[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Hebelzylinder zum Verschließen einer Tür
oder Abdeckung. Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine Schließvorrichtung
mit einem derartigen Hebelzylinder und einem Schlüssel. Des Weiteren betrifft die
vorliegende Erfindung ein System mit einer derartigen Schließvorrichtung und einer
elektrischen Schaltung. Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zum Verschlie-ßen und/oder Öffnen einer Tür oder Abdeckung mittels eines Hebelzylinders.
[0002] Hebelzylinder und Schließvorrichtungen mit Hebelzylindern sind im Stand der Technik
allgemein bekannt.
[0003] Ein Hebelzylinder kann auch als Hebelschloss oder Schwenkhebelschloss bezeichnet
werden. Hebelzylinder bzw. Hebelschlösser dienen zum Verschließen von Türen oder Abdeckung.
Beispielsweise können mittels eines Hebelzylinders ein Briefkasten, ein Spind, eine
Werkbank, eine Schublade, ein Schrank, insbesondere ein Schaltschrank oder ein Arzneischrank,
ein Spielautomat, eine Geldkassette, oder ähnliches, verschlossen werden.
[0004] Ein Hebelzylinder weist in der Regel einen Schließzylinder und einen Hebel auf. Der
Hebel kann auch als Zunge oder Schwenkhebel bezeichnet werden. Der Hebel ist auf einer
Rückseite eines Zylindergehäuses des Schließzylinders angeordnet und an einem Zylinderkern
des Schließzylinders angebracht, so dass der Hebel gemeinsam mit dem Zylinderkern
drehbar ist. Der Hebel funktioniert direkt als Schlossriegel, der durch Drehbewegung
des Zylinderkerns, beispielsweise über einen eingesteckten Schlüssel, zwischen einer
Auf- und einer Zu-Stellung bewegt bzw. geschwenkt werden kann.
[0005] Des Weiteren sind im Stand der Technik auch Hebelschlösser bekannt, die über die
reine mechanische Verriegelung hinaus zusätzlich eine Betätigung eines Schalters durchführen,
wobei der Schwenkhebel in einer Endstellung auch einen elektrischen Schalter betätigt.
[0006] Derartige Hebelzylinder sind im Stand der Technik allgemein bekannt.
[0007] Beispielsweise zeigt die Druckschrift
DE 8807728 U1 eine Schließeinrichtung für Geräte der Datenverarbeitungstechnik mit einem schlüsselbedienbaren,
unter Verwendung einer Übertotpunktfeder eine Ver- und eine Entriegelungsstellung
einnehmenden Schwenkhebelschloss und einem mit Hilfe des Schwenkhebelschlosses betätigbaren
Mikroschalter, wobei am freien Ende eines auf einer Schwenkachse drehbar gelagerten
und radial abstehenden Schwenkhebels eine gebogene, über einen Totpunkt arbeitende
vorgespannte Blattfeder drehbar befestigt ist, wobei die Blattfeder oder der Schwenkhebel
einem Kontaktelement des Mikroschalters derart räumlich zugeordnet ist, wobei in Verriegelungsstellung
entweder ein Teilbereich der Blattfeder oder ein Teilbereich des Schwenkhebels gegen
das Kontaktelement des Mikroschalters drückt.
[0008] Des Weiteren zeigt die Druckschrift
EP 0 346 812 A2, dass Geräte der Datenverarbeitungstechnik elektrisch und mechanisch abschließbar
sein sollen, wobei unabhängig von einer ersten mechanischen Verriegelung, z.B. durch
eine Abdeckung der Tastatur oder des Gehäuses eines Computers, eine zweite mechanische
Verriegelung durch z.B. eine Abdeckung für Disketten und/oder Bandkassettenlaufwerke
möglich sein soll. Die zweite mechanische Verriegelung soll auch nach dem Verschließen
der Schließeinrichtung noch möglich sein. Über ein als Bolzen ausgebildetes zweites
Betätigungselement wird eine Blattfeder mit Rastnase in der Weise betätigt, dass u.a.
der in Verriegelungsstellung eine Stützschulter eines zweiten zu verriegelnden Teiles
hintergreifende, die Rastnase aufweisende Teilbereich der Blattfeder gegen eine Federkraft
unabhängig voneinander entweder durch den Schwenkhebel oder durch das zweite, zu verriegelnde
Teil in die Entriegelungsstellung angehoben wird.
[0009] Die bekannten Hebelzylinder lassen aber noch Raum für Verbesserungen, insbesondere
hinsichtlich des Aufbaus, der Steuerung und der Nachrüstbarkeit.
[0010] Vor diesem Hintergrund ist es daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen
verbesserten Hebelzylinder, eine verbesserte Schließvorrichtung, ein verbessertes
System und ein verbessertes Verfahren bereitzustellen. Insbesondere ist es eine Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, einen Hebelzylinder bereitzustellen, der einen einfachen
und kompakten Aufbau aufweist und einfach nachrüstbar ist. Des Weiteren ist es eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Steuerung einer elektrischen Schaltung zu
verbessern.
[0011] Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Hebelzylinder zum Verschließen
einer Tür oder Abdeckung bereitgestellt, wobei der Hebelzylinder einen Schließzylinder
und einen Hebel aufweist, wobei der Schließzylinder ein Zylindergehäuse und einen
Zylinderkern aufweist, wobei der Zylinderkern gegenüber dem Zylindergehäuse um eine
Drehachse zwischen einer ersten Drehposition und einer zweiten Drehposition drehbar
ist, wobei der Hebel mit dem Zylinderkern um die Drehachse drehfest verbunden ist,
wobei der Schließzylinder des Weiteren eine Sensoreinrichtung aufweist, wobei die
Sensoreinrichtung dazu eingerichtet ist, eine Drehung des Zylinderkerns und/oder eine
Drehposition des Zylinderkerns zu erfassen.
[0012] Der Hebelzylinder dient zum Verschließen bzw. Verriegeln einer Tür oder Abdeckung.
Insbesondere kann mittels des Hebelzylinders die Tür oder Abdeckung geöffnet und verschlossen
werden. Der Hebelzylinder kann an der Tür oder Abdeckung montiert werden. Insbesondere
kann die Tür oder Abdeckung eine Aussparung oder Bohrung aufweisen, in der der Hebelzylinder
montiert werden kann.
[0013] Die Tür oder Abdeckung kann an einem Zugang zu einer Umgebung angeordnet sein. Insbesondere
kann der Zugang mittels der Tür oder Abdeckung verschlossen werden. Der Hebelzylinder
kann zum Verriegeln der Tür oder Abdeckung gegenüber der Umgebung dienen. Die Umgebung
kann ein Anschlagelement aufweisen. Der Hebelzylinder kann mit dem Anschlagelement
zum Verschließen der Tür oder Abdeckung wechselwirken.
[0014] Die Umgebung kann beispielsweise ein Gehäuse sein. Das Gehäuse kann eine Gehäusewand
und optional eine Nut aufweisen. Das Gehäuse oder die Gehäusewand können auch eine
Nut oder ein Schließblech aufweisen. Die Gehäusewand, die Nut oder das Schließblech
können als das Anschlagelement dienen. Die Umgebung kann insbesondere ein Kasten,
eine Kassette, ein Schrank, eine Schublade, oder ein Automat sein. Insbesondere kann
die Umgebung ein Briefkasten, ein Spind, eine Werkbank, eine Schublade, ein Schaltschrank,
ein Arzneischrank, ein sonstiges geschlossenes Möbelstück, ein Spielautomat oder eine
Geldkassette sein.
[0015] Der Hebel des Hebelzylinders dient zum Verschließen bzw. Verriegeln der Tür oder
Abdeckung. Insbesondere kann der Hebel die Tür oder Abdeckung gegenüber der Umgebung
verriegeln. Der Hebel kann dazu zwischen einer offenen Stellung und einer geschlossenen
Stellung bewegbar sein. Die offene Stellung kann auch als Auf-Stellung und die geschlossene
Stellung als Zu-Stellung bezeichnet werden. In der geschlossenen Stellung ist die
Tür oder Abdeckung verriegelt. Das Drehen bzw. Schwenken des Hebels in die offene
Stellung kann als Öffnungsvorgang bezeichnet werden. Entsprechend kann das Drehen
bzw. Schwenken des Hebels in die geschlossene Stellung als Schließvorgang bezeichnet
werden.
[0016] Wenn die Tür oder Abdeckung in dem Zugang zu der Umgebung angeordnet ist und der
Hebel in der geschlossenen Stellung angeordnet ist, ist die Tür oder Abdeckung und
damit auch der Zugang verschlossen. Dazu kann der Hebel in der geschlossenen Stellung
beispielweise an dem Anschlagelement anliegen oder mit diesem in Eingriff sein. In
der offenen Stellung ist die Tür oder Abdeckung nicht verriegelt und kann somit geöffnet
werden. Dazu kann der Hebel in der offenen Stellung beispielweise nicht an dem Anschlagelement
anliegen oder mit diesem außer Eingriff sein.
[0017] Der Schließzylinder weist das Zylindergehäuse und den Zylinderkern auf. Das Zylindergehäuse
kann bspw. an der Tür oder der Abdeckung montiert werden. Der Zylinderkern ist gegenüber
dem Zylindergehäuse um die Drehachse drehbar. Insbesondere ist der Zylinderkern in
dem Zylindergehäuse um die Drehachse drehbar gelagert.
[0018] Der Zylinderkern hat eine im Wesentlichen zylindrische Form. Entsprechend dieser
zylindrischen Form sind eine axiale Richtung, eine radiale Richtung, und eine Umfangsrichtung
definiert. Die Drehachse verläuft parallel zu der axialen Richtung. Dies bedeutet,
dass die axiale Richtung, die radiale Richtung, und die Umfangsrichtung auch über
die Drehachse definiert sind. Der Zylinderkern kann sich in der axialen Richtung von
einem ersten Kernende zu einem zweiten Kernende erstrecken.
[0019] Das Zylindergehäuse weist eine zylindrische Bohrung auf. In der zylindrischen Bohrung
ist der Zylinderkern angeordnet und um die Drehachse, sprich in Umfangsrichtung, drehbar
gelagert. Der Durchmesser des Zylinderkern kann im Wesentlichen dem Durchmesser der
zylindrischen Bohrung entsprechen. Die zylindrische Bohrung kann sich in der axialen
Richtung von einem ersten Gehäuseende zu einem zweiten Gehäuseende erstrecken.
[0020] Das erste Kernende kann in der axialen Richtung an dem ersten Gehäuseende angeordnet
sein. Das zweite Kernende kann vorzugsweise außerhalb des Zylindergehäuses angeordnet
sein. Mit anderen Worten kann sich der Zylinderkern in der axialen Richtung in Richtung
des zweiten Kernendes aus dem Zylindergehäuse, insbesondere über das zweite Gehäuseende
hinaus, erstrecken. Der Hebel kann an dem zweiten Kernende oder in der Nähe des zweiten
Kernende angeordnet sein. Insbesondere kann der Hebel in der axialen Richtung zwischen
dem zweiten Gehäuseende und dem zweiten Kernende angeordnet sein.
[0021] Der Schließzylinder kann in der axialen Richtung einer Vorderseite und eine Rückseite
aufweisen. Das erste Kernende und das erste Gehäuseende sind auf der Vorderseite angeordnet.
Das zweite Kernende und das zweite Gehäuseende sind auf der Rückseite angeordnet.
[0022] Der Zylinderkern ist insbesondere um die Drehachse zumindest zwischen der ersten
Drehposition und der zweiten Drehposition drehbar. Insbesondere ist der Zylinderkern
in dem Zylindergehäuse um die Drehachse zwischen der ersten Drehposition und der zweiten
Drehposition drehbar gelagert. Die erste Drehposition und die zweite Drehposition
um die Drehachse können um einen Winkel zwischen 30° und 180°, vorzugsweise 60° bis
135°, insbesondere 90°, zueinander versetzt sein.
[0023] Der Zylinderkern kann in dem Zylindergehäuse über einen Anschlagstift, der in eine
Kernnut des Zylinderkerns eingreift, axial gesichert und im Drehwinkel begrenzt sein.
Insbesondere kann die Kernnut sich in der Umlaufrichtung nur so weit erstrecken, dass
der Anschlagstift den Drehwinkel auf einen Drehbereich zwischen der ersten Drehposition
und der zweiten Drehposition begrenzt.
[0024] Der Hebel ist um die Drehachse drehfest mit dem Zylinderkern verbunden. Insbesondere
kann der Hebel an dem Zylinderkern montiert sein. Der Hebel ist dann gemeinsam mit
dem Zylinderkern um die Drehachse drehbar. In der zweiten Drehposition des Zylinderkerns
kann der Hebel in der offenen Stellung angeordnet sein. In der ersten Drehposition
des Zylinderkerns kann der Hebel in der geschlossenen Stellung angeordnet sein. Insbesondere,
wenn der Zylinderkern nicht in der zweiten Drehposition angeordnet ist, kann der Hebel
in der geschlossenen Stellung angeordnet sein.
[0025] Der Schließzylinder kann des Weiteren eine oder mehrere Sperrsicherungen aufweisen,
wobei die eine oder mehreren Sperrsicherungen in einem Sperrzustand eine Drehbewegung
des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse sperren und in einem Freigabezustand
eine Drehbewegung des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse freigeben.
[0026] In dem Sperrzustand des Schließzylinders kann der Zylinderkern nicht um die Drehachse
gedreht werden. In dem Freigabezustand des Schließzylinders kann der Zylinderkern
um die Drehachse gedreht werden.
[0027] Die Sperrsicherungen können beispielsweise als Stiftzuhaltungen oder Scheibenzuhaltungen
ausgebildet sein. Die Sperrsicherungen dienen zur Abfrage von Sicherheitsmerkmalen
eines Schlüssels. Ein Schlüssel kann grundsätzlich ein oder mehrere Sicherheitsmerkmale
aufweisen, die mittels der Sperrsicherungen abgefragt werden können. Ein Sicherheitsmerkmal
des Schlüssels kann beispielsweise ein Vorsprung, eine Vertiefung, ein bewegliches
Element oder ein bestimmtes Oberflächenprofil sein. Jede Sperrsicherung kann einem
entsprechenden Sicherheitsmerkmal des Schlüssels zugeordnet sein. Mit anderen Worten
dient jede Sperrsicherung zur Abfrage des entsprechenden Sicherheitsmerkmals.
[0028] Jede Sperrsicherung kann eine Sperrstellung und eine Freigabestellung aufweisen.
In der Sperrstellung sperrt eine Sperrsicherung die Drehbewegung des Zylinderkerns.
In der Freigabestellung erlaubt die Sperrsicherung die Drehbewegung des Zylinderkerns.
Beispielsweise kann jede Sperrsicherung derart ausgebildet sein, dass die Sperrsicherung
die Sperrstellung als Grundstellung hat, sprich ohne positive Abfrage des entsprechenden
Sicherheitsmerkmals. Durch positive Abfrage des entsprechenden Sicherheitsmerkmals
kann die Sperrsicherung von der Sperrstellung in die Freigabestellung überführt werden.
[0029] Wenn nicht alle Sperrsicherungen in der Freigabestellung sind, ist der Schließzylinder
im Sperrzustand. Wenn alle Sperrsicherungen in der Freigabestellung sind, ist der
Schließzylinder im Freigabezustand. Der Schließzylinder kann somit derart ausgebildet
sein, dass der Schließzylinder den Sperrzustand als Grundzustand hat und nur bei positiver
Abfrage aller Sperrsicherungen in den Freigabezustand überführt werden kann.
[0030] Der Zylinderkern kann des Weiteren einen Schlüsselkanal aufweisen, wobei der Schließzylinder
durch vollständiges Einführen eines Schüssels in den Schlüsselkanal von dem Sperrzustand
in den Freigabezustand überführbar ist.
[0031] Der Schlüsselkanal erstreckt sich vorzugsweise in der axialen Richtung. Der Schlüsselkanal
kann zu dem ersten Kernende hin geöffnet sein. Der Schlüsselkanal kann somit an dem
ersten Kernende eine Öffnung aufweisen. Durch diese Öffnung kann der Schlüssel in
den Schlüsselkanal eingeführt bzw. eingesteckt werden. Der Schlüssel wird dabei in
einer Einschubrichtung in den Schlüsselkanal des Zylinderkerns eingeführt und entgegen
der Einschubrichtung aus dem Schlüsselkanal des Zylinderkerns entnommen. Die Einschubrichtung
entspricht dabei der axialen Richtung.
[0032] Der Schließzylinder ist so aufgebaut, dass bei vollständig eingeführtem Schlüssel
alle Sperrsicherungen die entsprechenden Sicherheitsmerkmale des Schlüssels positiv
abfragen und der Schließzylinder dadurch in den Freigabezustand überführt ist. Insbesondere
werden durch das positive Abfragen der Sicherheitsmerkmale die entsprechenden Sperrsicherungen
in die Freigabestellung überführt. Wenn der Schlüssel nicht oder nicht vollständig
in den Schlüsselkanal eingeführt ist, ist der Schließzylinder im Sperrzustand. Insbesondere
sind dabei zumindest nicht alle Sicherheitsmerkmale des Schlüssels positiv abgefragt,
sodass zumindest eine Sperrsicherung in der Sperrstellung ist.
[0033] Der Schließzylinder bleibt ebenfalls im Sperrzustand, wenn ein falscher Schlüssel
verwendet wird. Ein falscher Schlüssel ist ein Schlüssel, der nicht die entsprechenden
Sicherheitsmerkmale aufweist.
[0034] Erfindungsgemäß weist der Schließzylinder zusätzlich eine Sensoreinrichtung auf.
Die Sensoreinrichtung kann insbesondere in dem Schließzylinder integriert sein. Die
Sensoreinrichtung ist dazu eingerichtet, eine Drehposition des Zylinderkerns oder
eine Drehung des Zylinderkerns zu erfassen. Eine Drehung des Zylinderkerns entspricht
einer Änderung der Drehposition. Beispielsweise kann die Sensoreinrichtung erfassen,
ob der Zylinderkern in der ersten Drehposition oder der zweiten Drehposition angeordnet
ist. Alternativ oder zusätzlich kann die Sensoreinrichtung erfassen, ob und/oder wie
der Zylinderkern zwischen der ersten Drehposition und der zweiten Drehposition gedreht
wird.
[0035] Mittels der Sensoreinrichtung kann somit erkannt werden, in welcher Drehposition
der Zylinderkern angeordnet ist oder wie der Zylinderkern gedreht wird, beispielsweise
in Richtung bzw. in die zweite Drehposition oder in Richtung bzw. in die erste Drehposition.
Über die Erfassung der Zylinderdrehung kann damit auch erkannt werden, ob der Hebel
in der offenen Stellung oder der geschlossenen Stellung angeordnet ist.
[0036] Die erfasste Drehposition und/oder die erfasste Drehung des Zylinderkerns kann dann
beispielsweise dazu verwendet werden, um eine elektrische Schaltung zu steuern. Zum
Beispiel kann darüber eine weitere Elektronik gesteuert werden. Insbesondere kann
auf Grundlage der erfassten Drehposition und/oder der erfassten Drehung eine Beleuchtung
oder ein Aktuator geschaltet werden. Alternativ oder zusätzlich kann auf Grundlage
der erfassten Drehposition und/oder der erfassten Drehung eine zusätzliche Sicherheitsstufe
wie einer mechatronischen Verriegelungsbox freigegeben werden. Alternativ oder zusätzlich
kann auf Grundlage der erfassten Drehposition und/oder der erfassten Drehung die Protokollierung
eines Öffnungsvorgangs in einer Speichereinrichtung erfolgen.
[0037] Der Hebelzylinder nach dem ersten Aspekt ermöglicht somit eine einfache Abfrage der
Zylinderdrehung innerhalb des Schließzylinders mittels einer integrierten Sensoreinrichtung.
Hierdurch wird ein kompakter Aufbau erreicht. Zudem sind keine weiteren Abfrageeinrichtungen
außerhalb des Hebelzylinders mehr erforderlich. Des Weiteren ist ein derartiger Hebelzylinder
auch einfach an bestehenden Türen oder Abdeckungen nachrüstbar.
[0038] Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Schließvorrichtung
mit dem Hebelzylinder nach dem ersten Aspekt und einem Schlüssel bereitgestellt.
[0039] Die Schließvorrichtung umfasst somit den Hebelzylinder und den Schlüssel. Der Schlüssel
dient zum Betätigen des Hebelzylinders. Dazu kann der Schlüssel beispielsweise in
den Schlüsselkanal des Zylinderkerns vollständig eingeführt werden, wodurch der Schließzylinder
in den Freigabezustand versetzt wird. Mit vollständig eingeführtem Schlüssel kann
der Zylinderkern somit durch Drehung des Schlüssels zwischen erster und zweiter Drehposition
gedreht werden.
[0040] Wenn die Sensoreinrichtung eine Drehung des Zylinderkerns, insbesondere in die zweite
Drehposition, erkennt, kann dadurch auf eine Betätigung bzw. einen Öffnungsvorgang
des Hebelzylinders mittels des Schlüssels geschlossen werden.
[0041] Gemäß einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein System mit der Schließvorrichtung
nach dem zweiten Aspekt und einer elektrischen Schaltung bereitgestellt, wobei die
elektrische Schaltung auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition
des Zylinderkerns steuerbar ist.
[0042] Die elektrische Schaltung kann aus elektrischen bzw. elektromechanischen Elementen
aufgebaut sein, die zu einer funktionsgerechten Anordnung zusammengeschlossen sind.
Diese Elemente können zum Beispiel Batterien, Schalter, Anzeigen, Motoren, aber auch
einfachen Komponenten wie Widerständen, Kondensatoren, Spulen oder Transistoren umfassen.
Insbesondere kann die elektrische Schaltung eine elektronische Schaltung sein.
[0043] Die elektrische Schaltung wird auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten
Drehposition des Zylinderkerns gesteuert. Im einfachsten Fall kann die elektrische
Schaltung über die Sensoreinrichtung geschaltet werden. Dazu kann die Sensoreinrichtung
beispielsweise ein Schaltelement aufweisen, dass bei einer bestimmten Drehung des
Zylinderkerns oder bei Erreichen einer bestimmten Drehposition des Zylinderkerns geschaltet
wird. Das Schaltelement kann beispielsweise ein Taster, ein Schließer oder ein Öffner
sein. Insbesondere kann durch eine Drehung des Zylinderkerns eine Betätigung des Schaltelements
erfolgen. Im einfachsten Fall kann mittels des Schaltelements ein Stromkreis der elektrischen
Schaltung geschlossen werden, wenn das Schaltelement betätigt wird. Insbesondere kann
dadurch bei einem Öffnungs- oder Schließvorgang des Hebelzylinders durch die Drehung
des Zylinderkerns über den entsprechenden Schlüssel das Schaltelement betätigt werden,
um den Stromkreis je nach Drehrichtung zu schließen oder zu öffnen.
[0044] Alternativ kann die Sensoreinrichtung eine Information hinsichtlich der Drehung und/oder
der Drehposition des Zylinderkerns sensorisch erfassen, wobei diese Information dann
ausgewertet wird, um dann eine entsprechende Steuerung der elektrischen Schaltung
durchzuführen. Es kann beispielsweise ausgewertet werden, ob eine bestimmte Drehung
erfolgt ist, insbesondere eine Drehung in die erste oder zweite Drehposition bzw.
in Richtung der ersten oder zweiten Drehposition. Auf Grundlage dieser Auswertung
kann dann eine entsprechende Steuerung der elektrischen Schaltung durchgeführt werden.
Des Weiteren kann die Drehposition auch dahingehend ausgewertet werden, ob sich die
Drehposition verändert hat. Anhand der Änderung der Drehposition kann festgestellt
werden, ob eine Drehung erfolgt ist. Auf Grundlage der bestimmten Drehung kann dann
eine entsprechende Steuerung der elektrischen Schaltung durchgeführt werden. Des Weiteren
kann auch bestimmt werden, ob die erfasste Drehposition eine bestimmte Drehposition,
insbesondere die erste Drehposition oder die zweite Drehposition, ist. Wenn die erfasste
Drehposition der bestimmten Drehposition entspricht, kann eine entsprechende Steuerung
der elektrischen Schaltung durchgeführt werden.
[0045] Das System kann des Weiteren die Tür oder Abdeckung aufweisen. Insbesondere kann
das System auch die Umgebung, insb. das Gehäuse, aufweisen, dessen Zugang mit der
Tür oder Abdeckung verschließbar ist. Die elektrische Schaltung kann in der Tür und/oder
in der Umgebung, insbesondere in bzw. an dem Gehäuse, angeordnet sein.
[0046] Gemäß einem vierten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Verschließen
und/oder Öffnen einer Tür oder Abdeckung mittels eines Hebelzylinders, wobei der Hebelzylinder
einen Schließzylinder und einen Hebel aufweist, wobei der Schließzylinder ein Zylindergehäuse
und einen Zylinderkern aufweist, wobei der Zylinderkern gegenüber dem Zylindergehäuse
um eine Drehachse zwischen einer ersten Drehposition und einer zweiten Drehposition
drehbar ist, wobei der Hebel mit dem Zylinderkern um die Drehachse drehfest verbunden
ist, wobei der Schließzylinder des Weiteren eine Sensoreinrichtung aufweist, wobei
der Schließzylinder ein oder mehrere Sperrsicherungen aufweist, wobei die Sperrsicherungen
in einem Sperrzustand eine Drehbewegung des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse
sperren und in einem Freigabezustand eine Drehbewegung des Zylinderkerns gegenüber
dem Zylindergehäuse freigeben, wobei der Zylinderkern einen Schlüsselkanal aufweist,
wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
- Vollständiges Einführen eines Schlüssels in den Schlüsselkanal, um den Schließzylinder
von dem Sperrzustand in den Freigabezustand zu überführen;
- Drehen des Schlüssels, um den Zylinderkern zwischen der ersten Drehposition und der
zweiten Drehposition zu drehen;
- Erfassen einer Drehung des Zylinderkerns und/oder einer Drehposition des Zylinderkerns
mittels der Sensoreinrichtung; und
- Steuern einer elektrischen Schaltung auf Grundlage der erfassten Drehung und/oder
der erfassten Drehposition.
[0047] Der Schritt des Steuerns kann beispielsweise mittels der Sensoreinrichtung durchgeführt
werden. Alternativ kann der Schritt des Steuerns auch mittels einer Steuereinrichtung
der elektrischen Schaltung durchgeführt werden.
[0048] Erfindungsgemäß wird somit ein Hebelzylinder bereitgestellt, der um die Abfrage der
Kerndrehung erweitert ist. Es handelt sich somit um einen vollständigen mechanischen
Hebelzylinder mit integrierter Schließerkennung. Eine Logik zur Steuerung einer elektrischen
Schaltung kann außerhalb des Schließzylinders angeordnet sein, beispielsweise in einer
Steuereinrichtung.
[0049] Mittels des Hebelzylinders, der Schließvorrichtung, des Systems und des Verfahrens
nach den Aspekten der Erfindung wird somit ein einfacher und kompakter Aufbau erreicht.
Zudem lässt sich die elektrische Schaltung einfach und vielfältig steuern. Des Weiteren
ist der Hebelzylinders an bestehenden Türen und Abdeckung einfach nachrüstbar.
[0050] Die eingangs gestellte Aufgabe wird somit vollumfänglich gelöst.
[0051] In einer ersten Ausgestaltung der Aspekte kann die Sensoreinrichtung einen mechanischen
Sensor und/oder einen magnetischen Sensor und/oder einen Inertialsensor und/oder einen
Positionssensor aufweisen.
[0052] Mittels dieser Sensoren kann eine Drehung des Zylinderkerns und/oder eine Drehposition
des Zylinderkerns erfasst werden. Insbesondere können auch mehrere dieser Sensoren
gemeinsam eingesetzt werden. Dadurch kann sich die Genauigkeit der Erfassung erhöhen.
[0053] Der mechanische Sensor kann die Drehung oder Drehposition des Zylinderkerns mechanisch
erfassen. Der mechanische Sensor kann beispielsweise ein mechanisches Schaltelement,
insbesondere ein Taster, ein Schließer oder ein Öffner, sein. Insbesondere kann der
mechanische Sensor eine Drehung oder Drehposition, insbesondere das Erreichen einer
bestimmten Drehposition, abfragen. Zur Abfrage kann der mechanische Sensor beispielsweise
ein Abfrageelement aufweisen. Insbesondere kann der mechanische Sensor als ein Taster
ausgebildet sein, der in einer bestimmten Drehposition durch den Zylinderkern bzw.
durch Drehung des Zylinderkerns in eine bestimmte Drehposition betätigt wird.
[0054] Der magnetische Sensor kann die Drehung oder Drehposition des Zylinderkerns magnetisch
erfassen. Dazu kann der Sensor beispielsweise bei einer Drehung des Zylinderkerns
die Magnetfeldänderung eines magnetischen Elements gegenüber dem magnetischen Sensor
erfassen. Das magnetische Element kann im Zylinderkern und der magnetische Sensor
in oder an dem Zylindergehäuse angeordnet sein, oder auch umgekehrt. Der magnetische
Sensor kann dadurch bei einer Zylinderkerndrehung eine Bewegung des magnetischen Elements
relativ zu dem magnetischen Sensor erfassen und daraus die Zylinderkerndrehung erkennen.
[0055] Der Inertialsensor ist vorzugsweise in dem Zylinderkern angeordnet. Ein Inertialsensor
kann ein Beschleunigungssensor oder ein Drehratensensor sein. Ein Beschleunigungssensor
ist ein Sensor, der seine Beschleunigung misst. Die Beschleunigungsmessung kann erfolgen,
indem die auf eine Testmasse wirkende Trägheitskraft bestimmt wird. Ein Drehratensensor
ist ein Sensor, der die Rotationsgeschwindigkeit eines Körpers misst. Basierend auf
der gemessenen Beschleunigung oder Drehrate kann bestimmt werden, ob der Zylinderkern
gedreht wird bzw. in welche Richtung und/oder wohin der Zylinderkern gedreht wird.
Insbesondere kann basierend auf der gemessenen Beschleunigung oder Drehrate bestimmt
werden, ob der der Zylinderkern in Richtung der bzw. in die erste oder die zweite
Drehposition gedreht wird.
[0056] Der Positionssensor ist vorzugsweise an oder in dem Zylindergehäuse angeordnet. Der
Positionssensor ist ein Sensor, der eine Position eines Körpers erfassen kann. Als
Positionssensoren können beispielsweise mechanische Sensoren, induktive Sensoren,
kapazitive Sensoren, Magnetsensoren oder optische Sensoren eingesetzt werden, die
Schaltfahnen oder bestimmte Objekte oder Muster erkennen können. Der Positionssensor
kann beispielsweise dazu eingerichtet sein, eine Drehposition des Zylinderkerns, insbesondere
die erste oder die zweite Drehposition, zu erfassen.
[0057] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann die Sensoreinrichtung dazu eingerichtet
sein, ein Sensorsignal an eine elektrische Schaltung auszugeben, wobei das Sensorsignal
eine Information bezüglich der erkannten Drehung des Zylinderkerns oder der erkannten
Drehposition des Zylinderkerns enthält.
[0058] Auf diese Weise lässt sich die elektrische Schaltung besonders flexibel und vielfältig
steuern. Das Sensorsignal kann insbesondere an eine Steuereinrichtung der elektrischen
Schaltung ausgeben bzw. gesendet werden. Die Sensoreinrichtung kann mit der Steuereinrichtung
drahtgebunden oder drahtlos kommunizieren. Zum Beispiel kann die Sensoreinrichtung
das Sensorsignal ausgegeben, wenn eine Drehung erkannt wird oder wenn sich die Drehposition
des Zylinderkerns verändert hat. Alternativ kann die Sensoreinrichtung das Sensorsignal
auch dauerhaft bzw. periodisch ausgegeben, beispielsweise um die aktuelle Drehposition
des Zylinderkerns auszugeben bzw. zu senden.
[0059] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann die Sensoreinrichtung dazu eingerichtet
sein, auf Grundlage der erfassten Drehung des Zylinderkerns und/oder der erfassten
Drehposition des Zylinderkerns eine elektrische Schaltung zu steuern.
[0060] Auf diese Weise lässt sich die elektrische Schaltung besonders einfach steuern. Zum
Beispiel kann die elektrische Schaltung über die Sensoreinrichtung in Abhängigkeit
der erfassten Drehung und/oder der erfassten Drehposition schalten. Die Sensoreinrichtung
kann beispielsweise einen Stromkreis der elektrischen Schaltung schließen, wenn der
Zylinderkern in die zweite Drehposition gedreht wird, und den Stromkreis öffnen, wenn
der Zylinderkern in die erste Drehposition gedreht wird. Dies ist zum Beispiel vorteilhaft,
wenn die elektrische Schaltung eine Beleuchtung aufweist, die innerhalb der Umgebung,
insbesondere innerhalb des Gehäuses, angeordnet ist. Die Beleuchtung wird dann beim
Öffnen der Tür oder Abdeckung eingeschaltet und beim Verschließen ausgeschaltet. Alternativ
kann die Sensoreinrichtung einen Stromkreis der elektrischen Schaltung schließen,
wenn der Zylinderkern in die erste Drehposition gedreht wird, und den Stromkreis öffnen,
wenn der Zylinderkern in die erste Drehposition gedreht wird. Dies ist zum Beispiel
vorteilhaft, wenn die elektrische Schaltung aus Sicherheitsgründen bei geöffnet Tür
oder Abdeckung ausgeschaltet sein muss.
[0061] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann die Sensoreinrichtung an und/oder
in dem Zylindergehäuse angeordnet sein.
[0062] Diese Anordnung der Sensoreinrichtung eignet sich besonders gut, wenn die Sensoreinrichtung
kabelgebunden betrieben wird. Alternativ kann die Sensoreinrichtung auch in dem Zylinderkern
angeordnet sein. Bei dieser Anordnung ist ein drahtloser Sensor von Vorteil.
[0063] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann das Zylindergehäuse eine Aussparung
aufweisen, in der die Sensoreinrichtung angeordnet ist.
[0064] Auf diese Weise kann der Sensor besonders einfach in das Zylindergehäuse integriert
werden. Die Aussparung kann sich in der radialen Richtung bis zu der zylindrischen
Bohrung erstrecken. Die Aussparung kann zu der zylindrischen Bohrung hin geöffnet
sein. Die Aussparung kann somit radial nach innen geöffnet sein. Damit hat die Sensoreinrichtung
freien Zugang, zu dem Zylinderkern. Dadurch kann die Sensoreinrichtung die Zylinderkerndrehung
beispielsweise leichter erfassen. Die Aussparung kann sich in der radialen Richtung
auch bis zu einer Außenseite des Zylindergehäuses erstreckten. Die Aussparung kann
somit auch radial nach außen geöffnet sein. Dadurch lassen sich beispielsweise elektrisches
Kabel einfach an die Sensoreinrichtung anschließen. Die Aussparung kann in der axialen
Richtung vorzugsweise an oder nahe bei dem zweiten Gehäuseende angeordnet sein. Insbesondere
kann die Aussparung zu dem zweiten Gehäuseende hin geöffnet sein.
[0065] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann der Zylinderkern eine Kernnut aufweisen,
wobei die Sensoreinrichtung dazu eingerichtet ist, die Lage der Kernnut gegenüber
der Sensoreinrichtung zu erkennen oder abzufragen, insbesondere wobei die Kernnut
in der ersten Drehposition oder in der zweiten Drehposition radial fluchtend mit der
Sensoreinrichtung angeordnet ist.
[0066] Auf diese Weise lässt sich die Drehposition des Zylinderkerns auf Grundlage der Lage
der Kernnut einfach erfassen. Die Kernnut ist insbesondere zu dem Zylindergehäuse
hin geöffnet. Die Kernnut kann sich in Umfangsrichtung, vorzugsweise von einem ersten
Kernnutende zu einem zweiten Kernnutende, erstrecken. Die Sensoreinrichtung kann beispielsweise
die Lage der die Sensoreinrichtung mittels eines Positionssensors, insbesondere mittels
eines mechanischen Sensors, erfassen. Insbesondere kann die Kernnut nur in der ersten
Drehposition oder nur in der zweiten Drehposition radial fluchtend mit der Aussparung
angeordnet sein, in der die Sensoreinrichtung angeordnet ist.
[0067] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann der Sensor ein Abfrageelement zur
Abfrage der Kernnut aufweisen.
[0068] Mittels des Abfrageelement kann die Lage der Kernnut einfach mechanisch abgefragt
werden. Das Abfrageelement kann elastisch ausgebildet sein oder in der radialen Richtung
beweglich gelagert sein. Beispielsweise kann das Abfrageelement ein elastisches Tastfähnchen
sein. Das Abfrageelement ist insbesondere Teil eines mechanischen Sensors, insbesondere
eines Tasters. Das Abfrageelement kann vorzugsweise in der radialen Richtung nach
radial innen, insbesondere in Richtung des Zylinderkerns, vorgespannt sein. Auf diese
Weise erstreckt sich das Abfrageelement in die Kernnut hinein, wenn die Kernnut fluchtend
mit der Aussparung angeordnet ist, in der die Sensoreinrichtung angeordnet ist. Wenn
die Kernnut nicht fluchtend mit der Aussparung angeordnet ist, insbesondere wenn die
Kernnut gegenüber der Aussparung verdreht ist, wird das Abfrageelement durch den Zylinderkern
nach radial außen gedrückt. Auf diese Weise kann eine einfache Abfrage erfolgen, ob
die Kernnut fluchtend oder nicht fluchtend mit der Sensoreinrichtung angerordnet ist.
Dadurch kann beispielsweise der mechanische Sensor betätigt werden. Der mechanische
Sensor kann vorzugsweise erfassen, ob das Abfrageelement in der Nut eingreift.
[0069] Insbesondere kann das Abfrageelement nur in der ersten Drehposition oder nur in der
zweiten Drehposition radial fluchtend mit der Kernnut angeordnet sein. Durch eine
Drehung zwischen der ersten Drehposition und der zweiten Drehposition wird dann das
Abfrageelement radial bewegt. Über die Lage des Abfrageelements kann die Sensoreinrichtung
somit erkennen, in welcher Drehposition der Zylinderkern angeordnet ist. Wenn sich
die Lage ändert, kann die Sensoreinrichtung auch erkennen, dass eine Drehung des Zylinderkerns
erfolgt ist.
[0070] In einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Sensoreinrichtung einen als Taster ausgebildeten
Sensor auf, wobei das Abfrageelement als Schaltelement, insbesondere als Tastfähnchen,
des Tasters ausgebildet ist. Der Taster derart ausgebildet sein, dass er betätigt
wird, wenn das Abfrageelement bei einer Drehung des Zylinderkerns aus der Nut herausbewegt
wird. Alternativ kann eine Betätigung des Tasters auch erfolgen, wenn das Abfrageelement
bei einer Drehung des Zylinderkerns in die Nut hinein wird. Mittels des Tasters kann
ein Stromkreis der elektrischen Schaltung bei Betätigung des Tasters geschlossen werden.
[0071] Insbesondere kann der Taster so angeordnet werden, dass das Tastfähnchen in der ersten
Drehposition in die Kernnut ragt und somit der Taster nicht betätigt ist. Wird über
einen passenden und berechtigten Schlüssel der Zylinderkern bei einem Öffnungsvorgang
in die zweite Drehposition verdreht, schwenkt auch die Kernnut vom Taster weg und
der Zylinderkern hebt das Tastfähnchen des Tasters an, so dass das Tastfähnchen nun
auf der eigentlichen Mantelfläche des Zylinderkerns liegt. Dadurch wird der Taster
betätigt. Wird der Zylinderkern bei einem Schließvorgang in die erste Drehposition
zurückgedreht, ragt das Tastfähnchen wieder in die Kernnut und der Taster ist nicht
mehr betätigt. Auf diese Weise ist der Stromkreis ohne eingeführten Schlüssel immer
unterbrochen und wird nur dann geschlossen, wenn der Zylinderkern bei einem Öffnungsvorgang
durch den Schlüssel in die zweite Drehposition gedreht wird.
[0072] Alternativ kann der Taster auch so angeordnet werden, dass das Tastfähnchen in der
zweiten Drehposition in die Kernnut ragt und in der ersten Drehposition aus der Kernnut
herausbewegt ist und auf der Mantelfläche des Zylinderkerns liegt. Dadurch wird der
Taster betätigt, wenn der Zylinderkern bei einem Schließvorgang in die erste Drehposition
zurückgedreht wird. Auf diese Weise ist der Stromkreis ohne eingeführten Schlüssel
immer geschlossen und wird nur unterbrochen, wenn der Zylinderkern bei einem Öffnungsvorgang
durch den Schlüssel in die zweite Drehposition gedreht wird.
[0073] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann das Zylindergehäuse einen Anschlagstift
aufweisen, wobei sich der Anschlagstift in die Kernnut erstreckt.
[0074] Der Anschlagstift kann in einer Bohrung des Zylindergehäuses angeordnet oder montiert
sein, die sich in der radialen Richtung bis zu der zylindrischen Bohrung hin erstreckt.
Der Anschlagstift kann derart angeordnet sein, dass er in der erster Drehposition
an dem ersten Kernnutende und in der zweiten Drehposition an dem zweiten Kernnutende
angeordnet bzw. in Anlage ist. Auf diese Weise wird durch die Kernnut und den Anschlagstift
die Drehung des Zylinderkern gegenüber dem Zylindergehäuse begrenzt, insbesondere
auf einen Drehbereich zwischen der ersten und der zweiten Drehposition. Der Drehbereich
kann zwischen 30° und 180°, vorzugsweise zwischen 60° und 135°, insbesondere bei 90°,
sein. Auf diese Weise ist auch eine Schwenkbewegung des Hebels auf denselben Drehbereich
begrenzt. Der Anschlagstift kann des Weiteren derart in der Kernnut angeordnet sein,
dass der Zylinderkern nicht axial bewegt werden kann. Beispielsweise kann eine Breite
der Kernnut in der axialen Richtung im Wesentlichen einer Breite des Anschlagstifts
in der axialen Richtung entsprechen. Dadurch ist der Zylinderkern über den Anschlagstift
axial gesichert.
[0075] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann das System des Weiteren eine Steuereinrichtung
zur Steuerung der elektrischen Schaltung aufweisen, wobei die Steuereinrichtung die
elektrische Schaltung auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition
des Zylinderkerns steuert, insbesondere wobei die Steuereinrichtung dazu eingerichtet
ist, die elektrische Schaltung auf Basis des Sensorsignals zu steuern.
[0076] Auf diese Weise lässt sich die elektrische Schaltung besonders flexibel und vielfältig
steuern. Die Steuereinrichtung kann mit der Sensoreinrichtung elektrisch verbunden
sein. Alternativ kann die Steuereinrichtung auch drahtlos, insbesondere über eine
Funkverbindung, mit der Sensoreinrichtung verbunden sein. Wie zuvor beschrieben, kann
die Sensoreinrichtung beispielsweise ein Schaltelement aufweisen, das bei einer bestimmten
Drehung oder bei Erreichen einer bestimmten Drehposition betätigt bzw. geschaltet
wird. Die Steuereinrichtung kann dann beispielsweise dazu eingerichtet sein, ein Schalten
bzw. eine Betätigung des Schaltelements zu erkennen und die elektrische Schaltung
entsprechend des Schaltvorgangs zu steuern. Alternativ kann die Sensoreinrichtung,
wie zuvor beschrieben, ein Sensorsignal erzeugen, wobei die Steuereinrichtung diese
Sensorsignal empfängt und die elektrische Schaltung dann auf Grundlage des Sensorsignals
steuert.
[0077] Die Steuereinrichtung kann beispielsweise eine Regelungseinheit aufweisen, die Steuerbefehle
oder Steuersignale an Komponenten der elektrischen Schaltung senden oder elektrische
Schaltkreise der elektrischen Schaltung regeln kann. Die Steuereinrichtung kann des
Weiteren auch eine Datenverarbeitungseinheit aufweisen, die Informationen über die
erfasste Drehung oder der erfasste Drehposition des Zylinderkerns, insbesondere das
Sensorsignal, auswerten kann. Insbesondere kann die Regelung der Regelungseinheit
basierend auf der Auswertung der Datenverarbeitungseinheit erfolgen.
[0078] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann die elektrische Schaltung eine oder
mehreren Vorrichtungen aufweisen, wobei die Sensoreinrichtung oder die Steuereinrichtung
dazu eingerichtet sind, die eine oder mehreren Vorrichtungen auf Grundlage der erfassten
Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns zu steuern, insbesondere
wobei die eine oder mehreren Vorrichtungen eine Beleuchtung und/oder einen Aktuator
und/oder eine akustische Vorrichtung aufweisen.
[0079] Auf diese Weise lassen sich die Vorrichtungen einfach über den Hebelzylinder steuern.
Die Umgebung, insbesondere das Gehäuse, kann die Beleuchtung und/oder den Aktuator
und/oder die akustische Vorrichtung aufweisen. Insbesondere können die Beleuchtung
und/oder der Aktuator und/oder die akustische Vorrichtung in der Umgebung, insbesondere
in dem Gehäuse, angeordnet sein. Die Beleuchtung kann zum Beleuchten der Umgebung,
insbesondere des Innenraums des Gehäuses, dienen. Der Aktuator kann zum, Bewegen eines
Objekts in der Umgebung dienen. Die akustische Vorrichtung kann zur Ausgabe eines
akustischen Signals dienen. Das Steuern der einen oder mehreren Vorrichtungen kann
in Abhängigkeit der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition erfolgen. Beispielsweise
können die Beleuchtung oder der Aktuator eingeschaltet werden oder ein akustisches
Signal ausgegeben werden, wenn der Zylinderkern in die zweite Drehposition gedreht
wird. Wenn der Zylinderkern in die erste Drehposition gedreht wird, können die Beleuchtung
oder der Aktuator ausgeschaltet werden oder die Ausgabe des akustischen Signals unterbrochen
werden.
[0080] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann die Steuereinrichtung oder die Sensoreinrichtung
dazu eingerichtet sein, eine Information über eine erfasste Drehung des Zylinderkerns
in einer Speichereinrichtung zu speichern.
[0081] Auf diese Weise lassen sich Zugriffe auf den Hebelzylinder, insbesondere Öffnungsvorgänge,
einfach protokolieren. Die Information über eine erfasste Drehung des Zylinderkerns
ist vorzugsweise eine Drehung des Zylinderkerns in die zweite Drehposition. Wenn der
Zylinderkern in die zweite Drehposition gedreht wird, wird der Hebel vorzugsweise
in die offene Stellung gedreht. Insbesondere kann die Information über eine erfasste
Drehung des Zylinderkerns eine Information hinsichtlich des Öffnungsvorgang sein.
Die Information hinsichtlich des Öffnungsvorgang kann insbesondere auch eine Information
hinsichtlich eines Zeitpunkts, beispielsweise ein Datum und eine Uhrzeit, des Öffnungsvorgangs
aufweisen. Alternativ kann die Speichereinrichtung auch nur einen Zähler aufweisen,
der die Zahl der Öffnungsvorgänge zählt. Die elektrische Schaltung kann die Speichereinrichtung
aufweisen oder damit elektrisch oder zumindest kommunikativ verbunden sein. Die Speichereinrichtung
kann ein elektrischer Datenspeicher sein. Die Speichereinrichtung kann insbesondere
ein Speichermedium zum Speichern von Daten oder Informationen aufweisen. Das Speichermedium
kann ein flüchtiger oder ein nicht-flüchtiger Speicher sein.
[0082] In einer weiteren Ausgestaltung der Aspekte kann das System eine Sicherheitseinrichtung
aufweisen, wobei die Steuereinrichtung oder die Sensoreinrichtung dazu eingerichtet
ist, die Sicherheitseinrichtung auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten
Drehposition des Zylinderkerns, insbesondere auf Grundlage des Sensorsignals, zu steuern.
[0083] Auf diese Weise wird der Betrieb der Sicherheitseinrichtung verbessert. Die Sicherheitseinrichtung
kann zur weiteren Sicherung der Tür oder Abdeckung oder der Umgebung, insbesondere
des Gehäuses, dienen. Die Sicherheitseinrichtung kann beispielsweise eine weitere
Sicherheitsstufe, insbesondere eine mechatronischen Verriegelungsbox, sein. Alternativ
kann die Sicherheitseinrichtung auch eine Alarmanlage sein. Die Sicherheitseinrichtung
kann auf Grundlage des der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition, insbesondere
bei einem Öffnungsvorgang oder Schließvorgang, aktiviert oder deaktiviert werden.
Beispielsweise kann die Aktivierung bei Drehung in die zweite Drehposition erfolgen.
Dies ist besonders geeignet, wenn die Sicherheitseinrichtung eine weitere Sicherheitsstufe
ist, die bei einem Öffnungsvorgang durch Drehung des Schlüssels aktiviert werden soll.
Alternativ kann die Aktivierung auch in der ersten Drehposition erfolgen. Dies ist
besonders geeignet, wenn die Sicherheitseinrichtung eine Alarmanlage ist, die bei
einem Öffnungsvorgang durch Drehung des Schlüssels deaktiviert werden soll.
[0084] In einer weiteren Ausgestaltung des vierten Aspekts können in dem Schritt des Steuerns
eine oder mehreren Vorrichtungen der elektrischen Schaltung auf Grundlage der erfassten
Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns gesteuert werden, insbesondere
wobei die eine oder mehreren Vorrichtungen eine Beleuchtung und/oder einen Aktuator
und/oder eine akustische Vorrichtung aufweisen.
[0085] Wie zuvor bereits beschrieben, lassen sich auf diese Weise die Vorrichtungen einfach
über den Hebelzylinder steuern. Insbesondere kann die Sensoreinrichtung oder die Steuereinrichtung
die eine oder mehreren Vorrichtungen auf Grundlage der erfassten Drehung oder der
erfassten Drehposition des Zylinderkerns steuern.
[0086] In einer weiteren Ausgestaltung des vierten Aspekts kann in dem Schritt des Steuerns
eine Information über eine erfasste Drehung des Zylinderkerns in einer Speichereinrichtung
gespeichert werden.
[0087] Wie zuvor bereits beschrieben, lassen sich auf diese Weise Zugriffe auf den Hebelzylinder,
insbesondere Öffnungsvorgänge, einfach protokolieren. Insbesondere kann die Sensoreinrichtung
oder die Steuereinrichtung die Information über eine erfasste Drehung des Zylinderkerns
in der Speichereinrichtung speichern.
[0088] In einer weiteren Ausgestaltung des vierten Aspekts kann in dem Schritt des Steuerns
eine Sicherheitseinrichtung der elektrischen Schaltung auf Grundlage der erfassten
Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns, insbesondere auf Grundlage
des Sensorsignals, gesteuert werden.
[0089] Wie zuvor bereits beschrieben, auf diese Weise der Betrieb der Sicherheitseinrichtung
verbessert. Insbesondere kann die Sensoreinrichtung oder die Steuereinrichtung die
Sicherheitseinrichtung auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition
des Zylinderkerns, insbesondere auf Grundlage des Sensorsignals, steuern.
[0090] Es versteht sich, dass die voranstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0091] Ausführungsformen der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine isometrische Ansicht einer Ausführungsform einer Schließvorrichtung mit Hebelzylinder
und Schlüssel;
- Fig. 2
- eine isometrische Ansicht der Schließvorrichtung aus Fig. 1 ohne Hebel;
- Fig. 3
- eine isometrische Ansicht der Schließvorrichtung aus Fig. 1 ohne Hebel, wobei die
Schließvorrichtung um 90° um die Drehachse gedreht ist;
- Fig. 4
- eine isometrische Ansicht einer Sensoreinrichtung eines Hebelzylinders der Schließvorrichtung
aus Fig. 1;
- Fig. 5
- eine isometrische Ansicht einer Rückseite der Schließvorrichtung aus Fig. 1 ohne Hebel;
- Fig. 6
- eine Explosionsansicht der Schließvorrichtung aus Fig. 1 ohne Hebel;
- Fig. 7
- eine Schnittansicht der Rückseite der Schließvorrichtung aus Fig. 1 im Bereich der
Sensoreinrichtung in der ersten Drehposition des Zylinderkerns;
- Fig. 8
- eine Schnittansicht der Rückseite der Schließvorrichtung aus Fig. 1 im Bereich der
Sensoreinrichtung in der zweiten Drehposition des Zylinderkerns;
- Fig. 9
- eine schematische Ansicht einer Anordnung des Hebelzylinders an einer Tür, wobei ein
Hebel des Hebelzylinders in der geschlossenen Stellung angeordnet ist;
- Fig. 10
- eine schematische Ansicht einer Anordnung des Hebelzylinders an einer Tür, wobei ein
Hebel des Hebelzylinders in der offenen Stellung angeordnet ist;
- Fig. 11
- eine schematische Ansicht einer Ausführungsform eines Systems; und
- Fig. 12
- eine schematische Ansicht einer Ausführungsform eines Verfahrens.
[0092] Die Figuren 1 bis 8 zeigen eine Ausführungsform einer Schließvorrichtung 70 in ihrer
Gesamtheit mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet. Die Schließvorrichtung 70 weist einen
den Hebelzylinder 10 und einen Schlüssel 72 aufweist. Der Schlüssel 72 kann ein oder
mehrere Sicherheitsmerkmale 74 aufweisen. Der Hebelzylinder 10 dient zum Verschlie-ßen
einer Tür oder Abdeckung.
[0093] Der Hebelzylinder 10 weist einen Schließzylinder 12 und einen Hebel 14 auf. Der Hebel
14 dient zum Verschließen einer Tür oder Abdeckung. Der Schließzylinder 12 weist ein
Zylindergehäuse 16, einen Zylinderkern 18 und eine Sensoreinrichtung 50 auf. Der Zylinderkern
18 ist gegenüber dem Zylindergehäuse 16 um die Drehachse 20 drehbar. Insbesondere
ist der Zylinderkern 18 in dem Zylindergehäuse 16 um die Drehachse 20 drehbar gelagert.
[0094] Der Zylinderkern 18 hat eine im Wesentlichen zylindrische Form. Entsprechend der
zylindrischen Form sind eine axiale Richtung, eine radiale Richtung, und eine Umfangsrichtung
definiert. Die Drehachse 20 verläuft parallel zu der axialen Richtung. Insbesondere
ist der Zylinderkern 18 bezüglich der Drehachse 20 im Wesentlichen rotationssymmetrisch
ausgebildet. Der Zylinderkern 18 erstreckt sich in der axialen Richtung von einem
ersten Kernende 26 zu einem zweiten Kernende 28.
[0095] Der Zylinderkern 18 weist des Weiteren einen Schlüsselkanal 30 auf. Der Schlüsselkanal
30 erstreckt sich in der axialen Richtung. Der Schlüsselkanal 30 ist zu dem ersten
Kernende 26 hin geöffnet. Der Schlüssel 72 lässt sich von dem ersten Kernende 26 in
einer Einschubrichtung in den Schlüsselkanal einführen. Die Einschubrichtung verläuft
parallel zu der axialen Richtung.
[0096] Der Zylinderkern 18 weist des Weiteren eine Kernnut 32 auf. Die Kernnut 32 erstreckt
sich in Umfangsrichtung von einem ersten Kernnutende zu einem zweiten Kernnutende
erstrecken. In der vorliegenden Ausführungsform ist sind das erste Kernnutende und
das zweite Kernnutende in der Umfangsrichtung um einen Winkel von 90° voneinander
beabstandet. Die Kernnut 32 ist nach radial außen hin geöffnet. Insbesondere ist die
Kernnut 32 zu dem Zylindergehäuse 16 hin geöffnet. Die Kernnut 32 bildet somit eine
Aussparung in der Mantelfläche des Zylinderkerns 18.
[0097] Das Zylindergehäuse 16 weist eine zylindrische Bohrung 34 auf. In der zylindrischen
Bohrung 34 ist der Zylinderkern 18 angeordnet und um die Drehachse 20 drehbar gelagert.
Der Durchmesser des Zylinderkern entspricht im Wesentlichen dem Durchmesser der zylindrischen
Bohrung. Die zylindrische Bohrung erstreckt sich in der axialen Richtung von einem
ersten Gehäuseende 36 zu einem zweiten Gehäuseende 38.
[0098] Das erste Kernende 26 ist in der axialen Richtung an dem ersten Gehäuseende 34 angeordnet.
Das zweite Kernende 28 ist außerhalb des Zylindergehäuses 16 angeordnet. Insbesondere
erstreckt sich der Zylinderkern 18 in der axialen Richtung in Richtung des zweiten
Kernendes 28 aus dem Zylindergehäuse 16, insbesondere über das zweite Gehäuseende
38 hinaus. Der Hebel 14 ist in der axialen Richtung zwischen dem zweiten Gehäuseende
38 und dem zweiten Kernende 28 angeordnet.
[0099] Der Zylinderkern 18 ist um die Drehachse 20 zumindest zwischen der ersten Drehposition
22 und der zweiten Drehposition 24 drehbar. Insbesondere ist der Zylinderkern 18 in
dem Zylindergehäuse 16 um die Drehachse 20 zwischen der ersten Drehposition 22 und
der zweiten Drehposition 24 drehbar gelagert. Die erste Drehposition und die zweite
Drehposition sind um die Drehachse um einen Winkel von 90° zueinander versetzt sein.
In Fig. 7 ist der Zylinderkern 18 in der ersten Drehposition 22 dargestellt. In Fig.
8 ist der Zylinderkern 18 in der zweiten Drehposition 24 dargestellt.
[0100] Der Hebel 14 ist um die Drehachse 20 drehfest mit dem Zylinderkern 18 verbunden.
Insbesondere ist der Hebel 14 an dem Zylinderkern 18 montiert. Insbesondere kann der
Zylinderkern 18 einen Befestigungsabschnitt 66 für den Hebel 14 aufweisen. Der Befestigungsabschnitt
66 ist in der axialen Richtung zwischen dem zweiten Gehäuseende 38 und dem zweiten
Kernende 28 angeordnet. In dem Bereich des Befestigungsabschnitt 66 weicht die Form
des Zylinderkerns 18 von der zylindrischen Form ab. Insbesondere kann der Befestigungsabschnitt
66 Ausnehmungen aufweisen, die zum Montieren des Hebel 14 dienen.
[0101] Das Zylindergehäuse 16 weist des Weiteren eine Aussparung 40 auf. Die Aussparung
40 dient zur Aufnahme der Sensoreinrichtung 56. Insbesondere ist die Sensoreinrichtung
56 in der Aussparung 40 angeordnet und darin montiert. Dadurch ist die Sensoreinrichtung
56 in dem Schließzylinder 12 integriert. Die Aussparung 40 erstreckt sich in der radialen
Richtung bis zu der zylindrischen Bohrung 34. Die Aussparung 40 ist insbesondere zu
der zylindrischen Bohrung 34 hin geöffnet. Mit anderen Worten erstreckt sich die Aussparung
40 bis zu dem Zylinderkern 18. Die Aussparung 40 erstreckt sich des Weiteren in der
radialen Richtung auch bis zu einer Außenseite des Zylindergehäuses 16. Die Aussparung
40 ist somit sowohl radial nach innen als auch radial nach außen geöffnet. Die Aussparung
40 ist in der axialen Richtung vorzugsweise an dem zweiten Gehäuseende 38 angeordnet
sein. Insbesondere ist die Aussparung 40 auch zu dem zweiten Gehäuseende 40 hin geöffnet.
Die Aussparung 40 ist in der axialen Richtung auf Höhe der Kernnut 32 angeordnet.
[0102] Das Zylindergehäuse 16 weist des Weiteren eine Bohrung 42 auf. Die Bohrung 42 erstreckt
sich in der radialen Richtung bis zu der zylindrischen Bohrung 34. Die Bohrung 42
ist somit zu der zylindrischen Bohrung 34 hin geöffnet. Mit anderen Worten erstreckt
sich die Bohrung 42 bis zu dem Zylinderkern 18. Die Bohrung 42 erstreckt sich des
Weiteren in der radialen Richtung auch bis zu einer Außenseite des Zylindergehäuses
16. Die Bohrung 42 ist somit sowohl radial nach innen als auch radial nach außen geöffnet.
Die Bohrung 42 ist in der axialen Richtung auf Höhe der Kernnut 32 angeordnet. Insbesondere
ist die Bohrung 42 fluchtend mit der Kernnut 32 angeordnet. Die Bohrung 42 ist in
der Umlaufrichtung von der Aussparung 40 beabstandet.
[0103] Der Schließzylinder 12 weist des Weiteren einen Anschlagstift 52 auf. Der Anschlagstift
52 ist in der Bohrung 42 angeordnet und insbesondere darin montiert bzw. befestigt.
Der Anschlagstift 52 erstreckt sich von der Bohrung 42 in die Kernnut 32. Wenn der
Zylinderkern 18 in der ersten Drehposition 22 angeordnet ist, liegt der Anschlagstift
52 an dem erstem Kernnutende der Kernnut 32 an. Wenn der Zylinderkern 18 in der zweiten
Drehposition 24 angeordnet ist, liegt der Anschlagstift 52 an dem zweiten Kernnutende
der Kernnut 32 an. Auf diese Weise ist eine Drehung des Zylinderkerns 18 um die Drehachse
20 auf einen Drehbereich zwischen der ersten Drehposition 22 und der zweiten Drehposition
24 begrenzt. In der vorliegenden Ausführungsform ist der Drehbereich 90°.
[0104] Der Anschlagstift 52 ist des Weiteren derart in der Kernnut 32 angeordnet, dass der
Zylinderkern 18 gegenüber dem Zylindergehäuse 16 nicht axial bewegt werden kann. Dazu
kann eine Breite der Kernnut 32 in der axialen Richtung im Wesentlichen einer Breite
des Anschlagstifts 52 in der axialen Richtung entsprechen. Dadurch ist der Zylinderkern
18 über den Anschlagstift 52 axial gesichert.
[0105] Der Schließzylinder 12 kann des Weiteren einen Sperrring 44 und eine Abdeckung 46
aufweisen. Der Sperrring 44 kann auch Sprengring genannt werden. Die Abdeckung 46
dient als Scheibe bzw. Bohrschutzscheibe. Sie ist ein frei drehbarer Kernschutz. Die
Abdeckung 46 ist über den Sperrring 44 im Zylindergehäuse 16 montiert. Der Sperrring
20 sichert axial die Abdeckung 46 und lässt diese in der Rotation um die Achse 20
frei. Die Abdeckung 46 ist axialer Richtung am ersten Kernende 26 des Zylinderkerns
18 angeordnet. Die Abdeckung 46 deckt von außen den Zylinderkern 18 ab. Die Abdeckung
46 weist eine Aussparung auf, die mit dem Schlüsselkanal 30 fluchtend anordenbar ist
und als Einführöffnung für den Schlüssel 72 dient.
[0106] Der Zylinderkern 18 und die Abdeckung 46 sind nicht direkt miteinander gekoppelt.
Sie haben beide den gleichen Freiheitsgrad der Rotation um die Drehachse 20. Genau
wie bei einem Sicherheitsbeschlag kann die Aussparung der Abdeckung 46, durch die
der Schlüssel 72 eingeführt wird, zum Schlüsselkanal 30 des Zylinderkerns 18 verdreht
sein. Dann muss mit dem Schlüssel 72 die Abdeckung 46 zunächst zum Zylinderkern 18
ausgerichtet werden, bevor der Schlüssel 72 vollständig eingeschoben werden kann.
[0107] Der Schließzylinder 12 kann des Weiteren ein Abschlusselement 54 aufweisen. Das Abschlusselement
54 kann von dem zweiten Kernende 28 in der axialen Richtung in den Zylinderkern 18,
insbesondere in den Schlüsselkanal 30, eingeführt und darin befestigt sein.
[0108] Der Schließzylinder 12 weist des Weiteren eine oder mehrere Sperrsicherungen 50 auf.
Die Sperrsicherungen 50 dienen dazu, in einem Sperrzustand des Schließzylinders 12
eine Drehbewegung des Zylinderkerns 18 gegenüber dem Zylindergehäuse 16 sperren und
in einem Freigabezustand des Schließzylinders 12 eine Drehbewegung des Zylinderkerns
18 gegenüber dem Zylindergehäuse 16 freigeben. In dem Sperrzustand des Schließzylinders
12 kann der Zylinderkern 18 nicht um die Drehachse 20 gedreht werden. In dem Freigabezustand
des Schließzylinders 12 kann der Zylinderkern 18 um die Drehachse 20 gedreht werden.
[0109] Die Sperrsicherungen 50 dienen zur Abfrage der Sicherheitsmerkmalen 74 des Schlüssels
72. Jedes Sicherheitsmerkmal 74 kann beispielsweise ein Vorsprung, eine Vertiefung,
ein bewegliches Element oder ein bestimmtes Oberflächenprofil sein. Jede Sperrsicherung
50 ist einem entsprechenden Sicherheitsmerkmal 74 des Schlüssels 72 zugeordnet und
dient zur Abfrage des entsprechenden Sicherheitsmerkmals 74.
[0110] Jede Sperrsicherung 50 weist eine Sperrstellung und eine Freigabestellung auf. In
der Sperrstellung sperrt eine Sperrsicherung 50 die Drehbewegung des Zylinderkerns
18 um die Drehachse 20. In der Freigabestellung erlaubt die Sperrsicherung 50 die
Drehbewegung des Zylinderkerns 18 um die Drehachse 20. Beispielsweise kann jede Sperrsicherung
50 derart ausgebildet sein, dass die Sperrsicherung 50 die Sperrstellung als Grundstellung
hat. Durch positive Abfrage des entsprechenden Sicherheitsmerkmals 74 kann die Sperrsicherung
von der Sperrstellung in den Freigabestellung überführt werden.
[0111] Wenn nicht alle Sperrsicherungen 50 in der Freigabestellung sind, ist der Schließzylinder
12 im Sperrzustand. Wenn alle Sperrsicherungen 50 in der Freigabestellung sind, ist
der Schließzylinder 12 im Freigabezustand. Der Schließzylinder ist somit derart ausgebildet
sein, dass der Schließzylinder 12 den Sperrzustand als Grundzustand hat und nur bei
positiver Abfrage aller Sperrsicherungen 50 in den Freigabezustand überführt werden
kann.
[0112] Insbesondere kann der Schließzylinder durch vollständiges Einführen des Schüssels
72 in den Schlüsselkanal 30 von dem Sperrzustand in den Freigabezustand überführt
werden. Der Schließzylinder 12 ist daher so aufgebaut, dass bei vollständigem eingeführtem
Schlüssel 72 alle Sperrsicherungen 50 die entsprechenden Sicherheitsmerkmale 74 des
Schlüssels 72 positiv abfragen.
[0113] In der vorliegenden Ausführungsform sind die Sperrsicherungen 50 als Stiftzuhaltungen
ausgestaltet. Jede Stiftzuhaltung kann einen Gehäusestift und einen Kernstift aufweisen.
Der Kernstift kann in einer entsprechenden Kernbohrung des Zylinderkerns 18 und der
Gehäusestift in einer entsprechenden Gehäusebohrung des Zylindergehäuses 16 in der
radialen Richtung bewegbar gelagert sein. In der Sperrstellung erstreckt sich entweder
der Gehäusestift teilweise in die Kernbohrung oder der Kernstift teilweise in die
Gehäusebohrung. Dadurch wird eine Drehbewegung des Zylinderkerns 18 durch die entsprechende
Stiftzuhaltung gesperrt. In der Freigabestellung ist der Kernstift nur in der Kernbohrung
und der Gehäusestift nur in der Gehäusebohrung angeordnet. Dadurch wird eine Drehbewegung
des Zylinderkerns 18 durch die entsprechende Stiftzuhaltung nicht gesperrt. Der Gehäusestift
kann nach radial innen vorgespannt sein.
[0114] Die Sensoreinrichtung 56 ist dazu eingerichtet, eine Drehposition des Zylinderkerns
18 oder eine Drehung des Zylinderkerns 18 zu erfassen. Beispielsweise kann die Sensoreinrichtung
56 erfassen, ob der Zylinderkern 18 in der ersten Drehposition 22 oder der zweiten
Drehposition 24 angeordnet ist. Alternativ oder zusätzlich kann die Sensoreinrichtung
56 auch erfassen, ob und/oder wie der Zylinderkern 18 zwischen der ersten Drehposition
22 und der zweiten Drehposition 24 gedreht wird.
[0115] Die erfasste Drehposition und/oder die erfasste Drehung des Zylinderkerns 18 kann
dann beispielsweise dazu verwendet werden, um eine elektrische Schaltung zu steuern.
Beispielsweise kann die Sensoreinrichtung 56 dazu eingerichtet sein, auf Grundlage
der erfassten Drehung des Zylinderkerns und/oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns
eine elektrische Schaltung zu steuern. Alternativ kann die Sensoreinrichtung 56 dazu
eingerichtet sein, ein Sensorsignal an die elektrische Schaltung auszugeben, wobei
das Sensorsignal eine Information bezüglich der erkannten Drehung des Zylinderkerns
18 oder der erkannten Drehposition des Zylinderkerns 18 enthält. Das Sensorsignal
kann dann beispielsweise mittels einer Steuereinrichtung der elektrischen Schaltung
ausgewertet werden, um die elektrische Schaltung entsprechend zu steuern.
[0116] Der Aufbau der Sensoreinrichtung 56 ist in Fig. 4 im Detail dargestellt. Die Anordnung
der Sensoreinrichtung 56 in der Aussparung 40 des Zylinderkerns 18 ist in Fig. 5 veranschaulicht.
[0117] Die Sensoreinrichtung 56 weist einen Sensor 58 auf, um die Drehung oder die Drehposition
des Zylinderkerns 18 zu erfassen. Insbesondere kann die Sensoreinrichtung 56 auch
mehrere Sensoren 58 aufweisen. Beispielsweise kann die Sensoreinrichtung 56 einen
mechanischen Sensor und/oder einen magnetischen Sensor und/oder einen Inertialsensor
und/oder einen Positionssensor aufweisen.
[0118] In der vorliegenden Ausführungsform ist der Sensor 58 als mechanischer Sensor bzw.
Positionssensor, insbesondere als Taster, ausgebildet. Der Sensor weist ein Abfrageelement
60 auf. Das Abfrageelement 60 ist als Tastfähnchen ausgebildet und dient als Schaltelement
des Sensors 58. Der Sensor 58 ist mittels einer Befestigungsplatte 62 in der Aussparung
40 montiert. Insbesondere ist die Befestigungsplatte 62 mittels einem oder mehreren
Befestigungsmitteln 64 an dem Zylinderkern 18 in der Aussparung 40 befestigt.
[0119] Die Befestigungsplatte 62 kann auch als Leiterplatte bzw. Leiterkarte ausgestaltet
sein. Der Sensor 58 kann dann insbesondere als SMD ("Surface-mounted device") Bauteil
ausgestaltet sein. Der Sensor 58 oder die Befestigungsplatte 62 können eine Buchse
aufweisen, über die ein Anschlusskabel der elektrischen Schaltung an den Sensor angeschlossen
werden kann. Alternativ kann das Anschlusskabel auch direkt mit dem Sensor verbunden
sein. Alternativ können zwei Litzen des Kabels auch auf der Leiterplatte bzw. Leiterkarte
aufgelötet sein.
[0120] Zur Erfassung der Drehung oder der Drehposition des Zylinderkerns 18 ist die Sensoreinrichtung
56, insbesondere der Sensor 58, dazu eingerichtet, die Lage der Kernnut 32 gegenüber
der Sensoreinrichtung 56 zu erkennen oder abzufragen. Aus der Lage der Kernnut 32
bzw. einer Veränderung der Lage der Kernnut 32 kann die Drehposition oder Drehung
des Zylinderkerns 18 erkannt werden.
[0121] Zur Abfrage bzw. Erkennung der Lage der Kernnut 32 dient das Abfrageelement 60. Das
Abfrageelement 60 ist dazu in der radialen Richtung bewegbar gelagert. Insbesondere
ist das Abfrageelement 60 in der radialen Richtung nach radial innen, insbesondere
in Richtung des Zylinderkerns 18, vorgespannt. Das Abfrageelement 60 ist in der axialen
Richtung auf Höhe der Kernnut 32 angeordnet. Das Abfrageelement 60 erstreckt sich
in die Kernnut 32 hinein, wenn die Kernnut 32 fluchtend mit dem Abfrageelement 60
angeordnet ist. Wenn die Kernnut 32 nicht fluchtend mit dem Abfrageelement 60 angeordnet
ist, insbesondere wenn die Kernnut 32 gegenüber dem Abfrageelement 60 in Umfangsrichtung
um die Drehachse 20 verdreht ist, wird das Abfrageelement 60 durch den Zylinderkern
18 nach radial außen gedrückt.
[0122] Die Erfassung der Drehposition oder Drehung des Zylinderkerns über das Abfrageelement
60 des Sensors 58 wird im Folgenden im Zusammenhang mit den Figuren 7 und 8 im Detail
erläutert.
[0123] In Fig. 7 ist der Zylinderkern 18 in der ersten Drehposition 22 angeordnet. Wenn
der Zylinderkern 18 in der ersten Drehposition 22 angeordnet ist, ist die Kernnut
32 radial fluchtend mit der Sensoreinrichtung 56 und der Aussparung 40 angeordnet.
Insbesondere ist dabei das Abfrageelement 60 radial fluchtend mit der Kernnut 32 angeordnet.
Durch die Vorspannkraft wird das Abfrageelement 60 in der ersten Drehposition 22 in
die Kernnut 32 gedrückt und erstreckt sich somit in die Kernnut 32.
[0124] In Fig. 8 ist der Zylinderkern 18 in der zweiten Drehposition 24 angeordnet. Wenn
der Zylinderkern 18 in der zweiten Drehposition 22 angeordnet ist, ist die Kernnut
32 nicht radial fluchtend mit der Sensoreinrichtung 56 und der Aussparung 40 angeordnet.
Insbesondere ist dabei das Abfrageelement 60 nicht radial fluchtend mit der Kernnut
32 angeordnet. Somit liegt das Abfrageelement 60 in der zweiten Drehposition an der
äußeren Mantelfläche des Zylinderkerns 18 an und erstreckt sich nicht in die Kernnut
32. In der zweiten Drehposition 24 ist das Abfrageelement 60 somit in der radialen
Richtung durch den Zylinderkern 18 nach außen gedrückt.
[0125] Durch Drehen des Zylinderkerns 18 zwischen der ersten Drehposition 22 und der zweiten
Drehposition 24 wird das Abfrageelement 60 somit entsprechend radial bewegt. Der Zylinderkern
18 kann insbesondere mittels des Schlüssels 72 gedreht werden, wenn dieser vollständig
in den Schüsselkanal 30 eingeschoben ist.
[0126] Der als Taster ausgebildete Sensor 58 kann derart ausgebildet sein, dass er betätigt
wird, wenn das Abfrageelement 60 nach radial außen gedrückt wird. Insbesondere ist
der Taster in der ersten Drehposition 22 nicht betätigt und in der zweiten Drehposition
betätigt. Mittels des Tasters kann insbesondere ein Stromkreis einer elektrischen
Schaltung bei Betätigung des Tasters geschlossen werden.
[0127] Wird der Zylinderkern 18 über den Schlüssel 72 bei einem Öffnungsvorgang in die zweite
Drehposition 24 gedreht, wird das Abfrageelement 60 nach radial außen gedrückt und
der Taster somit betätigt. Wird der Zylinderkern 18 über den Schlüssel 72 bei einem
Schließvorgang in die erste Drehposition 22 gedreht, wird das Abfrageelement 60 nach
radial innen gedrückt und der Taster somit nicht betätigt.
[0128] In den Figuren 9 und 10 ist die Anordnung des Hebelzylinders 10 an einer Tür 94 dargestellt.
In Fig. 9 ist der Hebel 14 in einer geschlossenen Stellung 95 angeordnet. In Fig.
10 ist der Hebel in einer offenen Stellung 97 angeordnet.
[0129] Der Hebel 14 ist insbesondere zwischen der offenen Stellung 97 und der geschlossenen
Stellung 95 bewegbar. Der Hebel 14 ist derart an dem Zylinderkern 18 montiert, dass
der Hebel 14 in der geschlossenen Stellung 95 angeordnet ist, wenn der Zylinderkern
18 in der ersten Drehposition 22 angeordnet ist, und in der offenen Stellung 97 angeordnet
ist, wenn der Zylinderkern 18 in der zweiten Drehposition 24 angeordnet ist. Durch
Drehung des Zylinderkerns 18 zwischen der ersten Drehposition 22 und der zweiten Drehposition
24 lässt sich der Hebel 14 somit zwischen der geschlossenen Stellung 95 und der offenen
Stellung 97 verschwenken.
[0130] Die Tür 94 dient zum Verschließen eines Zugangs zu einem Gehäuse 96 mit einer Gehäusewand
98. Der Hebelzylinder dient dabei zum Verriegeln der Tür 94 gegenüber dem Gehäuse
96. Der Hebelzylinder 10 ist an der Tür 94 montiert. Insbesondere weist die Tür eine
Bohrung auf, in die der Hebelzylinder 10 eingesetzt und montiert ist. Der Hebel 14
ist auf einer Innenseite der Tür 94 angeordnet. Die Öffnung zum Einführen des Schlüssels
in den Schlüsselkanal am ersten Kernende 26 ist auf einer Außenseite der Tür 94 angeordnet.
[0131] In der geschlossenen Stellung 95 ist der Hebel 14 so angeordnet, dass er in Eingriff
mit der Gehäusewand 98 ist. Dadurch ist die Tür 94 verriegelt bzw. verschlossen. Die
Gehäusewand 98 dient somit als Anschlagelement für den Hebel 14. In der offenen Stellung
97 ist der der Hebel 14 so angeordnet, dass er nicht in Eingriff mit der Gehäusewand
98 ist. Dadurch ist die Tür 94 nicht verriegelt und kann geöffnet werden.
[0132] Fig. 11 zeigt eine Ausführungsform eines Systems in seiner Gesamtheit mit der Bezugsziffer
80 bezeichnet.
[0133] Das System 80 weist die Schließvorrichtung 70 und eine elektrische Schaltung 82 auf.
Das System 80 kann des Weiteren auch die Tür 94 und/oder das Gehäuse 96 aufweisen.
Die elektrische Schaltung 82 kann insbesondere an der Tür 94 und/oder an dem Gehäuse
96 angeordnet sein.
[0134] Die elektrische Schaltung 82 kann aus elektrischen bzw. elektromechanischen Elementen
aufgebaut sein, die zu einer funktionsgerechten Anordnung zusammengeschlossen sind.
Beispielsweise kann die elektrische Schaltung 82 eine Steuereinrichtung 84, eine oder
mehrere Vorrichtung 86, 88, eine Speichereinrichtung 90 und/oder eine Sicherheitseinrichtung
92 aufweisen. Die Vorrichtungen 86, 88 können zum Beispiel eine Beleuchtung, ein Aktuator,
ein Motor und/oder eine akustische Vorrichtung sein. Insbesondere können die Beleuchtung
und/oder der Aktuator und/oder die akustische Vorrichtung in dem Gehäuse 96 angeordnet
sein. Die Beleuchtung kann zum Beleuchten des Innenraums des Gehäuses 96 dienen. Der
Aktuator kann zum, Bewegen eines Objekts in dem Gehäuse 96 dienen. Die akustische
Vorrichtung kann zur Ausgabe eines akustischen Signals dienen. Die Speichereinrichtung
90 kann ein elektrischer Datenspeicher sein. Die Speichereinrichtung 90 kann insbesondere
ein Speichermedium zum Speichern von Daten oder Informationen aufweisen. Das Speichermedium
kann ein flüchtiger oder ein nicht-flüchtiger Speicher sein. Die Sicherheitseinrichtung
92 kann zur weiteren Sicherung der Tür 94 oder des Gehäuses 96 dienen. Die Sicherheitseinrichtung
92 kann beispielsweise eine weitere Sicherheitsstufe, insbesondere eine mechatronischen
Verriegelungsbox, oder eine Alarmanlage sein.
[0135] Die elektrische Schaltung 82 wird auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten
Drehposition des Zylinderkerns 18 gesteuert. Beispielsweise kann die elektrische Schaltung
82 über die Sensoreinrichtung 56, insbesondere bei Betätigung des Tasters, geschaltet
werden. Alternativ kann mittels der Sensoreinrichtung eine Information hinsichtlich
der Drehung und/oder der Drehposition des Zylinderkerns 18 sensorisch erfasst und
dann an die elektrische Schaltung 82 zur Auswertung und entsprechenden Steuerung übermittelt
werden. Insbesondere kann die Sensoreinrichtung 56 ein entsprechendes Sensorsignal
an eine elektrische Schaltung 82 auszugeben. Das Sensorsignal kann beispielsweise
eine Information bezüglich der erkannten Drehung des Zylinderkerns 18 oder der erkannten
Drehposition des Zylinderkerns 18 enthalten. Insbesondere kann die Sensoreinrichtung
56 bei Betätigung des Tasters ein Sensorsignal ausgeben, das eine Information hinsichtlich
der zweiten Drehposition 24 oder eine Information hinsichtlich einer Drehung in die
zweite Drehposition 24 enthält. Wenn der Taster nicht betätigt ist, kann die Sensoreinrichtung
56 ein Sensorsignal ausgeben, das eine Information hinsichtlich der ersten Drehposition
22 oder eine Information hinsichtlich einer Drehung in die erste Drehposition 22 enthält.
[0136] Die Steuereinrichtung 84 dient zur Steuerung der elektrischen Schaltung. Die Steuereinrichtung
84 kann die elektrische Schaltung 82 auf Grundlage der erfassten Drehung und/oder
der erfassten Drehposition des Zylinderkerns 18 steuern. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung
84 eine Betätigung des Tasters erkennen und die elektrische Schaltung 82 entsprechend
steuern. Alternativ kann die Steuereinrichtung 84 das Sensorsignal der Sensoreinrichtung
56 empfangen und die elektrische Schaltung 82 auf Basis des Sensorsignals steuern.
[0137] Die Steuereinrichtung 84 ist dazu eingerichtet, Komponenten der elektrischen Schaltung
82 zu steuern und Daten zu verarbeiten. Die Steuereinrichtung 84 kann dazu beispielsweise
verschiedene Untereinheiten aufweisen, die jeweils eine Steuerung einer Komponente
und/oder eine Verarbeitung von Daten durchführen. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung
84 eine Regelungseinheit aufweisen, die Vorrichtungen 86, 88, die Speichereinrichtung
90 und/oder die Sicherheitseinrichtung 92 steuert. Des Weiteren kann die Steuereinrichtung
84 eine Datenverarbeitungseinheit aufweisen, die dazu eingerichtet ist, die Auswertung
der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns 18, insbesondere
die Auswertung des Sensorsignals, durchzuführen.
[0138] Die Steuereinrichtung 84 kann mit einem nichtflüchtigen Datenspeicher, in dem ein
Computerprogramm gespeichert ist, verbunden sein oder diesen aufweisen. Bei manchen
Ausführungsbeispielen ist die Steuereinrichtung 84 ein Mehrzweckcomputer, wie etwa
ein handelsüblicher Personal Computer, der unter Windows
®, Linux oder MacOS läuft, und das Computerprogramm aus dem Speicher weist einen Programmcode
auf, der zum Implementieren der Steuerung der elektrischen Schaltung dient. Bei einem
alternativen Ausführungsbeispiel ist die Steuereinrichtung 84 ein logischer Schaltkreis,
wie etwa ein vor Ort programmierbares Gate-Array (FPGA: Field Programmable Gate Array),
ein anwendungsspezifischer integrierter Schaltkreis (ASIC: Application-Specific Integrated
Circuit), ein Mikrocontroller oder ein beliebiger anderer angemessener programmierbarer
logischer Schaltkreis. Darin können die Steuerung mit dem logischen Schaltkreis implementiert
werden. Zum Implementieren der Steuerung in dem logischen Schaltkreis kann eine beliebige
angemessene Programmiersprache oder Hardwarebeschreibungssprache verwendet werden,
wie etwa C, VHDL und dergleichen.
[0139] Die Sensoreinrichtung 56 oder die Steuereinrichtung 94 kann dazu eingerichtet sein,
die eine oder mehreren Vorrichtungen 86, 88 auf Grundlage der erfassten Drehung oder
der erfassten Drehposition des Zylinderkerns 18 zu steuern. Insbesondere können die
Vorrichtungen 86, 88 entsprechend der erfassten Drehposition gesteuert, beispielsweise
eingeschaltet und ausgeschaltet, werden. Beispielsweise können die Beleuchtung oder
der Aktuator eingeschaltet werden oder ein akustisches Signal ausgegeben werden, wenn
der Zylinderkern in die zweite Drehposition gedreht wird. Wenn der Zylinderkern in
die erste Drehposition gedreht wird, können die Beleuchtung oder der Aktuator ausgeschaltet
werden oder die Ausgabe des akustischen Signals unterbrochen werden.
[0140] Alternativ oder zusätzlich kann die Sensoreinrichtung 56 oder die Steuereinrichtung
84 dazu eingerichtet sein, eine Information über eine erfasste Drehung des Zylinderkerns
18 in der Speichereinrichtung 90 zu speichern. Insbesondere kann in der Speichereinrichtung
90 eine Information über einen Öffnungsvorgang, sprich über eine Drehung in die zweite
Drehposition 24, gespeichert werden. Die Information hinsichtlich des Öffnungsvorgang
kann insbesondere auch eine Information hinsichtlich eines Zeitpunkts, beispielsweise
ein Datum und eine Uhrzeit, des Öffnungsvorgangs aufweisen. Alternativ kann die Speichereinrichtung
auch nur einen Zähler aufweisen, der die Zahl der Öffnungsvorgänge zählt.
[0141] Alternativ oder zusätzlich kann die Sensoreinrichtung 56 oder die Steuereinrichtung
84 dazu eingerichtet sein, die Sicherheitseinrichtung 92 auf Grundlage der erfassten
Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns 18, insbesondere auf Grundlage
des Sensorsignals, zu steuern. Die Sicherheitseinrichtung 92 kann auf Grundlage des
der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition, insbesondere bei einem Öffnungsvorgang
oder Schließvorgang, aktiviert oder deaktiviert werden.
[0142] Fig. 12 zeigt eine Ausführungsform eines Verfahrens in seiner Gesamtheit mit der
Bezugsziffer 100 bezeichnet. Verfahren 100 dient zum Verschließen und/oder Öffnen
einer Tür oder Abdeckung mittels eines Hebelzylinders. Das Verfahren 100 kann unter
Verwendung des Hebelzylinders 10 oder der Schließvorrichtung 70 oder des Systems 80
durchgeführt werden. Insbesondere kann mittels des Verfahrens 100 die Tür 94 verschlossen
und geöffnet werden.
[0143] In einem ersten Schritt 102 des Verfahrens 100 wird der Schlüssel 72 vollständig
in den Schlüsselkanal 30 eingeführt, um den Schließzylinder 12 von dem Sperrzustand
in den Freigabezustand zu überführen.
[0144] In einem weiteren Schritt 104 des Verfahrens 100 wird der Schlüssel 72 gedreht, um
den Zylinderkern 18 zwischen der ersten Drehposition 22 und der zweiten Drehposition
24 zu drehen.
[0145] In einem weiteren Schritt 106 des Verfahrens 100 wird eine Drehung des Zylinderkerns
18 und/oder einer Drehposition des Zylinderkerns 18 mittels der Sensoreinrichtung
erfasst.
[0146] In einem weiteren Schritt 108 des Verfahrens 100 wird die elektrische Schaltung 82
auf Grundlage der erfassten Drehung und/oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns
18 gesteuert. Der Schritt 108 kann insbesondere mittels der Sensoreinrichtung 56 oder
der Steuereinrichtung 84 durchgeführt werden.
[0147] Beispielsweise können in dem Schritt 108 die eine oder mehreren Vorrichtungen 86,
88 auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns
18 gesteuert werden. Alternativ oder zusätzlich kann in dem Schritt 108 eine Information
über eine erfasste Drehung des Zylinderkerns 18 in der Speichereinrichtung 90 gespeichert
werden. Alternativ oder zusätzlich kann in dem Schritt 108 die Sicherheitseinrichtung
92 auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns
18, insbesondere auf Grundlage des Sensorsignals, gesteuert werden.
[0148] Des Weiteren weist die vorliegende Offenbarung die folgenden Ausführungsbeispiele
auf:
Klausel 1. Hebelzylinder zum Verschließen einer Tür oder Abdeckung, wobei der Hebelzylinder
einen Schließzylinder und einen Hebel aufweist, wobei der Schließzylinder ein Zylindergehäuse
und einen Zylinderkern aufweist, wobei der Zylinderkern gegenüber dem Zylindergehäuse
um eine Drehachse zwischen einer ersten Drehposition und einer zweiten Drehposition
drehbar ist, wobei der Hebel mit dem Zylinderkern um die Drehachse drehfest verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schließzylinder des Weiteren eine Sensoreinrichtung
aufweist, wobei die Sensoreinrichtung dazu eingerichtet ist, eine Drehung des Zylinderkerns
und/oder eine Drehposition des Zylinderkerns zu erfassen.
Klausel 2. Hebelzylinder nach Klausel 1, wobei der Schließzylinder eine oder mehrere
Sperrsicherungen aufweist, wobei die eine oder mehreren Sperrsicherungen in einem
Sperrzustand eine Drehbewegung des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse sperren
und in einem Freigabezustand eine Drehbewegung des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse
freigeben.
Klausel 3. Hebelzylinder nach Klausel 2, wobei der Zylinderkern einen Schlüsselkanal
aufweist, wobei der Schließzylinder durch vollständiges Einführen eines Schüssels
in den Schlüsselkanal von dem Sperrzustand in den Freigabezustand überführbar ist.
Klausel 4. Hebelzylinder nach einem der Klauseln 1 bis 3, wobei die Sensoreinrichtung
einen mechanischen Sensor und/oder einen magnetischen Sensor und/oder einen Inertialsensor
und/oder einen Positionssensor aufweist.
Klausel 5. Hebelzylinder nach einem der Klauseln 1 bis 4, wobei die Sensoreinrichtung
dazu eingerichtet ist, ein Sensorsignal an eine elektrische Schaltung auszugeben,
wobei das Sensorsignal eine Information bezüglich der erkannten oder erfassten Drehung
des Zylinderkerns oder der erkannten oder erfassten Drehposition des Zylinderkerns
enthält.
Klausel 6. Hebelzylinder nach einem der Klauseln 1 bis 4, wobei die Sensoreinrichtung
dazu eingerichtet ist, auf Grundlage der erfassten Drehung des Zylinderkerns und/oder
der erfassten Drehposition des Zylinderkerns eine elektrische Schaltung zu steuern.
Klausel 7. Hebelzylinder nach einem der Klauseln 1 bis 6, wobei die Sensoreinrichtung
an und/oder in dem Zylindergehäuse angeordnet ist.
Klausel 8. Hebelzylinder nach einem der Klauseln 1 bis 7, wobei das Zylindergehäuse
eine Aussparung aufweist, in der die Sensoreinrichtung angeordnet ist.
Klausel 9. Hebelzylinder nach Klausel 8, wobei der Zylinderkern eine Kernnut aufweist,
wobei die Sensoreinrichtung dazu eingerichtet ist, die Lage der Kernnut gegenüber
der Sensoreinrichtung zu erkennen oder abzufragen, insbesondere wobei die Kernnut
in der ersten Drehposition oder in der zweiten Drehposition radial fluchtend mit der
Sensoreinrichtung angeordnet ist.
Klausel 10. Hebelzylinder nach Klausel 9, wobei die Sensoreinrichtung ein Abfrageelement
zur Abfrage der Kernnut aufweist.
Klausel 11. Hebelzylinder nach Klausel 9 oder 10, wobei das Zylindergehäuse einen
Anschlagstift aufweist, wobei sich der Anschlagstift in die Kernnut erstreckt.
Klausel 12. Schließvorrichtung mit dem Hebelzylinder nach einem der Klauseln 1 bis
11 und einem Schlüssel.
Klausel 13. System mit der Schließvorrichtung nach Klausel 12 und einer elektrischen
Schaltung, wobei die elektrische Schaltung auf Grundlage der erfassten Drehung oder
der erfassten Drehposition des Zylinderkerns steuerbar ist.
Klausel 14. System nach Klausel 13, wobei das System des Weiteren eine Steuereinrichtung
zur Steuerung der elektrischen Schaltung aufweist, wobei die Steuereinrichtung die
elektrische Schaltung auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition
des Zylinderkerns steuert, insbesondere wobei die Steuereinrichtung dazu eingerichtet
ist, die elektrische Schaltung auf Basis des Sensorsignals zu steuern.
Klausel 15. System nach Klausel 13 oder 14, wobei die elektrische Schaltung eine oder
mehreren Vorrichtungen aufweist, wobei die Sensoreinrichtung oder die Steuereinrichtung
dazu eingerichtet sind, die eine oder mehreren Vorrichtungen auf Grundlage der erfassten
Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns zu steuern, insbesondere
wobei die eine oder mehreren Vorrichtungen eine Beleuchtung und/oder einen Aktuator
und/oder eine akustische Vorrichtung aufweisen.
Klausel 16. System nach einem der Klauseln 13 bis 15, wobei die Steuereinrichtung
oder die Sensoreinrichtung dazu eingerichtet ist, eine Information über eine erfasste
Drehung des Zylinderkerns in einer Speichereinrichtung zu speichern.
Klausel 17. System nach einem der Klauseln 13 bis 15, wobei das System eine Sicherheitseinrichtung
aufweist, wobei die Steuereinrichtung oder die Sensoreinrichtung dazu eingerichtet
ist, die Sicherheitseinrichtung auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten
Drehposition des Zylinderkerns, insbesondere auf Grundlage des Sensorsignals, zu steuern.
Klausel 18. Verfahren zum Verschließen und/oder Öffnen einer Tür oder Abdeckung mittels
eines Hebelzylinders, wobei der Hebelzylinder einen Schließzylinder und einen Hebel
aufweist, wobei der Schließzylinder ein Zylindergehäuse und einen Zylinderkern aufweist,
wobei der Zylinderkern gegenüber dem Zylindergehäuse um eine Drehachse zwischen einer
ersten Drehposition und einer zweiten Drehposition drehbar ist, wobei der Hebel mit
dem Zylinderkern um die Drehachse drehfest verbunden ist, wobei der Schließzylinder
des Weiteren eine Sensoreinrichtung aufweist, wobei der Schließzylinder ein oder mehrere
Sperrsicherungen aufweist, wobei die Sperrsicherungen in einem Sperrzustand eine Drehbewegung
des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse sperren und in einem Freigabezustand
eine Drehbewegung des Zylinderkerns gegenüber dem Zylindergehäuse freigeben, wobei
der Zylinderkern einen Schlüsselkanal aufweist, wobei das Verfahren die folgenden
Schritte aufweist:
- Vollständiges Einführen eines Schlüssels in den Schlüsselkanal, um den Schließzylinder
von dem Sperrzustand in den Freigabezustand zu überführen;
- Drehen des Schlüssels, um den Zylinderkern zwischen der ersten Drehposition und der
zweiten Drehposition zu drehen;
- Erfassen einer Drehung des Zylinderkerns und/oder einer Drehposition des Zylinderkerns
mittels der Sensoreinrichtung; und
- Steuern einer elektrischen Schaltung auf Grundlage der erfassten Drehung und/oder
der erfassten Drehposition.
[0149] Was beansprucht wird, ist:
1. Hebelzylinder (10) zum Verschließen einer Tür (94) oder Abdeckung, wobei der Hebelzylinder
(10) einen Schließzylinder (12) und einen Hebel (14) aufweist, wobei der Schließzylinder
(12) ein Zylindergehäuse (16) und einen Zylinderkern (18) aufweist, wobei der Zylinderkern
(18) gegenüber dem Zylindergehäuse (16) um eine Drehachse (20) zwischen einer ersten
Drehposition (22) und einer zweiten Drehposition (24) drehbar ist, wobei der Hebel
(14) mit dem Zylinderkern (18) um die Drehachse (20) drehfest verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schließzylinder (12) des Weiteren eine Sensoreinrichtung (56) aufweist, wobei
die Sensoreinrichtung (56) dazu eingerichtet ist, eine Drehung des Zylinderkerns (18)
und/oder eine Drehposition des Zylinderkerns (18) zu erfassen.
2. Hebelzylinder (10) nach Anspruch 1, wobei der Schließzylinder (12) eine oder mehrere
Sperrsicherungen (50) aufweist, wobei die eine oder mehreren Sperrsicherungen (50)
in einem Sperrzustand eine Drehbewegung des Zylinderkerns (18) gegenüber dem Zylindergehäuse
(16) sperren und in einem Freigabezustand eine Drehbewegung des Zylinderkerns (18)
gegenüber dem Zylindergehäuse (16) freigeben, insbesondere wobei der Zylinderkern
(18) einen Schlüsselkanal (30) aufweist, wobei der Schließzylinder (12) durch vollständiges
Einführen eines Schüssels (72) in den Schlüsselkanal (30) von dem Sperrzustand in
den Freigabezustand überführbar ist.
3. Hebelzylinder (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Sensoreinrichtung (56) einen
mechanischen Sensor und/oder einen magnetischen Sensor und/oder einen Inertialsensor
und/oder einen Positionssensor aufweist.
4. Hebelzylinder (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Sensoreinrichtung (56)
dazu eingerichtet ist, ein Sensorsignal an eine elektrische Schaltung (82) auszugeben,
wobei das Sensorsignal eine Information bezüglich der erkannten Drehung des Zylinderkerns
(18) oder der erkannten Drehposition des Zylinderkerns (18) enthält.
5. Hebelzylinder (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Sensoreinrichtung (56)
dazu eingerichtet ist, auf Grundlage der erfassten Drehung des Zylinderkerns (18)
und/oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns (18) eine elektrische Schaltung
(82) zu steuern.
6. Hebelzylinder (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Sensoreinrichtung (56)
an und/oder in dem Zylindergehäuse (16) angeordnet ist.
7. Hebelzylinder (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Zylindergehäuse (16)
eine Aussparung (40) aufweist, in der die Sensoreinrichtung (56) angeordnet ist, insbesondere
wobei der Zylinderkern (18) eine Kernnut (32) aufweist, wobei die Sensoreinrichtung
(56) dazu eingerichtet ist, die Lage der Kernnut (32) gegenüber der Sensoreinrichtung
(56) zu erkennen oder abzufragen, insbesondere wobei die Kernnut (32) in der ersten
Drehposition (22) oder in der zweiten Drehposition (24) radial fluchtend mit der Sensoreinrichtung
(56) angeordnet ist, insbesondere wobei die Sensoreinrichtung (56) ein Abfrageelement
(60) zur Abfrage der Kernnut (32) aufweist.
8. Hebelzylinder (10) nach Anspruch 7, wobei das Zylindergehäuse (16) einen Anschlagstift
(52) aufweist, wobei sich der Anschlagstift (52) in die Kernnut (32) erstreckt.
9. Schließvorrichtung (70) mit dem Hebelzylinder (10) nach einem der Ansprüche 1 bis
8 und einem Schlüssel (72).
10. System (80) mit der Schließvorrichtung (70) nach Anspruch 9 und einer elektrischen
Schaltung (82), wobei die elektrische Schaltung (82) auf Grundlage der erfassten Drehung
oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns (18) steuerbar ist.
11. System nach Anspruch 10, wobei das System (80) des Weiteren eine Steuereinrichtung
(84) zur Steuerung der elektrischen Schaltung (82) aufweist, wobei die Steuereinrichtung
(84) die elektrische Schaltung (82) auf Grundlage der erfassten Drehung oder der erfassten
Drehposition des Zylinderkerns (18) steuert, insbesondere wobei die Steuereinrichtung
(84) dazu eingerichtet ist, die elektrische Schaltung (82) auf Basis des Sensorsignals
zu steuern.
12. System nach Anspruch 10 oder 11, wobei die elektrische Schaltung (82) eine oder mehreren
Vorrichtungen (86, 88) aufweist, wobei die Sensoreinrichtung (56) oder die Steuereinrichtung
(84) dazu eingerichtet sind, die eine oder mehreren Vorrichtungen (86, 88) auf Grundlage
der erfassten Drehung oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns (18) zu steuern,
insbesondere wobei die eine oder mehreren Vorrichtungen (86, 88) eine Beleuchtung
und/oder einen Aktuator und/oder eine akustische Vorrichtung aufweisen.
13. System nach einem der Ansprüche 13 bis 15, wobei die Steuereinrichtung (84) oder die
Sensoreinrichtung (56) dazu eingerichtet ist, eine Information über eine erfasste
Drehung des Zylinderkerns (18) in einer Speichereinrichtung (90) zu speichern.
14. System nach einem der Ansprüche 10 bis 13, wobei das System (80) eine Sicherheitseinrichtung
(92) aufweist, wobei die Steuereinrichtung (84) oder die Sensoreinrichtung (56) dazu
eingerichtet ist, die Sicherheitseinrichtung (92) auf Grundlage der erfassten Drehung
oder der erfassten Drehposition des Zylinderkerns (18), insbesondere auf Grundlage
des Sensorsignals, zu steuern.
15. Verfahren (100) zum Verschließen und/oder Öffnen einer Tür (94) oder Abdeckung mittels
eines Hebelzylinders (10), wobei der Hebelzylinder (10) einen Schließzylinder (12)
und einen Hebel (14) aufweist, wobei der Schließzylinder (12) ein Zylindergehäuse
(16) und einen Zylinderkern (18) aufweist, wobei der Zylinderkern (18) gegenüber dem
Zylindergehäuse (16) um eine Drehachse (20) zwischen einer ersten Drehposition (22)
und einer zweiten Drehposition (24) drehbar ist, wobei der Hebel (14) mit dem Zylinderkern
(18) um die Drehachse (20) drehfest verbunden ist, wobei der Schließzylinder (12)
des Weiteren eine Sensoreinrichtung (56) aufweist, wobei der Schließzylinder (12)
ein oder mehrere Sperrsicherungen (50) aufweist, wobei die Sperrsicherungen (50) in
einem Sperrzustand eine Drehbewegung des Zylinderkerns (18) gegenüber dem Zylindergehäuse
(16) sperren und in einem Freigabezustand eine Drehbewegung des Zylinderkerns (18)
gegenüber dem Zylindergehäuse (16) freigeben, wobei der Zylinderkern (18) einen Schlüsselkanal
(30) aufweist, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
- Vollständiges Einführen (102) eines Schlüssels (72) in den Schlüsselkanal (30),
um den Schließzylinder (12) von dem Sperrzustand in den Freigabezustand zu überführen;
- Drehen (104) des Schlüssels (72), um den Zylinderkern (18) zwischen der ersten Drehposition
(22) und der zweiten Drehposition (24) zu drehen;
- Erfassen (106) einer Drehung des Zylinderkerns (18) und/oder einer Drehposition
des Zylinderkerns (18) mittels der Sensoreinrichtung (56); und
- Steuern (108) einer elektrischen Schaltung (82) auf Grundlage der erfassten Drehung
und/oder der erfassten Drehposition.