Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung beschreibt eine gestrickte Funktionsunterwäsche mit flammhemmender
Wirkung aus einem Grundgarn und einer Basisstrickstruktur mindestens entlang einem
Bereich der Funktionsunterwäsche, wobei zusätzlich noch mehrere Bereiche mit unterschiedlichen
Funktionsstrickstrukturen eingestrickt sind und ein flammhemmendes Multifilamentgarn.
Stand der Technik
[0002] Funktionsunterwäsche wird auch als technische Unterwäsche oder Baselayer bezeichnet
und ist eine spezielle Art von Kleidung, die unter einem Sportanzug getragen wird
und den Körper zu schützen bzw. optimal zu regulieren, sodass ein Feuchtigkeitstransport
und eine Temperaturregulierung, oft in verschiedenen Bereichen des Körpers unterschiedlich
erreicht werden kann.
[0003] Funktionsunterwäsche zeichnet sich durch mehrere wichtige Merkmale aus. Erstens ist
sie darauf spezialisiert, Feuchtigkeit effektiv von der Haut abzuleiten, um den Körper
trocken zu halten, was sie besonders bei schweisstreibenden Aktivitäten und wechselnden
Witterungsbedingungen nützlich macht. Gleichzeitig hilft sie bei der Temperaturregulierung,
wobei es Modelle für kalte und warme Wetterbedingungen gibt. Die enganliegende Passform
sorgt dafür, dass sie bequem und bewegungsfreundlich ist, ohne unangenehme Reibung
zu verursachen. Diese Unterwäsche verfügt oft über geruchshemmende Eigenschaften,
um unerwünschte Gerüche zu minimieren, insbesondere bei intensiven körperlichen Aktivitäten.
Zusätzlich bieten einige Modelle UV-Schutz, was sie ideal für Outdoor-Aktivitäten
macht.
[0004] Funktionsunterwäsche ist vielseitig einsetzbar und bietet eine wichtige Grundlage
für Aktivitäten wie Wandern, Skifahren, Laufen, Radfahren und mehr.
[0005] Die hier interessierende gestrickte Funktionsunterwäsche kann aus verschiedenen Materialien
und Konstruktionsmethoden hergestellt werden, und Stricken ist eine der Möglichkeiten,
wie sie hergestellt werden kann. Die meisten gestrickten Funktionsunterwäsche-Stücke
bestehen aus synthetischen oder technischen Fasern wie Polyester, Nylon oder Merinowolle.
Diese Materialien werden oft in speziellen Strickmustern verarbeitet, um die gewünschten
Eigenschaften wie Feuchtigkeitsmanagement, Temperaturregulierung und Atmungsaktivität
zu erreichen.
[0006] Gestrickte Funktionsunterwäsche kann sich besonders angenehm auf der Haut anfühlen,
wenn sie bevorzugt mindestens teilweise nahtlos gestaltet ist, um Reibung und Irritationen
zu minimieren. Dabei sind einzelne Teile einstückig nahtlos und schlauchförmig gestrickt.
Die Wahl des Materials und des Strickmusters hängt von den beabsichtigten Verwendungszwecken
ab. Zum Beispiel kann Merinowolle eine natürliche Isolierung und Geruchskontrolle
bieten, während synthetische Fasern wie Polyester eine bessere Feuchtigkeitsableitung
und Trocknungseigenschaften aufweisen können.
[0007] Die bislang kommerziell erhältliche gestrickte Funktionsunterwäsche ist für den Einsatz
unter einem Rennanzug für Rennfahrer und beispielsweise für Astronauten im Weltall
nachteilig gestaltet. Weder die Festigkeit, Abriebfestigkeit, Flammschutzeigenschaften
und Tragekomfort sind heute gemäss dieser Anforderungsprofile zufriedenstellend gelöst.
Weder die verwendeten Strickmuster noch das gestrickte Material können zu gewünscht
robuster gestrickter Funktionsunterwäsche führen.
Darstellung der Erfindung
[0008] Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt eine schwer entflammbare
gestrickte Funktionsunterwäsche auszubilden, welche auf den Einsatz unter einem Rennanzug
bzw. einem Astronautenanzug optimiert ist und in den Bereichen Festigkeit, Abriebfestigkeit
und vor allem Flammschutz verbesserte Eigenschaften aufweist und trotzdem einen höheren
Tragekomfort als bekannte Funktionsunterwäsche bietet.
[0009] Dieses Ziel wird durch die Wahl und Kombination eines speziellen Garnes und einer
optimierten 3D-Strickstruktur erreicht.
[0010] Variationen von Merkmalskombinationen bzw. geringfügige Anpassungen der Erfindung
sind in der Detailbeschreibung zu finden, in den Figuren abgebildet und in die abhängigen
Patentansprüche aufgenommen worden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0011] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich ebenfalls aus
der nachfolgenden Beschreibung leicht abgewandelter Ausführungen der Erfindung, was
dem Fachmann teilweise allein aus den Zeichnungen deutlich wird. Es sind dargestellt
in
- Figur 1
- eine perspektivische Vorderansicht einer gestrickten Funktionsunterwäsche mit mehreren
Strickmustern und einem Grundgarn, während
- Figur 2
- eine perspektivische Rückansicht der zeigt eine teilweise geschnitten dargestellte
Seitenansicht der gestrickten Funktionsunterwäsche aus Figur 1 zeigt.
- Figur 3a
- zeigt eine schematische Ansicht in eine einzelne erhaben gestrickte Hohlform auf einer
Gestrickoberfläche des Grundgarns.
- Figur 3b
- zeigt eine Ausführungsform der 3D-Strickstruktur mit hexagonal angeordneten Hohlformen
in einer Aufsicht auf die Gestrickoberfläche, während
- Figur 3c
- eine 3D-Strickstruktur mit unterschiedlich parallel zueinander ausgerichteten länglichen
Hohlformen und
- Figur 3d
- zeigt eine in einem gleichmässigen Rechteckmuster angeordnete Vielzahl von Hohlformen
in einer Aufsicht.
Beschreibung
[0012] Die hier vorgestellte gestrickte Funktionsunterwäsche, in der Regel nahtlos und einlagig
gestrickt, zumindest in Teilen, wird mit einem speziellen Multifilamentgarn in einer
Basisstrickstruktur mindestens entlang mehrerer Bereiche in einer neuartigen 3D-Strickstruktur
gestrickt, wobei dieses Multifilamentgarn das Grundgarn der Funktionsunterwäsche bildet
und zusätzlich abschnittsweise mit weiteren abweichenden Garnen verstrickt sein kann.
Nahtlos gestrickte schlauchförmige Teile der Funktionsunterwäsche werden zu einem
Oberteil und einem Unterteil verbunden. Das spezielle Multifilamentgarn kann in einigen
Bereichen der Funktionsunterwäsche ausschliesslich verwendet werden und in weiteren
Bereichen mit einem zusätzlichen abweichenden Garn während des Strickverfahrens versetzt
werden. Die Funktionsunterwäsche ist vor allem flammhemmend ausgebildet.
[0013] Da verschiedene Bereiche weniger erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind und/oder weitere
Funktionen wie Feuchtigkeitsableitung bzw. Atmungsaktivität erwünscht sind, kann das
Garngemisch und das Strickmuster in diesen Bereichen abweichen, wie in Figuren 1 und
2 erkennbar.
[0014] Das Grundgestrick aus speziellem Multifilamentgarn weist eine 3D-Strickstruktur auf,
welche durch das verwendete Strickmuster, auf einer Rundstrickmaschine gestrickt,
entsteht.
[0015] Die weitere Funktionsstrickstrukturen sind aus dem Multifilamentgarn allein, mit
anderen Garnen versetzt oder aus einem abweichenden Garn mit in die Funktionsunterwäsche
eingestrickt, wie anhand der unterschiedlich strukturierten und gefärbten Abschnitte
in der Funktionsunterwäsche erkennbar. Hier sind die entsprechend abweichende Funktionsstrickstrukturen
an den Ellenbogen, der Wirbelsäule, der Brust, den Genitalien und den Kniekehlen eingestrickt.
[0016] Diese 3D-Strickstruktur aus dem speziellen Multifilamentgarn umfasst gestrickte Hohlformen
mit Lufteinschlüssen, wobei die Hohlformen als längliche, also länger als breite und
damit röhrenförmige bzw. schlauchförmige Elemente beim Strickprozess erzeugt worden
sind. Diese Hohlformen ragen aufgrund der Lufteinschlüsse und der Röhrenform von einer
Gestrickoberfläche weg und bilden damit erhabene Hohlformen. Über die Funktionsunterwäsche
verteilt bildet diese 3D-Strickstruktur das Grundgestrick aus dem unten genauer definierten
Multifilamentgarn. Eine Mehrzahl von Hohlformen ist dabei bevorzugt homogen und in
einem regelmässigen sich wiederholenden Muster über die Funktionsunterwäsche verteilt.
[0017] Durch die 3D-Strickstruktur liegen gestrickte Hohlformen mit Lufteinschlüssen, welche
in unterschiedlichen Hohlformmustern angeordnet sind, direkt auf der Haut des Benutzers,
also zur Hautseite von der Gestrickoberfläche des Grundgarns wegragend. Die Haut des
Benutzers ist in Figur 3a mit der dicken schwarzen Linie angedeutet. Diese Hohlformmuster,
umfassend eine Mehrzahl von gestrickten Hohlformen, wodurch die 3D-Strickstruktur
gebildet wird. Die länglichen Hohlformen und die Gestrickoberfläche werden von dem
Multifilamentgarn ausgebildet, wie schematisch in Figur 3a erkennbar. Neben nach unten
offenen Hohlformen, können diese auch mit der Gestrickoberfläche verstrickt sein oder
einen Teil der Gestrickoberfläche ausbilden, was im Schema von Fig. 3a angedeutet
wurde.
[0018] Die Mehrzahl der Hohlformen sollte regelmässig auf der Fläche verteilt in mindestens
einem Bereich der Funktionsunterwäsche angeordnet sein. In Figur 3b ist eine hexagonale
Struktur von Hohlformen mit jeweils einer Hohlform im Zentrum, wie mit dem gestrichelten
Sechseck angedeutet, beispielhaft gezeigt. Die Hohlform im Zentrum kann aber auch
weggelassen werden. Alle erhabenen Hohlformen weisen in Richtung Hautseite eines Trägers
im tragenden Zustand der Funktionsunterwäsche.
[0019] In Figur 3c sind länger als in Figur 3b ausgebildete Hohlformen in unterschiedlichen
zueinander rotierten Ausrichtungen gezeigt. Auch da sind Lufteinschlüsse in den Hohlformen
aber auch in Reihen dazwischen vorteilhaft für die Flammschutzwirkung.
[0020] Natürlich bieten sich durch die gestrickte Herstellung vor allem regelmässige Muster
an, was anhand eines Rechteckmusters aus einer Vielzahl von Hohlformen in Figur 3d
gezeigt ist. Wie angedeutet, kann auch eine Parallelogrammanordnung mit oder ohne
zentrische Hohlform definiert werden.
[0021] Die einzelnen Hohlformen können beabstandet und fluchtend oder einander berührend
oder eben teilweise zusammenhängend wie in Figur 3c gezeigt, erhaben von der Gestrickoberfläche
des Grundgarns wegragend angeordnet sein. Wichtig ist die Bildung von Luftkanälen
zwischen Gestrickoberfläche und der Haut des Benutzers.
[0022] Alle 3D-Strukturen sollten grossflächig, in mindestens einem Bereich der Funktionsunterwäsche
verteilt eingestrickt sein, vor allem in Flammen ausgesetzten Bereichen der Funktionsunterwäsche,
also bevorzugt in Bereichen, in denen höhere Wärmebelastungen auftreten, wo also die
flammhemmende Wirkung besonders gefragt ist.
[0023] Die fertige Funktionsunterwäsche wird bevorzugt zum Einsatz unter Rennanzügen oder
Astronautenbekleidung von einem Benutzer direkt auf der Haut getragen. Durch die Vergrösserung
der Oberfläche, aufgrund der 3D-Strickstruktur, die mit der Luft und dem Körper in
Berührung kommt, wird die Hitze- und Flammenbeständigkeit deutlich erhöht. Die speziellen
3D-Strickstruktur schafft ein besseres Mikroklima und steigert die flammhemmende Leistung
für einen Fahrer oder einen Astronaut.
[0024] Zur Steigerung der Wirkung der fertigen Funktionsunterwäsche ist das verwendete Grundgarn
als Multifilamentgarn ausgestaltet, welches aus mindestens 80 bis 120 individuellen
Garnfilamenten besteht. Bevorzugt ist die Filamentanzahl der individuellen Garnfilamente
im Multifilamentgarn grösser als 100 und liegt besonders bevorzugt bei 115 +/- 5 einzelnen
Garnfilamenten in einem Strang des Multifilamentgarns. Das Multifilamentgarn weist
aufgrund der hohen Anzahl individueller Garnfilamente eine extrem hohe Festigkeit
auf.
[0025] Da die Garnfilamente durch Extrudieren erzeugt werden, liegen die mittleren Durchmesser
der einzelnen Garnfilamente typisch zwischen 50 Mikrometer und 200 Mikrometern und
der mittlere Durchmesser des verarbeiteten Multifilamentgarns typisch zwischen 0.8
mm und 1.6 mm.
[0026] Es werden dünnere Multifilamentgarne mit Tex-Werten im Bereich von 50 bis maximale
200 für die Herstellung der vorliegenden Funktionsunterwäsche verwendet. Tex ist eine
metrische Einheit und misst das Gewicht in Gramm von 1000 Metern Garn.
[0027] Zusätzlich sind die individuellen Garnfilamente bevorzugt miteinander verdrillt oder
verflochten, sodass das Multifilamentgarn eine Litzengestaltung aufweist, was den
Zusammenhalt der Garnfilamente erhöht und die Gesamtfestigkeit weiter erhöht. Dies
kann durch Hochdrehen oder Lufttexturieren oder Luftverwirbeln erreicht werden.
[0028] Die chemische Zusammensetzung des resultierenden Multifilamentgarns ist an die Proteinstruktur
der Wespenspinnenseide angenähert, was zu robusten und letztlich flammhemmendem Multifilamentgarn
führt, welches sich aus den folgenden Garnfilamenten in Gewichtsprozent des resultierenden
Multifilamentgarns zusammensetzt:
- 50wt% bis 60wt% Viskosefilament, eine aus Zellulose aufgebaute Chemiefaser, welche
auch Reyon oder Rayon genannt wird, bevorzugt > 55wt%, meist bevorzugt 56wt%,
- 20wt% bis 30wt% Aramidfilament, bevorzugt zwischen 20wt% und 25wt%, meist bevorzugt
23wt%, wobei Aramid ein Polyamid mit aromatischen Gruppen in der Hauptkette, bei denen
mindestens 85 % der Amidgruppen direkt an zwei aromatische Ringe gebunden sind, definiert
ist. Es können meta-Aramide (z.B. Nomex® von DuPont oder Teijinconex® von Teijin Aramid), para-Aramide (z.B. Kevlar® von DuPont) und para-Aramid-Copolymere (Technora® von Teijin Aramid) als Aramid eingesetzt werden.
- 10wt% bis 20wt% Polyamidfilament, bevorzugt zwischen 15wt% und 20wt%, meist bevorzugt
17wt%, wobei als Polyamid bevorzugt PA 6.6= Polyhexamethylenadipinsäureamid und/oder
PA 6= Polycaprolactam und/oder PA14= Polytetradecanamid und/oder PA11= Polyaminoundecandisäureamid
und/oder PA12= Polylaurinlactam wird.
- 1wt% bis 5wt% Elastanfilament, meist bevorzugt 3wt%, also einem Elastomerfilament,
das zu mindestens 85 Gewichtsprozent aus Polyurethan besteht und darum auch mit PUE
(für PolyUrethan Elastisch) abgekürzt wird und
- 0.1wt% bis 2wt% Kohlefasern oder Kohlenstofffasern, meist bevorzugt 1wt%
des Gesamtgewichtes des resultierenden Multifilamentgarns mit vorteilhaft 80 bis 120
einzelnen Garnfilamenten aus den verschiedenen Materialien.
[0029] Die chemischen und physikalischen Eigenschaften der einzelnen Garnfilamente längs
und quer zur Faserlängsrichtung bzw. Faserorientierung sind unterschiedlich, weshalb
die einzelnen Garnfilamente und das Multifilamentgarn als anisotrop bezeichnet werden
können.
[0030] Durch die Beschaffenheit des Multifilamentgarns, die Litzenbildung und die oben beschriebene
chemische Zusammensetzung wird eine Wärmeleitung wirksam verhindert und die nur leicht
texturierte Oberfläche des Multifilamentgarns bietet kaum Angriffsfläche für Flammen,
sodass schon das Multifilamentgarn als solches eine flammhemmende Wirkung aufweist.
Dieses flammfeste Multifilamentgarn hat keinen Schmelzpunkt, so dass keine Verbrennungsgefahr
durch heissen, flüssigen Kunststoff besteht. Erst bei Temperaturen über 400 °C verkohlt
das Material.
[0031] Durch die Beschaffenheit des Multifilamentgarns allein kann eine flammhemmende Wirkung
erreicht werden. In Kombination des Multifilamentgarns mit oben beschriebenen 3D Strukturen
mit der Mehrzahl von Hohlformen, verteilt über die einlagige Funktionsunterwäsche,
wird eine flammhemmende Funktionsunterwäsche für Rennfahrer und Astronauten optimiert,
erreicht.
[0032] Elemente wie Bünde an Armen und Beinen, der Kragenbund und der Hosenbund sind hier
nicht in Form des 3D-Gestrickes mit Hohlformen vorgesehen, sondern andersartig, möglicherweise
mit Zusatzgarn eingestrickt.
[0033] Entlang der gestrickten Beinlängen sind vorteilhaft, komprimierende Bandagen mit
eingestrickt, die von dem Multifilamentgarn oder weiteren Garnen oder sogar eingestrickten
Silikoneinlagen oder Latexeinlagen gebildet werden. Diese komprimierenden Bandagen
umlaufen die Ober- und/oder Unterschenkel spiralförmig und vollständig.
1. Gestrickte Funktionsunterwäsche mit flammhemmender Wirkung aus einem Grundgarn und
einer Basisstrickstruktur mindestens entlang einem Bereich der Funktionsunterwäsche,
wobei zusätzlich noch mehrere Bereiche mit unterschiedlichen Funktionsstrickstrukturen
eingestrickt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die gestrickte einlagige Funktionsunterwäsche mehrheitlich eine mit dem Grundgarn
gestrickte 3D-Strickstruktur bildet, welche eine Mehrzahl gestrickter erhabener Hohlformen
mit Lufteinschlüssen also röhrenförmig bzw. schlauchförmig und damit länger als breit
ausgebildete Hohlformen im Strickprozess eingestrickt umfasst
und das Grundgarn der 3D-Strickstruktur von einem Multifilamentgarn aus
- zwischen 80 und 120 einzelnen Garnfilamenten gebildet ist, und wobei anteilig das
Gesamtgewicht des Multifilamentgarns von:
- 50wt% bis 60wt% Viskosefilament, bevorzugt > 55wt%,
- 20wt% bis 30wt% Aramidfilament, bevorzugt 20wt% und 25wt%,
- 10wt% bis 20wt% Polyamidfilament, bevorzugt zwischen 15wt% und 20wt%,
- 1wt% bis 5wt% Elastanfilament, meist bevorzugt 3wt%
und
- 0.1wt% bis 2wt% Kohlefasern, bevorzugt 1wt% gebildet ist.
2. Gestrickte Funktionsunterwäsche nach Anspruch 1, wobei die Mehrzahl von Hohlformen
homogen und in einem regelmässigen sich wiederholenden Muster über die Funktionsunterwäsche
verteilt ist.
3. Gestrickte Funktionsunterwäsche nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die
gestrickten erhabenen Hohlformen mit Lufteinschlüssen im Tragezustand der Funktionsunterwäsche
zur Hautseite eines Trägers von einer Gestrickoberfläche des Grundgarns ragend orientiert
eingestrickt sind.
4. Gestrickte Funktionsunterwäsche nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest
Teile der Funktionsunterwäsche und die Mehrzahl von Hohlformen im Strickprozess auf
einer Rundstrickmaschine nahtlos eingestrickt sind.
5. Gestrickte Funktionsunterwäsche nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die
Hohlformen mit Lufteinschlüssen der gestrickten 3D-Strickstruktur, in einer hexagonalen
Struktur von Hohlformen mit oder ohne jeweils einer Hohlform im Zentrum angeordnet
sind.
6. Gestrickte Funktionsunterwäsche nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das
Multifilamentgarn 115 (+/-5) einzelne Garnfilamente umfasst.
7. Flammhemmendes Multifilamentgarn,
dadurch gekennzeichnet, dass das Multifilamentgarn aus zwischen 80 und 120 einzelnen Garnfilamenten gebildet ist,
wobei die Garnfilamente folgende Anteile in Gewichtsprozent am resultierenden Multifilamentgarn
ausmachen:
- 50wt% bis 60wt% Viskosefilament, bevorzugt > 55wt%,
- 20wt% bis 30wt% Aramidfilament, bevorzugt 20wt% und 25wt%,
- 10wt% bis 20wt% Polyamidfilament, bevorzugt zwischen 15wt%
und 20wt%,
- 1wt% bis 5wt% Elastanfilament, meist bevorzugt 3wt% und
- 0.1wt% bis 2wt% Kohlefasern, bevorzugt 1wt%.
8. Flammhemmendes Multifilamentgarn nach Anspruch 7, wobei das Multifilamentgarn 115
(+/-5) einzelne Garnfilamente umfasst.
9. Flammhemmendes Multifilamentgarn nach Anspruch 7 oder 8, wobei die mittleren Filamentdurchmesser
der einzelnen Garnfilamente zwischen 50 Mikrometer und 200 Mikrometern liegen und
die individuellen Garnfilamente miteinander verdrillt oder verflochten sind, sodass
das Multifilamentgarn eine Litzengestaltung aufweist.
10. Flammhemmendes Multifilamentgarn nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei die mittleren
Durchmesser des verarbeiteten Multifilamentgarns zwischen 0.8 mm und 1.6 mm liegen.
11. Flammhemmendes Multifilamentgarn nach einem der Ansprüche 7 bis 10, welches Tex-Werten
zwischen 50 bis 200 Tex aufweist.