[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Qualitätsprüfung
von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie, insbesondere
zur Qualitätsprüfung von Faltschachteln während ihrer Herstellung in einer automatisierten
Fertigungslinie, die eine Faltschachtelklebemaschine umfaßt. Darüber hinaus betrifft
die Erfindung eine automatisierte Produktverarbeitungslinie bzw. eine Faltschachtelklebemaschine
mit einer solchen Vorrichtung zur Qualitätsprüfung.
[0002] Aus Kostengründen werden Produktverarbeitungslinien oft vollständig oder teilweise
automatisiert. Insbesondere bei vollautomatisierten Linien entfällt jedoch die optische
Kontrolle durch den Werker. Um dennoch die geforderte Produktqualität zu garantieren,
werden Qualitätsinspektionssysteme eingesetzt, um fehlerhafte Produkte zu erkennen.
Bei automatisierten Produktverarbeitungslinien mit integrierter Qualitätsüberwachung
wird zur Verringerung der Kosten auch eine automatisierte Ausschleusung fehlerhafter
Produkte angestrebt. Allerdings ist für eine automatisierte Ausschleusung eine Streckenverfolgung
erforderlich, mit deren Hilfe eine Vielzahl von durch eine Produktverarbeitungsstrecke
transportierter Produkte verfolgt werden kann. Eine solche Streckenverfolgung kann
insbesondere bei Verarbeitungsmaschinen mit älteren Steuerungen oft nicht implementiert
werden oder ist aus anderen Gründen nicht realisierbar.
[0003] Auch in Fällen, in denen Einzelprodukte innerhalb der Verarbeitungslinie kumuliert
und/oder in denen kumulierte Einzelprodukte wieder vereinzelt werden, ist eine Streckenverfolgung
nicht oder nur bedingt möglich.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Arten von Faltschachtelklebemaschinen
zur Herstellung von Faltschachteln aus Zuschnitten bekannt. Ebenfalls bekannt sind
verschiedene automatisierte Verfahren zur Qualitätsprüfung von Faltschachteln während
ihrer Herstellung. Dabei werden regelmäßig u. a. die Faltung (Faltgenauigkeit) und
die Verklebung (Leimauftrag, Schiefklebung, ...) geprüft.
[0005] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine vergleichsweise einfache und sichere Qualitätsprüfung
von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie zu ermöglichen,
insbesondere eine Qualitätsprüfung von Faltschachteln während ihrer Herstellung in
einer automatisierten Fertigungslinie, die eine Faltschachtelklebemaschine umfaßt.
Insbesondere soll eine Qualitätsprüfung bereitgestellt werden, bei der eine automatisierte
Ausschleusung fehlerhafter Produkte möglich ist, ohne daß eine Streckenverfolgung
stattfindet.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 bzw. durch die Gegenstände
der weiteren unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben. Die im Folgenden im Zusammenhang mit dem Verfahren
erläuterten Vorteile und Ausgestaltungen gelten sinngemäß auch für die erfindungsgemäße
Vorrichtung und umgekehrt.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren umfaßt die folgenden Schritte: Erfassen wenigstens
einer Produkteigenschaft von Einzelprodukten, welche die Produktverarbeitungslinie
durchlaufen, Erkennen fehlerhafter Einzelprodukte durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft,
Markieren von als fehlerhaft erkannten Einzelprodukten mit einer mit Hilfe eines Metalldetektors
detektierbaren, insbesondere metallischen oder metallhaltigen Markierung, Identifizieren
markierter Einzelprodukte mit Hilfe eines Metalldetektors, und automatisiertes Ausschleusen
identifizierter Einzelprodukte aus der Produktverarbeitungslinie. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung umfaßt Einrichtungen, die zur Durchführung dieser Verfahrensschritte ausgebildet
sind.
[0008] Mit der Erfindung wird anhand der Prüfung von Produkteigenschaften als Qualitätsmerkmale
eine vergleichsweise einfache und sichere Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in
einer automatisierten Produktverarbeitungslinie ermöglicht, insbesondere eine Qualitätsprüfung
von Faltschachteln während ihrer Herstellung in einer Fertigungslinie, die eine Faltschachtelklebemaschine
umfaßt. Insbesondere wird eine Qualitätsprüfung bereitgestellt, bei der eine automatisierte
Ausschleusung fehlerhafter Produkte möglich ist, ohne daß eine Streckenverfolgung
stattfindet. Auf diese Weise kann eine automatisierte Ausschleusung beispielsweise
auch bei Faltschachtelklebemaschinen erfolgen, in denen einzelne Faltschachteln zu
einem Schuppenstrom kumuliert werden, dessen Schuppungsdistanz (Abstand von Schachtel
zu Schachtel) variabel eingestellt werden kann.
[0009] Die erfindungsgemäße Lösung ist bei allen Verarbeitungslinien einsetzbar, in denen
- im Gegensatz zu ablaufenden Bahnsystemen - Einzelprodukte verarbeitet werden, und
in denen keine metallischen Grundstoffe eingesetzt werden bzw. bei denen die Produkte
keine metallischen Bestandteile aufweisen. Besonders vorteilhaft einsetzbar ist die
erfindungsgemäße Lösung in der Karton- und Wellpappenindustrie, insbesondere bei der
Fertigung von Faltschachteln mit Hilfe von Faltschachtelklebemaschinen.
[0010] Durch das frühzeitige Erkennen und Bewerten der aktuellen Ausschußquote kann schnell
in die laufende Produktion eingegriffen werden, um Produktionsfehler zu verhindern,
wodurch die internen Produktionskosten verringert werden. Neben der eindeutigen Markierung
und Ausschleusung von fehlerhafter Ware ist eine präzise Auswertung und Statistik
möglich.
[0011] Gemäß bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung umfaßt das Markieren ein An-, Auf-
oder Einbringen eines metallischen oder metallhaltigen Materials (z.B. Druckfarbe,
Lack, Verschnitt oder Klebstoff) oder eines metallischen oder metallhaltigen Elements
(z.B. Etikett, Klammer, Nagel, insbesondere Zwecke) an einem, auf ein oder in ein
als fehlerhaft erkanntes Einzelprodukt, insbesondere durch Sprühen, Drucken, Druckextrudieren,
Etikettieren, Auf- oder Einschießen oder andere geeignete Markierungsverfahren.
[0012] Alternativ zu einer Ausführungsform der Erfindung, bei der eine automatisierte selektive
Ausschleusung von Einzelprodukten erfolgt, werden gemäß einer anderen Ausführungsform
der Erfindung während des automatisierten Ausschleusens kumulierte Einzelprodukte
ausgeschleust. Mit anderen Worten wird auch dann, wenn bei gebündelten, gestapelten
oder dergleichen Einzelprodukten nur ein einziges fehlerhaftes Einzelprodukt enthalten
ist, das gesamte Bündel, der gesamte Stapel oder dergleichen ausgeschleust. Damit
wird sichergestellt, daß die Verarbeitungslinie ausschließlich qualitativ hochwertige,
fehlerfreie Einzelprodukte verlassen.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine Faltschachtelklebemaschine,
- Fig. 2
- eine Faltschachtel mit einer Markierung,
- Fig. 3
- einen Verfahrensablauf.
[0014] In den Fig. 1 und 2 sind die Faltschachtelklebemaschine bzw. die Faltschachtel lediglich
schematisch und nur mit ihren wesentlichen Bestandteilen gezeigt.
[0015] Einer beispielhaften Faltschachtelklebemaschine 1 werden Zuschnitte 2 zugeführt.
Die Faltschachtelklebemaschine 1 umfaßt eine Reihe von Stationen, die nacheinander
angeordnet sind und eine automatisierte Fertigungslinie 10 bilden, durch die hindurch
die Zuschnitte 2 bzw. die daraus hergestellten Faltschachteln 3 in Prozeßrichtung
4 transportiert werden.
[0016] Die der Faltschachtelklebemaschine 1 zugeführten Zuschnitte 2 aus Wellpappe werden
in einem vorhergehenden Prozeß hergestellt (nicht abgebildet). Dabei wird die Wellpappe
in einer Bogendruckmaschine bedruckt und anschließend mit Hilfe einer Bogenstanzmaschine
gestanzt. Die Zuschnitte 2 können auch mit Handgriffen, Sichtlöchern oder dergleichen
versehen sein. Ein anderes geeignetes Material ist beispielsweise Karton.
[0017] In einer Einlegestation 11 werden die solcherart hergestellten, gestanzten Zuschnitte
2 mit Hilfe eines Einlegeroboters automatisiert in die Faltschachtelklebemaschine
eingelegt und einer Falt- und Klebestation 12 zugeführt, die den Kern der Fertigungslinie
bildet. Dort werden die Zuschnitte 2, die in einer dem Fachmann bekannten Art und
Weise Boden-, Deckel- und Seitenklappen aufweisen, mit einem Klebstoff versehen, wofür
üblicherweise Leimdüsen oder dergleichen zum Aufbringen von Leimstreifen verwendet
werden. Anschließend werden die Klappen derart gefaltet bzw. umgelegt, daß sie in
einem sich überlappenden Bereich miteinander verkleben. Die so erhaltenen und flachgelegten
Faltschachteln 3 durchlaufen eine Preßstation 13. Diese umfaßt ein Preßband, mit dem
Druck auf die Schuppenbahn und damit die Klebestellen ausgeübt wird.
[0018] Die Faltschachtelklebemaschine 1 ist für die Fertigung von E-Commerce-Verpackungen
ausgeführt und umfaßt hierzu eine zusätzliche E-Commerce-Station 14 zum Anbringen
von Applikationen für den Online-Handel, wie Heißkleber, Silikonband und Aufreißfaden.
Zum Anbringen der Applikationen wird der Schuppenstrom vereinzelt.
[0019] Anschließend werden die Faltschachteln 3 in einer Abpackstation 15 in Paketen gestapelt
und mit Bündelband transportfähig umreift. Eine Ausgabestation 16 mit Palettierroboter
schließt die Fertigungslinie 10 ab.
[0020] Zum Transport der Zuschnitte bzw. Faltschachteln weisen die einzelnen Stationen angetriebene
Fördermittel auf. Während des Durchlaufs durch die Fertigungslinie 10 werden die Produkte
zu einem Schuppenstrom kumuliert bzw. erforderlichenfalls wieder vereinzelt und erneut
kumuliert. Die dafür benötigten Förder- und Handhabungsmittel sind dem Fachmann bekannt.
[0021] Bei der Herstellung von Faltschachteln lassen sich u.a. folgende Produkteigenschaften
überwachen: Gewicht des Produkts, Schachtelabmessungen und Maßabweichungen sowie Faltgenauigkeit
und Beschädigungen. Insbesondere können Spaltmaßdifferenzen und Schiefverklebungen
festgestellt werden und die Ausprägung und das Faltbild der 45°-Klappen kann überwacht
werden. Als weitere Produkteigenschaften können überwachen werden: Materialfehler
des verwendeten Zuschnittmaterials, Druckfehler, die Lesbarkeit eines Barcodes bzw.
QR-Codes, die Farbdichte von aufgebrachten Druckfarben sowie Farbabweichungen des
Substrats oder des aufgebrachten Drucks (Weißgrad, CIELAB-Farbraum). Als Produkteigenschaften
ebenfalls überwacht werden können: die Positionsgenauigkeit des Barcodes oder QR-Codes,
die Positionsgenauigkeit von Etiketten oder Drucken, die Position von Heiß- und Kaltleim-Applikationen,
die Position von Aufreißfäden oder die Position von Silikonband bei E-Commerce-Applikationen.
Auch das Vorhandensein von Fremdpartikeln kann überwacht werden. Dafür geeigneten
Meßvorrichtungen, Sensoren, Detektoren und dergleichen sowie deren Arbeitsweise sind
dem Fachmann bekannt. Auf die benötigten Steuereinheiten für diese Mittel sowie Benutzer-
und Kommunikationsschnittstellen und dergleichen wird daher nicht weiter eingegangen.
[0022] Je nachdem, welche Produkteigenschaft zur Qualitätskontrolle erfaßt werden soll,
findet eine Inspektion der Produkte (Zuschnitte 2 oder Faltschachteln 3) dann statt,
wenn die Produkte vereinzelt sind oder aber wenn die Produkte kumuliert sind. Einige
der überprüfbaren Produkteigenschaften, wie beispielsweise das Gewicht oder eine ordnungsgemäße
Bedruckung, können auch bereits an den Zuschnitten 2 inspiziert werden. Eine Inspektion
des Leimauftrags erfolgt vor dem Falten, d.h. ebenfalls bei den noch vereinzelten
Zuschnitten 2. Erforderlichenfalls werden die Produkte zum Zweck der Prüfung vereinzelt
und anschließend wieder kumuliert. Ein solches Vereinzeln kann erfolgen, indem die
Produkte in einem Transportbereich auf eine Geschwindigkeit beschleunigt werden, die
eine Separation der flachgelegten Produkte sicherstellt. Zum Erkennen einer Schief-
bzw. Falschverklebung können die fertiggeklebten und flachgelegten Faltschachteln
3 auch in Stapelform vermessen werden.
[0023] Beispielhaft wird nachfolgend eine Vorrichtung 20 und ein Verfahren zur Qualitätskontrolle
anhand der Prüfung eines ordnungsgemäßen Leimauftrags als Produkteigenschaft beschrieben.
Der Verfahrensablauf ist anhand der nachfolgend erläuterten Schritte 41 bis 45 in
Fig. 3 schematisch abgebildet.
[0024] An geeigneten Inspektionspunkten 5 vor, während und/oder nach einem der oben skizzierten
Fertigungsschritte sind Erfassungseinrichtungen 21 zum Erfassen einer oder mehrerer
Produkteigenschaften von ausgewählten oder vorzugsweise allen die Fertigungslinie
10 durchlaufenden Einzelprodukten vorgesehen. Diese Einrichtungen können Meßvorrichtungen,
Sensoren, Detektoren und dergleichen umfassen.
[0025] An einem Inspektionspunkt 5, der sich in der Fertigungslinie 10 unmittelbar nach
dem Leimauftrag befindet, ist eine dafür geeignete Erfassungseinrichtung 21 vorgesehen,
die zum Erfassen 41 eines ordnungsgemäßen Leimauftrags beispielsweise eine Kamera
31 umfaßt.
[0026] Eine Erkennungseinrichtung 22 zum Erkennen 42 fehlerhafter Produkte durch Bewerten
der von der Erfassungseinrichtung 21 erfaßten Produkteigenschaft umfaßt eine Auswertesoftware,
die in dem hier beschriebenen Beispiel in einer zentralen Steuer- und Recheneinheit
9 der Faltschachtelklebemaschine 1 implementiert ist. Es erfolgt eine Übertragung
von im Rahmen der Erfassung von Produkteigenschaften erfaßten Meßwerte oder sonstigen
Erfassungsdaten von der Erfassungseinrichtung 21 an die Erkennungseinrichtung 22 in
der Steuer- und Recheneinheit 9.
[0027] Die Bewertung der erfaßten Produkteigenschaften in der Erkennungseinrichtung 22 erfolgt
beispielsweise anhand eines Meßfensters (Soll-Bereich), wobei die Meßtoleranz je nach
Produkt, Art der Wellpappe und Material individuell eingestellt sein kann. Ergibt
das Bewerten der Produkteigenschaft, daß ein fehlerhaftes Produkt vorliegt, sendet
die Erkennungseinrichtung 22 über die Steuer- und Recheneinheit 9 ein entsprechendes
Steuersignal an eine Markierungseinrichtung 23, die zum Markieren 43 von als fehlerhaft
erkannten Produkten mit einer mit Hilfe eines Metalldetektors detektierbaren, insbesondere
metallischen oder metallhaltigen Markierung ausgebildet ist.
[0028] Die Markierungseinrichtung 23 umfaßt beispielsweise eine Düse 32 zum Aufsprühen einer
Markierung 7 mit metallhaltiger Druckfarbe auf eine als fehlerhaft erkannte Faltschachtel
3. Die Markierung 7 stellt sich somit als Farbfleck dar, wie in Fig. 2 beispielhaft
illustriert. Die Druckfarbe kann dabei metallische Farbpigmente enthalten, um den
für eine zuverlässige Detektierung benötigten Metallanteil zu erreichen. Die Düse
32 ist an einem Markierungspunkt 6 plaziert, der sich vorzugsweise in unmittelbarer
Nähe zu demjenigen Inspektionspunkt 5 befindet, an welchem die Produkteigenschaft
festgestellt wurde, aufgrund der die Markierung erfolgt. Weitere Erfassungs-, Erkennungs-
und Markierungseinrichtungen können zur Kontrolle anderer Qualitätsmerkmale in allen
Stationen vorgesehen sein.
[0029] Die auf diese Weise markierte Faltschachtel 3 durchläuft die Fertigungslinie 10,
wie oben beschrieben. An einer geeigneten Stelle der Fertigungslinie, vorzugsweise
stromabwärts hinter sämtlichen Inspektions- und Markierungspunkten der Fertigungslinie,
vorzugsweise im Abtransport, befindet sich eine Identifizierungseinrichtung 24, die
einen geeigneten Metalldetektor 33 umfaßt. Die Identifizierungseinrichtung 24 ist
zum Identifizieren 44 der markierten Faltschachteln 3 durch Detektion ausgebildet.
[0030] Ein geeigneter, nach dem Induktionsprinzip arbeitender Metalldetektor 33 ist in diesem
Fall zur Detektion von Eisenmetallen ausgebildet und beispielsweise in Form eines
Detektortunnels mit Sende- und Empfängerspulen ausgeführt. Die für die Markierung
7 verwendete eisenmetallhaltige Druckfarbe ist hinsichtlich ihrer elektrischen Leitfähigkeit
und/oder magnetischen Permeabilität auf die Funktionsweise des Metalldetektors 33
abgestimmt. Die Identifizierungseinrichtung 24 umfaßt eine geeignete Auswerteeinheit
mit Signalprozessor zur Auswertung der Meßergebnisse des Metalldetektors 33.
[0031] Am Ende der Fertigungslinie 10 ist an geeigneter Stelle eine Ausschleusungseinrichtung
25 angeordnet, die zum automatisierten Ausschleusen 45 desjenigen Faltschachtelstapels
aus der Fertigungslinie ausgebildet ist, in dem sich eine markierte Faltschachtel
3 befindet. Zu diesem Zweck sendet, sobald eine markierte Faltschachtel 3 identifiziert
wird, die Identifizierungseinrichtung 24 ein entsprechendes Ausschleusungssignal über
die Steuer- und Recheneinheit 9 an die Ausschleusungseinrichtung 25. Die Ausschleusungseinrichtung
25 befindet sich in dem hier beschriebenen Beispiel unmittelbar hinter der Identifizierungseinrichtung
24 an einem gemeinsamen Identifizierungs- und Ausschleusungspunkt 7.
[0032] Zur Ausschleusung umfaßt die Ausschleusungseinrichtung 25 im hier skizzierten Fall
einer Bündelausschleusung kumulierter Einzelprodukte beispielsweise einen mechanischen
Kicker 34.
[0033] Alternativ kann die Ausschleusungseinrichtung 25 auch einen Aufzug, einen Querförderer
oder einen Rollentisch umfassen. Im Fall einer selektiven Einzelausschleusung von
Einzelprodukten umfaßt die Ausschleusungseinrichtung beispielsweise einen Kicker,
eine Klappe oder eine Bandklappe. Die automatisiert ausgeschleusten Stapel werden
manuell nachkontrolliert. Stapel ohne fehlerhafte Faltschachteln 3 werden zur weiteren
Verwendung aus der Ausgabestation 16 ausgegeben.
[0034] Sämtliche Kommunikation erfolgt im beschriebenen Beispiel mit Hilfe von Ethernet-Schnittstellen
der beteiligten Einrichtungen bzw. Anlagenkomponenten. Vorzugsweise sind einige oder
alle beteiligten Einrichtungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung 20 über die zentrale
Steuer- und Recheneinheit 9 sowohl miteinander als auch mit der Betriebssoftware der
Faltschachtelklebemaschine 1 kommunikations- und datentechnisch über eine Datenverbindung
8 verbunden. Dies betrifft die Erfassungseinrichtung 21 zum Erfassen einer oder mehrerer
Produkteigenschaften, die Erkennungseinrichtung 22 zum Erkennen fehlerhafter Einzelprodukte
durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft, die Markierungseinrichtung 23 zum
Markieren von als fehlerhaft erkannten Faltschachteln, die Identifizierungseinrichtung
24 zum Identifizieren der markierten Einzelprodukte und die Ausschleusungseinrichtung
25 zum automatisierten Ausschleusen der identifizierten Einzelprodukte aus der Fertigungslinie
10.
[0035] Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung kann eine umfassende Qualitätsprüfung von Faltschachteln
3 im laufenden Herstellungsprozeß erfolgen. Dabei wird beispielsweise die Einhaltung
von zuvor definierten Toleranzwerten überprüft. Mangelhafte Faltschachteln 3 werden
markiert und aus dem Prozeß ausgeschleust, so daß dem Abnehmer der Faltschachteln
3 ein fehlerfreies, qualitativ hochwertiges Produkt garantiert werden kann.
[0036] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist ausgebildet zur Durchführung des beschriebenen
Verfahrens. Vorzugsweise umfassen einige oder alle beteiligten Einrichtungen eine
Datenverarbeitungseinheit, ausgebildet zur Durchführung aller Schritte entsprechend
des hier beschriebenen Verfahrens, die in einem Zusammenhang mit der Verarbeitung
von Daten stehen. Die Datenverarbeitungseinheiten, beispielsweise verwirklicht in
der zentralen Steuer- und Recheneinheit 9 der Faltschachtelklebemaschine 1, weisen
vorzugsweise eine Anzahl von Funktionsmodulen auf, wobei jedes Funktionsmodul ausgebildet
ist zur Durchführung einer bestimmten Funktion oder einer Anzahl bestimmter Funktionen
gemäß dem beschriebenen Verfahren. Bei den Funktionsmodulen kann es sich um Hardwaremodule
oder Softwaremodule handeln. Mit anderen Worten kann die Erfindung, soweit es die
Datenverarbeitungseinheit betrifft, entweder in Form von Computerhardware oder in
Form von Computersoftware oder in einer Kombination aus Hardware und Software verwirklicht
werden. Soweit die Erfindung in Form von Software, also als Computerprogrammprodukt,
verwirklicht ist, werden sämtliche beschriebenen Funktionen durch Computerprogrammanweisungen
realisiert, wenn das Computerprogramm auf einem Rechner mit einem Prozessor ausgeführt
wird. Die Computerprogrammanweisungen sind dabei auf an sich bekannte Art und Weise
in einer beliebigen Programmiersprache verwirklicht und können dem Rechner in beliebiger
Form bereitgestellt werden, beispielsweise in Form von Datenpaketen, die über ein
Rechnernetz übertragen werden, oder in Form eines auf einer Diskette, einer CD-ROM
oder einem anderen Datenträger gespeicherten Computerprogrammprodukts.
[0037] Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und den Zeichnungen dargestellten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein. Diese Merkmale bzw. Merkmalskombinationen können jeweils eine selbständige Erfindung
begründen, deren Inanspruchnahme ausdrücklich vorbehalten ist.
[0038] Bei der Angabe einer eine Erfindung definierenden Merkmalskombination müssen einzelne
Merkmale aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels nicht zwingend mit einem
oder mehreren oder allen anderen in der Beschreibung dieses Ausführungsbeispiels angegebenen
Merkmalen kombiniert werden; diesbezüglich ist jede Unterkombination von Merkmalen
eines oder mehrerer Ausführungsbeispiele ausdrücklich mitoffenbart.
[0039] Außerdem können gegenständliche Merkmale der Vorrichtung umformuliert als Verfahrensmerkmale
Verwendung finden und Verfahrensmerkmale können umformuliert als gegenständliche Merkmale
der Vorrichtung Verwendung finden. Auf diese Weise umformulierte Merkmale sind implizit
mitoffenbart.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Faltschachtelklebemaschine
- 2
- Zuschnitt
- 3
- Faltschachtel
- 4
- Prozeßrichtung
- 5
- Inspektionspunkt
- 6
- Markierungspunkt
- 7
- Identifizierungs- und Ausschleusungspunkt
- 8
- Datenverbindung
- 9
- zentrale Steuer- und Recheneinheit
- 10
- Fertigungslinie
- 11
- Einlegestation
- 12
- Falt- und Klebestation
- 13
- Preßstation
- 14
- E-Commerce-Station
- 15
- Abpackstation
- 16
- Ausgabestation
- 20
- Vorrichtung zur Qualitätsprüfung
- 21
- Erfassungseinrichtung
- 22
- Erkennungseinrichtung
- 23
- Markierungseinrichtung
- 24
- Identifizierungseinrichtung
- 25
- Ausschleusungseinrichtung
- 31
- Kamera
- 32
- Düse
- 33
- Metalldetektor
- 34
- Kicker
- 41
- Erfassungsschritt
- 42
- Erkennungsschritt
- 43
- Markierungsschritt
- 44
- Identifizierungsschritt
- 45
- Ausschleusungsschritt
1. Verfahren zur Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten Produktverarbeitungslinie,
insbesondere zur Qualitätsprüfung von Faltschachteln (3) während ihrer Herstellung
in einer automatisierten Fertigungslinie (10), die eine Faltschachtelklebemaschine
(1) umfaßt, mit den Schritten:
- Erfassen (41) wenigstens einer Produkteigenschaft von Einzelprodukten (3), welche
die Produktverarbeitungslinie durchlaufen,
- Erkennen (42) fehlerhafter Einzelprodukte (3) durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft,
- Markieren (43) von als fehlerhaft erkannten Einzelprodukten (3) mit einer mit Hilfe
eines Metalldetektors (33) detektierbaren, insbesondere metallischen oder metallhaltigen
Markierung (7),
- Identifizieren (44) markierter Einzelprodukte (3) mit Hilfe eines Metalldetektors
(33), und
- automatisiertes Ausschleusen (45) identifizierter Einzelprodukte (3) aus der Produktverarbeitungslinie.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Markieren (43) ein Anbringen oder Aufbringen
eines metallischen oder metallhaltigen Materials an einem oder auf ein als fehlerhaft
erkanntes Einzelprodukt (3) umfaßt, insbesondere durch Sprühen, Drucken oder Druckextrudieren.
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Markieren (43) ein Aufbringen oder Einbringen
eines metallischen oder metallhaltigen Elements auf ein oder in ein als fehlerhaft
erkanntes Einzelprodukt (3) umfaßt, insbesondere durch Etikettieren, Auf- oder Einschießen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem während des automatisierten Ausschleusens
(45) Einzelprodukte (3) selektiv ausgeschleust werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem während des automatisierten Ausschleusens
(45) kumulierte Einzelprodukte (3) ausgeschleust werden.
6. Vorrichtung (20) zur Qualitätsprüfung von Einzelprodukten in einer automatisierten
Produktverarbeitungslinie, insbesondere zur Qualitätsprüfung von Faltschachteln (3)
während ihrer Herstellung in einer automatisierten Fertigungslinie (10), die eine
Faltschachtelklebemaschine (1) umfaßt,
- mit einer Einrichtung (21) zum Erfassen (41) wenigstens einer Produkteigenschaft
von Einzelprodukten (2, 3), welche die Produktverarbeitungslinie durchlaufen,
- mit einer Einrichtung (22) zum Erkennen (42) fehlerhafter Einzelprodukte (2, 3)
durch Bewerten der erfaßten Produkteigenschaft,
- mit einer Einrichtung (23) zum Markieren (43) von als fehlerhaft erkannten Einzelprodukten
(2, 3) mit einer mit Hilfe eines Metalldetektors (33) detektierbaren, insbesondere
metallischen oder metallhaltigen Markierung (7),
- mit einer Einrichtung (24) zum Identifizieren (44) markierter Einzelprodukte (3),
wobei diese Einrichtung (24) einen Metalldetektor (33) aufweist, und
- mit einer Einrichtung (25) zum automatisierten Ausschleusen (45) identifizierter
Einzelprodukte (3) aus der Produktverarbeitungslinie.
7. Automatisierte Produktverarbeitungslinie, insbesondere Fertigungslinie (10), die eine
Faltschachtelklebemaschine (1) umfaßt, mit einer Vorrichtung (20) nach Anspruch 6.
8. Faltschachtelklebemaschine (1) mit einer Vorrichtung (20) nach Anspruch 6.
9. Computerprogramm, umfassend Befehle, die bewirken, daß die Vorrichtung des Anspruchs
6 die Verfahrensschritte nach Anspruch 1 ausführt.