[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung für eine Tür, wobei insbesondere die Funktion
eines Türbetätigers und/oder einer Arretiervorrichtung der Tür mit der Anordnung überwacht
werden. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb der Anordnung.
[0002] Im Stand der Technik ist es bekannt, Türen mit Türbetätigern, also entweder Türschließern
oder Türantrieben, zu schließen. Insbesondere bei Brandschutztüren ist die Funktion
des Türbetätigers sicherheitsrelevant, da ein nicht funktionierender Türbetätiger
oder eine Blockierung der Tür ein ordnungsgemäßes Schließen der Tür im Brandfall verhindern
kann. Des Weiteren kennt der Stand der Technik Arretiervorrichtungen, die auch als
Feststellvorrichtungen bezeichnet werden. Mittels einer solchen Arretiervorrichtung
kann die Tür im offenen Zustand arretiert werden, wobei sicherzustellen ist, dass
sich die Arretiervorrichtung im Brandfall löst, sodass der Türbetätiger die Tür schließen
kann. Hierzu sind Arretiervorrichtungen üblicherweise mit Rauch- oder Brandmeldern
verbunden.
[0003] Es ist Aufgabe vorliegender Erfindung, eine Anordnung für eine Tür und ein Verfahren
zum Betrieb der Anordnung anzugeben, die auf möglichst einfache und zuverlässige Weise
einen sicheren Betrieb der Tür ermöglichen.
[0004] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Die
abhängigen Ansprüche haben bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung zum Gegenstand.
[0005] So wird die Aufgabe durch folgende Anordnung gelöst:
- (i) Die Anordnung umfasst einen Türbetätiger zum Bewegen einer Tür von einer Offenstellung
in eine Geschlossenstellung, wobei der Türbetätiger eine Abtriebswelle umfasst und
die Stellung der Tür mit einer jeweiligen Winkelstellung der Abtriebswelle korrespondiert.
[0006] Bei dem Türbetätiger handelt es sich vorzugsweise um einen Türschließer. Alternativ
kann der Türbetätiger auch als Türantrieb ausgebildet sein. Bei einem Türantrieb wird
elektromotorisch oder elektrohydraulisch die Kraft zum Öffnen und/oder Schließen der
Tür erzeugt, wohingegen beim Türschließer die Tür manuell durch eine Person geöffnet
wird.
[0007] Der Türbetätiger weist vorzugsweise ein Gehäuse auf. Das Gehäuse ist insbesondere
aus Metall, vorzugsweise gegossen. Die erwähnte Abtriebswelle ist vorzugsweise in
dem Gehäuse drehbeweglich gelagert.
[0008] Die Abtriebswelle ist vorzugsweise zum Befestigen eines Hebels ausgebildet. Gemäß
einer ersten Montagevariante ist der Türbetätiger auf dem Türblatt befestigbar. Der
Hebel bildet dabei die Verbindung zur Wand bzw. Zarge. Wandseitig ist beispielsweise
eine Gleitschiene befestigt, in der der Hebel gleitet. Alternativ kann der Hebel auch
als Scherengestänge ohne Gleitschiene ausgebildet sein.
[0009] Gemäß einer zweiten Montagevariante ist der Türbetätiger an der Wand bzw. Zarge befestigbar.
Der Hebel bildet sodann die Verbindung vom Türbetätiger zum Türblatt. Dabei kann auf
dem Türblatt eine entsprechende Gleitschiene befestigt sein. Alternativ kann der Hebel
auch als Scherengestänge ohne Gleitschiene ausgebildet sein.
[0010] Bei einer Ausgestaltung des Türbetätigers als Bodentürschließer kann die Verbindung
zwischen Türschließer und Tür auch ohne Hebel realisiert werden, da beim Bodentürschließer
die Abtriebswelle koaxial zur Drehachse der Tür steht.
[0011] Der Türbetätiger, insbesondere ausgebildet als Türschließer, umfasst vorzugsweise
einen mechanischen Energiespeicher. Der mechanische Energiespeicher ist insbesondere
als Feder ausgebildet. Besonders bevorzugt handelt es sich um eine Spiralfeder. Der
mechanische Energiespeicher ist insbesondere im Gehäuse angeordnet und beaufschlagt
die Abtriebswelle zur Drehung in eine Schließ-Drehrichtung. Zwischen Energiespeicher
und Abtriebswelle kann sich eine Übertragungseinheit befinden, um zwischen der Bewegung
der Abtriebswelle und der Bewegung des Energiespeichers umzusetzen.
(ii) Die Anordnung umfasst ferner eine Arretiervorrichtung zum Halten der Tür in einer
Arretierstellung. In der Arretierstellung befindet sich die Abtriebswelle in einem
Arretierwinkelbereich.
[0012] Bei der Arretiervorrichtung handelt es sich vorzugsweise um eine elektromechanische
Rastfeststellung. Die elektromechanische Rastfeststellung ist vorzugsweise in der
Gleitschiene angeordnet und ist dazu ausgebildet, das Gleitstück in der Offenstellung
der Tür zu arretieren. Alternativ dazu ist bevorzugt vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung
als elektrischer Haftmagnet ausgebildet ist. Der Haftmagnet ist insbesondere an der
Wand angeordnet und dazu ausgebildet, die Tür im offenen Zustand elektromagnetisch
zu halten. Am Türblatt kann sich hierzu eine entsprechende Gegenplatte aus Metall
befinden.
[0013] Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung der Arretiervorrichtung ist bevorzugt
vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung ansteuerbar ist, um die Arretierung zu lösen.
Dieses Lösen der Arretierung erfolgt insbesondere im Brandfall, wobei beispielsweise
ein im Bereich der Tür angeordneter Rauchmelder oder ein gebäudeweiter Brandmelder
die Arretiervorrichtung ansteuert.
[0014] Durch die Positionierung der Arretiervorrichtung ergibt sich ein bestimmter Winkelbereich,
in dem sich die Tür während der Arretierung befindet. Aufgrund der Verbindung zwischen
Tür und Abtriebswelle ergibt sich somit während der Arretierung auch ein bestimmter
Arretierwinkelbereich der Abtriebswelle. Dieser Arretierwinkelbereich ist relativ
schmal und kann somit von sonstigen Öffnungswinkeln unterschieden werden. Es ist insbesondere
vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung zum Arretieren der Tür in einem Winkelbereich
mit einer Breite von maximal 4°, insbesondere maximal 2°, besonders bevorzugt maximal
1°, ausgebildet ist. Mit anderen Worten erstreckt sich der Arretierwinkelbereich um
± 2°, insbesondere ± 1 °, insbesondere ± 0,5°, um den gewünschten Arretierwinkel.
(iii) Die Anordnung umfasst eine Überwachungsvorrichtung zum Überwachen des Betriebs
der Arretiervorrichtung und/oder des Türbetätigers, wobei die Überwachungsvorrichtung
dazu eingerichtet und ausgebildet ist, eine Stellung der Tür zu erkennen.
[0015] Die Überwachungsvorrichtung kann sowohl die Arretiervorrichtung als auch den Türbetätiger
überwachen. Die Überwachung der Arretiervorrichtung ist insbesondere dann von Interesse,
wenn festgestellt werden soll, ob die Tür mittels dieser Arretiervorrichtung arretiert
ist, oder beispielsweise wenn festgestellt werden soll, ob die Arretiervorrichtung
für eine Testschließung gelöst wurde. Diese Aspekte werden noch im Detail erläutert.
[0016] Die Überwachung des Türbetätigers mittels der Überwachungsvorrichtung dient in erster
Linie dazu, eine Stellung der Tür zu erkennen. Unter "Stellung der Tür" ist insbesondere
zu verstehen, dass erkannt wird, ob sich die Tür in der Arretierstellung, in der Geschlossenstellung
oder in einer Offenstellung außerhalb der Arretierstellung befindet. In der Geschlossenstellung
befindet sich die Tür im vollständig geschlossenen Zustand, sodass beispielsweise
die Falle des Türschlosses in der entsprechenden Öffnung des Schließblechs eingefahren
ist. Die Offenstellung beschreibt insbesondere eine beliebige Stellung der Tür außerhalb
der Geschlossenstellung. Da die Tür während der Arretierstellung offen ist, handelt
es sich bei der Arretierstellung um eine spezielle Offenstellung.
[0017] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Überwachungsvorrichtung dazu ausgebildet ist,
anhand der Winkelstellung der Abtriebswelle die Stellung der Tür zu erkennen.
[0018] Besonders bevorzugt ist die Überwachungsvorrichtung dazu ausgebildet, anhand der
Stellung der Tür zu erkennen, ob sich die Tür in der Arretierstellung, also im Arretierwinkelbereich,
oder in einer sonstigen Offenstellung befindet. Dementsprechend ist die Überwachungsvorrichtung
insbesondere dazu ausgebildet, um die Stellung der Tür, insbesondere die Winkelstellung
der Abtriebswelle, entsprechend genau zu erkennen, um die Arretierstellung von einer
sonstigen Offenstellung zu unterscheiden.
(iv) Die Anordnung, insbesondere die Überwachungsvorrichtung oder eine Auswerteeinheit,
ist dazu ausgebildet und eingerichtet, die Stellung der Tür zu überwachen und eine
Warnmeldung auszugeben, wenn eine unzulässige Offenstellung erkannt ist. Die Überwachungsvorrichtung
oder die Auswerteeinheit ist auch dazu ausgebildet und eingerichtet, die Stellung
der Tür zu überwachen und eine Warnmeldung auszugeben, wenn eine unzulässige Offenstellung
außerhalb der Arretierstellung erkannt ist.
[0019] Wie vorab beschrieben, kann die Überwachungsvorrichtung die Stellung der Tür erkennen.
Basierend auf diesem Erkennen der Stellung der Tür kann die Anordnung eine Warnmeldung
ausgeben. Das Ausgeben dieser Warnmeldung erfolgt, wenn eine unzulässige Offenstellung
erkannt ist, insbesondere wenn eine unzulässige Offenstellung außerhalb der Arretierstellung
erkannt ist; wenn sich also die Türe nicht in der Arretierstellung und nicht in der
Geschlossenstellung befindet. Dabei ist insbesondere vorgesehen, dass die hier beschriebene
Warnmeldung nur dann ausgegeben wird, wenn sich die Tür in der unzulässigen Offenstellung
außerhalb der Arretierstellung befindet, also ebendiese Warnmeldung nicht ausgegeben
wird, wenn sich die Tür in der Arretierstellung oder in der Geschlossenstellung befindet.
[0020] Alternativ oder zusätzlich ist aber auch denkbar, dass sich die Tür in dem Winkelbereich
der Arretierstellung in einer Offenstellung befindet, wobei die Tür aber nicht von
der Arretiervorrichtung gehalten ist. Wenn die Arretiervorrichtung die Tür aber nicht
in der Arretierstellung hält, ist insbesondere bei Brandschutztüren vorgesehen, dass
die Tür mittels des Türbetätigers schließt und in die Geschlossenstellung überführt
wird. Eine Offenstellung der Tür in der Arretierstellung ohne dass die Tür von der
Arretiervorrichtung in der Arretierstellung gehalten ist, entspricht einer unzulässigen
Offenstellung. Die Anordnung ist auch dazu ausgebildet und eingerichtet, eine solche
unzulässige Offenstellung in der Arretierstellung zu erkennen und eine entsprechende
Warnmeldung auszugeben.
[0021] Wie noch im Detail beschrieben wird, kann dieses Überwachen der Stellung der Tür
und somit die Entscheidung, ob eine Warnmeldung ausgegeben wird oder nicht, von der
Überwachungsvorrichtung oder einer Auswerteeinheit vorgenommen werden. Die Überwachungsvorrichtung
befindet sich lokal an der Tür, wohingegen die Auswerteeinheit eine übergeordnete,
mehrere Türen überwachende Steuereinheit sein kann.
[0022] Das Ausgeben der Warnmeldung beschreibt vorzugsweise unterschiedliche Vorgänge, die
auch in beliebiger Kombination miteinander durchgeführt werden können. So beschreibt
das Ausgeben der Warnmeldung zum Beispiel, dass ein entsprechendes Signal erzeugt
wird, das an eine nebengeordnete oder übergeordnete Steuereinheit weitergeleitet wird.
Allerdings kann auch die hier definierte Anordnung, insbesondere die Überwachungsvorrichtung
oder die Auswerteeinheit, dazu genutzt werden, um als Warnmeldung unmittelbar ein
akustisches oder optisches Signal auszugeben.
[0023] Die erfindungsgemäße Anordnung soll sicherstellen, dass der Türbetätiger und/oder
die Arretiervorrichtung ordnungsgemäß funktionieren. Dies ist insbesondere bei Brandschutztüren
sicherheitsrelevant, da sowohl die Arretiervorrichtung als auch der Türbetätiger sicherstellen
müssen, dass die Tür im Brandfall geschlossen wird. Durch das Überwachen der Stellung
der Tür und das Ausgeben der Warnmeldung ist es möglich, den Türbetätiger und/oder
die Arretiervorrichtung im laufenden Betrieb dauerhaft bzw. regelmäßig automatisiert
zu prüfen. Bei einer Fehlfunktion von Türbetätiger und/oder die Arretiervorrichtung
kann sich die Tür in einer beliebigen Offenstellung befinden, die, ggf. unter Berücksichtigung
weiterer Bedingungen, als unzulässige Offenstellung angesehen werden kann.
[0024] Gleichzeitig mit dem Überwachen des Betriebs der Arretiervorrichtung oder des Türbetätigers
wird auch eine Manipulation an der Tür überwacht. Beispielsweise kann es zu einer
Blockierung der Tür (beispielsweise mit einem Keil) kommen, wodurch die Funktion des
Türbetätigers - nämlich das Schließen der Tür - beeinträchtigt oder unmöglich ist.
Bei solch einem Blockieren der Tür befindet sich die Tür in einer beliebigen Offenstellung,
die als unzulässige Offenstellung angesehen wird. Beispielsweise aufgrund der Dauer,
in der sich die Tür in dieser unzulässigen Offenstellung befindet, kann erkannt werden,
dass es sich nicht um einen normalen Öffnungs- oder Schließvorgang der Tür handelt,
sondern gegebenenfalls eine Blockierung der Tür vorliegt.
[0025] Darüber hinaus ist es mit der Überwachungsvorrichtung auch möglich, die Arretierstellung
zu erkennen. Befindet sich die Tür nämlich genau in der Arretierstellung, wobei sich
die Abtriebswelle im Arretierwinkelbereich befindet, kann darauf geschlossen werden,
dass ein manipulatives Blockieren der Türe relativ unwahrscheinlich ist. Wird nämlich
die Tür beispielsweise mit einem Keil blockiert, so befindet sich die Türe in einem
zufälligen Öffnungswinkel, wobei es relativ unwahrscheinlich ist, dass sich die Abtriebswelle
dabei in dem relativ schmalen Arretierwinkelbereich befindet.
[0026] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Anordnung, insbesondere die Überwachungsvorrichtung
oder die Auswerteeinheit, dazu ausgebildet und eingerichtet ist, eine Stellung der
Tür als unzulässige Offenstellung zu erkennen. Folgende Methoden zum Erkennen der
Unzulässigkeit der Offenstellung können einzeln oder in beliebiger Kombination miteinander
genutzt werden, um möglichst fehlerfrei die Unzulässigkeit zu erkennen:
Die Erkennung der Unzulässigkeit einer Offenstellung erfolgt vorzugsweise in Abhängigkeit
einer Dauer der Offenstellung in einem beliebigen Winkel der Tür, insbesondere außerhalb
der Arretierstellung. Durch Überprüfen der Dauer der Offenstellung außerhalb der Arretierstellung
kann auf einfache Weise überprüft werden, ob die Offenstellung unzulässig ist. Beträgt
die Dauer der Offenstellung beispielsweise mehr als eine Minute, so ist es äußerst
unwahrscheinlich, dass es sich um einen normalen Vorgang beim Begehen der Tür handelt.
Dabei muss nicht der tatsächliche Öffnungswinkel der Tür berücksichtigt werden, solange
ausgeschlossen werden kann, dass sich die Tür in der Arretierstellung oder Geschlossenstellung
befindet.
[0027] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt erfolgt die Erkennung der Unzulässigkeit einer
Offenstellung in Abhängigkeit einer Dauer der Offenstellung in einem bestimmten Winkelbereich
der Tür, insbesondere innerhalb und/oder außerhalb der Arretierstellung. Um das Erkennen
der Unzulässigkeit der Offenstellung genauer auszugestalten ist somit möglich, die
Dauer der Offenstellung in einem bestimmten Winkelbereich zu überwachen. Vorzugsweise
wird die Dauer der Offenstellung in einem bestimmten Winkelbereich innerhalb und/oder
außerhalb der Arretierstellung überwacht. Befindet sich die Tür beispielsweise mehrere
Minuten in einem relativ großen Öffnungswinkel, so kann davon ausgegangen werden,
dass die Tür beispielsweise für eine Begehung durch einen Rollstuhlfahrer oder für
die Begehung einer größeren Gruppe längere Zeit offengehalten wird. Befindet sich
allerdings die Tür in einem sehr kleinen Öffnungswinkel, so kann auch bei einer kurzen
Öffnungsdauer schon von einer Unzulässigkeit ausgegangen werden, da es eher unwahrscheinlich
ist, dass eine Tür von einer Person in einem kleinen Öffnungswinkel offengehalten
wird; in diesem Fall ist es eher naheliegend, dass die Tür beispielsweise durch Einlegen
eines Gegenstandes in den Türspalt blockiert ist. Befindet sich die Tür für längere
Zeit in der Arretierstellung ist diese Form der Offenstellung nur zulässig, wenn die
Tür mittels der Arretiervorrichtung in der Arretierstellung offengehalten wird. In
diesem Fall ist weiterhin zu prüfen, ob die Arretiervorrichtung zum Offenhalten der
Tür in der Arretierstellung in Verwendung ist. Die Prüfung kann beispielsweise über
einen zweiten Sensor erfolgen, wie nachstehend noch erläutert wird. Wenn nämlich eine
Offenstellung der Tür zwar in der Arretierstellung aber ohne die Verwendung der Arretiervorrichtung
erkannt wird, liegt ebenfalls eine unzulässige Offenstellung vor. Daraufhin wäre eine
Warnmeldung auszugeben.
[0028] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt erfolgt die Erkennung der Unzulässigkeit einer
Offenstellung in Abhängigkeit eines Geschwindigkeitsverlaufs der Tür. Der gemessene
Geschwindigkeitsverlauf kann hierzu mit hinterlegten Daten verglichen werden.
[0029] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt erfolgt die Erkennung der Unzulässigkeit einer
Offenstellung in Abhängigkeit eines Beschleunigungsverlaufs der Tür. Der gemessene
Beschleunigungsverlaufs kann hierzu mit hinterlegten Daten verglichen werden.
[0030] Durch Überprüfen des Geschwindigkeitsverlaufs und/oder des Beschleunigungsverlaufs
der Tür kann beispielsweise überwacht werden, ob der Türbetätiger noch ordnungsgemäß
funktioniert. Beispielsweise bei einer zu geringen Geschwindigkeit oder zu geringen
Beschleunigung der Tür im Schließvorgang kann darauf geschlossen werden, dass der
Türbetätiger gewartet oder ausgetauscht werden muss oder ein anderer Gegenstand die
Bewegung der Tür behindert. Die Geschwindigkeit bzw. die Beschleunigung der Tür kann
ohne Weiteres anhand der Winkeländerung der Abtriebswelle erkannt werden.
[0031] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt erfolgt die Erkennung der Unzulässigkeit einer
Offenstellung in Abhängigkeit einer Tageszeit und/oder des Wochentags. Beispielsweise
in den Nachtstunden oder am Wochenende kann es als unwahrscheinlich angesehen werden,
dass eine Tür längere Zeit offensteht, wenn aufgrund der Nutzung des Gebäudes eine
Benutzung der Tür zu diesen Zeiten nicht oder selten vorgesehen ist. Daher kann zum
Beispiel in Abhängigkeit der Tageszeit eine Offenstellung der Tür am Tag über eine
längere Dauer toleriert werden, wohingegen in den Nachtstunden schon nach einer kürzeren
Offenstellung die Warnmeldung ausgegeben wird.
[0032] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Überwachungsvorrichtung einen ersten Sensor,
vorzugsweise am oder im Türbetätiger, umfasst, der dazu eingerichtet und ausgebildet
ist, die Winkelstellung der Abtriebswelle zu erkennen.
[0033] Der Sensor kann grundsätzlich die Winkelstellung der Abtriebswelle, also den Drehwinkel
der Abtriebswelle, direkt oder indirekt erkennen. Unter einer indirekten Erkennung
ist zu verstehen, dass die Position eines weiteren Elements im Türbetätiger mit dem
Sensor erkannt wird, wobei die Position dieses weiteren Elements in direktem Zusammenhang
mit der Drehbewegung der Abtriebswelle steht. Besonders bevorzugt ist der erste Sensor
jedoch dazu ausgebildet, direkt an der Abtriebswelle die Winkelstellung zu erkennen.
Dazu ist der erste Sensor im Türbetätiger angeordnet. Alternativ kann der erste Sensor
aber auch nachträglich anbringbar sein, beispielsweise in einem anbaubaren Zusatzgerät,
das am Türbetätiger über eine Schnittstelle anbringbar ist.
[0034] Besonders bevorzugt ist der Sensor Bestandteil einer Sensoreinheit. Diese Sensoreinheit
umfasst den ersten Sensor und einen Geber. Der Geber ist vorzugsweise an der Abtriebswelle
angeordnet oder ausgebildet. Es handelt sich bei dem Geber vorzugsweise um ein eigenes
Bauteil, dass an der Abtriebswelle angeordnet, insbesondere befestigt ist. Alternativ
kann die Abtriebswelle auch derart ausgebildet sein, sodass sie als Geber fungiert.
[0035] Der erste Sensor dieser Sensoreinheit ist zum, insbesondere berührungslosen, Erkennen
des Gebers ausgebildet. Besonders bevorzugt ist der erste Sensor dabei ausgebildet,
um eine Position und/oder eine Drehung und/oder eine Beschleunigung des Gebers zu
erfassen. Dabei ist insbesondere vorgesehen, dass die Kombination aus erstem Sensor
und Geber ermöglicht, die Winkelstellung der Abtriebswelle zu erfassen.
[0036] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der Geber einen Permanentmagneten umfasst und der
erste Sensor ein Magnetsensor, insbesondere ein Hallsensor, ist.
[0037] Der Geber ist vorzugsweise stirnseitig, d.h. an einem axialen Ende, an der Abtriebswelle
befestigt. Besonders bevorzugt weist die Abtriebswelle auf zumindest einer Seite,
insbesondere auf beiden Seiten, eine Befestigungsaufnahme auf. Bei dieser Befestigungsaufnahme
handelt es sich insbesondere um eine Bohrung koaxial zur Drehachse der Abtriebswelle.
Die Befestigungsaufnahme weist besonders bevorzugt ein Innengewinde auf.
[0038] In die Befestigungsaufnahme ist vorzugsweise eine Geberbefestigung eingesetzt, insbesondere
eingeschraubt. Die Geberbefestigung weist vorzugsweise einen Befestigungskopf auf.
Auf dem Befestigungskopf ist vorzugsweise der Geber befestigt, insbesondere aufgeklebt.
[0039] In bevorzugter Ausführung weist der Befestigungskopf ein Formschlusselement auf,
dass die lagegenaue Positionierung des Gebers gewährleistet. Darüber hinaus ist bevorzugt
vorgesehen, dass der Befestigungskopf einen Rand aufweist, der den Geber umgibt, sodass
auch durch den Rand eine lagegenaue Befestigung des Gebers auf dem Befestigungskopf
gewährleistet ist. Die Geberbefestigung ist vorzugsweise aus Kunststoff gefertigt.
[0040] Die Drehachse der Abtriebswelle schneidet vorzugsweise den ersten Sensor und/oder
den Geber. Dadurch ist eine Anordnung von erstem Sensor und Geber möglichst nahe der
Drehachse gewährleistet, wodurch auf engstem Raum eine genaue Erfassung der Winkelstellung
der Abtriebswelle möglich ist.
[0041] Besonders bevorzugt ist der erste Sensor symmetrisch zur Drehachse der Abtriebswelle
angeordnet, wodurch die Drehachse den ersten Sensor, insbesondere in der Mitte des
ersten Sensors, schneidet. Des Weiteren ist bevorzugt vorgesehen, dass der Geber symmetrisch
zur Drehachse der Abtriebswelle angeordnet ist, wodurch die Drehachse die Mitte des
Gebers schneidet.
[0042] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Anordnung, insbesondere die Überwachungsvorrichtung
oder die Auswerteeinheit, dazu eingerichtet und ausgebildet ist, auf Basis der von
dem ersten Sensor erkannten Winkelstellung der Abtriebswelle die Stellung der Tür
zu bestimmen; insbesondere zwischen der Arretierstellung und einer von der Arretierstellung
abweichenden Offenstellung zu unterscheiden.
[0043] Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Arretierstellung und/oder die Geschlossenstellung
auf Basis von hinterlegten Referenzwerten erkennbar ist/sind. Vorzugsweise sind die
Referenzwerte hinterlegt oder bei der Inbetriebnahme der Tür einlernbar.
[0044] In der Anordnung, insbesondere in der Überwachungsvorrichtung oder in der Auswerteeinheit,
kann in Referenzwerten hinterlegt werden, welcher Winkelbereich der Abtriebswelle
der Geschlossenstellung und der Arretierstellung zugeordnet wird. Befindet sich die
Tür bzw. Abtriebswelle außerhalb dieser Winkelbereiche, kann von einer Offenstellung
außerhalb der Arretierstellung ausgegangen werden, wobei, wie oben beschrieben, die
Unzulässigkeit dieser Offenstellung erkannt werden kann.
[0045] Bei Inbetriebnahme der Tür können solche Referenzwerte manuell in die Anordnung,
insbesondere in die Überwachungsvorrichtung oder Auswerteeinheit, eingegeben werden.
Besonders bevorzugt ist jedoch vorgesehen, dass diese Referenzwerte eingelernt werden
können. Beispielsweise kann bei Installation der Tür ein entsprechendes Lernprogramm
gestartet werden, woraufhin die Tür durch den Servicetechniker in bestimmte Stellungen
gebracht wird, insbesondere in die Arretierstellung und in die Geschlossenstellung.
Dabei kann das entsprechende Lernprogramm diese Stellungen und die zugehörigen Winkelstellungen
der Abtriebswelle entsprechend erfassen und als Referenzwerte abspeichern.
[0046] Vorzugsweise ist zumindest ein zweiter Sensor vorgesehen, der dazu eingerichtet und
ausgebildet ist, ein Halten der Tür mittels der Arretiervorrichtung zu erkennen; insbesondere
um die Warnmeldung nicht auszugeben, wenn das Halten der Tür mittels der Arretiervorrichtung
erkannt wird.
[0047] Wie bereits erläutert, ist es grundsätzlich möglich aufgrund der Winkelstellung der
Abtriebswelle, also insbesondere mit dem ersten Sensor, zu erkennen, ob sich die Tür
in der Arretierstellung befindet. Ist nämlich die Winkelstellung der Abtriebswelle
innerhalb des Arretierwinkelbereichs, so kann davon ausgegangen werden, dass sich
die Tür in der Arretierstellung befindet und durch die Arretiervorrichtung arretiert
ist. Um diesen Zustand auf alternative Weise zu erfassen und/oder genauer zu erfassen
und/oder zu überprüfen, ist es zusätzlich oder alternativ vorgesehen, den zweiten
Sensor zu verwenden. Dabei ist insbesondere vorgesehen, dass zumindest ein zweiter
Sensor zum Einsatz kommt, da, wie im Folgenden beschrieben wird, auf unterschiedliche
Arten und somit auch mit mehreren zweiten Sensoren die tatsächliche Arretierung mittels
der Arretiervorrichtung erkannt werden kann.
[0048] Vorzugsweise ist der zweite Sensor dazu ausgebildet, einen bestromten Zustand der
Arretiervorrichtung zu erkennen, wobei davon ausgegangen wird, dass die Arretiervorrichtung
beim Arretieren der Tür bestromt ist. Hierzu ist der zweite Sensor vorzugsweise in
die Arretiervorrichtung intergiert.
[0049] Zusätzlich oder alternativ ist bevorzugt vorgesehen, dass der zweite Sensor dazu
ausgebildet ist, durch die arretierte Tür geschaltet zu werden. Hierzu befindet sich
der zweite Sensor insbesondere in oder an der Arretiervorrichtung oder an einer sonstigen
Position außerhalb der Arretiervorrichtung und wird beim Einfahren der Tür in die
Arretierstellung betätigt. Handelt es sich bei der Arretiervorrichtung um einen Haftmagneten
an der Wand, so kann sich ein solcher zweiter Sensor in oder an dem Haftmagneten oder
an der Wand oder im Bereich der Bänder der Tür befinden und kann direkt von der Tür
betätigt werden. Wenn die Arretiervorrichtung als elektromechanische Rastvorrichtung
in der Gleitschiene ausgebildet ist, kann der zweite Sensor beispielsweise von dem
Gleitstück betätigt werden, das sich in die Raststellung bewegt.
[0050] Vorzugsweise ist der zweite Sensor dazu ausgebildet, ein Signal, das anzeigend für
das erkannte Halten der Tür mittels der Arretiervorrichtung ist, direkt oder über
zumindest ein weiteres Element an die Überwachungsvorrichtung oder an die Auswerteeinheit
zu übermitteln.
[0051] Auch wenn die Arretiervorrichtung als Haftmagnet an der Wand ausgebildet ist, kann
sich der zweite Sensor beispielsweise in der Gleitschiene befinden. Denn auch in diesem
Fall bewegt sich das Gleitstück in der Gleitschiene bei der Arretierstellung an eine
ganz bestimmte Position, die vom zweiten Sensor erkannt werden kann.
[0052] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Überwachungsvorrichtung eine Recheneinheit
umfasst, wobei die Recheneinheit, vorzugsweise die gesamte Überwachungsvorrichtung,
zum Überwachen lediglich eines einzelnen Türbetätigers und/oder lediglich einer einzelnen
Arretiervorrichtung eingerichtet und ausgebildet ist; insbesondere wobei die Recheneinheit,
vorzugsweise die gesamte Überwachungsvorrichtung, im Türbetätiger integriert ist.
[0053] Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Recheneinheit der Überwachungsvorrichtung
dazu ausgebildet und eingerichtet ist, die Stellung der Tür zu überwachen und zu entscheiden,
ob eine unzulässige Offenstellung außerhalb der Arretierstellung vorliegt, um die
Warnmeldung auszugeben.
[0054] Wie bereits beschrieben, kann das Überwachen der Stellung der Tür und die Entscheidung,
ob eine Warnmeldung ausgegeben wird oder nicht, in der lokalen Überwachungsvorrichtung
oder in der Auswerteeinheit stattfinden. Insbesondere für den ersten Fall, also für
die lokale Anordnung und Verwendung der Überwachungsvorrichtung, ist bevorzugt Folgendes
definiert: Die Überwachungsvorrichtung umfasst eine Recheneinheit. Die Recheneinheit,
vorzugsweise die gesamte Überwachungsvorrichtung, sind dazu eingerichtet und ausgebildet,
lediglich einen einzelnen Türbetätiger und/oder lediglich eine einzelne Arretiervorrichtung
zu überwachen. Dies definiert, dass die Recheneinheit, insbesondere die gesamte Überwachungsvorrichtung,
nur für eine Tür bzw. eine Türanlage zuständig ist. Hierzu ist insbesondere vorgesehen,
dass die Recheneinheit, vorzugsweise die gesamte Überwachungsvorrichtung, in den Türbetätiger
integriert ist. Darunter ist zu verstehen, dass die Überwachungsvorrichtung innerhalb
desselben Gehäuses des Türbetätigers angeordnet ist und mit weiteren Komponenten des
Türbetätigers kommunikativ verbunden ist. Alternativ ist aber auch vorgesehen, dass
die Überwachungsvorrichtung an einem Türbetätiger anordenbar ist, beispielsweise über
ein außen an einem Türbetätigergehäuse zusätzlich angeordneten Überwachungsmodul,
das die Überwachungsvorrichtung umfasst. Weiterhin alternativ ist auch vorgesehen,
dass die Überwachungsvorrichtung an einer jeweiligen dem Türbetätiger zugeordneten
Tür angeordnet ist. Dabei kann das Überwachungsmodul ein eigenständiges Gehäuse aufweisen.
[0055] Durch die lokale Recheneinheit, insbesondere im Türbetätiger, kann die Rechenleistung,
also das Überwachen der Stellung der Tür und die Entscheidung, ob eine unzulässige
Offenstellung außerhalb der Arretierstellung vorliegt, lokal an der Tür vorgenommen
werden. Dies hat einen entscheidenden Vorteil für die Datenübertragung bzw. die zu
übertragenden Datenmengen: Wie bereits beschrieben, kann die Warnmeldung an eine übergeordnete
oder nebengeordnete Steuerung weitergeleitet werden. Dabei handelt es sich beispielsweise
um ein Gebäudemanagementsystem. Bei einer Vielzahl an Anwendungen ist eine Kabelverbindung
zwischen dem Türbetätiger, also der Überwachungsvorrichtung, und dem Gebäudemanagementsystem
nicht oder nur mit erheblichem Aufwand möglich. Daher wird für diese Datenverbindung
vorzugsweise eine drahtlose Datenübertragung gewählt. Insbesondere, wenn öffentliche
Netze für die drahtlose Datenübertragung eingesetzt werden, ist auf eine geringe Datenmenge
zu achten. Durch Verwenden der lokalen Recheneinheit in der Überwachungsvorrichtung
müssen beispielsweise die Daten der Sensoren nicht kabellos übertragen werden, sondern
es bedarf lediglich der Übertragung der simplen Warnmeldung.
[0056] Alternativ ist bevorzugt vorgesehen, dass die Überwachungsvorrichtung dazu eingerichtet
und ausgebildet ist, Daten hinsichtlich der Stellung der Tür an eine Auswerteeinheit
zu übermitteln, wobei die Auswerteeinheit dazu ausgebildet und eingerichtet ist, die
Stellung der Tür zu überwachen und zu entscheiden, ob eine unzulässige Offenstellung
außerhalb der Arretierstellung vorliegt, um die Warnmeldung auszugeben.
[0057] Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Überwachungsvorrichtung dazu eingerichtet
und ausgebildet ist, Daten des ersten Sensors an die Auswerteeinheit zu übermitteln.
[0058] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Auswerteeinheit zum Überwachen mehrerer Türbetätiger
und/oder mehrerer Arretiervorrichtungen eingerichtet und ausgebildet ist.
[0059] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Anordnung dazu eingerichtet und ausgebildet
ist, in zeitlichen Abständen die Arretierstellung der Tür freizugeben, um eine Testschließung
der Tür durchzuführen.
[0060] Solch eine Testschließung der Tür kann aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll sein.
Theoretisch ist es möglich, dass die Tür zufällig in der Arretierstellung, also im
Arretierwinkelbereich, manipulativ blockiert wurde. Um einen solchen Zustand zu erkennen,
kann die vorgeschlagene Testschließung der Tür sinnvoll sein. Würde sich nämlich die
Tür bei der Testschließung nicht schließen, so kann beispielsweise auf eine solche
Blockierung geschlossen werden. Aber auch unabhängig von diesem Aspekt kann eine regelmäßige
Testschließung sinnvoll genutzt werden, um die Funktion des Türbetätigers und/oder
der Arretiervorrichtung zu überprüfen.
[0061] Dabei ist vorzugsweise die Überwachungsvorrichtung dazu ausgebildet und eingerichtet,
in Abständen ein Signal, das anzeigend für die Freigabe ist, an die Arretiervorrichtung
zu übermitteln. Die Übermittlung des Signals kann zum Beispiel kabelgebunden, kabellos
per elektromagnetischer Welle, per Lichtsignal durch die Luft oder per Akustiksignal
erfolgen.
[0062] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt ist die Auswerteeinheit dazu ausgebildet und
eingerichtet, in Abständen ein Signal, das anzeigend für die Freigabe ist, an die
Arretiervorrichtung zu übermitteln. Die Übermittlung des Signals kann zum Beispiel
kabelgebunden, kabellos per elektromagnetischer Welle, per Lichtsignal durch die Luft
oder per Akustiksignal erfolgen.
[0063] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt ist vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung
das Freigeben der Tür selbständig triggert, um die Testschließung der Tür durchzuführen.
Vorzugsweise ist dabei die Arretiervorrichtung dazu eingerichtet und ausgebildet,
ein Signal, das anzeigend für die Testschließung ist, an die Überwachungsvorrichtung
und/oder an die Auswerteeinheit zu senden. Die Übermittlung des Signals kann zum Beispiel
kabelgebunden, kabellos per elektromagnetischer Welle, per Lichtsignal durch die Luft
oder per Akustiksignal erfolgen.
[0064] So gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, um die Testschließung auszulösen. Die
Überwachungsvorrichtung kann zum Beispiel ein entsprechendes Signal an die Arretiervorrichtung
übermitteln. Allerdings ist es auch möglich, dass die Auswerteeinheit dazu ausgebildet
ist, ein solches Signal an die Arretiervorrichtung zu übermitteln. Dabei kann dieses
Signal von der Auswerteeinheit direkt an die Arretiervorrichtung übermittelt werden.
Allerdings ist es auch möglich, dass die Auswerteeinheit ein entsprechendes Signal
an die Überwachungsvorrichtung und dann die Überwachungsvorrichtung dieses Signal
an die Arretiervorrichtung sendet. In all diesen Fällen können sowohl kabelgebundene
als auch kabellose Wege zur Datenübertragung genutzt werden.
[0065] In einer weiteren Variante löst die Arretiervorrichtung selbständig die Testschließung
aus. Dabei ist es von Vorteil, wenn die Arretiervorrichtung ein entsprechendes Signal
über die Testschließung an die Überwachungsvorrichtung und/oder an die Auswerteeinheit
sendet. Dadurch weiß die Überwachungsvorrichtung bzw. Auswerteeinheit, dass eine solche
Testschließung vorliegt und kann die Schließung der Tür überwachen.
[0066] Unabhängig davon, wie die Testschließung ausgelöst wird, ist bevorzugt vorgesehen,
dass mit der Überwachungsvorrichtung und/oder der Auswerteeinheit die Winkelstellung
der Abtriebswelle während der Testschließung überwacht wird. Insbesondere kann aufgrund
der Dauer bis zur Geschlossenstellung und/oder aufgrund eines Geschwindigkeitsverlaufs
und/oder aufgrund eines Beschleunigungsverlaufs entschieden werden, ob der Türbetätiger
und/oder die Arretiervorrichtung ordnungsgemäß funktionieren und auch, ob eine manipulative
Blockierung der Tür vorliegt.
[0067] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Anordnung, insbesondere die Überwachungsvorrichtung
oder die Auswerteeinheit, dazu eingerichtet und ausgebildet ist, eine Schließbewegung
der Tür bei der Testschließung, vorzugsweise auf Basis von hinterlegten Referenzwerten,
zu überwachen. Hierzu sind vorzugsweise entsprechende Referenzwerte in der Überwachungsvorrichtung
oder Auswerteeinheit hinterlegt. Mit diesen Referenzwerten können die gemessenen Werte
verglichen werden, um die Überwachung der Testschließung durchzuführen. Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass diese Referenzwerte bei Inbetriebnahme der Tür eingelernt werden
können.
[0068] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Anordnung derart konfiguriert ist, dass eine
Warnmeldung unterbleibt, wenn die Geschlossenstellung der Tür erkannt ist.
[0069] Hierzu ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Anordnung einen Schlosssensor umfasst,
der dazu eingerichtet und ausgebildet ist, einen geschlossenen Zustand eines Schlosses
der Tür zu erkennen, wobei die Geschlossenstellung der Tür nur vorliegt, wenn der
geschlossene Zustand des Schlosses erkannt ist. Insbesondere ist der Schlosssensor
in einer Schließausnehmung angeordnet, wobei die Schließausnehmung, beispielsweise
in einem Schließblech, zur Aufnahme der Falle oder des Riegels ausgebildet ist und
der Schlosssensor die Falle oder den Riegel in der Schließausnehmung erfasst.
[0070] Grundsätzlich kann die Geschlossenstellung der Tür anhand des Türwinkels bzw. anhand
der Winkelstellung der Abtriebswelle erkannt werden. Zusätzlich oder alternativ ist
es möglich, den beschriebenen Schlosssensor zu nutzen, um möglichst genau die Geschlossenstellung
der Tür zu erkennen. Befindet sich die Tür nämlich in der Geschlossenstellung, so
liegt definitiv keine Offenstellung vor und es wird keine Warnmeldung ausgegeben.
[0071] Die Erfindung umfasst ferner ein Verfahren. Die im Rahmen der erfindungsgemäßen Anordnung
beschriebenen optionalen Merkmale sowie die für die Anordnung aufgeführten Unteransprüche
zeigen ebenso optionale Ausgestaltungen für das Verfahren. Das Verfahren wird insbesondere
für den Betrieb der vorab beschriebenen Anordnung, mit beliebigen der vorab beschriebenen
optionalen Ausgestaltungen, verwendet.
[0072] Das Verfahren umfasst:
- (i) Überwachen, vorzugsweise mittels der Überwachungsvorrichtung, des Betriebs der
Arretiervorrichtung und/oder des Türbetätigers, zum Erkennen einer Stellung der Tür.
- (ii) Überwachen, vorzugsweise mittels der Überwachungsvorrichtung oder der Auswerteeinheit,
der Stellung der Tür.
- (iii) Ausgeben einer Warnmeldung, wenn eine unzulässige Offenstellung erkannt wird,
insbesondere wenn eine unzulässige Offenstellung außerhalb der Arretierstellung erkannt
wird.
[0073] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass im Verfahren eine Stellung der Tür als unzulässige
Offenstellung erkannt wird.
[0074] Die Erkennung der Unzulässigkeit einer Offenstellung erfolgt vorzugsweise in Abhängigkeit
einer Dauer der Offenstellung in einem beliebigen Winkel der Tür, insbesondere außerhalb
der Arretierstellung.
[0075] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt erfolgt die Erkennung der Unzulässigkeit einer
Offenstellung in Abhängigkeit einer Dauer der Offenstellung in einem bestimmten Winkelbereich
der Tür, insbesondere innerhalb und/oder außerhalb der Arretierstellung.
[0076] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt erfolgt die Erkennung der Unzulässigkeit einer
Offenstellung in Abhängigkeit eines Geschwindigkeitsverlaufs der Tür.
[0077] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt erfolgt die Erkennung der Unzulässigkeit einer
Offenstellung in Abhängigkeit eines Beschleunigungsverlaufs der Tür.
[0078] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt erfolgt die Erkennung der Unzulässigkeit einer
Offenstellung in Abhängigkeit einer Tageszeit oder Wochentags.
[0079] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass im Verfahren die Winkelstellung der Abtriebswelle
erkannt wird.
[0080] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass im Verfahren auf Basis der erkannten Winkelstellung
der Abtriebswelle die Stellung der Tür bestimmt wird, wobei insbesondere zwischen
der Arretierstellung und einer von der Arretierstellung abweichenden Offenstellung
unterschieden wird.
[0081] Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Arretierstellung und/oder die Geschlossenstellung
auf Basis von hinterlegten Referenzwerten erkannt wird/werden; vorzugsweise wobei
die Referenzwerte hinterlegt sind oder bei der Inbetriebnahme der Tür eingelernt werden.
[0082] Vorzugsweise wird im Verfahren ein Halten der Tür mittels der Arretiervorrichtung
erkannt.
[0083] Vorzugsweise wird im Verfahren ein Signal, das anzeigend für das erkannte Halten
der Tür mittels der Arretiervorrichtung ist, an die Überwachungsvorrichtung übermittelt.
[0084] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Überwachungsvorrichtung eine Recheneinheit
umfasst, wobei mit der Recheneinheit, vorzugsweise mit der gesamten Überwachungsvorrichtung,
lediglich ein einzelner Türbetätiger und/oder eine einzelne Arretiervorrichtung überwacht
wird; insbesondere wobei die Recheneinheit, vorzugsweise die gesamte Überwachungsvorrichtung,
am oder im Türbetätiger integriert ist.
[0085] Dabei ist vorzugsweise im Verfahren vorgesehen, dass die Recheneinheit der Überwachungsvorrichtung
die Stellung der Tür überwacht und entscheidet, ob eine unzulässige Offenstellung,
insbesondere außerhalb der Arretierstellung, vorliegt, um die Warnmeldung auszugeben.
[0086] Alternativ ist bevorzugt im Verfahren vorgesehen, dass die Überwachungsvorrichtung
Daten hinsichtlich der Stellung der Tür an eine Auswerteeinheit übermittelt, wobei
die Auswerteeinheit die Stellung der Tür überwacht und entscheidet, ob eine unzulässige
Offenstellung, insbesondere außerhalb der Arretierstellung, vorliegt, um die Warnmeldung
auszugeben.
[0087] Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Überwachungsvorrichtung Daten des ersten
Sensors an die Auswerteeinheit übermittelt.
[0088] Vorzugsweise ist im Verfahren vorgesehen, dass die Auswerteeinheit mehrere Türbetätiger
und/oder mehrerer Arretiervorrichtung überwacht.
[0089] Vorzugsweise ist im Verfahren vorgesehen, dass in zeitlichen Abständen die Arretierstellung
der Tür freigegen wird, um eine Testschließung der Tür durchzuführen.
[0090] Dabei übermittelt vorzugsweise die Überwachungsvorrichtung in Abständen ein Signal,
das anzeigend für die Freigabe ist, an die Arretiervorrichtung.
[0091] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt übermittelt die Auswerteeinheit in Abständen
ein Signal, das anzeigend für die Freigabe ist, an die Arretiervorrichtung.
[0092] Zusätzlich oder alternativ bevorzugt ist vorgesehen, dass die Arretiervorrichtung
das Freigeben der Tür selbständig triggert, um die Testschließung der Tür durchzuführen.
Vorzugsweise sendet dabei die Arretiervorrichtung ein Signal, das anzeigend für die
Testschließung ist, an die Überwachungsvorrichtung und/oder an die Auswerteeinheit.
[0093] Vorzugsweise ist im Verfahren vorgesehen, dass eine Schließbewegung der Tür bei der
Testschließung, vorzugsweise auf Basis von hinterlegten Referenzwerten, überwacht
wird.
[0094] Vorzugsweise ist im Verfahren vorgesehen, dass eine Warnmeldung unterbleibt, wenn
eine Geschlossenstellung der Tür erkannt wird.
[0095] Hierzu ist vorzugsweise vorgesehen, dass ein geschlossener Zustand eines Schlosses
der Tür erkannt wird, wobei die Geschlossenstellung der Tür nur vorliegt, wenn der
geschlossene Zustand des Schlosses erkannt ist.
[0096] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Anordnung mit Arretiervorrichtung
an der Wand gemäß einem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 1a
- eine schematische Darstellung einer Variante der erfindungsgemäßen Anordnung mit Arretiervorrichtung
in der Gleitschiene gemäß dem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des Türbetätigers der erfindungsgemäßen Anordnung gemäß
dem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 3
- eine Explosionsdarstellung des Türbetätigers der erfindungsgemäßen Anordnung gemäß
dem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 4
- Bauteile im Inneren eines Gehäuses des Türbetätigers der erfindungsgemäßen Anordnung
gemäß dem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 5
- eine schematische Schnittansicht eines Details des Türbetätigers der erfindungsgemäßen
Anordnung gemäß dem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht des Türbetätigers ohne Verkleidung der erfindungsgemäßen
Anordnung gemäß dem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 7
- den in Fig. 2 gekennzeichneten Schnitt A-A,
- Fig. 8
- ein Detail aus Fig. 7,
- Fig. 9
- eine Stirnseite einer Abtriebswelle des Türbetätigers der erfindungsgemäßen Anordnung
gemäß dem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 10
- eine Sensor-Aufnahmevorrichtung des Türbetätigers der erfindungsgemäßen Anordnung
gemäß dem Ausführungsbeispiel,
- Fig. 11
- eine schematische Ansicht des erfindungsgemäßen Verfahrens
- Fig. 12a-c
- verschiedene Stellungen einer Tür.
[0097] Im Folgenden wird anhand der Fig. 1 bis 10 eine Anordnung 100 beschrieben. Fig. 11
zeigt ein Verfahren 300 zum Betrieb der Anordnung 100.
[0098] Gemäß Figuren 1 und 1a umfasst die Anordnung 100 eine Arretiervorrichtung 102, einen
Türbetätiger 1, ausgebildet als Türschließer, und eine Überwachungsvorrichtung 103.
Gemäß dem Ausführungsbeispiel ist die gesamte Überwachungsvorrichtung 103 in den Türbetätiger
1 integriert.
[0099] Optional kann die Anordnung 100 eine Auswerteeinheit 101 umfassen, wie dies im allgemeinen
Teil der Beschreibung beschrieben ist. Die Anordnung 100 kann ferner einen Hebel 104
und eine Gleitschiene 105 umfassen. Die Überwachungsvorrichtung 103 ist vorzugsweise
zur drahtlosen Datenübertragung mit der Auswerteeinheit 101 und/oder der Arretiervorrichtung
102 ausgebildet.
[0100] Fig. 1 zeigt eine Variante, wobei die Arretiervorrichtung 102 an der Wand 202 angeordnet
ist und einen elektrischen Haftmagnet umfasst, der die Tür 200, insbesondere über
eine Gegenplatte 106 an der Tür 200, in einer Arretierstellung festsetzen kann.
[0101] Fig. 1a zeigt eine Variante, bei der die Arretiervorrichtung 102 als elektromagnetische
Rastvorrichtung in die Gleitschiene 105 integriert ist.
[0102] Gemäß Fig. 1 und 1a befindet sich der Türschließer 1 an der Tür 200. Die Gleitschiene
105 ist dementsprechend an einer Wand 202 bzw. Zarge befestigt. Der Hebel 104 verbindet
den Türschließer 1 mit der Gleitschiene 105 an der Wand 202. Wie die schematische
Darstellungen in Fig. 1 und 1a zeigen, ist die Wand 202 gleichbedeutend mit der Zarge
der Tür 200. Über zwei Bänder 201 ist die Tür 200 relativ zur Wand 202 drehbeweglich
gelagert.
[0103] Im Folgenden wird, soweit nicht im Detail anders erwähnt, stets auf alle Figuren
Bezug genommen. Dabei werden gleiche Komponenten mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet:
Der Türbetätiger 1 weist ein Gehäuse 2 auf. Zusätzlich zum Gehäuse 2 weist der Türbetätiger
1 eine Montageplatte 50 und eine Verkleidung 30 auf. Das Gehäuse 2 ist auf der Montageplatte
50 befestigt. Die Montageplatte 50 umfasst Befestigungselemente 51, ausgebildet als
Löcher. Die Montageplatte 50 dient zur Befestigung des Türbetätigers 1 an der Tür
200.
[0104] Darüber hinaus umfasst der Türbetätiger 1 ein Modul 40 der Überwachungsvorrichtung
103, in dem eine Recheneinheit und/oder Stromversorgung der Überwachungsvorrichtung
103 integriert sein kann. Fig. 3 zeigt eine Explosionsdarstellung dieser vier Baugruppen,
nämlich Gehäuse 2, Modul 40, Verkleidung 30 und Montageplatte 50.
[0105] Ferner weist der Türbetätiger 1 eine Abtriebswelle 3 auf. Die Abtriebswelle 3 ist
drehbeweglich im Gehäuse 2 gelagert und durch einen Energiespeicher 4, ausgebildet
als Spiralfeder, beaufschlagt (siehe Fig. 4). Wie insbesondere Fig. 7 zeigt, ist die
Abtriebswelle 3 mittels eines Achslagers 13 beidseitig gelagert. Das Achslager 13
ist mit einem eingeschraubten Achslagerverschluss 14 gesichert. Dieser Achslagerverschluss
14 wird als Bestandteil des Gehäuses 2 angesehen.
[0106] Die Abtriebswelle 3 liegt beidseitig frei (siehe Fig. 7), so dass grundsätzlich an
beiden Seiten die Hebelanordnung 103 an der Abtriebswelle 3 befestigt werden kann.
Tatsächlich wird jedoch nur eine Seite der Abtriebswelle 3 zur Befestigung der Hebelanordnung
103 verwendet. Die jeweils andere Seite der Abtriebswelle 3 wird beim Türbetätiger
1 für die Positionierung einer Sensoreinheit 20 der Überwachungsvorrichtung 103 genutzt.
[0107] Die Abtriebswelle 3 weist an ihren beiden Seiten jeweils einen Mehrkant 3.1, ausgebildet
als Vierkant, auf. Die Abtriebswelle 3 ist um eine Drehachse 3.3 drehbar. Koaxial
zur Drehachse 3.3 weist die Abtriebswelle 3 beidseitig je eine Befestigungsaufnahme
3.2 auf. Die Befestigungsaufnahme 3.2 ist als Loch mit Innengewinde ausgebildet und
dient zur Befestigung der Hebelanordnung 103 oder eines Gebers 21 der Sensoreinheit
20, wie dies noch im Detail beschrieben wird.
[0108] In Fig. 4 ist das Gehäuse 2 ausgeblendet, so dass die inneren Bauteile zu sehen sind.
Demgemäß umfasst der Türbetätiger 1 eine Übertragungseinheit 5 im Inneren des Gehäuses
2. Diese Übertragungseinheit 5 weist einen Nocken 5.1 auf, der mit der Abtriebswelle
3 dreht. An dem Nocken 5.1 ist ein Schließkolben 5.2 mittels einer Schließkolbenrolle
5.3 wälzend geführt. Dabei wälzt die Schließkolbenrolle 5.3 auf einer Flanke des Nockens
5.1. Im Detail zeigt dies die schematische Schnittansicht in Fig. 5.
[0109] Ferner zeigen Fig. 4 und 5, dass in dem Gehäuse 2 ein Dämpfungskolben 6 linear beweglich
geführt ist. Dieser Dämpfungskolben 6 wälzt mit einer Dämpfungskolbenrolle 7 ebenfalls
am Nocken 5.1.
[0110] Zum Erfassen der Winkelstellung der Abtriebswelle 3 ist die Sensoreinheit 20 mit
dem ersten Sensor 23 vorgesehen. Gemäß den Figuren umfasst die Sensoreinheit 20 eine
Geberbefestigung 22. Die Geberbefestigung 22 ist vorzugsweise aus Kunststoff gefertigt.
Die Geberbefestigung 22 ist in die Befestigungsaufnahme 3.2 der Abtriebswelle 3 eingeschraubt.
[0111] Die Geberbefestigung 22 weist einen Befestigungskopf 22.1 auf (siehe Fig. 8). Auf
diesen Befestigungskopf 22.1 ist der Geber 21, insbesondere ausgebildet als Permanentmagnet,
aufgesetzt, insbesondere aufgeklebt.
[0112] Der Befestigungskopf 22.1 umfasst einen Rand 22.2 und ein Formschlusselement 22.3
(siehe Fig. 9). Der Rand 22.2 umgibt den Geber 21. Das Formschlusselement 22.3 und
der Geber 21 greifen ineinander. Durch den Rand 22.2 und/oder das Formschlusselement
22.3 ist eine lagegenaue Positionierung des Gebers 21 relativ zur Abtriebswelle 3
und somit relativ zur Drehachse 3.3 möglich. Insbesondere kann so erreicht werden,
dass der Geber 21 symmetrisch zur Drehachse 3.3 angeordnet ist.
[0113] Die Geberbefestigung 22 kann einen Werkzeugeingriff 22.4 aufweisen, der es insbesondere
erleichtert, die Geberbefestigung 22 in die Befestigungsaufnahme 3.2 einzuschrauben.
[0114] Unmittelbar neben dem Geber 21, jedoch den Geber 21 nicht berührend, befindet sich
der erste Sensor 23. Dieser erste Sensor 23 ist mittels einer Sensor-Aufnahmevorrichtung
24 stirnseitig der Abtriebswelle 3 und somit unmittelbar am Geber 21 befestigt. Der
erste Sensor 23 ist funktionell der Überwachungsvorrichtung 103 zugeordnet.
[0115] Die Sensor-Aufnahmevorrichtung 24 umfasst eine Halterung 24.1 sowie eine Sensor-Leiterplatte
24.2. Auf dieser Sensor-Leiterplatte 24.2 befindet sich der erste Sensor 23. Mittels
der Halterung 24.1 ist die Sensor-Leiterplatte 24.2 befestigt.
[0116] Die Halterung 24.1 weist einen Halterungs-Fortsatz 24.4 auf. Dieser erstreckt sich
rings um die Abtriebswelle 3, so dass die Abtriebswelle 3 in den Halterungs-Fortsatz
24.4 ragt.
[0117] Der Halterungs-Fortsatz 24.4 stützt sich axial innen gegen das Gehäuse 2, im Detail
den Achslagerverschluss 14. Dadurch liegt die Halterung 24.1 am Gehäuse 2 an. Radial
außen klemmt der Halterungs-Fortsatz 24.4 an einer Innenfläche des Gehäuses 2, wodurch
die Halterung 24.1 am Gehäuse 2 befestigt ist.
[0118] Darüber hinaus zeigen die Figuren, insbesondere Fig. 6, dass die Halterung 24.1 eine
Befestigungsfeder 24.5 aufweist. Die Befestigungsfeder 24.5 liegt innenseitig an der
Verkleidung 30 an, wodurch die Halterung 24.1 zwischen Verkleidung 30 und Gehäuse
2 eingeklemmt ist.
[0119] Die Sensor-Aufnahmevorrichtung 24, insbesondere die Halterung 24.1, weist einen Halterungs-Clip
24.3 (siehe Fig. 7 und 8) auf. Mittels diesem Halterungs-Clip 24.3 ist die Sensor-Leiterplatte
24.2 an der Halterung 24.1 befestigt.
[0120] Die Fig. 12a zeigt eine Geschlossenstellung der Tür 200. Dabei ist die Tür im Wesentlichen
parallel zur Wand bzw. Zarge 202 angeordnet und schließt eine entsprechende Türöffnung.
Die Geschlossenstellung muss im Falle einer Brandschutztür sicher erreicht werden.
Die Überwachungsvorrichtung 103 oder die Auswerteeinheit 101 ist dazu eingerichtet
auf Basis von hinterlegten Referenzwerten die Geschlossenstellung zu erkennen. Die
Referenzwerte können beispielsweise eine entsprechende Winkelstellung der Abtriebswelle
3 umfassen.
[0121] Fig. 12b zeigt die Tür 200 in einer beispielhaften beliebigen Offenstellung. Die
Tür 200 weist dabei einen beliebigen Winkel 204 auf. Der Winkel 204 ist gemessen zwischen
der Wand 202 und der Tür 200. Die Stellung der Tür 200 in der Offenstellung korrespondiert
mit einem entsprechenden Winkel der Abtriebswelle 3 des Türbetätigers 1. Die Überwachungsvorrichtung
103 ist dazu eingerichtet, eine solche Offenstellung der Tür 200 zu erkennen.
[0122] Die in Fig. 12b gezeigte Offenstellung der Tür 200 befindet sich außerhalb der Arretierstellung.
Eine Blockierung der Tür 200 in der Offenstellung außerhalb der Arretierstellung,
beispielsweise durch ein Hindernis 207, wird von der Überwachungsvorrichtung 103 oder
Auswerteeinheit 101 als unzulässige Offenstellung erkannt.
[0123] Die Figur 12c zeigt die Tür 200 in einer Arretierstellung. Die Tür 200 ist dabei
in einem Arretierwinkel 206 von der Arretiervorrichtung 102 gehalten. Der Arretierwinkel
206 korrespondiert mit einem Arretierwinkel bzw. einem Arretierwinkelbereich der Abtriebswelle
3. Die Überwachungsvorrichtung 103 ist dazu eingerichtet eine solche Arretierstellung
der Tür 200 zu erkennen.
[0124] Gemäß dem Ausführungsbeispiel ist der Türbetätiger 1 zum Bewegen der Tür 200 von
einer Offenstellung, also von einer Stellung wie sie in Fig. 12c gezeigt ist, wenn
die Arretiervorrichtung 102 gelöst ist, oder von einer Stellung wie sie in Fig. 12b
gezeigt ist, wenn das Hindernis 207 nicht die Bewegung der Tür 200 behindert, in eine
Geschlossenstellung ausgebildet, wobei die Stellung der Tür 200 mit einer jeweiligen
Winkelstellung der Abtriebswelle 3 korrespondiert.
[0125] Gemäß dem Ausführungsbeispiel ist die Arretiervorrichtung 102 zum Halten der Tür
200 in einer Arretierstellung in einem Arretierwinkelbereich der Abtriebswelle 3,
wie sie in Fig. 12c gezeigt ist, ausgebildet. Die Überwachungsvorrichtung 103 ist
zum Überwachen des Betriebs der Arretiervorrichtung 102 und/oder des Türbetätigers
1 vorgesehen, wobei die Überwachungsvorrichtung 103 dazu eingerichtet und ausgebildet
ist, eine Stellung der Tür 200 zu erkennen.
[0126] Die Bewegung der Tür 200 wird von der Überwachungsvorrichtung 103 überwacht. Dazu
umfasst die Überwachungsvorrichtung 103 einen ersten Sensor 23, der dazu eingerichtet
und ausgebildet ist, die Winkelstellung der Abtriebswelle 3 zu erkennen. Hierzu ist
der erste Sensor 23 als Magnetsensor ausgebildet. Beispielsweise ist ein Hall-Sensor
als Magnetsensor vorgesehen.
[0127] Auf Basis der vom dem ersten Sensor 23 erkannten Winkelstellung der Abtriebswelle
3 bestimmt die Überwachungsvorrichtung die Stellung der Tür 200. Die Überwachungsvorrichtung
103 kann auch die Arretiervorrichtung 102 überwachen. Dabei kann die Überwachungsvorrichtung
103 die Stellung der Tür zwischen der Arretierstellung der Fig. 12c und einer von
der Arretierstellung abweichenden Offenstellung unterscheiden. Im Falle der Auswertung
der vom Sensor 23 gelieferten Winkelstellung durch die Auswerteeinheit 101, kann die
Bestimmung der Stellung der Tür auch in der Auswerteeinheit 101 erfolgen. Die Arretierstellung
ist auf einen sehr kleinen Winkelbereich begrenzt. Beispielsweise kann der Winkelbereich
4° oder auch nur 2° betragen. Aber auch ein kleinerer Winkelbereich von beispielsweise
nur 0,5° ist möglich. Wird eine Offenstellung der Tür in genau diesem kleinen Arretierwinkelbereich
erkannt, ist es unwahrscheinlich, dass genau diese Stellung durch eine andere unerlaubte
Vorrichtung, wie beispielsweise ein Hindernis 207, fixiert wurde. Eine Offenstellung
in dem Arretierwinkelbereich wird von der Überwachungsvorrichtung somit als zulässige
Offenstellung erkannt und es wird kein Alarmsignal an eine übergeordnete Stelle gesendet.
[0128] Wird eine Offenstellung der Tür 200 außerhalb der Arretierstellung erkannt, was bei
Brandschutztüren mit Feststellvorrichtung eine unzulässige Offenstellung bedeutet,
gibt die Überwachungsvorrichtung 103 oder die Auswerteeinheit 101 eine Warnmeldung
aus.
[0129] Wie bereits beschrieben, ist die Überwachungsvorrichtung 103 oder die Auswerteeinheit
101 dazu ausgebildet und eingerichtet, eine Stellung der Tür 200 als unzulässige Offenstellung
zu erkennen. Das geschieht in Abhängigkeit einer Dauer der Offenstellung in beliebigem
Winkel der Tür 200 außerhalb der Arretierstellung, und/oder einer Dauer der Offenstellung
in einem bestimmten Winkelbereich der Tür 200 außerhalb der Arretierstellung, und/oder
eines Geschwindigkeitsverlaufs der Tür 200, und/oder eines Beschleunigungsverlaufs
der Tür 200, und/oder einer Tageszeit und/oder eines Wochentags.
[0130] Zu diesem Zweck kann die Überwachungsvorrichtung 103 ein Zeitmodul aufweisen, das
die aktuelle Zeit vorgibt. Alternativ dazu oder zusätzlich kann die Zeit auch von
außerhalb über ein Kommunikationsmodul, mit dem das Überwachungsmodul kommuniziert,
vorgegeben werden.
[0131] Die Arretierstellung der Fig. 12c und/oder die Geschlossenstellung der Fig. 12a ist
auf Basis von hinterlegten Referenzwerten erkennbar. Vorzugsweise sind die Referenzwerte
in der Überwachungsvorrichtung 103 oder der Auswerteeinrichtung hinterlegt. Beispielsweise
können die Referenzwerte bei der Inbetriebnahme der Tür 200 eingelernt werden. Die
Referenzwerte können beispielsweise Winkelstellungen der Abtriebswelle 3 umfassen.
[0132] Um ein Halten der Tür 200 mittels der Arretiervorrichtung 102 zu erkennen, umfasst
die Anordnung 100 einen zweiten Sensor 107.
[0133] Gemäß Fig. 1 ist der zweite Sensor 107 in die Arretiervorrichtung 102 an der Wand
202 integriert, wobei die Arretiervorrichtung 102 weiterhin ausgebildet ist, ein Signal,
das anzeigend für das erkannte Halten der Tür 200 mittels der Arretiervorrichtung
102 ist, an die Überwachungsvorrichtung 103 zu übermitteln. In dieser Ausführungsform
erkennt der zweite Sensor 107, wenn die Gegenplatte 106 in die Arretiervorrichtung
102 einrastet oder magnetisch gehalten wird.
[0134] Gemäß Fig. 1a ist der zweite Sensor 107 in die Arretiervorrichtung 102 in der Gleitschiene
105 integriert, wobei die Arretiervorrichtung 102 weiterhin ausgebildet ist, ein Signal,
das anzeigend für das erkannte Halten der Tür 200 mittels der Arretiervorrichtung
102 ist, an die Überwachungsvorrichtung 103 zu übermitteln. Bei dieser Ausführungsform
erkennt der zweite Sensor 107, wenn das Gleitstück in der Gleitschschiene 105 die
Arretiervorrichtung 102 erreicht hat und in der Arrtierstellung von der Arretiervorrichtung
102 gehalten wird. Der zweite Sensor 107 bzw. die Arretiervorrichtung 102 kann dann
ein Signal an die Überwachungsvorrichtung 103 senden, dass die Tür 200 in der Arretierstellung
eingerastet ist. Die Überwachungsvorrichtung 103 erkennt diese Stellung als ordnungsgemäß
an und sendet keinen Alarm auch bei längerer Offenstellung der Tür 200.
[0135] Wird allerdings eine Offenstellung der Tür 200 in der Arretierstellung von der Überwachungsvorrichtung
erkannt und der zweite Sensor 107 sendet kein Signal, das anzeigend für das erkannte
Halten der Tür 200 mittels der Arretiervorstellung ist, erkennt die Überwachungsvorrichtung
103 eine unzulässige Offenstellung in der Arretierstellung. Daraufhin sendet die Überwachungsvorrichtung
103 einen Alarm. Hierzu ist die Überwachungsvorrichtung 103 oder die Auswerteeinheit
101 dazu ausgebildet und eingerichtet, eine Stellung der Tür 200 als unzulässige Offenstellung
in Abhängigkeit einer Dauer der Offenstellung in beliebigem Winkel der Tür und/oder
einer Dauer der Offenstellung in einem bestimmten Winkelbereich der Tür zu erkennen.
Das heißt eine Stellung der Tür 200 als unzulässige Offenstellung kann von der Vorrichtung
auch in einem Winkel der Tür und/oder in einem Winkelbereich der Tür in der Arretierstellung
bzw. dem Arretierwinkelbereich als auch außerhalb der Arretierstellung bzw. Arretierwinkelbereich
erkannt werden.
[0136] Gemäß einer nicht dargestellten Variante ist der zweite Sensor 107 außerhalb der
Arretiervorrichtung 102 angeordnet.
[0137] Gemäß dem Ausführungsbeispiel umfasst die Überwachungsvorrichtung 103 eine Recheneinheit
im Modul 40, wobei die gesamte Überwachungsvorrichtung 103 zum Überwachen lediglich
eines einzelnen Türbetätigers 1 und lediglich einer einzelnen Arretiervorrichtung
102 eingerichtet und ausgebildet ist. Die gesamte Überwachungsvorrichtung 103 ist
im Türbetätiger 1 integriert und befindet sich unter der Verkleidung 30 des Türbetätigers
1.
[0138] Gemäß dem Ausführungsbeispiel ist die Recheneinheit der Überwachungsvorrichtung 103
dazu ausgebildet und eingerichtet ist, die Stellung der Tür 200 zu überwachen und
zu entscheiden, ob eine unzulässige Offenstellung außerhalb der Arretierstellung vorliegt,
um die Warnmeldung auszugeben.
[0139] Die Warnmeldung kann insbesondere an eine Leitstelle eines Gebäudemanagements, einen
Cloud-Server, eine sogenannte App auf einem mobilen Gerät oder eine anderweitige Überwachungssoftware
gesendet werden. Als Warnmeldung werden auch Schallsignale, entweder im Bereich der
überwachten Tür oder in einer Leitstelle eines Gebäudemanagements angesehen.
[0140] Die Ausgabe der Warnmeldung als Schallsignal kann auch derart ausgestaltet sein,
dass das Schallsignal an Intensität zunimmt.
[0141] Beispielsweise kann zunächst ein leiser Ton in Intervallen ausgegeben werden. Wird
aber die unzulässige Offenstellung der Tür nicht behoben, kann der Ton lauter werden
und/oder das Intervall, in dem der Ton abgegeben wird, kürzer werden. Schallsignale
sind vorteilhaft, das Nutzer der Tür vor Ort das vorliegende Problem der unzulässigen
Offenstellung selber lösen und die Tür ordnungsgemäß Schließen und/oder eine eventuell
vorhandene Blockierung entfernen.
[0142] Figuren 1 und 1a zeigen auch die Auswerteeinheit 101, um folgende Variante zu verdeutlichen:
Die Überwachungsvorrichtung 103 kann dazu eingerichtet und ausgebildet sein, Daten
hinsichtlich der Stellung der Tür 200 an die Auswerteeinheit 101 zu übermitteln, wobei
die Auswerteeinheit 101 dazu ausgebildet und eingerichtet ist, die Stellung der Tür
200 zu überwachen und zu entscheiden, ob eine unzulässige Offenstellung vorliegt,
insbesondere ob eine unzulässige Offenstellung außerhalb der Arretierstellung vorliegt,
um die Warnmeldung auszugeben. Hierzu kann die Überwachungsvorrichtung 103 dazu eingerichtet
und ausgebildet sein, Daten des ersten Sensors 23 an die Auswerteeinheit 101 zu übermitteln.
Ferner können Daten des zweiten Sensors 107 an die Auswerteeinheit 101 übermittelt
werden.
[0143] Sofern eine Auswerteeinheit 101 verwendet wird ist die Auswerteeinheit 101 insbesondere
zum Überwachen mehrerer Türbetätiger 1 und/oder mehrerer Arretiervorrichtungen 102
eingerichtet und ausgebildet. Dazu kann die Auswerteeinheit 101 beispielsweise auf
einem Computerserver ausgebildet und eingerichtet sein und über eine kabellose Verbindung
oder eine kabelgebundene Verbindung mit der Überwachungsvorrichtung 103 kommunizieren.
Beispielsweise kann die Auswerteeinheit 101 auch in einer Cloud-Umgebung betrieben
werden. Denkbar ist auch, dass die Auswerteeinheit 101 Bestandteil eines Gebäudemanagementsystems
ist.
[0144] Gemäß dem Ausführungsbeispiel ist die Anordnung 100 dazu eingerichtet und ausgebildet
ist, in zeitlichen Abständen die Arretierstellung der Tür 200 freizugeben, um eine
Testschließung der Tür 200 durchzuführen. Als Testschließung kann jede Schließung
der Tür 200 anerkannt werden, die nicht von einem Nutzer der Tür veranlasst wurde.
Die Arretiervorrichtung 102 wird gelegentlich testweise ausgelöst, wodurch die Funktion
der Brandschutztür getestet werden kann. Die Schließbewegung der Brandschutztür wird
durch die Überwachungsvorrichtung 103 überwacht und mit einem Referenzwert verglichen.
Auf diese Weise kann die korrekte Funktion der Brandschutztür mit Arretiervorrichtung
geprüft werden.
[0145] Die Testschließung kann gemäß dem Ausführungsbeispiel auf unterschiedliche Arten
erfolgen: Die Überwachungsvorrichtung 103 kann dazu ausgebildet und eingerichtet sein,
in Abständen ein Signal, das anzeigend für die Freigabe ist, an die Arretiervorrichtung
102 zu übermitteln. Die Auswerteeinheit 101 kann dazu ausgebildet und eingerichtet
ist, in Abständen ein Signal, das anzeigend für die Freigabe ist, an die Arretiervorrichtung
102 zu übermitteln. Nach Empfang des Freigabesignals löst die Arretiervorrichtung
102 aus und gibt die Tür 200 zur Testschließung frei.
[0146] Die Arretiervorrichtung 102 kann das Freigeben der Tür 200 selbständig triggern,
um die Testschließung der Tür 200 durchzuführen. Vorzugsweise ist die Arretiervorrichtung
102 dazu eingerichtet und ausgebildet, ein Signal, das anzeigend für die Testschließung
ist, an die Überwachungsvorrichtung 103 und/oder an die Auswerteeinheit 101 zu senden.
Ein solches Signal zeigt der Überwachungsvorrichtung 103 bzw. der Auswerteeinheit
101 an, das nun eine Testschließung erfolgt. Das Auslösen der Testschließung erfolgt
somit automatisch, in zeitlichen Abständen durch die Arretiervorrichtung oder die
Auswertevorrichtung. Die Überwachungsvorrichtung kennt dadurch die Zeitpunkte nicht,
aber akzeptiert alle Schließungen, die als "normal" eingestuft werden, wobei "normal"
hier bedeutet, dass die Werte innerhalb der vorgegebenen Referenzwerte liegen. Dadurch
werden Manipulationen der Testschließung verhindert.
[0147] Die Überwachungsvorrichtung 102 oder die Auswerteeinheit 101 ist dazu eingerichtet
und ausgebildet, eine Schließbewegung der Tür 200 bei der Testschließung, vorzugsweise
auf Basis von hinterlegten Referenzwerten, zu überwachen. Als Referenzwerte können
beispielsweise eine Schließgeschwindigkeit, eine Schließdauer, ein Schließmoment,
ein Schließgeschwindigkeitsverlauf usw. hinterlegt sein. Insbesondere muss sicher
die Geschlossen-Position erreicht werden.
[0148] Als Alarmfälle werden dann solche Schließbewegungen gewertet, wenn die Tür nach der
Testschließung die eingelernte Geschlossen-Position innerhalb einer festgelegten Zeit
nicht erreicht. Durch eine ungewöhnlich langsame oder von einer "Normalen" wiederholt
abweichende Bewegung kann festgestellt werden, dass kein normales Schließverhalten
vorliegt. Alle physikalischen Referenzwerte können entweder einstellbar vorgegeben
werden oder eingelernt werden, beispielsweise über eine Nullpunktfindung. Das Einlernen
hat den Vorteil, dass es auf einfache Weise bei Inbetriebnahme der Tür vorgenommen
werden kann und damit für jede Tür unterschiedliche, türspezifische Werte einlernbar
sind.
[0149] Gemäß dem Ausführungsbeispiel ist die Anordnung derart konfiguriert, dass eine Warnmeldung
unterbleibt, wenn eine Geschlossenstellung der Tür erkannt ist. Die Geschlossenstellung
wird von der Überwachungsvorrichtung 103 auf Basis der Daten des ersten Sensors 23
erkannt. Zusätzlich kann die Anordnung einen Schlosssensor 108 umfassen, der dazu
eingerichtet und ausgebildet ist, einen geschlossenen Zustand eines Schlosses der
Tür 200 zu erkennen, wobei die Geschlossenstellung der Tür 200 nur vorliegt, wenn
der geschlossene Zustand des Schlosses erkannt ist. Das ist insbesondere der Fall,
wenn eine Schlossfalle im Stulp eingerastet ist.
[0150] Fig. 11 verdeutlicht ein Verfahren 300 zum Betrieb einer Anordnung, insbesondere
der Anordnung 100. Das Verfahren umfasst:
Erster Verfahrensschritt 301: Überwachen, vorzugsweise mittels der Überwachungsvorrichtung
103, des Betriebs der Arretiervorrichtung 102 und/oder des Türbetätigers 1, zum Erkennen
einer Stellung der Tür 200.
[0151] Zweiter Verfahrensschritt 302: Überwachen, vorzugsweise mittels der Überwachungsvorrichtung
103 oder eine Auswerteeinheit 101, der Stellung der Tür 200.
[0152] Dritter Verfahrensschritt 303: Ausgeben einer Warnmeldung, wenn eine unzulässige
Offenstellung erkannt wird, insbesondere wenn eine unzulässige Offenstellung außerhalb
der Arretierstellung erkannt wird.
[0153] Weiterhin sieht das Verfahren vor, das bei Vorliegen einer Offenstellung der Tür
200 bei der die Tür 200 mittels der Arretiervorrichtung 102 offen gehalten wird, eine
Warnmeldung unterbleibt.
[0154] Weiterhin sieht das Verfahren vor, eine Warnmeldung auszugeben, wenn eine unzulässige
Offenstellung der Tür 200 in dem Arretierwinkelbereich erkannt wird.
Bezugszeichenliste
[0155]
- 1
- Türbetätiger
- 2
- Gehäuse
- 3
- Abtriebswelle
- 3.1
- Mehrkant
- 3.2
- Befestigungsaufnahme
- 3.3
- Drehachse der Abtriebswelle
- 4
- Energiespeicher
- 5
- Übertragungseinheit
- 5.1
- Nocken
- 5.2
- Schließkolben
- 5.3
- Schließkolbenrolle
- 6
- Dämpfungskolben
- 7
- Dämpfungskolbenrolle
- 13
- Achslager
- 14
- Achslagerverschluss als Gehäusebestandteil
- 20
- Sensoreinheit
- 21
- Geber
- 22
- Geberbefestigung
- 22.1
- Befestigungskopf
- 22.2
- Rand
- 22.3
- Formschlusselement
- 22.4
- Werkzeugeingriff
- 23
- erster Sensor
- 24
- Sensor-Aufnahmevorrichtung
- 24.1
- Halterung
- 24.2
- Sensor-Leiterplatte
- 24.3
- Halterungs-Clip
- 24.4
- Halterungs-Fortsatz
- 24.5
- Befestigungsfeder
- 30
- Verkleidung
- 40
- Modul der Überwachungsvorrichtung
- 50
- Montageplatte
- 51
- Befestigungselemente
- 100
- Anordnung
- 101
- Auswerteeinheit
- 102
- Arretiervorrichtung
- 103
- Überwachungsvorrichtung
- 104
- Hebel
- 105
- Gleitschiene
- 106
- Gegenplatte
- 107
- zweiter Sensor
- 108
- Schlosssensor
- 200
- Tür
- 201
- Bänder
- 202
- Wand (Zarge)
- 204
- Öffnungswinkel der Tür
- 206
- Arretierwinkel der Tür
- 207
- Hindernis
- 300
- Verfahren
- 301
- erster Verfahrensschritt
- 302
- zweiter Verfahrensschritt
- 303
- dritter Verfahrensschritt
1. Anordnung (100) für eine Tür (200), umfassend
• einen Türbetätiger (1) zum Bewegen der Tür (200) von einer Offenstellung in eine
Geschlossenstellung, wobei der Türbetätiger (1) eine Abtriebswelle (3) umfasst und
die Stellung der Tür (200) mit einer jeweiligen Winkelstellung der Abtriebswelle (3)
korrespondiert,
• eine Arretiervorrichtung (102) zum Halten der Tür (200) in einer Arretierstellung
in einem Arretierwinkelbereich der Abtriebswelle (3),
• eine Überwachungsvorrichtung (103) zum Überwachen des Betriebs der Arretiervorrichtung
(102) und/oder des Türbetätigers (1), wobei die Überwachungsvorrichtung (103) dazu
eingerichtet und ausgebildet ist, eine Stellung der Tür (200) zu erkennen,
• wobei die Anordnung (100), insbesondere die Überwachungsvorrichtung (103) oder eine
Auswerteeinheit (101), dazu ausgebildet und eingerichtet ist, die Stellung der Tür
(200) zu überwachen und eine Warnmeldung auszugeben, wenn eine unzulässige Offenstellung
erkannt ist, insbesondere wenn eine unzulässige Offenstellung außerhalb der Arretierstellung
erkannt ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung (100), insbesondere die Überwachungsvorrichtung (103) oder die Auswerteeinheit
(101), dazu ausgebildet und eingerichtet ist, eine Stellung der Tür (200) als unzulässige
Offenstellung zu erkennen, in Abhängigkeit:
• einer Dauer der Offenstellung in beliebigem Winkel der Tür (200), insbesondere außerhalb
der Arretierstellung,
• und/oder einer Dauer der Offenstellung in einem bestimmten Winkelbereich der Tür
(200), insbesondere innerhalb und/oder außerhalb der Arretierstellung,
• und/oder eines Geschwindigkeitsverlaufs der Tür (200),
• und/oder eines Beschleunigungsverlaufs der Tür (200),
• und/oder einer Tageszeit
• und/oder des Wochentags.
3. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungsvorrichtung (103) einen ersten Sensor (23), vorzugsweise am oder
im Türbetätiger (1), umfasst, der dazu eingerichtet und ausgebildet ist, die Winkelstellung
der Abtriebswelle (3) zu erkennen.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung (100), insbesondere die Überwachungsvorrichtung (103) oder die Auswerteeinheit
(101), dazu eingerichtet und ausgebildet ist, auf Basis der von dem ersten Sensor
(23) erkannten Winkelstellung der Abtriebswelle (3) die Stellung der Tür (200) zu
bestimmen, insbesondere zwischen der Arretierstellung und einer von der Arretierstellung
abweichenden Offenstellung zu unterscheiden.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierstellung und/oder die Geschlossenstellung auf Basis von hinterlegten
Referenzwerten erkennbar ist/sind; vorzugsweise wobei die Referenzwerte hinterlegt
sind oder bei der Inbetriebnahme der Tür (200) einlernbar sind.
6. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch zumindest einen zweiten Sensor (107), der dazu eingerichtet und ausgebildet ist,
ein Halten der Tür (200) mittels der Arretiervorrichtung (102) zu erkennen; vorzugsweise
wobei
• der zweite Sensor (107) in die Arretiervorrichtung (102) integriert ist,
• und/oder der zweite Sensor (107) außerhalb der Arretiervorrichtung (102) angeordnet
ist.
7. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungsvorrichtung (103) eine Recheneinheit umfasst, wobei die Recheneinheit,
vorzugsweise die gesamte Überwachungsvorrichtung (103), zum Überwachen lediglich eines
einzelnen Türbetätigers (1) und/oder lediglich einer einzelnen Arretiervorrichtung
(102) eingerichtet und ausgebildet ist; insbesondere wobei die Recheneinheit, vorzugsweise
die gesamte Überwachungsvorrichtung (103), im Türbetätiger (1) integriert ist.
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit der Überwachungsvorrichtung (103) dazu ausgebildet und eingerichtet
ist, die Stellung der Tür (200) zu überwachen und zu entscheiden, ob eine unzulässige
Offenstellung, insbesondere außerhalb der Arretierstellung, vorliegt, um die Warnmeldung
auszugeben.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungsvorrichtung (103) dazu eingerichtet und ausgebildet ist, Daten hinsichtlich
der Stellung der Tür (200) an eine Auswerteeinheit (101) zu übermitteln, wobei die
Auswerteeinheit (101) dazu ausgebildet und eingerichtet ist, die Stellung der Tür
(200) zu überwachen und zu entscheiden, ob eine unzulässige Offenstellung, insbesondere
außerhalb der Arretierstellung, vorliegt, um die Warnmeldung auszugeben; vorzugsweise:
• wobei die Überwachungsvorrichtung (103) dazu eingerichtet und ausgebildet ist, Daten
des ersten Sensors (23) an die Auswerteeinheit (101) zu übermitteln,
10. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (101) zum Überwachen mehrerer Türbetätiger (1) und/oder mehrerer
Arretiervorrichtungen (102) eingerichtet und ausgebildet ist.
11. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung (100) dazu eingerichtet und ausgebildet ist, in zeitlichen Abständen
die Arretierstellung der Tür (200) freizugeben, um eine Testschließung der Tür (200)
durchzuführen; vorzugsweise:
• wobei die Überwachungsvorrichtung (103) dazu ausgebildet und eingerichtet ist, in
Abständen ein Signal, das anzeigend für die Freigabe ist, an die Arretiervorrichtung
(102) zu übermitteln,
• und/oder wobei die Auswerteeinheit (101) dazu ausgebildet und eingerichtet ist,
in Abständen ein Signal, das anzeigend für die Freigabe ist, an die Arretiervorrichtung
(102) zu übermitteln,
12. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretiervorrichtung (102) das Freigeben der Tür (200) selbständig triggert, um
die Testschließung der Tür (200) durchzuführen; vorzugsweise wobei die Arretiervorrichtung
(102) dazu eingerichtet und ausgebildet ist, ein Signal, das anzeigend für die Testschließung
ist, an die Überwachungsvorrichtung (102) und/oder an die Auswerteeinheit (101) zu
senden.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung, insbesondere die Überwachungsvorrichtung (102) oder die Auswerteeinheit
(101), dazu eingerichtet und ausgebildet ist, eine Schließbewegung der Tür (200) bei
der Testschließung, vorzugsweise auf Basis von hinterlegten Referenzwerten, zu überwachen.
14. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung derart konfiguriert ist, dass eine Warnmeldung unterbleibt, wenn eine
Geschlossenstellung der Tür erkannt ist; vorzugsweise:
• wobei die Anordnung einen Schlosssensor (108) umfasst, der dazu eingerichtet und
ausgebildet ist, einen geschlossenen Zustand eines Schlosses der Tür (200) zu erkennen,
wobei die Geschlossenstellung der Tür (200) nur vorliegt, wenn der geschlossene Zustand
des Schlosses erkannt ist.
15. Verfahren (300) zum Betrieb einer Anordnung, insbesondere einer Anordnung nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung umfasst:
• einen Türbetätiger (1) zum Bewegen einer Tür (200) von einer Offenstellung in eine
Geschlossenstellung, wobei der Türbetätiger (1) eine Abtriebswelle (3) umfasst und
die Stellung der Tür (200) mit einer jeweiligen Winkelstellung der Abtriebswelle (3)
korrespondiert,
• und eine Arretiervorrichtung (102) zum Halten der Tür (200) in einer Arretierstellung
in einem Arretierwinkelbereich der Abtriebswelle (3),
wobei das Verfahren umfasst:
• Überwachen ((3)01), vorzugsweise mittels einer Überwachungsvorrichtung (103), des
Betriebs der Arretiervorrichtung (102) und/oder des Türbetätigers (1), zum Erkennen
einer Stellung der Tür (200),
• Überwachen (302), vorzugsweise mittels der Überwachungsvorrichtung (103) oder einer
Auswerteeinheit (101), der Stellung der Tür (200) und
• Ausgeben (303) einer Warnmeldung, wenn eine unzulässige Offenstellungerkannt wird,
insbesondere wenn eine unzulässige Offenstellung außerhalb der Arretierstellung erkannt
wird.