[0001] Die Erfindung betrifft eine Biegemaschine und insbesondere eine Abkantpresse.
[0002] Biegemaschinen dienen zum Umformen bzw. Biegen von Werkstücken. Hierzu enthält eine
Biegemaschine eine Oberwange und eine Unterwange, wobei beim Biegevorgang das entsprechende
Werkstück zwischen Oberwange und Unterwange angeordnet wird und die Oberwange mit
daran befestigtem Oberwerkzeug hin zur Unterwange mit daran angebrachtem Unterwerkzug
bewegt wird, um Kraft auf das Werkstück auszuüben. Da während des Biegevorgangs erhebliche
Kräfte auftreten, weist eine Biegemaschine einen massiven Maschinenkörper mit beträchtlichen
Abmessungen auf, wodurch der Transport der Biegemaschine erschwert wird.
[0003] Die Druckschrift
EP 2 908 961 B1 zeigt eine Biegemaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Diese Biegemaschine
enthält eine Oberwange und eine Unterwange, die zwischen zwei Seitenständern angeordnet
sind. An den Seitenständern ist jeweils ein Ausrichtrahmen mit einer konkaven Öffnung
vorgesehen, wobei der Ausrichtrahmen ein Gleitmittel zwischen der Oberwange und dem
oberen Teil des Ausrichtrahmens aufweist. Mit dem Ausrichtrahmen wird eine Bewegung
der Biegewerkzeuge an der Oberwange entlang eines vorgegebenen Pfads sichergestellt.
[0004] Die Druckschrift
EP 3 208 007 B1 offenbart eine Biegemaschine, an der Ausgleichsaktuatoren vorgesehen, um einer beim
Biegevorgang auftretenden Verformung des Maschinenkörpers der Biegemaschine entgegenzuwirken.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Biegemaschine zu schaffen, welche im Vergleich
zu herkömmlichen Biegemaschinen einfacher transportiert werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Biegemaschine gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0007] Die erfindungsgemäße Biegemaschine, welche in einer bevorzugten Variante eine Abkantpresse
ist, beinhaltet einen Maschinenkörper, der zwei Seitenelemente aufweist, die sich
in einer ersten Richtung von einer Bedienerseite zu einer der Bedienerseite abgewandten
Rückseite der Biegemaschine erstrecken. Ferner weist die Biegemaschine eine Oberwange
und eine Unterwange auf, die an der Bedienerseite der Biegemaschine angeordnet sind
und sich beide zwischen den Seitenelementen in einer zweiten Richtung erstrecken,
die senkrecht zur ersten Richtung verläuft. Darüber hinaus enthält die Biegemaschine
eine Aktorik zum Bewegen der Oberwange relativ zur Unterwange und zum Umformen eines
Werkstücks zwischen Oberwange und Unterwange durch einen Biegevorgang entlang einer
Biegelinie, die in der zweiten Richtung verläuft.
[0008] In der erfindungsgemäßen Biegemaschine wird jedes Seitenelement jeweils durch ein
oberes Bauteil, an dem die Oberwange angeordnet ist, und ein unteres Bauteil, an dem
die Unterwange angeordnet ist, gebildet. Das obere Bauteil und das untere Bauteil
eines Seitenelements sind jeweils durch ein Schwenkgelenk mechanisch miteinander verbunden,
um ein Abkippen der Oberwange mit den oberen Bauteilen gegenüber den unteren Bauteilen
und der Unterwange zu ermöglichen, wobei eine Feststelleinrichtung zum Versteifen
der Seitenelemente vorgesehen ist.
[0009] Die erfindungsgemäße Biegemaschine weist den Vorteil auf, dass die Abmessungen der
Biegemaschine durch Abkippen der Oberwange gegenüber der Unterwange so verändert werden
können, dass der Transport der Biegemaschine erleichtert wird. Insbesondere wird es
ermöglicht, erfindungsgemäße Biegemaschinen im Ganzen in Standard-Frachtcontainer
einzubringen. Ein Demontieren der Biegemaschinen für den Transport in Standard-Frachtcontainern
ist nicht mehr nötig. Gleichzeitig stellt die Feststelleinrichtung sicher, dass die
Seitenelemente versteift werden können, so dass die Biegemaschine die während des
Biegevorgangs auftretenden Kräfte aufnehmen kann.
[0010] Die in der Biegemaschine vorgesehenen Schwenkgelenke können unterschiedlich ausgestaltet
sein. Insbesondere ist ein entsprechendes Schwenkgelenk eine Vorrichtung zum Beschränken
aller Freiheitsgrade, außer dem Schwenken des oberen Bauteils relativ zum unteren
Bauteil. Vorzugsweise stellen die Schwenkgelenke jeweils eine lösbare Verbindung zum
reversiblen Trennen des oberen Bauteils und des unteren Bauteils bereit.
[0011] In einer bevorzugten Ausgestaltung weisen die Schwenkgelenke jeweils einen Schwenkbolzen
bzw. einen Schwenklagerbolzen auf, um den das obere Bauteil gegenüber dem unteren
Bauteil schwenkbar ist. Ebenso können die Schwenkgelenke jeweils ein Scharnier zum
Schwenken des oberen Bauteils gegenüber dem unteren Bauteil aufweisen.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Variante beinhaltet zumindest eines der Schwenkgelenke
an einem der Seitenelemente ein oder mehrere Verbindungsbauteile, welche starr mit
dem unteren Bauteil verbunden sind und an denen das obere Bauteil schwenkbar befestigt
ist oder welche starr mit dem oberen Bauteil verbunden sind und an denen das untere
Bauteil schwenkbar befestigt ist. Vorzugsweise beinhaltet das Schwenkgelenk an beiden
Seitenelementen jeweils das oder die oben beschriebenen Verbindungsbauteile. Mit dieser
Ausführungsform wird das Schwenkgelenk auf konstruktiv einfache Weise umgesetzt.
[0013] Die oben beschriebene starre Verbindung der Verbindungsbauteile mit dem unteren Bauteil
oder dem oberen Bauteil ist vorzugsweise eine stoffschlüssige Verbindung, insbesondere
eine Schweißverbindung. Die oben beschriebene schwenkbare Befestigung des oberen Bauteils
bzw. unteren Bauteils an dem oder den Verbindungsbauteilen erfolgt vorzugsweise über
den oben beschriebenen Schwenkbolzen.
[0014] In einer besonders bevorzugten Variante ist für zumindest eines der Seitenelemente
und vorzugsweise beide Seitenelemente jeweils ein Paar von Verbindungsbauteilen vorgesehen,
wobei die Verbindungsbauteile des Paars in der zweiten Richtung nebeneinander angeordnet
sind und wobei zwischen den Verbindungsbauteilen des Paars ein Abschnitt sowohl des
oberen Bauteils als auch des unteren Bauteils angeordnet ist. Hierdurch wird eine
sehr gute mechanische Verbindung zwischen dem oberen Bauteil und dem unteren Bauteil
erreicht.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Variante der erfindungsgemäßen Biegemaschine umfasst
die Feststelleinrichtung für zumindest eines der Seitenelemente und vorzugsweise beide
Seitenelemente jeweils ein oder mehrere Fixierelemente, welche dazu vorgesehen sind,
in das Seitenelement zu dessen Versteifung eingesetzt zu werden und zum Lösen der
Versteifung aus dem Seitenelement entfernt zu werden. Hierdurch wird eine einfache
und kostengünstige Ausgestaltung der Feststelleinrichtung geschaffen. Als Fixierelemente
kommen vorteilhalft z.B. Bolzen, Stifte, Schrauben o.ä. in Frage.
[0016] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Biegemaschine umfasst einen
oder mehrere Kompensationsaktuatoren, welche dazu vorgesehen sind, eine Kraft auf
die Seitenelemente auszuüben, welche der Verformung der Seitenelemente beim Biegevorgang
entgegenwirkt. Auf diese Weise wird die beim Biegevorgang auftretende Auffederung
der Seitenelemente, welche das Biegeergebnis negativ beeinflusst, kompensiert.
[0017] Vorzugsweise ist für jedes Seitenelement der erfindungsgemäßen Biegemaschine ein
Kompensationsaktuator vorgesehen. Je nach Ausgestaltung können die Kompensationsaktuatoren
z.B. einen oder mehrere hydraulische Aktuatoren, insbesondere Hubzylinder, und/oder
einen oder mehrere elektromechanische Aktuatoren umfassen. Ferner kann ein Kompensationsaktuator
beispielsweise eine Keilvorrichtung enthalten.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße Biegemaschine
einen Steuereinrichtung, welche dazu konfiguriert ist, den oder die Kompensationsaktuatoren
basierend auf einem Satz von Biegeparametern für einen durchzuführenden Biegevorgang
und/oder basierend auf Sensordaten, aus denen sich die Verformung der Seitenelemente
während des Biegevorgangs ergibt, zu steuern. Die Steuerung erfolgt dabei derart,
dass die auf die Seitenelemente ausgeübte Kraft die Verformung der Seitenelemente
bis zu einem vorbestimmten Ausmaß kompensiert. Mit dieser Ausführungsform wird sehr
genau und zuverlässig die Auffederung der Seitenelemente beim Biegevorgang kompensiert.
[0019] Je nach Ausführungsform können die obigen Biegeparameter unterschiedliche Größen
umfassen. Die Biegeparameter können insbesondere Parameter des zu biegenden Werkstücks,
wie z.B. das Material des Werkstücks, und/oder Parameter betreffend die verwendeten
Biegewerkzeuge enthalten.
[0020] Die oben beschriebenen Sensordaten können auf verschiedene Weise gewonnen werden.
Insbesondere können die Sensordaten Messdaten einer Sensorik darstellen, welche direkt
die Verformung der Seitenelemente misst. Ebenso ist es möglich, dass die Verformung
der Seitenelemente mittels der Steuereinrichtung aus Sensordaten einer Sensorik berechnet
wird, die nicht direkt die Verformung misst. Beispielsweise kann die Verformung aus
Hydraulikdrücken der (hydraulischen) Aktorik zur Bewegung der Oberwange ermittelt
werden. Eine weitere indirekte Bestimmung der Verformung ist über die direkte Messung
des Biegewinkels mit nachfolgendem Abgleich des Soll-Biegewinkels mit dem Ziel-Biegewinkel
möglich.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist zumindest eines der Seitenelemente
und vorzugsweise jedes Seitenelement jeweils einen Zwischenraum auf, in dem zumindest
einer der Kompensationsaktuatoren eingreift, um den Zwischenraum durch Krafteinwirkung
auseinanderzudrücken, wodurch der Verformung der Seitenelemente beim Biegevorgang
entgegengewirkt wird. Hierdurch wird eine einfache und zuverlässige Kraftübertragung
der Kompensationsaktuatoren auf die Seitenelemente erreicht. Die Aktivierung der Kompensationsaktuatoren
kann hier sowohl direkt im Biegeprozess als auch als Vorkompensation vor dem Biegeprozess
erfolgen. Bei einer Vorkompensation wird die Größe der Kompensation vorab aus bekannten
Biegedaten für einen Biegeschritt ermittelt.
[0022] In einer bevorzugten Variante der soeben beschriebenen Ausführungsform erstreckt
sich der Zwischenraum von einem Ende des Seitenelements, das benachbart zur Rückseite
der Biegemaschine liegt, in das Seitenelement hinein. Hierdurch wird die Kraft der
Kompensationsaktuatoren sehr effizient in die Seitenelemente eingeleitet.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Variante ist der Zwischenraum zwischen dem oberen Bauteil
und dem unteren Bauteil ausgebildet, wodurch eine einfache Integration der Kompensationsaktuatoren
in die Biegemaschine erreicht wird.
[0024] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Figuren
detailliert beschrieben.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Biegemaschine
im Betriebszustand;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Biegemaschine aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht der Biegemaschine aus Fig. 1 in einer Variante;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der Biegemaschine aus Fig. 1 und 2 in einem Transportzustand, in
dem die Oberwange gegenüber der Unterwange abgekippt ist und sich die Biegemaschine
in einem angedeuteten Standard-Frachtcontainer zum Transport befindet; und
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der Biegemaschine aus Fig. 3 in einem Transportzustand, in dem
die Oberwange gegenüber der Unterwange abgekippt ist und sich die Biegemaschine in
einem angedeuteten Standard-Frachtcontainer zum Transport befindet.
[0026] In Fig. 1 ist in perspektivischer Ansicht eine Variante einer erfindungsgemäßen Biegemaschine
1 dargestellt. Dabei sind nur Komponenten der Biegemaschine 1 wiedergegeben, welche
für die Erfindung wesentlich sind. Die Biegemaschine 1 befindet sich in Fig. 1 im
Betriebszustand, in dem sie zur Biegung von Werkstücken verwendet wird.
[0027] In allen nachfolgend beschriebenen Figuren 1 bis 3 werden entsprechende Raumrichtungen
durch ein kartesisches Koordinatensystem mit x-Achse, y-Achse und z-Achse angezeigt.
Die Richtung der x-Achse entspricht dabei der Richtung von der Vorderseite (Bedienerseite)
zur Rückseite der Biegemaschine 1. Die Richtung der y-Achse ist die Querrichtung der
Biegemaschine 1 und entspricht der Richtung der Biegelinie B (siehe Fig. 2), entlang
der ein entsprechendes Werkstück mittels der Biegemaschine 1 gebogen wird. Die Richtung
der z-Achse ist die Höhenrichtung bzw. vertikale Richtung. Die Richtung der x-Achse
entspricht der ersten Richtung im Sinne von Anspruch 1 und die Richtung der y-Achse
entspricht der zweiten Richtung im Sinne von Anspruch 1.
[0028] Die Biegemaschine 1 umfasst einen Maschinenkörper 10 mit zwei Seitenelementen 8 und
8', die in der y-Richtung zueinander versetzt sind. Die beiden Seitenelemente 8, 8'
sind derart geformt, dass in ihnen eine benachbart zur Bedienerseite angeordnete Ausbuchtung
11 ausgebildet ist. Zwischen den Seitenelementen 8 und 8' erstrecken sich eine Oberwange
2 und eine Unterwange 5. An einem oberen Werkzeughalter 3 der Oberwange 2 befindet
sich ein Oberwerkzeug 4 und an einem unteren Werkzeughalter 6 der Unterwange 5 ist
ein Unterwerkzeug 7 angebracht. An dem Seitenelement 8 ist ein Aktuator 9 und an dem
Seitenelement 8' ein Aktuator 9' vorgesehen. Mittels dieser Aktuatoren 9, 9' kann
die Oberwange 2 entlang der z-Achse relativ zur Unterwange 5 bewegt werden. Die Oberwange
2 ist dabei an den Seitenelementen 8 und 8' geführt (die Führungen sind nicht gezeigt).
Im Gegensatz zur Oberwange 2 ist die Unterwange 5 starr mit den Seitenelementen 8
und 8' verbunden.
[0029] Zur Ausführung eines Biegevorgangs wird ein Werkstück, wie z.B. ein Metallblech,
von einem menschlichen Bediener oder von einer angeschlossenen Automationseinheit
über die Vorderseite bzw. Bedienerseite in die Biegemaschine 1 zwischen Oberwerkzeug
4 und Unterwerkzeug 7 eingeschoben. Anschließend wird die Oberwange 2 mit dem Oberwerkzeug
4 mittels der Aktuatoren 9, 9' hin zum Unterwerkzeug 7 bewegt, wodurch eine Kraftausübung
auf das Werkstück und hierdurch eine Biegung desselben entlang der in y-Richtung verlaufenden
Biegelinie B erfolgt.
[0030] Die Biegemaschine 1 zeichnet sich dadurch aus, dass beide Seitenelemente 8, 8' jeweils
ein separates oberes Bauteil 801 und ein separates unteres Bauteil 802 umfassen, wobei
das obere Bauteil 801 gegenüber dem unteren Bauteil 802 bei Bedarf zur Bedienerseite
hin abgekippt werden kann. Das Abkippen der oberen Bauteile 801 der Seitenelemente
8, 8' führt dazu, dass ein oberer Abschnitt des Maschinenkörpers 10 inklusive der
Oberwange 2 gegenüber einem unteren Abschnitt des Maschinenkörpers 10 abgeklappt wird.
Hierdurch kann die Biegemaschine in einen kompakten Transportzustand versetzt werden,
wie weiter unten noch näher erläutert wird.
[0031] Das untere Ende des oberen Bauteils 801 und das obere Ende des unteren Bauteils 802
sind zwischen zwei Verbindungsbauteilen 12 angeordnet. Ein Verbindungsbauteil 12 liegt
an der Außenseite des entsprechenden Seitenelements 8 bzw. 8' und ein Verbindungsbauteil
12 liegt an der Innenseite des entsprechenden Seitenelements 8 bzw. 8'. Aus den Figuren
ist immer nur das Verbindungsbauteil 12 an der Außenseite des Seitenelements 8 bzw.
8' ersichtlich. Die Verbindungsbauteile 12 sind mit dem oberen Abschnitt des unteren
Bauteils 802 stoffschlüssig verbunden, beispielsweise über eine Schweißverbindung.
Demgegenüber erfolgt die Verbindung des unteren Abschnitts des oberen Bauteils 801
mit den Verbindungsbauteilen 12 über einen Schwenkbolzen 17. Der Schwenkbolzen 17
ist dabei in miteinander fluchtende Öffnungen der Verbindungsbauteile 12 und des oberen
Bauteils 801 eingesetzt.
[0032] Ferner ist in dem in Fig. 1 dargestellten Betriebszustand der Biegemaschine das obere
Bauteil 801 gegenüber dem unteren Bauteil 802 mittels einer Feststelleinrichtung 18
fixiert, wodurch die jeweiligen Seitenelemente 8, 8' versteift werden. Diese Feststelleinrichtung
18 ist mithilfe von mindestens einem Fixierelement realisiert, das in miteinander
fluchtende Öffnungen 18b (siehe Fig. 4) der Verbindungsbauteile 12 und des oberen
Bauteils 801 eingesetzt ist. Das Fixierelement ist vorliegend als Bolzen ausgeführt
kann aber ebenfalls z.B. als Stift, Schraube o.ä. ausgebildet sein. Zum Transport
der Biegemaschine kann die Feststelleinrichtung 18 gelöst werden, indem das mindestens
eine Fixierelement aus beiden Seitenelementen 8, 8' entfernt wird, so dass ein Abkippen
eines oberen Abschnitts der Biegemaschine 1 durch Verschwenken der oberen Bauteile
801 um die jeweiligen Schwenkbolzen 17 ermöglicht wird.
[0033] Aus Fig. 1 ist ferner ersichtlich, dass zwischen dem oberen Bauteil 801 und dem unteren
Bauteil 802 des Seitenelements 8' ein Zwischenraum 14 benachbart zur Rückseite der
Biegemaschine 1 ausgebildet ist. In diesem Zwischenraum ist ein Kompensationsaktuator
13 angeordnet, der z.B. als hydraulischer oder elektromechanischer Aktuator ausgestaltet
sein kann. Ein entsprechender Zwischenraum 14 mit Kompensationsaktuator 13 ist auch
im Seitenelement 8 vorgesehen. Mit den jeweiligen Kompensationsaktuatoren 13 an den
beiden Seitenelementen 8 und 8' kann der bei der Biegung eines Werkstücks auftretenden
Auffederung der Seitenelemente 8, 8' entgegengewirkt werden, wie weiter unten näher
beschrieben wird.
[0034] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der Biegemaschine 1 aus Fig. 1, wobei die Seitenansicht
den Aufbau des Seitenelements 8 wiedergibt. Der Aufbau des Seitenelements 8 ist symmetrisch
zum Aufbau des Seitenelements 8', der in Fig. 1 gezeigt ist. Aus Fig. 2 ist die Biegelinie
B ersichtlich, welche sich in die y-Richtung erstreckt. Ferner erkennt man sehr gut
den Schwenkbolzen 17 und die Feststelleinrichtung 18 in der Form eines entsprechenden
Fixierbolzens. In Fig. 2 ist auch schematisch eine Steuereinrichtung 16 gezeigt, mit
der die Biegemaschine 1 gesteuert wird. Neben der eigentlichen Steuerung des Biegevorgangs
durch Betätigung der Aktuatoren 9, 9' übernimmt die Steuereinrichtung 16 auch die
Steuerung der Kompensationsaktuatoren 13, die in den entsprechenden Zwischenräumen
14 angeordnet sind. Die Steuereinrichtung 16 wirkt auf die Kompensationsaktuatoren
13 derart ein, dass bei einer Verformung bzw. Auffederung der Seitenelemente 8, 8',
die bei der Kraftausübung der Oberwange 2 auf das gerade gebogene Werkstück auftritt,
die Kompensationsaktuatoren 13 in z-Richtung auseinandergefahren werden, so dass der
Verformung bzw. Auffederung entgegengewirkt wird und somit zuverlässig sehr gute Biegeergebnisse
sichergestellt werden.
[0035] In der Ausführungsform der Fig. 2 greift die Steuereinrichtung 16 auf Daten einer
(nicht gezeigten) Sensorik zu, welche die Verformung der Seitenelemente 8 bzw. 8'
beim Biegevorgang misst. Entsprechend der Größe der Verformung wird dann der Hub der
Kompensationsaktuatoren 13 geeignet eingestellt, so dass diese Verformung kompensiert
wird. Mit der Steuereinrichtung 16 wird in Kombination mit den Kompensationsaktuatoren
13 und einer entsprechenden Sensorik somit aktiv einer Auffederung der Seitenelemente
8, 8' entgegengewirkt. Nichtsdestotrotz ist es gegebenenfalls auch möglich, dass der
Auffederung passiv entgegengewirkt wird. In diesem Fall werden von der Steuereinrichtung
16 entsprechende Biegeparameter, wie z.B. Parameter betreffend das zu biegende Werkstück
und/oder das Oberwerkzeug 4 und/oder das Unterwerkzeug 7, eingelesen. Diese Parameter
können beispielsweise über eine (nicht gezeigte) Benutzerschnittstelle durch einen
Bediener eingegeben werden. Anhand der Biegeparameter ermittelt die Steuereinrichtung
16 dann die zu erwartende Verformung der Seitenelemente. Basierend auf dieser zu erwartenden
Verformung werden dann die Kompensationsaktuatoren 13 entsprechend angesteuert, um
die Verformung zu kompensieren.
[0036] Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht einer Biegemaschine 1 in einer Variante, die gegenüber
der Biegemaschine aus Fig. 1 bzw. Fig. 2 abgewandelt ist. Der Aufbau der Biegemaschine
1 aus Fig. 3 entspricht großenteils dem Aufbau der Biegemaschine aus Fig. 2. Im Besonderen
umfassen die Seitenelemente 8, 8' wiederum ein oberes Bauteil 801 und ein unteres
Bauteil 802, und es ist ein Schwenkbolzen 17 und eine Feststelleinrichtung 18 vorgesehen,
so dass ein Abkippen eines oberen Abschnitts der Biegemaschine 1 durch Verschwenken
der oberen Bauteile 801 um die jeweiligen Schwenkbolzen 17 ermöglicht wird, wenn die
Feststelleinrichtung 18 durch Entfernen des entsprechenden Fixierelements aus beiden
Seitenelementen 8, 8' gelöst wird. Der Unterscheid der Ausführungsform der Fig. 3
im Vergleich zu Fig. 2 besteht darin, dass in der Biegemaschine 1 der Fig. 3 keine
Kompensationsaktuatoren 13 vorgesehen sind. Demzufolge ist auch kein Zwischenraum
14 zwischen dem oberen Bauteil 801 und dem unteren Bauteil 802 der jeweiligen Seitenelemente
8, 8' ausgebildet.
[0037] Fig. 4 zeigt die Biegemaschine aus Fig. 1 bzw. Fig. 2 im Transportzustand. Die Biegemaschine
1 befindet sich dabei in einem zum Transport vorgesehenen Standard-Frachtcontainer
19. Im Unterschied zu Fig. 1 und Fig. 2 sind in dem Transportzustand der Fig. 3 der
obere Werkzeughalter 3 mit dem Oberwerkzeug 4 und der untere Werkzeughalter 6 mit
dem Unterwerkzeug 7 von der Biegemaschine 1 entfernt. Im Transportzustand ist der
obere Abschnitt der Biegemaschine 1 gegenüber dem unteren Abschnitt abgeklappt.
[0038] Um die Biegemaschine aus dem Betriebszustand der Fig. 1 bzw. Fig. 2 in den Transportzustand
3 zu bringen, wird die Feststelleinrichtung 18 durch Entfernen des Fixierelements
an beiden Seitenelementen 8 und 8' gelöst. Hierdurch wird die Versteifung der Seitenelemente
8, 8' aufgehoben. Anschließend werden die oberen Bauteile 801 der Seitenelemente 8
und 8' durch Schwenken um die Schenkbolzen 17 nach vorne gekippt. Nach dem Abkippen
der oberen Bauteile 801 gegenüber den unteren Bauteilen 802 kann das Fixierelement
der Feststelleinrichtung 18 wieder in die miteinander fluchtenden Öffnungen 18b der
Verbindungsbauteile 12 eingesetzt werden. In Fig. 4 befindet sich das Fixierelement
nicht in den Öffnungen 18b.
[0039] Wie aus Fig. 4 ersichtlich, kann durch das Abkippen der oberen Bauteile 801 gegenüber
den unteren Bauteilen 802 eine deutliche Verminderung der Höhe der Biegemaschine 1
erreicht werden, so dass diese in handelsübliche Container 19 passt und somit einfach
transportiert werden kann.
[0040] Fig. 5 zeigt eine Ansicht analog zu Fig. 4, wobei nunmehr die Variante der Biegemaschine
1 aus Fig. 3 im Transportzustand wiedergegeben ist, in dem der obere Abschnitt der
Biegemaschine 1 gegenüber dem unteren Abschnitt abgeklappt ist. Fig. 5 unterscheidet
sich von Fig. 4 lediglich dahingehend, dass die Biegemaschine 1 der Fig. 5 keine Kompensationsaktuatoren
in entsprechenden Zwischenräumen 14 enthält. Es wird deshalb auf eine detaillierte
Beschreibung der Fig. 5 verzichtet und diesbezüglich auf Fig. 4 verwiesen.
[0041] Die im Vorangegangenen beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung weisen eine
Reihe von Vorteilen auf. Insbesondere können die Abmessungen der Biegemaschine 1 durch
ein Verschwenken ihres oberen Abschnitts so verändert werden, dass die Biegemaschine
1 besser transportiert werden kann. Darüber hinaus können optional in einfacher Weise
auch Kompensationsaktuatoren 13 in die Biegemaschine 1 integriert werden, um im Betriebszustand
der Biegemaschine 1, in dem die Seitenelemente 8 bzw. 8' mittels der Feststelleinrichtung
18 versteift sind, einer Auffederung der Seitenelemente 8, 8' entgegenzuwirken.
Bezugszeichenliste:
[0042]
- 1
- Biegemaschine
- 2
- Oberwange
- 3
- oberer Werkzeughalter
- 4
- Oberwerkzeug
- 5
- Unterwange
- 6
- unterer Werkzeughalter
- 7
- Unterwerkzeug
- 8, 8'
- Seitenelemente
- 801
- oberes Bauteil des Seitenelements
- 802
- unteres Bauteil des Seitenelements
- 9, 9'
- Aktorik (Aktuatoren)
- 10
- Maschinenkörper
- 11
- Ausbuchtung im Seitenelement
- 12
- Verbindungsbauteil
- 13
- Kompensationsaktuator
- 14
- Zwischenraum
- 16
- Steuereinrichtung
- 17
- Schwenkbolzen
- 18
- Feststelleinrichtung (Fixierelement)
- 18b
- Öffnung für Feststelleinrichtung
- 19
- Frachtcontainer
- B
- Biegelinie
1. Biegemaschine, insbesondere Abkantpresse, mit einem Maschinenkörper (10), der zwei
Seitenelemente (8, 8') aufweist, die sich in einer ersten Richtung (x) von einer Bedienerseite
zu einer der Bedienerseite abgewandten Rückseite der Biegemaschine (1) erstrecken,
und mit einer Oberwange (2) und einer Unterwange (5), die an der Bedienerseite der
Biegemaschine (1) angeordnet sind und sich beide zwischen den Seitenelementen (8,
8') in einer zweiten Richtung (y) erstrecken, die senkrecht zur ersten Richtung (x)
verläuft, und mit einer Aktorik (9, 9') zum Bewegen der Oberwange (2) relativ zur
Unterwange (5) und zum Umformen eines Werkstücks zwischen Oberwange (2) und Unterwange
(5) durch einen Biegevorgang entlang einer Biegelinie (B), die in der zweiten Richtung
(y) verläuft,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedes Seitenelement (8, 8') jeweils durch ein oberes Bauteil (801), an dem die Oberwange
(2) angeordnet ist, und ein unteres Bauteil (802), an dem die Unterwange (5) angeordnet
ist, gebildet wird, und das obere Bauteil (801) und das untere Bauteil (802) eines
Seitenelements (8, 8') jeweils durch ein Schwenkgelenk (12, 17) mechanisch miteinander
verbunden sind, um ein Abkippen der Oberwange (2) mit den oberen Bauteilen (801) gegenüber
den unteren Bauteilen (802) und der Unterwange (2) zu ermöglichen, wobei eine Feststelleinrichtung
(18) zum Versteifen der Seitenelemente (8, 8') vorgesehen ist.
2. Biegemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkgelenke (12, 17) jeweils einen Schwenkbolzen (17) aufweisen, um den das
obere Bauteil (801) gegenüber dem unteren Bauteil (802) schwenkbar ist.
3. Biegemaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Schwenkgelenke (12, 17) an einem der Seitenelemente (8, 8') ein
oder mehrere Verbindungsbauteile (12) beinhaltet, welche starr mit dem unteren Bauteil
(802) verbunden sind und an denen das obere Bauteil (801) schwenkbar befestigt ist
oder welche starr mit dem oberen Bauteil (801) verbunden sind und an denen das untere
Bauteil (802) schwenkbar befestigt ist.
4. Biegemaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkgelenk (12, 17) an beiden Seitenelementen (8, 8') jeweils das oder die
Verbindungsbauteile (12) beinhaltet.
5. Biegemaschine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass für zumindest eines der Seitenelemente (8, 8') und vorzugsweise beide Seitenelemente
(8, 8') jeweils ein Paar von Verbindungsbauteilen (12) vorgesehen ist, wobei die Verbindungsbauteile
(12) des Paars in der zweiten Richtung (y) nebeneinander angeordnet sind und zwischen
den Verbindungsbauteilen (12) des Paars ein Abschnitt sowohl des oberen Bauteils (801)
als auch des unteren Bauteils (802) angeordnet ist.
6. Biegemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dass die Feststelleinrichtung
(18) für zumindest eines der Seitenelemente (8, 8') und vorzugsweise beide Seitenelemente
(8, 8') jeweils ein oder mehrere Fixierelemente (18) umfasst, welche dazu vorgesehen
sind, in das Seitenelement (8, 8') zu dessen Versteifen eingesetzt zu werden und zum
Lösen der Versteifung aus dem Seitenelement (8, 8') entfernt zu werden.
7. Biegemaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegemaschine (1) einen oder mehrere Kompensationsaktuatoren (13) umfasst, welche
dazu vorgesehen sind, eine Kraft auf die Seitenelemente (8, 8') auszuüben, welche
der Verformung der Seitenelemente (8, 8') beim Biegevorgang entgegenwirkt.
8. Biegemaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegemaschine (1) eine Steuereinrichtung (16) umfasst, welche dazu konfiguriert
ist, den oder die Kompensationsaktuatoren (13) basierend auf einem Satz von Biegeparametern
für einen durchzuführenden Biegevorgang und/oder basierend auf Sensordaten, aus denen
sich die Verformung der Seitenelemente (8, 8') während des Biegevorgangs ergibt, derart
zu steuern, dass die auf die Seitenelemente (8, 8') ausgeübte Kraft die Verformung
der Seitenelemente (8, 8') bis zu einem vorbestimmten Ausmaß kompensiert.
9. Biegemaschine nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Seitenelemente (8, 8') und vorzugsweise jedes Seitenelement (8,
8') jeweils einen Zwischenraum (14) aufweist, in den zumindest einer der Kompensationsaktuatoren
(13) eingreift, um den Zwischenraum (14) durch Krafteinwirkung auseinanderzudrücken,
wodurch der Verformung des Seitenelements (8, 8') beim Biegevorgang entgegengewirkt
wird.
10. Biegemaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Zwischenraum (14) von einem Ende des Seitenelements (8, 8'), das benachbart
zur Rückseite der Biegemaschine (1) liegt, in das Seitenelement (8, 8') hinein erstreckt.
11. Biegemaschine nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (14) zwischen dem oberen Bauteil (801) und dem unteren Bauteil (802)
ausgebildet ist.