[0001] Die Erfindung betrifft ein Stopfaggregat zum Unterstopfen von Schwellen eines Gleises,
umfassend paarweise zueinander ausgerichtete Stopfwerkzeuge mit in Halterungen befestigten
Stopfpickel, wobei jedem Stopfwerkzeug ein hydraulischer Aktor zur Erzeugung einer
Beistellbewegung der Stopfpickel zugeordnet ist und wobei ein Exzenterantrieb zur
Erzeugung einer Vibrationsbewegung der Stopfpickel derart angeordnet ist, dass jeweils
einer der hydraulischen Aktoren einerseits mit dem Exzenterantrieb und andererseits
mit dem oberen Ende des Schwenkhebels des zugeordneten Stopfwerkzeugs verbunden ist.
[0002] Zur Herstellung und Instandhaltung einer korrekten Gleislage eines Schienenfahrwegs
werden unter anderem vertikal verlagerbare Stopfaggregate eingesetzt, die mit weiteren
Aggregaten auf Gleisbaumaschinen angeordnet sind.
[0003] Paarweise quer zum Schienenverlauf angeordneten Stopfpickel werden dabei oberhalb
einer Schwelle des Gleisrostes positioniert und dann vertikal abgesenkt, bis sie in
die Schotterschicht des Gleisoberbaus eintauchen. Dann werden die Stopfpickelpaare
mittels von hydraulischen Aktoren aufgebrachten und durch Schwenkhebel übertragenen
Kraftwirkungen zueinander beigestellt und der zwischen den Stopfpickelpaaren und unterhalb
der durch ein Hebe- und Richtaggregat mit dem umgebenden Gleisrost angehobenen Schwelle
befindliche Schotter wird umgelagert und verdichtet, sodass eine fehlerhafte Gleislage,
von einer vermessenen Ausgangslage in eine vorgegebene Solllage gebracht wird.
[0004] Der Beistellbewegung der Stopfpickel ist dabei nach dem Stand der Technik eine Vibrationsbewegung
überlagert, die einerseits das Eintauchen der Stopfpickel in den Schotter erleichtert
und andererseits eine wirkungsvolle Bewegung der Stopfpickel im Schotter fördert.
[0005] Solche Schwingungsbewegungen werden nach dem Stand der Technik einerseits durch Exzenterwellen
generiert und mittels der hydraulischen Aktoren und der Schwenkhebel des Stopfaggregats
auf die Stopfpickel übertragen oder andererseits durch eine geeignete zeitlich veränderliche
Zu- und Ableitung des Hydraulikmediums in die Druckkammern des hydraulischen Aktors
erzeugt, um dann gleichfalls mittels des Schwenkhebels auf die Stopfpickel zu wirken.
[0006] Während die Schwingungserzeugung mit Exzenterwelle eine vorgegebene Vibrationsamplitude
auch bei einer harten Schotterschicht erreicht und im Vergleich zum hydraulischen
Aktor energieeffizienter betrieben werden kann, dauern bei dieser ersten Ausführungsform
Ein- und Ausschaltvorgänge länger und können in der Folge auch zwischen den Stopfzyklen
zu Lärmemissionen und Verschleiß führen.
[0007] Bei der Schwingungserzeugung mit hydraulischen Aktoren stehen der Möglichkeit der
dynamischeren Verwendung und des flexibleren Einsatzes dieser alternativen Ausführungsform
aufgrund kürzerer Ein- und Ausschaltzeiten ein geringerer Wirkungsgrad und eine eingeschränkte
Wahl von Schwingungsfrequenz und -amplitude aufgrund der Kennwerte der Schaltventile,
die Zu- und Abfluss des Hydraulikmediums in und von den Druckkammern der Aktoren steuern,
gegenüber.
[0008] AT 519 219 A4 offenbart ein Stopfaggregat zum Unterstopfen von Schwellen eines Gleises, umfassend
gegenüberliegende Stopfwerkzeuge, welche jeweils mit einem Beistellzylinder zur Erzeugung
einer Beistellbewegung verbunden sind und einem einen Exzenterantrieb zur Erzeugung
einer Vibrationsbewegung.
[0009] Einer der jeweils paarweise angeordneten Beistellzylinder ist dabei mechanisch mit
dem Exzenterantrieb verbunden und die in den Druckkammern dieses Beistellzylinders
durch den Exzenterantrieb erzeugten Druckänderungen werden hydraulisch über eine Verbindungsleitung
zwischen einer ersten Druckkammer des mit dem Exzenterantrieb verbundenen Beistellzylinders
und einer zweiten Druckkammer des anderen Beistellzylinders übertragen.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für ein Stopfaggregat der eingangs genannten
Art eine Verbesserung gegenüber dem Stand der Technik hinsichtlich der Schwingungserzeugung
für die in der Schotterschicht des Schienenfahrwegoberbaus wirkenden Stopfpickel anzugeben.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht in der Beschreibung eines Verfahrens zum
Betreiben des verbesserten Stopfaggregats.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Stopfaggregat nach Anspruch 1
und ein Verfahren zum Betreiben des Stopfaggregats nach Anspruch 7.
[0012] Abhängige Ansprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung an.
[0013] Das erfindungsgemäße Stopfaggregat zum Unterstopfen von Schwellen eines Gleises,
umfasst paarweise zueinander ausgerichtete Stopfwerkzeugen mit in Halterungen befestigten
Stopfpickel, wobei jedem Stopfwerkzeug ein hydraulischer Aktor zur Erzeugung einer
Beistellbewegung der Stopfpickel zugeordnet ist und wobei ein Exzenterantrieb zur
Erzeugung einer ersten Vibrationsbewegung der Stopfpickel derart angeordnet ist, dass
jeweils einer der hydraulischen Aktoren einerseits mit dem Exzenterantrieb und andererseits
mit einem oberen Ende eines Schwenkhebels des zugeordneten Stopfwerkzeugs verbunden
ist, und wobei jeweils ein hydraulisches Schaltelement zwischen Druckkammeranschlüssen
des jeweiligen hydraulischen Aktors und einem hydraulischen Leitungsnetzwerk angeordnet
ist, wobei das jeweilige hydraulische Schaltelement dazu eingerichtet ist, eine zweite
Vibrationsbewegung im zugeordneten hydraulischen Aktor zu erzeugen und wobei der jeweilige
Schwenkhebel dazu eingerichtet ist, eine Überlagerung der ersten und der zweiten Vibrationsbewegung
auf das jeweilige Stopfpickel zu übertragen.
[0014] Diese erfindungsgemäße Ausführungsform einer kombinierten Schwingungserzeugung mittels
Exzenterwelle und hydraulischen Aktoren eignet sich insbesondere auch für die Nachrüstung
bestehender Stopfaggregate.
[0015] Das erfindungsgemäße Stopfaggregat kann auch energieeffizienter als jene aus dem
Stand der Technik bekannte Aggregate betrieben werden, die die Schwingungen ausschließlich
mittels hydraulischer Aktoren erzeugen.
[0016] Durch die Kombination von zwei unterschiedlichen Ausführungsformen zur Schwingungserzeugung
wird auch die Ausfallsicherheit des gesamten Stopfaggregats erhöht.
[0017] Es kann mittels des erfindungsgemäßen Stopfaggregats insbesondere eine durch die
Exzenterwelle generierte Schwingungsamplitude am Stopfpickel aufrechterhalten werden,
selbst wenn die Konfiguration der Schotterschicht eine Erzeugung und Übertragung von
durch hydraulische Aktoren erzeugte Schwingungen verhindert.
[0018] In einer bevorzugten Weiterbildung des Erfindungsgegenstands weist das jeweilige
hydraulische Schaltelement vier Anschlüsse auf, wovon zwei mit Druckkammeranschlüssen
des diesem zugeordneten hydraulischen Aktors und zwei weitere mit dem hydraulischen
Leitungsnetzwerk verbunden sind.
[0019] Vorzugsweise ist das jeweilige hydraulische Schaltelement durch drei Schaltstellungen
gekennzeichnet, wobei in der ersten mittleren passiven Schaltstellung die Druckkammeranschlüsse
des zugordneten hydraulischen Aktors vom hydraulischen Leitungsnetz getrennt sind,
wobei in einer zweiten aktiven Schaltstellung ein erster Leitungsnetzanschluss mit
dem Druckkammeranschluss der kolbenseitigen Druckkammer und ein zweiter Leitungsnetzanschluss
mit dem Druckkammeranschluss der stangenseitigen Druckkammer fluidleitend verbunden
ist und wobei in einer dritten aktiven Schaltstellung der erste Leitungsnetzanschluss
mit der stangenseitigen Druckkammer und der zweite Leitungsnetzanschluss mit der kolbenseitigen
Druckkammer fluidleitend verbunden ist.
[0020] Es ist günstig, wenn für das Beibehalten der mittleren passiven Schaltstellung zwei
mechanische Federn jeweils auf einer der beiden Seiten des jeweiligen hydraulischen
Schaltelements vorgesehen sind und für den Wechsel aus dieser mittleren passiven Schaltstellung
in eine der beiden aktiven Schaltstellungen jeweils ein elektromagnetischer Aktor
auf jeweils einer der beiden Seiten des hydraulischen Schaltelements vorgesehen ist,
der gegen die mechanische Kraft der jeweils gegenüberliegenden Feder wirkt.
[0021] In einer bevorzugten Weiterbildung ist eine Steuervorrichtung zur Ansteuerung des
jeweiligen hydraulischen Schaltelements vorgesehen.
[0022] Dabei ist es vorteilhaft, wenn eine Messvorrichtung zur Erfassung der Kolbenstellung
des jeweiligen hydraulischen Aktors und/oder der Winkelstellung des zugeordneten Schwenkhebels
und/oder der Position des zugeordneten Stopfpickels angeordnet ist.
[0023] Das Verfahren zum Betreiben eines erfindungsgemäßen Stopfaggregats führt ein Steuerprogramm
zur Ansteuerung mindestens eines hydraulischen Schaltelements aus.
[0024] Vorzugsweise wird dieses Steuerprogramm auf der Steuervorrichtung hinterlegt und
ausgeführt.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform werden innerhalb des Steuerprogramms Messwerte
einer Messvorrichtung zur Erfassung der Kolbenstellung des jeweiligen hydraulischen
Aktors und/oder der Winkelstellung des zugeordneten Schwenkhebels und/oder der Position
des zugeordneten Stopfpickels ausgewertet.
[0026] In einer vorteilhaften Weiterbildung wird zusätzlich zu den genannten Messwerten
auch die Winkelstellung der Exzenterwelle erfasst und durch das Steuerprogramm ausgewertet,
um für den Fall, in dem die Gesamtamplitude am Schwenkhebel und am Stopfpickel durch
zwei gleichgroße gegenphasige Schwingungen des Exzenterantriebs und des hydraulischen
Aktors zu null kompensiert wird, eine aktive Regelung von Schwenkhebel und Stopfpickel
zu ermöglichen.
[0027] In einem vorteilhaften Funktionszustand des Verfahrens wird durch das Steuerprogramm
der Steuervorrichtung und gegebenenfalls aufgrund der Messwerte der Messvorrichtung
eine zusätzlich zur mittels des Exzenterantriebs generierten ersten Vibrationsschwingung
mit definierter Frequenz aufgrund geeigneter Ansteuerung des jeweiligen hydraulischen
Schalters im zugeordneten hydraulischen Aktor eine zweite Vibrationsschwingung mit
derselben Frequenz und gegenüber der ersten Vibrationsschwingung gleichen Phasenlage
erzeugt.
[0028] Durch eine solche konstruktive Überlagerung der beiden Schwingungen ist es möglich
die resultierende Schwingungsamplitude der Stopfpickel dynamisch an den gegebenen
Zustand der zu bearbeiteten Schotterschicht anzupassen.
[0029] In einem weiteren günstigen alternativen Funktionszustand des Verfahrens wird durch
das Steuerprogramm der Steuervorrichtung und gegebenenfalls aufgrund der Messwerte
der Messvorrichtung eine zusätzlich zur mittels des Exzenterantriebs generierten ersten
Vibrationsschwingung mit definierter Frequenz aufgrund geeigneter Ansteuerung des
jeweiligen hydraulischen Schalters im zugeordneten hydraulischen Aktor eine zweite
Vibrationsschwingung mit derselben Frequenz und gegenüber der ersten Vibrationsschwingung
genau entgegengesetzter Phasenlage erzeugt.
[0030] Mit dieser kompensierenden Überlagerung der beiden Schwingungen ist es möglich die
Schallemission und den Verschleiß des erfindungsgemäßen Stopfaggregats zwischen den
Stopfzyklen zu vermindern oder sogar zu vermeiden.
[0031] Die Erfindung wird nachfolgend in beispielhafter Weise unter Bezugnahme auf die beigefügten
Figuren erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- Ein gegenüber einem Gleis halb abgesenktes Stopfaggregat
- Fig. 2
- Ein in die Schotterschicht eines Schienenfahrwegs abgesenktes Stopfaggregat mit Mess-
und Steuervorrichtung
- Fig. 3
- Die Ansteuerung eines hydraulischen Aktors mittels einer Ausführungsform des hydraulischen
Schaltelements
- Fig. 4
- Eine Gleisbaumaschine mit einem Stopfaggregat und einem Hebe- und Richtaggregat
- Fig. 5
- Ein Ausführungsform von drei Stopfaggregaten in einem gemeinsamen Aggregatrahmen für
das synchrone Unterstopfen von bis zu drei Schwellen
[0032] In Figur 1 ist ein Stopfaggregat 1 dargestellt, mit vertikal gegenüber der Ebene
eines Schienenfahrwegs verlagerbaren, jeweils paarweise angeordneten Stopfwerkzeugen
4a, 4b, die Stopfpickel 5a, 5b und drehbar gelagerte Schwenkhebel 8a, 8b umfassen.
An die den Stopfpickeln 5a, 5b gegenüberliegende Seiten der Schwenkhebel 8a, 8b greifen
die Kolbenstangen von linear wirkenden hydraulischen Aktoren 6a, 6b an. Die Zylinder
dieser hydraulischen Aktoren sind mit einer Exzenterwelle 7 verbunden, die dazu vorgesehen
ist, eine Schwingung mit definierter Amplitude über die hydraulischen Aktoren 6a,
6b und die Schwenkhebel 8a, 8b auf die Stopfpickel 5a, 5b zu übertragen. Das schematisierte
Stück eines Gleises 3 zeigt, dass das Stopfaggregat 1 halb abgesenkt ist zwischen
einer angehobenen Ausgangsstellung ohne Kontakt der Stopfpickel 5a, 5b mit der Schotterschicht
20 und einer vollständig abgesenkten Endstellung, bei der sich die Stopfpickel 5a,
5b gänzlich in der Schotterschicht 20 befinden.
[0033] Figur 2 zeigt das Stopfaggregat 1 aus Figur 1 in einer solchen vollständig abgesenkten
Endstellung. Auf der Schotterschicht 20, die auch als Schotterbettung bezeichnet wird,
lagert der Gleisrost eines Schienenfahrwegs, bei dem Schienen 3 eines Gleises durch
auf in gleichen Abständen quer zu den Schienen 3 angeordneten Schwellen 2 befestigt
sind.
[0034] Neben der in Figur 1 gezeigten Schwingungserregung durch die rotierende Exzenterwelle
7, die auf die Stopfpickel übertragen wird, werden durch die den entsprechenden hydraulischen
Aktoren 6a, 6b jeweils zugeordneten hydraulischen Schaltelemente 9a, 9b, die mit einem
hydraulischen Leitungsnetzwerk 10 verbunden sind, durch geeignete Ansteuerung über
eine Steuervorrichtung 15 zusätzliche Schwingungen in den Druckkammern 12a, 12b der
hydraulischen Aktoren 6, 6a, 6b angeregt, die über die Schwenkhebel 8a, 8b der Stopfwerkzeuge
4a, 4b auf die Stopfpickel 5a, 5b übertragen werden.
[0035] Über eine Messvorrichtung 16 werden von Messfühlern bzw. Sensoren 16a, 16b und 16c
aufgenommene Messwerte der Stellung des Kolbens im Gehäuse des jeweiligen hydraulischen
Aktors 6, 6a, 6b, der Winkelstellung des jeweiligen Schwenkhebels 8a, 8b sowie der
Position des jeweiligen Stopfpickels 5a, 5b der jeweiligen Stopfwerkzeuge 4a, 4b an
die Steuervorrichtung 15 übertragen.
[0036] In einem Steuerprogramm 17, das auf der Steuervorrichtung 15 installiert ist und
ausgeführt wird, können diese mittels den Sensoren 16a, 16b, 16c aufgenommenen Messwerte
ausgewertet werden, um geeignete Steuersignale für die Schaltelemente 9a, 9b zu bestimmen.
[0037] Die Sensoren 16a, 16b, 16c sind in Figur 2 aus Gründen der Übersichtlichkeit nur
für die Seite des Stopfwerkzeugs 4b dargestellt. Sie können in einer weiteren Ausführungsform
aber sowohl für die Komponenten des Stopfwerkzeugs 4b als auch für jene des Stopfwerkzeugs
4a angeordnet sein, um eine voneinander unabhängige Ansteuerung der beiden Stopfwerkzeuge
4a, 4b durch die Steuervorrichtung 15 und dem auf diesem ausgeführten Steuerprogramm
17 unter Berücksichtigung der jeweiligen aktuellen Messwerte der Zustandsgrößen Kolbenstellung,
Schwenkhebelwinkelstellung und Stopfpickelposition der Stopfwerkzeuge 4a, 4b zu ermöglichen.
[0038] Eine beispielhafte Ansteuerung eines hydraulischen Aktors 6 mittels einem hydraulischen
Schaltelement 9 ist in Figur 3 abgebildet. Dabei ist ein hydraulisches 4/3 Proportionalventil
als eine Ausführungsform des hydraulischen Schaltelements 9 zwischen den Druckkammeranschlüsse
11a, 11b der Druckkammern 12a, 12b des hydraulischen Aktors 6 und den beiden Anschlüsse
P und T des hydraulischen Leitungsnetzes 10, das Druckquellen, hydraulische Leitungen
und Drucksenken umfasst, angeordnet, um die Zu- und Ableitung des Hydraulikmediums
in und von den Druckkammern 12a, 12b des hydraulischen Aktor 6 zu steuern und somit
die Kolbenstellung und deren zeitliche Veränderung im hydraulischen Aktor 6 zu beeinflussen.
[0039] In einer passiven Mittelstellung des hydraulischen Stellelements 9 sind die Druckkammeranschlüsse
11a, 11b von den Anschlussleitungen P, T des hydraulischen Leitungsnetzes 10 getrennt
und die Kolbenstellung wird nicht verändert.
[0040] Diese passive Mittelstellung wird durch mechanische Federn 13a, 13b auf beiden Seiten
des Proportionalschiebeventils 9 fixiert.
[0041] Eine erste aktive Stellung des hydraulischen Schaltelements 9 verbindet die hydraulischen
Leitungsnetzanschluss P mit dem Druckkammeranschluss 11a der kolbenseitigen Druckkammer
12a des hydraulischen Aktors 6, wobei das Hydraulikmedium vom Leitungsnetz 10 zum
hydraulischen Aktor 6 fließen kann, sowie den Druckkammeranschluss 11b der stangenseitigen
Druckkammer 12b des hydraulischen Aktors 6 mit dem hydraulischen Leitungsnetzanschluss
T, wobei hierbei das Hydraulikmedium vom hydraulischen Aktor 6 zum Leitungsnetz 10
fließen kann.
[0042] Das hydraulische Schaltelement 9 wird von der passiven Ausgangsstellung kontinuierlich
in diese erste aktive Stellung bewegt, indem ein elektromagnetischer Aktor 14b aktiviert
wird und gegen die Federkraft der mechanischen Feder 13a wirkt.
[0043] Die zweite aktive Stellung des hydraulischen Schaltelements 9 verbindet die hydraulischen
Leitungsnetzanschluss P mit dem Druckkammeranschluss 11b der stangenseitigen Druckkammer
12b des hydraulischen Aktors 6, wobei das Hydraulikmedium vom Leitungsnetz 10 zum
hydraulischen Aktor 6 fließen kann, sowie den Druckkammeranschluss 11a der kolbenseitigen
Druckkammer 12a des hydraulischen Aktors 6 mit dem hydraulischen Leitungsnetzanschluss
T, wobei hierbei das Hydraulikmedium vom hydraulischen Aktor 6 zum Leitungsnetz 10
fließen kann.
[0044] Das hydraulische Schaltelement 9 wird von der passiven Ausgangsstellung kontinuierlich
in diese zweite aktive Stellung bewegt, indem ein elektromagnetischer Aktor 14a aktiviert
wird und gegen die Federkraft der mechanischen Feder 13b wirkt.
[0045] Ein als Gleisbaumaschine 18 ausgerüstetes Schienenfahrzeug ist in Figur 4 auf einem
Schienenfahrweg dargestellt, von dem der auf einer Schotterschicht 20 gelagerte Gleisrost,
bestehend aus Gleis 3 und Schwellen 2, abgebildet ist.
[0046] Diese Gleisbaumaschine 18 trägt neben dem Stopfaggregat 1 auch ein in Arbeitsrichtung
vor dem Stopfaggregat 1 angeordnetes Hebe- und Richtaggregat 19, das den Gleisrost
2, 3 anhebt, um das Unterstopfen der Schwellen 2 mittels des Stopfaggregats 1 zu ermöglichen.
[0047] Figur 5 zeigt eine gegenüber dem Stopfaggregat aus den Figuren 1 und 2 abweichende
Ausführungsform mit der bis zu drei Schwellen gleichzeitig unterstopft werden können.
[0048] In dieser Ausführungsform sind drei Stopfaggregate 1 in einem gemeinsamen Aggregatrahmen
21 angeordnet. Die Stopfaggregate 1 können voneinander unabhängig abgesenkt werden.
[0049] Jedes Stopfaggregat besitzt eine eigene Exzenterwelle 7, mit der die von ihr generierten
Schwingungen über die hydraulischen Aktoren 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h und die Schwenkhebel
8c, 8d, 8e, 8f, 8g, 8h auf die Stopfpickel 5c, 5d, 5e, 5f, 5g, 5h übertragen werden
können.
[0050] Dabei sind, um eine kompakte Bauweise der gesamten Aggregatanordnung 21 zu erzielen,
die beiden äußeren Stopfaggregate 1 gegenüber dem inneren Stopfaggregat 1 asymmetrisch
ausgeführt in Bezug auf Länge und Lage der hydraulischen Aktoren 6c, 6d, 6e, 6f, 6g,
6h sowie Länge und Lagerung der Schwenkhebel 8c, 8d, 8e, 8f, 8g, 8h.
[0051] Durch konstruktive oder kompensierende Überlagerung von durch die hydraulischen Aktoren
6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h zusätzlich erzeugten Schwingungen mit den durch die Exzenterwellen
7 generierten Schwingungen können auch bei dieser Ausführungsform die Vibrationsbewegungen
jedes einzelnen Stopfpickels 5c, 5d, 5e, 5f, 5g, 5h aufgrund der Anforderungen an
den Stopfvorgang und den Zustand der Schotterschicht 20 geeignet gewählt werden.
[0052] Der Erfindungsgegenstand ist dabei nicht auf die in den Figuren dargestellten Ausführungsformen
beschränkt. Es sind insbesondere weitere Ausführungsformen und Anordnungen von hydraulischen
Steuerelementen 9 wie jeweils zwei 3/2 Wegeventile oder vier 2/2 Wegeventile pro hydraulischen
Aktor 6 sowie andere Ausführungsformen der Stopfaggregate 2 für das gleichzeitige
Unterstopfen von mehr als einer Schwelle 2 durch die Ansprüche mitumfasst.
1. Stopfaggregat (1) zum Unterstopfen von Schwellen (2) eines Gleises (3), umfassend
paarweise zueinander ausgerichtete Stopfwerkzeuge (4a, 4b) mit in Halterungen befestigten
Stopfpickel (5a, 5b, 5c, 5d, 5e, 5f, 5g, 5h), wobei jedem Stopfwerkzeug (4a, 4b) ein
hydraulischer Aktor (6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h) zur Erzeugung einer Beistellbewegung
der Stopfpickel (5a, 5b, 5c, 5d, 5e, 5f, 5g, 5h) zugeordnet ist und wobei ein Exzenterantrieb
(7) zur Erzeugung einer ersten Vibrationsbewegung der Stopfpickel (5a, 5b, 5c, 5d,
5e, 5f, 5g, 5h) derart angeordnet ist, dass jeweils einer der hydraulischen Aktoren
(6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h) einerseits mit dem Exzenterantrieb (7) und andererseits
mit einem oberen Ende eines Schwenkhebels (8a, 8b, 8c, 8d, 8e, 8f, 8g, 8h) des zugeordneten
Stopfwerkzeugs (4a, 4b) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein hydraulisches Schaltelement (9, 9a, 9b) zwischen Druckkammeranschlüssen
(11a, 11b) des jeweiligen hydraulischen Aktors (6, 6a, 6b) und einem hydraulischen
Leitungsnetzwerk (10) angeordnet ist, dass das jeweilige hydraulische Schaltelement
(9, 9a, 9b) dazu eingerichtet ist, eine zweite Vibrationsbewegung im zugeordneten
hydraulischen Aktor (6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h) zu erzeugen und dass der jeweilige
Schwenkhebel (8a, 8b, 8c, 8d, 8e, 8f, 8g, 8h) dazu eingerichtet ist, eine Überlagerung
der ersten und der zweiten Vibrationsbewegung auf das jeweilige Stopfpickel (5a, 5b,
5c, 5d, 5e, 5f, 5g, 5h) zu übertragen.
2. Stopfaggregat (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige hydraulische Schaltelement (9, 9a, 9b) vier Anschlüsse aufweist, von
denen zwei mit Druckkammeranschlüssen (11a, 11b) des diesem zugeordneten hydraulischen
Aktors (6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h) und zwei weitere mit dem hydraulischen
Leitungsnetzwerk (10) verbunden sind.
3. Stopfaggregat (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige hydraulische Schaltelement (9, 9a, 9b) drei Schaltstellungen aufweist,
wobei in der ersten mittleren passiven Schaltstellung die Druckkammeranschlüsse (11a,
11b) des zugordneten hydraulischen Aktors (6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h) vom
hydraulischen Leitungsnetz (10) getrennt sind, wobei in einer zweiten aktiven Schaltstellung
ein erster Leitungsnetzanschluss (P) mit dem Druckkammeranschluss (11a) der kolbenseitigen
Druckkammer (12a) und ein zweiter Leitungsnetzanschluss (T) mit dem Druckkammeranschluss
(11b) der stangenseitigen Druckkammer (12b) fluidleitend verbunden ist und wobei in
einer dritten aktiven Schaltstellung der erste Leitungsnetzanschluss (P) mit der stangenseitigen
Druckkammer (12a) und der zweite Leitungsnetzanschluss (T) mit der kolbenseitigen
Druckkammer (12b) fluidleitend verbunden ist.
4. Stopfaggregat (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass für das Beibehalten der mittleren passiven Schaltstellung zwei mechanische Federn
(13a, 13b) jeweils auf einer der beiden Seiten des jeweiligen hydraulischen Schaltelements
(9, 9a, 9b) vorgesehen sind und dass für den Wechsel aus dieser mittleren passiven
Schaltstellung in eine der beiden aktiven Schaltstellungen jeweils ein elektromagnetischer
Aktor (14a, 14b) auf jeweils einer der beiden Seiten des hydraulischen Schaltelements
(9, 9a, 9b) vorgesehen ist, der gegen die mechanische Kraft der jeweils gegenüberliegenden
Feder (13a, 13b) wirkt.
5. Stopfaggregat (1) nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuervorrichtung (15) zur Ansteuerung des jeweiligen hydraulischen Schaltelements
(9, 9a, 9b) vorgesehen ist.
6. Stopfaggregat (1) nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messvorrichtung (16) zur Erfassung der Kolbenstellung (16a) des jeweiligen hydraulischen
Aktors (6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h) und/oder der Winkelstellung (16c) des zugeordneten
Schwenkhebels und/oder der Position (16b) des zugeordneten Stopfpickels angeordnet
ist.
7. Verfahren zum Betreiben eines Stopfaggregats (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuerprogramm (17), vorzugsweise auf einer Steuervorrichtung (15), zur Ansteuerung
mindestens eines hydraulischen Schaltelements (9, 9a, 9b) ausgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des Steuerprogramms (17) Messwerte einer Messvorrichtung (16) zur Erfassung
der Kolbenstellung (16a) des jeweiligen hydraulischen Aktors (6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e,
6f, 6g, 6h) und/oder der Winkelstellung (16c) des zugeordneten Schwenkhebels (8a,
8b, 8c, 8d, 8e, 8f, 8g, 8h) und/oder der Position (16b) des zugeordneten Stopfpickels
(5a, 5b, 5c, 5d, 5e, 5f, 5g, 5h) ausgewertet werden.
9. Verfahren zum nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Steuerprogramm (17) der Steuervorrichtung (15) und gegebenenfalls aufgrund
der Messwerte der Messvorrichtung (16, 16a, 16b, 16c) eine zusätzlich zur mittels
des Exzenterantriebs (7) generierten ersten Vibrationsschwingung mit definierter Frequenz
aufgrund geeigneter Ansteuerung des jeweiligen hydraulischen Schalters (9, 9a, 9b)
im zugeordneten hydraulischen Aktor (6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h) eine zweite
Vibrationsschwingung mit derselben Frequenz und gegenüber der ersten Vibrationsschwingung
gleichen Phasenlage erzeugt wird.
10. Verfahren zum Betreiben eines Stopfaggregats (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Steuerprogramm (17) der Steuervorrichtung (15) und gegebenenfalls aufgrund
der Messwerte der Messvorrichtung (16, 16a, 16b, 16c) eine zusätzlich zur mittels
des Exzenterantriebs (7) generierten ersten Vibrationsschwingung mit definierter Frequenz
aufgrund geeigneter Ansteuerung des jeweiligen hydraulischen Schalters (9, 9a, 9b)
im zugeordneten hydraulischen Aktor (6, 6a, 6b, 6c, 6d, 6e, 6f, 6g, 6h) eine zweite
Vibrationsschwingung mit derselben Frequenz und gegenüber der ersten Vibrationsschwingung
genau entgegengesetzter Phasenlage erzeugt wird.