[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur mechanischen
Mattierung von Fasen an einer Dekorpanelkante. Insbesondere betrifft die Erfindung
eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur inline Mattierung von Fasen an einer Profilkante
eines Dekorpanels. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein mechanisch
mattierte Fase an einem Dekorpaneel sowie eine Dekorpaneel mit einer mechanisch mattierten
Fase.
[0002] Unter dem Begriff Dekorpaneel sind im Sinne der Erfindung Wand-, Decken, Tür- oder
Bodenpaneele zu verstehen, welche ein auf eine Trägerplatte aufgebrachtes Dekor aufweisen.
Dekorpaneele werden dabei in vielfältiger Weise sowohl im Bereich des Innenausbaus
von Räumen, als auch zur dekorativen Verkleidung von Bauten, beispielsweise im Messebau
verwendet. Eine der häufigsten Einsatzbereiche von Dekorpaneelen ist deren Nutzung
als Fußbodenbelag, zum Verkleiden von Decken, Wänden oder Türen. Die Dekorpaneele
weisen dabei vielfach ein Dekor und eine Oberflächenstrukturierung auf, welche einen
Naturwerkstoff imitieren soll.
[0003] Dekorpaneele bestehen üblicherweise aus einem Träger beziehungsweise Kern aus einem
festen Material, beispielsweise einem Holzwerkstoff, wie beispielweise eine mitteldichte
Faserplatte (MDF) oder hochdichte Faserplatte (HDF, einem Holz-Kunststoff-Kompositwerkstoff
(WPC) oder einem Mineral-Kunststoff-Kompositwerkstoff (MPC), der auf mindestens einer
Seite mit einer Dekorschicht und einer Deckschicht sowie gegebenenfalls mit weiteren
Schichten, beispielsweise einer zwischen Dekor- und Deckschicht angeordneten Verschleißschicht,
versehen ist. Im Fall von MDF- oder HDF-Trägem ist die Dekorschicht üblicherweise
auf einem auf den Träger angeordneten Druckuntergrund aufgebracht, der beispielsweise
aus einer Papierschicht gebildet seien kann. Dabei ist es bekannt, die Dekorschicht
bereits vor dem Aufbringen der Papierschicht auf den Träger auf die Papierschicht
aufzudrucken oder auch eine zunächst unbedruckte Papierschicht auf den Träger aufzubringen
und die Dekorschicht anschließend mittels sogenannter Direktdruckverfahren auf die
Papierschicht aufzubringen. Im Fall von auf Kunststoff-Kompositwerkstoffen beruhenden
Trägem ist es bekannt, diese nach ggf. aufbringen eines Druckuntergrundes im Direktdruckverfahren
mit einem Dekor zu versehen.
[0004] An ihren Kanten sind Dekorpaneele üblicherweise profiliert, wobei die dabei erzeugten
Profile dazu geeignet sind, Dekorpaneele miteinander zu verbinden, um auf diese Weise
eine mechanisch verbundene Fläche zu erzeugen, die einem Vielfachen eines einzelnen
Dekorpaneels entspricht. Die entsprechenden Verbindungsprofile können dabei einstückig
ausgestaltet sein oder zur Aufnahme eine separaten Verbindungselementes ausgestaltet
sein.
[0005] In die der Dekorschicht naheliegende obere Kante des Verbindungsprofils werden vielfach
Fasen eingebracht, um eine angenehmeres optischen Erscheinungsbild zu erzeugen und
insbesondere einen zwischen benachbarten Dekorpaneelen ggf. an der Verbindungsstelle
auftretenden Höhenversatz optisch zu minimieren. Diese Fase kann eine auf dem Dekorpaneel
angebrachte Verschleißschutzschicht, die Dekorschicht und/oder den Träger umfassen.
[0006] Entsprechende Fasen können beispielsweise durch fräsen, schneiden oder auch pressen
bzw. verdichten des entsprechenden Bereichs der Dekorpaneelkante in diese eingebracht
werden.
[0007] Aus der
WO 2012/004701 ist es bekannt, als Nutzschicht eine thermoplastische Schicht, beispielsweise aus
PVC, zu verwenden. Aus diesem Dokument ist es weiterhin bekannt, einen Teil der Deckschicht
am Rand der Platte zu entfernen, um einen abgesenkten Randbereich in Form einer Abschrägung
zu bilden, die bis unter das Druckniveau reicht. Eine solche Fase kann dann mit einer
separaten dekorativen Beschichtung versehen werden. Eine solche Abschrägung kann den
Eindruck erwecken, nicht authentisch zu sein, und einer ansonsten gut ausgeführten
Nachbildung auf der Oberseite der Platte abträglich sein.
[0008] Aus
WO 2006/066776 ist es bekannt, eine Fase durch Verformung des Substrats zu erzeugen, wobei sich
der Aufdruck und die Nutzschicht, in diesem Fall beispielsweise eine duroplastische
Nutzschicht, durchgehend von der zentralen Oberseite der Paneele erstrecken über der
oben erwähnten Abschrägung. Die Herstellung einer solchen Fase ist aufwendig. Die
vorliegende Erfindung zielt zunächst auf Schneidwerkzeuge ab, die es ermöglichen,
eine alternative beschichtete Platte zu erhalten, die gemäß verschiedenen bevorzugten
Ausführungsformen eine Lösung für die Probleme bietet, die bei den Schneidwerkzeugen
und/oder beschichteten Platten des Standes der Technik auftreten.
[0009] Dekorpaneele im Sinne der Erfindung weisen vorzugsweise ein Substrat bzw. Träger
und eine dekorative Deckschicht auf, wobei die vorgenannte dekorative Deckschicht
einen Dekordruck und eine darauf vorgesehene transparente Nutzschicht und/oder Verschleißschutzschicht
umfasst. Die Fase wird durch einen abgesenkten Randbereich an mindestens einer Kante
gebildet, wobei sich sowohl der oben genannte Dekordruck als auch die oben genannte
Nutzschicht und/oder Verschleißschutzschicht kontinuierlich von einer zentralen Oberfläche
des Dekorpaneels über die Fase erstrecken.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, dass bei vielen Dekorpaneelen
die eingebrachten Fasen vielfach aufglänzen, was den optischen Eindruck der Verbindungsstelle
zwischen zwei benachbarten Paneelen ggf. weniger gefällig erscheinen lässt. Vielfach
wird versucht, eine entsprechend angenehmere optische Erscheinung der Fasen durch
Beschichten bzw. Lackieren dieser mit einem gesonderten Beschichtungsmittel und/oder
Lack zu erreichen. Diese Lösung ist jedoch aufgrund des Einsatzes eines zusätzlichen
Materials kosten- und zeitaufwendig. Darüber hinaus kann es bei einem entsprechenden
Beschichten und/oder Lackieren zu einem sogenannten Overspray kommen, wobei Beschichtungsmittel
und/oder Lack nicht nur auf den zu behandelnden Bereich der Fase gelangt, sondern
auch auf die sonstige Fläche des Dekorpaneels. Die wiederum kann zu optischen Nachteilen
führen, die letztendlich eine Aussonderung entsprechender Paneele zur Folge haben
kann, was wiederum erhöhte Produktionskosten bedingt.
[0011] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung sowie ein Verfahren
anzugeben, mit welchen das optische Erscheinungsbild von Fasen an Dekorpaneelen ohne
Auftrag zusätzlicher Beschichtungsmittel und/oder Lacke verbessert werden kann. Darüber
hinaus ist es die Aufgabe der Vorliegenden Erfindung eine entsprechende Fase für ein
Dekorpaneel sowie eine mit einer entsprechenden Fase ausgerüstetes Dekorpaneel anzugeben.
[0012] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 sowie ein Verfahren
gemäß Anspruch 9, darüber hinaus durch eine Fase gemäß Anspruch 11 sowie ein Dekorpaneel
gemäß Anspruch 13.
[0013] Mit der Erfindung wird insoweit eine Vorrichtung zur mechanischen Mattierung einer
Fase an der Kante eines Dekorpanels vorgeschlagen, aufweisend eine Prägewalze, eine
Winkelrichteinheit, eine Andruckrichteinheit, sowie eine Fördereinrichtung zur Förderung
des Dekorpanels in eine Förderrichtung, wobei die Prägewalze auf ihrer Oberfläche
eine Prägestruktur aufweist, wobei die Prägewalze mittels der ersten Lagerichteinheiten
hinsichtlich ihres Relativwinkel α zu der zu mattierenden Fase ausrichtbar ist und
wobei der Andruck der Prägewalze auf die zu mattierende Fase mittels der Andruckrichteinheit
einstellbar ist.
[0014] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass in die Kante eines Dekorpaneels eingebrachte
Fasen, insbesondere soweit sie im Wesentlichen die Nutzschicht und/oder /Verschleißschutzschicht
umfassen, durch mechanische Mittel in ihrer Oberfläche derart verändert werden können,
dass ein Aufglänzen vermieden wird. Insbesondere kann durch die erfindungsgemäße Vorrichtung
eine mechanische Strukturierung der Oberfläche der Fase mit einer Feinstruktur erfolgen,
welche eine Reduktion des Glanzgrades (ausgedrückt als Reflektometerwert R`) auf einen
Wert ≥40, vorzugsweise ≥30, weiter bevorzugt ≥20, insbesondere ≥15 erlaubt. Hierdurch
kann der optische Eindruck der Fase signifikant verbessert werden und der Kantenbereich
eines Dekorpaneels bekommt insgesamt ein natürlicheres optisches Erscheinungsbild.
[0015] Grundsätzlich kann es erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die Prägewalze eine Prägestruktur
von Rändel-Typ RAA (Rändel mit achsparallelen Rillen), RBL (Linksrändel), RBR (Rechtsrändel),
RGE (Links-Rechtsrändel, Spitzen erhöht (Fischhaut)), RGV (Links-Rechtsrändel, Spitzen
vertieft), RKE (Kreuzrändel, Spitzen erhöht), RKV (Kreuzrändel, Spitzen vertieft),
oder RTR (Kreisrändeln (Durchlaufend)) aufweisen.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass
die Prägewalze als Prägestruktur eine Kreuzrändelung, Linksrändelung, Rechtsrändelung
oder Links-Rechtsrändelung aufweisen. Dabei kann es insbesondere vorgesehen sein,
dass die Rändelung eine Teilung T in einem Bereich vom 0,8mm ≥ T ≥ 0,05 mm, insbesondere
in einem Bereich vom 0,6mm ≥ T ≥ 0,1 mm, wie beispielsweise 0,5 mm aufweist.
[0017] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Vorrichtung
eine Mehrzahl von in Förderrichtung hintereinander angeordneten Prägewälzen aufweist.
Dabei kann es insbesondere vorgesehen sein, dass die Prägewalzen unterschiedliche
oder auch identische Prägestrukturen aufweisen. Sofern die Prägewalzen identische
oder weitestgehend identische Strukturen aufweisen kann es bevorzugt vorgesehen sein
dass die Prägewalzen derart zueinander ausgerichtet sind, dass diese eine versetzt
zueinander angeordnetes Prägemuster in der Fase bzw. auf der Oberfläche der Fase erzeugen.
Selbstverständlich ist eine entsprechend versetzte Anordnung der Prägewalzen zueinander
auch in dem Fall möglich, in welchem die Prägewalzen unterschiedliche Strukturen aufweisen.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann die Anzahl N der in Förderrichtung
hintereinander angeordneten Prägewalzen in einem Bereich von 8 ≥ N ≥ 2, vorzugsweise
in einem Bereich von 6 ≥ N ≥ 4.
[0019] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Vorrichtung
den jeweiligen Prägewalzen separat zugeordnete Winkelrichteinheiten aufweist. Hierdurch
ist es möglich, die Prägewalzen derart zueinander auszurichten, dass die durch diese
in der Fase bzw. auf der Oberfläche der Fase erzeugten Prägemuster versetzt zueinander
auftreten. Durch die versetzte Anordnung ist bei gleichbleibenden Prägestrukturen
der Prägewalzen eine höhere Varianz in den durch die Prägewalzen erzeugten Prägemustern
möglich. Hierdurch wiederum ist es möglich, den Glanzgrad der Fase an einen gewünschten
bzw. vorgegebenen Wert anzupassen.
[0020] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung kann es daher vorgesehen sein, dass die Vorrichtung
den jeweiligen Prägewalzenseparat zugeordnete Lagerichteinheiten aufweist und die
Prägewalzen mittels der Lagerichteinheiten hinsichtlich ihres Versatzes (V) zueinander
ausrichtbar sind. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann der Versatz
der Prägewalzen zueinander in einem Bereich von 0, 15mm ≥ V ≥ 0,05 mm liegen.
[0021] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass konsekutiv
in Förderrichtung aufeinanderfolgende Prägewalzen im Fall einer Parallelrändelung
als Prägestruktur gegenläufige Parallelrändelungen aufweisen, so dass das letztendlich
auf der Oberfläche der Fase entstehende Gesamtprägemuster im Wesentlichen dem Muster
einer Kreuzrändelung entspricht.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die
Vorrichtung den jeweiligen Prägewalzen separat zugeordnete Andruckrichteinheiten aufweist
und die Prägewalzen mittels der Andruckrichteinheiten hinsichtlich ihres Andruckes
auf die zu mattierende Fase separat einstellbar sind. Hierdurch ist es vorteilhafter
Weise insbesondere Möglich, die Strukturtiefe der durch die Prägestrukturen der Prägewalzen
in der Fase erzeugten Prägemuster zu verändern. Dabei hat sich gezeigt, dass die Strukturtiefe
der erzeugten Prägemuster einen zumindest mittelbaren Einfluss auf den Glanzgrad der
Fase hat und somit eine weitere Anpassungsmöglichkeit bietet, den Glanzgrad der Fase
an einen gewünschten bzw. vorgegebenen Wert anzupassen.
[0023] Wie bereits zuvor erwähnt kann es gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
es vorgesehen sein, dass die Prägewalzen unterschiedliche Prägestrukturen aufweisen.
Dabei kann der Unterschied der Prägestrukturen in einer unterschiedlichen Flächengeometrie
oder auch Strukturtiefe (Rautiefe) der Prägestrukturen begründet sein. So kann es
beispielsweise vorgesehen sein, dass bei einer Mehrzahl von in Förderrichtung des
Dekorpaneels hintereinander angeordneten Prägewalzen, eine erste Prägewalze eine grobere
Struktur als eine nachfolgende zweite Prägewalze aufweist.
[0024] Die Prägewalzen selbst sind gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung aus
einem korrosionsbeständigen Metall, insbesondere einem Hartmetall oder einem Edelstahl
gefertigt, und weisen auf ihrer Oberfläche mittels Ätztechniken oder Laserstrukturierung
aufgebrachte Feinstrukturen auf. Beispiele für geeignete Edelstahlmaterialen sind
AISI Nr. 630, AISI 410 oder AISI 304. Alternativ kann es vorgesehen sein, dass eine
Prägewalze Mehrteilig aufgebaut ist und aus einem Walzenträger und einem darauf aufgelegten
Prägereifen besteht. Der Prägereifen kann dabei aus einem dünnschichtigen Blech gefertigt
sein, was in seiner äußeren Oberfläche entsprechend strukturiert ist. Der Walzenträger
kann vorzugsweise eine Spannvorrichtung aufweisen, mit welchem der Prägereifen auf
dem Walzenträger fixiert wird. Eine solche Ausgestaltung erlaubt vorteilhafterweise,
dass bei einem Wechsel der Prägestruktur nicht die gesamte Prägewalze ausgetauscht
werden muss, sondern lediglich der Prägereifen.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die
erste und/oder Lagerichteinheit und/oder die Andruckrichteinheit einen Stellmotor
ausweist, welcher signaltechnisch mit einer zentralen Steuerungseinheit verbunden
ist. Dabei kann es insbesondere vorgesehen sein, dass die Steuerungseinrichtung mit
einem optischen Sensor verbunden ist, welcher dazu eingerichtet ist, den Wert R` der
Mattierung der Fase vor und/oder nach der mechanischen Mattierung der Fase zu erfassen
und die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit der über den
optischen Sensor ermittelten R`-Wert der Mattierung Steuerungssignale an die Stellmotoren
der Lagerichteinheiten und/oder Andruckrichteinheiten auszugeben, mit der Maßgabe,
dass durch Veränderung die Lage der Prägewalzen relativ zueinander und/oder zur zu
mattierenden Fase und/oder durch Veränderung des Andruckes auf die zu mattierende
Fase die erzeugte Mattierung einem vorgebbaren R` Wert entspricht.
[0026] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die
Prägewalze beheizt ist. Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass die Prägewalte
mittels Thermoöl, einer Induktionsheizung und/oder einer Widerstandsheizung beheizt
ist. Durch ein Beheizen bzw. Temperieren der Prägewalze kann ein verbessertes Prägemuster
in der Fase erreicht werden.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die
Prägewalzen mit einem Antrieb verbunden sind, mithin nicht nur mittels der Fortbewegung
des Dekorpaneels in Förderrichtung bewegt werden, sondern aktiv angetrieben sind.
Dabei kann es vorgesehen sein, dass bei einer Mehrzahl von vorgesehenen Prägewalzen
diese über einen gemeinsamen Antrieb angetrieben werden. Alternativ kann es vorgesehen
sein, dass die Prägewalzen jeweils mit individuellen Antrieben verbunden sind bzw.
in ihrer Rotationsgeschwindigkeit individuell einstellbar sind.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass beim
Vorsehen mehrerer in Förderrichtung des Dekorpaneels konsekutiv hintereinander angeordneter
Prägewalzen nicht alle Prägewalzen eine Prägestruktur aufweisen, sondern stattdessen
eine glatte oberfläche. Insbesondere kann in einer solchen Ausgestaltung vorgesehen
sein, dass die erste oder die ersten Prägewalzen, mit denen einen Kante eines Dekorpaneels
in Kontakt kommt, keine Prägestruktur aufweisen. So kann es vorgesehen sein, dass
die der Vorrichtung zugeführten Dekorpaneele an ihrer Kante keine zuvor mittels Fräsung
oder anderer Maßnahmen eingebrechte Fase aufweisen, sondern die Fase erst durch die
Prägewalzen ohne Prägestruktur eingepresst wird. Hierdurch kann vorteilhafterweise
eine Fasenformung und mechanische Fasenmattierung in einem Arbeitsgang erfolgen.
[0029] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass in
einer Fertigungslinie in welcher eine erfindungsgemäße Vorrichtung vorgesehen ist,
in Richtung der schmalen Kante des Paneels, mithin in Richtung der Paneelbreite, gegenüber
der Vorrichtung wenigstens eine Halterolle vorgesehen ist, welche dazu eingerichtet
ist einen Gegendruck zur durch die erfindungsgemäße Vorrichtung auf die Kante des
Dekorpaneels bzw. die Fase aufgebrechten Druck zu erzeugen, um ordnungsgemäße Führung
des Dekorpaneels in der Fertigungslinie sicherzustellen. Alternativ oder ergänzend
kann es vorgesehen sein, dass oberhalb der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine Gegendruckrolle
vorgesehen ist.
[0030] Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren zur mechanischen Mattierung einer
Fase an einer Kante eines Dekorpanels, aufweisend die Verfahrensschritte:
- a) Zuführen eines Dekorpaneels zu einer Vorrichtung gemäß einer der Ansprüche 1 bis
8;
- b) Kontaktieren der Fase mit einer ersten Prägewalze, wobei die Prägewalze hinsichtlich
ihres Relativwinkel α zu der zu mattierenden Fase ausrichtbar ist und wobei der Andruck
der Prägewalze auf die zu mattierende Fase mittels der Andruckrichteinheit einstellbar
ist;
- c) Optionales Kontaktieren der Fase mit wenigstens einer zweiten Prägewalze;
wobei der Relativwinkel α und/oder der Andruck mit der Maßgabe eingestellt wird, dass
die erhaltene Mattierung einem vorgegebenen Mattierungswert entspricht.
[0031] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass mittels eines solchen Verfahrens eine
Fase eines Dekorpaneel derart mattiert bzw. in ihrem Glanzgrad eingestellt werden
kann, dass ihr optisches Erscheinungsbild deutlich natürlicher wirkt, ohne dass es
hierzu dem Auftrag eines zusätzlichen Beschichtungsmittels und/oder Lackes bedarf.
[0032] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es vorgesehen sein,
dass die Einstellung des Relativwinkel α und/oder des Andrucks mittels eines Stellmotors
erfolgt, wobei der Stellmotor signaltechnisch mit einer zentralen Steuerungseinrichtung
verbunden ist, wobei die Steuerungseinrichtung wiederum mit einem optischen Sensor
verbunden ist, welcher dazu eingerichtet ist, die Stärke der Mattierung der mechanisch
mattierten Fasen zu erfassen und wobei die Steuerungseinrichtung in Abhängigkeit der
über den optischen Sensor ermittelten Stärke der Mattierung Steuerungssignale an die
Stellmotoren der Lagerichteinheiten und/oder Andruckrichteinheiten ausgibt, mit der
Maßgabe, dass durch Veränderung die Lage der Prägewalzen relativ zueinander und/oder
zur zu mattierenden Fase und/oder durch Veränderung des Andruckes auf die zu mattierende
Fase die erzeugte Mattierung einer vorgegebenen Stärke entspricht.
[0033] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann der Relativwinkel α der
Prägewalze zur zu mattierenden Fase in einem Bereich zwischen +/- ≤15° und ≥0°, insbesondere
zwischen +/- ≤10° und ≥0° liegen. Es hat sich gezeigt, dass durch Variation des Relativwinkels
α eine Veränderung bzw. Anpassung des durch die Prägewalze erreichten Mattierungseffektes
erreicht werden kann. Insbesondere kann der Andruck der Prägewalze über die Breite
der Fase mittels des Relativwinkels α variiert werden, so dass es über die Breite
der Phase Bereiches höheren bzw. niedrigeren Andrucks gibt. Hierdurch kann insbesondere
der Mattierungseffekt über die Breite der Fase variiert werden.
[0034] Bevorzugt liegt der Winkel der Fase gegenüber der Fläche des Dekorpaneels, mithin
der Fasenwinkel β, in einem Bereich zwischen ≤25° und ≥5°, insbesondere in einem Bereich
zwischen ≤20° und ≥7,5°.
[0035] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird der Absolutwinkel A zwischen
der Prägewalze und der zentralen Oberfläche des Dekorpaneels in einem Bereich zwischen
≤40° und ≥0°, insbesondere ≤30° und ≥5° eingestellt sein.
[0036] Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung eine mechanisch mattierte Fase,
wobei diese auf ihrer Oberfläche eine mittels einer Prägung eingebrachte Feinstrukturierung
aufweist. Unter einer Feinstrukturierung im Sinne der vorliegenden Erfindung wird
dabei eine Strukturierung mit einer Strukturtiefe in einem Bereich von ≥ 5µm bis ≤
70 µm, vorzugsweise ≥ 10µm bis ≤ 50 µm verstanden. Dementsprechend weisen die mechanisch
mattierten Fase eine Strukturtiefe in zuvor genannten Bereich auf.
[0037] Die erfindungsgemäße Fase kann dabei insbesondere bei beschichteten Paneelen zum
Einsatz kommen, die an mindestens zwei gegenüberliegenden Kanten mit Kopplungsmitteln
versehen sind, die es ermöglichen, zwei solcher Paneele an den jeweiligen Kanten miteinander
zu koppeln, wobei eine Verriegelung sowohl in vertikaler Richtung als auch in horizontaler
Richtung erreicht wird. Bei derartigen Paneelen besteht die Gefahr, dass sich nach
der Montage aufgrund von Änderungen der Umgebungsatmosphäre, beispielsweise Änderungen
der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit, Lücken zwischen den verbundenen Kanten bilden.
Zur Maskierung solcher Lücken kann ein Fase verwendet werden.
[0038] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die mechanisch mattierte
Fase, wobei diese einen Reflektometerwert R` gemäß DIN EN 67530 bei einem Messwinkel
von 85° von ≥30, vorzugsweise ≥20, weiter bevorzugt ≥15, insbesondere ≥10 weist. Es
hat sich gezeigt, dass in diesem Bereich Mattierungen erhalten werden, die das natürliche
optische Erscheinungsbild der Fase unterstützen. Zu diesem Zweck kann die oben genannte
Nutzschicht und/oder Verschleißschutzschicht an der Stelle der Fase einen geringeren
Glanzgrad bzw. Reflektometerwert aufweisen als auf der zentralen Oberfläche des Dekorpaneels
oder zumindest einen Glanzgrad aufweisen, der geringer ist als der des unmittelbar
daran anschließenden Teils der Oberfläche des Dekorpaneels und/oder die vorgenannte
Nutzschicht/Verschleißschutzschicht. Durch einen geringeren Glanzgrad der Oberfläche
des abgesenkten Randbereichs kann eine zusätzliche Tiefenwirkung entstehen, sodass
der abgesenkte Randbereich scheinbar tiefer in die Tiefe reicht, als es tatsächlich
der Fall ist. Vorzugsweise liegt der oben genannte geringere Glanzgrad im Vergleich
zur Mittelfläche bzw. im Vergleich zu einem unmittelbar daran angrenzenden Teil der
Fläche über mindestens 50 % der Länge der jeweiligen Kante, besser noch über im Wesentlichen
die gesamte Länge bzw. deren Länge vor gesamte Länge der jeweiligen Kante.
[0039] Es ist nicht ausgeschlossen, dass die zentrale Oberfläche als solche mehrere Glanzgrade
aufweist. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass der Glanzgrad des abgesenkten
Randbereichs geringer ist als der Glanzgrad eines direkt angrenzenden Abschnitts der
Oberseite des Fußbodenpaneels, und dies vorzugsweise über den größten Teil der Länge
des jeweiligen Rand.
[0040] Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein Dekorpaneel, aufweisen eine
mechanisch mattierte Fase, wobei die Fase auf ihrer Oberfläche eine mittels einer
Prägung eingebrachte Feinstruktur aufweist.
[0041] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Dekorpaneels kann es vorgesehen sein,
dass sich die Fase ausschließlich über die Dicke der Verschleißschutzschicht/Nutzschicht
erstreckt. Insoweit ist in einer solchen Ausgestaltung die Feinstruktur der Fase ausschließlich
in die Verschleißschutzschicht/Nutzschicht eingebracht.
[0042] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist das Dekorpaneel einem Kern
aus einem polymerhaltigen Material auf. Dabei kann es in einer weiteren Ausgestaltung
insbesondere vorgesehen sein, dass die Fase zumindest teilweise in den Kern eingebracht
ist. Insoweit umfasst in einer solchen Ausgestaltung die Feinstruktur zumindest teilweise
auch den im Kantenbereich sichtbaren Teil des Kerns.
[0043] Gemäß der am meisten bevorzugten Ausführungsform ist an mindestens zwei gegenüberliegenden
Kanten des Dekorpaneels ein abgesenkter Kantenbereich mit einem geringeren Glanzgrad
vorgesehen. Im Falle einer rechteckigen länglichen beschichteten Platte betrifft dies
vorzugsweise das Paar langer Kanten. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass ein
solcher abgesenkter Randbereich, mithin eine Fase, an allen Kanten einer rechteckigen
Platte verwendet werden könnte. Im Falle eines länglichen rechteckigen Paneels ist
der Glanzgrad der Fase am Paar langer Kanten vorzugsweise niedriger als der Glanzgrad
der Fase am Paar kurzer Kanten, so dass der abgesenkte Kantenbereich an der Fase des
kurzen Kantenpaars vermittelt den Eindruck, tiefer zu sein scheint, als an der Fase
der langen Kanten. Es ist auch möglich, an einem Kantenpaar, beispielsweise dem Langkantenpaar,
einen Bereich mit erfindungsgemäß mechanisch mattierten Fasen zu verwenden, während
an dem anderen Kantenpaar, beispielsweise dem Kurzkantenpaar, eine Fase verwendet
wird, die nicht mechanisch mattiert wurde.
[0044] Der Glanzgradunterschied zwischen der Fase und der zentralen Deckfläche bzw. einem
direkt an den abgesenkten Randbereich angrenzenden Teil der Deckfläche beträgt vorzugsweise
mindestens 10 Punkte, bestimmt nach DIN 67530.
[0045] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Dekorpaneels weist diese
einen Kern aus einem Mineral-Kunststoff-Komposit-Material auf. Dabei kann als Kunststoffkomponente
des Kerns ein Polypropylen, Polyethylen, Polyethylenterephthalat, und/oder Polyurethan
und als Mineralkomponente des Kerns ein Schichtsilikat, Kreide, Calciumcarbonat, Calciumsulfat,
Magnesiumoxid und/oder Quarz vorgesehen sein. Insbesondere bevorzugt weist das Dekorpaneel
einen Kern aus einem Talkum-Polypropylen, Talkum-Polyethylen, oder Talkum-Polypropylen-Polyethylen
auf. Insbesondere kann es gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein,
dass der Kern des Dekorpaneels frei von PVC ist.
[0046] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Dekorpaneels weist dieses
als Verschleißschutzschicht/Nutzschicht eine Kunststofffolie, insbesondere eine Polypropylen,
Polyethylen, Polypropylen/Polyethylen, Polyurethan oder Polyethylenterephthalat basierte
Folie, auf.
Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Ausgestaltung einer Vorrichtung
100;
Fig. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht der in Fig.1 gezeigten Vorrichtung 100;
Fig. 3 zeigt einen Schnitt in A-A Richtung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung;
Fig. 4 zeigt einen Schnitt in B-B Richtung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung;
Fig. 5 zeigt eine Ausgestaltung einer Prägewalze 200;
Fig. 6 zeigt verschiedene Prägestrukturen 201, 211, 221, 231, 241 für erfindungsgemäß
vorsehbare Prägewalzen 200, 210, 220, 230, 240;
Fig. 7 zeigt beispielhaft ein Dekorpaneel 110; und
Fig. 8 zeigt beispielhaft einen Schnitt durch eine Dekorpaneel 110.
[0047] Fig. 1 zeigt eine Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 zur mechanischen
Mattierung einer Fase an der Kante eines Dekorpanels, aufweisend eine Prägewalze 200,
eine Winkelrichteinheit 300, eine Andruckrichteinheit 500. In der gezeigten Ausgestaltung
der Erfindung weist die Vorrichtung 100 eine Mehrzahl von Prägewalzen 210, 220, 230.
Das Dekorpaneel wird mittels einer Fördereinrichtung in eine Förderrichtung über die
Vorrichtung 100 bewegt. Die Prägewalze 200 weisen auf ihrer Oberfläche eine Prägestruktur
auf. In der gezeigten Ausgestaltung der Vorrichtung 100 können die in Förderrichtung
des Dekorpaneels konsekutiv angeordneten Prägewalzen (200, 210, 220, 230) identische
oder auch unterschiedliche Prägestrukturen aufweisen. Mittels der Winkelrichteinheit
300 sind die Prägewalzen 200, 210, 220, 230 hinsichtlich ihres Relativwinkel α zu
der zu mattierenden Fase ausrichtbar. In der gezeigten Ausgestaltung der Vorrichtung
100 wird die Winkelrichteinheit 300 durch ein statisches Winkelelement gebildet, welches
einen Lagerblock 280 der die Prägewalzen (200, 210, 220, 230) aufnimmt in einem entsprechenden
Winkel zur Lotrechten stellt, so dass der resultierende Winkel relativ zur zu mattierenden
[0048] Fase eingestellt wird. Der Andruck der Prägewalze (200) auf die zu mattierende Fase
ist mittels der Andruckrichteinheit (500) einstellbar.
[0049] Fig. 2 eine perspektivische Ansicht der in Fig.1 gezeigten Vorrichtung 100. Die Vorrichtung
100 lässt sich problemlos in bestehende Profilierungsanlagen für Dekorpaneele integrieren.
Nach einer Profilierung der Kante des Dekorpaneels 100, mittels welcher beispielsweise
Verbindungsprofile in die Kante des Dekorpaneels eingefräst werden, wird das Dekorpaneel
der Vorrichtung 100 zugeführt. Bei Durchlauf durch die Vorrichtung 100 kommt die Fase
an der Kante des Dekorpaneels nacheinander mit den Prägewalzen 200, 210, 220, 230
in Kontakt, welche mittels der auf ihrer Oberfläche vorgesehenen Prägestrukturen Prägemuster
in der Fase der Kante hinterlassen. Der Winkel, in welcher die Prägewalzen 200, 210,
220, 230 zur Kante des Dedkorpaneels und letztendlich zur Fase ausgerichtet sind,
lässt sich durch das Winkelelement 300 einstellen, durch welches der Lagerblock 280,
der die Prägewalzen 200, 210, 220, 230 aufnimmt, relativ zur Lotrechten und somit
auch zur Kante des Dekorpaneels und der Fase aufrichten lässt.
[0050] Fig. 3 zeigt einen Schnitt in A-A Richtung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung 100.
Zu erkennen ist die Winkelrichteinheit 300, mit welcher der Lagerblock 280, welcher
die Prägewalze 200 aufnimmt, relativ zur Lotrechten ausgerichtet werden kann. Hierdurch
lässt sich der Winkel, mit welcher die Prägewalze 200 auf die Fase der Kante des Dekorpaneels
trifft, einstellen. Der Andruck, mit welchem die Prägewalze 200 auf die Fase der Kane
des Dekorpaneels drückt, lässt sich mittels der Andruckrichteinheit 500 einstellen.
[0051] Fig. 4 zeigt einen Schnitt in B-B Richtung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung 100.
Zu erkennen ist die Winkelrichteinheit 300, mit welcher der Lagerblock 280, welcher
die Prägewalze 200 aufnimmt, relativ zur Lotrechten ausgerichtet werden kann. Hierdurch
lässt sich der Winkel, mit welcher die Prägewalze 200 auf die Fase der Kante des Dekorpaneels
trifft, einstellen. Die Lage der Prägewalze 200 relative zu in Förderrichtung vor
oder nach der gezeigten Prägewalze 200 angeordneten weiteren Prägewalzen lässt sich
mittels der Lagerichteinheit 400 einstellen. Hierdurch ist es möglich, einen Versatz
der einzelnen Prägewalzen zueinander einzustellen, so dass die Prägestrukturen der
Prägewalzen versetzt zueinander angeordnete Prägemuster in der Fase hinterlassen,
wodurch sich der Grand der Mattierung in weiten Bereichen einstellen lässt.
[0052] Fig. 5 zeigt eine Ausgestaltung einer Prägewalze 200, wie sie in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 100 vorgesehen seien kann. Die Prägewalte 200 weist auf ihrer Oberfläche
eine Prägestruktur 201 auf, welche, wenn sie mit entsprechendem Andruck auf die Fase
der Kante des Dekorpaneels gepresst werden, in der Oberfläche der Fase ein entsprechendes
Prägemuster hinterlassen.
[0053] Fig. 6 zeigt verschiedene Prägestrukturen 201, 211, 221, 231, 241 für erfindungsgemäß
vorsehbare Prägewalzen 200, 210, 220, 230, 240. Die Prägestruktur kann dabei beispielsweise
ein Rändel-Typ RAA (Rändel mit achsparallelen Rillen) 201, RBL (Linksrändel) 211,
RBR (Rechtsrändel) 221, RGE (Links-Rechtsrändel, Spitzen erhöht (Fischhaut)) 231,
oder RKE (Kreuzrändel, Spitzen erhöht) 241 aufweisen.
[0054] Fig. 7 zeigt beispielhaft ein Dekorpaneel 110. An seiner langen Kante 112 und/oder
seiner kurzen Kante 112a kann das Dekorpaneel 110 eine Fase aufweisen. Um den natürlichen
Eindruck dieser Fase zu verbessern ist es erfindungsgemäß vorgesehen, die Fase mechanisch
durch Einbringung einer Struktur zu mattieren. Durch die eingebrachte Struktur wird
das Licht im Bereich der Fase diffus gebrochen, wodurch ein gegeüber dem nicht strukturieren
Bereich matterer Eindruck entsteht.
[0055] Fig. 8 zeigt beispielhaft einen Schnitt durch eine Dekorpaneel 110. Dabei ist an
der Kante 112 / 112 a eine Fase 111 vorgesehen, Im Bereich der Fase 111 ist die Oberfläche
durch mechanisches Einbringung eines Prägemusters 114 mattiert.
Bezugszeichenliste
[0056]
- 100
- Vorrichtung
- 110
- Dekorpaneel
- 111
- Fase
- 112
- lange Kante
- 112a
- kurze Kante
- 113
- Kern
- 114
- Prägemuster
- 200
- Prägewalze
- 201
- Prägestruktur
- 210
- Prägewalze
- 211
- Prägestruktur
- 220
- Prägewalze
- 221
- Prägestruktur
- 230
- Prägewalze
- 231
- Prägestruktur
- 240
- Prägewalze
- 241
- Prägestruktur
- 280
- Lagerblock
- 300
- Winkelrichteinheit
- 400
- Lagerichteinheit
- 500
- Andruckrichteinheit
1. Vorrichtung (100) zur mechanischen Mattierung einer Fase (111) an der Kante (112)
eines Dekorpanels (110), aufweisend eine Prägewalze (200), eine Winkelrichteinheit
(300), eine Andruckrichteinheit (500), sowie eine Fördereinrichtung (600) zur Förderung
des Dekorpanels (110) in eine Förderrichtung (800), wobei die Prägewalze (200) auf
ihrer Oberfläche eine Prägestruktur (201) aufweist, wobei die Prägewalze (200) mittels
der Winkelrichteinheit (300) hinsichtlich ihres Relativwinkel α zu der zu mattierenden
Fase ausrichtbar ist und wobei der Andruck der Prägewalze (200) auf die zu mattierende
Fase mittels der Andruckrichteinheit (500) einstellbar ist.
2. Vorrichtung (100) gemäß Anspruch 1, wobei die Vorrichtung eine Mehrzahl von in Förderrichtung
(800) hintereinander angeordneten Prägewälzen (200, 210, 220, 230, 240) aufweist.
3. Vorrichtung (100) gemäß Anspruch 2, wobei die Vorrichtung den jeweiligen Prägewalzen
(200, 210, 220) separat zugeordnete Winkelrichteinheiten (300) aufweist.
4. Vorrichtung (100) gemäß Anspruch 2 oder 3, wobei die Vorrichtung den jeweiligen Prägewalzen
(200, 210, 220) separat zugeordnete Lagerichteinheiten (400) aufweist und die Prägewalzen
(200, 210, 220, 230, 240) mittels der Lagerichteinheiten (400) hinsichtlich ihres
Versatzes (V) zueinander ausrichtbar sind.
5. Vorrichtung (100) gemäß Anspruch 2 bis 4, wobei die Vorrichtung den jeweiligen Prägewalzen
(200, 210, 220, 230, 240) separat zugeordnete Andruckrichteinheiten (500) aufweist
und die Prägewalzen (200, 210, 220, 230, 240) mittels der Andruckrichteinheiten (500,
510, 520) hinsichtlich ihres Andruckes auf die zu mattierende Fase (111) separat einstellbar
sind.
6. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei die Prägewalzen (200, 210, 220,
230, 240) unterschiedliche Prägestrukturen (201, 211, 221, 231, 241) aufweisen.
7. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Winkelrichteinheit
(300) und/oder die Lagerichteinheit (400) und/oder die Andruckrichteinheit (500) einen
Stellmotor ausweist, welcher signaltechnisch mit einer zentralen Steuerungseinheit
verbunden ist.
8. Vorrichtung gemäß Anspruch 7, wobei die Steuerungseinrichtung mit einem optischen
Sensor verbunden ist, welcher dazu eingerichtet ist, den Wert R` der Mattierung der
mechanisch mattierten Faser zu erfassen und wobei die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet
ist, in Abhängigkeit der über den optischen Sensor ermittelten Stärke der Mattierung
Steuerungssignale an die Stellmotoren der Winkelrichteinheit (300) und/oder der Lagerichteinheit
(400) und/oder Andruckrichteinheiten (500) auszugeben, mit der Maßgabe, dass durch
Veränderung der Lage der Prägewalzen relativ zueinander und/oder zur zu mattierenden
Fase (111) und/oder durch Veränderung des Andruckes auf die zu mattierende Fase (111)
die erzeugte Mattierung einem vorgebbaren R` Wert entspricht.
9. Verfahren zur mechanischen Mattierung einer Fase (111) an der Kante (112) eines Dekorpanels
(110), aufweisend die Verfahrensschritte:
a) Zuführen eines Dekorpaneels zu einer Vorrichtung (100) gemäß einer der Ansprüche
1 bis 8;
b) Kontaktieren der Fase (111) mit einer ersten Prägewalze (200), wobei die Prägewalze
(200) hinsichtlich ihres Relativwinkel α zu der zu mattierenden Fase ausrichtbar ist
und wobei der Andruck der Prägewalze (200) auf die zu mattierende Fase mittels der
Andruckrichteinheit (500) einstellbar ist;
c) Optionales Kontaktieren der Fase (111) mit wenigstens einer zweiten Prägewalze
(210, 220, 230);
wobei der Relativwinkel α und/oder der Andruck und/oder der Versatz V mit der Maßgabe
eingestellt wird, dass die erhaltene Mattierung einem vorgegebenen Mattierungswert
entspricht.
10. Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei die Einstellung des Relativwinkel α und/oder des
Andrucks mittels eines Stellmotors erfolgt, wobei der Stellmotor signaltechnisch mit
einer zentralen Steuerungseinrichtung verbunden ist, wobei die Steuerungseinrichtung
wiederum mit einem optischen Sensor verbunden ist, welcher dazu eingerichtet ist,
die Stärke der Mattierung der mechanisch mattierten Fasen (111) zu erfassen und wobei
die Steuerungseinrichtung in Abhängigkeit der über den optischen Sensor ermittelten
Stärke der Mattierung Steuerungssignale an die Stellmotoren der Winkelrichteinheit
(300) und/oder der Lagerichteinheit (400) und/oder Andruckrichteinheiten (500) ausgibt,
mit der Maßgabe, dass durch Veränderung die Lage der Prägewalzen (200, 210, 220, 230)
relativ zueinander und/oder zur zu mattierenden Fase (111) und/oder durch Veränderung
des Andruckes auf die zu mattierende Fase (111) die erzeugte Mattierung einer vorgegebenen
Stärke entspricht.
11. Mechanisch mattierte Fase, wobei diese auf ihrer Oberfläche eine mittels einer Prägung
eingebrachte Feinstrukturierung aufweist.
12. Mechanisch mattierte Fase, wobei diese einen Reflektometerwert R` gemäß DIN EN 67530
bei einem Messwinkel von 85° von ≥30, vorzugsweise ≥20, weiter bevorzugt ≥15, insbesondere
≥10 aufweist.
13. Dekorpaneel, aufweisen eine mechanisch mattierte Fase (111), wobei die Fase (111)
auf ihrer Oberfläche eine mittels einer Prägung eingebrachte Feinstruktur aufweist.
14. Dekorpaneel gemäß Anspruch 13, wobei die mittel Prägung eingebrachte Feinstruktur
eine Strukturtiefe in einem Bereich von ≥ 5µm bis ≤ 70 µm, vorzugsweise ≥ 10µm bis
≤ 50 µm µm aufweist.
15. Dekorpaneel gemäß einem der Ansprüche 13 oder 14, wobei das Dekorpaneel einem Kern
aus einem polymerhaltigen Material aufweist und wobei die Fase (111) zumindest teilweise
in den Kern eingebracht ist.