(19)
(11) EP 4 578 642 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.07.2025  Patentblatt  2025/27

(21) Anmeldenummer: 24020347.1

(22) Anmeldetag:  17.12.2024
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B31B 50/00(2017.01)
B31B 50/06(2017.01)
B31B 50/62(2017.01)
B31B 50/88(2017.01)
B07C 5/344(2006.01)
B31B 100/00(2017.01)
B31B 120/30(2017.01)
B31B 50/04(2017.01)
B31B 50/26(2017.01)
B31B 50/81(2017.01)
B31B 50/98(2017.01)
B65B 57/04(2006.01)
B31B 110/35(2017.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
B31B 50/042; B31B 50/06; B31B 50/26; B31B 50/624; B31B 50/006; B31B 50/8125; B31B 50/88; B31B 50/98; B31B 50/8122; B07C 5/344; B65B 57/04; B31B 2100/0022; B31B 2110/35; B31B 2120/302
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
GE KH MA MD TN

(30) Priorität: 22.12.2023 DE 102023136577

(71) Anmelder: Mondi AG
1030 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Mayr, Marcus
    DE-76889 Niederotterbach (DE)

(74) Vertreter: Schneider, Andreas 
Oberer Markt 26
92318 Neumarkt i.d.OPf.
92318 Neumarkt i.d.OPf. (DE)

   


(54) QUALITÄTSPRÜFUNG UND AUSSCHLEUSUNG VON EINZELPRODUKTEN IN EINER AUTOMATISIERTEN PRODUKTVERARBEITUNGSLINIE


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft die Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie. Um eine vergleichsweise einfache und sichere Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie zu ermöglichen, wird ein Verfahren mit folgenden Schritten vorgeschlagen: Erfassen (41) wenigstens einer Produkteigenschaft von Einzelprodukten (3), welche die Produktverarbeitungslinie durchlaufen, Erkennen (42) fehlerhafter Einzelprodukte (3) durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft, Markieren (43) von als fehlerhaft erkannten Einzelprodukten (3) mit einer mit Hilfe eines Metalldetektors (33) detektierbaren, insbesondere metallischen oder metallhaltigen Markierung (7), Identifizieren (44) markierter Einzelprodukte (3) mit Hilfe eines Metalldetektors (33), und automatisiertes Ausschleusen (45) identifizierter Einzelprodukte (3) aus der Produktverarbeitungslinie.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie, insbesondere zur Qualitätsprüfung von Faltschachteln während ihrer Herstellung in einer automatisierten Fertigungslinie, die eine Faltschachtelklebemaschine umfaßt. Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine automatisierte Produktverarbeitungslinie bzw. eine Faltschachtelklebemaschine mit einer solchen Vorrichtung zur Qualitätsprüfung.

[0002] Aus Kostengründen werden Produktverarbeitungslinien oft vollständig oder teilweise automatisiert. Insbesondere bei vollautomatisierten Linien entfällt jedoch die optische Kontrolle durch den Werker. Um dennoch die geforderte Produktqualität zu garantieren, werden Qualitätsinspektionssysteme eingesetzt, um fehlerhafte Produkte zu erkennen. Bei automatisierten Produktverarbeitungslinien mit integrierter Qualitätsüberwachung wird zur Verringerung der Kosten auch eine automatisierte Ausschleusung fehlerhafter Produkte angestrebt. Allerdings ist für eine automatisierte Ausschleusung eine Streckenverfolgung erforderlich, mit deren Hilfe eine Vielzahl von durch eine Produktverarbeitungsstrecke transportierter Produkte verfolgt werden kann. Eine solche Streckenverfolgung kann insbesondere bei Verarbeitungsmaschinen mit älteren Steuerungen oft nicht implementiert werden oder ist aus anderen Gründen nicht realisierbar.

[0003] Auch in Fällen, in denen Einzelprodukte innerhalb der Verarbeitungslinie kumuliert und/oder in denen kumulierte Einzelprodukte wieder vereinzelt werden, ist eine Streckenverfolgung nicht oder nur bedingt möglich.

[0004] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Arten von Faltschachtelklebemaschinen zur Herstellung von Faltschachteln aus Zuschnitten bekannt. Ebenfalls bekannt sind verschiedene automatisierte Verfahren zur Qualitätsprüfung von Faltschachteln während ihrer Herstellung. Dabei werden regelmäßig u. a. die Faltung (Faltgenauigkeit) und die Verklebung (Leimauftrag, Schiefklebung, ...) geprüft.

[0005] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine vergleichsweise einfache und sichere Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie zu ermöglichen, insbesondere eine Qualitätsprüfung von Faltschachteln während ihrer Herstellung in einer automatisierten Fertigungslinie, die eine Faltschachtelklebemaschine umfaßt. Insbesondere soll eine Qualitätsprüfung bereitgestellt werden, bei der eine automatisierte Ausschleusung fehlerhafter Produkte möglich ist, ohne daß eine Streckenverfolgung stattfindet.

[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 bzw. durch die Gegenstände der weiteren unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. Die im Folgenden im Zusammenhang mit dem Verfahren erläuterten Vorteile und Ausgestaltungen gelten sinngemäß auch für die erfindungsgemäße Vorrichtung und umgekehrt.

[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren umfaßt die folgenden Schritte: Erfassen wenigstens einer Produkteigenschaft von Einzelprodukten, welche die Produktverarbeitungslinie durchlaufen, Erkennen fehlerhafter Einzelprodukte durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft, Markieren von als fehlerhaft erkannten Einzelprodukten mit einer mit Hilfe eines Metalldetektors detektierbaren, insbesondere metallischen oder metallhaltigen Markierung, Identifizieren markierter Einzelprodukte mit Hilfe eines Metalldetektors, und automatisiertes Ausschleusen identifizierter Einzelprodukte aus der Produktverarbeitungslinie. Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt Einrichtungen, die zur Durchführung dieser Verfahrensschritte ausgebildet sind.

[0008] Mit der Erfindung wird anhand der Prüfung von Produkteigenschaften als Qualitätsmerkmale eine vergleichsweise einfache und sichere Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie ermöglicht, insbesondere eine Qualitätsprüfung von Faltschachteln während ihrer Herstellung in einer Fertigungslinie, die eine Faltschachtelklebemaschine umfaßt. Insbesondere wird eine Qualitätsprüfung bereitgestellt, bei der eine automatisierte Ausschleusung fehlerhafter Produkte möglich ist, ohne daß eine Streckenverfolgung stattfindet. Auf diese Weise kann eine automatisierte Ausschleusung beispielsweise auch bei Faltschachtelklebemaschinen erfolgen, in denen einzelne Faltschachteln zu einem Schuppenstrom kumuliert werden, dessen Schuppungsdistanz (Abstand von Schachtel zu Schachtel) variabel eingestellt werden kann.

[0009] Die erfindungsgemäße Lösung ist bei allen Verarbeitungslinien einsetzbar, in denen - im Gegensatz zu ablaufenden Bahnsystemen - Einzelprodukte verarbeitet werden, und in denen keine metallischen Grundstoffe eingesetzt werden bzw. bei denen die Produkte keine metallischen Bestandteile aufweisen. Besonders vorteilhaft einsetzbar ist die erfindungsgemäße Lösung in der Karton- und Wellpappenindustrie, insbesondere bei der Fertigung von Faltschachteln mit Hilfe von Faltschachtelklebemaschinen.

[0010] Durch das frühzeitige Erkennen und Bewerten der aktuellen Ausschußquote kann schnell in die laufende Produktion eingegriffen werden, um Produktionsfehler zu verhindern, wodurch die internen Produktionskosten verringert werden. Neben der eindeutigen Markierung und Ausschleusung von fehlerhafter Ware ist eine präzise Auswertung und Statistik möglich.

[0011] Gemäß bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung umfaßt das Markieren ein An-, Auf- oder Einbringen eines metallischen oder metallhaltigen Materials (z.B. Druckfarbe, Lack, Verschnitt oder Klebstoff) oder eines metallischen oder metallhaltigen Elements (z.B. Etikett, Klammer, Nagel, insbesondere Zwecke) an einem, auf ein oder in ein als fehlerhaft erkanntes Einzelprodukt, insbesondere durch Sprühen, Drucken, Druckextrudieren, Etikettieren, Auf- oder Einschießen oder andere geeignete Markierungsverfahren.

[0012] Alternativ zu einer Ausführungsform der Erfindung, bei der eine automatisierte selektive Ausschleusung von Einzelprodukten erfolgt, werden gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung während des automatisierten Ausschleusens kumulierte Einzelprodukte ausgeschleust. Mit anderen Worten wird auch dann, wenn bei gebündelten, gestapelten oder dergleichen Einzelprodukten nur ein einziges fehlerhaftes Einzelprodukt enthalten ist, das gesamte Bündel, der gesamte Stapel oder dergleichen ausgeschleust. Damit wird sichergestellt, daß die Verarbeitungslinie ausschließlich qualitativ hochwertige, fehlerfreie Einzelprodukte verlassen.

[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1
eine Faltschachtelklebemaschine,
Fig. 2
eine Faltschachtel mit einer Markierung,
Fig. 3
einen Verfahrensablauf.


[0014] In den Fig. 1 und 2 sind die Faltschachtelklebemaschine bzw. die Faltschachtel lediglich schematisch und nur mit ihren wesentlichen Bestandteilen gezeigt.

[0015] Einer beispielhaften Faltschachtelklebemaschine 1 werden Zuschnitte 2 zugeführt. Die Faltschachtelklebemaschine 1 umfaßt eine Reihe von Stationen, die nacheinander angeordnet sind und eine automatisierte Fertigungslinie 10 bilden, durch die hindurch die Zuschnitte 2 bzw. die daraus hergestellten Faltschachteln 3 in Prozeßrichtung 4 transportiert werden.

[0016] Die der Faltschachtelklebemaschine 1 zugeführten Zuschnitte 2 aus Wellpappe werden in einem vorhergehenden Prozeß hergestellt (nicht abgebildet). Dabei wird die Wellpappe in einer Bogendruckmaschine bedruckt und anschließend mit Hilfe einer Bogenstanzmaschine gestanzt. Die Zuschnitte 2 können auch mit Handgriffen, Sichtlöchern oder dergleichen versehen sein. Ein anderes geeignetes Material ist beispielsweise Karton.

[0017] In einer Einlegestation 11 werden die solcherart hergestellten, gestanzten Zuschnitte 2 mit Hilfe eines Einlegeroboters automatisiert in die Faltschachtelklebemaschine eingelegt und einer Falt- und Klebestation 12 zugeführt, die den Kern der Fertigungslinie bildet. Dort werden die Zuschnitte 2, die in einer dem Fachmann bekannten Art und Weise Boden-, Deckel- und Seitenklappen aufweisen, mit einem Klebstoff versehen, wofür üblicherweise Leimdüsen oder dergleichen zum Aufbringen von Leimstreifen verwendet werden. Anschließend werden die Klappen derart gefaltet bzw. umgelegt, daß sie in einem sich überlappenden Bereich miteinander verkleben. Die so erhaltenen und flachgelegten Faltschachteln 3 durchlaufen eine Preßstation 13. Diese umfaßt ein Preßband, mit dem Druck auf die Schuppenbahn und damit die Klebestellen ausgeübt wird.

[0018] Die Faltschachtelklebemaschine 1 ist für die Fertigung von E-Commerce-Verpackungen ausgeführt und umfaßt hierzu eine zusätzliche E-Commerce-Station 14 zum Anbringen von Applikationen für den Online-Handel, wie Heißkleber, Silikonband und Aufreißfaden. Zum Anbringen der Applikationen wird der Schuppenstrom vereinzelt.

[0019] Anschließend werden die Faltschachteln 3 in einer Abpackstation 15 in Paketen gestapelt und mit Bündelband transportfähig umreift. Eine Ausgabestation 16 mit Palettierroboter schließt die Fertigungslinie 10 ab.

[0020] Zum Transport der Zuschnitte bzw. Faltschachteln weisen die einzelnen Stationen angetriebene Fördermittel auf. Während des Durchlaufs durch die Fertigungslinie 10 werden die Produkte zu einem Schuppenstrom kumuliert bzw. erforderlichenfalls wieder vereinzelt und erneut kumuliert. Die dafür benötigten Förder- und Handhabungsmittel sind dem Fachmann bekannt.

[0021] Bei der Herstellung von Faltschachteln lassen sich u.a. folgende Produkteigenschaften überwachen: Gewicht des Produkts, Schachtelabmessungen und Maßabweichungen sowie Faltgenauigkeit und Beschädigungen. Insbesondere können Spaltmaßdifferenzen und Schiefverklebungen festgestellt werden und die Ausprägung und das Faltbild der 45°-Klappen kann überwacht werden. Als weitere Produkteigenschaften können überwachen werden: Materialfehler des verwendeten Zuschnittmaterials, Druckfehler, die Lesbarkeit eines Barcodes bzw. QR-Codes, die Farbdichte von aufgebrachten Druckfarben sowie Farbabweichungen des Substrats oder des aufgebrachten Drucks (Weißgrad, CIELAB-Farbraum). Als Produkteigenschaften ebenfalls überwacht werden können: die Positionsgenauigkeit des Barcodes oder QR-Codes, die Positionsgenauigkeit von Etiketten oder Drucken, die Position von Heiß- und Kaltleim-Applikationen, die Position von Aufreißfäden oder die Position von Silikonband bei E-Commerce-Applikationen. Auch das Vorhandensein von Fremdpartikeln kann überwacht werden. Dafür geeigneten Meßvorrichtungen, Sensoren, Detektoren und dergleichen sowie deren Arbeitsweise sind dem Fachmann bekannt. Auf die benötigten Steuereinheiten für diese Mittel sowie Benutzer- und Kommunikationsschnittstellen und dergleichen wird daher nicht weiter eingegangen.

[0022] Je nachdem, welche Produkteigenschaft zur Qualitätskontrolle erfaßt werden soll, findet eine Inspektion der Produkte (Zuschnitte 2 oder Faltschachteln 3) dann statt, wenn die Produkte vereinzelt sind oder aber wenn die Produkte kumuliert sind. Einige der überprüfbaren Produkteigenschaften, wie beispielsweise das Gewicht oder eine ordnungsgemäße Bedruckung, können auch bereits an den Zuschnitten 2 inspiziert werden. Eine Inspektion des Leimauftrags erfolgt vor dem Falten, d.h. ebenfalls bei den noch vereinzelten Zuschnitten 2. Erforderlichenfalls werden die Produkte zum Zweck der Prüfung vereinzelt und anschließend wieder kumuliert. Ein solches Vereinzeln kann erfolgen, indem die Produkte in einem Transportbereich auf eine Geschwindigkeit beschleunigt werden, die eine Separation der flachgelegten Produkte sicherstellt. Zum Erkennen einer Schief- bzw. Falschverklebung können die fertiggeklebten und flachgelegten Faltschachteln 3 auch in Stapelform vermessen werden.

[0023] Beispielhaft wird nachfolgend eine Vorrichtung 20 und ein Verfahren zur Qualitätskontrolle anhand der Prüfung eines ordnungsgemäßen Leimauftrags als Produkteigenschaft beschrieben. Der Verfahrensablauf ist anhand der nachfolgend erläuterten Schritte 41 bis 45 in Fig. 3 schematisch abgebildet.

[0024] An geeigneten Inspektionspunkten 5 vor, während und/oder nach einem der oben skizzierten Fertigungsschritte sind Erfassungseinrichtungen 21 zum Erfassen einer oder mehrerer Produkteigenschaften von ausgewählten oder vorzugsweise allen die Fertigungslinie 10 durchlaufenden Einzelprodukten vorgesehen. Diese Einrichtungen können Meßvorrichtungen, Sensoren, Detektoren und dergleichen umfassen.

[0025] An einem Inspektionspunkt 5, der sich in der Fertigungslinie 10 unmittelbar nach dem Leimauftrag befindet, ist eine dafür geeignete Erfassungseinrichtung 21 vorgesehen, die zum Erfassen 41 eines ordnungsgemäßen Leimauftrags beispielsweise eine Kamera 31 umfaßt.

[0026] Eine Erkennungseinrichtung 22 zum Erkennen 42 fehlerhafter Produkte durch Bewerten der von der Erfassungseinrichtung 21 erfaßten Produkteigenschaft umfaßt eine Auswertesoftware, die in dem hier beschriebenen Beispiel in einer zentralen Steuer- und Recheneinheit 9 der Faltschachtelklebemaschine 1 implementiert ist. Es erfolgt eine Übertragung von im Rahmen der Erfassung von Produkteigenschaften erfaßten Meßwerte oder sonstigen Erfassungsdaten von der Erfassungseinrichtung 21 an die Erkennungseinrichtung 22 in der Steuer- und Recheneinheit 9.

[0027] Die Bewertung der erfaßten Produkteigenschaften in der Erkennungseinrichtung 22 erfolgt beispielsweise anhand eines Meßfensters (Soll-Bereich), wobei die Meßtoleranz je nach Produkt, Art der Wellpappe und Material individuell eingestellt sein kann. Ergibt das Bewerten der Produkteigenschaft, daß ein fehlerhaftes Produkt vorliegt, sendet die Erkennungseinrichtung 22 über die Steuer- und Recheneinheit 9 ein entsprechendes Steuersignal an eine Markierungseinrichtung 23, die zum Markieren 43 von als fehlerhaft erkannten Produkten mit einer mit Hilfe eines Metalldetektors detektierbaren, insbesondere metallischen oder metallhaltigen Markierung ausgebildet ist.

[0028] Die Markierungseinrichtung 23 umfaßt beispielsweise eine Düse 32 zum Aufsprühen einer Markierung 7 mit metallhaltiger Druckfarbe auf eine als fehlerhaft erkannte Faltschachtel 3. Die Markierung 7 stellt sich somit als Farbfleck dar, wie in Fig. 2 beispielhaft illustriert. Die Druckfarbe kann dabei metallische Farbpigmente enthalten, um den für eine zuverlässige Detektierung benötigten Metallanteil zu erreichen. Die Düse 32 ist an einem Markierungspunkt 6 plaziert, der sich vorzugsweise in unmittelbarer Nähe zu demjenigen Inspektionspunkt 5 befindet, an welchem die Produkteigenschaft festgestellt wurde, aufgrund der die Markierung erfolgt. Weitere Erfassungs-, Erkennungs- und Markierungseinrichtungen können zur Kontrolle anderer Qualitätsmerkmale in allen Stationen vorgesehen sein.

[0029] Die auf diese Weise markierte Faltschachtel 3 durchläuft die Fertigungslinie 10, wie oben beschrieben. An einer geeigneten Stelle der Fertigungslinie, vorzugsweise stromabwärts hinter sämtlichen Inspektions- und Markierungspunkten der Fertigungslinie, vorzugsweise im Abtransport, befindet sich eine Identifizierungseinrichtung 24, die einen geeigneten Metalldetektor 33 umfaßt. Die Identifizierungseinrichtung 24 ist zum Identifizieren 44 der markierten Faltschachteln 3 durch Detektion ausgebildet.

[0030] Ein geeigneter, nach dem Induktionsprinzip arbeitender Metalldetektor 33 ist in diesem Fall zur Detektion von Eisenmetallen ausgebildet und beispielsweise in Form eines Detektortunnels mit Sende- und Empfängerspulen ausgeführt. Die für die Markierung 7 verwendete eisenmetallhaltige Druckfarbe ist hinsichtlich ihrer elektrischen Leitfähigkeit und/oder magnetischen Permeabilität auf die Funktionsweise des Metalldetektors 33 abgestimmt. Die Identifizierungseinrichtung 24 umfaßt eine geeignete Auswerteeinheit mit Signalprozessor zur Auswertung der Meßergebnisse des Metalldetektors 33.

[0031] Am Ende der Fertigungslinie 10 ist an geeigneter Stelle eine Ausschleusungseinrichtung 25 angeordnet, die zum automatisierten Ausschleusen 45 desjenigen Faltschachtelstapels aus der Fertigungslinie ausgebildet ist, in dem sich eine markierte Faltschachtel 3 befindet. Zu diesem Zweck sendet, sobald eine markierte Faltschachtel 3 identifiziert wird, die Identifizierungseinrichtung 24 ein entsprechendes Ausschleusungssignal über die Steuer- und Recheneinheit 9 an die Ausschleusungseinrichtung 25. Die Ausschleusungseinrichtung 25 befindet sich in dem hier beschriebenen Beispiel unmittelbar hinter der Identifizierungseinrichtung 24 an einem gemeinsamen Identifizierungs- und Ausschleusungspunkt 7.

[0032] Zur Ausschleusung umfaßt die Ausschleusungseinrichtung 25 im hier skizzierten Fall einer Bündelausschleusung kumulierter Einzelprodukte beispielsweise einen mechanischen Kicker 34.

[0033] Alternativ kann die Ausschleusungseinrichtung 25 auch einen Aufzug, einen Querförderer oder einen Rollentisch umfassen. Im Fall einer selektiven Einzelausschleusung von Einzelprodukten umfaßt die Ausschleusungseinrichtung beispielsweise einen Kicker, eine Klappe oder eine Bandklappe. Die automatisiert ausgeschleusten Stapel werden manuell nachkontrolliert. Stapel ohne fehlerhafte Faltschachteln 3 werden zur weiteren Verwendung aus der Ausgabestation 16 ausgegeben.

[0034] Sämtliche Kommunikation erfolgt im beschriebenen Beispiel mit Hilfe von Ethernet-Schnittstellen der beteiligten Einrichtungen bzw. Anlagenkomponenten. Vorzugsweise sind einige oder alle beteiligten Einrichtungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung 20 über die zentrale Steuer- und Recheneinheit 9 sowohl miteinander als auch mit der Betriebssoftware der Faltschachtelklebemaschine 1 kommunikations- und datentechnisch über eine Datenverbindung 8 verbunden. Dies betrifft die Erfassungseinrichtung 21 zum Erfassen einer oder mehrerer Produkteigenschaften, die Erkennungseinrichtung 22 zum Erkennen fehlerhafter Einzelprodukte durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft, die Markierungseinrichtung 23 zum Markieren von als fehlerhaft erkannten Faltschachteln, die Identifizierungseinrichtung 24 zum Identifizieren der markierten Einzelprodukte und die Ausschleusungseinrichtung 25 zum automatisierten Ausschleusen der identifizierten Einzelprodukte aus der Fertigungslinie 10.

[0035] Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung kann eine umfassende Qualitätsprüfung von Faltschachteln 3 im laufenden Herstellungsprozeß erfolgen. Dabei wird beispielsweise die Einhaltung von zuvor definierten Toleranzwerten überprüft. Mangelhafte Faltschachteln 3 werden markiert und aus dem Prozeß ausgeschleust, so daß dem Abnehmer der Faltschachteln 3 ein fehlerfreies, qualitativ hochwertiges Produkt garantiert werden kann.

[0036] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist ausgebildet zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens. Vorzugsweise umfassen einige oder alle beteiligten Einrichtungen eine Datenverarbeitungseinheit, ausgebildet zur Durchführung aller Schritte entsprechend des hier beschriebenen Verfahrens, die in einem Zusammenhang mit der Verarbeitung von Daten stehen. Die Datenverarbeitungseinheiten, beispielsweise verwirklicht in der zentralen Steuer- und Recheneinheit 9 der Faltschachtelklebemaschine 1, weisen vorzugsweise eine Anzahl von Funktionsmodulen auf, wobei jedes Funktionsmodul ausgebildet ist zur Durchführung einer bestimmten Funktion oder einer Anzahl bestimmter Funktionen gemäß dem beschriebenen Verfahren. Bei den Funktionsmodulen kann es sich um Hardwaremodule oder Softwaremodule handeln. Mit anderen Worten kann die Erfindung, soweit es die Datenverarbeitungseinheit betrifft, entweder in Form von Computerhardware oder in Form von Computersoftware oder in einer Kombination aus Hardware und Software verwirklicht werden. Soweit die Erfindung in Form von Software, also als Computerprogrammprodukt, verwirklicht ist, werden sämtliche beschriebenen Funktionen durch Computerprogrammanweisungen realisiert, wenn das Computerprogramm auf einem Rechner mit einem Prozessor ausgeführt wird. Die Computerprogrammanweisungen sind dabei auf an sich bekannte Art und Weise in einer beliebigen Programmiersprache verwirklicht und können dem Rechner in beliebiger Form bereitgestellt werden, beispielsweise in Form von Datenpaketen, die über ein Rechnernetz übertragen werden, oder in Form eines auf einer Diskette, einer CD-ROM oder einem anderen Datenträger gespeicherten Computerprogrammprodukts.

[0037] Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und den Zeichnungen dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein. Diese Merkmale bzw. Merkmalskombinationen können jeweils eine selbständige Erfindung begründen, deren Inanspruchnahme ausdrücklich vorbehalten ist.

[0038] Bei der Angabe einer eine Erfindung definierenden Merkmalskombination müssen einzelne Merkmale aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels nicht zwingend mit einem oder mehreren oder allen anderen in der Beschreibung dieses Ausführungsbeispiels angegebenen Merkmalen kombiniert werden; diesbezüglich ist jede Unterkombination von Merkmalen eines oder mehrerer Ausführungsbeispiele ausdrücklich mitoffenbart.

[0039] Außerdem können gegenständliche Merkmale der Vorrichtung umformuliert als Verfahrensmerkmale Verwendung finden und Verfahrensmerkmale können umformuliert als gegenständliche Merkmale der Vorrichtung Verwendung finden. Auf diese Weise umformulierte Merkmale sind implizit mitoffenbart.

Bezugszeichenliste



[0040] 
1
Faltschachtelklebemaschine
2
Zuschnitt
3
Faltschachtel
4
Prozeßrichtung
5
Inspektionspunkt
6
Markierungspunkt
7
Identifizierungs- und Ausschleusungspunkt
8
Datenverbindung
9
zentrale Steuer- und Recheneinheit
10
Fertigungslinie
11
Einlegestation
12
Falt- und Klebestation
13
Preßstation
14
E-Commerce-Station
15
Abpackstation
16
Ausgabestation
20
Vorrichtung zur Qualitätsprüfung
21
Erfassungseinrichtung
22
Erkennungseinrichtung
23
Markierungseinrichtung
24
Identifizierungseinrichtung
25
Ausschleusungseinrichtung
31
Kamera
32
Düse
33
Metalldetektor
34
Kicker
41
Erfassungsschritt
42
Erkennungsschritt
43
Markierungsschritt
44
Identifizierungsschritt
45
Ausschleusungsschritt



Ansprüche

1. Verfahren zur Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie, insbesondere zur Qualitätsprüfung von Faltschachteln (3) während ihrer Herstellung in einer automatisierten Fertigungslinie (10), die eine Faltschachtelklebemaschine (1) umfaßt, mit den Schritten:

- Erfassen (41) wenigstens einer Produkteigenschaft von Einzelprodukten (3), welche die Produktverarbeitungslinie durchlaufen,

- Erkennen (42) fehlerhafter Einzelprodukte (3) durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft,

- Markieren (43) von als fehlerhaft erkannten Einzelprodukten (3) mit einer mit Hilfe eines Metalldetektors (33) detektierbaren, insbesondere metallischen oder metallhaltigen Markierung (7),

- Identifizieren (44) markierter Einzelprodukte (3) mit Hilfe eines Metalldetektors (33), und

- automatisiertes Ausschleusen (45) identifizierter Einzelprodukte (3) aus der Produktverarbeitungslinie.


 
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Markieren (43) ein Anbringen oder Aufbringen eines metallischen oder metallhaltigen Materials an einem oder auf ein als fehlerhaft erkanntes Einzelprodukt (3) umfaßt, insbesondere durch Sprühen, Drucken oder Druckextrudieren.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Markieren (43) ein Aufbringen oder Einbringen eines metallischen oder metallhaltigen Elements auf ein oder in ein als fehlerhaft erkanntes Einzelprodukt (3) umfaßt, insbesondere durch Etikettieren, Auf- oder Einschießen.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem während des automatisierten Ausschleusens (45) Einzelprodukte (3) selektiv ausgeschleust werden.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem während des automatisierten Ausschleusens (45) kumulierte Einzelprodukte (3) ausgeschleust werden.
 
6. Vorrichtung (20) zur Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie, insbesondere zur Qualitätsprüfung von Faltschachteln (3) während ihrer Herstellung in einer automatisierten Fertigungslinie (10), die eine Faltschachtelklebemaschine (1) umfaßt,

- mit einer Einrichtung (21) zum Erfassen (41) wenigstens einer Produkteigenschaft von Einzelprodukten (2, 3), welche die Produktverarbeitungslinie durchlaufen,

- mit einer Einrichtung (22) zum Erkennen (42) fehlerhafter Einzelprodukte (2, 3) durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft,

- mit einer Einrichtung (23) zum Markieren (43) von als fehlerhaft erkannten Einzelprodukten (2, 3) mit einer mit Hilfe eines Metalldetektors (33) detektierbaren, insbesondere metallischen oder metallhaltigen Markierung (7),

- mit einer Einrichtung (24) zum Identifizieren (44) markierter Einzelprodukte (3), wobei diese Einrichtung (24) einen Metalldetektor (33) aufweist, und

- mit einer Einrichtung (25) zum automatisierten Ausschleusen (45) identifizierter Einzelprodukte (3) aus der Produktverarbeitungslinie.


 
7. Automatisierte Produktverarbeitungslinie, insbesondere Fertigungslinie (10), die eine Faltschachtelklebemaschine (1) umfaßt, mit einer Vorrichtung (20) nach Anspruch 6.
 
8. Faltschachtelklebemaschine (1) mit einer Vorrichtung (20) nach Anspruch 6.
 
9. Computerprogramm, umfassend Befehle, die bewirken, daß die Vorrichtung des Anspruchs 6 die Verfahrensschritte nach Anspruch 1 ausführt.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht