[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement, insbesondere für Wertpapiere, Sicherheitspapiere
oder Sicherheitsgegenstände, wobei das Sicherheitselement eine erste Seite und eine
zweite Seite aufweist und eine Trägerschicht und ein durch Strukturen gebildetes Sicherheitsmerkmal
umfasst. Die Erfindung betrifft auch ein Wertpapier oder Sicherheitspapier, insbesondere
eine Banknote.
[0002] Sicherheitselemente der oben genannten Art werden üblicherweise verwendet, um die
Fälschungssicherheit von Wertpapieren, Sicherheitspapieren oder Sicherheitsgegenständen,
wie beispielsweise Banknoten, Ausweise, Kreditkarten, Bankomatkarten, Tickets etc.
zu erhöhen.
[0003] Im Stand der Technik sind verschiedene Arten von Sicherheitselementen mit durch Strukturen
gebildeten Sicherheitsmerkmalen bekannt.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Sicherheitselement mit erhöhter Fälschungssicherheit
zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Sicherheitselement eingangs genannter Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass ein erster Bereich mit lichtbrechenden Strukturen ausgebildet
ist, wobei die lichtbrechenden Strukturen dazu ausgebildet sind, auftreffendes Licht
zu brechen und insbesondere in Transmission bzw. Durchlicht auf einer Betrachtungsebene
ein Brennlinienbild zu erzeugen, und dass ein zweiter Bereich mit diffraktiven Strukturen
ausgebildet ist, wobei die diffraktiven Strukturen dazu ausgebildet sind, auftreffendes
Licht zu beugen und insbesondere bei Betrachtung des Sicherheitselements von einer
der beiden Seiten in Transmission ein Beugungsbild zu erzeugen.
[0006] Lichtbrechende Strukturen sind Strukturen, welche auftreffendes Licht, beispielsweise
Tageslicht oder Laserstrahlen, derart fokussieren, dass sogenannte Brennlinienbilder,
Brennlinien oder auch Brennflächen entstehen bzw. für einen Betrachter insbesondere
in Transmission wahrnehmbar sind . Beim Beleuchten bzw. beim Durchleuchten der ersten
Seite und/oder der der zweiten Seite des Sicherheitselements können das Brennlinienbild
bzw. das Beugungsbild dabei auch für einen Betrachter erkennbar sein, wenn dieser
nicht direkt durch das Sicherheitselement hindurchblickt. Vielmehr können das Brennlinienbild
bzw. das Beugungsbild auf einer Ebene, Fläche oder Wand hinter dem Sicherheitselement
erzeugt bzw. projiziert werden. Beispielsweise kann auch die Netzhaut des Betrachters
eine Betrachtungsebene sein.
[0007] Bevorzugt handelt es sich bei den diffraktiven Strukturen um ein diffraktives optisches
Element (abgekürzt "DOE"). DOEs sind optische Elemente zur Formung eines Lichtstrahls.
Das zugrundeliegende physikalische Prinzip ist die Beugung, also die Diffraktion,
an einem optischen Gitter. Wie bei einer Linse kommt es bei DOEs durch unterschiedliche
optische Weglängen der Teilstrahlen eines Lichtstrahls zu Phasenmodulationen, wodurch
Interferenzmuster erzeugt werden. Zusätzlich kann durch konstruktive und destruktive
Überlagerung die Amplitude moduliert werden. DOEs können zwei Aufgaben erfüllen: sie
können einen Licht- oder Laserstrahl formen (englisch: "beam shaping") oder einen
Licht- oder Laserstrahl in mehrere Teilstrahlen zerlegen (englisch: "beam splitting").
Die Mikrostruktur im DOE kann den Licht- oder Laserstrahl durch den Brechungsindex
oder durch Höhenmodulation formen .
[0008] Sowohl lichtbrechende Strukturen als auch diffraktive Strukturen erzeugen bei Beleuchtung
beispielsweise mit einer Punktlichtquelle oder mittels Laser bestimmte in den Strukturen
codierte Bilder, welche insbesondere bei Beleuchtung in Transmission wahrnehmbar sind.
Dies entweder bei Betrachtung durch das Sicherheitselement hindurch, und/oder bei
seitlicher Betrachtung der Fläche bzw. Projektionsfläche hinter dem Sicherheitselement.
Der auftreffende Licht- oder Laserstrahl wird mittels Brechung bzw. Beugung so verändert,
dass ein Brennlinienbild bzw. ein Beugungsbild auf einer Wahrnehmungs-Ebene bzw. Display-Ebene
erzeugt wird. Das jeweilige erzeugte Bild, oder die jeweiligen erzeugten Bilder sind
jedoch in den codierten Strukturen nicht erkennbar.
[0009] Durch die Kombination von lichtbrechenden Strukturen und diffraktiven Strukturen
in einem Sicherheitselement wird die Fälschungssicherheit von Sicherheitselementen
deutlich erhöht, weil zur Erzeugung eines Bildes zwei unterschiedliche physikalische
Effekte kombinatorisch genutzt werden. Dies ermöglicht ein hohes Maß an gestalterischer
Freiheit, sodass eine Nachahmung nur schwer möglich ist. Ein durch die erfindungsgemäße
Ausbildung erzeugtes Bild bzw. erzeugte Bilder sind für einen Betrachter und hier
insbesondere auch für einen Laien, besonders einprägsam, sodass Fälschungen auch ohne
technische Hilfsmittel und auch ohne spezifische Schulung, zuverlässig als solche
erkannt werden können.
[0010] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass die Kombination der beiden Strukturen
zur Erhöhung der Komplexität des in Transmission wahrnehmbaren Gesamtbildes bzw. Gesamteindruckes
beiträgt, was sich wiederum positiv auf die Fälschungssicherheit auswirkt. Dies insbesondere
bei Abstimmung des Brennlinienbildes und des Beugungsbildes aufeinander oder wenn
sich das Brennlinienbild und das Beugungsbild ergänzen bzw. komplementieren .
[0011] Des Weiteren kann es zweckmäßig sein, wenn bei Beleuchtung der ersten Seite und/oder
der zweiten Seite des Sicherheitselements in Durchlicht bzw. in Transmission das Brennlinienbild
auf bzw. in einer ersten Fläche wahrnehmbar ist, und wenn das Beugungsbild auf bzw.
in einer über der ersten Fläche oder unter der ersten Fläche liegenden zweiten Fläche
wahrnehmbar ist. Indem die beiden erzeugten Bilder in unterschiedlichen Wahrnehmungs-Flächen
wahrnehmbar sind, kann vorteilhafterweise die Fälschungssicherheit weiter erhöht werden.
[0012] Der von einem Betrachter insbesondere in Transmission bzw. Durchlicht oder auch Durchsicht
wahrnehmbare Effekt ist dabei unabhängig davon, ob die erste Seite oder die zweite
Seite des Sicherheitselements betrachtet wird, stets derselbe .
[0013] Bei der ersten sowie bei der zweiten Fläche kann es sich jeweils um eine Ebene handeln,
also um eine flache bzw. zweidimensionale Fläche. Bei der ersten sowie bei der zweiten
Fläche kann es sich aber auch um eine dreidimensionale Fläche handeln. Wenn das Brennlinienbild
und das Beugungsbild jeweils in verschiedenen Flächen wahrnehmbar sind, also für einen
Betrachter eine unterschiedliche Tiefe der jeweiligen Bilder wahrnehmbar ist, kann
es dennoch sein, dass die ersten Strukturen und zweiten Strukturen tatsächlich in
derselben Schicht angeordnet oder ausgebildet sind.
[0014] Bei der ersten Fläche bzw. der ersten Ebene kann es sich um die Fokusfläche oder
Fokusebene des Brennlinienbildes handeln. Insbesondere kann es sein, dass die diffraktiven
Strukturen und die durch diese gebildeten DOEs in einem weiteren bzw. breiteren Bereich
wahrnehmbar sind. Damit ist gemeint, dass diese ein Erscheinungsbild aufweisen, das
den Eindruck erzeugt bzw. vermittelt, dass sich das Beugungsbild über mehrere Wahrnehmungs-Flächen,
Wahrnehmungs-Ebenen bzw. Displayflächen oder Displayebenen hinwegerstreckt. Dies beispielsweise
vergleichbar mit einem Hologramm.
[0015] Ferner kann vorgesehen sein, dass durch die lichtbrechenden Strukturen und durch
die diffraktiven Strukturen, also durch eine Zusammenschau des Brennlinienbildes und
des Beugungsbildes, ein Gesamtbild gebildet ist, oder wobei durch die lichtbrechenden
Strukturen und durch die lichtbeugenden Strukturen jeweils Teilbilder oder Einzelbilder
gebildet sind. Dadurch wird die Fälschungssicherheit weiter erhöht.
[0016] Ein Gesamtbild kann somit aus einem oder mehreren Brennlinienbildern und einem oder
mehreren Beugungsbildern zusammengesetzt sein. Es kann auch sein, dass mehrere Teilbilder
als Brennlinienbilder und mehreren Teilbilder als Beugungsbilder in ihrer Zusammenschau
als Gesamtbilder erscheinen.
[0017] Insbesondere in Kombination mit der obenstehenden Beschreibung, wonach das Brennlinienbild
und das Beugungsbild in unterschiedlichen Flächen bzw. mit unterschiedlicher Tiefe
wahrnehmbar ist, und wenn daraus ein Gesamtbild oder Gesamtmotiv kann die Fälschungssicherheit
weiter erhöht werden. Eine Nachahmung solcher unterschiedlicher Tiefeneffekte in Kombination
mit einem Gesamtbild erzeugt durch lichtbrechende und diffraktive Strukturen ist besonders
schwierig.
[0018] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass das Brennlinienbild und/oder das Beugungsbild
zumindest ein Porträt, eine Landschaft, ein Gebäude und/oder ein Tier und/oder ein
Muster und/oder ein abstraktes geometrisches Zeichen, Logo oder ein alphanumerisches
Zeichen und/oder ein Ikon und/oder ein Symbol und/oder eine Codierung und/oder eine
Abfolge von Zeichen darstellt. Das hat den Vorteil, dass solche besonders einprägsamen
Darstellungen weiter zur Erhöhung der Fälschungssicherheit beitragen.
[0019] Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher vorgesehen sein kann, dass der
erste Bereich und der zweite Bereich in derselben Schicht ausgebildet sind, oder dass
der erste Bereich und der zweite Bereich in verschiedenen Schichten ausgebildet sind.
Es ist auch denkbar, dass sich der erste Bereich und/oder der zweite Bereich über
mehrere Schichten erstreckt, also einen mehrschichtigen Aufbau aufweist.
[0020] Wenn der erste Bereich und der zweite Bereich in derselben Schicht ausgebildet sind,
kann es dennoch sein, dass der Eindruck erzeugt wird, dass das Brennlinienbild und
das Beugungsbild in unterschiedlichen Flächen bzw. mit unterschiedlichen Tiefen ausgebildet
sind.
[0021] Wenn der erste Bereich und der zweite Bereich in verschiedenen Schichten ausgebildet
sind kann es dennoch sein, dass der Eindruck erzeugt wird, dass das Brennlinienbild
und das Beugungsbild in derselben Fläche, also mit gleicher Tiefe, ausgebildet sind.
[0022] Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass bei Beleuchtung des Sicherheitselements
in Durchlicht bzw. in Transmission der zweite Bereich den ersten Bereich bereichsweise
oder vollständig überdeckt.
[0023] Wie obenstehend erläutert kann es sich bei der ersten Seite um eine Sichtseite des
Sicherheitselements handeln. Es kann auch sein, dass bei Betrachtung der ersten Seite
des Sicherheitselements der erste Bereich den zweiten Bereich bereichsweise oder vollständig
überdeckt.
[0024] Ferner kann es zweckmäßig sein, wenn bei Beleuchtung des Sicherheitselements in Durchlicht
bzw. in Transmission die diffraktiven Strukturen des zweiten Bereichs zumindest bereichsweise
auf den und/oder in den lichtbrechenden Strukturen des ersten Bereichs ausgebildet
sind.
[0025] Lichtbrechende Strukturen sind vergleichsweise größer als diffraktive Strukturen
bzw. DOEs, sodass zunächst die lichtbrechenden Strukturen gefertigt werden können,
und nachfolgend auf diesen oder in diese die diffraktiven Strukturen auf- und/oder
eingebracht werden können. Die beiden Bereiche überlagern einander hierbei bereichsweise
oder vollständig. Dadurch können besonders schwer fälschbare Anordnungen realisiert
werden.
[0026] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass bei Beleuchtung des Sicherheitselements
in Durchlicht bzw. in Transmission die lichtbeugenden Strukturen des zweiten Bereichs
und die lichtbrechenden Strukturen des ersten Bereichs ineinander verschachtelt angeordnet
sind. Dadurch können besonders schwer fälschbare Anordnungen realisiert werden.
[0027] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass bei Beleuchtung des Sicherheitselements in
Durchlicht bzw. in Transmission der erste Bereich und der zweite Bereich nebeneinander
angeordnet sind. Der erste Bereich und der zweite Bereich können dabei direkt bzw.
unmittelbar nebeneinander und angrenzend angeordnet sein, oder durch weitere Bereiche
voneinander distanziert angeordnet sein.
[0028] Gemäß einer Weiterbildung ist es auch möglich, dass weitere Strukturen ausgebildet
sind, welche in Aufsicht bzw. in Reflexion wahrnehmbar sind, wobei die weiteren Strukturen
achromatische und/oder reflektierende Strukturen, wie beispielsweise Mikrospiegel,
und/oder refraktive Strukturen, wie beispielsweise Mikrolinsen, und/oder weitere diffraktive
Strukturen, wie beispielsweise Hologramme, umfassen.
[0029] Ferner kann es zweckmäßig sein, wenn die Strukturen direkt in die Trägerschicht eingebracht
sind, insbesondere mittels einer Abformvorrichtung eingeprägt sind, oder wenn die
Strukturen in eine weitere Schicht, insbesondere in eine Prägelackschicht, eingebracht
sind, insbesondere mittels einer Abformvorrichtung eingeprägt sind.
[0030] Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass weitere
Strukturen ausgebildet sind, wobei die weiteren Strukturen eine statische und/oder
blickwinkelunabhängigen Information wiedergeben.
[0031] Es kann auch sein, dass weitere Strukturen ausgebildet sind, wobei die weiteren Strukturen
ein Motiv in unterschiedliche Raumbereiche reflektieren, sodass für den Betrachter
bei entsprechender Bewegung einer Lichtquelle, bei Verkippen des Sicherheitselements
und/oder bei Veränderung eines Beobachtungswinkels, ein Bewegungsbild entsteht.
[0032] Ein durch weitere Strukturen gebildetes weiteres Bild kann in einer optischen Effektschicht
in der speziellen Ausbildung eines Druckbildes vorgesehen sein, z.B. kann eine partielle
opake Druckfarbe, wie z.B. weiß, und/oder eine semitransparente Metallisierung verwendet
werden. Es kann dabei unter anderem ein matter und/oder glänzender Glanzgrad ausgebildet
werden.
[0033] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die optische Effektschicht, in welcher das
weitere Bild ausgebildet ist, als Dünnschichtelement ausgebildet ist und zumindest
eine Absorberschicht und zumindest eine Distanzschicht aufweist, oder wobei die optische
Effektschicht farbkippende Pigmente, insbesondere Interferenzpigmente, oder Flüssigkristallpigmente,
enthält, oder wobei die optische Effektschicht metallische Pigmente und/oder magnetische
Pigmente und/oder Farbpigmente und/oder Farbstoffe aufweist.
[0034] Gemäß einer besonderen Ausprägung ist es möglich, dass die optische Effektschicht
auf die ersten Strukturen aufgedruckt und/oder aufgedampft ist.
[0035] Das weitere Bild , insbesondere die optische Effektschicht in welcher das weitere
Bild ausgebildet ist, kann dabei eine Metalleffektfarbe und/oder einen Metalleffektlack
und/oder eine Metalleffekttinte und/oder ein metallisches Material, insbesondere ausgewählt
aus der Gruppe Silber, Kupfer, Aluminium, Gold, Platin, Niob, Zinn, oder aus Nickel,
Titan, Vanadium, Chrom, Kobalt und Palladium oder Legierungen dieser Materialien,
insbesondere Kobalt-Nickel-Legierungen, aufweisen.
[0036] Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die optische
Effektschicht in welcher das weitere Bild ausgebildet ist einen Farbkippeffekt aufweist,
und ein farbkippendes Dünnschichtelement oder farbkippende Pigmente, insbesondere
Interferenzpigmente, oder Flüssigkristallpigmente, enthält.
[0037] Die optische Effektschicht kann an einer der Sichtseite des Sicherheitselements abgewandten
Seite zumindest eine den Farbkippeffekt verstärkende Schicht aufweisen, wobei die
den Farbkippeffekt verstärkende Schicht insbesondere eine Schicht aus dunkler Farbe
und/oder eine Schicht aus Metalloxiden, wie beispielsweise unterstöchiometrischem
Aluminiumoxid, ist. So kann die den Farbkippeffekt verstärkende Schicht beispielsweise
auf einer Flüssigkristallschicht oder einer Schicht aus farbkippenden Pigmenten aufgebracht
sein, sodass die Schicht aus farbkippenden Pigmenten oder die Flüssigkristallschicht
zwischen der den Farbkippeffekt verstärkenden Schicht und der Trägerschicht angeordnet
ist. Die den Farbkippeffekt verstärkende Schicht kann aber auch zwischen der Trägerschicht
und der Schicht aus farbkippenden Pigmenten oder der zumindest einen Flüssigkristallschicht
angeordnet sein. Zudem ist es auch möglich, dass eine Trägerschicht zwischen der den
Farbkippeffekt verstärkenden Schicht und der Schicht aus farbkippenden Pigmenten oder
der Flüssigkristallschicht und angeordnet ist.
[0038] Die optische Effektschicht kann zumindest eine Flüssigkristallschicht, insbesondere
eine cholesterische Flüssigkristallschicht aufweisen.
[0039] Die optische Effektschicht kann als optisch nicht lineare Schicht oder als optisch
nicht lineare Lage und/oder als eine Schicht enthaltend fluoreszierende Pigmente und/oder
fluoreszierende Stoffe ausgebildet sein. Optisch nicht lineare Schichten oder Lagen
oder solche diese Schicht bildenden Materialien werden auch als IR-Upconverter oder
UV-Downconverter bezeichnet. Dabei kann es sich um Materialien handeln, welche unter
dem Einfluss von elektromagnetischer Strahlung außerhalb des sichtbaren Wellenlängenbereiches
des Lichtes eine sichtbare Farbe aufweisen. Solche Materialien können unter diesen
Bedingungen, beispielsweise bei Einstrahlung von Infrarot (IR)- (λ > 780 nm) und/oder
Ultraviolett (UV)-Licht (λ < 380 nm), zur Emission von sichtbarem Licht angeregt werden
. Des Weiteren ist es möglich, dass die optische Effektschicht photolumineszente Pigmente
und/oder photolumeneszente Stoffe enthält, welche unter Anregung mit elektromagnetischer
Strahlung eine Emission im IR-Bereich aufweisen.
[0040] Die beschriebenen ersten beziehungsweise zweiten Strukturen können direkt in die
Trägerschicht oder in eine weitere Schicht, insbesondere eine Prägelackschicht, eingebracht
sein, insbesondere mittels einer Abformvorrichtung eingeprägt sein. Die ersten Strukturen,
sowie die zweiten Strukturen können direkt in die Trägerschicht eingeprägt werden.
Beispielsweise durch Erwärmen der Trägerschicht und Einprägen der Strukturen mittels
eines Prägewerkzeuges, wie einer Prägewalze. Eine weitere alternative Möglichkeit
bestünde darin, zur Aufnahme der Strukturen eine eigene weitere Schicht vorzusehen.
Die weitere Schicht kann direkt auf eine Trägerschicht aufgebracht sein. So kann z.B.
die weitere Schicht von einem Prägelack gebildet sein, welcher entsprechend zur Anordnung
der Strukturen umgeformt ist. Dies kann wiederum mittels einer Abformvorrichtung oder
eines Abformelements in einem Prägeverfahren erfolgen.
[0041] Das Anordnen oder Aufbringen der optischen Effektschicht auf die Strukturen bzw.
der Metallschichten und/oder Metalleffektschichten kann z.B. durch einen Druckvorgang
und/oder einen Bedampfungsvorgang oder von mehreren derselben erfolgen. Es könnten
aber auch die nachfolgend beschriebenen Werkstoffe oder Zusatzstoffe der Reflexionsschicht
einen Bestandteil oder eine Lage der optischen Effektschicht bilden. Diese können
insbesondere aufgedruckt oder aufgedampft sein und so eine eigene Lage der optischen
Effektschicht bilden.
[0042] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, wenn die optische Effektschicht als Dünnschichtelement
ausgebildet ist und zumindest eine Absorberschicht und zumindest eine Distanzschicht
aufweist.
[0043] Die zumindest eine Absorberschicht kann zumindest ein metallisches Material, insbesondere
ausgewählt aus der Gruppe von Nickel, Titan, Vanadium, Chrom, Kobalt, Palladium, Eisen,
Wolfram, Molybdän, Niob, Aluminium, Silber, Kupfer und/oder Legierungen dieser Materialien
umfasst, oder aus zumindest einem dieser Materialien hergestellt sein.
[0044] Ferner kann vorgesehen sein, dass die als Dünnschichtelement ausgebildete optische
Effektschicht weiters noch zumindest eine Reflexionsschicht und/oder eine zweite Absorberschicht
umfasst, wobei die zumindest eine Distanzschicht zwischen der zumindest einen ersten
Absorberschicht und der zumindest einen Reflexionsschicht und/oder der zumindest einen
zweiten Absorberschicht angeordnet ist.
[0045] Die Reflexionsschicht kann hier auf Strukturen aufgebracht oder angeordnet, und kann
insbesondere auf diese aufgedruckt und/oder aufgedampft werden. Ebenfalls ist es möglich,
diese Reihenfolge in der optischen Effektschicht auch umzukehren, sodass die Absorberschicht
auf den Strukturen angeordnet ist und weiters die Distanzschicht und die Reflexionsschicht.
Somit wäre die Anordnung entsprechend der Reihenfolge Strukturen - Absorberschicht
- Distanzschicht - Reflexionsschicht. Anstelle der oben genannten Reflexionsschicht
kann aber auch eine weitere Absorberschicht vorgesehen sein.
[0046] Die zumindest eine Reflexionsschicht kann zumindest ein metallisches Material, insbesondere
ausgewählt aus der Gruppe Silber, Kupfer, Aluminium, Gold, Platin, Niob, Zinn, oder
aus Nickel, Titan, Vanadium, Chrom, Kobalt und Palladium oder Legierungen dieser Materialien,
insbesondere Kobalt-Nickel-Legierungen oder zumindest ein hochbrechendes dielektrisches
Material mit einem Brechungsindex von größer als 1,65, insbesondere ausgewählt aus
der Gruppe Zinksulfid (ZnS), Zinkoxid (ZnO), Titandioxid (TiO2), Kohlenstoff (C),
Indiumoxid (In2O3), Indium-Zinn-Oxid (ITO), Tantalpentoxid (Ta2O5), Ceroxid (CeO2),
Yttriumoxid (Y2O3), Europiumoxid (Eu2O3), Eisenoxide wie zum Beispiel Eisen(II,III)oxid
(Fe3O4) und Eisen(III)oxid (Fe2O3), Hafniumnitrid (HfN), Hafniumcarbid (HfC), Hafniumoxid
(HfO2), Lanthanoxid (La2O3), Magnesiumoxid (MgO), Neodymoxid (Nd2O3), Praseodymoxid
(Pr6O11), Samariumoxid (Sm2O3), Antimontrioxid (Sb2O3), Siliziumcarbid (SiC), Siliziumnitrid
(Si3N4), Siliziummonoxid (SiO), Selentrioxid (Se2O3), Zinnoxid (SnO2), Wolframtrioxid
(WO3), hochbrechende organische Monomere und/oder hochbrechende organische Polymere
umfassen oder aus zumindest einem dieser Materialien hergestellt sein.
[0047] Die zumindest eine Distanzschicht kann ein niederbrechendes dielektrisches Material
mit einem Brechungsindex kleiner oder gleich 1,65, insbesondere ausgewählt aus der
Gruppe Aluminiumoxid (Al2O3), Metallfluoride, beispielsweise Magnesiumfluorid (MgF2),
Aluminiumfluorid (AlF3), Cerfluorid (CeF3), Natrium-Aluminium-Fluoride (z.B. Na3AlF6
oder Na5Al3F14), Siliziumoxid (SIOx), Siliziumdioxid (SiO2), Neodymfluorid (NdF3),
Lanthanfluorid (LaF3), Samariumfluorid (SmF3), Bariumfluorid (BaF2), Calciumfluorid
(CaF2), Lithiumfluorid (LiF), niederbrechende organische Monomere und/oder niederbrechende
organische Polymere oder zumindest ein hochbrechendes dielektrisches Material mit
einem Brechungsindex größer als 1,65, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe Zinksulfid
(ZnS), Zinkoxid (ZnO), Titandioxid (TiO2), Kohlenstoff (C), Indiumoxid (In2O3), Indium-Zinn-Oxid
(ITO), Tantalpentoxid (Ta2O5), Ceroxid (CeO2), Yttriumoxid (Y2O3), Europiumoxid (Eu2O3),
Eisenoxide wie zum Beispiel Eisen(II,III)oxid (Fe3O4) und Eisen(III)oxid (Fe2O3),
Hafniumnitrid (HfN), Hafniumcarbid (HfC), Hafniumoxid (HfO2), Lanthanoxid (La2O3),
Magnesiumoxid (MgO), Neodymoxid (Nd2O3), Praseodymoxid (Pr6O11), Samariumoxid (Sm2O3),
Antimontrioxid (Sb2O3), Siliziumcarbid (SiC), Siliziumnitrid (Si3N4), Siliziummonoxid
(SiO), Selentrioxid (Se2O3), Zinnoxid (SnO2), Wolframtrioxid (WO3), hochbrechende
organische Monomere und/oder hochbrechende organische Polymere umfassen oder aus zumindest
einem dieser Materialien hergestellt sein.
[0048] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die optische Effektschicht eine partielle
Schicht ist oder eine partielle Schicht umfasst, wobei durch die partielle Schicht
das Motiv dargestellt ist.
[0049] Das Sicherheitselement umfasst eine Trägerschicht, insbesondere eine Trägerfolie,
aus einem Kunststoff, wobei insbesondere der Kunststoff aus einem lichtdurchlässigen
und/oder thermoplastischen Kunststoff gebildet sein kann. Die Trägerschicht kann bevorzugt
zumindest eines der Materialien aus der Gruppe Polyimid (PI), Polypropylen (PP), monoaxial
orientiertem Polypropylen (MOPP), biaxial orientierten Polypropylen (BOPP), Polyethylen
(PE), Polyphenylensulfid (PPS), Polyetheretherketon (PEEK), Polyetherketon (PEK),
Polyethylenimid (PEI), Polysulfon (PSU), Polyaryletherketon (PAEK), Polyethylennaphthalat
(PEN), flüssigkristalline Polymere (LCP), Polyester, Polybutylenterephthalat (PBT),
Polyethylenterephthalat (PET), Polyamid (PA), Polycarbonat (PC), Cycloolefincopolymere
(COC), Polyoximethylen (POM), Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS), Polyvinylchlorid (PVC),
Ethylentetrafluorethylen (ETFE), Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyvinylfluorid (PVF),
Polyvinylidenfluorid (PVDF), Ethylen-Tetrafluorethylen-Hexafluorpropylen-Fluorterpolymer
(EFEP), Cellulose- oder Lignin-basierte Kunststoffe, Polyhydroxyalkanoate (PHA), thermoplastische
Stärke (TPS), Polymilchsäure (PLA), Polycaprolacton (PCL), Polybutylensuccinat (PBS),
und Polybutylenadipat-terephthalat (PBAT) und/oder zumindest einen recycelten und/oder
biologisch und/oder marin abbaubare Kunststoff und/oder Mischungen und/oder Co-Polymere
dieser Materialien umfassen oder aus zumindest einem dieser Materialien hergestellt
sein.
[0050] Wie an sich bekannt, kann das Sicherheitselement zusätzliche Schichten aufweisen,
welche zusätzlichen Schichten insbesondere Schutzlacke, Heißsiegellacke, Kleber, Primer
und/oder Folien umfassen. Schutzlacke können den gesamten Schicht- und/oder Lagenaufbau
vor mechanischen Beschädigungen wie z.B. Kratzern, Riefen oder dergleichen schützt.
Eine Schutzschicht kann sowohl einseitig, als auch beidseitige vorgesehen sein. Bevorzugt
kann mittels einer Schutzschicht auch eine ebenflächige Ausbildung des Sicherheitselements
erzielt werden.
[0051] Die Aufgabe der Erfindung wird auch durch ein Wertpapier oder Sicherheitspapier gelöst,
welches ein Sicherheitselement gemäß obenstehender Beschreibung bzw. nach einem der
Ansprüche umfasst.
[0052] Durch die Kombination von lichtbrechenden Strukturen und diffraktiven Strukturen
in einem Wertpapier oder Sicherheitspapier wird die Fälschungssicherheit von Wertpapieren
oder Sicherheitspapieren deutlich erhöht, weil zur Erzeugung eines Bildes zwei unterschiedliche
physikalische Effekte kombinatorisch genutzt werden. Dies ermöglicht ein hohes Maß
an gestalterischer Freiheit, sodass eine Nachahmung nur schwer möglich ist. Ein durch
die erfindungsgemäße Ausbildung erzeugtes Bild bzw. erzeugte Bilder sind für einen
Betrachter und hier insbesondere auch für einen Laien, besonders einprägsam, sodass
Fälschungen auch ohne technische Hilfsmittel und auch ohne spezifische Schulung, zuverlässig
als solche erkannt werden können.
[0053] Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren
näher erläutert.
[0054] Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung :
ein möglicher Schichtaufbau eines Sicherheitselements in Schnittansicht,
einen weiteren möglichen Schichtaufbau eines Sicherheitselements in Schnittansicht,
einen weiteren möglichen Schichtaufbau eines Sicherheitselements in Schnittansicht,
einen weiteren möglichen Schichtaufbau eines Sicherheitselements in Schnittansicht.
[0055] Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen
werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß
auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen
werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
[0056] Einführend sei erwähnt, dass der Schichtaufbau, sowie die Anordnung weiterer Schichten
abhängig von der Art der Anbringung des Sicherheitselementes auf einem Sicherheitsgegenstand
ist, da hierbei die zu betrachtende Seite des Sicherheitselementes nach der Anbringung
ausschlaggebend ist. Somit kann die Sichtseite wie in den Figuren dargestellt, von
oben betrachtet sein, es ist aber auch möglich, das Sicherheitselement von einer Sichtseite
von unten zu betrachten, z.B. durch einen Träger.
[0057] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Formulierung "eine Schicht ist
auf etwas aufgebracht" so zu verstehen ist, dass die Schicht direkt aufgebracht sein
kann, oder dass sich zwischen der aufgebrachten Schicht und dem, worauf die Schicht
aufgebracht ist, noch eine oder mehrere Zwischenschichten befinden können. An dieser
Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass zwischen den in diesem Dokument beschriebenen
Schichten eine oder auch mehrere Zwischenschichten angeordnet sein können. Es ist
somit nicht zwingend erforderlich, dass die beschriebenen Schichten einander kontaktieren.
Weiters sei darauf hingewiesen, dass der Begriff Schicht in diesem Dokument so zu
verstehen ist, dass eine Schicht auch aus mehreren Teilschichten aufgebaut sein kann.
[0058] Die Fig. 1 bis 4 zeigen jeweils Schnittansichten verschiedener Ausführungsbeispiele
von Sicherheitselementen 1. Die Darstellungen der Schichten ist dabei jeweils stark
vereinfacht bzw. grob schematisch. Zudem sind die gezeigten Beispiele stellvertretend
für eine Vielzahl an weiteren möglichen Schichtaufbauten.
[0059] In allen Figuren ist ein Sicherheitselement 1 für Wertpapiere, Sicherheitspapiere
oder Sicherheitsgegenstände gezeigt, welches eine erste Seite 2 und eine zweite Seite
3 aufweist. Die beiden Seiten sind dabei die jeweiligen Außenseiten des Sicherheitselements
1. Das Sicherheitselement 1 umfasst eine Trägerschicht 4 bzw. eine Trägerfolie. Diese
Trägerschicht 4 kann eine Kunststofffolie sein, beispielsweise eine PET-Folie. Das
Sicherheitselement 1 weist zudem ein durch Strukturen gebildetes Sicherheitsmerkmal
auf.
[0060] Bei jedem der figürlich gezeigten Sicherheitselemente 1 ist ein erster Bereich 5
mit lichtbrechenden Strukturen 6 ausgebildet, wobei die lichtbrechenden Strukturen
6 dazu ausgebildet sind, auftreffendes Licht zu brechen und ein Brennlinienbild zu
erzeugen. Zudem ist ein zweiter Bereich 7 mit diffraktiven Strukturen 8 ausgebildet,
wobei die diffraktiven Strukturen 8 dazu ausgebildet sind, auftreffendes Licht zu
beugen und ein Beugungsbild zu erzeugen.
[0061] Die lichtbrechenden Strukturen 6 sind in den Figuren vereinfacht mittels halbkreisförmiger
bzw. halbkugelförmiger Strukturen dargestellt, können aber jegliche andere Form aufweisen,
welche bewirkt, dass auftreffendes Licht, beispielsweise Tageslicht oder ein Laserstrahl,
derart gebrochen wird, dass ein Brennlinienbild erzeugt wird.
[0062] Die diffraktiven Strukturen 8 sind in den Figuren vereinfacht mittels stufenartiger
Konturen dargestellt, können aber jegliche andere Form aufweisen, welche bewirkt,
dass auftreffendes Licht, beispielsweise Tageslicht oder ein Laserstrahl, derart gebeugt
wird, dass ein Beugungsbild erzeugt wird.
[0063] Für den Fachmann versteht sich von selbst, dass die figürlich gezeigten Schichtaufbauten
lediglich beispielhaft sind, und dass die Anordnung, Art, Dicke, usw. der gezeigten
Schichten je nach Anwendungsfall und Anforderungen variieren können. Natürlich sind
auch mehrere zusätzliche Schichten bzw. Zwischenschichten denkbar.
[0064] Beispielhaft ist in den Figuren gezeigt, dass auf der ersten Seite 2 eine Schutzlackschicht
13, und auf der zweiten Seite 3 ein Primer 9 aufgetragen sein kann. Auf dem Primer
9 kann auf einer der beiden Seiten, beispielsweise auf der zweiten Seite 3, als äußerste
Schicht der Anordnung ein Heißsiegellack 12 angeordnet sein, welcher den Schichtaufbau
schützt. Mit diesem Heißsiegellack kann, wie an sich bekannt, eine Applikation des
Sicherheitselements 1 auf einem Wertpapier erfolgen bzw. erleichtert werden.
[0065] Bei allen gezeigten Ausführungsbeispielen kann es sein, dass bei Beleuchtung des
Sicherheitselements 1 in Durchlicht bzw. in Transmission das Brennlinienbild auf bzw.
in einer ersten Fläche wahrnehmbar ist, und dass das Beugungsbild auf bzw. in einer
über der ersten Fläche oder unter der ersten Fläche liegenden zweiten Fläche wahrnehmbar
ist. Dieser Wahrnehmungseffekt kann dabei insbesondere unabhängig davon sein, ob die
lichtbrechenden Strukturen 6 und die diffraktiven Strukturen 8 tatsächlich in unterschiedlichen
Schichten ausgebildet sind.
[0066] Bei allen gezeigten Ausführungsbeispielen kann es sein, dass durch die lichtbrechenden
Strukturen 6 und durch die diffraktiven Strukturen 8 ein Gesamtbild gebildet ist.
Alternativ kann es auch sein, dass durch die lichtbrechenden Strukturen 6 und durch
die lichtbeugenden Strukturen 8 jeweils Teilbilder oder Einzelbilder gebildet sind.
[0067] Bei allen gezeigten Ausführungsbeispielen kann es sein, dass das Brennlinienbild
und/oder das Beugungsbild zumindest ein Porträt, eine Landschaft, ein Gebäude und/oder
ein Tier und/oder ein Muster und/oder ein abstraktes geometrisches Zeichen, Logo oder
ein alphanumerisches Zeichen und/oder ein Ikon und/oder ein Symbol und/oder eine Codierung
und/oder eine Abfolge von Zeichen darstellt.
[0068] In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ist gezeigt, dass auf der gemäß der Darstellung
ausgerichteten Oberseite der Trägerschicht 4, welche der ersten Seite 2 des Sicherheitselements
1 zugewandt ist, ein Prägelack 10 aufgetragen sein kann. In diesen Prägelack 10 können
die lichtbrechenden Strukturen 6 eingeprägt sein. In der Fig. 1 ist auch gezeigt,
dass auf die lichtbrechenden Strukturen 6 bzw. auf den Prägelack 10 ein weiterer Prägelack
11 aufgebracht sein kann. In diesen weiteren Prägelack 11 können die diffraktiven
Strukturen 8 eingeprägt sein.
[0069] In der Fig. 1 ist weiters gezeigt, dass es sein kann, dass der erste Bereich 5 und
der zweite Bereich 7 in verschiedenen Schichten ausgebildet sind. In der Fig. 1 überlagert
bzw. überdeckt der zweite Bereich 7 den ersten Bereich 5 bzw. überlagern bzw. überdecken
die diffraktiven Strukturen 8 die lichtbrechenden Strukturen 6 bei Betrachtung der
ersten Seite 2 des Sicherheitselements 1 vollständig.
[0070] In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist gezeigt, dass die lichtbrechenden Strukturen
6 und die diffraktiven Strukturen 8 direkt in die Trägerschicht 4 eingeprägt sein
können. In diesem Beispiel ist auch gezeigt, dass es sein kann, dass der erste Bereich
5 und der zweite Bereich 7 bzw. die die lichtbrechenden Strukturen 6 und die diffraktiven
Strukturen 8 in derselben Schicht ausgebildet sein können. Im gezeigten Beispiel sind
beide Bereiche 5, 7 bzw. Strukturen 6, 8 in der Trägerschicht 4 ausgebildet.
[0071] In der Fig. 2 sind die diffraktiven Strukturen 8 vergleichsweise kleiner als die
lichtbrechenden Strukturen 6, sodass es sein kann, dass bei beleuchtung des Sicherheitselements
1 in Durchlicht bzw. in Transmission die diffraktiven Strukturen 8 des zweiten Bereichs
7 bereichsweise auf den und/oder in den lichtbrechenden Strukturen 6 des ersten Bereichs
5 ausgebildet sind. Es kann auch sein, dass bei Beleuchtung des Sicherheitselements
1 in Durchlicht bzw. in Transmission die lichtbeugenden Strukturen 8 des zweiten Bereichs
7 und die lichtbrechenden Strukturen 6 des ersten Bereichs 5 einander überlagernd
angeordnet sind .
[0072] In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ist gezeigt, dass es sein kann, dass die
lichtbrechenden Strukturen 6 direkt in die Trägerschicht 4 eingeprägt sind. Auf diese
geprägte Trägerschicht 4 kann eine Schicht mit einem Primer 9 aufgebracht sein. Auf
diesen Primer 9 kann ein Prägelack 10 aufgebracht sein. In diesen Prägelack 10 können
in einem zweiten Bereich 7 die diffraktiven Strukturen 8 eingeprägt sein. Der Prägelack
10, respektive die eingeprägten Strukturen 8 können hier wiederum von einer äußeren
Schutzlackschicht 13 bedeckt sein.
[0073] In der Fig. 3 ist gezeigt, dass es sein kann, dass der erste Bereich 5 und der zweite
Bereich 7 in verschiedenen Schichten ausgebildet sind. Zudem ist gezeigt, dass es
sein kann, dass bei Beleuchtung des Sicherheitselements 1 in Durchlicht bzw. in Transmission
der zweite Bereich 7 den ersten Bereich 5 bereichsweise überdeckt.
[0074] Darüber hinaus ist es auch denkbar, dass bei Beleuchtung des Sicherheitselements
1 in Durchlicht bzw. in Transmission der erste Bereich 5 und der zweite Bereich 7
nebeneinander angeordnet sind. Dies ist jedoch nicht figürlich gezeigt.
[0075] In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 ist gezeigt, dass die lichtbrechenden Strukturen
6 und die diffraktiven Strukturen 8 direkt in die Trägerschicht 4 eingeprägt sein
können. In diesem Beispiel ist auch gezeigt, dass es sein kann, dass der erste Bereich
5 und der zweite Bereich 7 bzw. die die lichtbrechenden Strukturen 6 und die diffraktiven
Strukturen 8 in derselben Schicht ausgebildet sein können.
[0076] In der Fig. 4 sind die diffraktiven Strukturen 8 und die lichtbrechenden Strukturen
6 nebeneinander angeordnet bzw. sind die diffraktiven Strukturen 8 und die die lichtbrechenden
Strukturen 6 ineinander verschachtelt angeordnet .
[0077] Sämtliche der gezeigten Sicherheitselemente 1 können in einem Wertpapier oder Sicherheitspapier
angeordnet oder ausgebildet sein.
[0078] Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle
bemerkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten
derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen
Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund
der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf
diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.
[0079] Der Schutzbereich ist durch die Ansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen
sind jedoch zur Auslegung der Ansprüche heranzuziehen. Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen
aus den gezeigten und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen können
für sich eigenständige erfinderische Lösungen darstellen. Die den eigenständigen erfinderischen
Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der Beschreibung entnommen werden.
[0080] Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen,
dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe
1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze
1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereiche beginnen
mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10
oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8,1, oder 5,5 bis 10.
[0081] Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis
des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert
dargestellt wurden.
Bezugszeichenaufstellung
[0082]
- 1
- Sicherheitselement
- 2
- erste Seite
- 3
- zweite Seite
- 4
- Trägerschicht
- 5
- erster Bereich
- 6
- lichtbrechende Strukturen
- 7
- zweiter Bereich
- 8
- diffraktive Strukturen
- 9
- Primer
- 10
- Prägelack
- 11
- weiterer Prägelack
- 12
- Heißsiegellack
- 13
- Schutzlackschicht