[0001] Die Erfindung geht aus von einer Isolierglasscheibe mit den im Oberbegriff des Anspruchs
1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Eine solche Isolierglasscheibe ist aus der
DE 295 14 622 U1 bekannt. Die Isolierglasscheibe hat einen rahmenförmigen Abstandhalter, der aus einem
thermoplastischen Abstandhalterstrang besteht und zwischen zwei Glastafeln angeordnet
ist. Ein zwischen den Glastafeln angeordneter Sprosseneinsatz weist aus Hohlprofilen
gebildete Sprossen auf. Der als Sprossenrahmen bezeichnete Sprosseneinsatz wird nicht
mittels des thermoplastischen Abstandhalters, sondern von diesem gesondert auf der
Glastafel fixiert. Zu diesem Zweck wird ein Sprossenrahmen verwendet, dessen Sprossen
dünner sind als der vorgegebene Abstand der Glastafel der Isolierglasscheiben. Die
Sprossen haben Endstücke, die entweder so dick sind wie der vorgegebene Abstand oder
kompressibel und etwas dicker sind als der vorgegebene Abstand der Glastafeln. Die
Länge der Sprossen einschließlich ihrer Endstücke wird 1 bis 2 mm kleiner gewählt
als die längs der Sprossen gemessene lichte Weite des auf die eine Glastafel extrudierten
rahmenförmigen Abstandhalterstrangs. Außerdem sind die Endstücke der Sprossen wenigstens
auf einer den beiden Glastafeln zugewandten Seiten klebend ausgebildet. Ein so vorbereiteter
Sprosseneinsatz wird auf den Abstandhalter ausgerichtet, welcher auf die eine Glastafel
extrudiert wurde, und so in den vom Abstandhalter umschlossenen Raum eingeführt und
mit der Glastafel verklebt, dass die Endstücke den Abstandhalter nicht berühren. Anschließend
wird die zweite Glastafel auf den Abstandhalter gelegt und die so gebildete halbfertige
Isolierglasscheibe verpresst, um den vorgegebenen Abstand zwischen den Glastafeln
einzustellen. Es kommt nicht zu einem den Abstandhalter wellig machenden Eindrücken
der Endstücke in den Abstandhalterstrang. Dadurch wird vermieden, dass der Abstandhalter
wellig wird.
[0003] Eine Isolierglasscheibe der eingangs genannten Art mit einem thermoplastischen Abstandhalter
ist auch aus der
DE 10 2004 043 581 A1 bekannt. Es wird eine als Sprossenendstück ausgebildete Sprossenhalterung offenbart,
welche Mittel zum Verankern am Abstandhalter (spitz zulaufende Dorne) aufweist. Das
Sprossenendstück wird zunächst in die innere Seitenfläche des Abstandhalterstrangs
eingedrückt, bevor es an den Sprossen angebracht wird. Dabei wird ein Gegenhalter,
welcher an dem thermoplastischen Abstandhalter nicht haftet, an die dem Sprossenendstück
abgewandte Seitenfläche des Abstandhalterstrangs angelegt, um Verformungen des noch
weichen Abstandhalterstrangs zu vermeiden. Wenigstens eine Sprossenhalterung je Sprosse
ist so ausgebildet, dass die Sprosse mit ihrem Ende quer zu ihrer Längsrichtung in
die Halterung einführbar ist. Beim Einführen stabilisiert das Sprossenendstück den
Abstandhalterstrang. Die freien Enden der Sprossen treffen somit nicht direkt auf
den Abstandhalterstrang, sondern auf das zugehörige, bereits am Abstandhalterstrang
verankerte Sprossenendstück. Das Sprossenende wirkt unmittelbar nur auf das Sprossenendstück,
nicht aber auf den Abstandhalterstrang ein. Dadurch soll das Einleiten von Kräften
in den thermoplastischen Abstandhalter auf ein unkritisches Maß begrenzt werden.
[0004] Aus der
DE 10 2019 123 700 A1 ist eine Isolierglasscheibe bekannt, bei welcher der rahmenförmige Abstandhalter
durch Aufeinandersetzen aus zwei pastösen und sich hernach verfestigenden Abstandhaltersträngen
gebildet ist, deren Höhe zusammen die Höhe des Abstandhalters ergibt. Auf jede der
beiden Glastafeln wird ein Abstandhalterstrang aufgetragen. Vor dem Zusammenfügen
der beiden Glastafeln wird auf den Abstandhalterstrang einer der Glastafeln ein Sprossenrahmen
aufgesetzt. Hierzu ist an den Sprossenenden jeweils ein von der Seite gesehen T-förmiges
Halteelement angebracht, welches in eine zur Glastafel parallele Oberfläche des noch
weichen Materials des Abstandhalterstrangs geringfügig eingedrückt wird. In der fertigen
Isolierglasscheibe sind die Halteelemente des Sprossenrahmens dann je zur Hälfte in
einen der beiden Abstandhalterstränge eingebettet.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Isolierglasscheiben mit eingesetztem
Sprosseneinsatz die Qualität zu verbessern sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Zusammenbauen einer solchen Isolierglasscheiben zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Isolierglasscheibe mit den im Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen, eine Vorrichtung mit den in Anspruch 4 angegebenen Merkmalen und ein Verfahren
mit den in Anspruch 10 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Die erfindungsgemäße Isolierglasscheibe enthält wenigstens zwei Glastafeln und einen
rahmenförmigen Abstandhalter aus einem kunststoffbasierten Material. Der Abstandhalter
und der Sprosseneinsatz sind zwischen den beiden Glastafeln angeordnet. Der Abstandhalter
ist durch einen pastösen und sich hernach verfestigenden Strang aus einem kunststoffbasierten
Material gebildet. An dem Abstandhalter ist ein Sprosseneinsatz angebracht.
[0008] Der Sprosseneinsatz weist wenigstens eine Sprosse mit zwei zum Ansetzen an den Abstandhalter
eingerichteten Enden auf. Der Sprosseneinsatz besteht zumindest aus einer einzigen
Sprosse. Der Sprosseneinsatz kann aber auch eine Anordnung aus mehreren sich kreuzenden
Sprossen enthalten. Eine solche Anordnung wird teilweise auch als "Sprossenrahmen"
bezeichnet. Eine Sprosse kann durch ein längliches und/oder langgestrecktes Sprossenprofil
gebildet werden. Das Sprossenprofil ist als Hohlprofil ausgebildet. Eine Sprosse kann
auch aus mehreren Sprossenprofilen zusammengesetzt sein. Bei den Sprossenprofilen
kann es sich um dünnwandige Hohlprofilstäbe handeln. Der Sprosseneinsatz enthält wenigstens
ein längliches Sprossenprofil mit einem dem Abstandhalter zugewandten Sprossenende.
Erfindungsgemäß ist wenigstens ein Sprossenende von einem als Hohlprofil ausgebildeten
Sprossenprofil gebildet und derart in das kunststoffbasierte Material des Abstandhalters
eingebettet, dass sich ein Teil des kunststoffbasierten Materials im Inneren des Hohlprofils
befindet. Das längliche Sprossenprofil ist mit seinem freien Ende unmittelbar in den
Abstandhalterstrang eingebettet. An dem eingebetteten Sprossenende ist das Hohlprofil
offen. Beim Einbetten wird somit ein Teil des kunststoffbasierten Materials des Abstandhalters
in das offene Sprossenende hineingedrückt. Das Sprossenprofil erstreckt sich bis in
den Abstandhalter hinein. Am Sprossenende besteht somit eine direkte Verbindung zwischen
dem Sprossenprofil und dem kunststoffbasierten Material des Abstandhalters. Es wird
somit weder eine Sprossenhalterung noch ein Sprossenendstück eingesetzt.
[0009] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der Abstandhalter aus einem pastösen und
sich hernach verfestigenden Abstandhalterstrang rahmenförmig auf eine erste Glastafel
appliziert. Der Abstandhalterstrang ist ein pastöser und sich sodann verfestigender
Abstandhalterstrang aus einem thermoplastischen Material und/oder einem reaktiv vernetzenden
Material. Ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Auftragen eines plastischen Strangs
als Abstandhalter sind aus der
DE 44 33 749 A1 bekannt. Der Abstandhalterstrang kann mit einer vorgegebenen Solldicke auf die erste
Glastafel appliziert werden. Der pastöse Abstandhalterstrang ist somit sowohl beim
Applizieren als auch nach dem Applizieren noch heiß und/oder noch nicht vollständig
ausgehärtet, d. h. das Material ist noch weich und einfach plastisch verformbar. In
das noch pastöse Material des Abstandhalterstrangs wird der Sprosseneinsatz eingesetzt
und das Sprossenende eingebettet. Nach dem Applizieren des Abstandhalters auf die
erste Glastafel wird wenigstens ein Abschnitt des noch pastösen Abstandhalterstrangs
nach außen, also zum Rand der Glastafel hin, aufgebogen. Der Abstandhalterstrang wird
plastisch verformt, sodass sich das lichte Innenmaß in diesem Abschnitt des rahmenförmigen
Abstandhalters vergrößert.
[0010] Das Einbetten erfolgt, indem der Sprosseneinsatz in den vom rahmenförmigen Abstandhalter
umschlossenen Raum eingesetzt und der aufgebogene Abstandhalterstrang zurückgebogen
wird. Dabei drückt sich wenigstens ein Sprossenende des Sprosseneinsatzes in den noch
pastösen Abstandhalterstrangs ein und das kunststoffbasierte Material des Abstandhalterstrangs
verformt sich plastisch. Das Material des Abstandhalterstrangs wird beim Einbetten
in Längsrichtung des Sprossenprofils in das offene Sprossenende hineingedrückt. Nach
dem Hineindrücken befindet sich ein Teil des kunststoffbasierten Materials im Inneren
des Hohlprofils. Das Sprossenprofil kann an seinem Ende mehr als 0,5 mm, insbesondere
0,8 mm bis 1,2 mm, tief in den Abstandhalterstrang eingebettet sein. Der Abstandhalter
hält den Sprosseneinsatz somit direkt und unmittelbar über das eingebettete Ende des
Sprossenprofils in Position. Der Sprosseneinsatz kann einen Abstand zu beiden Glastafeln
aufweisen. Nach dem Einbetten des Sprossenendes in den Abstandhalterstrang wird eine
zweite Glastafel auf den rahmenförmigen Abstandhalter aufgesetzt, sodass sich der
Abstandhalter und der Sprosseneinsatz zwischen den beiden Glastafeln befinden. Dabei
kann der Zwischenraum zwischen den Glastafeln in an sich bekannter Weise mit einem
von Luft verschiedenen Gas gefüllt werden. Auf der ersten Glastafel kann sich ein
einziger Abstandhalterstrang befinden. Auf der zweiten Glastafel kann sich kein Abstandhalterstrang
befinden. Insbesondere kann ausschließlich auf der ersten Glastafel ein einziger Abstandhalterstrang
appliziert sein. Die beiden Glastafeln der Isolierglasscheibe können insbesondere
durch einen einzigen Abstandhalterstrang auf Abstand zueinander gehalten werden.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Zusammenbauen der Isolierglasscheiben enthält
eine zum Einsetzen eines Sprosseneinsatzes eingerichtete Sprossenstation. Die erfindungsgemäße
Sprossenstation ist eingerichtet, einen Sprosseneinsatz in einen rahmenförmigen Abstandhalter
einzusetzen, welcher auf einer ersten Glastafel durch Applizieren eines pastösen und
sich hernach verfestigenden Abstandhalterstrangs entlang des Glastafelrandes gebildet
wurde. Die Vorrichtung enthält wenigstens eine Aufbiegeeinrichtung, welche eingerichtet
ist, einen auf einer Glastafel aufgebrachten Abstandhalterstrang plastisch nach außen
aufzubiegen. Die Aufbiegeeinrichtung kann ein zum Rand der Glastafel hin bewegbares
Strangbiegewerkzeug enthalten, um einen Abschnitt des Abstandhalterstrangs nach außen
zu verformen. Die Vorrichtung enthält wenigstens eine Zurückbiegeeinrichtung, welche
eingerichtet ist, nach einem Einsetzen eines Sprosseneinsatzes einen aufgebogenen
Abstandhalterstrang plastisch zurückzubiegen. Die Zurückbiegeeinrichtung kann ein
zur Mitte der Glastafel hin bewegbares Strangbiegewerkzeug enthalten, um einen Abschnitt
des Abstandhalterstrangs nach innen zu verformen. Dabei wird ein Sprossenende eines
innerhalb des Abstandhalters positionierten Sprosseneinsatzes in das noch weiche Material
des Abstandhalterstrangs hineingedrückt und dabei eingebettet.
[0012] Über Jahrzehnte herrschte in Fachkreisen die Meinung vor, ein noch nicht ausgehärteter
Abstandhalterstrang aus einem pastösen Material dürfe nach dem Applizieren auf die
erste Glastafel nicht verformt und/oder mit Kräften belastet werden, um das Erscheinungsbild
des Abstandhalters in der fertigen Isolierglasscheibe nicht zu beeinträchtigen. Man
hat deshalb bisher jegliche Verformungen des Abstandhalterstrangs sowie ein Einleiten
von seitlich und/oder parallel zur Glastafel wirkenden Kräften (nicht in Pressrichtung
der beiden Glastafeln wirkende Kräfte) in das noch weiche Material des Abstandhalterstrangs
vermieden bzw. minimiert. Basierend auf dieser Einschätzung wurde im Jahr 1995 die
in der
DE 295 14 622 U1 beschriebene Lehre entwickelt, bei welcher Sprossenendstücke eingesetzt werden, die
den Abstandhalterstrang nicht berühren. Auch die etwa 10 Jahre später entwickelte
Lösung gemäß
DE 10 2004 043 581 A1 ist noch von dieser Meinung geprägt. Durch die vorliegende Erfindung hat sich nun
überraschend gezeigt, dass die bisher herrschende Meinung unzutreffend ist. Vielmehr
lassen sich durch das gezielte Auf- und Zurückbiegen des Abstandhalterstrangs gemäß
der vorliegenden Erfindung Isolierglasscheiben herstellen, welche ein sehr sauberes,
ordentliches und optisch ansprechendes Erscheinungsbild haben. Die kontrollierte Verformung
und das anschließende Einbetten des Sprossenendes sind wider Erwarten gut und sicher
beherrschbar, insbesondere wenn eine maschinelle Vorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet wird.
[0013] Die Erfindung hat weitere wesentliche Vorteile:
- Es werden keine Sprossenendstücke und/oder Sprossenschuhe benötigt. Dies vereinfacht
den Montageprozess beim Einbau des Sprosseneinsatzes.
- Das Einsetzen des Sprosseneinsatzes in den Abstandhalter kann leicht automatisiert
werden. Dadurch lässt sich eine sehr genaue Positionierung des Sprosseneinsatzes in
dem rahmenförmigen Abstandhalter bzw. in der Isolierglasscheibe gewährleisten.
- Das Einbetten des Sprosseneinsatzes in den Abstandhalter ermöglicht eine Positionierung
des Sprosseneinsatzes derart zwischen den beiden Glastafeln, dass der Sprosseneinsatz
keine der beiden Glastafeln berührt. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn die Glastafeln
auf ihrer nach innen weisenden Oberfläche eine Beschichtung aufweisen.
- Das eingebettete Sprossenende bietet ein optisch sehr ansprechendes Erscheinungsbild.
Insbesondere Längentoleranzen der Sprossen verschwinden durch das Einbetten in dem
Abstandhalterstrang und sind nicht mehr sichtbar. Damit werden wesentlich größere
Toleranzen der Sprosseneinsätze zulässig, sodass deren Fertigung stark vereinfacht
und kostengünstiger wird.
- Nach dem vollständigen Aushärten des Abstandhalterstrangs ist der Sprosseneinsatz
fest und sicher, insbesondere spielfrei, in der Isolierglasscheibe fixiert.
- Insgesamt kann das Erscheinungsbild und die Qualität von Isolierglasscheiben mit eingesetztem
Sprossenrahmen verbessert werden.
[0014] In Ausgestaltung der Erfindung kann der Sprosseneinsatz zwei dem Abstandhalter zugewandte
Sprossenenden aufweisen, welche sich gegenüberliegen und jeweils unmittelbar von einem
Sprossenprofil gebildet sind. Beide Sprossenenden sind in den Abstandhalter eingebettet,
wobei sich an beiden Sprossenenden jeweils kunststoffbasiertes Material des Abstandhalters
im Innneren des Hohlprofils befindet. Der Sprosseneinsatz kann ein entlang des Sprossenprofils
gemessenes Außenmaß über die beiden Sprossenenden aufweisen, welches größer als das
zugehörige Innenmaß des rahmenförmigen Abstandhalters ist. Das Innenmaß wird an der
Stelle des Abstandhalters gemessen, an welcher die beiden gegenüberliegenden Sprossenenden
in den Abstandhalterstrang eingebettet sind. Es entspricht dem lichten Innenmaß des
Abstandhalters. Zwei sich gegenüberliegende Abschnitte des Abstandhalterstrangs werden
derart nach außen aufgebogen, dass sich dort das Innenmaß vergrößert. Beim Einsetzen
des Sprosseneinsatzes ist das Außenmaß der beiden gegenüberliegenden Sprossenenden
kleiner als das vergrößerte Innenmaß zwischen den aufgebogenen Abschnitten des Abstandhalterstrangs.
Beim Einbetten werden die aufgebogenen Abschnitte des Abstandhalterstrangs bis auf
das vor dem Aufbiegen vorhandene Innenmaß zurückgebogen. Der Sprosseneinsatz kann
mehrere Sprossen enthalten. Jede Sprosse kann ein freies Ende aufweisen, welches von
einem Sprossenprofil gebildet und in das kunststoffbasierte Material des Abstandhalters
eingebettet ist.
[0015] In weiterer Ausgestaltung kann der Abstandhalterstrang einen rechteckigen Querschnitt
aufweisen und mit einer seiner Schmalseiten auf der ersten Glastafel appliziert sein.
Der Abstandhalterstrang kann zwei sich gegenüberliegende Seitenflächen aufweisen,
welche beide quer zu einer Glasebene der ersten Glastafel orientiert sind. Eine innere
Seitenfläche ist der Mitte der Glastafel zugewandt. Eine äußere Seitenfläche weist
nach außen zum Rand der Glastafel. Eine Aufbiegekraft wird auf eine Seitenfläche des
Abstandhalterstrangs aufgebracht, um einen Abschnitt des Abstandhalterstrangs plastisch
nach außen zu verformen, insbesondere mit der Aufbiegeeinrichtung. Dabei wird vor
allem ein von der Glastafel beabstandeter Bereich des Abstandhalterstrangs nach außen
gebogen. Die auf der ersten Glastafeln haftende Schmalseite des Abstandhalterstrangs
wird nicht verformt. Eine Zurückbiegekraft wird auf eine Seitenfläche des Abstandhalterstrangs
aufgebracht, um den aufgebogenen Abschnitt plastisch nach innen, also zur Mitte der
Glastafel hin, zu verformen, insbesondere mit der Zurückbiegeeinrichtung. Beim Zurückbiegen
wird der Abstandhalterstrang wieder in seine ursprüngliche Form gebracht, welche er
vor dem Aufbiegen hatte, insbesondere in die sich gradlinig erstreckende Rechteckform.
Die Aufbiegekraft und die Zurückbiegekraft sind jeweils eine entlang der Glasebene
orientierte Kraft, insbesondere Druckkraft. Die Zurückbiegekraft und die Aufbiegekraft
können auf einander gegenüberliegende Seitenflächen des Abstandhalterstrangs aufgebracht
werden. Insbesondere kann die Aufbiegekraft auf die innere Seitenfläche und die Zurückbiegekraft
auf die äußere Seitenfläche des Abstandhalterstrangs ausgeübt werden.
[0016] Die Vorrichtung kann mehrere Stationen zum Durchführen verschiedener Arbeitsschritte
aufweisen, insbesondere eine Auftragestation. Die Auftragestation ist zum Auftragen
eines pastösen und sich hernach verfestigenden Abstandhalterstrangs aus einem kunststoffbasierten
Material entlang eines Randes einer Glastafel eingerichtet. Die Sprossenstation ist
nachfolgend der Auftragestation angeordnet. Die Vorrichtung kann eine Steuerung enthalten,
welche mit der Auftragestation und der Sprossenstation gekoppelt ist. Die Steuerung
ist eingerichtet, die Stationen zum Zusammenbauen einer Isolierglasscheibe zu steuern.
Jede der Stationen hat einen Waagerechtförderer, auf dem die Glastafeln aufrecht stehend
hintereinander transportiert werden. Jedem Waagerechtförderer ist eine Stützwand zugeordnet,
an welcher sich die stehenden Glastafeln um einige Grad nach hinten geneigt abstützen.
[0017] In der Auftragestation wird in an sich bekannter Weise auf eine stehende Glastafel,
nämlich auf die erste Glastafel, entlang ihres Randes ein pastöser und sich hernach
verfestigender Abstandhalterstrang aufgetragen. Es wird also kein vormontierter Abstandhalterrahmen
auf die Glastafel aufgesetzt. Der Abstandhalterstrang kann lückenlos entlang des Randes
der Glastafel aufgetragen werden. Erst durch einen entlang des gesamten Randes der
Glastafel aufgetragenen Abstandhalterstrang wird ein Abstandhalterrahmen gebildet,
um zwei benachbarte Glastafeln auf Abstand zu halten. Die Auftragestation kann einen
Applikationskopf enthalten, welcher wenigstens an einem Abschnitt des Randes der Glastafel
entlanggeführt werden kann, um den Abstandhalterstrang zu applizieren. Hierzu kann
der Applikationskopf eine Düse zum Extrudieren des pastösen Materials zu einem Abstandhalterstrang
enthalten. Nach dem Auftragen des rahmenförmigen Abstandhalters wird die erste Glastafel
stehend aus der Auftragestation in die Sprossenstation gefördert.
[0018] Die Aufbiegekraft und/oder die Zurückbiegekraft kann anhand der Temperatur des Abstandhalterstrangs
gesteuert werden. Die Steuerung kann beispielsweise den Zeitpunkt des Auftragens des
Abstandhalterstrangs auf die erste Glastafel als elektronischen Zeitstempel erfassen.
Die Steuerung kann dann beim Aufbiegen und Zurückbiegen jeweils die Zeitspanne bestimmen,
welche seit dem Auftragen des Abstandhalterstrangs in der Auftragestation vergangen
ist. Daraus kann die Steuerung berechnen, wie weit das pastöse Material schon ausgehärtet
ist und welche Kraft zum plastischen Verformen des Abstandhalterstrangs aufgebracht
werden muss. Der Bearbeitungskopf kann einen Temperatursensor enthalten, welcher eingerichtet
ist, die Temperatur des Abstandhalterstrangs, insbesondere berührungslos, zu erfassen.
Der Temperatursensor ist mit der Steuerung gekoppelt. Die Steuerung kann aus der Temperatur
eines Abstandhalterstrangs aus einem thermoplastischen Material dessen Festigkeit
berechnen und die Werkzeuge dementsprechend steuern.
[0019] In weiterer Ausgestaltung kann die Vorrichtung wenigstens einen bewegbaren Bearbeitungskopf
aufweisen, welcher einen Greifer mit zwei Klemmbacken enthält. Der Abstand der Klemmbacken
zueinander ist zum Greifen eines Sprossenprofils veränderlich. Die Greifbewegung der
Klemmbacken verläuft entlang der Stützwand und/oder entlang der Glastafel. Mit dem
Greifer kann der Sprosseneinsatz parallel zur ersten Glastafel in dem vom rahmenförmigen
Abstandhalter umschlossenen Raum positioniert werden. Dabei berühren die Sprossenenden
den Abstandhalterstrang noch nicht. Der Bearbeitungskopf enthält ferner die Aufbiegeeinrichtung
und/oder die Zurückbiegeeinrichtung, insbesondere beide. Der Bearbeitungskopf bildet
somit eine Baugruppe mit mehreren Bearbeitungswerkzeugen, welche als Ganzes an die
benötigte Stelle des Abstandhalterstrangs bzw. der Glastafel bewegbar ist, insbesondere
längs und quer zu der Stützwand der Sprossenstation. Der Bearbeitungskopf kann um
eine quer zur Stützwand verlaufende Achse schwenkbar sein. Je nach Verlauf des Abstandhalterstrangs
(vertikal, horizontal, schräg oder gekrümmt), insbesondere bei nicht rechteckigen
Modellscheiben, kann der Bearbeitungskopf in die benötigte Position gedreht werden.
Insbesondere kann die Sprossenstation mehrere Bearbeitungsköpfe, beispielsweise 8
bis 12, enthalten. Dadurch kann ein schneller Einbau von Sprosseneinsätzen mit vielen
einzubettenden Sprossenenden gewährleistet werden. Die Bearbeitungsköpfe können unabhängig
voneinander bewegbar sein. Eine Gruppe von Bearbeitungsköpfen kann gemeinsam bewegbar
sein, insbesondere durch Anordnung auf einem Führungsbalken. Dies kann den Antrieb
und die Steuerung der Bearbeitungsköpfe vereinfachen.
[0020] In Ausgestaltung kann der Bearbeitungskopf wenigstens eine Positionierhilfe enthalten.
Die Positionierhilfe ist eingerichtet, einen einzusetzenden Sprosseneinsatz zwischen
den Klemmbacken zu positionieren. Die Positionierhilfe bringt den Sprosseneinsatz
in eine vordefinierte Position in Bezug auf die Klemmbacken, bevor der Sprosseneinsatz
durch Schließen des Greifers geklemmt wird. Dies erleichtert einem Maschinenbediener
ein manuelles Einsetzen des Sprosseneinsatzes in den oder die Greifer. Die Positionierhilfe
kann relativ zu dem Greifer bewegbar sein. Nach dem Greifen des Sprosseneinsatzes
kann die Positionierhilfe in eine Stellung bewegt werden, in welcher sie den weiteren
Einsetzvorgang nicht behindert. Die Positionierhilfe kann eine Aufsetzplatte enthalten.
Die Aufsetzplatte ist quer zum Sprossenprofil orientiert. Die Aufsetzplatte ist in
Bezug auf den Greifer quer zur Stützwand verschiebbar. Dadurch kann die Aufsetzplatte
nach dem Greifen des Sprosseneinsatzes aus dem Bereich des Greifers herausgeschoben
werden. Die Positionierhilfe kann wenigstens einen Führungsfinger enthalten, welcher
um eine quer zur Stützwand verlaufende Achse schwenkbar ist. Der Führungsfinger kann
in Bezug auf den Greifer quer zur Stützwand verschiebbar sein.
[0021] Die Aufbiegeeinrichtung und/oder die Zurückbiegeeinrichtung kann wenigstens eine
Strangbiegeplatte enthalten. Die Strangbiegeplatte kann entlang der Glasebene bewegt
werden, um den Abstandhalterstrang plastisch zu verformen. Die Strangbiegeplatte ist
zum Zurückbiegen des Abstandhalterstrangs relativ zu den Klemmbacken bewegbar. Die
Bewegungsrichtung der Strangbiegeplatte ist entlang der Stützwand und quer zu der
Greifbewegung der Klemmbacken orientiert. Die Strangbiegeplatte kann als Druckplatte
ausgebildet sein, um eine Druckkraft auf den Abstandhalterstrang, insbesondere auf
dessen äußere Seitenfläche, aufzubringen. Die Strangbiegeplatte kann eine Antihaftbeschichtung
aufweisen, um zu verhindern, dass das pastöse Material des Abstandhalterstrangs an
der Strangbiegeplatte anhaftet.
[0022] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die Aufbiegeeinrichtung wenigstens eine
Blasdüse, insbesondere zwei Blasdüsen, enthalten. Die Aufbiegekraft kann durch Beaufschlagen
der inneren Seitenfläche des Abstandhalterstrangs mit einer Blasluftströmung aufgebracht
werden. Dies kann bei einem noch heißen Abstandhalterstrang aus einem thermoplastischen
Material zu einem beschleunigten Abkühlen führen. Hierdurch kann die Steifigkeit und/oder
Tragfähigkeit des pastösen Abstandhalterstrangs beim Einbetten des Sprossenprofils
erhöht werden. Dadurch lässt sich gewährleisten, dass der Abstandhalterstrang nach
dem Einbetten eine ausreichende Festigkeit aufweist, um das Eigengewicht des Sprosseneinsatzes
zu halten, ohne sich - dann unerwünscht - plastisch zu verformen. Die Blasluftströmung
ermöglicht ein berührungsloses Aufbiegen. Auf der inneren Seitenfläche des Abstandhalterstrangs
können somit keine unerwünschten Abdrücke eines Aufbiegewerkzeugs entstehen. Die Blasdüsen
können an den Klemmbacken befestigt und mit diesen bewegbar sein. Dadurch kann die
Größe des aufzubiegenden Abschnitts des Abstandhalterstrangs an die Querschnittsgröße
des Sprossenprofils angepasst werden. Die Richtung der Blasluftströmung kann entlang
der Stützwand bzw. der Glasebene orientiert sein, insbesondere parallel dazu. Die
Richtung der Blasluftströmung kann schräg zur Längsrichtung des Abstandhalterstrangs
orientiert sein.
[0023] In weiterer Ausgestaltung kann die Aufbiegeeinrichtung als Saugeinrichtung ausgebildet
seien. Die Saugeinrichtung kann eine Saugdüse enthalten, um den Abstandhalterstrang
an seiner äußeren Seitenfläche anzusaugen. Auch auf diese Weise können unerwünschte
Abdrücke auf der inneren Seitenfläche des Abstandhalterstrangs vermieden werden.
[0024] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden an Ausführungsbeispielen der
Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert. Gleiche und
einander entsprechende Komponenten sind darin mit übereinstimmenden Bezugszeichen
versehen. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Isolierglasscheibe mit Sprosseneinsatz,
- Figur 2
- eine teilweise geschnittene Frontansicht der Isolierglasscheibe der Figur 1,
- Figur 3
- eine vergrößerte Darstellung des Bereiches III der Figur 2,
- Figur 4
- eine perspektivische Ansicht einer ersten Glastafel der Isolierglasscheibe der Figur
1 nach dem Applizieren eines Abstandhalterstrangs,
- Figur 5
- die Glastafel der Figur 4 nach einem Aufbiegen des Abstandhalterstrangs,
- Figur 6
- die Glastafel der Figur 4 mit eingesetztem Sprosseneinsatz,
- Figur 7
- eine Frontansicht der Glastafel aus Figur 6,
- Figur 8
- eine entlang der Schnittfläche VIII-VIII geschnittene Ansicht der Glastafel der Figur
7,
- Figur 9
- eine vergrößerte Darstellung des Bereiches IX der Figur 8,
- Figur 10
- eine perspektivische Ansicht einer schematisch dargestellten Vorrichtung zum Applizieren
eines Abstandhalterstrangs und zum Einsetzen eines Sprosseneinsatzes beim Zusammenbauen
einer Isolierglasscheibe der Figur 1,
- Figur 11
- eine schematische Frontansicht einer Sprossenstation für die Vorrichtung der Figur
10,
- Figur 12
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Bearbeitungskopfes für die Sprossenstation der
Figur 11,
- Figur 13
- der Bearbeitungskopf der Figur 12 nach dem Greifen des Sprosseneinsatzes,
- Figur 14
- eine Ansicht ähnlich Figur 13 auf ein zweites Ausführungsbeispiel eines Bearbeitungskopfes,
- Figur 15
- eine Ansicht ähnlich Figur 13 auf ein drittes Ausführungsbeispiel eines Bearbeitungskopfes.
[0025] In den Figuren 1 und 2 ist eine erfindungsgemäße Isolierglasscheibe 1 dargestellt,
welche eine erste Glastafel 2, eine zweite Glastafel 3, einen rahmenförmigen Abstandhalter
4 und einen Sprosseneinsatz 5 enthält. Der Sprosseneinsatz 5 enthält vier Sprossenprofile
6. Jedes Sprossenprofil 6 hat ein dem Abstandhalter 4 zugewandtes Ende 7. Bei den
Sprossenprofilen 6 handelt es sich um dünnwandige Hohlprofile. Die Sprossenenden 7
sind stirnseitig offen und direkt in das Material des Abstandhalters 4 eingebettet,
vgl. Figuren 2 und 3. Die Sprossenprofile 6 und damit auch der Sprosseneinsatz 5 werden
also ohne Verwendung von Sprossenhalterungen und/oder Sprossenschuhen im Abstandhalter
4 gehalten. Ein entlang des Sprossenprofils 6 über zwei einander gegenüberliegende
Sprossenenden 7 gemessenes Außenmaß AM ist 1 mm bis 2 mm größer als das zugehörige
lichte Innenmaß IM1 des Abstandhalters 4. Der Abstandhalter 4 wird durch einen pastösen
und sich hernach verfestigenden Strang 8 aus einem kunststoffbasierten Material gebildet,
welcher auf die Glastafel 2 aufgetragen wird, vgl. Figur 4. Im Bereich der einzubettenden
Sprossenenden 7 wird jeweils ein Abschnitt 9 des pastösen Abstandhalterstrangs 8 durch
eine Aufbiegekraft FA plastisch nach außen aufgebogen, vgl. Figur 5. Die vier aufgebogenen
Abschnitte 9 weisen ein vergrößertes Innenmaß IM2 auf, welches größer als das zugehörige
Außenmaß AM ist. Der Abstandhalterstrang 8 hat vor dem Aufbiegen einen rechteckförmigen
Querschnitt mit einer ersten Schmalseite 81, einer zweiten Schmalseite 82 sowie einer
inneren Seitenfläche 83 und einer äußeren Seitenfläche 84. Der Abstandhalterstrang
8 wird mit seiner Schmalseite 81 auf die Glastafel 2 aufgesetzt, sodass die Seitenflächen
83 und 84 senkrecht zur Glasebene der Glastafel 2 verlaufen. Beim Aufbiegen wird der
rechteckförmige Querschnitt des Abstandhalterstrangs 8 in dem Abschnitt 9 ein wenig
verzerrt, da der Abstandhalterstrang 8 mit seiner Schmalseite 81 auf der Glastafel
2 haftet, vgl. Figur 9. Nach dem Aufbiegen wird der Sprosseneinsatz 5 in den Abstandhalter
4 eingesetzt, vgl. Figuren 6 bis 9. Anschließend werden die Abschnitte 9 des Abstandhalterstrangs
8 durch eine Zurückbiegekraft FZ wieder zurückgebogen. Dabei wird der Abstandhalterstrang
8 in den Abschnitten 9 wieder in seine ursprüngliche Rechteckform gebracht, sodass
der Abstandhalterstrang 8 in der fertigen Isolierglasscheibe 1 im Bereich der Sprossenenden
7 wieder durchgehend geradlinig verläuft, vgl. Figuren 1 und 2. Beim Zurückbiegen
der Abschnitte 9 werden die Sprossenenden 7 in den noch pastösen Abstandhalterstrang
8 eingedrückt und dadurch eingebettet, vgl. Figuren 2 und 3. Dabei wird ein Teil des
Materials des Abstandhalterstrangs 8 in das Innere des offenen Sprossenendes 7 hineingedrückt,
vgl. insbesondere Figur 3.
[0026] In Figur 10 ist schematisch eine oftmals auch als Fertigungslinie bezeichnete Vorrichtung
10 zum Zusammenbauen der Isolierglasscheibe 1 dargestellt, welche eine Auftragestation
12 für den Abstandhalterstrang 8 und eine Sprossenstation 14 zum Einsetzen des Sprosseneinsatzes
5 enthält. Eine Zwischenstation 16 ist als Transportstrecke und/oder Zwischenspeicher
zwischen der Auftragestation 12 und der Sprossenstation 14 vorgesehen. Eine Computersteuerung
17 ist mit der Vorrichtung 10 gekoppelt, um diese in der beschriebenen Weise zu steuern.
Die Auftragestation 12 ist in an sich bekannter Weise, beispielsweise gemäß
DE 44 33 749 A1, zum Auftragen eines pastösen und sich sodann verfestigenden Abstandhalterstrangs
aus einem thermoplastischen Material auf eine Glastafel eingerichtet und braucht deshalb
nicht im Detail beschrieben zu werden. In der Auftragestation 12 wird in an sich bekannter
Weise auf die stehende Glastafel 2 entlang ihres Randes der Abstandhalterstrang 8
aufgetragen. Die Auftragestation 12 enthält hierzu einen Applikationskopf 18, welcher
zum Applizieren wenigstens an einem Abschnitt des Randes der Glastafel 2 entlanggeführt
wird. Der pastöse Abstandhalterstrang 8 verfestigt sich im Laufe der Zeit nach dem
Auftragen auf die Glastafel 2.
[0027] Die Vorrichtung 10 enthält einen oder mehrere einspurige Waagerechtförderer 20, welche
von einer Zeile mit mehreren antreibbaren Transportrollen 21 gebildet werden. Derartige
Waagerechtförderer 20 sind an sich bekannt. Auf dem Waagerechtförderer 20 steht eine
Glastafel 2 mit ihrer Unterkante 22 auf. Jede der Stationen 12, 14 und 16 hat eine
Stützwand 24. Die Stützwand 24 weist in an sich bekannter Weise zur Vertikalen einen
Winkel von 6° bis 8° auf, um die sich daran anlehnenden Glastafel 2, die auf dem Waagerechtförderer
20 steht, abzustützen und ein unbeabsichtigtes Umfallen nach vorne zu verhindern.
Die Glastafel 2 wird in Figur 10 von links in die Auftragestation 12 gefördert. Vom
Applikationskopf 18 wird der Abstandhalterstrang 8 auf die Glastafel 2 aufgetragen,
sodass sich der in Figur 4 dargestellte Zustand ergibt. Die Glastafel 2 gemäß Figur
4 wird vom Waagerechtförderer 20 über die Zwischenstation 16 in die Sprossenstation
14 gefördert. In der Sprossenstation 14 wird in der unten stehend beschriebenen Weise
der Sprosseneinsatz 5 eingesetzt. Anschließend wird die Glastafel 2 vom Waagerechtförderer
20 in eine Pressstation (nicht dargestellt) weitergefördert und in an sich bekannter
Weise mit der Glastafel 3 zu der Isolierglasscheibe 1 zusammengefügt, indem die Glastafel
3 auf die Schmalseite 82 des Abstandhalterstrangs 8 aufgesetzt und der Zwischenraum
zwischen den Glastafeln 2 und 3 mit einem von Luft verschiedenen Gas gefüllt wird.
[0028] Die erfindungsgemäße Sprossenstation 14 enthält zehn Bearbeitungsköpfe 30, 31, 32,
33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, deren Arbeitsweise anhand des in Figur 11 dargestellten
Sprossenrahmens 5' mit sechs sich kreuzenden Sprossen und zwölf nach außen ragenden
Sprossenenden 7 beschrieben wird. Die drei Bearbeitungsköpfe 30, 32, 34 sind am unteren
Rand der Stützwand 24 angeordnet und in horizontaler Richtung nach rechts und links
verschiebbar. Die zwei Bearbeitungsköpfe 36 und 38 sind am linken Rand der Stützwand
24 angeordnet und parallel zur Stützwand 24 nach oben und unten verschiebbar. Die
Sprossenstation 14 enthält einen horizontalen Führungsbalken 40, welcher parallel
zur Stützwand 24 nach oben und unten verschiebbar ist. An dem Führungsbalken 40 sind
die Bearbeitungsköpfe 31, 33 und 35 in horizontaler Richtung nach rechts und links
verschiebbar angeordnet. Die Sprossenstation 14 enthält einen vertikalen Führungsbalken
41, welcher in horizontaler Richtung nach rechts und links verschiebbar ist. An dem
Führungsbalken 41 sind die Bearbeitungsköpfe 37 und 39 parallel zur Stützwand 24 nach
oben und unten verschiebbar angeordnet. Die Sprossenstation 14 enthält mehrere mit
der Steuerung 17 gekoppelte Antriebe (nicht dargestellt) zum motorischen Verschieben
der Führungsbalken 40 und 41 und der Bearbeitungsköpfe an die Positionen, an denen
sich die Sprossenenden 7 des einzusetzenden Sprosseneinsatzes 5' befinden. Die Bearbeitungsköpfe
31, 33, 35, 37, 39 können jeweils um eine senkrecht zur Stützwand 24 orientierte Achse
verschwenkt werden.
[0029] In den Figuren 12 und 13 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines Bearbeitungskopfes
30 dargestellt. Der Bearbeitungskopf 30 enthält einen Greifer 50 mit zwei Klemmbacken
51 und 52 sowie eine Aufbiegeeinrichtung 60 mit zwei Blasdüsen 61 und 62. Die Blasdüsen
61, 62 können mit Druckluft beaufschlagt werden. Die austretende Druckluft erzeugt
Blasluftströmungen, die in Figur 12 durch die Pfeile B angedeutet sind. Die Klemmbacken
51, 52 sind relativ zueinander entlang des Doppelpfeiles C verschiebbar, um durch
Veränderung ihres Abstandes zueinander eine Greifbewegung auszuführen. Der Bearbeitungskopf
30 ist entlang des Doppelpfeiles D senkrecht zur Stützwand 24 verschiebbar. Der Bearbeitungskopf
30 enthält ferner eine Zurückbiegeeinrichtung 65 mit einer Strangbiegeplatte 66 sowie
eine Positionierhilfe 70 mit einer Aufsetzplatte 71 und zwei schwenkbaren Führungsfingern
72 und 73. Jeder Führungsfinger 72, 73 ist drehfest auf einer Schwenkwelle 74, 75
befestigt. Die Führungsfinger 72, 73 können jeweils von einem gesteuerten Antrieb
76, 77 zwischen den dargestellten Positionen gemäß der Figuren 12 und 13 hin und her
geschwenkt werden. Die Strangbiegeplatte 66 kann in Richtung des Pfeiles E relativ
zu den Klemmbacken 51, 52 bewegt werden. Ein mit der Steuerung 17 gekoppelter Temperatursensor
67 ist in der Stirnseite der Strangbiegeplatte 66 angeordnet. Die übrigen Bearbeitungsköpfe
31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38 und 39 sind in gleicher Weise wie der Bearbeitungskopf
30 ausgebildet.
[0030] Vor dem Einsetzen des Sprosseneinsatzes 5' in die Greifer 50 werden die Bearbeitungsköpfe
30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38 und 39 in die Positionen verschoben, welche gemäß
der Abmessungen des Sprosseneinsatzes 5' erforderlich sind, um dessen Sprossenenden
7 zu greifen, vgl. Figur 11. Zunächst werden die Klemmbacken 51 und 52 mit den Blasdüsen
56 und 57 ohne den eingesetzten Sprosseneinsatz 5' in Richtung C auf einen Abstand
verschoben, welcher der gewünschten Länge des aufzubiegenden Abschnitts 9 des Abstandhalterstrangs
8 entspricht. Dann werden die Bearbeitungsköpfe 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38
und 39 gemeinsam ohne den eingesetzten Sprosseneinsatz 5' in Richtung D an die Stützwand
24 und die daran anlehnende Glastafel 2 angenähert. Dadurch kommen die Blasdüsen 56
und 57 in eine Position innerhalb des Abstandhalters 4, in welcher die Blasluftströmung
B auf die innere Seitenfläche 83 wirken und den Abstandhalterstrang 8 nach außen aufbiegen
kann. Die Strangbiegeplatte 66 kommt dabei in eine Position vor der äußeren Seitenfläche
84 und kann dort die Temperatur des Abstandhalterstrangs 8 erfassen. Je nach gemessener
Temperatur kann der Druck der Blasluftströmung B eingestellt werden, um die Aufbiegekraft
FA an die Festigkeit des pastösen Abstandhalterstrangs 8 anzupassen. Der Abstandhalterstrang
8 ist dann in zehn Abschnitten 9 nach außen aufgebogen. Der Sprosseneinsatz 5' weist
aber zwölf Sprossenenden 7 auf, vgl. Figur 11. Die Bearbeitungsköpfe 36 und 37 werden
deshalb in die benötigte Höhe nach oben verschoben und biegen dort noch zwei weitere
Abschnitte 9 des Abstandhalterstrangs 8 nach außen auf. Anschließend werden die Bearbeitungsköpfe
36 und 37 wieder in die in Figur 11 gezeigte Höhe zurückgefahren. Alle Bearbeitungsköpfe
30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38 und 39 werden in Richtung D von der Stützwand und
der Glastafel 2 wegbewegt. Die Klemmbacken 51 und 52 werden geöffnet. Der Führungsfinger
72 und die Aufsetzplatte 71 stehen in der in Figur 12 gezeigten Stellung. Der Führungsfinger
73 steht noch senkrecht zur Aufsetzplatte 71. In dieser Stellung der Bearbeitungsköpfe
wird der Sprosseneinsatz 5' in die Greifer 50 eingelegt. Der Sprosseneinsatz 5' kann
mit seinen Sprossenenden 7 auf die Aufsetzplatte 71 aufgesetzt und gegen den Führungsfinger
72 angedrückt werden. Anschließend wird der Führungsfinger 73 um 90° verschwenkt,
sodass er, wie in Figur 12 dargestellt, parallel zum Führungsfinger 72 steht. Der
Führungsfinger 73 wird in Richtung D an den Führungsfinger 72 angenähert, um sicherzustellen,
dass das Sprossenprofil 6 am Führungsfinger 72 anliegt. So von der Positionierhilfe
70 positioniert, wird das Sprossenprofil 6 von den Klemmbacken 51 und 52 gegriffen.
Nach dem Schließen der Greifer 50 wird die Aufsetzplatte 71 in Richtung D zurückgezogen
und die Führungsfinger 72 um jeweils 90° verschwenkt, sodass sie parallel zum Sprossenprofil
6 stehen, siehe Figur 13. Dies geschieht in allen Bearbeitungsköpfen, wodurch eine
präzise Positionierung des Sprosseneinsatzes 5' in den Greifern 50 erreicht wird.
[0031] Nun werden die Bearbeitungsköpfe 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38 und 39 gemeinsam
mit dem von den Greifern 50 festgehaltenen Sprosseneinsatz 5' in Richtung D zur Stützwand
24 bewegt und an die Glastafel 2 angenähert. Dabei wird der parallel zur Glastafel
2 orientierte Sprosseneinsatz 5' quer zur Glasebene in den vom rahmenförmigen Abstandhalter
4 umschlossenen Raum bis in die in den Figuren 6 bis 9 gezeigte Position eingeführt.
Die Sprossenenden 7 berühren den Abstandhalterstrang 8 noch nicht, vgl. Figur 9. Die
Strangbiegeplatten 61 bewegen sich mit den Bearbeitungsköpfen in Richtung D und befinden
sich jeweils außerhalb der äußeren Seitenfläche 84. Der Sprosseneinsatz 5' wird in
dieser Position von den Greifern 50 fixiert, während die Strangbiegeplatten 61 in
Richtung E an die Klemmbacken 51, 52 angenähert werden, um die Zurückbiegekraft FZ
auf die äußere Seitenfläche 84 aufzubringen und die aufgebogen Abschnitte 9 zurückzubiegen,
vgl. Figur 9 und 13. Dabei wird ein Teil des Materials des Abstandhalterstrangs 8
in das Innere des Sprossenprofils 6 hineingedrückt, sodass sich der in Figur 3 schematisch
dargestellte Zustand ergibt. Anschließend werden die Klemmbacken 51 und 52 der Bearbeitungsköpfe
36 und 37 in Richtung C auseinandergefahren. Die Bearbeitungsköpfe 36 und 37 werden
nach oben zu den Sprossenenden 7 der mittleren waagerechten Sprosse des Sprosseneinsatzes
5' gefahren, vgl. Figur 11, und betten diese durch Zurückbiegen der aufgebogen Abschnitte
9 ebenfalls in den Abstandhalterstrang 8 ein. Dabei wird der Sprosseneinsatz 5' noch
durch die übrigen Bearbeitungsköpfe gehalten. Nach dem Einbetten aller 12 Sprossenenden
7 des Sprosseneinsatzes 5' werden alle Greifer 50 geöffnet und alle Bearbeitungsköpfe
30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38 und 39 von der Stützwand 24 wegbewegt. Anschließend
wird die Glastafel 2 mit dem in den Abstandhalter 4 eingebetteten Sprosseneinsatz
5' von dem Waagrechtförderer 20 aus der Sprossenstation 14 herausgefördert. Damit
ist die Sprossenstation 14 wieder frei und kann den nächsten Sprosseneinsatz einsetzen.
[0032] Figur 14 zeigt eine Variante des Bearbeitungskopfes 30, welche keine Blasdüsen sondern
stattdessen eine schmalere Strangbiegeplatte 66' enthält. Die den Klemmbacken 51,
52 abgewandte Seite der Strangbiegeplatte 61' wirkt als Aufbiegeeinrichtung 60'. Die
den Klemmbacken 51, 52 zugewandte Seite der Strangbiegeplatte 66' wirkt als Zurückbiegeeinrichtung
65'. Die Abschnitte 9 des Abstandhalterstrangs 8 werden somit statt durch eine Blasluftströmung
durch die Strangbiegeplatte 66' nach außen aufgebogen. Figur 15 zeigt eine Variante
des Bearbeitungskopfes 30, in welcher die Aufbiegeeinrichtung 60" durch eine Saugeinrichtung
gebildet wird. Die Strangbiegeplatte 66" enthält auf ihrer den Klemmbacken 51, 52
zugewandten Seite eine Saugöffnung 68. Mit der Saugöffnung 68 kann der Abstandhalterstrang
8 an seiner Außenseite 84 an die Strangbiegeplatte 66" angesaugt werden, um den Abschnitt
9 aufzubiegen. Im Übrigen arbeiten die in den Figuren 14 und 15 dargestellten Varianten
in entsprechender Weise wie der in den Figuren 12 und 13 dargestellte Bearbeitungskopf
30, sodass auf eine wiederholte Beschreibung verzichtet werden kann.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Isolierglasscheibe |
51 |
Klemmbacke |
| 2 |
erste Glastafel |
52 |
Klemmbacke |
| 3 |
zweite Glastafel |
60, 60', 60" |
Aufbiegeeinrichtung |
| 4 |
Abstandhalter |
61 |
Blasdüse |
| 5, 5' |
Sprosseneinsatz |
62 |
Blasdüse |
| 6 |
Sprossenprofil |
65, 65', 65" |
Zurückbiegeeinrichtung |
| 7 |
Sprossenende |
66, 66', 66" |
Strangbiegeplatte |
| 8 |
Abstandhalterstrang |
67 |
Temperatursensor |
| 9 |
Abschnitt |
68 |
Saugöffnung |
| 10 |
Vorrichtung |
70 |
Positionierhilfe |
| 12 |
Auftragestation |
71 |
Aufsetzplatte |
| 14 |
Sprossenstation |
72 |
Führungsfinger |
| 16 |
Zwischenstation |
73 |
Führungsfinger |
| 17 |
Steuerung |
74 |
Schwenkwelle |
| 18 |
Applikationskopf |
75 |
Schwenkwelle |
| 20 |
Waagerechtförderer |
76 |
Antrieb |
| 21 |
Transportrollen |
77 |
Antrieb |
| 22 |
Unterkante |
81 |
erste Schmalseite |
| 24 |
Stützwand |
82 |
zweite Schmalseite |
| 30 |
Bearbeitungskopf |
83 |
innere Seitenfläche |
| 31 |
Bearbeitungskopf |
84 |
äußere Seitenfläche |
| 32 |
Bearbeitungskopf |
|
|
| 33 |
Bearbeitungskopf |
AM |
Außenmaß |
| 34 |
Bearbeitungskopf |
IM1 |
Innenmaß |
| 35 |
Bearbeitungskopf |
IM2 |
vergrößertes Innenmaß |
| 36 |
Bearbeitungskopf |
B |
Blasluftströmung |
| 37 |
Bearbeitungskopf |
C |
Bewegungsrichtung |
| 38 |
Bearbeitungskopf |
D |
Bewegungsrichtung |
| 39 |
Bearbeitungskopf |
E |
Bewegungsrichtung |
| 40 |
Führungsbalken |
FA |
Aufbiegekraft |
| 41 |
Führungsbalken |
FZ |
Zurückbiegekraft |
| 50 |
Greifer |
|
|
1. Isolierglasscheibe (1) enthaltend wenigstens zwei Glastafeln (2, 3), einen rahmenförmigen
Abstandhalter (4) und einen Sprosseneinsatz (5; 5'),
wobei der Sprosseneinsatz (5; 5') innerhalb des Abstandhalters (4) zwischen den beiden
Glastafeln (2, 3) angebracht ist, und
wobei der Sprosseneinsatz (5; 5') wenigstens ein längliches Sprossenprofil (6) mit
einem dem Abstandhalter (4) zugewandten Sprossenende (7) enthält, dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Sprossenende (7) von einem als Hohlprofil ausgebildeten Sprossenprofil
(6) gebildet und derart in das kunststoffbasierte Material des Abstandhalters (4)
eingebettet ist, dass sich ein Teil des kunststoffbasierten Materials im Inneren des
Hohlprofils befindet.
2. Isolierglasscheibe nach Anspruch 1, in welchem der Sprosseneinsatz (5; 5') zwei dem
Abstandhalter (4) zugewandte und sich gegenüberliegende Sprossenenden (7) aufweist,
welche jeweils von einem als Hohlprofil ausgebildeten Sprossenprofil (6) gebildet
und in das kunststoffbasierte Material des Abstandhalters (4) eingebettet sind, wobei
sich an beiden Sprossenenden (7) jeweils kunststoffbasiertes Material des Abstandhalters
(4) im Inneren des Hohlprofils befindet.
3. Isolierglasscheibe nach Anspruch 2, in welcher der Sprosseneinsatz (5; 5') ein entlang
des Sprossenprofils (6) gemessenes Außenmaß (AM) über die beiden sich gegenüberliegenden
Sprossenenden (7) aufweist, welches größer als das zugehörige Innenmaß (IM1) des rahmenförmigen
Abstandhalters (4) ist.
4. Vorrichtung (10) zum Zusammenbauen einer wenigstens zwei Glastafeln (2, 3), einen
rahmenförmigen Abstandhalter (4) und einen Sprosseneinsatz (5; 5') enthaltenden Isolierglasscheibe
(1),
wobei die Vorrichtung eine Sprossenstation (14) enthält, welche zum Einsetzen eines
Sprosseneinsatzes (5; 5') in einen pastösen und sich hernach verfestigenden Abstandhalterstrang
(8) eingerichtet ist, welcher auf eine Glastafel (2) rahmenförmig entlang ihres Randes
appliziert wurde,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (10) wenigstens eine Aufbiegeeinrichtung (60; 60'; 60") enthält,
welche eingerichtet ist, einen auf einer Glastafel (2) aufgebrachten Abstandhalterstrang
(8) plastisch nach außen aufzubiegen, und
dass die Vorrichtung (10) wenigstens eine Zurückbiegeeinrichtung (65; 65'; 65") enthält,
welche eingerichtet ist, nach einem Einsetzen eines Sprosseneinsatzes (5; 5') einen
aufgebogenen Abstandhalterstrang (8) plastisch zurückzubiegen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, welche wenigstens einen bewegbaren Bearbeitungskopf (30;
31; 32; 33; 34; 35; 36; 37; 38; 39) aufweist, welcher einen Greifer (50) sowie die
Aufbiegeeinrichtung (60; 60'; 60") und/oder die Zurückbiegeeinrichtung (65; 65'; 65")
enthält,
wobei der Greifer (50) zwei Klemmbacken (51, 52) hat, deren Abstand zueinander zum
Greifen eines Sprossenprofils (6) veränderlich ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, in welcher der Bearbeitungskopf (30; 31; 32; 33; 34;
35; 36; 37; 38; 39) wenigstens eine Positionierhilfe (70) enthält, welche eingerichtet
ist, einen einzusetzenden Sprosseneinsatz (5; 5') zwischen den Klemmbacken (51, 52)
zu positionieren.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, in welcher die Aufbiegeeinrichtung (60')
und/oder die Zurückbiegeeinrichtung (65; 65'; 65") wenigstens eine Strangbiegeplatte
(66; 66'; 66") enthält.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, in welcher die Aufbiegeeinrichtung (60)
wenigstens eine Blasdüse (61; 62) enthält.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, in welcher die Aufbiegeeinrichtung (60")
als Saugeinrichtung ausgebildet ist, welche mit einer Saugöffnung (68) eingerichtet
ist, einen Abstandhalterstrang (8) anzusaugen.
10. Verfahren zum Zusammenbauen einer ersten Glastafel (2), einem rahmenförmigen Abstandhalter
(4), einem Sprosseneinsatz (5; 5') und einer zweiten Glastafel (3) zu einer Isolierglasscheibe
(1) mit folgenden Schritten:
• der Abstandhalter (4) aus einem pastösen und sich hernach verfestigenden Abstandhalterstrang
(8) wird rahmenförmig auf eine erste Glastafel (2) appliziert;
• nach dem Applizieren des Abstandhalters (4) auf die erste Glastafel (2) wird wenigstens
ein Abschnitt (9) des noch pastösen Abstandhalterstrangs (8) nach außen aufgebogen;
• der Sprosseneinsatz (5; 5') wird in den rahmenförmigen Abstandhalter (4) eingesetzt
und der aufgebogene Abstandhalterstrang (8) wird zurückgebogen, sodass sich wenigstens
ein Sprossenende (7) des Sprosseneinsatzes (5) in den noch pastösen Abstandhalterstrang
(8) eindrückt;
• nach dem Einbetten des Sprossenendes (7) in den Abstandhalterstrang (8) wird eine
zweite Glastafel (3) auf den rahmenförmigen Abstandhalter (4) aufgesetzt, sodass sich
der Abstandhalter (4) und der Sprosseneinsatz (5; 5') zwischen der ersten Glastafel
(2) und der zweiten Glastafel (3) befinden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, in welchem, insbesondere mit einer Aufbiegeeinrichtung
(60; 60'; 60"), auf eine quer zu einer Glasebene der ersten Glastafel (2) orientierte
Seitenfläche (83) des Abstandhalterstrangs (8) eine Aufbiegekraft (FA) aufgebracht
wird, um den Abstandhalterstrang (8) plastisch zu verformen.
12. Verfahren nach Anspruch 11, in welchem die Aufbiegekraft (FA) durch Beaufschlagen
des Abstandhalterstrangs (8) mit einer Blasluftströmung (B) aufgebracht wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, in welchem, insbesondere mit einer Zurückbiegeeinrichtung
(65; 65'; 65"), auf eine quer zu einer Glasebene der ersten Glastafel (2) orientierte
Seitenfläche (84) des Abstandhalterstrangs (8) eine Zurückbiegekraft (FZ) aufgebracht
wird, um den Abstandhalterstrang (8) plastisch zu verformen.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, in welchem die Aufbiegekraft (FA) und/oder
die Zurückbiegekraft (FZ) anhand der Temperatur des Abstandhalterstrangs (8) gesteuert
wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, in welchem der Abstandhalterstrang (8)
beim Aufbiegen und/oder beim Zurückbiegen mit einer Strangbiegeplatte (66; 66'; 66")
plastisch verformt wird.