[0001] Die Erfindung betrifft eine Unterwasser-Bohrvorrichtung zum Sondieren eines Gewässerbodens,
mit einem Grundrahmen, welcher zum Absenken in einem Gewässer und zum Aufstellen auf
dem Gewässerboden ausgebildet ist, einem Bohrantrieb zum drehenden Antreiben und axialen
Vorfahren eines Bohrgestänges, welches aus rohrförmigen Bohrgestängeelementen aufbaubar
ist, wobei der Bohrantrieb vertikal entlang einer Bohrachse verfahrbar zwischen einer
unteren Bohrlochöffnung und einer oberen Rückstellposition gelagert ist, mindestens
einem Lagerbereich an dem Grundrahmen zum Lagern der einzelnen Bohrgestängeelemente
zum Aufbau des Bohrgestänges und einer Handhabungseinrichtung, welche zum Zuführen
einzelner Bohrgestängeelemente aus dem mindestens einen Lagerbereich zu der Bohrachse
zum Bilden des Bohrgestänges ausgebildet ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Sondieren eines Gewässerbodens
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.
[0003] Eine gattungsgemäße Unterwasser-Bohrvorrichtung geht beispielsweise aus der
WO 2015/172818 A1 hervor. Bei diesem bekannten Unterwasser-Kernbohrverfahren wird schrittweise ein
Bohrloch entsprechend der Länge eines Bohrgestängeelementes erstellt. Bei jedem Bohrschritt
wird der sich im rohrförmigen Bohrgestänge gebildete Bohrkern mit einem Bohrkernfänger
aufgenommen, aus dem Bohrgestänge entfernt und in einem Lagerbereich an einem Grundrahmen
der Bohrvorrichtung abgelegt. Durch mehrmaliges Wiederholen dieses Kernbohrverfahrens
kann eine Vielzahl von Bohrkernen als Bodenproben beschafft und in dem Lagerbereich
der Bohrvorrichtung abgelegt werden. Die Bohrkerne erlauben eine sehr gute Aussage
über den Aufbau des Gewässerbodens.
[0004] Für eine Analyse des Gewässerbodenaufbaues ist es bei diesem bekannten Stand der
Technik notwendig, die gesamte Bohrvorrichtung von dem Gewässerboden abzuheben und
aus dem Gewässer auf ein Versorgungsschiff oder eine Versorgungsplattform zu fördern.
Dort können die einzelnen Bohrkerne entnommen, näher untersucht und analysiert werden.
[0005] Diese Beschaffung und Analyse der Bodenproben ist sehr zeitaufwändig. Insbesondere
bei der Durchführung des Verfahrens auf hoher See ist ein hoher Zeitaufwand auch mit
sehr hohen Kosten verbunden, da Stunden- oder Tagessätze für Versorgungsschiffe mit
dem notwenigen Personal sehr hoch sind.
[0006] Aus der
WO 2013/188903 A1 ist ein Verfahren zur Untersuchung eines Gewässerbodens bekannt, bei welchem entlang
eines Bohrloches mittels einer Sensoreinrichtung die elektrische Leitfähigkeit und
eine magnetische Eigenschaft des Bodens erfasst wird. Hierzu wird ein Sensor entlang
der Bohrlochwandung verfahren. Für eine zuverlässige Messung sind hierbei jedoch zwei
grundsätzliche Verfahrensschritte notwendig. Zunächst ist das Bohrloch zu erstellen
und anschließend ist die Messung vorzunehmen ist. Beim Abbohren des Bohrloches und
beim Abfördern des abgebohrten Bodenmateriales aus dem Bohrloch besteht zudem die
grundsätzliche Problematik, dass eine Verschmierung zwischen den einzelnen Bodenschichten
erfolgen kann. Dies erschwert eine zuverlässige Ermittlung des Schichtaufbaues des
Gewässerbodens.
[0007] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Unterwasser-Bohrvorrichtung und ein Verfahren anzugeben, mit welchen
ein effizientes Sondieren eines Gewässerbodens erfolgen kann.
[0008] Die Erfindung wird zum einen durch eine Unterwasser-Bohrvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und zum anderen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
9 gelöst. Bevorzugte Ausführungen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0009] Die erfindungsgemäße Unterwasser-Bohrvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass
eine Sondeneinheit mit einem Sondendorn zum Sondieren des Gewässerbodens vorgesehen
ist, welche an dem Bohrgestänge lösbar angeordnet ist, dass die Sondeneinheit ausgebildet
ist, beim Eintreiben in den Boden Bodendaten zu erfassen und in einem internen Datenspeicher
zu speichern, und dass am Grundrahmen eine Ausleseeinheit zum Auslesen und Speichern
der in dem Datenspeicher der Sondeneinheit gespeicherten Daten angeordnet ist.
[0010] Eine erster Aspekt der Erfindung besteht darin, mittels einer Unterwasser-Bohrvorrichtung
eine Bohrung mittels eines Bohrgestänges zu erstellen. Die Bohrung kann insbesondere
als eine materialabtragende Bohrung und vorzugsweise durch Spülbohren durchgeführt
werden, wobei das abgetragene Bodenmaterial nach außerhalb des Bohrlochs abgeführt
wird.
[0011] Am unteren Ende des Bohrgestänges kann vor oder nach einem Bohrschritt eine Sondeneinheit
mit einem Sondendorn lösbar angeordnet werden. Zum Sondieren bildet der Sondendorn
der Sondeneinheit ein unteres Ende an dem Bohrgestänge. Durch axiales Verfahren des
Bohrgestänges nach unten kann der Sondendorn in den am Bohrlochgrund noch unbearbeiteten,
sozusagen jungfräulichen Boden, eingetrieben werden. Beim Eintreiben kann vorzugsweise
keine oder nur eine geringe Drehbewegung des Sondendorns stattfinden. Hierdurch lassen
sich durch die Sondeneinheit besonders aussagekräftigeDaten zu dem unveränderten Boden
erfassen. Die mit der Sondeneinheit erfassten Daten können beispielsweise Rückschlüsse
auf die Festigkeit oder Tragfähigkeit des Bodens, den Aufbau des Bodens oder zur Zusammensetzung
des Bodens, insbesondere hinsichtlich möglicher Bodenschätze, erlauben. Am Grundrahmen
kann ein Drehantrieb zum drehenden Antreiben des Bohrgestänges und ein Verfahrantrieb
zum axialen Verfahren angeordnet sein.
[0012] Ein weiterer Aspekt der Erfindung besteht darin, dass die Sondeneinheit ausgebildet
ist, beim Eintreiben in den Boden Bodendaten zu erfassen und in einem internen Datenspeicher
zu speichern. Die Sondeneinheit kann grundsätzlich autark arbeiten und ist mit einer
eigenständigen Energieversorgung, insbesondere einem Akkumulator, versehen. Die Sondeneinheit
muss so nicht mit einer Daten- und/oder Energieleitung beim Sondieren versehen sein.
Vielmehr werden die erfassten Daten intern abgespeichert und können nach einem Rückziehen
der Sondeneinheit aus dem Bohrloch ausgelesen und an ein Versorgungssschiff übermittelt
werden. Es besteht keine Datenkabelverbindung im Bohr- und/oder Sondierbetrieb zwischen
der Sondeneinheit und den weiteren Komponenten der Bohrvorrichtung. Die Sondeneinheit
ist sozusagen kabel- oder leitungslos angeordnet.
[0013] Nach der Erfindung ist es vorteilhaft, dass am Grundrahmen eine Ausleseeinheit zum
Auslesen und Speichern der in dem internen Datenspeicher der Sondeneinheit gespeicherten
Daten angeordnet ist. Ein Auslesen der Daten kann insbesondere drahtlos erfolgen,
ohne dass eine Steckverbindung zur Datenabfrage zwischen der Sondeneinheit und der
Ausleseeinheit aufgebaut werden müsste. Generell wäre dies neben einem drahtlosen
Auslesen jedoch auch möglich.
[0014] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass das Bohrgestänge
aus den rohrförmigen Bohrgestängeelementen einen mittigen Hohlraum aufweist, durch
welchen die Sondeneinheit zum unteren Ende des Bohrgestänges einbringbar und durch
das Bohrgestänge wieder rückziehbar ist. Somit kann der materialabtragende Bohrschritt
ohne die Sondeneinheit durchgeführt werden. Der freie Hohlraum kann beim Bohren zur
Zuführung einer Spülflüssigkeit und/oder zur Abfuhr von Bohrklein genutzt werden.
Die empfindliche Sondeneinheit kann somit auch geschont werden, was sich positiv auf
die Messgenauigkeit und die Langlebigkeit der Sondeneinheit auswirkt. Nach einem Sondieren
kann die Sondeneinheit wieder rückgezogen werden, so dass dann etwa ein weiterer Bohrschritt
und ein weiteres Sondieren erfolgen können. Die Schritte zum Bohren und Sondieren
können so oft wiederholt werden, bis eine gewünschte Endtiefe erreicht wird.
[0015] Nach dem Bohren kann die Sondeneinheit durch den Hohlraum des rohrförmigen Bohrgestänges
bis zu der unteren Endposition verbracht werden. Dabei kann das Bohrgestänge entsprechend
der Länge der Sondeneinheit, insbesondere des Sondendorns, innerhalb des Bohrloches
um einen gewissen Betrag rückgezogen werden. Die Sondeneinheit kann in der unteren
Endposition mittels einer Verriegelungseinrichtung lösbar verriegelt und fixiert werden.
Sodann kann durch weiteres Absenken des Bohrgestänges der Sondendorn der Sondeneinheit
in den Gewässerboden unterhalb des Bohrlochgrundes eingebracht werden. Vorzugsweise
bereits beim Eintreiben in den Boden können Bodendaten erfasst werden. Das Erfassen
der Bodendaten kann zeit- und/oder tiefenabhängig erfolgen, so dass die jeweils gemessenen
Daten abhängig vom Bohrzeitpunkt und/oder insbesondere einer Bohrtiefe abgespeichert
werden können. Dies erleichtert eine spätere Auswertung und Zuordnung zu bestimmten
Bodenschichten.
[0016] Nach einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist es vorteilhaft, dass ein
unteres Bohrgestängeelement des Bohrgestänges ein Bohrwerkzeug, insbesondere ein ringförmiges
Bohrwerkzeug, zum Abtrag von Bodenmaterial aufweist. Hierbei kann ein materialabtragendes
Bohren durchgeführt werden. Das abgetragene Bodenmaterial kann entsprechend einem
Spülbohrverfahren durch Zuleitung einer Spülflüssigkeit nach oben abgetragen werden.
Vorzugsweise kann die Spülflüssigkeit durch den inneren Hohlraum des Bohrgestänges
bis zu dem ringförmigen Bohrwerkzeug gefördert werden. Das abgetragene Bohrklein kann
vorzugsweise entlang der Außenseite des Bohrgestänges nach oben abgeführt werden.
[0017] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist es bevorzugt, dass eine Steuerung
vorgesehen ist, welche ausgebildet ist, mittels des Bohrantriebes in einem ersten
Bohrschritt ein drehendes Bohren zum Bilden einer Bohrung unter Abtrag von Bodenmaterial
und anschließend nach Einsetzen der Sondeneinheit in einem zweiten Sondierschritt
ein Sondieren durch axiales Eintreiben des Sondendorns in den Boden, vorzugsweise
ohne Drehbewegung, durchzuführen. Der Bohr- und der Sondiervorgang können so automatisiert
durchgeführt werden. Insbesondere kann in einem ersten Schritt ein Bohren bis zu einer
Tiefenposition erfolgen, ab welcher ein Sondieren des Bodens erfolgen soll. Die Sondeneinheit
mit dem Sondendorn wird dabei über ein axiales Verschieben des Bohrgestänges in den
noch unbearbeiteten Boden unterhalb des Bohrlochgrundes, vorzugsweise ohne Drehbewegung,
eingebracht. Durch Vermeiden einer Drehbewegung wird einem unerwünschten Verschmieren
von Bodenmaterial vorgebeugt. Es können so besonders zuverlässige Daten zu dem sondierten
Bodenbereich erfasst werden. Alternativ kann als erster Schritt ein Sondieren bis
zu einer ersten Sondiertiefe erfolgen. Anschließend kann ein Abbohren bis zu der ersten
Sondiertiefe ausgeführt werden, so dass darauf ein weiterer Sondierschritt erfolgen
kann. Das Sondieren und Bohren kann wechselweise durchgeführt werden, insbesondere
so lange, bis eine Endtiefe erreicht ist.
[0018] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass am Grundrahmen eine
Hubeinrichtung zum vertikalen Bewegen der Sondeneinheit in dem Bohrgestänge, insbesondere
zum Bewegen in die untere Sondierposition und zum Rückholen in eine obere Entnahmeposition,
angeordnet ist. Zum Rückholen kann die Sondeneinheit zunächst in der unteren Sondierposition
entriegelt werden, so dass dieses vom Bohrgestänge gelöst ist. Über die Hubeinrichtung
kann dann die Sondeneinheit durch das hohle Bohrgestänge in eine obere Entnahmeposition
bewegt werden. Die Sondeneinheit kann anschließend aus dem Bohrgestänge entnommen
werden oder es kann ein Auslesen unmittelbar im Bereich der Entnahmeposition erfolgen.
[0019] Besonders bevorzugt ist es dabei, dass die Hubeinrichtung ein Hubseil mit einem Seilendstück
zum lösbaren Verbinden mit einem Verbindungselement am oberen Ende der Sondeneinheit
aufweist. Insbesondere kann über die Hubeinheit die Sondeneinheit wieder zurück in
die Betriebsposition verbracht werden. Nach einem erneuten Verriegeln der Sondeneinheit
am unteren Ende des Bohrgestänges kann das Hubseil von der Sondeneinheit gelöst und
während des Sondierbetriebes rückgezogen sein. Grundsätzlich kann das Hubseil insbesondere
bei einem axialen Eintreiben eines Sondendorns an der Sondeneinheit verbleiben. Alternativ
kann die Sondeneinheit auch im freien Fall durch das rohrförmige Bohrgestänge eingebracht
werden. Am unteren Ende des Bohrgestänges kann die Sondeneinheit verriegelt werden,
so dass ein weiteres Bewegen der Sondeneinheit über das Bohrgestänge und den Bohrantrieb
erfolgen kann.
[0020] Grundsätzlich kann das Auslesen der Daten in jeder geeigneten Weise erfolgen. Nach
einer Ausführung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass die Ausleseeinheit zum drahtlosen
und/oder kontaktgebundenen Auslesen und Speichern der in dem Datenspeicher der Sondeneinheit
gespeicherten Daten ausgebildet ist. Dies ermöglicht ein besonders effizientes Auslesen.
[0021] Grundsätzlich kann die Ausleseeinheit zu der Sondeneinheit bewegt werden. Eine besonders
zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass am Grundrahmen eine Manipulatoreinrichtung
angeordnet ist, welche zum Greifen der Sondeneinheit und Bewegen zwischen dem Bohrgestänge
und der Ausleseeinheit sowie einer Lagerposition ausgebildet ist. Durch die Manipulatoreinrichtung
kann die Sondeneinheit gegriffen und zu der Ausleseeinheit bewegt werden.
[0022] Besonders zweckmäßig ist es dabei, dass die Manipulatoreinrichtung ganz oder teilweise
durch die Handhabungseinrichtung gebildet ist. Insbesondere kann der gleiche Greifer
zum Greifen der Sondeneinheit verwendet werden, wie er auch zum Greifen der Bohrgestängeelemente
eingesetzt wird.
[0023] Zum Lagern der Bohrgestängeelemente kann jede geeignete Lageranordnung an dem Grundrahmen
vorgesehen sein. Eine besonders kompakte Anordnung wird nach einer Ausgestaltung der
Erfindung dadurch erzielt, dass der mindestens eine Lagerbereich ein Revolvermagazin
zum Aufnehmen und Lagern der rohrförmigen Bohrgestängeelemente und der Sondeneinheit
aufweist. Insbesondere können auch zwei oder mehr Revolvermagazine angeordnet sein.
[0024] Die Bohrgestängeelemente können so drehbar gelagert werden, wodurch sich die Ausbildung
der Handlingseinrichtung entsprechend vereinfacht, da etwa beim Entnehmen der Bohrgestänge
diese durch das Revolvermagazin stets zu einer definierten Abgabeposition bewegt werden
können. Im umgekehrter Weise können die Bohrgestängeelemente auch stets an eine definierte
freie Lagerposition abgegeben werden, die durch Verdrehen des Revolvermagazins zu
der gleichen Aufnahmeposition erfolgt.
[0025] Die Unterwasser-Bohrvorrichtung kann grundsätzlich autark ausgebildet sein. Vorteilhaft
ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung, dass die Unterwasser-Bohrvorrichtung
über mindestens eine Leitung mit einem Versorgungsschiff verbunden ist und Daten von
der Ausleseeinheit über die Leitung an das Versorgungsschiff übertragbar sind. Es
kann so insbesondere ein Datenaustausch mit und eine Energieversorgung von einem Versorgungsschiff
erfolgen. Insbesondere ist es möglich, nach jedem Sondierschritt die Daten auszulesen.
Auf Grundlage der erhaltenen Daten kann so etwa unmittelbar entschieden werden, ob
ein weiterer Sondierschritt notwendig oder sinnvoll ist.
[0026] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zum Sondieren eines Gewässerbodens,
wobei nach der Erfindung vorgesehen ist, dass eine erfindungsgemäße Unterwasser-Bohrvorrichtung
in ein Gewässer abgesenkt und auf dem Gewässerboden aufgestellt wird, dass mit einem
Bohrantrieb und einem Bohrgestänge, welches aus rohrförmigen Bohrgestängeelementen
aufgebaut wird, eine Bohrung erstellt wird, dass vor und/oder nach dem Bohren eine
Sondeneinheit mit einem Sondendorn zum Sondieren des Gewässerbodens an dem Bohrgestänge
lösbar angeordnet wird, dass die Sondeneinheit in den Boden eingetrieben wird, wobei
Bodendaten erfasst und in einem internen Datenspeicher der Sondeneinheit gespeichert
werden, und dass die gespeicherten Daten aus dem Datenspeicher der Sondeneinheit über
eine Ausleseeinheit am Grundrahmen ausgelesen werden.
[0027] Mit dem Verfahren können die zuvor beschriebenen Vorteile beim Einsatz der erfindungsgemäßen
Unterwasser-Bohrvorrichtung erzielt werden.
[0028] Eine vorteilhafte Ausführungsvariante des Verfahrens besteht darin, dass zum Auslesen
der erfassten Daten in dem Datenspeicher die Sondeneinheit zu der Ausleseeinheit am
Grundrahmen der Unterwasser-Bohrvorrichtung bewegt wird. Die Sondeneinheit kann so
autark arbeiten und die erfassten Daten können nach jedem Sondierschritt zuverlässig
durch die Ausleseeinheit ausgelesen werden. Von der Ausleseeinheit können die erfassten
Daten über eine geeignete Datenverbindung etwa zu einem Versorgungsschiff weitergeleitet
werden.
[0029] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die Daten
aus dem Datenspeicher an der Ausleseeinheit drahtlos und/oder drahtgebunden ausgelesen
werden. Die Ausleseeinheit kann dabei insbesondere eine Aufnahme, insbesondere eine
Dockingstation aufweisen, an welcher die Sondeneinheit zur Datenübertragung angeordnet
wird. Die Datenübertragung zum Auslesen der Daten aus dem Datenspeicher der Sondeneinheit
kann kontaktgebunden, etwa über eine Steckverbindung, oder vorzugsweise drahtlos erfolgen.
Insbesondere kann die Sondeneinheit mit einem Transponder versehen sein, welcher bei
Empfang eines entsprechenden Signales die erfassten Daten an die Ausleseeinheit überträgt.
An der Ausleseeinheit kann auch eine Ladestation angeordnet sein, mit welcher kontaktgebunden
oder drahtlos ein elektrischer Energiespeicher an der Sondeneinheit aufgeladen wird.
[0030] Eine weitere vorteilhafte Verfahrensvariante besteht gemäß der Erfindung darin, dass
über eine Leitung oder drahtlos die Daten von der Ausleseeinheit unmittelbar oder
nach einer Zwischenspeicherung zu bestimmten Zeitpunkten zu einem Versorgungsschiff
übertragen werden. Insbesondere bei größeren Arbeitstiefen von 100 Metern und tiefer,
insbesondere bei Arbeitstiefen von über 1.000 Metern, können die Daten aus der Ausleseeinheit
mittels einer Leitung, insbesondere eines sogenannten Umbilicals, zu einem Versorgungsschiff
an der Wasseroberfläche übertragen werden. Die Leitung kann dabei nicht allein als
eine Datenleitung sondern insgesamt als eine Versorgungsleitung für die Unterwasser-Bohrvorrichtung
ausgebildet sein. Für eine schnelle Auswertung der Daten, insbesondere für eine Entscheidung
über einen weiteren Bohr- oder Messschritt, können die Daten unmittelbar an das Versorgungsschiff
übertragen werden. Alternativ können die Daten in der Ausleseeinheit auch für eine
gewisse Zeitspanne in einem Datenspeicher der Ausleseeinheit zwischengespeichert werden,
um zu einem geeigneten Zeitpunkt an das Versorgungsschiff übertragen werden zu können.
[0031] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht
darin, dass in einem ersten Bohrschritt ein drehendes Bohren zum Bilden einer Bohrung
unter Abtrag von Bodenmaterial erfolgt und dass anschließend in einem zweiten Sondierschritt
die Sondiereinheit in das Bohrgestänge eingesetzt wird, wobei ein Sondieren durch
axiales Eintreiben des Sondendorns in den Boden am Bohrlochgrund, vorzugweise ohne
Drehbewegung, durchgeführt wird, und dass nötigenfalls der Bohrschritt und der Sondierschritt
so oft wiederholt werden, bis der Gewässerboden bis zu einer gewünschten Tiefe sondiert
ist.
[0032] Alternativ ist es nach einer anderen Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass
in einem ersten Sondierschritt die Sondeneinheit in das Bohrgestänge eingesetzt wird,
wobei ein Sondieren durch axiales Eintreiben des Sondendorns in den Boden am Bohrlochgrund,
vorzugsweise ohne Drehbewegung, durchgeführt wird, dass anschließend in einem zweiten
Bohrschritt ein drehendes Bohren zum Bilden einer Bohrung unter Abtrag von Bodenmaterial
erfolgt, und dass nötigenfalls der Sondierschritt und der Bohrschritt so oft wiederholt
werden, bis der Gewässerboden (5) bis zu einer gewünschten Tiefe sondiert ist. Das
Verfahren wird so unmittelbar mit einem Sondierschritt begonnen, so dass Daten ausgehend
von der Bodenoberfläche erhalten werden.
[0033] Besonders aussagekräftige Daten ergeben sich nach eine Weiterbildung der Erfindung
dadurch, dass beim Bohren und/oder Sondieren eine Tiefenlage im Boden erfasst wird
und dass die erfassten Bodendaten zugeordnet zur jeweiligen Tiefenlage gespeichert
werden. Hierdurch kann insbesondere ein Schichtaufbau des Boden ermittelt werden.
[0034] Durch ein wechselweises Bohren und Sondieren kann der jeweils nachfolgende Bohrschritt
auf die erfolgte Sondiertiefe und die Länge des Sondendorns abgestimmt werden. Insbesondere
wird jeder weitere Bohrschritt mit einer Bohrtiefe durchgeführt, die der vorausgegangenen
Sondiertiefe entspricht. Somit kann ein Sondieren durch die Sondiereinheit stets in
einem Bodenbereich in einem unbearbeiteten Zustand durchgeführt werden. Dies erhöht
die Datenqualität.
[0035] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles weiter
beschrieben, welches schematisch in den Zeichnungen dargestellt ist. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Ansicht einer Unterwasser-Bohrvorrichtung nach der
Erfindung;
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht der Unterwasser-Bohrvorrichtung nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische Seitenansicht einer Sondeneinheit für die Erfindung;
- Fig. 4
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Unterwasser-Bohrvorrichtung
vor dem Einsetzen einer Sondeneinheit in eine Bohrung;
- Fig. 5a
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Unterwasser-Bohrvorrichtung
von Fig. 4 nach dem Einsetzen einer Sondeneinheit in die Bohrung;
- Fig. 5b
- eine schematische Detailansicht der erfindungsgemäßen Unterwasser-Bohrvorrichtung
von Fig. 5a zur Verbindung der Sondeneinheit;
- Fig. 6
- schematische Seitenansichten der Unterwasser-Bohrvorrichtung zum Ablauf eines erfindungsgemäßen
Verfahrens;
- Fig. 7
- eine schematische Querschnittsansicht zum Lagerbereich einer Unterwasser-Bohrvorrichtung;
- Fig. 8
- eine schematische Seitenansicht einer Ausleseeinheit einer erfindungsgemäßen Unterwasser-Bohrvorrichtung
vor dem Auslesen; und
- Fig. 9
- eine schematische Seitenansicht der Ausleseeinheit von Fig. 8 beim Auslesen einer
Sondereinheit.
[0036] Der grundsätzliche Aufbau einer erfindungsgemäßen Unterwasser-Bohrvorrichtung 10
nach der Erfindung wird im Zusammenhang mit den Figuren 1 und 2 erläutert. Die Unterwasser-Bohrvorrichtung
10 umfasst einen kastenförmigen Grundrahmen 12, welcher vorzugsweise aus Stahlträgern
aufgebaut ist. In einem inneren, insbesondere mittleren Bereich des Grundrahmens 12
kann eine vertikal gerichtete Bohrführung 24 vorgesehen sein, entlang welcher ein
Bohrantrieb 20 mit einer Spanneinrichtung 22 zum Spannen von Bohrgestängeelementen
32 vertikal verfahrbar entlang einer Bohrachse 21 gelagert und angetrieben sein kann.
Zusätzlich kann der Bohrantrieb 20 senkrecht zur Bohrachse 21 in einer horizontalen
Richtung entlang einer Querschiene 23 von der Bohrachse 21 weg verschiebbar sein.
Der Bohrantrieb 20 kann dabei als Teil einer Handhabungseinrichtung 38 dienen, um
in den Lagerbereichen 14 und 15 des Grundrahmens 12 nicht dargestellte, gelagerte
Bohrgestängeelemente 32 zu greifen und diese in die Bohrachse 21 zu führen. Die nur
schematisch angedeutete Handhabungseinrichtung 38 kann weitere Komponenten aufweisen,
um in bekannter Weise vertikal gerichtete, gelagerte Bohrgestängeelemente 32 und eine
Sondeneinheit 60 zu greifen und zur Bohrachse 21 zu fördern.
[0037] Zum Bilden eines Bohrstranges oder Bohrgestänges 30 wird ein neues Bohrgestängeelement
32 an ein bereits vorhandenes Bohrgestängeelement 32 mittels Schraubverbindung angeschlossen.
In Fig. 1 ist lediglich ein einzelnes Bohrgestängeelemente 32 gezeigt, welches in
einem ersten Bohrschritt in den Gewässerboden 5 eingebracht wurde. Bei diesem anfänglichen
Bohrgestängeelement 32 ist am unteren Ende ein Bohrwerkzeug 31 mit bodenabtragenden
Schneidwerkzeugen vorgesehen. Beim Abbohren des rohrförmigen Bohrgestängeelementes
32 wird Bodenmaterial abgetragen und kann durch ein bekanntes Spülbohren nach oben
abgeführt werden. Dadurch entsteht ein Bohrloch. Im Inneren des Bohrgestänges 30 ist
ein Hohlraum angeordnet, in welchem eine Sondereinheit zu- und abgeführt werden kann.
[0038] Zum Zu- und Abführen von Bohrgestängeelementen 32 und einer Sondeneinheit 60 kann
der Bohrantrieb 20 entlang und/oder quer zur Bohrachse 21 verfahren werden. Ein Hubseil
43 einer Hubeinrichtung 40, welche eine Verstelleinrichtung 41 aufweisen kann, kann
entlang der Bohrachse 21 bewegt und insbesondere in den Hohlraum des Bohrgestänges
30 eingebracht werden. Der Bohrantrieb 20 kann dabei ringförmig mit einem Durchgang
ausgebildet sein und/oder aus dem Bereich der Bohrachse 21 bewegt werden. Am unteren
freien Ende des Hubseiles 43 kann eine hülsenförmige Verbindungseinrichtung 44 angeordnet
sein. Das Hubseil 43 verläuft von einer am Grundrahmen 12 befestigten Winde 42 vorzugsweise
über eine untere Anlenkrolle 45 zu einer oberen Umlenkeinrichtung 46 der Hubeinrichtung
40. Über die Winde 42 kann das mehrfach am Grundrahmen 12 umgelenkte Hubseil 43 nach
unten abgelassen werden, wobei die Verbindungseinrichtung 44 am Hubseil 43 mit einer
Verbindungseinrichtung 36 am oberen Ende der Sondeneinheit 60 in Eingriff kommt. Dabei
wird eine Verbindung hergestellt, so dass die Sondeneinheit 60 nach oben aus dem Bohrgestänge
30 herausgezogen oder hierin zum Grund des Bohrlochs abgesenkt werden kann.
[0039] Bei einem Herausziehen kann die Sondeneinheit 60 mittels der Handhabungseinrichtung
38 seitlich zu den Lagerbereichen 14, 15 an dem Grundrahmen 12 bewegt werden. Die
Sondeneinheit 60 kann zu einer nicht näher dargestellten Ausleseeinheit 70 verbracht
werden, durch welche ein Datenspeicher der Sondeneinheit 60 ausgelesen werden kann.
Hierzu kann insbesondere der Bohrantrieb 20 von dem Bohrgestänge 30 gelöst und aus
der Bohrachse bewegt werden. Nach Verbindung mit einer Hilfswinde kann die Sondeneinheit
60 noch oben gezogen und dort entriegelt werden.
[0040] In einem Bereich 50 oberhalb der Bohrlochöffnung können eine oder mehrere Spanneinheiten
17 zum Halten des Bohrgestänges 30 und/oder Lösen einer Gestängeverbindung angeordnet
sein.
[0041] Nach diesem ersten Bohrschritt und Sondierschritt kann ein weiterer Bohrschritt mit
einem neuen Bohrgestängeelement 32 aus dem Lagerbereich 14, 15 durchgeführt werden.
Das neue Bohrgestängeelement 32 kann an das obere Bohrgestängeelement 32 des Bohrgestänges
30 angeschlossen werden. Anschließend kann dann das Bohrgestänge 30 wieder um einen
Bohrschritt um die Länge eines Bohrgestängeelementes 32 in den Gewässerboden 5 abgebohrt
werden. Sodann kann die Sondeneinheit 60 wieder in das Bohrloch eingeführt und ein
neuer Sondierschritt durchgeführt werden.
[0042] Es können dann entsprechend weitere Bohrschritte und Sondierschritte erfolgen, soweit
dies gewünscht wird.
[0043] Nach Rückbau des Bohrgestänges 30 kann die Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 zu einer
zweiten Position versetzt werden, um eine weitere Bohrung und Sondierung durchzuführen.
[0044] Ein Ausführungsbeispiel einer möglichen Sondeneinheit 60 zum Einsatz bei der erfindungsgemäßen
Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 ist näher in Fig. 3 dargestellt. Die Sondeneinheit
60 weist einen im Wesentlichen zylindrischen Grundköper 62 auf, an dessen unteren
Ende ein Sondendorn 64 mit einer unteren Messspitze 65 angeordnet sein kann. Der Sondendorn
64 kann insbesondere als eine CPT-Messsonde mit einem CPT-Interface als Messspitze
65 ausgebildet sein.
[0045] An einem oberen Ende des Grundkörpers sind ein Dateninterface 67, welches insbesondere
für eine drahtlose Datenübertragung ausgebildet ist, und ein Verbindungselement 66
angeordnet, welches mit einer Verbindungseinrichtung 44 am freien Ende des Hubseils
43 zum lösbaren Verbinden der Sondeneinheit 60 an das Hubseil 43 zusammenwirken kann.
Das Dateninterface 67 ist zusammen mit der Ausleseeinheit 70 so ausgebildet, dass
die erfassten Daten aus dem Datenspeicher der Sondeneinheit 60 ausgelesen werden können.
Weiterhin kann an dem Grundkörper 62 oberhalb des Sondendorns 64 eine Verriegelungseinrichtung
68 angeordnet sein, welche zum lösbaren Verriegeln der Sondeneinheit 60 an einem unteren
Ende des Bohrgestänges 30 ausgebildet sein kann.
[0046] Ein Außendurchmesser der Sondeneinheit 60 ist so ausgelegt, dass diese in einen inneren
Hohlraum des rohrförmigen Bohrgestänges 30 eingesetzt werden kann. Zusätzlich kann
die Sondeneinheit 60 einen Zentrierabschnitt 63 an dem Sondendorn 64 oder dem Grundkörper
62 aufweisen, mit welchem die Sondeneinheit 60 in dem Bohrgestänge 30 an bestimmten
Stellen oder in einer Ausleseeinheit zentriert angeordnet werden kann.
[0047] Der Sondendorn 64 weist eine Länge L auf, mit welcher der Sondendorn 64 in den Boden
5 eingetrieben oder eingedrückt werden kann. Die Länge L bestimmt somit auch die minimale
Länge für einen Bohrschritt, damit der Sondendorn 64 stets in einen möglichst unveränderten
Boden 5 eingetrieben werden kann.
[0048] Der grundsätzliche Aufbau und die Betriebsweise einer erfindungsgemäßen Unterwasser-Bohrvorrichtung
10 werden weiter in Zusammenhang mit den Figuren 4, 5a und 5b erläutert. Der Grundrahmen
12 der Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 wird auf einem Gewässerboden 5 aufgesetzt. Die
Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 kann über eine Leitung 19 mit einem Versorgungsschiff
verbunden sein. An dem Grundrahmen 12 sind in einem Lagerbereich Bohrgestängeelemente
32 angeordnet, welche über eine hier nicht dargestellte Handhabungseinrichtung 38
unterhalb des Bohrantriebes 20 verbracht werden können. In dem Gewässerboden 5 kann
dabei ein erstes Bohrgestängeelement 32 mit einem unteren Bohrwerkzeug 31 in den Boden
eingebracht sein. Bei Bedarf kann das eingebrachte Bohrgestängeelement 32 nach einem
Lösen des Bohrantriebes 20 mittels einer Spanneinheit 17 am Grundrahmen 12 in einer
gewünschten Lage gehalten werden.
[0049] Mittels der nicht dargestellten Handhabungseinrichtung 38 kann eine stangenförmige
Sondeneinheit 60, welche gemäß Fig. 4 an einer Ausleseeinheit 70 in einer Auslese-
oder Warteposition am Grundrahmen 12 gehalten sein kann, unter den nach oben gefahrenen
Bohrantrieb 20 verbracht werden. Die Sondeneinheit 60 kann hierzu über eine Verbindungseinrichtung
44 am freien Ende des Hubseils 43 einer Hubeinrichtung 40 verbunden werden, wie in
Fig. 5b dargestellt ist. Mittels der Hubeinrichtung 40 mit einer Winde 42 und einer
Umlenkeinrichtung 46 für das Hubseil 43 kann die Sondeneinheit 60 durch den ringförmigen
Bohrantrieb 20 hindurch vertikal in das erstellte Bohrloch eingebracht und innerhalb
des rohrförmigen Bohrgestängeelementes 32 mittels der Verriegelungseinrichtung 68
lösbar befestigt werden, wie in Fig. 5a verdeutlicht ist. Durch ein nach-unten-Fahren
des Bohrantriebs 20 über einen nicht dargestellten Verfahrantrieb kann die Sondeneinheit
60 dann zur Erfassung von Daten des Bodens 5 in diesen eingedrückt werden. Alternativ
kann die Sondeneinheit 60 auch ohne Hubeinrichtung durch Einführen und Fallenlassen
in das Bohrgestänge 30 eingebracht werden.
[0050] Ein möglicher bevorzugter Verfahrensablauf ist schematisch in den Ablaufdarstellungen
nach Fig. 6 näher verdeutlicht.
[0051] Gemäß Fig. 6a befindet sich die Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 in einem Ausgangszustand
auf dem Gewässerboden 5. Die Sondeneinheit 60 kann sich in einer Warte- oder Ausleseposition
befinden. Die einzelnen Bohrgestängeelemente 32 können in einem Lagebereich 14 angeordnet
sein.
[0052] Aus dieser Ausgangsposition kann nunmehr die Sondeneinheit 60 mittels einer Handhabungseinrichtung
38 in eine Position unterhalb des Bohrantriebes 20 bewegt und mit diesem gekoppelt
werden. Gleichzeitig kann das Hubseil 43 der Hubeinrichtung 40 über die Verbindungseinrichtung
44 mit der Sondeneinheit 60 verbunden werden, wie gemäß den Figuren 6b und 6c veranschaulicht
ist. Der Bohrantrieb 20 kann mit einer Hohlwelle ausgebildet und/oder aus der Bohrachse
bewegbar gelagert sein.
[0053] Sodann kann durch ein nach-unten-Fahren des Bohrantriebes 20, vorzugsweise ohne dass
dieser eine Drehbewegung ausführt, die Sondeneinheit 60 in den Gewässerboden 5 eingedrückt
werden, wie anschaulich in Fig. 6d gezeigt ist. Bei diesem Eindrücken können über
die Sondeneinheit 60, welche vorzugsweise als eine CPT-Sonde ausgebildet ist, Daten
zum Gewässerboden 5 erfasst werden.
[0054] Nach dem ersten Sondierschritt kann der Bohrantrieb 20 mit der Sondeneinheit 60 wieder
aus dem Gewässerboden 5 rückgezogen werden, wie in Fig. 6e dargestellt ist.
[0055] Nach dem Lösen der Sondeneinheit 60 von dem Bohrantrieb 20 und der Hubeinrichtung
40 kann die Sondeneinheit 60 über die nicht gezeigte Handhabungseinrichtung 38 aus
der Bohrachse heraus in die seitliche Ausleseposition bewegt werden, wie in Fig. 6f
verdeutlicht ist. Gleichzeitig oder danach kann ein Bohrgestängeelement 32 aus dem
seitlichen Lagereich mit der Handhabungseinrichtung 38 in die Bohrachse unterhalb
des Bohrantriebes 20 bewegt werden.
[0056] Nach Verbinden des Bohrgestängeelementes 32 mit dem Bohrantrieb 20 kann ein Bohrloch
mit dem Bohrgestängeelement 32 durch drehenden Antrieb durch den Bohrantrieb 20 und
durch ein axiales nach-unten-Fahren in den Gewässerboden 5 gemäß Fig. 6g materialabtragend
abgebohrt werden. Abgetragenes Bodenmaterial kann insbesondere mittels Einleiten einer
Spülflüssigkeit, wie es etwa grundsätzlich bei Spülbohrverfahren bekannt ist, aus
dem Bohrloch ausgespült werden.
[0057] Nach Erreichen der gewünschten Abbohrposition gemäß Fig. 6g kann die Sondeneinheit
60 über die Handhabungseinrichtung 38 und die Hubeinrichtung 40 in den Hohlraum des
rohrförmigen Bohrgestängeelementes 32 im Gewässerboden 5 eingesetzt werden, wie in
Fig. 6h gezeigt ist. Das Einsetzen der Sondeneinheit 60 kann über die Hubeinrichtung
40 erfolgen, wobei der Bohrantrieb 20 in seine obere Position nach dem Lösen von dem
Bohrgestängeelement 32 rückgesetzt sein kann.
[0058] Nach dem Einsetzen der Sondeneinheit 60 in das in den Gewässerboden 5 eingebrachte
Bohrgestängeelement 32 kann der Bohrantrieb 20 wieder nach unten verfahren und mit
dem eingebrachten Bohrgestängeelement 32 verbunden werden, wie in Fig. 6i abgebildet
ist.
[0059] Anschließend kann der Bohrantrieb 20 mit dem Bohrgestängeelement 32 nach oben verfahren
werden, während die Sondeneinheit 60 in dem erstellten Bohrloch in dem Gewässerboden
5 verbleibt, wie in Fig. 6j veranschaulicht ist In dieser Position kann die Sondeneinheit
60 über die Verriegelungseinrichtung 68 lösbar an dem unteren Ende des Bohrgestängeelementes
32 verriegelt werden.
[0060] Wie in Fig. 6k dargestellt, kann nunmehr der Bohrantrieb 20 mit dem Bohrgestängeelement
32 und der darin verriegelten und festgelegten Sondeneinheit 60 vorzugsweise ohne
Drehbewegung nach unten verfahren werden, wobei die Sondeneinheit 60 mit ihrem Sondendorn
64 um einen weiteren Schritt in den Gewässerboden 5 eingedrückt wird. Hierbei kann
bei dem Eindrücken ein weiterer Sondierschritt mit Erfassung von Daten zum Gewässerboden
5 durch die Sondeneinheit 60 erfolgen.
[0061] Nach Abschluss dieses weiteren Sondierschrittes wird der Bohrantrieb 20 von dem Bohrgestängeelement
32 gelöst und nach oben in die Ausgangsposition verfahren, wie aus Fig. 61 hervorgeht.
Das im Gewässerboden 5 befindliche Bohrgestängeelement 32 kann nötigenfalls über die
Spanneinheit 17 am unteren Ende der Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 gehalten werden.
[0062] Die Sondeneinheit 60 kann nunmehr von dem Bohrgestängeelement 32 entriegelt und über
die Hubeinrichtung 40 aus dem Gewässerboden 5 herausgezogen werden, wie in Fig. 6m
verdeutlicht ist.
[0063] Über die nicht dargestellte Handhabungseinrichtung 38 kann nun die Sondeneinheit
60 erneut entsprechend dem Verfahrensschritt nach Fig. 6f in die seitliche Ausleseposition
zum Auslesen der erfassten Daten bewegt werden. Das Auslesen der Daten kann kontaktlos
per Funk oder mittels einer Steckverbindung erfolgen. Gleichzeitig oder anschließend
kann aus dem Lagerbereich 14, 15 ein weiteres Bohrgestängeelement 32 mit der Handhabungseinrichtung
38 in den Bereich der Bohrachse 21 unterhalb des Bohrantriebes 20 verbracht werden,
wie aus Fig. 6n ersichtlich ist.
[0064] Durch Anschließen des Bohrantriebes 20 an das zweite Bohrgestängeelement 32 kann
dieses mit dem bereits im Gewässerboden 5 befindlichen ersten Bohrgestängeelement
32, etwa mittels einer Schraubverbindung, verbunden und dann durch nach-unten-Fahren
des Bohrantriebes 20 unter Erzeugung einer Drehbewegung weiter in den Gewässerboden
5 eingebracht werden. Durch die beiden Bohrgestängeelemente 32 wird ein Bohrgestänge
30 mit einem inneren Hohlraum gebildet, wie in Fig. 6o verdeutlicht ist.
[0065] Nunmehr kann erneut der Bohrantrieb von dem oberen Bohrgestängeelemente 32 gelöst
und nach oben in eine Ausgangsposition verfahren werden. Dann kann erneut über die
nicht dargestellte Handhabungseinrichtung 38 die Sondeneinheit 60 in den Bereich der
Bohrachse 21 unterhalb des Bohrantriebes 20 bewegt und mit der Verbindungseinrichtung
44 am freien Ende des Hubseils 43 der Hubeinrichtung 40 verbunden werden, um die Sondeneinheit
60 erneut entsprechend dem Verfahrensschritt nach Fig. 6h in den Hohlraum des Bohrgestänges
30 abzusenken. Nach Verbinden mit dem unteren Ende des Bohrgestänges 30 kann mit der
Sondiereinheit 60 ein weiterer Sondierschritt durchgeführt werden, wie er vorausgehend
im Zusammenhang mit den Figuren 6h bis 6m beschrieben wurde. Diese Schritte des wechselseitigen
Abbohrens und Sondierens können bis zum Erreichen einer gewünschten Endtiefe wiederholt
werden.
[0066] Eine mögliche Ausgestaltung und Anordnung einer erfindungsgemäßen Handhabungseinrichtung
38 mit einem Greifer oder einer Manipulatoreinrichtung 35 ist in Fig. 7 gezeigt. An
einer Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 sind ein erster Lagerbereich 14 und ein zweiter
Lagerbereich 15 für Bohrgestängeelemente angeordnet. Die beiden Lagerbereiche 14,
15 sind jeweils mit einem Revolvermagazin 16 ausgestattet, in welchen die nicht dargestellten
Bohrgestängeelemente in umfangsseitigen Aufnahmeschlitzen gehalten und durch eine
Drehbewegung des Revolvermagazins 16 zu einer Ausgabeposition im Bereich der Handhabungseinrichtung
38 bewegbar sind.
[0067] Die Handhabungseinrichtung 38 weist einen Schwenkarm mit einer Manipulatoreinrichtung
35 auf, welche entlang eines bogenförmigen Verfahrweges 18 um eine Schwenkachse verschwenkbar
ist. Die Manipulatoreinrichtung 35 kann vorzugsweise teleskopierbar sein, etwa um
die Bohrgestängeelemente 32 in die Lagerbereiche der Revolvermagazine 16 einzusetzen
oder diese herauszunehmen. Entlang des Verfahrweges 18 sind die Ausgabepositionen
der Revolvermagazine 16 der beiden Lagerbereiche 14, 15 sowie der Bohrantrieb 20 mit
der Bohrachse 21 und auch eine Ausleseeinheit 70 zum Auslesen einer Sondeneinheit
60 positioniert. Die Sondeneinheit 60 mit dem Datenspeicher zusammen mit der Ausleseeinheit
70 können in jeder geeigneten Weise ausgebildet sein, um ein effizientes Speichern
und Auslesen der erfassten Daten zu ermöglichen. So kann die Sondeneinheit 60 insbesondere
einen Transponder aufweisen, durch welchen bei Eingang eines entsprechenden Eingangssignals
die Daten an die Ausleseeinheit 70 übertragen werden.
[0068] Die Ausleseeinheit 70 ist entlang des Verfahrweges 18 der Handhabungseinrichtung
38 zwischen den beiden Lagerbereichen 14, 15 angeordnet. Auf diese Weise kann die
Handhabungseinrichtung 38 mit der Manipulatoreinrichtung 35 sowohl einzelne Bohrgestängeelemente
32 zwischen der jeweiligen Abgabeposition des Lagerbereiches 14, 15 und dem Bohrantrieb
20 mit der Bohrachse 21 als auch die Sondeneinheit 60 zwischen der Bohrachse 21 und
der Ausleseeinheit 70 bewegen.
[0069] Eine mögliche Ausgestaltung einer Ausleseeinheit 70 für die erfindungsgemäße Unterwasser-Bohrvorrichtung
10 ist in den Figuren 8 und 9 verdeutlicht. Entlang einer Linearführung 74, welche
an dem Grundrahmen der Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 angebracht ist, kann eine hülsenförmige
Dockingstation 72 mittels eines Stellzylinders 76 zwischen einer obenliegenden Rückzugsposition
gemäß Fig. 8 in eine untere Ausleseposition gemäß Fig. 9 verfahren werden. Zum Auslesen
wird die Sondeneinheit 60 unterhalb der hülsenförmigen Dockingstation 72 in die Rückzugsposition
gemäß Fig. 8 bewegt. Durch ein nach-unten-Fahren der hülsenförmigen Dockingstation
72 kann diese über ein zylindrisches Messinterface am oberen Ende der Sondeneinheit
60 verfahren werden, wobei in diesem Zustand vorzugsweise drahtlos Daten ausgelesen
werden können.
[0070] Grundsätzlich können auch eine oder mehrere Steckverbindungen hierdurch zwischen
der Dockingstation 72 und der Sondeneinheit 60 hergestellt werden. Die ausgelesenen
Daten können über eine Leitung 19 von der Dockingstation 72 zu einer Speichereinrichtung
an der Unterwasser-Bohrvorrichtung 10 und/oder bevorzugt unmittelbar über die Leitung
19 zu einem Versorgungsschiff auf der Gewässeroberfläche weitergeleitet werden.
1. Unterwasser-Bohrvorrichtung zum Sondieren eines Gewässerbodens (5), mit
- einem Grundrahmen (12), welcher zum Absenken in einem Gewässer und zum Aufstellen
auf dem Gewässerboden (5) ausgebildet ist,
- einem Bohrantrieb (20) zum drehenden Antreiben und axialem Vorfahren eines Bohrgestänges
(30), welches aus rohrförmigen Bohrgestängeelementen (32) aufbaubar ist, wobei der
Bohrantrieb (20) vertikal entlang einer Bohrachse (21) verfahrbar zwischen einer unteren
Bohrlochöffnung (18) und einer oberen Rückstellposition gelagert ist,
- mindestens einem Lagerbereich (14) an dem Grundrahmen (10) zum Lagern der einzelnen
Bohrgestängeelemente (32) zum Aufbau des Bohrgestänges (30) und
- einer Handhabungseinrichtung (38), welche zum Zuführen einzelner Bohrgestängeelemente
(32) aus dem mindestens einem Lagerbereich (14,15) zu der Bohrachse (21) zum Bilden
des Bohrgestänges (30) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine Sondeneinheit (60) mit einem Sondendorn (64) zum Sondieren des Gewässerbodens
(5) vorgesehen ist, welche zum Sondieren an dem Bohrgestänge (30) lösbar angeordnet
ist,
- dass die Sondeneinheit (60) ausgebildet ist, beim Eintreiben in den Boden Bodendaten zu
erfassen und in einem internen Datenspeicher zu speichern, und
- dass am Grundrahmen (12) eine Ausleseeinheit (70) zum Auslesen und Speichern der in dem
Datenspeicher der Sondeneinheit (60) gespeicherten Daten angeordnet ist.
2. Unterwasser-Bohrvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Grundrahmen (12) eine Hubeinrichtung (40) zum vertikalen Bewegen der Sondeneinheit
(60) in dem rohrförmigen Bohrgestänge (30), insbesondere zum Bewegen in eine untere
Sondierposition und zum Rückholen in eine obere Entnahmeposition, angeordnet ist.
3. Unterwasser-Bohrvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hubeinrichtung (40) ein Hubseil (43) mit einer Verbindungseinrichtung (44) zum
lösbaren Verbinden mit einem Verbindungselement (66) am oberen Ende der Sondeneinheit
(60) aufweist.
4. Unterwasser-Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausleseeinheit (70) zum drahtlosen und/oder kontaktgebundenen Auslesen und Speichern
der in dem Datenspeicher der Sondeneinheit (60) gespeicherten Daten ausgebildet ist.
5. Unterwasser-Bohrvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Grundrahmen (12) eine Manipulatoreinrichtung (35) angeordnet ist, welche zum Greifen
der Sondeneinheit (60) und Bewegen zwischen dem Bohrgestänge (30) und der Ausleseeinheit
(70) ausgebildet ist.
6. Unterwasser-Bohrvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Manipulatoreinrichtung (35) ganz oder teilweise durch die Handhabungseinrichtung
(38) gebildet ist.
7. Unterwasser-Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Lagerbereich (14, 15) ein Revolvermagazin (16) zum Aufnehmen
und Lagern der rohrförmigen Bohrgestängeelemente (32) und/oder der Sondeneinheit (60)
aufweist.
8. Unterwasser-Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Unterwasser-Bohrvorrichtung (10) über mindestens eine Leitung (19) mit einem
Versorgungsschiff verbunden ist und Daten von der Ausleseeinheit (70) über die Leitung
(19) an das Versorgungsschiff übertragbar sind.
9. Verfahren zum Sondieren eines Gewässerbodens (5),
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine Unterwasser-Bohrvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 in ein Gewässer
abgesenkt und auf dem Gewässerboden (5) aufgestellt wird,
- dass mit einem Bohrantrieb (20) und einem Bohrgestänge (30), welches aus rohrförmigen
Bohrgestängeelementen (32) aufgebaut wird, eine Bohrung erstellt wird,
- dass vor und/oder nach dem Bohren eine Sondeneinheit (60) mit einem Sondendorn (64) zum
Sondieren des Gewässerbodens (5) an einem Bohrgestänge (30) lösbar angeordnet wird,
- dass die Sondeneinheit (60) in den Boden eingetrieben wird, wobei Bodendaten erfasst und
in einem internen Datenspeicher der Sondeneinheit (60) gespeichert werden, und
- dass die gespeicherten Daten aus dem Datenspeicher der Sondeneinheit (60) über eine Ausleseeinheit
(70) am Grundrahmen (12) ausgelesen werden.
10. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Auslesen der erfassten Daten in dem Datenspeicher die Sondeneinheit (60) zu der
Ausleseeinheit (70) am Grundrahmen (12) der Unterwasser-Bohrvorrichtung (10) bewegt
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Daten aus dem Datenspeicher an der Ausleseeinheit (70) drahtlos und/oder kontaktgebundenen
ausgelesen werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass über eine Leitung (19) oder drahtlos die Daten von der Ausleseeinheit (70) unmittelbar
oder nach einer Zwischenspeicherung zu bestimmten Zeitpunkten zu einem Versorgungsschiff
übertragen werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einem ersten Bohrschritt ein drehendes Bohren zum Bilden einer Bohrung unter Abtrag
von Bodenmaterial erfolgt,
dass anschließend in einem zweiten Sondierschritt die Sondeneinheit (60) in das Bohrgestänge
(30) eingesetzt wird, wobei ein Sondieren durch axiales Eintreiben des Sondendorns
(64) in den Boden am Bohrlochgrund, vorzugsweise ohne Drehbewegung, durchgeführt wird,
und
dass nötigenfalls der Bohrschritt und der Sondierschritt so oft wiederholt werden, bis
der Gewässerboden (5) bis zu einer gewünschten Tiefe sondiert ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einem ersten Sondierschritt die Sondeneinheit (60) in das Bohrgestänge (30) eingesetzt
wird, wobei ein Sondieren durch axiales Eintreiben des Sondendorns (64) in den Boden
am Bohrlochgrund, vorzugsweise ohne Drehbewegung, durchgeführt wird,
dass anschließend in einem zweiten Bohrschritt ein drehendes Bohren zum Bilden einer Bohrung
unter Abtrag von Bodenmaterial erfolgt, und
dass nötigenfalls der Sondierschritt und der Bohrschritt so oft wiederholt werden, bis
der Gewässerboden (5) bis zu einer gewünschten Tiefe sondiert ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Bohren und/oder Sondieren eine Tiefenlage im Boden erfasst wird und
dass die erfassten Bodendaten zugeordnet zur jeweiligen Tiefenlage gespeichert werden.