[0001] Die Erfindung betrifft eine Schachtanordnung für ein Altschachtsystem eines Systems
zur Aufnahme, Leitung und Speicherung eines Fluids mit den Merkmalen des Oberbegriffes
des Anspruchs 1.
[0002] Solche Schachtanordnungen für Altschachtsysteme sind aus dem Stand der Technik bekannt.
[0003] In vielen Städten und Gemeinden müssen die bestehenden, zum Teil sehr alten Kanalisationen
im Laufe der Zeit erneuert bzw. saniert werden.
[0004] Insbesondere die Schächte, die im Allgemeinen aus mineralischen Werkstoffen wie beispielsweise
Beton hergestellt sind, die den erforderlichen Zugang zur Kanalisation ermöglichen,
bedürfen regelmäßig einer Erneuerung bzw. Sanierung.
[0005] Durch die sehr lange Benutzung der zum Teil auch sehr alten Werkstoffe erfolgt insbesondere
im Inneren der Schächte eine deutliche Korrosion, die einen weiteren sicheren Betrieb
dieser Schächte nicht mehr gewährleisten.
[0006] Im Laufe der Zeit haben sich hier unterschiedliche, technische Verfahren zur Erneuerung
bzw. Sanierung derartiger Schächte etabliert.
[0007] So wird beispielsweise in der
DE19643175 A1 ein Verfahren zur Sanierung von Schächten in Rohrleitungen der Wasserver- und Entsorgung,
sowie in Transportleitungen für Chemikalien, Treibstoffen, Wärme oder Kälte beschrieben.
Hier ist vorgesehen, den zu sanierenden Schacht bis zu der Höhe abzutragen, ab der
ein konstanter Querschnitt beginnt. Dieser und der Schachtboden werden anschließend
mit einem neuen Schachteinsatz ausgekleidet. Hierzu wird eine eventuell vorhandene
Oberflächenbefestigung beispielsweise der Straßenbelag einschließlich der Schachtabdeckung
beseitigt.
[0008] Es werden auch eventuelle Ausgleichsringe entfernt genauso wie der Schachthals, der
auch als Konus bezeichnet wird. In den nun gereinigten Altschacht wird ein dünnwandiger
Schachtinliner mit angefügtem Gerinneprofil abgelassen und höhenrichtig fixiert.
[0009] Bevor nun der Hohlraum bzw. der Ringspalt ausgefüllt werden kann, müssen die Rohranschlüsse
der zu- und ablaufenden Leitungen hergestellt und abgedichtet.
[0010] Der Schachtinliner wird dabei bevorzugt aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt.
In dem Ringspalt zwischen dem neuen Schachtinliner und dem Altschacht werden im allgemeinen
Zementmörtel eingefüllt, um die Stabilität und Festigkeit dieser neuen Schachtanordnung
zu gewährleisten.
[0011] Nachteilig bei diesen Verfahren ist, dass der Zeit-, Montage- und Materialaufwand
sehr hoch ist.
[0012] Weiterhin nachteilig ist, dass der Altschacht bis zum dem Schachtring mit einem konstanten
Querschnitt sehr zeit- und materialaufwändig abzutragen ist.
[0013] Ebenso nachteilig ist, dass der neue Schachtinliner mit dem angefügten Gerinneprofil
sehr aufwendig konstruiert, hergestellt bzw. montiert werden muss, da jeder Altschacht
unterschiedliche Geometrien sowie insbesondere auch unterschiedliche Gerinneprofile
aufweist.
[0014] Ein weiteres Verfahren zur Sanierung von Altschachtsystemen ist die sogenannte Schacht-in-Schacht-Sanierung
(SIS).
[0015] Hierbei wird ein korrodiertes Altschachtsystem beispielsweise aus Beton, aber auch
aus Kunststoff, dadurch saniert, dass ein Neuschachtsystem insbesondere aus Kunststoff
in das Altschachtsystem eingesetzt und mit diesen abdichtend verbunden wird.
[0016] Ein Nachteil derartiger Schacht-in-Schacht- Sanierungen ist, dass neben den einzelnen
Schachtringen auch der Schachtboden saniert wird, auch wenn dieser noch intakt ist.
[0017] Hier setzt die Erfindung ein, die sich die Aufgabe gestellt hat, eine Schachtanordnung
für ein Altschachtsystem eines Systems zur Aufnahme, Leitung und Speicherung eines
Fluids zur Verfügung zu stellen, welche die Nachteile des Standes der Technik überwindet,
welche wirtschaftlich und kostengünstig herstellbar ist, die eine aufwändige Abtragung
bestehender Altschachtbauteile vermeidet und die für derzeit bestehende, zu sanierende
Altschachtsysteme aller Werkstoffe, Geometrien und Dimensionen, sowie insbesondere
auch für Altschachtsysteme mit relativ hohen Ovalitäten bzw. Deformationen optimal,
ohne eine Sanierung des bestehenden Schachtbodens, einsetzbar ist.
[0018] Überraschend hat sich gezeigt, dass eine Schachtanordnung für ein Altschachtsystem
eines Systems zur Aufnahme, Leitung und Speicherung eines Fluids, wobei das Altschachtsystem
wenigstens ein Altschachtunterteil mit wenigstens einem Altschachtboden, sowie wenigstens
eine, den Altschachtboden umschließenden, Altschachtwand aufweist, wobei das Altschachtunterteil
wenigstens ein Gerinne aufweist, das mit wenigstens einer Altschachtwand verbunden
ist, sich dadurch auszeichnet, dass der
[0019] Altschachtboden des Altschachtsystems über wenigstens eine Adapteranordnung eines
Neuschachtsystem beabstandet, angeordnet ist, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
mit dem Altschachtunterteil und/oder mit wenigstens einem Altschachtboden und/oder
mit wenigstens einer Altschachtwand des Altschachtunterteils abdichtend in Wirkverbindung
steht. Mit dieser Schachtanordnung ist es jetzt möglich, Altschächte zu sanieren,
ohne dass der Schachtboden zusätzlich aufwendig zu bearbeiten ist.
[0020] Nun ist es möglich, durch die Individualisierung dieser Schachtanordnung, die jedem
Altschachtsystem vor der Montage maßstabsgetreu angepasst ist, sogenannte Schacht-
in-Schacht- Sanierungen wirtschaftlich und kostengünstig durchzuführen.
[0021] Ebenfalls vorteilhaft bei der neuen Schachtanordnung ist es, dass eine aufwändige
Abtragung bestehender Altschachtbauteile nicht mehr erforderlich ist.
[0022] Weiter vorteilhaft bei der Schachtanordnung ist, dass das bestehende Altschachtsystem
nicht komplett auszubauen ist und dass insbesondere der bereits bestehende Altschachtboden
des Altschachtunterteils erhalten bleibt für die Sanierung mit einem Neuschachtsystem.
[0023] Die Schachtanordnung zeichnet sich weiter dadurch aus, dass der Altschachtboden des
Altschachtsystems über wenigstens eine Adapteranordnung zu wenigstens einem Schachtmittelteil
und/oder wenigstens einem Schachtoberteil und/oder wenigstens zu einem Schachtunterteil
eines Neuschachtsystems, die wenigstens eine dichtende, steckbare und/oder verrastbare
Verbindung aufweisen, beabstandet, angeordnet ist. Hierdurch ist es neben der wirtschaftlichen
und kostengünstigen Sanierung von Altschachtsystemen jederzeit möglich, eine schnelle
und dichte Verbindung zwischen dem Altschachtsystem und dem Neuschachtsystem zu realisieren.
[0024] Weiterhin ist die Schachtanordnung so ausgebildet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
über wenigstens eine Dichtvorrichtung von wenigstens einer Altschachtwand des Altschachtunterteils
beabstandet angeordnet ist. Die Funktion sowie die Konstruktion der Adapteranordnung
der neuen Schachtanordnung ist in vorteilhafter Weise immer so ausgebildet, dass das
bestehende Altschachtunterteil saniert in das Neuschachtsystem integrierbar ist.
[0025] Ein Vorteil der Schachtanordnung ist außerdem, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
über wenigstens eine Dichtvorrichtung abdichtend mit wenigstens einer Altschachtwand
des Altschachtsystems verbunden ist.
[0026] Ebenfalls vorteilhaft bei der Schachtanordnung ist, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
der Schachtanordnung mit wenigstens einem Altschachtboden und/oder mit wenigstens
einer Altschachtwand des Altschachtunterteils abdichtend in Wirkverbindung steht.
Basierend auf ihrer universellen, individuellen Geometrie bzw. Konstruktion der Adapteranordnung
der Schachtanordnung ist es somit überall jederzeit realisierbar, dass bestehende
Altschachtsystem kostengünstig und wirtschaftlich sowie in allen Bereichen abdichtend,
zu sanieren.
[0027] Die Schachtanordnung ist weiterhin so ausgebildet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
über wenigstens eine Dichtvorrichtung von wenigstens einem Altschachtboden und/oder
wenigstens einer Altschachtwand des Altschachtunterteils beabstandet angeordnet ist.
Vorteilhafterweise ist so die Adapteranordnung der Schachtanordnung den geometrischen
Anforderungen und Gegebenheiten nahezu jedes Altschachtsystems anpassbar, ohne dass
deren Montage in das Altschachtsystem beeinflusst ist und insbesondere die geforderte
Dichtigkeit des durch ein Neuschachtsystem sanierten Altschachtsystems gewährleistbar
ist.
[0028] Weiterhin ist die Schachtanordnung so ausgebildet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
wenigstens ein Aufnahmeelement und/oder eine Aufnahme aufweist. Hierdurch ist sichergestellt,
dass die Schachtanordnung immer so vorgefertigt und konfiguriert an ein zu sanierendes
Altschachtsystem bringbar ist.
[0029] Die Schachtanordnung ist ebenfalls so ausgebildet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
wenigstens eine Dichtvorrichtung aufweist. Vorteilhafterweise kann hierdurch eine
Schachtanordnung zur Verfügung gestellt werden, die individuell an die spezifische
Geometrie von Altschachtsystemen sowohl in der Höhe als auch im Durchmesser anpassbar
ist.
[0030] Die Schachtanordnung ist weiter so ausgebildet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
an ihrer Außenseite und/oder an ihrer Innenseite wenigstens eine Aufnahme für wenigstens
eine erste Dichtvorrichtung aufweist. Vorteilhafterweise kann hierdurch eine Schachtanordnung
zur Verfügung gestellt werden, die individuell an die spezifische Geometrie von Altschachtsystemen
sowohl in der Höhe als auch im Durchmesser anpassbar ist.
[0031] Die Schachtanordnung ist vorteilhafterweise so ausgebildet, dass die wenigstens eine
Adapteranordnung über wenigstens eine dritte Dichtvorrichtung abdichtend mit wenigstens
einer Altschachtwand des Altschachtsystems verbunden ist.
[0032] Weiterhin ist diese Schachtanordnung so ausgebildet, dass das Schachtunterteil des
Neuschachtsystems mit dem Aufnahmeelement der Adapteranordnung in Wirkverbindung steht.
Von Vorteil ist hierbei, dass eine Schachtanordnung zur Verfügung stellbar ist, die
auch individuell an die spezifische Geometrie von Altschachtsystemen sowohl in der
Höhe als auch im Durchmesser anpassbar ist.
[0033] Ebenfalls vorteilhaft bei dieser Schachtanordnung ist außerdem, dass das Schachtunterteil
des Neuschachtsystems über wenigstens eine erste Dichtvorrichtung mit der Adapteranordnung
in Wirkverbindung steht. Hierdurch ist nun überraschenderweise eine abdichtende Verbindung
des zu sanierenden Altschachtsystems mit dem Neuschachtsystem realisierbar.
[0034] Dabei hatte sich als vorteilhaft herausgestellt bei der Schachtanordnung, dass die
wenigstens eine Dichtvorrichtung als Dichtband, als Keildichtung, als Runddichtung,
als aktivierbare Dichtung wie Quelldichtung, quellbare Dichtung, aufblasbare Dichtung
und dergleichen ausgebildet ist.
[0035] Vorteilhafterweise besteht die wenigstens eine Dichtvorrichtung der Schachtanordnung
aus einem elastomeren Polymermaterial oder enthält ein solches. Hierzu kann eine Auswahl
aus Gummi, Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM),
Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Thermoplastisches Elastomer (TPE) für die Herstellung
der Dichtvorrichtung erfolgen.
[0036] Ebenfalls vorteilhaft bei der Schachtanordnung ist, dass das Altschachtsystem über
wenigstens einen Ringspalt vom Neuschachtsystem beabstandet, angeordnet ist. Hierdurch
ist die Schachtanordnung schnell und montagefreundlich in einen bestehendes Altschachtsystem
einzubringen sowie zu montieren.
[0037] Dabei hatte sich bei der Schachtanordnung als vorteilhaft herausgestellt, dass der
Ringspalt zwischen dem Altschachtsystem und dem Neuschachtsystem wenigsten teilweise
ein Verfüllmaterial aufweist. Vorteilhafterweise kann somit die Stabilität des, mit
dem Altschachtsystem verbundenen, Neuschachtsystem hergestellt sowie verbessert werden.
Weiterhin ist somit auch die Abdichtung der Verbindungsstellen zwischen dem Altschachtsystem
und dem Neuschachtsystem wirtschaftlich und kostengünstig realisierbar.
[0038] Ein weiterer Vorteil der Schachtanordnung ist, dass die Adapteranordnung und / oder
das Schachtmittelteil und / oder das Schachtoberteil und/oder das Schachtunterteil
ein Polymermaterial enthält oder aus einem Polymermaterial besteht, wobei das Polymermaterial
bevorzugt ein Thermoplast, besonders bevorzugt ein Polyolefin, wie beispielsweise
ein Polypropylen oder ein Polyethylen oder eine Polybutylen oder ein Copolymeres der
Vorgenannten, oder ein Polyvinylchlorid ist, oder aus einem solchen besteht.
[0039] Die Schachtanordnung ist somit wirtschaftlich und kostengünstig herstellbar, weist
ein montagefreundliches, geringes Gewicht auf und ist korrosionsbeständig.
[0040] Ebenfalls vorteilhaft ist, dass das Polymermaterial, vorzugsweise ein Thermoplast,
Füll- und/oder Verstärkungsstoffe von anteilig 1 bis 45 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 30
Gew.-%, besonders bevorzugt 5 bis 25 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht, enthält.
[0041] Die Füll- und/oder Verstärkungsstoffe sind partikelförmig und/oder sphärolitisch
und/oder faserförmig und/oder plättchenförmig und/oder kugelförmig und/oder stäbchenförmig
ausgebildet.
[0042] Bevorzugt ist der Füll- und/oder Verstärkungsstoff ausgewählt aus Talkum, Kreide,
Kaolin, Wollastonit, Glimmer, Glasfasern, Glaskugeln, Hohlglaskugeln, Metallpartikel,
Metallpulver, Metallfasern, Graphit, Leitruß, Holzmehl, Holzfasern, Bambusmehl, Bambusfasern,
Aluminiumoxid, Aluminiumsilikat, oder einer Mischung der Vorgenannten.
[0043] Weiterhin bevorzugt sind faserförmige Füll- und/oder Verstärkungsstoffe, besonders
bevorzugt Glas- und/oder Kohlefasern. Dies führt vorteilhafterweise zu einer hohen
Festigkeit bzw. Steifigkeit der Schachtanordnung sowie zu einer wirtschaftlicheren
und kostengünstigeren Herstellung.
[0044] Die Adapteranordnung und / oder das Schachtmittelteil und / oder das Schachtoberteil
und/oder das Schachtunterteil der Schachtanordnung der vorliegenden Erfindung können
in einem Polymerformgebungsprozess, wie einem Spritzgussprozess oder einem Rotationsgießprozess
oder einem Rotationssinterprozess oder einem Pressprozess oder einem Tiefziehprozess
oder einem Extrusionsblasprozess oder einem additiven Fertigungsprozess, wie einem
3D-Druckprozess, oder einer Kombination der vorstehend aufgeführten Prozesse hergestellt
sein.
[0045] Die vorstehend genannten Prozesse sind geeignet, die vorstehend Genannten gemäß vorliegender
Erfindung in großer Stückzahl reproduzierbar, maßhaltig und kostengünstig herzustellen.
[0046] Hierdurch werden Adapteranordnungen und / oder Schachtmittelteile und / oder Schachtoberteile
und/oder Schachtunterteile bereitgestellt, die äußerst widerstandsfähig und fest sind,
und die Ansprüche der Kunden bzw. die Vorgaben der einschlägigen Spezifikationen für
ihre Anwendung erfüllen.
[0047] Weiterhin hat es sich als äußerst vorteilhaft erwiesen, wenn Adapteranordnungen und
/ oder Schachtmittelteile und / oder Schachtoberteile und/oder Schachtunterteile durch
spanabhebende/spanende Verfahren wie beispielsweise Fräsen, Drehen hergestellt sind.
Hierdurch lassen sich individuelle Geometrie wie beispielsweise Durchmesser, Höhen
und dergleichen realisieren, sodass für jedes zu sanierende Altschachtsystem ein geometrisch
exaktes Neuschachtsystem kostengünstig und wirtschaftlich zur Verfügung stellbar ist.
[0048] Es kann sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung weiterhin als sehr praktikabel
ergeben, wenn vorgesehen ist, dass die Adapteranordnung und / oder das Schachtmittelteil
und / oder das Schachtoberteil und/oder das Schachtunterteil in einem additiven Fertigungsprozess,
wie einem 3D-Druckprozess hergestellt ist. Ein solcher Prozess ist geeignet, einen
Installationseinsatz und / oder einen Anschlussstutzen und / oder ein Festlegemittel
gemäß vorliegender Erfindung in großer Stückzahl reproduzierbar, maßhaltig und kostengünstig
herzustellen. So kann insbesondere vorgesehen sein, dass der Installationseinsatz
und / oder der Anschlussstutzen und / oder das Festlegemittel ganz oder teilweise
unter Verwendung eines generativen Fertigungsverfahrens, beispielsweise durch ein
3-D-Druckverfahren, hergestellt ist. Hierzu kann mit Vorteil ein datenverarbeitungsmaschinenlesbares
dreidimensionales Modell für die Herstellung genutzt werden. Die Erfindung umfasst
auch ein Verfahren zur Erzeugung eines datenverarbeitungsmaschinenlesbaren dreidimensionalen
Modells zur Verwendung in einem Herstellungsverfahren für einen Installationseinsatz
und / oder einen Anschlussstutzen und / oder ein Festlegemittel. Hierbei umfasst das
Verfahren insbesondere auch die Eingabe von Daten, die einen Installationseinsatz
und / oder einen Anschlussstutzen und / oder ein Festlegemittel darstellen, in eine
Datenverarbeitungsmaschine und die Nutzung der Daten, um einen Installationseinsatz
und / oder einen Anschlussstutzen und / oder ein Festlegemittel als dreidimensionales
Modell darzustellen, wobei das dreidimensionale Modell geeignet ist zur Nutzung bei
der Herstellung eines Installationseinsatzes und / oder eines Anschlussstutzens und
/ oder eines Festlegemittels. Ebenfalls umfasst ist bei dem Verfahren eine Technik,
bei der die eingegebenen Daten eines oder mehrerer 3D-Scanner, die entweder auf Berührung
oder berührungslos funktionieren, wobei bei letzteren Energie auf einen Installationseinsatz
und / oder einen Anschlussstutzen und / oder ein Festlegemittel abgegeben wird und
die reflektierte Energie empfangen wird, und wobei ein virtuelles dreidimensionales
Modell eines Installationseinsatzes und / oder eines Anschlussstutzens und / oder
eines Festlegemittels unter Verwendung einer computer- unterstützten Design-Software
erzeugt wird. Das Fertigungsverfahren kann ein generatives Pulverbettverfahren, insbesondere
selektives Laserschmelzen (SLM), selektives Lasersintern (SLS), selektives Hitzesintern
(Selective Heat Sintering - SHS), selektives Elektronenstrahlschmelzen (Electron Beam
Melting - EBM / Electron Beam Additive Manufacturing - EBAM) oder Verfestigen von
Pulvermaterial mittels Binder (Binder Jetting) umfassen. Das Fertigungsverfahren kann
ein generatives Freiraumverfahren, insbesondere Auftragsschweißen, Wax Deposition
Modeling (WDM), Contour Crafting, Metall-Pulver-Auftragsverfahren (MPA), Kunststoff-Pulver-Auftragsverfahren,
Kaltgasspritzen, Elektronenstrahlschmelzen (Electron Beam Welding - EBW) oder Schmelzeschichtungs-verfahren
wie Fused Deposition Modeling (FDM) oder Fused Filament Fabrication (FFF) umfassen.
Das Fertigungsverfahren kann ein generatives Flüssigmaterialverfahren, insbesondere
Stereolithografie (SLA), Digital Light Processing (DLP), Multi Jet Modeling (MJM),
Polyjet Modeling oder Liquid Composite Moulding (LCM) umfassen. Ferner kann das Fertigungsverfahren
andere generative Schichtaufbauverfahren, insbesondere Laminated Object Modelling
(LOM), 3D-Siebdruck oder die Lichtgesteuerte Elektrophoretische Abscheidung umfassen.
[0049] Die Erfindung betrifft weiterhin ein System zur Aufnahme, Leitung und Speicherung
eines Fluids mit wenigstens einer Schachtanordnung gemäß den vorherigen Ausführungen.
[0050] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Figuren und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung.
[0051] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0052] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Figuren dargestellt
und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0053] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematische, seitlich geschnittene Ansicht einer Schachtanordnung mit einem Altschachtsystem
sowie einem Neuschachtsystem
- Fig. 2
- schematische, seitlich geschnittene Detailansicht einer Schachtanordnung mit einem
Altschachtsystem sowie einem Neuschachtsystem
- Fig. 3
- perspektivische Darstellung einer Adapteranordnung der Schachtanordnung
[0054] In der Fig. 1 ist eine schematische, seitlich geschnittener Ansicht einer Schachtanordnung
1 mit einem Altschachtsystem 10 und einem Neuschachtsystem 20 dargestellt.
[0055] Die Schachtanordnung 1 für ein Altschachtsystem 10 eines Systems zur Aufnahme, Leitung
und Speicherung eines Fluids, wobei das Altschachtsystem 10 wenigstens ein Altschachtunterteil
11 mit wenigstens einem Altschachtboden 12 , sowie wenigstens eine, den Altschachtboden
12 umschließende, Altschachtwand 13 aufweist, wobei das Altschachtunterteil 11 wenigstens
ein Gerinne 110 aufweist, dass mit wenigstens einer Altschachtwand 13 verbunden ist,
zeichnet sich dadurch aus, dass der Altschachtboden 12 des Altschachtsystem 10 über
wenigstens eine Adapteranordnung 30 eines Neuschachtsystems 20 beabstandet, angeordnet
ist, dass die wenigstens eine Adapteranordnung 30 mit dem Altschachtunterteil 11 und/oder
mit wenigstens einem Altschachtboden 12 und/oder mit wenigstens einer Altschachtwand
13 des Altschachtunterteils 11 abdichtend in Wirkverbindung steht.
[0056] Die Schachtanordnung 1 für ein Altschachtsystem 10 eines Systems zur Aufnahme, Leitung
und Speicherung eines Fluids, wobei das Altschachtsystem 10 wenigstens ein Altschachtunterteil
11 mit wenigstens einem Altschachtboden 12, sowie wenigstens eine, den Altschachtboden
12 umschließende, Altschachtwand 13 aufweist, wobei das Altschachtunterteil 11 wenigstens
ein Gerinne 110 aufweist, dass mit wenigstens einer Altschachtwand 13 verbunden ist,
zeichnet sich dadurch aus, dass der Altschachtboden 12 des Altschachtsystems 10 über
wenigstens eine Adapteranordnung 30 zu wenigstens einem Schachtmittelteil 40 und/oder
wenigstens einem Schachtoberteil 50 und/oder wenigstens zu einem Schachtunterteil
60 eines Neuschachtsystems 20, die wenigstens eine dichtende, steckbare und/oder verrastbare
Verbindung aufweisen, beabstandet, angeordnet ist.
[0057] In diesem Ausführungsbeispiel sind von dem bestehenden Altschachtsystem 10 nur schematisch
das Altschachtunterteil 11 sowie die Altschachtmittelteile 14,14`,14" dargestellt.
Das Altschachtunterteil 11 weist dabei einen Altschachtboden 12 auf.
[0058] Der Altschachtboden 12 des Altschachtsystem 10 ist von einer Altschachtwand 13 umgeben.
[0059] Im Altschachtboden 13 ist in diesem Ausführungsbeispiel in der Mitte ein Gerinne
110 dargestellt. Der Altschachtboden 13 des Altschachtunterteils 11 ist so ausgeführt,
dass er ausgehend von der Altschachtwand 13 ein Gefälle aufweist, welches in das mittig
angeordnete, offene Gerinne 110 mündet.
[0060] Die Schachtanordnung 1 ist so ausgebildet, dass die wenigstens einer Adapteranordnung
30 mit dem Altschachtunterteil 11 abdichtend in Verbindung steht.
[0061] Weiterhin ist die Schachtanordnung 1 so ausgebildet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
30 mit wenigstens einem Altschachtboden 12 und/oder mit wenigstens einer Altschachtwand
13 des Altschachtunterteils 11 abdichtend in Wirkverbindung steht.
[0062] In diesem Ausführungsbeispiel ist die Schachtanordnung 1 so ausgeführt, dass die
wenigstens eine Adapteranordnung 30 über wenigstens eine erste Dichtvorrichtung 5
von wenigstens einer Altschachtwand 13 des Altschachtunterteils 11 beabstandet angeordnet
ist. Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
30 über wenigstens eine Dichtvorrichtung 5,6 von wenigstens einem Altschachtboden
12 des Altschachtunterteils 11 beabstandet, angeordnet ist.
[0063] Die Schachtanordnung 1 ist weiterhin so ausgebildet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
30 in diesem Ausführungsbeispiel an ihrer Innenseite 32 wenigstens eine Aufnahme 34
für wenigstens eine dritte Dichtvorrichtung 7 aufweist.
[0064] Weiterhin ist die Schachtanordnung 1 so ausgeführt, dass die wenigstens eine Dichtvorrichtung
5,6,7,8 als Dichtband, als Keildichtung, als Runddichtung, als aktivierbare Dichtung
wie Quelldichtung, quellbare Dichtung, aufblasbare Dichtung und dergleichen ausgebildet
ist.
[0065] In diesem Ausführungsbeispiel ist die erste Dichtvorrichtung 5 im Querschnitt als
L-förmige Dichtung ausgebildet.
[0066] Vorteilhafterweise besteht die wenigstens eine Dichtvorrichtung 5, 6, 7, 8 der Schachtanordnung
1 aus einem elastomeren Polymermaterial oder enthält ein solches.
[0067] Hierzu kann eine Auswahl aus Gummi, Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM), Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Thermoplastisches Elastomer (TPE) für die
Herstellung der Dichtvorrichtung erfolgen.
[0068] In diesem Ausführungsbeispiel besteht beispielsweise die erste Dichtvorrichtung 5
der Schachtanordnung 1 aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM),
Das Neuschachtsystem 20 weist wenigstens einer Adapteranordnung 30, wenigstens ein
Schachtmittelteil 40 sowie wenigstens ein Schachtoberteil 50 sowie wenigstens einem
Schachtunterteil 60 auf.
[0069] In diesem Ausführungsbeispiel ist die Schachtanordnung 1 so ausgebildet, dass das
Neuschachtsystem 20 eine Adapteranordnung 30, ein Schachtunterteil 60, zwei Schachtmittelteile
40, 40' sowie ein Schachtoberteil 50 aufweist.
[0070] Das Altschachtsystem 10 ist über wenigstens einen Ringspalt 3 vom Neuschachtsystem
20 beabstandet, angeordnet.
[0071] Der Ringspalt 3 zwischen dem Altschachtsystem 10 und dem Neuschachtsystem 20 wird
dabei in diesem Ausführungsbeispiel oberhalb der ersten Dichtvorrichtung 5 der Schachtanordnung
1 mit einem Verfüllmaterial 4 verfüllt.
[0072] Die Schachtanordnung 1 ist so ausgebildet, dass die Adapteranordnung 30 und / oder
das Schachtmittelteil 40, 40' und / oder das Schachtoberteil 50 und/oder das Schachtunterteil
60 ein Polymermaterial enthält oder aus einem Polymermaterial besteht, wobei das Polymermaterial
bevorzugt ein Thermoplast, besonders bevorzugt ein Polyolefin, wie beispielsweise
ein Polypropylen oder ein Polyethylen oder eine Polybutylen oder ein Copolymeres der
Vorgenannten, oder ein Polyvinylchlorid ist, oder aus einem solchen besteht.
[0073] In diesem Ausführungsbeispiel ist die Schachtanordnung 1 so ausgeführt, dass die
Adapteranordnung 30, das Schachtunterteil 60, das Schachtmittelteil 40,40`, das Schachtoberteil
50 aus dem Polymermaterial Polypropylen besteht.
[0074] Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, dass der Werkstoff die Schachtanordnung
1 bevorzugt wenigstens teilweise einen recycelten Thermoplast aufweist und/oder aus
diesem besteht.
[0075] Das bei der Fertigung der Schachtanordnung 1 verwendete/ aufgetragene Polymermaterial,
vorzugsweise ein Thermoplast, weist Füll- und/oder Verstärkungsstoffe von etwa 1 bis
45 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 5 bis 25 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht, auf. In diesem Ausführungsbeispiel ist der Thermoplast ein
Polyolefin, bevorzugt ein Polypropylen (PP) mit etwa 20 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht,
Glasfasern.
[0076] In der
Figur 2 ist eine schematische, seitlich geschnittene Detailansicht einer Schachtanordnung
1 mit einem Altschachtsystem 10 sowie einem Neuschachtsystem 10 dargestellt.
[0077] Die Schachtanordnung 1 für ein Altschachtsystem 10 eines Systems zur Aufnahme, Leitung
und Speicherung eines Fluids, wobei das Altschachtsystem 10 wenigstens ein Altschachtunterteil
11 mit wenigstens einem Altschachtboden 12, sowie wenigstens eine, den Altschachtboden
12 umschließende, Altschachtwand 13 aufweist, wobei das Altschachtunterteil 11 wenigstens
ein Gerinne 14 aufweist, das mit wenigstens einer Altschachtwand 13 verbunden ist,
zeichnet sich dadurch aus, dass der Altschachtboden 12 des Altschachtsystems 10 über
wenigstens eine Adapteranordnung 30 eines Neuschachtsystem 20 beabstandet, angeordnet
ist, dass die wenigstens eine Adapteranordnung 30 mit dem Altschachtunterteil 11 und/oder
mit wenigstens einem Altschachtboden 12 und/oder mit wenigstens einer Altschachtwand
13 des Altschachtunterteils 11 abdichtend in Wirkverbindung steht.
[0078] Weiter ist die Schachtanordnung 1 so ausgebildet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung
30 über wenigstens eine Dichtvorrichtung 5,6,8 von wenigstens einer Altschachtwand
13 des Altschachtunterteils 11 beabstandet angeordnet ist.
[0079] Vorteilhafterweise ist die Schachtanordnung 1 weiter so ausgebildet, dass die wenigstens
eine Adapteranordnung 30 über wenigstens eine Dichtvorrichtung 5,6,8 abdichtend mit
wenigstens einer Altschachtwand 13 des Altschachtsystems 10 verbunden ist.
[0080] In diesem Ausführungsbeispiel ist die Schachtanordnung 1 so ausgebildet, dass die
wenigstens eine Adapteranordnung 30 über wenigstens eine erste Dichtvorrichtung 5
abdichtend mit wenigstens einer Altschachtwand 13 des Altschachtsystems 10 verbunden
ist.
[0081] Der Altschachtboden 12 des Altschachtsystems 10 ist unbearbeitet.
[0082] Im Altschachtboden 12 ist ein Gerinne 110 mittig angeordnet, wobei der Altschachtboden
12 von der Altschachtwand 13 schräg zum Gerinne 110 verläuft.
[0083] Auf dem Altschachtboden 12 ist eine Adapteranordnung 30 angeordnet.
[0084] Die Adapteranordnung 30 ist dabei so ausgebildet, dass sie wenigstens ein Aufnahmeelement
35 und/oder wenigstens eine Aufnahme 34 aufweist.
[0085] In diesem Ausführungsbeispiel ist die Adapteranordnung 30 so ausgebildet, dass sie
an ihrer Innenseite 32 eine, als umlaufenden Ringspalt ausgebildete, Aufnahme 34 aufweist.
[0086] Die Adapteranordnung 30 ist weiter so ausgebildet, dass sie an ihrer Innenseite 32
ein, als umlaufenden Steg ausgebildetes, Aufnahmeelement 35 aufweist.
[0087] In der Aufnahme 34 der Adapteranordnung 30 ist in diesem Ausführungsbeispiel die
dritte Dichtvorrichtung 7 angeordnet. Die Adapteranordnung 30 steht somit über die
dritte Dichtvorrichtung 7 mit dem Schachtunterteil 60 des Neuschachtsystems 20 abdichtend
in Wirkverbindung.
[0088] Die Schachtanordnung 1 ist weiterhin so ausgebildet, dass die Adapteranordnung 30
über wenigstens eine Dichtvorrichtung 5,6,8 mit wenigstens einer Altschachtwand 13
des Altschachtsystems 10 in Wirkverbindung steht.
[0089] In diesem Ausführungsbeispiel ist die Schachtanordnung 1 so ausgebildet, dass die
Adapteranordnung 30 über eine erste Dichtvorrichtung 5 sowie eine vierte Dichtvorrichtung
8 abdichtend mit der Altschachtwand 13 des Altschachtsystems 10 verbunden ist.
[0090] Weiterhin ist die Schachtanordnung 1 so ausgebildet, dass an dem unteren, freien
Ende des Schachtunterteils 60 des Neuschachtsystems 10 wenigstens eine zweite Dichtvorrichtung
6 angeordnet ist. In diesem Ausführungsbeispiel steht die Adapteranordnung 30 über
die zweite Dichtvorrichtung 6 mit dem Schachtunterteil 60 des Neuschachtsystems 20
abdichtend in Wirkverbindung.
[0091] Weiterhin ist die Schachtanordnung 1 so ausgeführt, dass die wenigstens eine Dichtvorrichtung
5,6,7,8 als Dichtband, als Keildichtung, als Runddichtung, als aktivierbare Dichtung
wie Quelldichtung, quellbare Dichtung, aufblasbare Dichtung und dergleichen ausgebildet
ist.
[0092] In diesem Ausführungsbeispiel ist die erste Dichtvorrichtung 5 als im Querschnitt
L-förmige Dichtung ausgebildet.
[0093] Die zweite Dichtvorrichtung 6 ist in diesem Ausführungsbeispiel als im Querschnitt
prismatisch ausgebildete Quelldichtung ausgeführt.
[0094] Die dritte Dichtvorrichtung 7 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Keildichtung
ausgebildet. Die vierte Dichtvorrichtung 8 ist in diesem Ausführungsbeispiel als quellbare/quellfähige
Dichtung ausgebildet.
[0095] Vorteilhafterweise besteht die wenigstens eine Dichtvorrichtung 5,6,7,8 der Schachtanordnung
1 aus einem elastomeren Polymermaterial oder enthält ein solches.
[0096] Hierzu kann eine Auswahl aus Gummi, Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM), Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Thermoplastisches Elastomer (TPE) für die
Herstellung der Dichtvorrichtung erfolgen.
[0097] In diesem Ausführungsbeispiel besteht beispielsweise die erste Dichtvorrichtung 5
der Schachtanordnung 1 aus Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR).
[0098] Die zweite Dichtvorrichtung 6 besteht aus einem quellfähigen Material auf Basis Thermoplastisches
Elastomer (TPE) .
[0099] Die dritte Dichtvorrichtung 7 besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM).
[0100] Die vierte Dichtvorrichtung 8 besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus wenigstens
einer quellfähigen Paste auf Basis von Polyurethan (PUR).
[0101] Das Altschachtsystem 10 ist über wenigstens einen Ringspalt 3 vom Neuschachtsystem
20 beabstandet, angeordnet.
[0102] Der Ringspalt 3 zwischen dem Altschachtsystem 10 und dem Neuschachtsystem 20 wird
dabei in diesem Ausführungsbeispiel oberhalb der ersten Dichtvorrichtung 5 der Schachtanordnung
1 mit einem Verfüllmaterial 4 verfüllt. Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung,
dass der Ringspalt 3 zwischen dem Altschachtsystem 10 und dem Neuschachtsystem 20
unterhalb der ersten Dichtvorrichtung 5 der Schachtanordnung 1 mit einem Verfüllmaterial
4 verfüllt ist.
[0103] Es wird nun beschrieben, wie eine Sanierung des Altschachtsystems 10 durch ein Neuschachtsystem
20 in den einzelnen Schritten erfolgt:
Auf dem gereinigten Altschachtboden 13 des Altschachtsystems 10 wird die Adapteranordnung
30 aufgesetzt.
[0104] In einem nächsten Schritt wird die Position, die Höhe sowie der Sitz der Adapteranordnung
30 überprüft. Die Adapteranordnung 30 sollte dabei möglichst mittig auf dem Altschachtboden
13 positioniert sein.
[0105] In der Adapteranordnung 30 ist die dritte Dichtvorrichtung 7 bereits vormontiert.
[0106] In diesem Ausführungsbeispiel ist die dritte Dichtvorrichtung 7 über ein Klebstoffsystem
in der Aufnahme 34 fixiert.
[0107] In einem nächsten Schritt wird die erste Dichtvorrichtung 5 auf der Oberseite 33
der Adapteranordnung 30 sowie an der Altschachtwand 13 des Altschachtsystems 10 angeordnet
bzw. positioniert.
[0108] In einem nächsten Schritt ist die erste Dichtvorrichtung 5, die im Querschnitt etwa
L-förmig sowie als Rollware ausgebildet ist, an das Altschachtunterteil 11 so angepasst,
dass die freien Enden der ersten Dichtvorrichtung 5 sich um ein gewisses Maß überlappen.
[0109] In einem weiteren Schritt wird nun die gereinigte, erste Dichtvorrichtung 5 mit einem
schnell aushärtenden Spezialkleber zu einem kreisförmigen Ring fixiert.
[0110] In einem nächsten Schritt wird nun an der, der Adapteranordnung 30 gegenüberliegenden
Altschachtwand 13 des Altschachtsystems 10 ein Fixiermittel, beispielsweise ein Zweikomponentenklebstoff
aufgebracht.
[0111] In einem nächsten Schritt wird nun auf diesem Zweikomponentenklebstoff die erste
Dichtvorrichtung 5 angeordnet bzw. gepresst.
[0112] In einem nächsten Schritt wird nun auf der Oberseite 33 der Adapteranordnung 30 unterhalb
der ersten Dichtvorrichtung 5 ein Fixiermittel, beispielsweise ein Zweikomponenten-
Klebstoff aufgebracht.
[0113] In einem weiteren Schritt wird nun die erste Dichtvorrichtung 5 auf der Oberseite
33 der Adapteranordnung 30 fixiert.
[0114] In einem nächsten Schritt wird nun die vierte Dichtvorrichtung 8 oberhalb der ersten
Dichtvorrichtung 5 an der Altschachtwand 13 des Altschachtsystems 10 angebracht.
[0115] In einem weiteren Schritt wird nun die zweite Dichtvorrichtung 6 am unteren, freien
Ende des Schachtunterteils 60 des Neuschachtsystems 20 angebracht/positioniert.
[0116] Im nächsten Schritt wird nun das Schachtunterteil 60 des Neuschachtsystems 20 in
die Adapteranordnung 30 so eingeführt, dass das untere freie Ende des Schachtunterteils
60 auf dem Aufnahmeelement 35 der Adapteranordnung 30 angeordnet ist.
[0117] In einem weiteren Schritt wird nun der Ringraum 3 zwischen dem Altschachtsystem 10
und dem Neuschachtsystem 20 oberhalb der ersten Dichtvorrichtung 5 mit einem ersten
Verfüllmaterial 4 bis etwa zur Mitte des Altschachtmittelteils 14 verfüllt.
[0118] In einem weiteren Schritt kann nun der Ringraum 3 zwischen den Altschachtmittelteilen
14,14', 14" und dem Neuschachtsystem 20 mit einem weiteren Verfüllmaterial 4 komplett
verfüllt werden.
[0119] Die Schachtanordnung 1 ist so ausgebildet, dass die Adapteranordnung 30 und das Schachtunterteil
60 ein Polymermaterial enthält oder aus einem Polymermaterial besteht, wobei das Polymermaterial
bevorzugt ein Thermoplast, besonders bevorzugt ein Polyolefin, wie beispielsweise
ein Polypropylen oder ein Polyethylen oder eine Polybutylen oder ein Copolymeres der
Vorgenannten, oder ein Polyvinylchlorid ist, oder aus einem solchen besteht.
[0120] Das bei der Fertigung der Schachtanordnung 1 verwendete/ aufgetragene Polymermaterial,
vorzugsweise ein Thermoplast, weist Füll- und/oder Verstärkungsstoffe von etwa 1 bis
45 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 5 bis 25 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht, auf. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Schachtanordnung
1 so ausgeführt, dass die Adapteranordnung 30 und das Schachtunterteil 60 aus einem
Thermoplast, aus einem Polyolefin, bevorzugt einem Polypropylen (PP) mit etwa 25 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht, Glasfasern hergestellt sind.
[0121] In der Fig. 3 ist eine perspektivische Darstellung einer Adapteranordnung 30 der
Schachtanordnung 1 dargestellt.
[0122] Die Adapteranordnung 30 der Schachtanordnung 1 ist so ausgebildet, dass sie an ihrer
Außenseite 31 und/oder an ihrer Innenseite 32 wenigstens eine Aufnahme 34 aufweist,
welche beispielsweise als Ringnut ausgebildet ist. In diesem Ausführungsbeispiel ist
die Adapteranordnung 30 der Schachtanordnung 1 so ausgebildet, dass sie an ihrer Innenseite
32 wenigstens eine, von der Oberseite 33 beabstandet angeordnete, Aufnahme 34 aufweist.
[0123] Weiter ist die Adapteranordnung 30 der Schachtanordnung 1 so ausgebildet, dass sie
an ihrer Außenseite 31 und/oder an ihrer Innenseite 32 wenigstens ein Aufnahmeelement
35 aufweist, welches beispielsweise als umlaufender Steg ausgebildet ist.
[0124] In diesem Ausführungsbeispiel ist die Adapteranordnung 30 der Schachtanordnung 1
so ausgebildet, dass sie an ihrer Innenseite 32 wenigstens ein, von der Oberseite
33 beabstandet angeordnetes, Aufnahmeelement 35 aufweist.
[0125] Durch die Geometrie, insbesondere den Durchmesser, die Höhe sowie die Tiefe der Aufnahme
34 und/oder den Durchmesser, die Breite, die Dicke, sowie die Positionen an der Innenseite
32 und/oder an der Außenseite 31 des Aufnahmeelements 35 ist eine Adapteranordnung
30 der Schachtanordnung 1 zur Verfügung stellbar, die an alle vorhandenen Geometrie
von zu sanierenden Altschachtsystemen 10 wirtschaftlich und kostengünstig anpassbar,
herstellbar, sowie schnell, einfach und montagefreundlich verlegbar ist.
1. Schachtanordnung (1) für ein Altschachtsystem (10) eines Systems zur Aufnahme, Leitung
und Speicherung eines Fluids, wobei das Altschachtsystem (10) wenigstens ein Altschachtunterteil
(11) mit wenigstens einem Altschachtboden (12), sowie wenigstens eine, den Altschachtboden
(12) umschließende, Altschachtwand (13) aufweist, wobei das Altschachtunterteil (11)
wenigstens ein Gerinne (14) aufweist, das mit wenigstens einer Altschachtwand (13)
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Altschachtboden (12) des Altschachtsystems (10) über wenigstens eine Adapteranordnung
(30) eines Neuschachtsystem (20) beabstandet, angeordnet ist, dass die wenigstens
eine Adapteranordnung (30) mit dem Altschachtunterteil (11) und/oder mit wenigstens
einem Altschachtboden (12) und/oder mit wenigstens einer Altschachtwand (13) des Altschachtunterteils
(11) abdichtend in Wirkverbindung steht.
2. Schachtanordnung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung (30) über wenigstens eine Dichtungsvorrichtung
(5,6,8) von wenigstens einer Altschachtwand (13) des Altschachtunterteils (11) beabstandet
angeordnet ist.
3. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung (30) über wenigstens eine Dichtungsvorrichtung
(5,6,8) abdichtend mit wenigstens einer Altschachtwand (13) des Altschachtsystems
(10) verbunden ist.
4. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung (30) über wenigstens eine erste Dichtungsvorrichtung
(5) abdichtend mit wenigstens einer Altschachtwand (13) des Altschachtsystems (10)
verbunden ist.
5. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Altschachtboden (12) des Altschachtsystems (10) über wenigstens eine Adapteranordnung
(30) zu wenigstens einem Schachtmittelteil (40) und/oder wenigstens einem Schachtoberteil
(50) und/oder wenigstens zu einem Schachtunterteil (60) eines Neuschachtsystems (20),
die wenigstens eine dichtende, steckbare und/oder verrastbare Verbindung aufweisen,
beabstandet, angeordnet ist.
6. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung (30) wenigstens ein Aufnahmeelement (35) und/oder
wenigstens eine Aufnahme (34) aufweist.
7. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung (30) wenigstens eine Dichtungsvorrichtung (5,6,7)
aufweist.
8. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Adapteranordnung (30) an ihrer Außenseite (31) und/oder an ihrer
Innenseite (32) wenigstens eine Aufnahme (34) für wenigstens eine erste Dichtungsvorrichtung
(7) aufweist.
9. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schachtunterteil (60) des Neuschachtsystems (20) mit dem Aufnahmeelement (35)
der Adapteranordnung (30) in Wirkverbindung steht.
10. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schachtunterteil (60) des Neuschachtsystems (20) über wenigstens eine dritte
Dichtungsvorrichtung (7) mit der Adapteranordnung (30) in Wirkverbindung steht.
11. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungsvorrichtung (5,6,7,8) als Dichtband, als Keildichtung, als Runddichtung,
als aktivierbare Dichtung wie Quelldichtung, quellbare Dichtung, aufblasbare Dichtung
und dergleichen ausgebildet ist.
12. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Altschachtsystem (10) über wenigstens einen Ringspalt (3) vom Neuschachtsystem
(20) beabstandet, angeordnet ist.
13. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ringspalt (3) zwischen dem Altschachtsystem (10) und dem Neuschachtsystem (20)
wenigsten teilweise ein Verfüllmaterial (4) aufweist.
14. Schachtanordnung (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Adapteranordnung (30) und / oder das Schachtmittelteil (40) und / oder das Schachtoberteil
(50) und/oder das Schachtunterteil (60) ein Polymermaterial enthält oder aus einem
Polymermaterial besteht, wobei das Polymermaterial bevorzugt ein Thermoplast, besonders
bevorzugt ein Polyolefin, wie beispielsweise ein Polypropylen oder ein Polyethylen
oder eine Polybutylen oder ein Copolymeres der Vorgenannten, oder ein Polyvinylchlorid
ist, oder aus einem solchen besteht.
15. System zur Aufnahme, Leitung und Speicherung eines Fluids mit wenigstens einer Schachtanordnung
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14.