[0001] Die Erfindung betrifft einen Gegenkasten für einen Standflügelverschluss einer zweiflügligen
Tür, mit
- einem Gehäuse,
- einer Betätigungseinrichtung, z.B. einer Schlossnuss, die zum Entriegeln des Standflügelverschlusses
betätigbar ist,
- einem ersten Auswerfer,
- einem zweiten Auswerfer,
wobei der erste Auswerfer und der zweite Auswerfer jeweils durch Betätigung der Betätigungseinrichtung
(z.B. durch Drehen der Schlossnuss mit einem Drücker o.dgl.) gegen Verriegelungselemente
(z.B. einen Riegel und eine Falle) eines dem Standflügelverschluss gegenüberliegenden
Gangflügelverschlusses drückbar sind und dabei die Verriegelungselemente des Gangflügelverschluss
aus dem Gehäuse des Gegenkastens herausdrücken und z.B. in das Gehäuse des Gangflügelverschlusses
zurückdrücken.
[0002] Außerdem betrifft die Erfindung einen Standflügelverschluss mit einem solchen Gegenkasten
sowie eine Schließanlage für eine zweiflüglige Tür mit einerseits einem an dem Gangflügel
angeordneten Gangflügelverschluss und andererseits einem an dem Standflügel angeordneten
Standflügelverschluss.
[0003] Zweiflüglige Türen sind im Rahmen der Erfindung solche Türen, die einerseits einen
sogenannten Gangflügel und andererseits einen sogenannten Standflügel aufweisen, wobei
der Standflügel im Regelbetrieb geschlossen und folglich in einer Schließposition
verbleibt, während der Gangflügel - so wie bei einer herkömmlichen, einflügeligen
Tür - für einen Durchgang geöffnet und geschlossen wird. Im oder am Standflügel ist
der Standflügelverschluss mit dem Gegenkasten angeordnet, der mit einer Betätigungseinrichtung,
z. B. einer Schlossnuss, ausgerüstet ist, sodass auch der Standflügelverschluss über
die Schlossnuss entriegelt und damit der Standflügel geöffnet werden kann. Bevorzugt
betrifft die Erfindung einen Gegenkasten für einen Standflügelverschluss mit Panikfunktion,
bei welchem an die (drehbare) Schlossnuss zumindest ein Drücker, z.B. Panikdrücker,
oder eine Panikstange angeschlossen ist. Durch Betätigung der Schlossnuss (z.B. über
den Panikdrücker oder die Panikstange) werden sowohl eine an den Gegenkasten angeschlossene
obere Verriegelungsstange als auch eine an den Gegenkasten angeschlossene untere Verriegelungsstange
bewegt und vorzugsweise (entlang der Schloßlängsrichtung) in Richtung zum Gegenkasten
hin eingezogen und damit entriegelt. Denn in der Verriegelungsposition greifen die
an den Gegenkasten angeschlossenen Verriegelungsstangen in korrespondierende Verriegelungsaufnahmen,
die z.B. oberseitig am Türrahmen oder Türsturz und unterseitig am Boden angeordnet
sind.
[0004] Der im oder am Gangflügel angeordnete Gangflügelverschluss weist mehrere Verriegelungselemente,
z.B. eine Falle und einen Riegel auf, die bei geschlossenem Gangflügel in den Gegenkasten
des ebenfalls in der Schließstellung befindlichen Standflügels eingreifen.
[0005] Bevorzugt ist der erfindungsgemäße Gegenkasten bzw. der erfindungsgemäße Standflügelverschluss
für eine Panikbetätigung eingerichtet. Dazu sind in den Gegenkasten mehrere Auswerfer
integriert, z.B. einen Fallenauswerfer und ein Riegelauswerfer, die bei Betätigung
z.B. des Drückers oder der Panikstange am Standflügel die Verriegelungselemente des
in den Gegenkasten eingreifenden Gangflügels, z.B. den Riegel und die Falle, aus dem
Gegenkasten herausdrücken und vorzugsweise in das Gehäuse des Gangflügelverschlusses
zurückdrücken. Dabei werden die Auswerfer z.B. in einer quer zur Schlosslängsrichtung
orientierten Arbeitsrichtung verfahren und bevorzugt aus dem Gehäuse des Standflügelverschlusses
herausgefahren. Die Auswerferfunktion gewährleistet, dass das Öffnen des Standflügels
z. B. im Zuge einer Panikbetätigung nicht durch die in den Gegenkasten des Standflügelverschlusses
eingreifenden Verriegelungselemente des Gangflügelverschlusses gestört wird.
[0006] Ein Gegenkasten für einen Standflügelverschluss mit einem oberen Stangenanschluss
zum Anschluss einer oberen Verbindungsstange und einem unteren Stangenanschluss zum
Anschluss einer unteren Verbindungsstange sowie einer eine Schaltnuss zur Betätigung
aufweisende Schlossmechanik zum Einziehen und Ausfahren des Stangenanschlusses ist
z.B. aus der
DE 20 2013 001 053 U1 bekannt. Durch Betätigung der Schaltnuss werden zum einen über die Schlossmechanik
die Stangenanschlüsse von ihrer ausgefahrenen Stellung in die eingefahrene Stellung
eingezogen und zum anderen werden ein Fallenauswerfer und ein Riegelauswerfer aktiviert
und ausgeschwenkt.
[0007] Um eine einwandfreie Panikfunktion bei einer Fluchttürlösung zu gewährleisten, muss
sichergestellt werden, dass mithilfe der Auswerfer des Standflügelverschlusses die
Verriegelungselemente des Gangflügelverschluss in ausreichendem Maße zurückgedrückt
werden. Problematisch sind dabei in der Praxis abweichende Spaltmaße zwischen den
Stirnflächen des Gangflügels und des Standflügels und insbesondere abweichende Falzluftmaße.
Aus dem Stand der Technik sind daher verschiedene Lösungen bekannt, mit denen eine
sogenannte "Falzluftanpassung" im Standflügelverschluss erfolgen kann.
[0008] So beschreibt die
EP 2 752 539 B2 einen Standflügelverschluss mit einem Fallenauswerfer und mit einem Adapter, der
Falzluftausgleich auf den Fallenauswerfer aufsetzbar ist, sodass die Stirnseite des
Fallenauswerfers verlängerbar ist. Der Adapter ist formschlüssig mit einem Auswerfer
verbunden, wobei der Formschluss durch eine Verzapfung mit einem Zapfen und einer
Zapfenaufnahme gebildet wird. Der Adapter selbst ist als Platte ausgebildet und der
Zapfen und die Zapfenaufnahme sind geprägt.
[0009] Alternativ wird in der
DE 10 2018 115 985 B4 ein Gegenkasten beschrieben, bei dem der Riegelschieber bzw. Riegelauswerfer als
schaltbarer Riegelschieber ausgebildet ist, der zwischen einem starren Zustand und
einem weichen Zustand schaltbar ist und bei einer Entriegelung des Aktivflügelschlosses
ein dem Riegelschieber voreilender Falzluftaster bei Kontakt oder während eines Kontaktes
mit dem Stulp des Aktivflügelschlosses oder einem Türflügelstulp, den Riegelschieber
von starr nach weich schaltet.
[0010] Die beschriebenen Lösungen befassen sich mit dem sogenannten Falzluftausgleich, mit
dem auf variierende Falzluftmaße und damit auch auf ein variierendes Spaltmaß zwischen
dem Stulp des Gangflügelverschlusses und dem Stulp des Standflügelverschlusses reagiert
werden kann.
[0011] Von dem Falzluftmaß und dem Spaltmaß ist das sogenannte Entfernungsmaß zu unterscheiden,
dass auch als "Entfernung" bezeichnet wird. Dieses bezieht sich auf den Gangflügelverschluss.
Das Entfernungsmaß definiert den Abstand zwischen Schlossnuss und Profilzylinder des
Gangflügelverschlusses, wobei es sich um ein Einsteckschloss mit Schlossnuss und Profilzylinder
oder um ein Mittenschloss einer Mehrfachverriegelung handeln kann. Der Gangflügelverschluss
bzw. dessen Schlösser werden mit unterschiedlichem Entfernungsmaß angeboten, in der
Praxis z.B. mit "Entfernung 72" oder "Entfernung 92" und folglich mit einer Entfernung
zwischen Schlossnuss und Profilzylinder von 72 mm oder 92 mm. Aufgrund der Konstruktion
des Gangflügelverschlusses resultiert ein unterschiedliches Entfernungsmaß in einer
unterschiedlichen Konstruktion und insbesondere unterschiedlicher Dimensionierung
der Schlossmechanik, sodass insbesondere auch der Abstand zwischen den Verriegelungselementen,
z.B. Riegel und Falle, variiert. Bei einem Schloss mit Entfernung 92 ist der Abstand
zwischen Riegel und Falle folglich größer als bei einem Schloss mit Entfernung 72.
Daraus ergibt sich unmittelbar, dass bei einer zweiflügligen Tür die Auswerfer im
Gegenkasten je nach Entfernungsmaß des Gangflügelverschlusses unterschiedlich sein
müssen.
[0012] In der Praxis werden daher für ein Schloss mit z.B. Entfernung 72 einerseits und
ein Schloss mit Entfernung 92 andererseits unterschiedliche Gegenkästen zur Verfügung
gestellt. Das hat sich in der Praxis bewährt, da der jeweilige Gegenkasten optimal
an den korrespondierenden Gangflügelverschluss angepasst ist. Die Konstruktion, Herstellung
und insbesondere Lagerung von unterschiedlich konzipierten Gegenkästen ist jedoch
mit Aufwand und Kosten verbunden - hier setzt die Erfindung ein.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gegenkasten für einen Standflügelverschluss
einer zweiflügligen Tür zu schaffen, der bei wirtschaftlichem und funktionsgerechten
Aufbau eine einfache und funktionssichere Anpassung an einen Gangflügelverschluss
und insbesondere an verschiedene Gangflügelverschlüsse mit unterschiedlichem Entfernungsmaß
ermöglicht.
[0014] Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einem gattungsgemäßen Gegenkasten
der eingangs beschriebenen Art, dass zumindest der erste Auswerfer (z.B. der Riegelauswerfer)
einen Träger und ein lösbar an dem Träger befestigtes Auswerferelement aufweist, welches
im Zuge der Betätigung der Betätigungseinrichtung gegen das Verriegelungselement des
Gangflügelverschlusses drückt,
wobei das Auswerferelement wahlweise in zumindest zwei verschiedenen Montagepositionen
mit unterschiedlichem Abstand zu dem zweiten Auswerfer (z.B. zu dem Fallenauswerfer)
an dem Träger des ersten Auswerfers (z.B. des Riegelauswerfers) montierbar bzw. montiert
ist.
[0015] Zumindest der erste Auswerfer, bei dem es sich beispielsweise um den Riegelauswerfer
handeln kann, ist erfindungsgemäß nicht einstückig ausgebildet, sondern gleichsam
modular aus einem Träger einerseits und einem Auswerferelement andererseits zusammengesetzt,
wobei der Träger mit der Schlossmechanik gekoppelt ist und im Zuge der Betätigung
z.B. in der quer zur Schlosslängsrichtung orientierten Arbeitsrichtung verschoben
wird. Der Träger wirkt jedoch nicht unmittelbar auf das Verriegelungselement des Gangflügelverschlusses,
sondern über das an dem Träger befestigte Auswerferelement, das auch als Druckstück
bezeichnet werden kann. Erfindungsgemäß ist der Auswerfer so konstruiert, dass sich
das Auswerferelement in unterschiedlichen Positionen (insbes. bezogen auf die Schlosslängsrichtung
und folglich Höhenpositionen) an dem Träger befestigen lässt, um damit eine Anpassung
des Gegenkastens an das jeweilige Entfernungsmaß des Gangflügelverschlusses zu ermöglichen.
Dazu kann das Auswerferelement des ersten Auswerfers einerseits in einer ersten, z.B.
oberen Position mit einem ersten Abstand (entlang der Schlosslängsrichtung) von dem
zweiten Auswerfer und andererseits in einer zweiten, z.B. unteren Position mit einem
zweiten Abstand von dem zweiten Auswerfer an dem Träger befestigbar sein, wobei der
zweite Abstand um ein Differenzmaß größer ist als der erste Abstand. Soll der Gegenkasten
mit einem Gangflügelverschluss mit einem ersten, z.B. geringen Entfernungsmaß verwendet
werden, so wird das Auswerferelement in der ersten Position montiert. Soll der Gegenkasten
jedoch mit einem Gangflügelverschluss mit einem zweiten, z.B. größeren Entfernungsmaß
verwendet werden, so lässt sich das Auswerferelement in der zweiten Position montieren.
[0016] Sollen z.B. Gegenkästen für einen Gangflügelverschluss mit einem ersten. Entfernungsmaß
von z.B. 72 mm und einem zweiten Entfernungsmaß von z.B. 92 mm zur Verfügung gestellt
werden, bei denen sich eine Differenz von 20 mm für das Entfernungsmaß ergibt und
damit auch der Abstand von Riegel und Falle um 20 mm variiert, so ist der Auswerfer
des Gegenkastens so konstruiert, dass das Differenzmaß, das über die Montage des Auswerferelementes
in den unterschiedlichen Positionen erreicht wird, der beschriebenen Differenz von
z.B. 20 mm entspricht. Insgesamt lässt sich die Konstruktion des Gegenkastens durch
unterschiedliche Positionierung des Auswerferelementes an dem Träger an den Einsatz
in Kombination mit Standflügelverschlüssen mit unterschiedlichem Entfernungsmaß anpassen.
[0017] Diese Anpassung erfolgt jedoch in der Regel nicht erst im Zuge der Montage des Gegenkastens
vor Ort an der Tür. Vielmehr ist es zweckmäßig, im Zuge der Fertigung auch weiterhin
Gegenkästen zur Verfügung zu stellen, die an das jeweilige Entfernungsmaß des Gangflügelverschlusses
angepasst sind. Die erfindungsgemäße Konstruktion ermöglicht jedoch eine besonders
wirtschaftliche Fertigung und Montage des Gegenkastens bzw. der Gegenkästen mit reduzierter
Teilevielfalt und damit auch reduzierten Herstellungs- und Montagekosten (wobei sich
der Begriff der Montage hier nicht auf die Montage des Gegenkastens an der Tür vor
Ort, sondern auf die Montage der einzelnen Komponenten des Gegenkastens du folglich
dessen Herstellung bezieht) . Auch wenn folglich weiterhin für das Entfernungsmaß
72 und 92 jeweils unterschiedliche Gegenkästen zur Verfügung gestellt werden, so lassen
sich diese Gegenkästen mit überwiegend identischen Teilen montieren/herstellen, da
nicht die gesamte Schlossmechanik an das Entfernungsmaß anzupassen ist, sondern die
Anpassung durch die Montage des Auswerferelementes an dem Auswerfer in der jeweils
optimalen Funktion erfolgt.
[0018] Wesentlich für die Erfindung ist die Veränderung des Abstandes zwischen den Wirkflächen
der beiden Auswerfer und folglich des ersten Auswerfers und des zweiten Auswerfers,
wobei dieses erfindungsgemäß durch die Ausgestaltung zumindest des ersten Auswerfers
mit dem Auswerferelement realisiert wird, welches wahlweise in zumindest zwei verschiedenen
Montagepositionen montiert wird. Der erste Auswerfer kann als Riegelauswerfer ausgebildet
sein, der gegen den Riegel des Gangflügelverschlusses gedrückt wird und der zweite
Auswerfer kann als Fallenauswerfer ausgebildet sein, der gegen eine Falle des Gangflügelverschlusses
gedrückt wird. Der Gegenkasten ist folglich bevorzugt für das Zusammenwirken mit einem
Gangflügelverschluss bzw. Gangflügelschloss eingerichtet, welches in grundsätzlich
bekannter Weise einen Riegel und eine Falle aufweist. Die Falle, die auch als Schlossfalle
bezeichnet wird, ist bevorzugt federbelastet und folglich gegen die Kraft einer Feder
in das Schlossgehäuse zurückdrückbar und in der Regel nicht rückdrückgesichert. Sie
weist eine Fallenschräge auf. Demgegenüber ist der Riegel als echtes Verriegelungselement
bevorzugt rückdrückgesichert. Der Riegel lässt sich im Zuge der Entriegelung, z.B.
über einen Profilzylinder, einziehen, nicht jedoch wie eine Falle von außen in das
Schlossgehäuse zurückdrücken. Davon ausgehend schlägt die Erfindung optional vor,
dass der erste Auswerfer, der als Riegelauswerfer ausgebildet ist, gegen einen rückdrückgesicherten
Riegel des Gangflügelverschlusses drückbar ist und mit dem Auswerferelement die Rückdrücksicherung
des Riegels aufgehoben wird, indem das Auswerferelement beim Betätigen der Betätigungseinrichtungen
zunächst gegen eine Auslösenase des Riegels gedrückt wird. Die Ausgestaltung eines
rückdrückgesicherten Riegels mit einer Auslösenase zum Aufheben der Rückdrücksicherung
ist bei Schlössern eines Gangflügelverschlusses, die mit einem Standflügelverschluss
und insbesondere einem Panikverschluss zusammenwirken, grundsätzlich bekannt. Der
erfindungsgemäße Auswerfer mit dem lösbaren Auswerferelement ist bevorzugt so konstruiert,
dass dieses Auswerferelement, das in unterschiedlichen Positionen an dem Träger befestigbar
ist, im Zuge der Betätigung zunächst gegen die Auslösenase arbeitet und damit die
Rückdrücksicherung aufhebt.
[0019] Die erfindungswesentliche Möglichkeit, das Auswerferelement in zumindest zwei verschiedenen
Montagepositionen an dem Träger zu befestigen, lässt sich konstruktiv auf unterschiedliche
Weise umsetzen.
[0020] In einer ersten Ausführungsform weist der Träger des ersten Auswerfers, z.B. des
Riegelauswerfers, zumindest zwei beabstandete Montageaufnahmen auf, bei denen es sich
z.B. um Bohrungen handeln kann, wobei das Auswerferelement wahlweise in bzw. an diesen
Montageaufnahmen befestigbar ist, wobei die Montageaufnahmen vorzugsweise um das bereits
erwähnte Differenzmaß beabstandet sind. Die Bohrungen können als Gewindebohrungen
ausgebildet sein und das Auswerferelement kann als Schraubelement ausgebildet sein,
sodass sich das Auswerferelement wahlweise in die erste Gewindebohrung oder in die
zweite Gewindebohrung einschrauben lässt. So gelingt eine sehr einfache Montage des
Auswerferelementes in der jeweils gewünschten Position und damit eine sehr einfache
Anpassung des Gegenkastens an das konkrete Entfernungsmaß des gegenüberliegenden Schlosses.
[0021] In einer zweiten Ausführungsform kann das Auswerferelement an einer Auswerferplatte
angeordnet oder von einer Auswerferplatte gebildet sein, welche wahlweise in zwei
verschiedenen Orientierungen an dem Träger befestigbar ist, sodass das Auswerferelement
z.B. als Wendeplatte ausgebildet sein kann. Die Auswerferplatte/Wendeplatte kann einen
plattenförmigen Montageabschnitt aufweisen, an den das Auswerferelement angeschlossen,
z.B. einstückig angeformt ist. Der Träger des ersten Auswerfers kann einen oder mehrere
Tragbolzen aufweisen und die Auswerferplatte kann eine oder mehrere korrespondierende
Ausnehmungen aufweisen, sodass sich die Auswerferplatte einfach in zwei verschiedenen
Orientierungen auf die Tragbolzen aufstecken und damit an dem Träger montieren lässt.
Optional kann umgekehrt die Auswerferplatte mit den Tragbolzen und der Träger des
Auswerfers Ausnehmungen aufweisen. Da das Auswerferelement nicht zentrisch, sondern
exzentrisch (bezogen auf die Höhe) an dem Auswerferelement angeordnet ist, lässt sich
durch die Wahl der jeweiligen Orientierung die Montagehöhe des Auswerferelementes
und damit die Anpassung an das Entfernungsmaß realisieren.
[0022] Stets ist es vorteilhaft, wenn das Auswerferelement in den beiden Montagepositionen
um ein Differenzmaß beabstandet ist, d.h. die erste Montageposition unterscheidet
sich von der zweiten Montageposition um ein Differenzmaß entlang der Schlosslängsrichtung.
Dieses beträgt vorzugsweise 10 mm bis 30 mm, z.B. 20 mm. Wie bereits erläutert, wird
es bevorzugt an die Differenz der Entfernungsmaße der zu verwendenden Schlösser angepasst.
Das Differenzmaß entspricht folglich der Differenz zwischen einem ersten Entfernungsmaß
eines ersten Gangflügelverschluss und einem zweiten Entfernungsmaß eines zweiten Gangflügelverschluss.
[0023] Bei der Konstruktion der mechanischen Funktion des Gegenkastens kann grundsätzlich
auf bekannte Gegenkästen zurückgegriffen werden. In dem Gehäuse kann zumindest eine
über die Betätigungseinrichtungen, z.B. die Schlossnuss, in der Schlosslängsrichtung
verstellbare Schlosskette angeordnet sein, die mit einem oberen Stangenanschluss und/oder
einem unteren Stangenanschluss ausgerüstet oder verbunden ist, wobei über den oberen
Stangenanschluss und/oder über den unteren Stangenanschluss eine obere Verriegelungsstange
und/oder eine untere Verriegelungsstange für die Verriegelung des Standflügelverschlusses
anschließbar oder angeschlossen ist. Die Schlosskette wird auch als Treibstangenanschlussschieber
bezeichnet und kann z.B. von einem oder mehreren Schieber gebildet werden. Die Schlosskette
ist vorzugsweise mehrteilig ausgebildet, d.h. es wird eine obere Kette vorgesehen,
die auf eine obere Verbindungsstange arbeitet und eine untere Kette, die auf die untere
Verbindungsstange arbeitet. Da die Verbindungsstangen vorzugsweise in entgegengesetzten
Richtungen eingezogen werden, um den Standflügelverschluss zu entriegeln, werden vorzugsweise
auch die obere Kette und die untere Kette im Zuge der Betätigung durch die Betätigungseinrichtung
in entgegengesetzten Richtungen verschoben. Die obere Kette und/oder die untere Kette
können dabei im Zuge der Entriegelung gegen die Kraft einer oder mehrerer Federn verschoben
werden.
[0024] Um die Manipulationssicherheit weiter zu erhöhen, ist der Gegenkasten, z.B. die Schlosskette,
mit zumindest einer Rückdrücksicherung gegen ein manuelles Verschieben der Schlosskette
innerhalb des Gehäuses gesichert. Diese Rückdrücksicherung wird auch als Stangensperre
bezeichnet, denn durch Blockierung einer Verschiebung der Schlosskette (z.B. der oberen
und/oder der unteren Kette) in der Schlosslängsrichtung wird auch eine Verschiebung
der jeweiligen Verriegelungsstange oder beider Verriegelungsstange verhindert und
folglich gesperrt. Dazu können für die obere Kette einerseits und die untere Kette
andererseits jeweils separate Rückdrücksicherungen und auch jeweils mehrfache Rückdrücksicherungen
realisiert sein. Wichtig ist, dass durch Betätigung der Betätigungseinrichtung, z.B.
Drehung der Schlossnuss sowohl die Verriegelungsstangen eingezogen werden als auch
die Auswerfer betätigt und folglich in der Arbeitsrichtung verschoben und z. B. aus
dem Gehäuse des Gegenkastens herausgedrückt werden. Dazu arbeitet die Betätigungseinrichtung,
z.B. die Schlossnuss, über ein Getriebe oder über mehrere Getriebe mit einem oder
mehreren Getriebeelementen auf die Schlosskette, z.B. auf die obere Kette und/oder
auf die untere Kette sowie auf die Auswerfer, z.B. den Riegelauswerfer und den Fallenauswerfer.
Dazu wird auch auf die Figurenbeschreibung verwiesen.
[0025] Interessant ist, dass durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des zumindest ersten
Auswerfers eine Anpassung des Gegenkastens an unterschiedliche Entfernungsmaße erfolgen
kann, ohne dass das Getriebe bzw. die Hebelmechanik zwischen der Betätigungseinrichtung
und zumindest dem ersten Auswerfer verändert werden muss. Die Erfindung optimiert
das Prinzip der Gleichteileverwendung mit entsprechenden Vorteilen für die Lagerhaltung
Fertigung und Montage. Die einheitliche Verwendung eines Getriebes mit gleichem Hebelabstand
führt auch zu gleichbleibenden Bedienkräften für die verschiedenen Entfernungsmaße.
[0026] Im Vordergrund der Erfindung steht der beschriebene Gegenkasten, der Bestandteil
eines Standflügelverschlusses ist.
[0027] Die Erfindung betrifft aber auch einen Standflügelverschluss für einen Standflügel
einer zweiflügligen Tür, mit einem an einem Schlossstulp befestigten Gegenkasten der
beschriebenen Art. Der Standflügelverschluss weist zumindest eine Verriegelungsstange,
vorzugsweise eine obere Verriegelungsstange und eine untere Verbindungsstange auf,
wobei die obere Verriegelungsstange an einen oberen Stangenanschluss des Gegenkastens
und die untere Verriegelungsstange an einen unteren Stangenanschluss des Gegenkastens
angeschlossen sind.
[0028] Ferner betrifft die Erfindung eine Schließanlage für eine zweiflüglige Tür, wobei
die Schließanlage einerseits einen Gangflügelverschluss und andererseits einen Standflügelverschluss
der beschriebenen Art mit den erfindungsgemäßen Gegenkasten aufweist. Der Gangflügelverschluss
wird an einem Gangflügel der zweiflügligen Tür befestigt und der Standflügelverschluss
wird an einem Standflügel der zweiflügligen Tür befestigt. Bei dem Gangflügelverschluss
kann es sich um einen herkömmlichen Gangflügelverschluss, z.B. ein Einsteckschloss
oder auch ein Treibstangenschloss mit Mehrfachverriegelung handeln. Das Einsteckschloss
oder das Mittenschloss des Gangflügelverschlusses kann als Verriegelungselemente eine
Falle und einen Riegel aufweisen und im Übrigen die bereits erwähnte Schlossnuss und
den Profilzylinder, deren Abstand das Entfernungsmaß des Gangflügelverschlusses definiert.
Der Riegel des Einsteckschlosses oder Mittenschlosses ist in der beschriebenen Weise
bevorzugt mit einem Auslöseelement, z.B. einer Auslösenase vorgesehen, die von dem
zugeordneten Auswerfer betätigt wird, um eine gegebenenfalls vorgesehene Rückdrücksicherung
des Riegels aufzuheben.
[0029] Schließlich betrifft die Erfindung auch einen Baukasten und folglich ein System,
welches zumindest zwei Gegenkästen der beschriebenen Art umfasst, d.h. einen ersten
Gegenkasten der für einen Gangflügelverschluss mit einem ersten Entfernungsmaß ausgebildet
ist und einen zweiten Gegenkasten, der für einen Gangflügelverschluss mit einem zweiten
Entfernungsmaß ausgebildet ist, wobei das zweite Entfernungsmaß von dem ersten Entfernungsmaß
abweicht und z.B. um das erwähnte Differenzmaß größer oder kleiner ist. Interessant
ist, dass die beiden Gegenkästen mit grundsätzlich identischer Hebelmechanik konstruiert
sein können und dass sie sich im Wesentlichen dadurch unterscheiden, dass das erfindungswesentliche
Auswerferelement in unterschiedlichen Positionen an dem Träger des ersten Auswerfers
befestigt ist. Mit diesem System werden zwei Gegenkästen zur Verfügung gestellt, die
durch die beschriebene Montage des Auswerferelementes für verschiedene Schlösser mit
unterschiedlichem Entfernungsmaß ausgebildet sind, die sich jedoch durch eine grundsätzlich
identische Hebelmechanik auszeichnen können.
[0030] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert, die lediglich
Ausführungsbeispiele darstellen. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Schließanlage für eine zweiflüglige Tür,
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus Fig. 1,
- Fig. 3
- einen erfindungsgemäßen Gegenkasten eines Standflügelverschlusses der Schließanlage
nach Fig. 1 und 2,
- Fig. 4
- einen ersten Gegenkasten mit zugeordnetem Gangflügelverschluss für ein erstes Entfernungsmaß,
- Fig. 5
- einen zweiten Gegenkasten mit zugeordnetem Standflügelverschluss mit zweitem Entfernungsmaß,
- Fig. 6A
- den Auswerfer des Gegenkastens nach Fig. 4,
- Fig. 6B
- den Auswerfer des Gegenkastens nach Fig. 5,
- Fig. 7A, B
- eine abgewandelte Ausführungsform der Auswerfer nach Fig. 6A und 6B in zwei verschiedenen
Montagepositionen,
- Fig. 8A,B
- einen Ausschnitt aus dem erfindungsgemäßen Gegenkasten im Bereich der oberen Schlosskette
in zwei verschiedenen Ansichten und
- Fig. 9A,B
- einen Ausschnitt aus dem erfindungsgemäßen Gegenkasten im Bereich der unteren Schlosskette
in zwei verschiedenen Ansichten.
[0031] In Fig. 1 ist eine Schließanlage für eine zweiflüglige Tür (mit einem Gangflügel
1 und einem Standflügel 2) dargestellt, die vorzugsweise mit einer Panikfunktion ausgerüstet
ist. Die Schließanlage weist einen an dem Gangflügel 1 befestigten Gangflügelverschluss
3 auf, der in einem Mittenschloss 4 als Verriegelungselemente einen Riegel 5 und eine
Falle 6 aufweist. Ferner weist die Schließanlage einen Standflügelverschluss 7 auf,
der an dem Standflügel 2 der zweiflügligen Tür befestigt ist. Der Standflügelverschluss
7 weist einen Gegenkasten 8 sowie eine an den Gegenkasten 8 angeschlossene obere Verriegelungsstange
9a und eine an den Gegenkasten 8 angeschlossene untere Verbindungsstangen 9b auf.
Im verriegelten Zustand greift die obere Verriegelungsstangen 9a mit ihrem oberen
Ende in eine Verriegelungsaufnahme 10a, die z.B. am oberen Türrahmen angeordnet ist.
Die untere Verriegelungsstangen 9b greift mit ihrem unteren Ende in eine Verriegelungsaufnahme
10b, die z.B. in den Boden integriert ist. Der Gegenkasten 8 weist ein Gehäuse 11
und eine Betätigungseinrichtung auf, bei der es sich um eine Schlossnuss 12 handeln
kann. In die Schlossnuss 12 ist z.B. über einen Betätigungsstift ein (nicht dargestellter)
Drücker oder eine Panikstange zur Entriegelung des Standflügelverschlusses 7 eingesteckt.
Durch die Betätigung der Nuss 12, z.B. über die Panikstange oder einen Drücker, werden
die in Fig. 1 dargestellten Verriegelungsstangen 9a, 9b aus ihren Verriegelungspositionen
zurückgezogen und folglich in der Schlosslängsrichtung L verschoben, und zwar in entgegengesetzten
Richtungen hin zu dem Gegenkasten 8. Die Funktion des Gegenkastens 8 beschränkt sich
jedoch nicht auf das Einziehen der Verriegelungsstangen 9a, 9b zum Entriegeln des
Standflügelverschlusses 7. Denn für einen besonders sicheren Betrieb, z.B. für einen
Panikbetrieb, soll außerdem gewährleistet werden, dass die in den Gegenkasten 8 eingreifenden
Verriegelungselemente 5, 6 des Gangflügelverschlusses, z.B. die Falle 6 und der Riegel
5 des Gangflügelverschlusses 3 aus dem Gegenkasten 8 herausgedrückt werden, damit
das Aufschwenken des Standflügels 2 nicht durch die in den Gegenkasten 8 eingreifenden
Verriegelungselemente 5, 6 des Gangflügelverschlusses 3 gestört wird. Dazu ist der
Gegenkasten 8 mit zumindest zwei Auswerfern, nämlich einem ersten Auswerfer 13 und
einem zweiten Auswerfer 14 ausgerüstet, wobei der erste Auswerfer im Ausführungsbeispiel
einen Riegelauswerfer 13 und der zweite Auswerfer einen Fallenauswerfer 14 bildet.
Die Verriegelungselemente, nämlich die Falle 6 und der Riegel 5 des Gangflügelverschlusses
3 greifen in der Verriegelungsposition in den Gegenkasten 8 ein. Im Zuge der Entriegelung
des Standflügelverschlusses 7 wird die Schlossnuss 12 gedreht und damit werden die
Verriegelungsstange 9a, 9b eingezogen. Zugleich werden sowohl der Fallenauswerfer
14 als auch der Riegelauswerfer 13 in der Arbeitsrichtung A ausgefahren, sodass sie
sowohl die Schlossfalle 5 als auch den Riegel 4 des Gangflügelverschlusses 3 aus dem
Gegenkasten 8 herausdrücken, sodass der Gangflügelverschluss einfach geöffnet werden
kann.
[0032] Dazu arbeitet die Schlossnuss 12 über mehrere Getriebeelemente sowohl auf die obere
Verbindungsstangen 9a und die untere Verbindungsstangen 9b als auch auf den oberen
Auswerfer 14 und den unteren Auswerfer 13. In dem Schlossgehäuse 11 des Gegenkastens
8 ist eine in der Schlosslängsrichtung L verschiebbare obere Kette 15a angeordnet,
die einen Stangenanschluss 16a für die obere Verbindungsstange 9a bildet. Außerdem
ist eine im Gehäuse 11 verschiebbare untere Kette 15b vorgesehen, die einen Stangenanschluss
16b für die untere Verbindungsstangen 9b bildet bzw. aufweist.
[0033] Die Schlossnuss 12 arbeitet über ein oder mehrere Getriebeelemente auf die obere
Kette 15a. Im Ausführungsbeispiel arbeitet die Schlossnuss 12 über ein Umlenkrad 17
auf die Schlosskette 15a, sodass im Zuge der Betätigung der Schlossnuss 12 die obere
Kette 15a gegen die Kraft einer Feder 19a nach unten verschoben und damit die obere
Verriegelungsstange 9a eingezogen wird. Ferner arbeitet die Schlossnuss 12 über einen
Nussarm 20 auf einen Umlenkhebel 21, der mit der unteren Kette 15b gekoppelt ist,
sodass im Zuge der Betätigung der Schlossnuss 12 durch Verschwenken des Umlenkhebels
21 die untere Schlosskette 15b gegen die Kraft einer Feder 19b nach oben verschoben
und damit die untere Verriegelungsstangen 9b eingezogen wird.
[0034] Außerdem arbeitet die Schlossnuss 12 über das Umlenkrad 17 auf den oberen Auswerfer
14 und folglich den Fallenauswerfer 14, sodass im Zuge der Drehung der Schlossnuss
12 der Auswerfer 14 in der Arbeitsrichtung A aus dem Gehäuse 11 herausgedrückt wird.
[0035] Die Schlossnuss 12 ist über ein weiteres Getriebeelement, nämlich einen Antriebshebel
22 mit dem unteren Auswerfer und folglich Riegelauswerfer 13 wirkverbunden. Bei Drehung
der Schlossnuss 12 wird der Antriebshebel 22 verschwenkt und damit der untere Riegelauswerfer
13 in der Arbeitsrichtung A aus dem Gehäuse 12 herausgedrückt.
[0036] Der in den Figuren dargestellte Standflügelverschluss 7 ist erfindungsgemäß so konzipiert,
dass die Konstruktion auf einfache Weise an verschiedene Standflügelverschlüsse 7
mit unterschiedlichem Entfernungsmaß E1 bzw. E2 angepasst werden können. Dazu zeigt
die Fig. 4 einen Gangflügelverschluss bzw. das Mittenschloss eines Gangflügelverschlusses
3 mit einem ersten Entfernungsmaß E1, das z.B. 92 mm beträgt, sowie einen korrespondierenden
Gegenkasten 8. Demgegenüber zeigt die Fig. 5 einen Gangflügelverschluss bzw. das Schloss
eines Gangflügelverschlusses 3' mit einem zweiten Entfernungsmaß E2 von z.B. 72 mm,
sowie einen korrespondierenden Gegenkasten 8'.
[0037] Bei dem Entfernungsmaß E1, E2 handelt es sich jeweils um den Abstand zwischen der
Schlossnuss 25 (des Gangflügelverschlusses 3) und einem lediglich angedeuteten Profilzylinder
26. Eine vergleichende Betrachtung der Figuren 4 und 5 zeigt, dass bei dem reduzierten
Entfernungsmaß E2 auch der Abstand zwischen Falle 6 und Riegel 5 des Schlosses reduziert
ist. Dementsprechend müssen auch die Auswerfer 13, 14 des jeweiligen Gegenkastens
8, 8' einen daran angepassten Abstand entlang der Schlosslängsrichtung L haben. Erfindungsgemäß
wird dieses dadurch realisiert, dass der erste Auswerfer und folglich der Riegelauswerfer
13 einerseits einen Träger 23 und andererseits ein lösbar an dem Träger 23 befestigtes
Auswerferelement 24 aufweist, welches bei der Betätigung der Betätigungseinrichtung
12 gegen den Riegel 5 des Gangflügelverschlusses 3 drückt. Das Auswerferelement 24
ist nicht fest an dem Träger 23 befestigt, sondern es lässt sich in zwei verschiedenen
Montagepositionen, nämlich einer unteren Montageposition (Fig. 4) oder einer oberen
Montageposition (Fig. 5) an dem Träger 23 des Auswerfers 13 montieren, sodass das
Auswerferelement 24 wahlweise mit unterschiedlichem Abstand A1, A2 zu dem Fallenauswerfer
14 montiert ist. Dieses ergibt sich in einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 3
und 4. In der Funktionsstellung gemäß Fig. 4 ist das Auswerferelement 24 in einem
größeren Abstand A2 zu dem Fallenauswerfer 14 montiert als in Fig. 5, wobei der Abstand
in Fig. 4 um ein Differenzmaß größer ist als der erste Abstand A1, wobei dieses Differenzmaß
M dem Unterschied zwischen dem ersten Entfernungsmaß E1 und dem zweiten Entfernungsmaß
E2 entsprechen kann. Einzelheiten sind auch nochmals in den Fig. 6A und 6B dargestellt,
die lediglich den Riegelauswerfer 13 im Zusammenwirken mit dem Riegel 5 des Gangflügelverschlusses
3 bzw. 3' zeigen, wobei Fig. 6A die Montageposition entsprechend Fig. 4 und Fig. 6B
die Montageposition entsprechend Fig. 5 zeigt. Dabei zeigt die Fig. 5 beispielhaft
einen Gegenkasten 8' mit einem reduzierten Entfernungsmaß E2 und zugleich auch einem
vergrößerten Dornmaß D. Darauf kommt es im Rahmen der Erfindung jedoch nicht an, sodass
gleichermaßen in Fig. 5 ein Gegenkasten mit demselben Dornmaß verwendet werden kann,
wie in Fig. 4 dargestellt.
[0038] Eine vergleichende Betrachtung der Fig. 4 und 5 zeigt im Übrigen, dass die beiden
Gegenkästen 8, 8'im Wesentlichen mit derselben Schlossmechanik ausgerüstet sind, sodass
zu einem ganz wesentlichen Teil identische Bauteile verwendet werden können. Die Anpassung
des Gegenkastens an das entsprechende Entfernungsmaß E1, E2 des Schlosses erfolgt
nicht durch vollständigen Austausch der Schlossmechanik, sondern durch die Auswahl
der passenden Montageposition des Auswerferelementes 24 an dem Auswerferträger 23.
In der dargestellten Ausführungsform wird zwar in Fig. 5 aufgrund des vergrößerten
Dornmaßes ein Träger 23 verwendet, der in seiner Länge von dem Träger 23 gemäß Fig.
4 abweicht. Sofern jedoch Gegenkästen mit identischem Dornmaß verwendet werden, könnte
auch hier auf einen Träger in derselben Dimension bzw. auf einen Träger identischer
Bauweise zurückgegriffen werden. Unabhängig davon, ob Schlösser mit gleichem oder
identischem Dornmaß verwendet werden, hat die erfindungsgemäße Ausgestaltung den Vorteil,
dass die übrige Hebelmechanik identisch ausgebildet werden kann und dass insbesondere
die Hebelgeometrie und der Hebelabstand des Antriebshebels 22 identisch bleibt, sodass
in der Praxis identische Bedienkräfte unabhängig von dem Entfernungsmaß des Schlosses
auftreten.
[0039] Von besonderer Bedeutung ist die Möglichkeit, das Auswerferelement 24 wahlweise in
unterschiedlichen Höhenpositionen an dem Träger 23 montieren zu können. Eine mögliche
Konstruktion ist in den Fig. 6A und 6B dargestellt. Bei der Ausführungsform nach Fig.
6A und 6B weist der Träger 23 des ersten Auswerfers 13 zwei entlang der Schlosslängsrichtung
L beabstandete Montageaufnahmen 34a,b in Form von Bohrungen auf, an denen das Auswerferelement
24 wahlweise befestigt wird. Die Montageaufnahmen 34a, b sind um das Differenzmaß
M beabstandet. Im Ausführungsbeispiel sind die Montageaufnahmen 34a, b als Gewindebohrungen
ausgebildet und das Auswerferelement 24 ist als Schraubelement ausgebildet, welches
wahlweise in die jeweilige Gewindebohrung eingeschraubt wird.
[0040] Die Fig. 7A und 7B zeigen eine alternative Ausführungsform, bei welcher das Auswerferelement
24 an einer Auswerferplatte 33 angeordnet ist, welche in zwei verschiedenen Orientierungen
an dem Träger 23 befestigbar ist, sodass die Auswerferplatte 33 eine Wendeplatte bildet.
Dazu ist der Träger 23 mit mehreren Tragbolzen 35 ausgerüstet und die Auswerferplatte
33 ist mit mehreren Ausnehmungen 36 ausgerüstet, sodass die Auswerferplatte 33 in
unterschiedlichen Positionen auf die Tragbolzen 35 des Trägers 23 aufsteckbar ist.
Wichtig ist, dass das an die Auswerferplatte 33 angeformte Auswerferelement 24 nicht
zentral an der Auswerferplatte 33 sondern dezentral angeschlossen ist, sodass es in
den unterschiedlichen Montageposition der Wendeplatte 33 auf unterschiedlicher Höhe
des Auswerfers 13 montiert ist. Die Höhendifferenz entspricht dem bereits erwähnten
Differenzmaß M, das im Ausführungsbeispiel 20 mm beträgt und der Differenz des Entfernungsmaßes
E1 und E2 entspricht.
[0041] Die Schlosskette bzw. die obere Kette 15A und die untere Kette 15B sind - wie bereits
erläutert - bevorzugt rückdrückgesichert, sodass damit auch die an die Ketten 15A,
15B angeschlossenen Verriegelungsstangen 9a, 9b rückdrückgesichert sind, um die Manipulationssicherheit
zu erhöhen. Möglichkeiten der Rückdrücksicherung sind in den Figuren 8A, 8B sowie
9A, 9B dargestellt. Die Figuren 8A und 8B zeigen beispielhaft die mehrfache Rückdrücksicherung
der oberen Kette 15A aus zwei verschiedenen Ansichten, nämlich einer vorderseitigen
Ansicht (Fig. 8A) und einer rückseitigen Ansicht (Fig. 8B). Eine erste Sperrfläche
27 wird an der Schlosskette gebildet, die mit einem Arm 28 des Umlenkhebels 17 zusammenwirkt.
Eine zweite Sperrfläche 29 wird in einer Ausnehmung der oberen Kette 15A gebildet,
in die ein Zapfen 30 an einem weiteren Arm des Umlenkhebels 17 eingreift. Eine dritte
Sperrfläche 31 wird im Bereich der oberen Kette 15A ebenfalls an dem bereits erwähnten
Arm der oberen Kette 15A gebildet, wobei diese dritte Sperrfläche mit dem Fallenauswerfer
14 zusammenwirkt. Es ist folglich beispielhaft eine dreifache Rückdrücksicherung im
Bereich der oberen Kette 15 A realisiert.
[0042] Die Fig. 9A und 9B zeigen beispielhaft die Rückdrücksicherung im Bereich der unteren
Kette 15B, und zwar wiederum aus zwei gegenüberliegenden Ansichten. Eine erste Sperrfläche
32 wird an der unteren Kette 15B gebildet, die mit einer Gegenfläche des Antriebshebels
22 zusammenwirkt. Eine zweite Sperrfläche wird an einem Vorsprung der oberen Kette
15B gebildet, die mit dem Riegelauswerfer 13 bzw. dessen Träger 23 zusammenwirkt.
1. Gegenkasten (8, 8') für einen Standflügelverschluss (7) einer zweiflügligen Tür, mit
- einem Gehäuse (11),
- einer Betätigungseinrichtungen (12), z.B. einer Schlossnuss, zum Entriegeln des
Standflügelverschlusses (7),
- einen ersten Auswerfer (13),
- einem zweiten Auswerfer (14),
wobei der erste Auswerfer (13) und der zweite Auswerfer (14) durch Betätigung der
Betätigungseinrichtung (16) gegen Verriegelungselemente (5,6) eines dem Standflügelverschluss
(7) gegenüberliegenden Gangflügelverschlusses (3, 3`) drückbar sind und dabei die
Verriegelungselemente (5, 6) des Gangflügelverschlusses (3, 3') aus dem Gehäuse (11)
des Gegenkastens (8) herausdrücken,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest der erste Auswerfer (13) einen Träger (23) und ein lösbar an dem Träger
(23) befestigtes Auswerferelement (24) aufweist, welches im Zuge der Betätigung der
Betätigungseinrichtung(12) gegen das Verriegelungselement (5) des Gangflügelverschlusses
(3, 3') drückt,
wobei das Auswerferelement (24) wahlweise in zumindest zwei verschiedenen Montagepositionen
mit unterschiedlichem Abstand (A1, A2) zu dem zweiten Auswerfer (14) an dem Träger
(23) des ersten Auswerfers (13) montierbar ist.
2. Gegenkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Auswerferelement (24) des ersten Auswerfers (13) einerseits in einer ersten,
z.B. oberen Position mit einem ersten Abstand (A1) (entlang der Schlosslängsrichtung)
von dem zweiten Auswerfer (14) und andererseits in einer zweiten, z.B. unteren Position
mit einem zweiten Abstand (A2) von dem zweiten Auswerfer (14) an dem Träger (23) befestigbar
ist, wobei der zweite Abstand (A2) um ein Differenzmaß (M) größer als der erste Abstand
(A1) ist.
3. Gegenkasten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Auswerfer (13) als Riegelauswerfer ausgebildet ist und gegen einen Riegel
(5) des Gangflügelverschlusses (3) drückbar ist und der zweite Auswerfer (14) als
Fallenauswerfer ausgebildet ist und gegen eine Falle (6) des Gangflügelverschlusses
(3) drückbar ist.
4. Gegenkasten nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Auswerfer (13) als Riegelauswerfer gegen einen rückdrückgesicherten Riegel
(5) des Gangflügelverschlusses (3) drückbar ist und mit dem Auswerferelement (24)
die Rückdrücksicherung des Riegels (5) aufgehoben wird, indem das Auswerferelement
(24) beim Betätigen der Betätigungseinrichtung (12) zunächst gegen eine Auslösenase
des Riegels (5) gedrückt wird.
5. Gegenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (23) des ersten Auswerfers (13) zumindest zwei beabstandete Montageaufnahmen
(34a,b) , z. B. Bohrungen, aufweist, an denen das Auswerferelement (24) wahlweise
befestigbar ist, wobei die Montageaufnahmen (34a, b) vorzugsweise um das Differenzmaß
(M) beabstandet sind.
6. Gegenkasten nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Montageaufnahmen (34a, b) als Gewindebohrungen und das Auswerferelement (24)
als Schraubelement ausgebildet sind, wobei das Auswerferelement (24) wahlweise in
die Gewindebohrungen einschraubbar ist.
7. Gegenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Auswerferelement (24) an einer Auswerferplatte (33) angeordnet oder von einer
Auswerferplatte gebildet ist, welche in zwei verschiedenen Orientierungen an dem Träger
(23) befestigbar ist, z.B. in der Ausführungsform als Wendeplatte.
8. Gegenkasten nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (23) einen oder mehrere Tragbolzen (35) aufweist und die Auswerferplatte
(33) eine oder mehrere, korrespondierende Ausnehmungen (36) aufweist, oder umgekehrt
die Auswerferplatte Tragbolzen und der Trägerausnehmungen.
9. Gegenkasten nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet dass das Differenzmaß (M) 10 mm bis 30 mm, z.B. 20 mm beträgt.
10. Gegenkasten nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Differenzmaß (M) der Differenz zwischen einem ersten Entfernungsmaß (E1) eines
ersten Gangflügelverschlusses (3) und einem zweiten Entfernungsmaß (E2) eines zweiten
Gangflügelverschlusses (3`) entspricht.
11. Standflügelverschluss (7) für einen Standflügel einer zweiflügligen Tür, mit einem
an einem Schlossstulp befestigten Gegenkasten (8) nach einem der Ansprüche 1 bis 10
und vorzugsweise mit einer oberen Verriegelungsstange (9a) und/oder einer unteren
Verriegelungsstange (9b) für die Verriegelung des Standflügelverschlusses.
12. Schließanlage für eine zweiflüglige Tür, mit einem an einem Gangflügel (1) befestigten
oder befestigbaren Gangflügelverschluss (3), der zumindest einen Riegel (5) als erstes
Verriegelungselement und eine Falle (6) als zweites Verriegelungselement aufweist,
wobei der Riegel (5) in der Schlosslängsrichtung (L) von der Falle (6) beabstandet
ist, z.B. unterhalb der Falle angeordnet ist, und
einem an einem Standflügel (2) befestigten oder befestigbaren Standflügelverschluss
(7) nach Anspruch 11.
13. Schließanlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Gangflügelverschluss (3) eine Betätigungseinrichtung (12), z.B. eine Schlossnuss
einerseits und einen Profilzylinder andererseits aufweist, wobei der Profilzylinder
um ein Entfernungsmaß (E1, E2) von der Betätigungseinrichtung bzw. Schlossnuss beabstandet
ist, z.B. um das Entfernungsmaß (E1, E2) unterhalb der Schlossnuss angeordnet ist.
14. Baukasten umfassend zumindest einen ersten Gegenkasten (8) nach einem der Ansprüche
1 bis 10 und einen zweiten Gegenkasten (8`) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 wobei
der erste Gegenkasten (8) für einen Gangflügelverschluss (3) mit einem ersten Entfernungsmaß
(E1) und der zweite Gegenkasten (8`) für einen Gangflügelverschluss (3') mit einem
zweiten Entfernungsmaß (E2) ausgebildet sind.
15. Baukasten nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung (12) jeweils über ein Getriebe auf den ersten Auswerfer
(13) arbeitet, wobei das Getriebe des ersten Gegenkastens (8) und das Getriebe des
zweiten Gegenkastens (8`) identisch ausgebildet und identisch dimensioniert sind.