Technisches Gebiet
[0001] Nachfolgende Ausführungen betreffen einen Fahrkorb für eine Aufzugsanlage mit einem
Aufzugsschacht und zumindest zwei übereinander in dem Aufzugsschacht verfahrbaren
Fahrkörben, der Fahrkorb aufweisend einen Innenraum und ein oberhalb des Innenraums
angeordnetes und begehbares Dach.
[0002] Des Weiteren betreffen nachfolgende Ausführungen eine Fahrkorbanordnung für eine
Aufzugsanlage mit einem Aufzugsschacht und zumindest zwei übereinander in dem Aufzugsschacht
verfahrbaren Fahrkörben, die Fahrkorbanordnung aufweisend einen vorgenannten Fahrkorb.
[0003] Des Weiteren betreffen nachfolgende Ausführungen eine Aufzugsanlage, aufweisend zumindest
einen sich vertikal erstreckenden Aufzugsschacht, einen in dem Aufzugsschacht verfahrbaren
oberen Fahrkorb und einen in dem Aufzugsschacht verfahrbaren und unterhalb des oberen
Fahrkorbs angeordneten unteren Fahrkorb.
[0004] Des Weiteren betreffen nachfolgende Ausführungen ein Verfahren zum Betreiben einer
solchen Aufzugsanlage.
Technischer Hintergrund
[0005] Aufzugsanlagen für den vertikalen Transport von Personen und/oder Transportgut sind
ein integraler Bestandteil moderner Wohn- und Geschäftsgebäude. Eine typisches Aufzugsanlage
umfasst einen Aufzugsschacht oder mehrere Aufzugsschächte, in denen ein oder mehrere
Fahrkörbe mittels Antrieben, wie etwa Tragmittelantrieben oder Linearantrieben, zwischen
Landungspositionen verfahren werden.
[0006] Aufzugsanlagen mit mehreren in dem gleichen Aufzugsschacht verfahrbaren Fahrkörben
werden beispielsweise von der Anmelderin unter der Bezeichnung "TWIN", wobei die Fahrkörbe
übereinander angeordnet sind, oder "MULTI", wobei die Fahrkörbe gänzlich unabhängig
voneinander angeordnet sein können, vertrieben. Mit solchen Systemen kann ein einzelner
Aufzugschacht gegenüber einem Einkabinensystem effizienter ausgelastet werden, sodass
Wartezeiten verkürzt werden.
[0007] Nachteilig bei solchen Aufzugsanlagen ist, dass eine Wartung von Komponenten, die
an einer Unterseite eines oberen Fahrkorbs liegen, nicht wie bei einem unteren Fahrkorb
oder bei einem Einkabinensystem aus einer Schachtgrube heraus möglich ist. Es ist
daher bekannt, in dem Aufzugsschacht zur Wartung temporär eine Plattform oder dergleichen
zu installieren, von der aus diese Komponenten gewartet werden können. Nachteilig
ist dieses Vorgehen aufwändig und erfordert entsprechende Vorkehrungen an der Aufzugsanlage.
Beschreibung - Technische Lösung
[0008] Ausgehend von dieser Situation ist es eine vorliegende Aufgabe, die Wartung von Komponenten
an der Unterseite eines oberen Fahrkorbs bei einer Aufzugsanlage mit mehreren in dem
gleichen Aufzugsschacht verfahrbaren Fahrkörben zu vereinfachen.
[0009] Die vorliegende Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Hauptansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben. Sofern technisch
möglich, können die Lehren der Unteransprüche beliebig mit den Lehren der Haupt- und
Unteransprüche kombiniert werden.
[0010] Insbesondere wird die Aufgabe demnach gelöst durch einen Fahrkorb für eine Aufzugsanlage
mit einem Aufzugsschacht und zumindest zwei übereinander in dem Aufzugsschacht verfahrbaren
Fahrkörben, der Fahrkorb aufweisend einen Innenraum und ein oberhalb des Innenraums
angeordnetes und begehbares Dach, wobei an einer Außenseite des Dachs eine Aufnahme
für einen Abstandshalter zum Gewährleisten eines Mindestabstands zu einem oberhalb
des Fahrkorbs angeordneten weiteren Fahrkorb angeordnet ist und wobei an dem Fahrkorb
ein erster Sensor zum Einstellen eines Sicherheitsbetriebs der Aufzugsanlage derart
angeordnet ist, dass der erste Sensor durch einen in der Aufnahme in einer Betriebsstellung
aufgenommenen Abstandshalter betätigt ist.
[0011] Nachfolgend werden vorteilige Aspekte erläutert und weiter nachfolgend bevorzugte
modifizierte Ausführungsformen beschrieben. Erläuterungen, insbesondere zu Vorteilen
und Definitionen von Merkmalen, sind dem Grunde nach beschreibende und bevorzugte,
jedoch nicht limitierende Beispiele. Sofern eine Erläuterung limitierend ist, wird
dies ausdrücklich erwähnt.
[0012] Soweit Ordinalzahlen ("erste", "zweite", etc.) verwendet werden, beispielsweise zur
Bezeichnung einer Komponente, eines Elements, eines Verfahrensschritts oder einer
Verfahrenshandlung, so sind diese Ordinalzahlen rein zur Differenzierung in der Bezeichnung
vorgesehen und zeigen keine Abhängigkeiten oder Reihenfolgen an. Das heißt insbesondere,
dass beispielsweise eine Vorrichtung nicht eine "erste Komponente" aufweisen muss,
um eine "zweite Komponente" aufzuweisen. Auch kann eine Vorrichtung eine "erste Komponente",
sowie eine "dritte Komponente" aufweisen, ohne aber zwangsläufig eine "zweite Komponente"
aufzuweisen. Es können auch mehrere Einheiten der gleichen Ordinalzahl vorgesehen
sein, also beispielsweise mehrere "erste Komponenten".
[0013] Eine Aufzugsanlage ist nach vorliegendem Verständnis beispielsweise mit zumindest
einem zumindest teilweise vertikalen Aufzugsschacht und zumindest zwei in dem Aufzugsschacht
übereinander verfahrbaren Fahrkörben ausgebildet, kann jedoch auch mehrere parallele
vertikale Aufzugsschächte mit weiteren Fahrkörben aufweisen.
[0014] Ein Fahrkorb ist beispielsweise mittels eines Tragmittels gehalten und angetrieben,
wobei eine Antriebsvorrichtung über die Antriebswelle ein Antriebsdrehmoment auf das
Tragmittel überträgt. Das Tragmittel ist weiterhin bevorzugt mit einem dem Fahrkorb
oder mehreren Fahrkörben zugeordneten Gegengewicht verbunden. Eine Antriebsvorrichtung
ist insbesondere in einem Maschinenraum oberhalb des Aufzugsschachts bzw. der Aufzugsschächte
oder in einem oberen Abschnitt eines Aufzugsschachts, dem sogenannten Schachtkopf,
angeordnet. Ein Tragmittel ist insbesondere als Seil, Riemen, Gurt, Kette oder dergleichen
ausgebildet und trägt Zuglasten in Richtung seiner Längserstreckung.
[0015] Ein Fahrkorb ist alternativ mittels eines Linearantriebs gehalten und angetrieben.
Ein Linearantrieb bei einer Aufzugsanlage ist beispielsweise aus einem sich entlang
des Aufzugsschachts erstreckenden Primärteil und einem an dem Fahrkorb befindlichen
Sekundärteil gebildet. Das Primärteil ist aus hintereinander auf einer Linie angeordneten
Spulen gebildet, denen jeweils ein Umrichter zugeordnet ist, wobei eine Bestromung
der Spule zum Erzeugen eines Magnetfelds erfolgt, wenn sich der Fahrkorb im Bereich
der jeweiligen Spule befindet. Dabei wird das Magnetfeld so erzeugt, dass der Fahrkorb
entsprechend seines vorgesehenen Fahrwegs durch das Magnetfeld angezogen oder abgestoßen
wird. Der Sekundärteil ist durch einen Permanent- oder Elektromagneten gebildet, der
mit den Magnetfeldern der Spule wechselwirkt.
[0016] Ein Aufzugsschacht ist ein durchgängiger Schacht, der sich über mehrere Etagen oder
entlang mehrerer Bereiche eines Gebäudes erstreckt und einen für die Durchfahrt des
Fahrkorbs ausgebildeten Querschnitt aufweist. Ein Aufzugsschacht der Aufzugsanlage
kann sich in vertikaler und/oder in horizontaler Richtung erstrecken. In einer Ausführungsform
weist die Aufzugsanlage zumindest einen Teilabschnitt des Aufzugsschachts auf, in
dem sich dieser vertikal erstreckt und zumindest einen Teilabschnitt, in dem sich
der Aufzugsschacht horizontal erstreckt, wobei der Fahrkorb von dem sich vertikal
erstreckenden Abschnitt in den sich horizontal erstreckenden Abschnitt gelangen kann.
[0017] Eine Aufnahme für einen Abstandshalter ist zum insbesondere form- oder kraftschlüssigen
Aufnehmen in zumindest einer Raumrichtung des Abstandshalters ausgebildet und weist
beispielsweise Ausnehmungen, in die Vorsprünge des Abstandshalters oder Befestigungsmittel
eingreifen, und/oder Anschläge, an denen der Abstandshalter anliegt, auf. Weiterhin
umfasst die Aufnahme insbesondere Haltemittel oder ist dazu eingerichtet, dass Haltemittel
an ihr angeordnet werden. Haltemittel sind beispielsweise Klammern, Clips, Schrauben,
Haken oder dergleichen. Ein an der Aufnahme gehaltener Abstandshalter ist insbesondere
derart dort aufgenommen, dass er gegen ein Kippen und gegen eine translatorische Bewegung
quer sowie orthogonal zu dem Dach gehalten ist. Eine Aufnahme kann auch durch eine
Verbindungsstelle, beispielsweise eine Schweißstelle, gebildet sein, an der der Abstandshalter
materialschlüssig angeordnet bzw. aufgenommen ist.
[0018] Ein Abstandshalter ist insbesondere als Stange ausgebildet, die sich in ihrer Längserstreckung
zwischen dem Dach und dem weiteren Fahrkorb erstreckt. Als ein Abstandshalter wird
insbesondere eine Vorrichtung verstanden, die einen Abstand gewährleisten kann, ohne
dazu vorgesehen zu sein, diesen Abstand auch tatsächlich regelmäßig einzustellen.
Der Abstandshalter ist dann nicht dazu vorgesehen, an dem weiteren Fahrkorb zum Einstellen
eines bestimmten Abstands anzuschlagen, sondern lediglich dazu, sicherzustellen, dass
der Abstand nicht unbeabsichtigt unter die Länge des Abstandshalters verringert wird,
beispielsweise durch Fehlbedienung eines Fahrkorbs. Beispielsweise ist der Abstandshalter
dazu vorgesehen, in einer Stellung der Fahrkörbe, die eine Wartung des weiteren Fahrkorbs
von dem Dach aus ermöglicht, geringfügig von dem weiteren Fahrkorb beabstandet zu
sein, beispielsweise um 10-50 Millimeter, sodass der obere Fahrkorb im Falle einer
Fehlbedienung erst auf dem Abstandshalter aufsetzt.
[0019] Als ein Sicherheitsbetrieb wird ein Betriebsmodus der Aufzugsanlage verstanden, in
dem gegenüber einem Normalbetrieb übliche Sicherheitsmechanismen deaktiviert und/oder
zusätzliche Sicherheitsmechanismen aktiviert sind bzw. werden. Der Normalbetrieb ist
dann also durch den Sicherheitsbetrieb unterbrochen bzw. abgelöst und zudem verhindert.
Insbesondere sind bzw. werden solche Sicherheitsmechanismen deaktiviert, die im Normalbetrieb
der Aufzugsanlage relevant sind, jedoch bestimmte Tätigkeiten bei einer Wartung der
Aufzugsanlage be- oder verhindern würden. Weiterhing insbesondere sind bzw. werden
solche Sicherheitsmechanismen aktiviert, die für den normalen Betrieb nicht relevant,
jedoch während einer Wartung relevant sind. Der Sicherheitsbetrieb ist beispielsweise
an einer Steuervorrichtung, an einem Fahrkorb und/oder durch den ersten Sensor der
Aufzugsanlage aktivierbar und/oder deaktivierbar. Der Sicherheitsbetrieb kann auch
in mehreren Stufen aktivierbar und/oder deaktivierbar sein, beispielsweise in einer
ersten Stufe an einer Steuervorrichtung und/oder einem Fahrkorb und in einer zweiten
Stufe durch den ersten Sensor.
[0020] Als eine Betriebsstellung des Abstandshalters wird eine Stellung verstanden, in der
der Abstandshalter sicherstellt, dass der Abstand der Fahrkörbe zueinander nicht unbeabsichtigt
unter die Länge des Abstandshalters verringert wird. In der Betriebsstellung erstreckt
sich der Abstandshalter also mit seiner Längserstreckung zwischen den Fahrkörben und
liegt in einem Zustand vor, in dem er die Kräfte bei einem Kontakt aufnehmen kann.
Der Abstandshalter kann beispielsweise unmittelbar und ausschließlich in seiner Betriebsstellung
an der Ausnehmung befestigbar sein und wird ansonsten von dem Fahrkorb getrennt. Der
Abstandshalter kann jedoch auch zwischen einer Lagerstellung, in der er weiterhin
mit dem Fahrkorb verbunden ist, und der Betriebsstellung verstellbar sein.
[0021] Die vorstehend beschriebene Lösung der Aufgabe mit einem Fahrkorb umfasst nun die
Lehre, dass durch den Abstandshalter eine Sicherheitseinrichtung geschaffen ist, die
es ermöglicht, das Dach des Fahrkorbs als Wartungsplattform für den darüber befindlichen
weiteren Fahrkorb zu nutzen. Das Installieren einer temporären Plattform in dem Aufzugsschacht
entfällt insofern vorteilhaft und die Wartung von Komponenten an der Unterseite eines
oberen Fahrkorbs bei der Aufzugsanlage ist wesentlich vereinfacht. Dabei ist ein Risiko,
dass eine auf dem Dach stehende Person bei einer zu nahen Annäherung zwischen den
beiden Fahrkörben verletzt wird, durch den Abstandshalter verhindert, sodass es möglich
ist, in dem Sicherheitsbetrieb eine ausreichende Annäherung zwischen den Fahrkörben
für eine Wartung an der Unterseite des weiteren Fahrkorbs freizugeben. Durch das Vorsehen
des ersten Sensors werden dabei weiterhin die Vorteile erlangt, dass zur Aktivierung
und/oder zur Freigabe von Sicherheitsmechanismen eine Anwesenheit des Abstandshalters
anlagenseitig erkannt werden kann. Auf diese Weise ist insbesondere ermöglicht, dass
für die Annäherung zwischen den Fahrkörben relevante Sicherheitsmechanismen erst bei
aufgenommenen Abstandshalter aktiviert werden, bzw. eine Annäherung erst bei aufgenommenem
Abstandshalter freigegebene wird. Weiterhin und besonders vorteilhaft ist es ermöglicht,
bei der Rückkehr zu einem Normalbetrieb zu überprüfen, ob der Abstandshalter noch
an der Aufnahme aufgenommen ist bzw. die Rückkehr in den Normalbetrieb erst dann freizugeben,
wenn der Abstandshalter entfernt wurde. Es ist somit vermieden, dass der Abstandshalter
im Normalbetrieb bzw. außerhalb des Sicherheitsbetriebs an dem Fahrkorb verbleibt,
sodass eine Störung im Normalbetrieb durch den Abstandshalter vermieden ist. Eine
Störung lieg beispielsweise vor, wenn durch den Abstandshalter eine gewünschte Annäherung
der Fahrkörbe zueinander verhindert oder behindert wird oder, wenn der Abstandshalter
ein Tragmittel kontaktiert. Anders herum muss der Abstandshalter vorteilhaft nur für
den Wartungsbetrieb ausgelegt sein und muss nicht dahingehend gestaltet sein, im Normalbetrieb
eine Störung sicher zu vermeiden, sodass der Abstandshalter einfach gestaltet sein
kann.
[0022] Die Lehre der vorliegenden Offenbarung ist ohne Weiteres auf Aufzugsanlagen mit mehr
als zwei Fahrkörben in dem gleichen Aufzugsschacht übertragbar, insofern eine untere
Seite eines Fahrkorbs mit dort angeordneten wartungsbedürftigen Komponenten in der
Zugänglichkeit durch einen anderen Fahrkorb eingeschränkt ist.
[0023] Alternativ zu Merkmalen des Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten Ausführungsform
des Vorbeschriebenen ist vorgesehen, dass der erste Sensor einen Betätigungshebel
aufweist, wobei der Betätigungshebel durch einen in der Aufnahme in der Betriebsstellung
aufgenommenen Abstandshalter ausgelenkt ist. Auf diese Weise ist die Betätigung des
ersten Sensors durch den Abstandshalter beim Einsetzen des Abstandshalters in die
Aufnahme besonders einfach möglich und der erste Sensor ist bei in der Aufnahme aufgenommenem
Abstandshalter sicher in der Betätigung gehalten. Alternativ kann der Sensor beispielsweise
ein optischer Sensor sein, der einen in der Aufnahme aufgenommenen und sich in seiner
Betriebsstellung befindenden Abstandshalter erkennt, oder ein durch den Abstandshalter
aktivierbarer Magnetschalter.
[0024] Alternativ zu Merkmalen des Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten Ausführungsform
des Vorbeschriebenen ist vorgesehen, dass die Aufnahme an einem Strukturelement des
Fahrkorbs angeordnet ist. Der Fahrkorb ist dabei durch mehrere Strukturelemente, wie
Strukturstreben und Strukturbalken, die ein Skelett des Fahrkorbs bilden und alle
Kräfte und Momente aufnehmen bzw. leiten, sowie zwischen den Strukturelementen gehaltene
Verkleidungselemente gebildet. Der Abstandshalter ist dann sicher gehalten und es
ist eine sichere Krafteinleitung an dem Fahrkorb für den Fall eines lastbeaufschlagten
Kontakts zwischen dem Abstandshalter und dem weiteren Fahrkorb geschaffen.
[0025] Alternativ zu Merkmalen des Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten Ausführungsform
des Vorbeschriebenen ist vorgesehen, dass der Abstandshalter derart von einer Lagerstellung
in die Betriebsstellung klappbar oder ausschiebbar ist, dass durch das Klappen oder
Ausschieben der erste Sensor betätigt wird. Der Abstandshalter ist dann vorteilhaft
an dem Fahrkorb gelagert, wenn er nicht verwendet wird und muss daher nicht zu einer
Wartung mitgebracht werden. Beispielsweise ist der Abstandshalter an einem Scharnier
gelagert und der erste Sensor ist an einer dem Scharnier abgewandten Seite des Abstandshalters
positioniert oder ein Teil des Abstandshalters rastet bei vollständig ausgefahrener
Länge derart ein, dass der erste Sensor betätigt wird.
[0026] Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch eine Fahrkorbanordnung für eine Aufzugsanlage
mit einem Aufzugsschacht und zumindest zwei übereinander in dem Aufzugsschacht verfahrbaren
Fahrkörben, die Fahrkorbanordnung aufweisend einen vorbeschriebenen Fahrkorb und einen
an der Aufnahme aufgenommenen Abstandshalter, wobei der erste Sensor durch den Abstandshalter
in dessen Betriebsstellung betätigt ist. Mit der Fahrkorbanordnung werden die bezüglich
des vorbeschriebenen Fahrkorbs beschriebenen Vorteile entsprechend erreicht. Insbesondere
wird durch die Fahrkorbanordnung eine wesentlich vereinfachte Wartung von Komponenten
an der Unterseite eines oberen Fahrkorbs bei einer Aufzugsanlage ermöglicht.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen ist vorgesehen,
dass der Abstandshalter in der Betriebsstellung durch zumindest einen Formschluss
an dem Fahrkorb positioniert und/oder durch zumindest eine Klammer an dem Fahrkorb
gehalten ist. Der Abstandshalter ist dann sicher an der Aufnahme aufgenommen, insbesondere
gegenüber einer Belastung in Richtung seiner Längserstreckung, also in Normalrichtung
des Dachs, etwa bei einem Kontakt mit dem weiteren Fahrkorb, sowie gegen eine Kippbelastung,
etwa, wenn eine sich auf dem Dach befindliche Person gegen den Abstandshalter drück
oder fällt.
[0028] Alternativ zu Merkmalen des unmittelbar Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten
Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen weist die Fahrkorbanordnung zumindest
einen zweiten Sensor zum Erkennen des Abstands zwischen einem oberen Ende des Abstandshalters
und dem weiteren Fahrkorb auf. Es kann dann sicher vermieden werden, dass der Abstandshalter
den weiteren Fahrkorb kontaktiert. Der Abstandshalter ist dann dazu vorgesehen, sich
dem weiteren Fahrkorb relativ nah anzunähern, ein Kontakt ist jedoch nur als Absicherung
im Falle eines Versagens von Sicherheitsmechanismen vorgesehen. Der zweite Sensor
kann einem solchen Sicherheitsmechanismus zugeordnet sein. Vorteilhaft muss der Abstandshalter
dann nicht in aufwändiger Weise derart ausgestaltet sein, dass bei einem Kontakt zwischen
dem Abstandshalter und dem weiteren Fahrkorb alle Komponenten der Aufzugsanlage schadfrei
verbleiben, sondern kann vereinfacht derart gestaltet sein, dass eine Beschädigung
von Komponenten in gewissem Maße akzeptiert wird, solange der Abstand zwischen den
Fahrkörben im Kontaktfall sicher gewährleistet wird. Der zweite Sensor ist beispielsweise
als Kontaktsensor, als optischer Sensor oder magnetischer Sensor ausgebildet und beispielsweise
an dem Abstandshalter oder an dem Fahrkorb angeordnet. Der zweite Sensor kann auch
ein Positionssensor des Fahrkorbs sein, der beispielsweise anhand eines Positions-Codebands
die Absolutposition des Fahrkorbs in dem Aufzugsschacht erfasst, wobei der zweite
Sensor dann mit einem oder mehreren weiteren Sensor/en zusammenwirkt, beispielsweise
zumindest einem Positionssensor eines weiteren Fahrkorbs.
[0029] Alternativ zu Merkmalen des unmittelbar Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten
Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen ist vorgesehen, dass der Abstandshalter
an dem oberen Ende ein verformbares Kontaktstück zur Verformung bei einem Kontakt
zwischen dem Abstandshalter und dem weiteren Fahrkorb aufweist. Ein erfolgter Kontakt
kann dann erkannt werden, sodass die Aufzugsanlage daraufhin auf nicht sichtbare Beschädigungen
untersucht werden kann. Insbesondere ist so verhindert, dass ein Kontakt infolge einer
Fehlbedienung erfolgt, jedoch von der die Fehlbedienung verursachenden Person ignoriert
und/oder verschwiegen wird. Es kann dazu in einer Wartungsroutine vorgesehen sein,
dass die Überprüfung des Kontaktstücks einer anderen Person obliegt, als der Person,
die die Wartung durchführt.
[0030] Alternativ zu Merkmalen des unmittelbar Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten
Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen ist vorgesehen, dass der Abstandshalter
in seiner in der Betriebsposition vorliegenden Länge verstellbar ausgebildet ist.
Der Abstandshalter ist dann derart einstellbar, dass für unterschiedlich große Personen
eine Erreichbarkeit der Komponenten an der Unterseite des weiteren Fahrkorbs ermöglicht
ist, wobei der Abstandshalter jeweils an den weiteren Fahrkorb angenähert wird, ohne
diesen zu kontaktieren. Insbesondere kann die Verstellbarkeit durch eine Mindestlänge
begrenzt sein.
[0031] Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch eine Aufzugsanlage, aufweisend zumindest
einen sich vertikal erstreckenden Aufzugsschacht, einen in dem Aufzugsschacht verfahrbaren
oberen Fahrkorb und einen in dem Aufzugsschacht verfahrbaren und unterhalb des oberen
Fahrkorbs angeordneten unteren Fahrkorb, wobei der untere Fahrkorb als vorbeschriebener
Fahrkorb ausgebildet ist und mit einem Abstandshalter eine vorbeschriebene Fahrkorbanordnung
bildet. Mit der Aufzugsanlage werden die bezüglich des vorbeschriebenen Fahrkorbs
sowie die bezüglich der vorbeschriebenen Fahrkorbanordnung beschriebenen Vorteile
entsprechend erreicht. Insbesondere wird bei der Aufzugsanlage eine wesentlich vereinfachte
Wartung von Komponenten an der Unterseite eines oberen Fahrkorbs ermöglicht.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen ist vorgesehen,
dass die Aufzugsanlage dazu eingerichtet ist, dass in dem Sicherheitsbetrieb der obere
Fahrkorb festgesetzt ist. Der Abstand zwischen dem unteren Fahrkorb und dem oberen
Fahrkorb wird dann ausschließlich durch eine Bewegung des unteren Fahrkorbs bestimmt,
wobei diese Bewegung vorteilhaft durch die auf dem Dach des unteren Fahrkorbs befindliche
Person gesteuert und kontrolliert werden kann. Eine überraschende Bewegung des oberen
Fahrkorbs, insbesondere ausgelöst von einer weiteren Person ohne Wissen über die laufende
Wartung an der Unterseite, ist dann ausgeschlossen.
[0033] Alternativ zu Merkmalen des unmittelbar Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten
Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen ist vorgesehen, dass die Aufzugsanlage
dazu eingerichtet ist, dass in dem Sicherheitsbetrieb ein Normalbetrieb des unteren
Fahrkorbs verhindert ist. Insbesondere ist der untere Fahrkorb lediglich von der auf
dem Dach befindlichen Person verfahrbar, beispielsweise durch eine dortige Bedienvorrichtung.
Insbesondere ist der Betrieb des unteren Fahrkorbs weiterhin derart eingeschränkt,
dass eine Annäherung an den oberen Fahrkorb nur so weit erfolgen kann, dass der Abstandshalter
noch geringfügig von dem oberen Fahrkorb beabstandet ist, beispielsweise basierend
auf Messwerten eines vorbeschriebenen zweiten Sensors oder anhand von Positionsdaten
der Fahrkörbe.
[0034] Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben einer vorbeschriebenen
Aufzugsanlage, aufweisend die Schritte Erkennen einer Betätigung des ersten Sensors,
Einstellen eines Sicherheitsbetriebs bei erkannter Betätigung des ersten Sensors,
Festsetzen des oberen Fahrkorbs in dem Sicherheitsbetrieb und optional Verhindern
eines Normalbetriebs des unteren Fahrkorbs in dem Sicherheitsbetrieb.
[0035] Es ist bevorzugt, dass die Reihenfolge von Verfahrensschritten, soweit nicht technisch
in einer expliziten Reihenfolge erforderlich, variiert werden kann. Besonders bevorzugt
ist jedoch die vorgenannte Reihenfolge der Verfahrensschritte.
[0036] Als Einstellen des Sicherheitsbetriebs wird dabei insbesondere verstanden, dass der
Sicherheitsbetrieb oder eine Stufe des Sicherheitsbetriebs bei Betätigung des ersten
Sensors aktiviert wird, wenn dieser bzw. diese vor dem Platzieren des Abstandshalters
an der Aufnahme noch nicht aktiviert war. Ist der betreffende Sicherheitsbetrieb bzw.
die betreffende Stufe des Sicherheitsbetriebs bereits aktiviert, verbleibt die Betätigung
des ersten Sensors ohne weiteren Aktivierungseffekt. Weiterhin wird als Einstellen
verstanden, dass der Sicherheitsbetrieb oder eine Stufe des Sicherheitsbetriebs aktiviert
gehalten wird, solange der erste Sensor betätigt ist.
[0037] Das vorbeschriebene Verfahren umfasst nun die Lehre, dass bei erkannter Betätigung
des ersten Sensors ein Sicherheitsbetrieb eingestellt wird, der eine Wartung von an
einer Unterseite liegenden Komponenten des oberen Fahrkorbs bei ausreichender Sicherheit
von dem Dach des unteren Fahrkorbs aus ermöglicht. Der untere Fahrkorb kann also ausreichend
an den oberen Fahrkorb angenähert werden, ohne dass die Gefahr einer weiteren, für
eine auf dem Dach befindliche Person gefährliche, Annäherung besteht. Mit dem Verfahren
sind insofern die bereits bezüglich des vorbeschriebenen Fahrkorbs, bezüglich der
vorbeschriebenen Fahrkorbanordnung sowie bezüglich der vorbeschriebenen Aufzugsanlage
beschriebenen Vorteile entsprechend zu erreichen.
[0038] In einer bevorzugten Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen ist vorgesehen,
dass in dem Sicherheitsbetrieb die Überprüfung eines Mindestabstands zwischen dem
oberen Fahrkorb und dem unteren Fahrkorb aufgehoben wird. Insofern in einem Normalbetrieb
ein Mindestabstand zwischen den Fahrkörben auf Einhaltung überprüft wird, der für
ein Erreichen der Komponenten an der Unterseite des oberen Fahrkorbs von dem Dach
des unteren Fahrkorbs zu weit ist, ist das Erreichen der Komponenten auf diese Weise
vorteilhaft ermöglicht.
[0039] Alternativ zu Merkmalen des unmittelbar Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten
Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen ist vorgesehen, dass ein Beenden
des Sicherheitsbetriebs bei betätigtem ersten Sensor verhindert ist. Vorteilhaft ist
dann ein Verbleib des Abstandshalters und eine davon ausgehende Gefährdung bei einer
Rückkehr zu einem Normalbetrieb sicher vermieden. Der erste Sensor dient dann zur
Überwachung darüber, dass der Fahrkorb nach einer Wartung wieder in einen Ausgangszustand
ohne daran angeordneten Abstandshalter zurückversetzt wird.
[0040] Alternativ zu Merkmalen des unmittelbar Vorbeschriebenen oder in einer bevorzugten
Ausführungsform des unmittelbar Vorbeschriebenen ist vorgesehen, dass nach dem Erkennen
der Betätigung des ersten Sensors der Abstand zwischen einem oberen Ende des Abstandshalters
und dem weiteren Fahrkorb mittels des zumindest einen zweiten Sensors überwacht wird.
Es ist dann ein tatsächlicher Kontakt und damit eine mögliche Beschädigung des Abstandshalters
vermieden.
[0041] In einem rein beispielhaften Wartungsprozess wird beispielsweise an einer zentralen
Steuerung der obere Fahrkorb festgesetzt und der untere Fahrkorb in einen Wartungsbetrieb
versetzt, sodass der untere Fahrkorb von dessen Dach mittels einer dortigen Bedieneinheit
verfahren werden kann. Dabei wird der obere Fahrkorb bevorzugt unmittelbar oberhalb
einer Schachttür festgesetzt. Der untere Fahrkorb wird dann mit sich dort an der Aufnahme
in der Betriebsstellung befindlichem Abstandshalter an den oberen Fahrkorb manuell,
also mittels der Bedieneinheit, herangefahren, bis der gewünschte Abstand zwischen
dem Abstandshalter und dem oberen Fahrkorb erreicht ist. Daraufhin wird dann die Wartung
der an der Unterseite des oberen Fahrkorbs befindlichen Komponenten durchgeführt.
Anschließend wird der untere Fahrkorb wieder von dem oberen Fahrkorb entfernt und
der Abstandshalter wird aus seiner Betriebsstellung genommen, beispielsweise umgelegt,
eingefahren oder gänzlich aus der Aufnahme entnommen. Erst dann, also nach Aufheben
der Betätigung des ersten Sensors, ist eine Rückkehr in den Normalbetrieb beider Fahrkörbe
ermöglicht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0042] Nachfolgend wird eine bevorzugte technische Lösung unter Bezugnahme auf die anliegenden
Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Die Formulierung
"Figur" ist in den Zeichnungen mit "Fig." abgekürzt.
[0043] In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- eine stark schematisierte Ansicht einer Aufzugsanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2a
- eine Seitenansicht eines Bereichs zwischen einem unteren Fahrkorb und einem oberen
Fahrkorb bei einer Aufzugsanlage in einem Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2b
- einen vergrößerten Ausschnitt eines Details aus Figur 2a;
- Fig. 3
- eine Detailansicht einer Aufnahme mit daran aufgenommenem Abstandshalter in einer
Ausführungsform; und
- Fig. 4
- eine stark schematisches Verfahrensfließbild eines Verfahrens gemäß einer Ausführungsform.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen
[0044] Die beschriebenen Ausführungsbeispiele sind lediglich Beispiele, die im Rahmen der
Ansprüche auf vielfältige Weise modifiziert und/oder ergänzt werden können. Jedes
Merkmal, das für ein bestimmtes Ausführungsbeispiel beschrieben wird, kann eigenständig
oder in Kombination mit anderen Merkmalen in einem beliebigen anderen Ausführungsbeispiel
genutzt werden. Jedes Merkmal, das für ein Ausführungsbeispiel einer bestimmten Anspruchskategorie
beschrieben wird, kann auch in entsprechender Weise in einem Ausführungsbeispiel einer
anderen Anspruchskategorie eingesetzt werden.
[0045] Figur 1 zeigt eine nicht maßstäblich dargestellte Aufzugsanlage 1 in einer ersten
Ausführungsform. Die Aufzugsanlage 1 weist einen Aufzugschacht 2 auf, der sich in
einer vertikalen Richtung V erstreckt. Der Aufzugschacht 2 ist durch eine Schachtgrube
2.1 sowie einen Schachtkopf 2.2 in der vertikalen Richtung V abgeschlossen. In dem
Aufzugschacht 2 sind ein unterer Fahrkorb 3.1 und ein oberer Fahrkorb 3.2 angeordnet,
die in einem Normalbetrieb unabhängig voneinander in der vertikalen Richtung V verfahrbar
sind. Die Fahrkörbe 3.1, 3.2 weisen jeweils eine Zugangstür 4.1, 4.2 auf und sind
jeweils in einem Strukturrahmen 5.1, 5.2 gehalten. Die Strukturrahmen 5.1, 5.2 greifen
jeweils mit nicht näher dargestellten Führungsmitteln in Führungsschienen 6.1, 6.2
eines Führungsschienenpaars 6 ein und sind entlang des Führungsschienenpaars 6 in
dem Aufzugschacht 2 geführt. Oberhalb des Aufzugschachts 2 ist ein Maschinenraum 7
angeordnet.
[0046] Zum Verfahren der Fahrkörbe 3.1, 3.2 entlang des Aufzugschachts 2 in vertikaler Richtung
V werden die Fahrkörbe 3.1, 3.2 über Tragmittel 8.1, 8.2 angetrieben. Das erste Tragmittel
8.1 verläuft zwischen einer Aufhängung, Umlenkrollen 9 an dem ersten Fahrkorb 3.1,
einer ersten Antriebsvorrichtung 10.1 und einem ersten Gegengewicht 11.1. Das zweite
Tragmittel 8.2 ist zwischen dem zweiten Fahrkorb 3.2, einer zweiten Antriebsvorrichtung
10.2 und einem zweiten Gegengewicht 11.2 geführt. Zwischen der zweiten Antriebsvorrichtung
10.2 und dem ersten Gegengewicht 11.1 überdecken sich das erste Tragmittel 8.1 und
das zweite Tragmittel 8.2 in der in Figur 1 dargestellten Ansicht.
[0047] Die Figuren 2a und 2b zeigen einen Bereich zwischen dem unteren Fahrkorb 3.1 und
dem oberen Fahrkorb 3.2 in einer Wartungssituation. Auf einem Dach 12 des unteren
Fahrkorbs 3.1 mit seitlichen Absturzsicherungen 13 steht eine Person 14. Der untere
Fahrkorb 3.1 ist derart nah an den oberen Fahrkorb 3.2 herangefahren, dass die Person
14 Komponenten an einer Unterseite 15 des oberen Fahrkorbs 3.2 händisch zu deren Wartung
erreichen kann, beispielsweise dort angeordnete Laufrollen 16. An dem Dach 12 des
unteren Fahrkorbs 3.1 ist ein Abstandshalter 17 aufgenommen, der eine Länge L aufweist,
die die Person 14 insbesondere überragt. Der Abstandshalter 17 ist dazu vorgesehen,
einen ausreichenden Abstand zwischen den Fahrkörben 3.1, 3.2 einzuhalten und ist mit
einem geringfügigen Abstand A zu dem oberen Fahrkorb 3.2 angeordnet, wie in Figur
2b näher dargestellt. Der Abstandshalter 17 dient insofern als Rückfallabsicherung
zum Gewährleisten eines ausreichenden Abstands zwischen den Fahrkörbe 3.1, 3.2, sollte
etwa ein Fahrkorb 3.1, 3.2 unbeabsichtigt verfahren werden. Der Abstand A kann weiterhin
durch einen nicht näher dargestellten zweiten Sensor überwacht werden.
[0048] Figur 3 zeigt eine Aufnahme 18 des Abstandshalters 17 an dem Dach 12 des unteren
Fahrkorbs 3.1. Die Aufnahme 18 ist an einem Strukturbalken 19 des unteren Fahrkorbs
3.1 bzw. des Dachs 12 angeordnet und weist zwei sich gegenüberliegende Ausnehmungen
20.1, 20.2 auf, die in Figur 3 durch den Abstandshalter 17 verdeckt dargestellt sind.
Der Abstandshalter 17 weist eine Bodenplatte 17.1 auf, an der Bolzen 21.1, 21.2 gehalten
sind, mittels denen der Abstandshalter 17 in die Ausnehmungen 20.1, 20.2 eingreift.
Durch die Bolzen 21.1, 21.2 besteht bereits ein Formschluss zwischen der Bodenplatte
17.1 und dem Strukturbalken 19 in Querrichtungen. Die Bodenplatte 17.1 ist weiterhin
durch zwei Klammern 22 (eine zweite Klammer ist durch den Abstandshalter 17 verdeckt
dargestellt) an dem Strukturbalken 19 gehalten. Durch die Klammern 22 ist ein Formschluss
auch in der Längsrichtung des Abstandshalters 17 geschaffen. Weiterhin ist der Abstandshalter
17 durch die Bolzen 21.1, 21.2 und die Klammern 22 auch dreh- und kippfest an dem
Strukturbalken 19 gehalten. Die Klammern 22 sind durch Drähte 23 verliersicher an
dem Abstandshalter 17 gehalten.
[0049] Unter dem Strukturbalken 19 ist ein erster Sensor 24 angeordnet, der ein Gehäuse
24.1 und einen an dem Gehäuse 24.1 gehaltenen Betätigungshebel 24.2 aufweist. Der
erste Bolzen 21.1 lenkt den Betätigungshebel 24.2 beim Durchgreifen der ersten Ausnehmung
20.1 aus und betätigt so den Sensor 24. Solange der Abstandshalter 17 in der Aufnahme
18 aufgenommen ist, verbleibt der Sensor 24 bzw. der Betätigungshebel 24.2 durch den
ersten Bolzen 21.1 betätigt.
[0050] Figur 4 zeigt ein schematisches Verfahrensschaubild eines Verfahrens 30. Ein erster
Schritt 31 umfasst das Erkennen einer Betätigung des ersten Sensors 24, beispielsweise
durch Betätigung des Betätigungshebels 24.2 durch den ersten Bolzen 21.1. Ein zweiter
Schritt 32 des Verfahrens 30 umfasst das Einstellen eines Sicherheitsbetriebs bei
erkannter Betätigung des ersten Sensors 24. Insbesondere umfasst der Sicherheitsbetrieb
das Aktivieren und/oder das Deaktivieren von Sicherheitsmaßnahmen, die in einem Normalbetrieb
nicht vorgesehen sind, jedoch in dem Sicherheitsbetrieb benötigt werden bzw. in dem
Normalbetrieb vorgesehen sind, jedoch in dem Sicherheitsbetrieb nicht benötigt werden.
Ein dritter Schritt 33 umfasst, als eine Sicherheitsmaßnahme, das Festsetzen des oberen
Fahrkorbs 3.2 in dem Sicherheitsbetrieb. Ein optionaler vierter Schritt 34 umfasst,
als weitere Sicherheitsmaßnahme, das Verhindern eines Normalbetriebs des unteren Fahrkorbs
3.1 in dem Sicherheitsbetrieb.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 1
- Aufzugsanlage
- 2
- Aufzugsschacht
- 2.1
- Schachtgrube
- 2.2
- Schachtkopf
- 3.1
- unterer Fahrkorb
- 3.2
- oberer Fahrkorb
- 4.1
- Zugangstür des unteren Fahrkorbs
- 4.2
- Zugangstür des oberen Fahrkorbs
- 5.1
- Strukturrahmen des unteren Fahrkorbs
- 5.2
- Strukturrahmen des oberen Fahrkorbs
- 6
- Führungsschienenpaar
- 6.1
- erste Führungsschiene des Führungsschienenpaars
- 6.2
- zweite Führungsschiene des Führungsschienenpaars
- 7
- Maschinenraum
- 8.1
- erstes Tragmittel
- 8.2
- zweites Tagmittel
- 9
- Umlenkrolle
- 10.1
- erste Antriebsvorrichtung
- 10.2
- zweite Antriebsvorrichtung
- 11.1
- erstes Gegengewicht
- 11.2
- zweites Gegengewicht
- 12
- Dach des unteren Fahrkorbs
- 13
- Absturzsicherung
- 14
- Person
- 15
- Unterseite des oberen Fahrkorbs
- 16
- Laufrollen des oberen Fahrkorbs
- 17
- Abstandshalter
- 17.1
- Bodenplatte des Abstandshalter
- 18
- Aufnahme für den Abstandshalter
- 19
- Strukturbalken des unteren Fahrkorbs
- 20.1
- erste Ausnehmung an dem Strukturbalken
- 20.2
- zweite Ausnehmung an dem Strukturbalken
- 21.1
- erster Bolzen
- 21.2
- zweiter Bolzen
- 22
- Klammern
- 23
- Draht
- 24
- erster Sensor
- 24.1
- Gehäuse des ersten Sensors
- 24.2
- Betätigungshebel des ersten Sensors
- 30
- Verfahren zum Betreiben einer Aufzugsanlage
- 31
- erster Schritt des Verfahrens - Erkennen einer Betätigung des ersten Sensors
- 32
- zweiter Schritt des Verfahrens - Einstellen eines Sicherheitsbetriebs
- 33
- dritter Schritt des Verfahrens - Festsetzen des oberen Fahrkorbs
- 34
- vierter Schritt des Verfahrens - Verhindern eines Normalbetriebs des unteren Fahrkorbs
- A
- Abstand zwischen Abstandshalter und zweitem Fahrkorb
- H
- horizontale Richtung
- L
- Länge des Abstandshalters
- V
- vertikale Richtung
1. Fahrkorb (3.1) für eine Aufzugsanlage (1) mit einem Aufzugsschacht (2) und zumindest
zwei übereinander in dem Aufzugsschacht (2) verfahrbaren Fahrkörben (3.1, 3.2), der
Fahrkorb (3.1) aufweisend
einen Innenraum; und
ein oberhalb des Innenraums angeordnetes und begehbares Dach (12);
wobei an einer Außenseite des Dachs (12) eine Aufnahme (18) für einen Abstandshalter
(17) zum Gewährleisten eines Mindestabstands zu einem oberhalb des Fahrkorbs (3.1)
angeordneten weiteren Fahrkorb (3.2) angeordnet ist; und
wobei an dem Fahrkorb (3.1) ein erster Sensor (24) zum Einstellen eines Sicherheitsbetriebs
der Aufzugsanlage (1) derart angeordnet ist, dass der erste Sensor (24) durch einen
in der Aufnahme (18) in einer Betriebsstellung aufgenommenen Abstandshalter (17) betätigt
ist.
2. Fahrkorb (3.1) nach Anspruch 1, wobei der erste Sensor (24) einen Betätigungshebel
(24.2) aufweist, wobei der Betätigungshebel (24.2) durch einen in der Aufnahme (18)
in der Betriebsstellung aufgenommenen Abstandshalter (17) ausgelenkt ist.
3. Fahrkorb (3.1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Aufnahme (18) an einem Strukturelement
(5.1, 5.2, 19) des Fahrkorbs (3.1) angeordnet ist.
4. Fahrkorb (3.1) nach einem der vorergehenden Ansprüche, wobei der Abstandshalter (17)
derart von einer Lagerstellung in die Betriebsstellung klappbar oder ausschiebbar
ist, dass durch das Klappen oder Ausschieben der erste Sensor (24) betätigt wird.
5. Fahrkorbanordnung für eine Aufzugsanlage (1) mit einem Aufzugsschacht (2) und zumindest
zwei übereinander in dem Aufzugsschacht (2) verfahrbaren Fahrkörben (3.1, 3.2), die
Fahrkorbanordnung aufweisend
einen Fahrkorb (3.1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche; und
einen an der Aufnahme (18) aufgenommenen Abstandshalter (17), wobei der erste Sensor
(24) durch den Abstandshalter (17) in dessen Betriebsstellung betätigt ist.
6. Fahrkorbanordnung nach Anspruch 5, wobei der Abstandshalter (17) in der Betriebsstellung
durch zumindest einen Formschluss an dem Fahrkorb (3.1) positioniert und/oder durch
zumindest eine Klammer (22) an dem Fahrkorb (3.1) gehalten ist.
7. Fahrkorbanordnung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, aufweisend zumindest einen zweiten
Sensor zum Erkennen des Abstands (A) zwischen einem oberen Ende des Abstandshalters
(17) und dem weiteren Fahrkorb (3.2).
8. Fahrkorbanordnung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei der Abstandshalter (17)
an dem oberen Ende ein verformbares Kontaktstück zur Verformung bei einem Kontakt
zwischen dem Abstandshalter (17) und dem weiteren Fahrkorb (3.2) aufweist.
9. Fahrkorbanordnung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei der Abstandshalter (17)
in seiner in der Betriebsposition vorliegenden Länge (L) verstellbar ausgebildet ist.
10. Aufzugsanlage (1), aufweisend
zumindest einen sich vertikal erstreckenden Aufzugsschacht (2);
einen in dem Aufzugsschacht (2) verfahrbaren oberen Fahrkorb (3.2); und
einen in dem Aufzugsschacht (2) verfahrbaren und unterhalb des oberen (3.2) angeordneten
unteren Fahrkorb (3.1);
wobei der untere Fahrkorb (3.1) als Fahrkorb (3.1) nach einem der Ansprüche 1 bis
4 ausgebildet ist und mit einem Abstandshalter (17) eine Fahrkorbanordnung nach einem
der Ansprüche 5 bis 9 bildet.
11. Aufzugsanlage (1) nach Anspruch 10, dazu eingerichtet, dass in dem Sicherheitsbetrieb
der obere Fahrkorb (3.2) festgesetzt ist.
12. Aufzugsanlage (1) nach Anspruch 10 oder 11, dazu eingerichtet, dass in dem Sicherheitsbetrieb
ein Normalbetrieb des unteren Fahrkorbs (3.1) verhindert ist.
13. Verfahren (30) zum Betreiben einer Aufzugsanlage (1) nach einem der Ansprüche 10 bis
12, aufweisend die Schritte
Erkennen einer Betätigung des ersten Sensors (24) (31);
Einstellen eines Sicherheitsbetriebs bei erkannter Betätigung des ersten Sensors (24)
(32);
Festsetzen des oberen Fahrkorbs (3.2) in dem Sicherheitsbetrieb (33);
optional Verhindern eines Normalbetriebs des unteren Fahrkorbs (3.1) in dem Sicherheitsbetrieb
(34); und
optional Überwachen des Abstands (A) zwischen einem oberen Ende des Abstandshalters
(17) und dem oberen Fahrkorb (3.2) mittels des zumindest einen zweiten Sensors.
14. Verfahren (30) nach Anspruch 13, wobei in dem Sicherheitsbetrieb die Überprüfung eines
Mindestabstands zwischen dem oberen Fahrkorb (3.2) und dem unteren Fahrkorb (3.1)
aufgehoben wird.
15. Verfahren (30) nach einem der Ansprüche 13 oder 14, wobei ein Beenden des Sicherheitsbetriebs
bei betätigtem ersten Sensor (24) verhindert ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Aufzugsanlage (1), aufweisend
zumindest einen sich vertikal erstreckenden Aufzugsschacht (2);
einen in dem Aufzugsschacht (2) verfahrbaren oberen Fahrkorb (3.2); und
einen in dem Aufzugsschacht (2) verfahrbaren und unterhalb des oberen (3.2) angeordneten
unteren Fahrkorb (3.1);
wobei der untere Fahrkorb (3.1) aufweist:
einen Innenraum; und
ein oberhalb des Innenraums angeordnetes und begehbares Dach (12);
wobei an einer Außenseite des Dachs (12) eine Aufnahme (18) für einen Abstandshalter
(17) angeordnet ist;
wobei an der Aufnahme (18) ein Abstandshalter (17) zum Gewährleisten eines Mindestabstands
zu dem oberen Fahrkorb (3.2) aufgenommen ist; und
wobei an dem Fahrkorb (3.1) ein erster Sensor (24) zum Einstellen eines Sicherheitsbetriebs
der Aufzugsanlage (1) derart angeordnet ist, dass der erste Sensor (24) durch den
in der Aufnahme (18) in einer Betriebsstellung aufgenommenen Abstandshalter (17) betätigt
ist;
dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugsanlage dazu eingerichtet ist, dass in dem Sicherheitsbetrieb der obere
Fahrkorb (3.2) festgesetzt und ein Normalbetrieb des unteren Fahrkorbs (3.1) verhindert
ist.
2. Aufzugsanlage (1) nach Anspruch 1, wobei der erste Sensor (24) einen Betätigungshebel
(24.2) aufweist, wobei der Betätigungshebel (24.2) durch den in der Aufnahme (18)
in der Betriebsstellung aufgenommenen Abstandshalter (17) ausgelenkt ist.
3. Aufzugsanlage (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Aufnahme (18) an einem Strukturelement
(5.1, 5.2, 19) des Fahrkorbs (3.1) angeordnet ist.
4. Aufzugsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Abstandshalter
(17) derart von einer Lagerstellung in die Betriebsstellung klappbar oder ausschiebbar
ist, dass durch das Klappen oder Ausschieben der erste Sensor (24) betätigt wird.
5. Aufzugsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Abstandshalter
(17) in der Betriebsstellung durch zumindest einen Formschluss an dem Fahrkorb (3.1)
positioniert und/oder durch zumindest eine Klammer (22) an dem Fahrkorb (3.1) gehalten
ist.
6. Aufzugsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, aufweisend zumindest einen
zweiten Sensor zum Erkennen des Abstands (A) zwischen einem oberen Ende des Abstandshalters
(17) und dem weiteren Fahrkorb (3.2).
7. Aufzugsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Abstandshalter
(17) an dem oberen Ende ein verformbares Kontaktstück zur Verformung bei einem Kontakt
zwischen dem Abstandshalter (17) und dem weiteren Fahrkorb (3.2) aufweist.
8. Aufzugsanlage (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Abstandshalter
(17) in seiner in der Betriebsposition vorliegenden Länge (L) verstellbar ausgebildet
ist.
9. Verfahren (30) zum Betreiben einer Aufzugsanlage (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, aufweisend die Schritte
Erkennen einer Betätigung des ersten Sensors (24) (31);
Einstellen eines Sicherheitsbetriebs bei erkannter Betätigung des ersten Sensors (24)
(32);
Festsetzen des oberen Fahrkorbs (3.2) in dem Sicherheitsbetrieb (33);
Verhindern eines Normalbetriebs des unteren Fahrkorbs (3.1) in dem Sicherheitsbetrieb
(34); und
optional Überwachen des Abstands (A) zwischen einem oberen Ende des Abstandshalters
(17) und dem oberen Fahrkorb (3.2) mittels des zumindest einen zweiten Sensors.
10. Verfahren (30) nach Anspruch 9, wobei in dem Sicherheitsbetrieb die Überprüfung eines
Mindestabstands zwischen dem oberen Fahrkorb (3.2) und dem unteren Fahrkorb (3.1)
aufgehoben wird.
11. Verfahren (30) nach einem der Ansprüche 9 oder 10, wobei ein Beenden des Sicherheitsbetriebs
bei betätigtem ersten Sensor (24) verhindert ist.