[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn
mit mindestens zwei Lagen, wobei eine erste Lage durch Langfasern und eine zweite
Lage durch Kurzfasern gebildet ist. Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung
zum Durchführen eines solchen Verfahrens.
[0002] Derartige Verbundvlieswarenbahn dienen beispielsweise zur Herstellung von Feuchttüchern.
Derartige Feuchttücher werden heutzutage in unterschiedlichen Bereichen angewendet,
beispielsweise als Pflegetuch für Babys, Hygieneartikel für Erwachsene, Desinfiziertücher,
aber auch Reinigungstücher für Oberflächen, Fahrzeuge oder andere Produkte. Es bestehen
daher nicht nur im Hinblick an die Qualität sondern auch an die Herstellungskosten
solcher Feuchttücher sehr unterschiedliche Anforderungen. So sollten Pflegetücher
und Hygieneartikel besonders weich und qualitativ hochwertig sein, wodurch mittlere
bis höhere Herstellungskosten akzeptabel sind. Dagegen werden an Feuchttücher zur
Reinigung zum Teil deutlich abweichende Anforderungen gestellt, insbesondere primär
geringe Herstellungskosten.
[0003] Es sind verschiedene solcher Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Verbundvlieswarenbahnen
bekannt, wobei die Herstellung in der Regel in einer Fertigungslinie mit mehreren
hintereinander gelagerten, die einzelnen Arbeitsschritte durchführenden Einrichtungen
erfolgt. Hierbei wird in der Regel jede Lage von Fasern nacheinander zu einer Warenbahn
gebildet bzw. auf eine solche aufgebracht und mit dieser verbunden.
[0004] Bei den meisten Verfahren und Vorrichtungen wird die auf die erste Lage aufzubringende
zweite Lage üblicherweise mithilfe eines Formers separat hergestellt und insbesondere
als vorentwässerte Warenbahn mit einem Trockengehalt von in der Regel mehr als 30%
auf die ebenfalls als Warenbahn ausgebildete und/oder aus Langfasern, wie den kontinuierlichen
Fäden des "Spunbond-Typs", bestehende erste Lage aufgelegt, in der Regel in einem
Trockenverfahren oder Luftverfahren. Ein weiterer bekannter Stoffauflauf ist der Schrägsiebstoffauflauf.
Mittels eines solchen Schrägsiebstoffauflaufs kann insbesondere eine vorteilhafte
breitflächige Verteilung der einzelnen Kurzfasern und folglich ein besonders hoher
Verschlingungsgrad der Fasern erreicht werden.
[0005] Solche Schrägsiebstoffaufläufe sind jedoch relativ komplex und aufwendig aufgebaut,
benötigen relativ viel Platz und sind dadurch relativ kostenintensiv in der Herstellung,
Montage und im Betrieb.
[0006] Es sei noch darauf hingewiesen, dass vorliegend unter der Langfaser insbesondere
eine im Vergleich zur Kurzfaser relativ lange Faser zu verstehen ist, insbesondere
eine Kunst- und/oder Synthetikfaser. Solche Langfasern können beispielsweise eine
Länge zwischen 10 und 150mm aufweisen, besonders bevorzugt zwischen 30 und 40mm. Alternativ
können als Langfasern auch Endlosfilamente vorgesehen sein, wie bei den Fäden des
Spunbond-Typs. Unter der Kurzfaser ist insbesondere eine im Vergleich zur Langfaser
relativ kurze Faser zu verstehen. Solche Kurzfasern können beispielsweise eine Länge
zwischen 0,2 und 9mm aufweisen. Insbesondere kann die zweite Lage aus einer wässrigen
Dispersion, umfassend dispergierte Naturfasern, Recyclingfasern, wie Altpapier, künstlich
hergestellte Fasern und Mischungen solcher Fasern, gebildet sein. Wenn im Folgenden
also von Kurzfasern die Rede ist, kann hierunter gleichfalls auch eine die Kurzfasern
umfassende wässrigen Dispersion verstanden werden.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn
zur Ausräumung zumindest eines der oben genannten Nachteile zu verbessern, insbesondere
die Herstellungskosten einer solchen Warenbahn zu senken.
[0008] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 1, durch ein Verfahren des Anspruchs 2 sowie durch eine Vorrichtung mit
den Merkmalen des Anspruchs 10 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
11. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen,
der Beschreibung sowie den Figuren offenbart.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren ist ein Verfahren zur Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn
mit mindestens zwei Lagen, wobei eine erste Lage durch Langfasern und eine zweite
Lage durch Kurzfasern gebildet ist. In einer Fertigungslinie werden die Kurzfasern
durch einen Stoffauflauf mit einem Rund- oder Querstromverteiler und mit rotierendem
oder statischem Turbolenzerzeuger zu der zweiten Lage gelegt. Die zweite Lage wird
auf die erste Lage aufgebracht. Vor dem Aufbringen der zweiten Lage erfolgt ein Dispergieren
der Kurzfasern zur Bildung einer wässrigen Dispersion. Nach dem Aufbringen der wässrigen
Dispersion auf die erste Lage erfolgt ein Wasserentzug aus der entstandenen zweiten
Lage durch ein Siebband sowie eine darunter befindliche Wasseraufnahme durch ein aktives
Abpumpen bzw. Ansaugen an der Unterseite des Siebbandes um die zweite Lage mit einer
zur ersten Lage hinwirkenden, zusätzlichen Kraftkomponente zu beaufschlagen. Anschließend
erfolgt eine erste Wasserstrahlverfestigung der Lagen bei einem Anliegen an dem Siebband
und eine nachgelagerte zweite Wasserstrahlverfestigung bei einem Anliegen an einer
Trommel. Alternativ erfolgt nach dem Aufbringen der wässrigen Dispersion auf die erste
Lage ein Wasserentzug aus der entstandenen zweiten Lage durch ein erstes Siebband
sowie eine darunter befindliche Wasseraufnahme durch ein aktives Abpumpen bzw. Ansaugen
an der Unterseite des ersten Siebbandes, um die zweite Lage mit einer zur ersten Lage
hinwirkenden, zusätzlichen Kraftkomponente zu beaufschlagen. Anschließend erfolgt
eine erste Wasserstrahlverfestigung der Lagen bei einem Anliegen an einem zweiten
Siebband und eine nachgelagerte zweite Wasserstrahlverfestigung bei einem Anliegen
an einer Trommel.
[0010] Ein weiterer Gegenstand zur Lösung der eingangs formulierten Aufgabe ist ein Verfahren
zur Herstellung von Verbundvlieswarenbahnen. Das Verfahren sieht vor, dass in einer
Fertigungslinie die Kurzfasern in einem Nasslegeprozess durch einen Stoffauflauf mit
einem Rund- oder Querstromverteiler in Kombination mit einem rotierenden und/oder
statischen Turbolenzerzeuger auf die erste Lage aufgebracht werden. Ein solcher Stoffauflauf
kann beispielsweise ein sogenannter Lochwalzenstoffauflauf sein. Hierbei kann insbesondere
die Lochwalze einen rotierenden Turbulenzerzeuger bilden. Alternativ kann der Stoffauflauf
einen statischen Turbulenzerzeuger aufweisen, insbesondere einen Diffusorblock. Es
hat sich überraschenderweise gezeigt, dass insbesondere durch die Anordnung eines
solchen Stoffauflauf mit rotierendem oder statischem Turbolenzerzeuger, insbesondere
eines Lochwalzenstoffauflaufs, die Erzeugung der zweiten Lage, insbesondere das Aufbringen
einer zweiten Lage auf die erste Lage, in besonders einfacher und effizienter Weise
erfolgen kann, sodass die Herstellung der Verbundvlieswarenbahn besonders kostengünstig
erfolgen kann. Der Stoffauflauf mit rotierendem Turbulenzerzeuger kann dazu insbesondere
als ein offener Stoffauflauf ausgebildet sein. Hierbei können die aufzubringenden
Kurzfasern, insbesondere eine die Kurzfasern umfassende wässrige Dispersion, über
einen Auslaufspalt auf die erste Lage aufgetragen werden, wobei die erste Lage unterhalb
des Stoffauflaufs, insbesondere des Lochwalzenstoffauflaufs, in einer Förderrichtung
bevorzugt kontinuierlich transportiert wird. Alternativ kann ein geschlossener Stoffauflauf
insbesondere mit statischem Turbulenzerzeuger vorgesehen sein, wodurch höhere Geschwindigkeiten
gefahren werden können. Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass für den Einsatz
in dem erfindungsgemäßen Verfahren bei Produktionsgeschwindigkeiten bis zu 100 m/min
ein rotierender Turbulenzerzeuger, bei Produktionsgeschwindigkeiten von über 100 m/min
ein statischer Turbulenzerzeuger besonders geeignet ist. Ferner kann der Stoffauflauf
einseitig angeströmt werden. Die flächenbezogenen Masse der ersten Lage kann hierbei
zwischen 10 und 80 g/m
2 betragen. Die erste Lage wird beim Passieren des Stoffauflaufs besonders bevorzugt
auf einem Siebband, weiterhin bevorzugt auf dessen Oberfläche transportiert, sodass
überschüssiges Wasser der Dispersion der zweiten Lage unmittelbar unterhalb und/oder
in Produktionsrichtungsrichtung nach dem Stoffauflauf abgeführt werden kann. Dies
kann beispielsweise durch ein Absaugen erfolgen. Nach dem Aufbringen der zweiten Lage
kann eine Nassverfestigung, beispielsweise ebenfalls auf einem Siebband oder auf einem
Zylinder bzw. einer Trommel, erfolgen. Bei der hergestellten Verbundvlieswarenbahnen
kann es vorgesehen sein, dass die erste Lage zwischen 20 und 80 Gewichtsprozent des
Verbundstoffes ausmacht. Entsprechend kann die zweite Lage ebenfalls zwischen 20 und
80 Gewichtsprozent des Verbundstoffes ausmachen.
[0011] Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren mindestens
eine erste Lage mit einem Flächengewicht zwischen 10 g/m
2 und 80g/m
2 und mindestens eine zweite Lage mit einem Flächengewicht zwischen 5-100 g/m
2 in einem sehr weiten Produktionsgeschwindigkeitsbereich von 50 m/min bis zu 500 m/min
zu der Verbundvlieswarenbahn zusammenbringbar sind, wenn die Unterkante des Auslaufspaltes
des Stoffauflaufs des Nasslegeprozesses zwischen einem Höhenniveau des Siebbandes
und einem Höhenniveau bis zu 150 mm oberhalb des Siebbandes und/oder unter einem Abgabewinkel
von -20° bis +20° zu der zur Oberfläche des Siebbandes senkrechten Richtung erfolgt.
Denn durch Veränderung des Höhenniveaus und/oder des Abgabewinkels lassen sich bspw.
der örtliche Bereich, in dem die zweite Lage auf die erste Lage aufgebracht wird,
sowie der hier in die erste Lage eingetragene Impuls bzw. die hier eingetragene Energie
derart an die jeweilige Verfahrensbedingungen und ersten und zweiten Lagen anpassen,
dass die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugte Verbundvliesfaserbahn besonders
gleichmäßige Eigenschaften aufweist. Insbesondere können Höhenniveau und Abgabewinkel
des Nasslegeprozesses so eingestellt werden, dass eine Strukturveränderung der ersten
Lage durch das Auftreffen der zweiten Lage verhindert wird.
[0012] Erfindungsgemäß wird in Produktionsrichtung nach dem Nasslegeprozess zusätzlich Wasser
der Dispersion abgesaugt, um die zweite Lage mit einer zur ersten Lage hinwirkenden,
zusätzlichen Kraftkomponente zu beaufschlagen. Dieses Absaugen erfolgt unterhalb des
Siebbandes, bspw. unter Verwendung von Flauchsaugern, Foilleisten oder ähnlichen Absaugvorrichtungen,
die vorzugsweise ein gleichmäßiges Absaugen von Wasser quer zur Produktionsrichtung
ermöglichen. Vorzugsweise können diese Absaugvorrichtungen hinsichtlich des Höhenniveaus
Ihrer Absaugung und des Absaugwinkels, jeweils relativ zum Siebband, variiert werden.
Weiterhin lassen sich diese Entwässerungsvorrichtungen hinsichtlich ihres Abstandes
zum Stoffauslauf auch in Maschinenrichtung variieren. Weiterhin bevorzugt können die
Absaugvorrichtungen als Schwerkraftentwässerer, bei welchen auf das Wasser lediglich
die Schwerkraft wirkt, oder als Unterdruckentwässerer, die das Wasser mit einem Unterdruck
von bis zu 800mbar Absolutdruck absaugen, ausgebildet sein.
[0013] Die erste Lage kann eine Einzellage von Langfasern umfassen, die in einem einzigen
Verfahrensschritt hergestellt worden ist.
[0014] Die erste Lage kann jedoch auch zwei oder mehrere Schichten von Langfasern umfassen,
die in zwei oder mehreren separaten Verfahrensschritten hergestellt und anschließend
miteinander verbunden werden. Beispielsweise kann die erste Lage eine erste Schicht,
die mit Hilfe eines ersten Kardierverfahrens hergestellt wird, und eine zweite Schicht,
die mit Hilfe eines zweiten Kardierverfahrens auf die erste Schicht aufgebracht und
mit dieser verbunden wird, umfassen.
[0015] Ebenso können die die zweite Lage bildenden Kurzfasern in einer einzigen oder in
zwei oder mehreren Schichten auf die erste Lage aufgebracht werden.
[0016] Vorzugsweise passieren die Kurzfasern bei dem Nasslegeprozess einen Spalt des Stoffauflaufs.
Dieser Spalt kann insbesondere zumindest teilweise durch eine Lochwalze gebildet bzw.
begrenzt sein. Dadurch ist eine besonders einfache und breitflächige Verteilung der
Kurzfasern ermöglicht.
[0017] Vorzugsweise wird vor dem Aufbringen der zweiten Lage die erste Lage durch ein Abwickeln
einer Vliesbahn oder durch ein Kardierverfahren hergestellt. Dadurch kann eine besonders
hohe Festigkeit des Verbundvliesstoffes erreicht werden. Das Kardieren der ersten
Lage kann insbesondere unmittelbar vor dem Aufbringen der zweiten Lage erfolgen, insbesondere
online in derselben Fertigungslinie. Die erste Lage kann folglich insbesondere ein
Krempelvlies darstellen.
[0018] Umfasst die erste Lage mehrere, beispielsweise zwei Schichten, so kann jede ein Krempelvlies
umfassen. Jede dieser Schichten wird dann auch als Carde ("C") bezeichnet. Umfasst
die Verbundvlieswarenbahn eine einzige zweite Lage, die auch als Pulp ("P") bezeichnet
wird, so würde man die Verbundvlieswarenbahn auch "CCP" bezeichnen.
[0019] Ebenfalls ist es denkbar und im Rahmen der Erfindung, eine Schicht der ersten Lage
durch ein Kardierverfahren herzustellen, d.h. als Carde auszubilden, und eine zweite
Schicht der ersten Lage durch ein Spunbondverfahren herzustellen, die dann dementsprechend
auch mit "S" bezeichnet wird. Auch Verfahren zur Herstellung von Verbundvlieswarenbahnen
bspw. eines "CSP"-, "SCP"- oder "SSP"-Typs sind daher von der Erfindung erfasst.
[0020] Vorzugsweise erfolgt - insbesondere unmittelbar - vor dem Aufbringen der zweiten
Lage eine Vorverfestigung der ersten Lage. Das Vorverfestigen kann insbesondere auf
einem Siebband erfolgen. Die Vorverfestigung erfolgt insbesondere durch einen Wasserstrahl.
Hierzu kann eine für diesen Anwendungsfall an sich bekannte hydrodynamische Vernadelung
bzw. Verwirbelung, insbesondere eine Wasserdüse, angewendet werden.
[0021] Vorzugsweise erfolgt vor dem Aufbringen der zweiten Lage ein Dispergieren der Kurzfasern
zur Bildung einer wässrigen Dispersion. Die Dispersion kann den Fasern im Verlauf
von mehreren Minuten plastische Eigenschaften verleihen, wodurch der Wirkungsgrad
der Verschlingung durch Wasserstrahlen optimiert werden kann, wenn die Dispersion
auf die erste Lage aufgetragen wird.
[0022] Vorzugsweise erfolgt - insbesondere unmittelbar - nach dem Aufbringen der zweiten
Lage mindestens ein Kompaktieren der mindestens zwei Lagen. Hierbei kann insbesondere
gleichzeitig eine Wasserentnahme aus der zweiten Lage stattfinden, insbesondere ein
Abfiltrieren des überschüssigen Wassers durch die untere Lage. Ferner findet ein Schritt
zum Verschlingen der Naturfasern der zweiten Lage mittels einer Wasserstrahleinrichtung
statt. Das Verschlingen der Fasern erfolgt auf einem Siebband. Hierzu kann wiederum
eine für diesen Anwendungsfall an sich bekannte Wasserdüse verwendet werden.
[0023] Erfindungsgemäß erfolgt nach dem Aufbringen der zweiten Lage - insbesondere unmittelbar
nach dem Kompaktieren - mindestens ein Verschlingen der Kurzfasern der zweiten Lage
- besonders bevorzugt ausschließlich - untereinander und/oder mit den Langfasern der
ersten Lage mittels einer Wasserstrahlverfestigung.
[0024] Die Wasserstrahlverfestigung kann bei einem Aufliegen der mindestens einen Lage auf
einem Siebband oder bei einem Anliegen mindestens einer Lage an einer Trommel erfolgen.
Erfindungsgemäß ist nach einer ersten Alternative vorgesehen, dass eine erste Wasserstrahlverfestigung
der Lagen bei einem Anliegen an einem Siebband und eine nachgelagerte zweite Wasserstrahlverfestigung
bei einem Anliegen an einer Trommel erfolgen. Für diese und sämtliche nachfolgend
genannten Wasserstrahlverfestigungen kann wiederum eine für diesen Anwendungsfall
an sich bekannte Wasserdüse verwendet werden.
[0025] Überraschender Weise hat sich gezeigt, dass eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn, deren erste Lage lediglich
eine oder mehrere C-Schichten und deren zweite Lage eine oder mehrere P-Schichten
umfasst, auch für Produktionsgeschwindigkeiten von höher 100 m/min und für Flächengewichte
der ersten Lage von 25 g/m
2 oder kleiner besonders geeignet ist, wenn es die folgenden Verfahrensschritte umfasst:
- Kardieren und/oder Vorverfestigung der ersten Lage,
- Befeuchten und Fixieren der ersten Lage auf einem Siebband, sowie
- Zusammenbringen der ersten und der zweiten Lage sowie initiale hydrodynamische Verfestigung
beider Lagen
vor einem Transfer der beiden Lagen zu weiteren Prozessschritten erfolgt. Vorzugsweise
erfolgt nach dem Aufbringen der zweiten Lage - insbesondere nach der Wasserstrahlverfestigung
- zumindest ein Trocknen und ein anschließendes Aufrollen der erhaltenen Verbundvlieswarenbahn.
[0026] Vorzugsweise bildet die erste Lage eine untere Lage und die zweite Lage eine obere
Lage, oder die zweite Lage bildet eine mittlere Lage und die erste Lage jeweils eine
obere und eine untere Lage. Bei der zuletzt genannten Ausgestaltung ist die zweite
Lage, das heißt die Kurzfasern, insbesondere zwischen den beiden ersten Lagen, das
heißt den Langfasern, angeordnet. Es sollte hierbei deutlich sein, dass die obere
Lage und die untere Lage nicht zwangsläufig gleichartig sein müssen, insbesondere
nicht in einem zeitlich vorgelagerten Stadium dieselbe Lage sein müssen. Vielmehr
können die obere erste Lage und die untere erste Lage unterschiedlich aufgebaut und
insbesondere separat hergestellt werden.
[0027] Die Langfasern können aus der Gruppe der Kunst- und/oder Synthetikfasern ausgewählt
sein, insbesondere aus Viskose-, Polyester-, Polypropylen-, Polyamid-, Polyacryl-,
Polyvinylalkohol- und Polyethylenfasern als solche oder als Gemisch. Auch können natürliche
Fasern Verwendung finden, beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe der Baumwoll-,
Hanf-, Flachs-, Jute-, oder Bambusfasern, als solche oder als Gemisch, auch mit der
solchen aus der Gruppe der Kunst- und/oder Synthetikfasern. Darüber hinaus können
auch Fasern aus Biopolymeren, bspw. Polyactid oder Polyhydroxybutryrat https://de.wikipedia.org/wiki/Polyhydroxybutyrat,
als solche oder als Gemisch, auch mit solchen aus der Gruppe der Kunst- und/oder Synthetikfasern
und/oder natürlichen Fasern, Verwendung finden.
[0028] Besonders bevorzugt beträgt die Konzentration der Kurzfasern in dem Stoffauflauf
mit rotierendem oder statischem Turbolenzerzeuger zwischen 0,5 und 10 Gramm/Liter.
[0029] Vorzugsweise erfolgt das Vorverfestigen der ersten Lage, der Nasslegeprozess der
zweiten Lage und das Komprimieren der mindestens zwei Lagen auf einem gemeinsamen,
ersten Siebband, und anschließend eine Wasserstrahlverfestigung - in einer ersten
Ausführung der Erfindung zudem ausschließlich - bei einem Anliegen der Lagen an einer
Trommel.
[0030] In einer weiteren Ausführung der Erfindung erfolgt das Vorverfestigen der ersten
Lage, der Nasslegeprozess der zweiten Lage und das Komprimieren der mindestens zwei
Lagen auf einem ersten Siebband, und anschließend eine erste Wasserstrahlverfestigung
bei einem Aufliegen der Lagen auf dem ersten Siebband oder auf einem separat ausgebildeten
zweiten Siebband, und eine zweite Wasserstrahlverfestigung bei einem Anliegen der
Lagen an einer Trommel. Bei der zuletzt genannten Ausführung, bei der die erste Wasserstrahlverfestigung
auf dem separat ausgebildeten zweiten Siebband und die zweite Wasserstrahlverfestigung
an einer Trommel stattfindet, liegt ein Vorteil insbesondere in der prozesstechnischen
Entkopplung des Nasslegeverfahrens von dem Wasserstrahlverfestigungsverfahren.
[0031] So kann sich die Charakteristik von Formier- und Wasserstrahlverfestigungssieben
sich signifikant unterscheiden. Durch eine Trennung dieser beiden Schritte kann somit
der Prozess insbesondere energieeffizienter, insbesondere mit weniger Wasser- und
Faserverlusten, und genauer steuerbar gestaltet werden. Insbesondere bewirkt die Trennung
der Wasserkreisläufe, insbesondere des Formierbereichs und der Wasserstrahlverfestigung,
die Möglichkeit eines je nach Anforderung gestellten, individuellen Betriebs der einzelnen
Kreisläufe.
[0032] In einer weiteren Ausführung der Erfindung, insbesondere zur Herstellung einer dreilagigen
Verbundvliesstoffwarenbahn, wird nach dem Aufbringen der zweiten Lage auf die erste
Lage, insbesondere nach einem Komprimieren der beiden Lagen und insbesondere vor einer
Wasserstrahlverfestigung, eine zusätzliche erste Lage auf die zweite Lage mittels
eines zusätzlichen Kardierens, oder Abwickeln einer Rollenwarenbahn, aufgebracht wird.
Die hierzu erforderliche zweite Kardiereinheit bzw. Abwickelvorrichtung ist dabei
in die Fertigungslinie integriert. Dadurch kann die zweite erste Lage insbesondere
kontinuierlich auf die bereits hergestellten Lagen aufgetragen werden. Auf diese Weise
ist es möglich, Verbundvliesstoffwarenbahn beispielsweise des Aufbaus CPC, SPC, oder
SPS herzustellen.
[0033] Alternativ zu nennen ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei
der die erste Lage durch ein Kardierverfahren hergestellt, d.h. als C-Lage ausgebildet.
Die C-Lage kann aus Zweikomponentenfasern bestehen oder Zweikomponentenfasern umfassen.
Unter Zweikomponentenfasern sind solche Fasern zu verstehen, bei denen zumindest eine
Komponente thermoplastische Eigenschaften aufweist. Die C-Lage kann auch aus Einkomponentenfasern
bestehen, von denen zumindest ein Teil thermoplastische Eigenschaften aufweist.
[0034] Das Kardierverfahren umfasst vorzugsweise einen Verfahrensschritt des Luft-Durchbondierens,
bevor in einem weiteren Verfahrensschritt die zweite Lage auf die erste Lage aufgebracht
wird. Beim Luft-Durchbondieren werden die Fasern der ersten Lage so mit erwärmter
Luft beaufschlagt, dass die Fasern zumindest teilweise in Bereichen, in denen sie
aneinander liegen, miteinander verschmelzen/verkleben.
[0035] Der weitere Verfahrensschritt umfasst vorzugsweise eine Wasserstrahlverfestigung
zur Kompaktierung und/oder Verbindung der zweiten Lage mit der ersten Lage.
[0036] Die Verfahrensschritte des Kardierens, insbesondere des Luft-Durchbondierens und
des Kompaktierens und Verbindens, insbesondere des Wasserstrahlverfestigens, können
inline, d.h. in einer gemeinsamen Produktionslinie erfolgen.
[0037] Es ist aber ebenfalls möglich, die beiden vorgenannten Verfahrensschritte offline,
d.h. in separaten Produktionslinien durchzuführen. In diesem Fall kann die erste Lage
bspw. im Wege des Durchbondierens hergestellt, aufgerollt, transportiert und dann
zum Aufbringen der zweiten Lage abgewickelt werden. Mit dieser Verfahrensweise ist
insbesondere die Herstellung von besonders dicken und gut saugenden, zweilagigen Verbundvliesstoffwarenbahn
möglich, die insbesondere zur Herstellung von Hygieneartikeln geeignet sind.
[0038] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung einer Verbundvliesstoffwarenbahn
ist dadurch gekennzeichnet, dass in einer Fertigungslinie mindestens eine Fördereinrichtung
zum Transportieren mindestens der ersten Lage in eine Förderrichtung und ein oberhalb
dieser Fördereinrichtung angeordneter Stoffauflauf mit einem rotierenden und/oder
statischen Turbolenzerzeuger, insbesondere ein Lochwalzenstoffauflauf oder Stoffauflauf
mit Diffusorblock, zum Aufbringen der Kurzfasern bzw. Dispersion aus Kurzfasern auf
die erste Lage zum Herstellen der zweiten Lage angeordnet ist. Durch die Anordnung
eines solchen Stoffauflaufs können insbesondere die Herstellungskosten einer solchen
Warenbahn deutlich reduziert werden. Insbesondere kann eine relativ platzsparende
und sowohl in der Herstellung als auch in der Montage, als auch im Betrieb relativ
kostengünstige Anlage bereitgestellt werden. Durch die Anordnung des Stoffauflaufs
oberhalb der Fördereinrichtung kann bereits unmittelbar unterhalb des Stoffauflaufs
Flüssigkeit aus der zweiten Lage entnommen, insbesondere durch die kardierte und vorverfestigtes
Langfaserlage entwässert, werden, und hierdurch in einem Kreislauf in besonders effektiver
Weise dem Stoffauflauf wieder zurückgeführt werden. Die Fördereinrichtung ist insbesondere
derart ausgestaltet, dass die Verbundvlieswarenband von einem Anfang der Fertigungslinie
bis zu einem Ende der Fertigungslinie transportiert werden kann. Dazu kann die Vorrichtung
mehrere Förderleistungen umfassen, wie beispielsweise Transportbänder, Antriebswalzen,
Umlenkrollen, Prägewalzen und/oder Trommeln. Die vorliegend in Rede stehende Fördereinrichtung,
oberhalb derer der Stoffauflauf angeordnet ist, kann beispielsweise als ein Siebband
ausgebildet sein.
[0039] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass in Förderrichtung nach dem Stoffauflauf durch
ein Siebband sowie eine darunter befindliche Wasseraufnahme durch ein aktives Abpumpen
bzw. Ansaugen an der Unterseite des Siebbandes ein Wasserentzug aus der entstandenen
zweiten Lage erfolgt. Eine erste Wasserstrahlverfestigungseinrichtung zum Verschlingen
der Kurzfasern der zweiten Lage untereinander und eine zweite Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
zum Verschlingen der Kurzfasern der zweiten Lage mit den Langfasern der ersten Lage
sind hiernach angeordnet.
[0040] Vorzugsweise sind in Förderrichtung vor und/oder nach dem Stoffauflauf eine oder
mehrere Kardiereinheiten vorzugsweise mit rotierendem oder statischem Turbolenzerzeuger
zum Herstellen der ersten Lage angeordnet. Dadurch kann die erste Lage insbesondere
als ein Krempelvlies ausgebildet sein.
[0041] Vorzugsweise umfasst die Fördereinrichtung ein erstes Siebband, wobei der Stoffauflauf
bevorzugt oberhalb dieses ersten Siebbands angeordnet ist. Das erste Siebband kann
insbesondere als ein Formiersieb ausgebildet sein. Das erste Siebband dient insbesondere
für eine besonders effektive Entwässerung der Suspension durch die Siebauflage. Ferner
kann dadurch der gesamte Wasserhaushalt der Anlage verbessert und folglich die zum
Betreiben der Anlage verbundenen Kosten reduziert werden.
[0042] Vorzugsweise erstreckt sich das erste Siebband mit einem Abschnitt sowohl unterhalb
des Stoffauflaufs als auch unterhalb mindestens einer Wasserstrahlverfestigungseinrichtung.
[0043] In einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die insbesondere zur
Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn, deren erste Lage lediglich eine oder mehrere
C-Schichten und deren zweite Lage eine oder mehrere P-Schichten umfasst, auch für
Produktionsgeschwindigkeiten von höher 100m/min und für Flächengewichte der ersten
Lage von 25 g/m
2 oder größer besonders geeignet ist, ist in Förderrichtung nach dem Stoffauflauf ein
erstes Siebband vorgesehen, auf welchem Vorverfestigung, Befeuchten und Fixieren der
ersten Lage erfolgt. In Produktionsrichtung dahinter ist ein zweites Siebband vorgesehen,
auf dem ein Zusammenbringen der ersten und der zweiten Lage sowie eine initiale hydrodynamische
Verfestigung beider Lagen vor einem Transfer der beiden Lagen zu weiteren Prozessschritten
erfolgt.
[0044] In einer anderen Ausführung der Erfindung ist in Förderrichtung nach dem Stoffauflauf
eine zweite Wasserstrahleinrichtung zum Kompaktieren mindestens der ersten und zweiten
Lage, eine erste Wasserstrahlverfestigungseinrichtung zum Verschlingen der Kurzfasern
der zweiten Lage untereinander und/oder eine zweite Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
zum Verschlingen der Kurzfasern der zweiten Lage mit den Langfasern der ersten Lage
angeordnet. Bevorzugt ist dabei die zweite Wasserstrahleinrichtung zum Kompaktieren
der Lagen oberhalb einer ersten Fördereinrichtung zum Transportieren der Warenbahn,
wie dem ersten Siebband, und die erste Wasserstrahlverfestigungseinrichtung oberhalb
einer separaten zweiten Fördereinrichtung zum Transportieren der Warenbahn, wie einem
zweiten Siebband, angeordnet. Dadurch ist insbesondere eine Entkopplung der Formierung
der Lagen und deren Wasserstrahlverfestigung ermöglicht, sodass insbesondere beide
Anlagenteile separat und dadurch genauer gesteuert und folglich effizienter betrieben
werden können.
[0045] Bevorzugt umfasst der Stoffauflauf einen Turbulenzgenerator in Form von Lochwalzen
oder Diffusoren. In einer alternativen Ausgestaltung ist ein solcher Turbulenzgenerator
nicht vorgesehen.
[0046] Ein weiterer Gegenstand zur Lösung der eingangsgestellten Aufgabe ist eine Vorrichtung
zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0047] Nachfolgend werden vier Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Figuren näher
erläutert. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche Komponenten. Es zeigen schematisch:
Figur 1 - eine erste Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Figur 2 - ein Ablaufdiagramm einer ersten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit der Vorrichtung nach Fig.1;
Figur 3 - eine zweite Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Figur 4 - eine dritte Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Figur 5 - ein Ablaufdiagramm einer zweiten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
mit der Vorrichtung nach Fig. 3 oder Fig.4;
Figur 6 - eine vierte Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Figur 7 - ein Ablaufdiagramm eines dritten erfindungsgemäßen Verfahrens mit der Vorrichtung
nach Fig.6;
Figur 8 - ein Versorgungssystem für eine der vorgenannten Vorrichtungen; und
Figur 9 - ein Ablaufdiagramm des Systems nach Fig.8.
[0048] Die in den Figuren 1, 3, 4 und 6 gezeigten Vorrichtungen 30a, 30b, 30c und 30d sowie
die in den Figuren 2, 5 und 7 gezeigten Verfahren 100a, 100b, 100c dienen insbesondere
zur Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn 7 mit mindestens zwei Lagen 1, 2, 3, wobei
eine erste Lage 1, 3 durch Langfasern 4, 6 und eine zweite Lage 2 durch Kurzfasern
5 gebildet ist.
[0049] In der Figur 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
30a gezeigt, mit der ein in Figur 2 dargestelltes erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verfahrens 100a betrieben werden kann.
[0050] Die Vorrichtung 30a umfasst eine Fertigungslinie 9, welche in einer Förderrichtung
8 gesehen einen ersten Bereich 31 zum Formieren der ersten Lage 1, einen zweiten Bereich
32 zum Formieren der zweiten Lage 2, einen dritten Bereich 34 zum Verfestigen der
beiden Lagen 1, 2 und einen vierten Bereich 35 zum Endbearbeiten der Warenbahn 7 aufweist.
Die Warenbahn 7 wird dabei mittels einer nicht vollständig dargestellten Fördereinrichtung
27 von dem ersten Bereich 31 bis zum vierten Bereich 35 transportiert.
[0051] In dem ersten Bereich 31 ist eine Kardiereinheit 10 zum Herstellen, insbesondere
Kardieren 101, der ersten Lage 1 vorgesehen.
[0052] Der zweite Bereich 32 umfasst eine Vorverfestigungseinheit 11, einen Stoffauflauf
12 mit rotierendem oder statischem Turbolenzerzeuger, insbesondere ein Lochwalzenstoffauflauf,
sowie eine Komprimiereinheit 13. Ferner ist in diesem zweiten Bereich 32 als Bestandteil
der Fördereinrichtung 27 ein umlaufendes Siebband 21 zum Transportieren der Warenbahn
7 sowie eine Wasseraufnahme 20 angeordnet.
[0053] Die Vorverfestigungseinheit 11 umfasst vorliegend eine erste Wasserstrahleinrichtung
zum Vorverfestigen 102 der ersten Lage 1.
[0054] Der Stoffauflauf 12 umfasst vorliegend einen Quer- oder Rundstromverteiler 23 sowie
eine die Kurzfasern 5 bzw. eine die Kurzfasern 5 umfassende wässrige Dispersion 5a
bereitstellende Einheit, wie einen Vorratstank. Mit dem Stoffauflauf 12 erfolgt ein
auch als Nasslegen bezeichnetes Aufbringen 103 der zweiten Lage 2 auf die erste Lage
1.
[0055] Die Komprimiereinheit 13 umfasst vorliegend eine zweite Wasserstrahleinrichtung zum
Komprimieren 104 zumindest der aufgetragenen zweiten Lage 2. Unterhalb der Vorverfestigungseinheit
11, des Stoffauflaufs 12 und/oder der Komprimiereinheit 13 ist die Wasseraufnahme
20 zum zumindest teilweise Entwässern der auf die erste Lage 1 aufgebrachten zweiten
Lage 2 angeordnet, insbesondere zum Abfiltrieren des überschüssigen Wassers durch
die untere Lage.
[0056] In dem dritten Bereich 34 ist eine Verfestigungseinheit 16, insbesondere eine Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
zum Wasserstrahlverfestigen 107 der beiden Lagen 1, 2 angeordnet. Das Wasserstrahlverfestigen
107 erfolgt insbesondere an beiden Flachseiten der Warenbahn 7. Dazu umläuft die Warenbahn
7 eine erste Trommel 24 und eine zweite Trommel 25. Ferner ist in dem dritten Bereich
34 eine Veredelungseinheit 17 angeordnet, insbesondere eine weitere Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
zum einseitigen Formieren oder Prägen 108 der Warenbahn 7. Hierzu ist eine dritte
Trommel 26 vorgesehen.
[0057] In dem vierten Bereich 35 erfolgt ein Trocknen 109 der Warenbahn 7 mittels einer
Trocknertrommel 18 sowie ein Aufrollen 110 der Warenbahn 7 auf eine Wickelrolle 19.
[0058] In der Figur 3 ist ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
30b und in Figur 4 ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
30c gezeigt, wobei mit beiden Vorrichtungen 30b, 30c jeweils eine in Figur 5 dargestelltes
zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens 100b betrieben werden
kann.
[0059] Die Vorrichtung 30b, 30c umfasst wiederum jeweils eine Fertigungslinie 9, welche
in einer Förderrichtung 8 gesehen einen ersten Bereich 31 zum Formieren der ersten
Lage 1, einen zweiten Bereich 32 zum Formieren der zweiten Lage 2, einen dritten Bereich
34 zum Verfestigen der beiden Lagen 1, 2 und einen vierten Bereich 35 zum Endbearbeiten
der Warenbahn 7 aufweist. Die Warenbahn 7 wird dabei mittels einer nicht vollständig
dargestellten Fördereinrichtung 27 von dem ersten Bereich 31 bis zum vierten Bereich
35 transportiert. Die Vorrichtungen 30b, 30c unterscheiden sich dabei insbesondere
in der Anordnung und Ausgestaltung der Fördereinrichtung in dem zweiten und dritten
Bereich 32, 34.
[0060] In dem ersten Bereich 31 der Vorrichtungen 30b, 30c ist wiederum jeweils eine Kardiereinheit
10 zum Herstellen, insbesondere Kardieren 101, der ersten Lage 1 vorgesehen.
[0061] Der zweite Bereich 32 umfasst eine Vorverfestigungseinheit 11, wiederum einen Stoffauflauf
12 mit rotierendem oder statischem Turbolenzerzeuger sowie eine Komprimiereinheit
13. Die Vorverfestigungseinheit 11 umfasst vorliegend eine erste Wasserstrahleinrichtung
zum Vorverfestigen 102 der ersten Lage 1. Der Stoffauflauf 12 umfasst vorliegend einen
Quer- oder Rundstromverteiler 23 sowie eine die Kurzfasern 5 bzw. eine die Kurzfasern
5 umfassende wässrige Dispersion 5a bereitstellende Einheit, wie einen Vorratstank.
Mit dem Stoffauflauf 12 erfolgt das Aufbringen 103 der zweiten Lage 2 auf die erste
Lage 1. Die Komprimiereinheit 13 umfasst eine zweite Wasserstrahleinrichtung zum Komprimieren
104 zumindest der aufgetragenen zweiten Lage 2.
[0062] In dem dritten Bereich 34 ist eine erste Verfestigungseinheit 15, insbesondere eine
erste Wasserstrahlverfestigungseinrichtung zum Wasserstrahlverfestigen 106 insbesondere
der zweiten Lage 2, und eine zweite Verfestigungseinheit 16, insbesondere eine Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
zum Wasserstrahlverfestigen 107 der beiden Lagen 1, 2 angeordnet. Das Wasserstrahlverfestigen
hundertsieben erfolgt insbesondere ausschließlich an der oberen Flachseiten der Warenbahn
7, also ausschließlich an der zweiten Lage 2. Dazu liegt die Warenbahn 7 auf einer
Fördereinrichtung 27 auf. Das Wasserstrahlverfestigen 107 erfolgt wiederum an beiden
Flachseiten der Warenbahn 7. Dazu umläuft die Warenbahn 7 eine erste Trommel 24 und
eine zweite Trommel 25. Ferner ist in dem dritten Bereich 34 eine Formiereinheit 17
angeordnet, insbesondere eine weitere Wasserstrahlverfestigungseinrichtung zum einseitigen
Formieren oder Prägen 108 der Warenbahn 7. Hierzu ist eine dritte Trommel 26 vorgesehen.
[0063] Bei der in Figur 3 gezeigten Vorrichtung 30b ist als Bestandteil der Fördereinrichtung
27 zum Transportieren der Warenbahn 7 in dem zweiten Bereich 32 ein erstes Siebband
21 und in dem dritten Bereich 34 ein separat ausgebildetes zweites Siebband 22 angeordnet.
Das erste Siebband 21 transportiert die Warenbahn 7 bis hinter die Komprimiereinheit
13. Im Bereich des ersten Siebbands 21 erfolgen daher wiederum die Schritte des Vorverfestigens
102, Nasslegens 103 und Komprimierens 104. Das nach dem Komprimieren 104 die Warenbahn
7 übernehmende zweite Siebband 22 transportiert die Warenbahn 7 ausschließlich im
Bereich der ersten Verfestigungseinrichtung 15. Im Bereich des zweiten Siebbands 22
erfolgt daher ausschließlich der Schritt des Wasserstrahlverfestigens 106. Durch diese
Trennung der beiden Förderabschnitte im Bereich des ersten Siebbands 21 und des zweiten
Siebbands 22 ist insbesondere auch bei der Anwendung eines Stoffauflaufs 12 mit rotierenden
oder statischem Turbulenzerzeuger eine besonders genaue Steuerung und Regelung der
Anlage, insbesondere im Hinblick auf den Wasserentzug aus der zweiten Lage 2, sowie
ein dadurch bewirkter besonders effizienter Betrieb ermöglicht.
[0064] Bei der in Figur 4 gezeigten Vorrichtung 30c ist dagegen ein sich über den zweiten
Bereich 32 sowie teilweise über den dritten Bereich 34, insbesondere auch unterhalb
der ersten Verfestigungseinrichtung 15, erstreckendes Siebband 21 vorgesehen. Ein
separat ausgebildetes zweites Siebband 22 ist bei dieser Vorrichtung 30c insbesondere
nicht vorgesehen. Bei dieser Ausgestaltung ergeben sich Vorteile im Hinblick auf die
Herstellungs- und Betriebskosten insbesondere aus der im Vergleich zu der Vorrichtung
30b geringeren Anzahl der Bauteile, insbesondere der Antriebs- und Steuerungskomponenten.
[0065] Beiden Vorrichtungen 30b und 30c gemeinsam ist wiederum der vierte Bereich 35, in
dem ein Trocknen 109 der Warenbahn 7 mittels einer Trocknertrommel 18 sowie ein Aufrollen
110 der Warenbahn 7 auf eine Wickelrolle 19 erfolgt.
[0066] In der Figur 6 ist ein viertes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
30d gezeigt, mit der ein in Figur 7 dargestelltes drittes Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen Verfahrens 100c betrieben werden kann.
[0067] Die Vorrichtung 30d umfasst eine Fertigungslinie 9, welche in einer Förderrichtung
8 gesehen einen ersten Bereich 31 zum Formieren der ersten Lage 1, einen zweiten Bereich
32 zum Formieren der zweiten Lage 2, einen dritten Bereich 33 zum Formieren einer
zusätzlichen zweiten ersten Lage 3, einen vierten Bereich 34 zum Verfestigen der drei
Lagen 1, 2, 3 und einen fünften Bereich 35 zum Endbearbeiten der Warenbahn 7 aufweist.
Die Warenbahn 7 wird dabei mittels einer nicht vollständig dargestellten Fördereinrichtung
27 von dem ersten Bereich 31 bis zum fünften Bereich 35 transportiert. Die Vorrichtung
30d unterscheidet sich dabei von der in Figur 1 gezeigten Vorrichtung 30a insbesondere
in der Anordnung einer weiteren Kardiereinheit 14 zum Kardieren 105 einer weiteren
Lage 3.
[0068] In dem ersten Bereich 31 ist eine erste Kardiereinheit 10 zum Herstellen, insbesondere
Kardieren 101, der ersten Lage 1 vorgesehen.
[0069] Der zweite Bereich 32 umfasst eine Vorverfestigungseinheit 11, wiederum einen Stoffauflauf
12 mit rotierenden oder statischem Turbulenzerzeuger sowie eine Komprimiereinheit
13. Die Vorverfestigungseinheit 11 umfasst wiederum eine erste Wasserstrahleinrichtung
zum Vorverfestigen 102 der ersten Lage 1. Der Stoffauflauf 12 umfasst einen Quer-
oder Rundstromverteiler 23 sowie eine die Kurzfasern 5 bzw. eine die Kurzfasern 5
umfassende wässrige Dispersion 5a bereitstellende Einheit, wie einen Vorratstank.
Mit dem Stoffauflauf 12 erfolgt das Aufbringen 103 der zweiten Lage 2 auf die kardierte
erste Lage 1. Die Komprimiereinheit 13 umfasst eine zweite Wasserstrahleinrichtung
zum Komprimieren 104 zumindest der aufgetragenen zweiten Lage 2. Unterhalb der Vorverfestigungseinheit
11, des Stoffauflaufs 12 und/oder der Komprimiereinheit 13 ist wiederum das Siebband
21 sowie die die Wasseraufnahme 20 zum zumindest teilweise Entwässern der auf die
erste Lage 1 aufgebrachten zweiten Lage 2 angeordnet.
[0070] In dem dritten Bereich 33 ist die zweite Kardiereinheit 14 zum Kardieren 105 einer
weiteren ersten Lage 3 angeordnet. Diese zusätzliche erste Lage 3 umfasst ebenfalls
Langfasern 6, welche jedoch nicht zwingend den Langfasern 4 der mittels der ersten
Kardiereinheit 10 hergestellten ersten Lage 1 entsprechen müssen. Durch diese zusätzliche
erste Lage 3 ergibt sich ein dreilagiger Verbundvliesstoff, bei dem die äußeren Flachseiten
durch jeweils eine erste Lage 1, 3 gebildet ist und zwischen den beiden ersten Lagen
die zweite Lage 2 angeordnet ist.
[0071] In dem vierten Bereich 34 ist wiederum eine Verfestigungseinheit 16, insbesondere
eine Wasserstrahlverfestigungseinrichtung zum Wasserstrahlverfestigen 107 der drei
Lagen 1, 2, 3 angeordnet. Das Wasserstrahlverfestigen 107 erfolgt insbesondere an
den beiden äußeren Flachseiten der Warenbahn 7. Dazu umläuft die Warenbahn 7 eine
erste Trommel 24 und eine zweite Trommel 25. Ferner ist in dem dritten Bereich 34
eine Formiereinheit 17 angeordnet, insbesondere eine weitere Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
zum einseitigen Formieren oder Prägen 108 der Warenbahn 7. Hierzu ist eine dritte
Trommel 26 vorgesehen.
[0072] In dem fünften Bereich 35 erfolgt ein Trocknen 109 der Warenbahn 7 mittels einer
Trocknertrommel 18 sowie ein Aufrollen 110 der Warenbahn 7 auf eine Wickelrolle 19.
[0073] In der Figur 8 ist ein Beispiel eines Versorgungssystems 121 gezeigt, insbesondere
ein Wasserhaushalt-System, mit der das in Figur 9 dargestellte Ausführungsbeispiel
eines Verfahrens 100d betrieben werden kann.
[0074] Das Versorgungssystem 121 befasst sich dabei einerseits mit der Bereitstellung einer
die Kurzfasern 5 umfassenden wässrigen Dispersion 5a für den Stoffauflauf 12 sowie
andererseits mit der in dem vorgenannten Zusammenhang vorgesehene Bereitstellung,
Verwendung und Rückführung von Wasser.
[0075] Zur Herstellung der wässrigen Dispersion 5a werden zunächst mittels eines Bündelförderer
113 Kurzfasern 5 einer Dispergiereinheit 114 zum darin erfolgenden Dispergieren 111
gefördert. Die hierbei entstehende bereinige Masse wird durch ein Pumpen 115 einem
Mischer und/oder Behälter 116 zum Bevorraten 112 zugeführt. Die Bereitstellung zu
dem Stoffauflauf 12 erfolgt durch ein Pumpen 117 der Dispersion 5a aus dem Behälter
116. Nach einem Aufbringen 103 der Dispersion 5a über die Walze 23 auf die erste Lage
1 kann ein Wasserentzug aus der entstandenen zweiten Lage 2 durch das Siebband 21
sowie die darunter befindliche Wasseraufnahme 20 erfolgen. Insbesondere kann ein aktives
Abpumpen bzw. Ansaugen 118 an der Unterseite des Siebband 21 erfolgen. Dadurch kann
der zweiten Lage 2 Flüssigkeit besonders effektiv entzogen werden. Das mit der Wasseraufnahme
20 gewonnene Wasser wird einem Wassertank 119 zugeführt. Aus diesem Wassertank 119
kann durch ein Pumpen 120 Wasser dem Stoffauflauf 12, dem Behälter 116, einer Förderleitung
zum Pumpen 117 der Dispersion 5a aus dem Behälter 116 und/oder einer Förderleitung
zum Pumpen 115 der breiigen Masse aus der Dispergiereinheit 114 zugeführt werden.
Die beiden zuletzt genannten Möglichkeiten dienen insbesondere zur Vermeidung einer
Verstopfung beim Pumpen 115, 117. Durch diesen Wasserkreislauf ist ein besonders effizienter
und kostengünstiger Betrieb der Anlage ermöglicht.
[0076] Es sollte deutlich sein, dass der Schutzbereich der vorliegenden Erfindung nicht
auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele begrenzt ist. So können insbesondere Bestandteile
des einen Beispiels auch bei einem anderen Beispiel verwirklicht sein. Insbesondere
der Aufbau und die Anordnung der Fertigungslinie in den Bereichen vor und nach dem
Stoffauflauf mit rotierendem oder statischem Turbulenzerzeuger können - ohne den Kern
der Erfindung zu verändern - durchaus modifiziert sein.
Bezuaszeichenliste:
[0077]
- 1
- erste Lage
- 2
- zweite Lage
- 3
- erste Lage
- 4
- Langfaser
- 5
- Kurzfasern
- 6
- Langfaser
- 7
- Warenbahn
- 8
- Förderrichtung
- 9
- Fertigungslinie
- 10
- erste Kardiereinheit
- 11
- Vorverfestigungseinheit, erste Wasserstrahleinrichtung
- 12
- Stoffauflauf
- 13
- Komprimiereinheit, zweite Wasserstrahleinrichtung
- 14
- zweite Kardiereinheit
- 15
- Verfestigungseinheit, erste Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
- 16
- Verfestigungseinheit, zweite Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
- 17
- Formiereinheit, dritte Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
- 18
- Trocknertrommel
- 19
- Wickelrolle
- 20
- Wasseraufnahme
- 21
- erstes Siebband
- 22
- zweites Siebband
- 23
- Quer- oder Rundstromverteiler24 erste Trommel
- 25
- zweite Trommel
- 26
- dritte Trommel
- 27
- Fördereinrichtung
- 30a
- Vorrichtung
- 30b
- Vorrichtung
- 30c
- Vorrichtung
- 30d
- Vorrichtung
- 100a
- Verfahren
- 100b
- Verfahren
- 100c
- Verfahren
- 101
- Kardieren
- 102
- Vorverfestigen
- 103
- Aufbringen, Nasslegen
- 104
- Komprimieren
- 105
- Kardieren
- 106
- Wasserstrahlverfestigen
- 107
- Wasserstrahlverfestigen
- 108
- Wasserstrahlverfestigen
- 109
- Trocknen
- 110
- Aufrollen
- 111
- Dispergieren
- 112
- Bevorraten
- 113
- Bündelförderer
- 114
- Dispergiereinheit
- 115
- Pumpen
- 116
- Bevorratung
- 117
- Pumpen
- 118
- Pumpen
- 119
- Wassertank
- 120
- Pumpen
- 121
- Versorgungssystem
1. Verfahren (100a, 100b, 100c, 100d) zur Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn (7)
mit mindestens zwei Lagen (1, 2, 3), wobei eine erste Lage (1, 3) durch Langfasern
(4, 6) und eine zweite Lage (2) durch Kurzfasern (5) gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
in einer Fertigungslinie (9) die Kurzfasern (5) durch einen Stoffauflauf (12) mit
einem Rund- oder Querstromverteiler und mit rotierendem oder statischem Turbolenzerzeuger
zu der zweiten Lage (2) gelegt werden, dass die zweite Lage (2) auf die erste Lage
(1) aufgebracht wird, dass vor dem Aufbringen (103) der zweiten Lage (2) ein Dispergieren
(111, 112) der Kurzfasern (5) zur Bildung einer wässrigen Dispersion (5a) erfolgt,
und dass nach dem Aufbringen (103) der wässrigen Dispersion (5a) auf die erste Lage
(1) ein Wasserentzug aus der entstandenen zweiten Lage (2) durch ein Siebband (21)
sowie eine darunter befindliche Wasseraufnahme (20) durch ein aktives Abpumpen bzw.
Ansaugen (118) an der Unterseite des Siebbandes (21) erfolgt, um die zweite Lage (2)
mit einer zur ersten Lage (1) hinwirkenden, zusätzlichen Kraftkomponente zu beaufschlagen,
wobei anschließend eine erste Wasserstrahlverfestigung (15) der Lagen (1, 2) bei einem
Anliegen an dem Siebband (21) und eine nachgelagerte zweite Wasserstrahlverfestigung
(16) bei einem Anliegen an einer Trommel (24) erfolgt oder dass nach dem Aufbringen
(103) der wässrigen Dispersion (5a) auf die erste Lage (1) ein Wasserentzug aus der
entstandenen zweiten Lage (2) durch ein erstes Siebband (21) sowie eine darunter befindliche
Wasseraufnahme (20) durch ein aktives Abpumpen bzw. Ansaugen (118) an der Unterseite
des ersten Siebbandes (21) erfolgt, um die zweite Lage (2) mit einer zur ersten Lage
(1) hinwirkenden, zusätzlichen Kraftkomponente zu beaufschlagen, und anschließend
eine erste Wasserstrahlverfestigung (15) der Lagen (1, 2) bei einem Anliegen an einem
zweiten Siebband (22) und eine nachgelagerte zweite Wasserstrahlverfestigung (16)
bei einem Anliegen an einer Trommel (24) erfolgen.
2. Verfahren (100a, 100b, 100c, 100d) zur Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn (7)
mit mindestens zwei Lagen (1, 2, 3), wobei eine erste Lage (1, 3) durch Langfasern
(4, 6) und eine zweite Lage (2) durch Kurzfasern (5) gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
in einer Fertigungslinie (9) die Kurzfasern (5) durch einen Stoffauflauf (12) mit
einem Rund- oder Querstromverteiler und mit rotierendem oder statischem Turbolenzerzeuger
auf die erste Lage (1, 3) aufgebracht werden, dass vor dem Aufbringen (103) der zweiten
Lage (2) ein Dispergieren (111, 112) der Kurzfasern (5) zur Bildung einer wässrigen
Dispersion (5a) erfolgt,
und dass nach dem Aufbringen (103) der wässrigen Dispersion (5a) auf die erste Lage
(1) ein Wasserentzug aus der entstandenen zweiten Lage (2) durch ein Siebband (21)
sowie eine darunter befindliche Wasseraufnahme (20) durch ein aktives Abpumpen bzw.
Ansaugen (118) an der Unterseite des Siebbandes (21) erfolgt, um die zweite Lage (2)
mit einer zur ersten Lage (1) hinwirkenden, zusätzlichen Kraftkomponente zu beaufschlagen,
wobei anschließend eine erste Wasserstrahlverfestigung (15) der Lagen (1, 2) bei einem
Anliegen an dem Siebband (21) und eine nachgelagerte zweite Wasserstrahlverfestigung
(16) bei einem Anliegen an einer Trommel (24) erfolgt oder dass nach dem Aufbringen
(103) der wässrigen Dispersion (5a) auf die erste Lage (1) ein Wasserentzug aus der
entstandenen zweiten Lage (2) durch ein erstes Siebband (21) sowie eine darunter befindliche
Wasseraufnahme (20) durch ein aktives Abpumpen bzw. Ansaugen (118) an der Unterseite
des ersten Siebbandes (21) erfolgt, um die zweite Lage (2) mit einer zur ersten Lage
(1) hinwirkenden, zusätzlichen Kraftkomponente zu beaufschlagen, und anschließend
eine erste Wasserstrahlverfestigung (15) der Lagen (1, 2) bei einem Anliegen an einem
zweiten Siebband (22) und eine nachgelagerte zweite Wasserstrahlverfestigung (16)
bei einem Anliegen an einer Trommel (24) erfolgen.
3. Verfahren (100a, 100b, 100c, 100d) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Lage (1) eine untere Lage und die zweite Lage (2) eine obere Lage bildet,
oder die zweite Lage (2) eine mittlere Lage und die erste Lage (1, 3) jeweils eine
obere Lage (1) und eine untere Lage (3) bilden.
4. Verfahren (100a, 100b, 100c, 100d) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Langfasern (4, 6) aus der Gruppe der Kunst- und/oder Synthetikfasern ausgewählt
sind, insbesondere aus Viskose-, Polyester-, Polypropylen-, Polyamid-, Polyacryl-,
Polyvinylalkohol- und Polyethylenfasern als solche oder als Gemisch, oder dass die
Langfasern aus der Gruppe der Baumwoll-, Hanf-, Flachs-, Jute-, oder Bambusfasern,
als solche oder als Gemisch, auch mit der solchen aus der Gruppe der Kunst- und/oder
Synthetikfasern, oder dass die Langfasern aus Biopolymeren ausgewählt sind, insbesondere
basierend auf Polylactid oder Polyhydroxybutyrat, als solche oder als Gemisch, auch
mit solchen aus der Gruppe der Kunst-und/oder Synthetikfasern und/oder natürlichen
Fasern.
5. Verfahren (100a, 100b, 100c, 100d) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration der Kurzfasern (5) im Stoffauflauf (103) zwischen 0,5 und 10 g/l
beträgt.
6. Verfahren (100a, 100b, 100c, 100d) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden Verfahrensschritte umfasst:
- Kardieren und/oder Vorverfestigung der ersten Lage,
- Befeuchten und Fixieren der ersten Lage auf einem Siebband, sowie
- Zusammenbringen der ersten und der zweiten Lage sowie initiale hydrodynamische Verfestigung
beider Lagen
vor einem Transfer der beiden Lagen zu weiteren Prozessschritten erfolgt.
7. Verfahren (100b) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Vorverfestigen (102) der ersten Lage (1), der Nasslegeprozess (103) und ein Komprimieren
(104) der mindestens zwei Lagen (1, 2, 3) auf dem ersten Siebband (21) erfolgt, und
anschließend eine erste Wasserstrahlverfestigung (106) bei einem Aufliegen der Lagen
(1, 2, 3) auf dem ersten Siebband (21) oder auf dem separat ausgebildeten zweiten
Siebband (22) erfolgt, und die zweite Wasserstrahlverfestigung (107) bei einem Anliegen
der Lagen (1, 2, 3) an der Trommel (24, 24, 26) erfolgt wobei vorzugsweise der Nasslegeprozess
zwischen einem Höhenniveau des Siebbandes (21) und einem Höhenniveau bis zu 150mm
oberhalb des Siebbandes und/oder unter einem Abgabewinkel von -20° bis +20° zu der
zur Oberfläche des Siebbandes (21) senkrechten Richtung erfolgt.
8. Verfahren (100a, 100b, 100c, 100d) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Lage durch ein Kardierverfahren hergestellt wird und aus Zweikomponentenfasern
besteht oder Zweikomponentenfasern umfasst, wobei vorzugsweise das Kardierverfahren
einen Verfahrensschritt des Luft-Durchbondierens umfasst, bei dem die Fasern der ersten
Lage mit erwärmter Luft beaufschlagt werden, bevor in einem weiteren Verfahrensschritt
die zweite Lage auf die erste Lage aufgebracht wird, wobei vorzugsweise der weitere
Verfahrensschritt eine Wasserstrahlverfestigung zur Kompaktierung und/oder Verbindung
der zweiten Lage mit der ersten Lage umfasst.
9. Verfahren (100c) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufbringen (103) der zweiten Lage (2) auf die erste Lage (1) eine zusätzliche
erste Lage (3) auf die zweite Lage (2) mittels eines zusätzlichen Kardierens (105)
aufgebracht wird.
10. Verfahren (100a, 100b, 100c, 100d) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Lage (1) und/oder die zweite Lage (2) aus einer Mehrzahl von aufeinander
aufgebrachten Schichten hergestellt ist.
11. Vorrichtung zur Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn (7) mit mindestens zwei Lagen
(1, 2, 3), wobei eine erste Lage (1, 3) durch Langfasern (4, 6) und eine zweite Lage
(2) durch Kurzfasern (5) gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche
konfiguriert ist.
12. Vorrichtung (30a, 30b, 30c, 30d) zur Herstellung einer Verbundvlieswarenbahn (7) mit
mindestens zwei Lagen (1, 2, 3), wobei eine erste Lage (1, 3) durch Langfasern (4,
6) und eine zweite Lage (2) durch Kurzfasern (5) gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einer Fertigungslinie (9) mindestens eine Fördereinrichtung (21, 22, 27) zum Transportieren
mindestens der ersten Lage (1) in eine Förderrichtung (8) und ein oberhalb der Fördereinrichtung
(21) angeordneter Stoffauflauf (12) mit rotierendem oder statischem Turbolenzerzeuger
zum Aufbringen (103) der Kurzfasern (5) auf die erste Lage (1) zum Herstellen der
zweiten Lage (2) angeordnet ist, und dass vorzugsweise in Förderrichtung (8) vor und/oder
nach dem Stoffauflauf (12) eine Kardiereinheit (10) zum Herstellen der ersten Lage
(1) angeordnet ist, wobei in Förderrichtung (8) nach dem Stoffauflauf (12) durch ein
Siebband (21) sowie eine darunter befindliche Wasseraufnahme (20) durch ein aktives
Abpumpen bzw. Ansaugen (118) an der Unterseite des Siebbandes (21) ein Wasserentzug
aus der entstandenen zweiten Lage (2) erfolgt, eine erste Wasserstrahlverfestigungseinrichtung
(15) zum Verschlingen (106) der Kurzfasern (5) der zweiten Lage (2) untereinander
und eine zweite Wasserstrahlverfestigungseinrichtung (16) zum Verschlingen (107) der
Kurzfasern (5) der zweiten Lage (2) mit den Langfasern (4, 6) der ersten Lage (1,
3) angeordnet ist.
13. Vorrichtung (30a, 30b, 30c, 30d) nach einem der Ansprüche 11 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung (27) ein erstes Siebband (21) umfasst, und der Stoffauflauf
(12) oberhalb des ersten Siebbands (21) angeordnet ist, dass vorzugsweise der Stoffauflauf
(12) derart angeordnet und/oder ausgebildet ist, dass der Nasslegeprozess zwischen
einem Höhenniveau des Siebbandes (21) und einem Höhenniveau bis zu 150mm oberhalb
des Siebbandes (21) und/oder unter einem Abgabewinkel von -20° bis +20° zu der zur
Oberfläche des Siebbandes (21) senkrechten Richtung erfolgt, und dass vorzugsweise
sich das erste Siebband (21) mit einem Abschnitt sowohl unterhalb des Stoffauflaufs
(12) als auch unterhalb mindestens einer Wasserstrahleinrichtung (11, 13, 15) erstreckt.
14. Vorrichtung (30a, 30b, 30c, 30d) nach Anspruch 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in Förderrichtung (8) nach dem Stoffauflauf (12) eine zweite Wasserstrahleinrichtung
(13) zum Kompaktieren (104) mindestens einer ersten Lage (1) und einer zweiten Lage
(2).
15. Vorrichtung (30a, 30b, 30c, 30d) nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoffauflauf (12) einen Turbulenzgenerator umfasst.
16. Vorrichtung (30b) nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Siebband (21) und in Produktionsrichtung dahinter ein zweites Siebband
(22) vorgesehen sind.