgesteuerten ersten
und zweiten elektrischen Potential U1, U2 kann die erste Transparenz des ersten Bereichs
4 und die zweite Transparenz des zweiten Bereichs 5 jeweils zwischen einem maximal
lichtundurchlässigen Zustand und einem maximal lichtdurchlässigen Zustand reversibel
verändert werden, wobei natürlich Zwischenstufen zwischen diesen Extremen möglich
sind. Bei maximaler Transparenz des jeweiligen Bereichs 4, 5 kann daher Licht durch
den Bereich zwischen Innen und Außen hindurchdringen, bei maximaler Lichtundurchlässigkeit
ist dies im Wesentlichen nicht möglich.
[0054] Vorzugsweise ist bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel der erste Bereich
4 in grüner Farbe einfärbt oder ist mit einer grünen Folie beschichtet und der zweite
Bereich 5 in roter Farbe bzw. mit einer roten Folie beschichtet.
[0055] Wie bereits oben beschrieben hat die Farbe "grün" allgemein die Bedeutung, dass eine
Aktion durchgeführt werden kann oder eine Durchführung einer Aktion erlaubt ist. Übertragen
auf die Türe 1 von
Fig. 1 bedeutet dies, dass der erste in der Farbe "Grün" eingefärbte Bereich 4 der Fensterscheibe
2 der Türe 1 durch die elektronische Steuerung 7 maximal lichtdurchlässig (transparent)
geschaltet wird, wenn den Fahrgästen signalisiert werden soll, dass die Türe 1 insbesondere
durch eine Betätigung eines hier mit der elektronischen Steuerung 7 zusammenwirkendes
Türbetätigungsorgans 9 geöffnet werden kann oder darf. Hingegen wird dann der zweite
Bereich 5 mit der Farbe "Rot" opak geschaltet, so dass die Farbe "Rot" dort nicht
erkennbar ist, weil durch den zweiten Bereich 5 dann im Wesentlichen kein Licht dringen
kann.
[0056] Im Gegensatz dazu symbolisiert die Farbe "Rot" allgemein, dass eine Aktion nicht
durchgeführt werden kann oder soll, hier beispielsweise, dass die betreffende Türe
1 insbesondere durch eine Betätigung eines Türbetätigungsorgans 9, beispielsweise
eines Türbetätigungskopfes nicht geöffnet werden kann oder soll. Folglich würde in
dem hier beispielhaft beschriebenen Fall, dass die betreffende Türe 1 von Fahrgästen
trotz Betätigung des Türbetätigungsorgans 9 gerade nicht geöffnet werden können soll,
der zweite Bereich 5 mit der Farbe "Rot" eingefärbte Bereich durch die elektronische
Steuerung 7 lichtdurchlässig (transparent) geschaltet, wohingegen der erste Bereich
4 mit der Farbe "Grün" opak geschaltet wird oder bleibt, so dass die Farbe "Grün"
dort nicht erkennbar ist oder wird.
[0057] Vorzugsweise ist die elektronische Steuerung 7 ausgebildet und eingerichtet, dass
sie das erste und zweite elektrische Potential U1, U2 abhängig von einem Statussignal
ST erzeugt, das einen Status der Türe 1 dahingehend wiedergibt oder repräsentiert,
ob die Türe 1 geöffnet werden kann oder darf, oder alternativ nicht geöffnet werden
kann oder soll.
[0058] Das Türbetätigungsorgan 9 ist beispielsweise ausgebildet, um bei einer insbesondere
händischen Betätigung durch einen Fahrgast oder eine Person ein Öffnungssignal OS
zu erzeugen. Das Öffnungssignal OS und das Statussignal ST sind hier beispielsweise
in einem logischen "UND-Gatter" der elektronischen Steuerung 7 derart miteinander
verknüpft, dass eine Öffnung der Türe 1 durch die elektronische Steuerung 7 nur dann
eingeleitet wird, wenn zum einen das Statussignal ST den Status der Türe 1 wiedergibt,
dass sie geöffnet werden kann oder darf und zum andern das Öffnungssignal OS vorliegt,
das bei einer Betätigung des Türbetätigungsorgans 9 erzeugt wird. Liegt hingegen kein
Statussignal ST in diesem Sinne vor, so kann die Türe durch eine Betätigung des Türbetätigungsorgans
9 alleine nicht geöffnet werden.
[0059] Das Statussignal ST ist in Bezug auf die elektronische Steuerung 7 bevorzugt ein
externes Signal, das das außerhalb der elektronischen Steuerung 7 erzeugt, hier beispielsweise
in einer nicht gezeigten zentralen Zugsteuerung, und in die elektronische Steuerung
eingesteuert wird. Insofern stellt dann ein Statussignal ST, das den Status der Türe
1 repräsentiert, dass sie geöffnet werden kann oder darf, ein Freigabesignal zum Öffnen
der Türe 1 dar.
[0060] Unter der Annahme, dass das Statussignal ST hier ein Öffnen der Türe 1 erlauben soll,
steuert die elektronische Steuerung 7 den ersten Bereich 4 mit einem ersten elektrischen
Potential U1 an, das den ersten Bereich 4 vollkommen transparent schaltet, so dass
Fahrgäste die Farbe "grün" dieses ersten Bereichs 4 wahrnehmen und die Türe 1 durch
eine Betätigung des Türbetätigungsorgans 9 öffnen können. Hingegen steuert die elektronische
Steuerung 9 dann den zweiten Bereich 5 mit einem zweiten elektrischen Potential U2
an, das dafür sorgt, dass dieser zweite Bereich 5 maximal opak bleibt, wodurch die
Farbe "Rot" dort nicht sichtbar ist. Bei dem ersten Ausführungsbeispiel wird daher
eine erste Transparenz T1 des ersten Bereichs 4 gegenläufig in Bezug auf eine zweite
Transparenz T2 des zweiten Bereichs 5 gesteuert.
[0061] Fig. 2 zeigt die Fensterscheibe 2 der Türe 1 von
Fig. 1 mit einer zweiten Ausführungsform der Visualisierungseinrichtung 3. Dort weist der
erste Bereich 4 einen Umriss auf, der beispielsweise einen nach links weisenden Pfeil
darstellt und der zweite Bereich 5 einen Umriss, der einen nach rechts weisenden Pfeil
darstellt. Beispielsweise sind hier der erste Bereich 4 und der zweite Bereich 5 durch
jeweils eine insbesondere lichtundurchlässige Schablone bedeckt, beispielsweise eine
opake Folie, deren innerer Umriss dann den jeweiligen Pfeil darstellt bzw. umreißt.
[0062] Wird dann ein Bereich 4 oder 5 durch die elektronische Steuerung 7 lichtdurchlässig
geschaltet, dann wird der jeweilige Pfeil sichtbar, bei einer Schaltung auf Lichtundurchlässigkeit
bleibt er hingegen unsichtbar. Der jeweils sichtbare geschaltete Pfeil kann den Fahrgästen
die visuelle Information vermitteln, sich in Bezug zur Türe 1 nach rechts oder nach
links zu begeben, um beispielsweise über eine andere Türe das Schienenfahrzeug zu
verlassen oder in das Schienenfahrzeug einzusteigen, wenn die Türe 1 nicht geöffnet
werden kann.
[0063] Es ist klar, dass anstatt der Pfeile die beiden Bereiche 4, 5 durch Transparentschaltung
jegliche Formen oder Umrisse für Fahrgäste sichtbar darstellen können, beispielsweise
auch alphanummerische Zeichen, Ziffern, Buchstaben, Graphiken, Symbole und/oder Piktogramme.
[0064] Fig. 3 zeigt die Fensterscheibe 2 der Türe von
Fig. 1 mit einer dritten Ausführungsform der Visualisierungseinrichtung 3. Dort weist ein
erster Bereich 4 einen ersten Streifen oder Balken auf, ein zweiter Bereich 5a einen
zweiten, parallel zu dem ersten Streifen angeordneten Streifen oder Balken, ein weiterer
zweiter Bereich 5b einen weiteren zweiten, parallel zu dem ersten Streifen angeordneten
Streifen oder Balken, ein weiterer zweiter Bereich 5c einen weiteren zweiten, parallel
zu dem ersten Streifen angeordneten Streifen oder Balken usw. Insgesamt sei hier daher
einer erster Bereich 4 und eine Anzahl n von zweiten Bereichen 5a, 5b, 5c ... 5n mit
beispielsweise jeweils einem Streifen oder Balken auf oder an der Fensterscheibe 2
angeordnet, die hier vorzugsweise in horizontaler Richtung äquidistant verteilt sind
und in vertikaler Richtung jeweils parallel verlaufen. Weiterhin sollen hier die Streifen
oder Balken beispielsweise jeweils die gleiche Dimension aufweisen. Die Transparenz
des ersten Bereichs 4 ist dann durch ein elektrisches Potential U1 und die Transparenz
der zweiten Bereiche 5a, 5b, 5c ... 5n jeweils mit einem Potential U2a, U2b, U2c ...
U2n individuell steuerbar.
[0065] Die elektronische Steuerung 7 ist dann ausgebildet, dass sie mittels des jeweiligen
elektrischen Potentials U1, U2a, U2b, U2c ... U2n im Rahmen einer Zeitfunktion, welche
zu einem Zeitpunkt t0 in Gang gesetzt wird, die Transparenz T1, T2a, T2b, T2c...T2n
der Streifen und Balken abhängig von der Zeit t verändert. Beispielsweise können beginnend
mit dem Zeitpunkt t0 sämtliche Streifen oder Balken insbesondere abrupt von einem
lichtundurchlässigen Zustand in einen lichtdurchlässigen Zustand versetzt werden oder
umgekehrt. Bevorzugt wird hier jedoch beginnend mit dem Zeitpunkt t0, in welchem beispielsweise
sämtliche Bereiche 1, 5a, 5b, 5c ... 5n mit Streifen und Balken lichtdurchlässig geschaltet
werden oder sind, mit steigender Zeit t die Anzahl der lichtdurchlässigen Streifen
oder Balken reduziert, hier insbesondere in einer Richtung und sukzessive, indem benachbarte
Streifen oder Balken nach und nach in einen lichtundurchlässigen Zustand versetzt
werden. Dieses Umschalten erfolgt hier beispielsweise von links nach rechts, wie durch
den Pfeil 10 in
Fig. 3 angedeutet ist. Diese Zeitfunktion endet zu einem Zeitpunkt t1, in welchem keine
Streifen oder Balken mehr transparent oder lichtdurchlässig sind, so dass dann auch
keiner der Streifen oder Balken mehr sichtbar ist. Die Abnahme der lichtdurchlässigen
Streifen oder Balken und die damit einhergehende Zunahme der lichtundurchlässigen
Streifen oder Balken findet daher vorzugsweise in einer Richtung (hier beispielsweise
gemäß
Fig. 3 in horizontaler Richtung von links nach rechts) in einem Zeitraum zwischen dem Startzeitpunkt
t0 und dem Endzeitpunkt t1 der Zeitfunktion sukzessive statt, d.h., dass die Abnahme
bzw. die Zunahme durch ein Umschalten von jeweils benachbarten Streifen oder Balken
vom lichtdurchlässigen in den lichtundurchlässigen Zustand durch die elektronische
Steuerung 7 erfolgt. Denkbar ist natürlich auch eine Umkehrung, d.h. ein sukzessives
Umschalten der zunächst alle lichtundurchlässigen Streifen oder Balken in den lichtdurchlässigen
Zustand.
[0066] Die elektronische Steuerung setzt die Zeitfunktion beispielsweise auf ein Signal
S hin in Gang
(Fig. 1), das beispielsweise zum Zeitpunkt t0 erzeugt wird und eine frühestmögliche Öffnung
der Türe durch Fahrgäste repräsentiert und zum Zeitpunkt t1 endet, in dem dies nicht
mehr möglich sein soll. Das Signal S wird hier beispielsweise durch die zentrale Zugsteuerung
erzeugt. Durch die Zeitfunktion kann den Fahrgästen anhand der Anzahl der (noch) sichtbaren
Streifen oder Balken die Zeitdauer visuell vermittelt werden, die ab dem Zeitpunkt
t0 noch verbleibt, um beispielsweise durch eine Betätigung des Türöffnungsorgans 9
die Türe öffnen zu können.
[0067] Es ist klar, dass die hier beschriebenen Ausführungsformen auch miteinander kombiniert
werden können, beispielsweise die erste Ausführungsform von
Fig. 1 mit der dritten Ausführungsform von
Fig. 3, wodurch Fahrgästen dann darüber visuell Informationen übermittelt werden können,
welche Türen für welche Zeitdauer durch Betätigung des Türbetätigungsorgans 9 geöffnet
werden können.
[0068] Auch ist eine Kombination der ersten Ausführungsform von
Fig. 1 mit der zweiten Ausführungsform von
Fig. 2 denkbar, wenn beispielsweise die Türe 1 wegen eines Defekts nicht geöffnet werden
können soll und deshalb in
Fig. 1 der zweite Bereich "Rot" 5 und in
Fig. 2 der erste Bereich 4 mit dem Pfeil nach links transparent geschaltet werden, um Fahrgäste
auf die Position der nächst gelegenen Türe hinzuweisen, welche geöffnet werden kann.
Bezugszeichenliste
[0069]
- 1
- Türe
- 2
- Fensterscheibe
- 3
- Visualisierungseinrichtung
- 4
- erster Bereich
- 5, 5a, 5b, 5c...5n
- zweiter Bereich
- 6
- dritter Bereich
- 7
- elektronische Steuerung
- 8
- Leitungen
- 9
- Türbetätigungsorgan
- 10
- Pfeil
- 100
- Türvorrichtung
- U1
- erstes elektrisches Potential
- U2, U2a, U2b... U2n
- zweites elektrisches Potential
- S
- Signal
- ST
- Statussignal
- OS
- Öffnungssignal
- T1
- erste Transparenz
- T2, T2a, T2b, T2c...T2n
- zweite Transparenz
[0070] Die Erfindung betrifft eine Türvorrichtung (100) eines zur Beförderung von Fahrgästen
ausgebildeten Schienenfahrzeugs, welche wenigstens Folgendes umfasst: Wenigstens eine
bewegliche Türe (1) mit wenigstens einer Fensterscheibe (2), wobei die Türe (1) ausgebildet
und eingerichtet ist, um Fahrgästen ein Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, sowie
eine Visualisierungseinrichtung (3), welche ausgebildet und eingerichtet ist zum Visualisieren
von veränderbaren visuellen Informationen für die Fahrgäste, und welche Folgendes
umfasst: eine elektronische Steuerung (7), welche ausgebildet und eingerichtet ist,
wenigstens ein elektrisches Potential (U1, U2; U2a, U2b, U2c..U2n) zu erzeugen, einen
ersten Bereich (4) der Fensterscheibe (2), dessen erste Transparenz (T1) durch das
elektrische Potential (U1) reversibel veränderbar ist, und wenigstens einen zweiten
Bereich (5; 5a, 5b, 5c...5n) der Fensterscheibe (2), dessen zweite Transparenz (T2;
T2a, T2b, T2c...T2n) durch das elektrische Potential (U2; U2a, U2b, U2c..U2n) abhängig
oder unabhängig von der ersten Transparenz (T1) reversibel veränderbar ist.
1. Türvorrichtung (100) eines zur Beförderung von Fahrgästen ausgebildeten Schienenfahrzeugs,
welche wenigstens Folgendes umfasst:
a) Wenigstens eine bewegliche Türe (1) mit wenigstens einer Fensterscheibe (2), wobei
die Türe (1) ausgebildet und eingerichtet ist, um Fahrgästen ein Ein- und Aussteigen
zu ermöglichen, sowie
b) eine Visualisierungseinrichtung (3), welche ausgebildet und eingerichtet ist zum
Visualisieren von veränderbaren visuellen Informationen für die Fahrgäste, und welche
Folgendes umfasst:
c) eine elektronische Steuerung (7), welche ausgebildet und eingerichtet ist, wenigstens
ein elektrisches Potential (U1, U2; U2a, U2b, U2c..U2n) zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass die Visualisierungseinrichtung (3) weiterhin Folgendes umfasst:
d) einen ersten Bereich (4) der Fensterscheibe (2), dessen erste Transparenz (T1)
durch das elektrische Potential (U1) reversibel veränderbar ist, und
e) wenigstens einen zweiten Bereich (5; 5a, 5b, 5c...5n) der Fensterscheibe (2), dessen
zweite Transparenz (T2; T2a, T2b, T2c...T2n) durch das elektrische Potential (U2;
U2a, U2b, U2c..U2n) abhängig oder unabhängig von der ersten Transparenz (T1) reversibel
veränderbar ist.
2. Türvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerung (7) ausgebildet ist, den ersten Bereich (4) und den wenigstens
einen zweiten Bereich (5; 5a, 5b, 5c...5n) in Bezug auf die Transparenz (T1, T2; T1,
T2a, T2b, T2c...T2n) durch das elektrische Potential (U1, U2; U2a, U2b, U2c..U2n)
gleichläufig oder gegenläufig zu steuern.
3. Türvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerung (7) ausgebildet und eingerichtet ist, dass sie das elektrische
Potential (U1, U2; U2a, U2b, U2c..U2n) abhängig von einem Statussignal (ST) erzeugt,
das einen Status der Türe (1) dahingehend repräsentiert, ob die Türe (1)
a) geöffnet werden kann, oder
b) nicht geöffnet werden kann oder darf.
4. Türvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das Statussignal (ST)
a) ein internes Signal ist, das innerhalb der elektronischen Steuerung (7) erzeugt
wird, oder
b) ein externes Signal ist, das das außerhalb der elektronischen Steuerung (7) erzeugt
und in die elektronische Steuerung (7) eingesteuert wird.
5. Türvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der erste Bereich (4) der Fensterscheibe (2) eine erste Farbe aufweist oder in
einer ersten Farbe eingefärbt ist, und
b) der wenigstens eine zweite Bereich (5; 5a, 5b, 5c... 5n) der Fensterscheibe (2)
eine zweite, von der ersten Farbe verschiedene Farbe aufweist oder in der zweiten
Farbe eingefärbt ist.
6. Türvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der erste Bereich (4) der Fensterscheibe (2) mit einer ersten Folie beschichtet
ist, welche die erste Farbe aufweist, und
b) der wenigstens eine zweite Bereich (5; 5a, 5b, 5c...5n) der Fensterscheibe (2)
mit einer zweiten Folie beschichtet ist, welche die zweite Farbe aufweist.
7. Türvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerung (7) ausgebildet und eingerichtet ist, um
a) den ersten Bereich (4) der Fensterscheibe (2) mit der ersten Farbe transparent
und den wenigstens einen zweiten Bereich (5) der Fensterscheibe (2) mit der zweiten
Farbe opak zu schalten, wenn die Türe (1) geöffnet werden kann oder darf, und
b) den wenigstens einen zweiten Bereich (5) der Fensterscheibe (2) mit der zweiten
Farbe transparent und den ersten Bereich (4) der Fensterscheibe (2) mit der ersten
Farbe opak zu schalten, wenn die Türe (1) nicht geöffnet werden kann oder darf.
8. Türvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Farbe ein Grün und die zweite Farbe ein Rot ist.
9. Türvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine von der elektronischen Steuerung (7) derart gesteuerte Lichtquelle
vorgesehen ist, dass die Lichtquelle entweder den ersten Bereich (4) oder den wenigstens
einen zweiten Bereich (5; 5a, 5b, 5c...5n) der Fensterscheibe (2) insbesondere abhängig
davon be- oder hinterleuchtet, ob der betreffende Bereich von der elektronischen Steuerung
(7) transparent geschaltet worden ist oder nicht.
10. Türvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (4) und der wenigstens eine zweite Bereich (5; 5a, 5b, 5c...5n)
direkt aneinandergrenzen oder voneinander beabstandet sind.
11. Türvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (4) und/oder der wenigstens eine zweite Bereich (5; 5a, 5b, 5c...
5n) einen Umriss aufweist (aufweisen), der wenigstens ein alphanummerisches Zeichen,
eine Ziffer, einen Buchstaben, eine Graphik, ein Symbol und/oder ein Piktogramm darstellt.
12. Türvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (4) wenigstens einen ersten Streifen oder Balken und der wenigstens
eine zweite Bereich (5a, 5b, 5c...5n) wenigstens einen zweiten, parallel zu dem ersten
Streifen angeordneten Streifen oder Balken aufweist.
13. Türvorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerung (7) ausgebildet ist, dass sie mittels des elektrischen
Potentials (U1, U2a, U2b, U2c ... U2n) im Rahmen einer Zeitfunktion die Transparenz
(T1, T2a, T2b, T2c ... T2n) der parallel nebeneinander angeordneten ersten und zweiten
Streifen und Balken abhängig von der Zeit derart verändert, dass
a) zunächst sämtliche ersten und zweiten Streifen oder Balken lichtdurchlässig sind,
aber mit steigender Zeit (t) die Anzahl der lichtdurchlässigen ersten und zweiten
Streifen oder Balken abnimmt, oder dass
b) zunächst sämtliche ersten und zweiten Streifen oder Balken lichtundurchlässig sind,
aber mit steigender Zeit (t) die Anzahl der lichtdurchlässigen ersten und zweiten
Streifen oder Balken zunimmt.
14. Türvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerung (7) ausgebildet ist, dass sie die Zeitfunktion auf ein
Signal (S) hin in Gang setzt, das eine mögliche oder erlaubte Öffnung der Türe (1)
repräsentiert.
15. Zur Beförderung von Fahrgästen ausgebildetes Schienenfahrzeug, welches wenigstens
eine Türvorrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche umfasst.