TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen
insbesondere für die Aluminium-Schmelzflusselektrolyse, gemäss Anspruchs 1 und ein
Verfahren nach Anspruch 17.
STAND DER TECHNIK
[0002] Metallisches Aluminium wird aus Tonerde durch Schmelzflusselektrolyse in Elektrolysezellen
gewonnen, in welche Anoden in Form von Kohlenstoffblöcken eingehängt werden. Die Elektrolysezellen
weisen aus Stahlblech bestehende rechteckige Wannen auf, die sogenannten Elektrolysewannen,
die mit Feuerfestmaterial ausgekleidet und im Bodenbereich mit aus Kohlenstoff bestehenden
Kathodenblöcken zugestellt sind, welche letztere wie die Anoden mit metallischen Stromleitern
versehen sind.
[0003] Das Wannenblech der Elektrolysewannen ist durch ein aussen liegendes Traggerüst versteift,
d. h. der Wannenboden und die Wannenseitenwände weisen außen voneinander beabstandete
massive Stege auf, die bei den Wannenseitenwänden etwa vertikal liegend angeordnet
sind. Das Traggerüst und das Wannenblech der Elektrolysewannen bilden eine Einheit.
[0004] Am Ende der Standzeit einer Elektrolysezelle muss oft festgestellt werden, dass durch
die thermische und mechanische Belastung insbesondere die langen Seitenwände der Elektrolysewannen
mehr oder weniger stark deformiert worden sind, obwohl diese ein Traggerüst aufweisen,
durch welches die Elektrolysewanne versteift ist. Die Deformation einer Elektrolysewanne
besteht meist darin, dass eine oder mehrere der Wannenseitenwände, die mit ihren Innenwandungen
ursprünglich senkrecht stehen, im oberen Bereich durch das metallische Elektrolysebad
sowie thermomechanische Dehnungen schräg nach außen gedrückt worden ist/sind. Deshalb
müssen die Elektrolysewannen vor ihrer neuen Zustellung und vor einer neuen Ofenreise
mechanisch gerichtet werden.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung eine Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen, insbesondere für die
Aluminium-Schmelzflusselektrolyse, anzugeben.
[0006] Diese und andere Aufgaben löst der Gegenstand nach Anspruch 1. Demgemäss umfasst
eine Vorrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen, insbesondere für die
Aluminium-Schmelzflusselektrolyse, einen Richtbalken und mehrere Richtwerkzeuge. Der
Richtbalken ist langgestreckt, transportier- und versetzbar ausgebildet. Mit seiner
Länge überstreckt der Richtbalken den Abstand wenigstens zwei sich gegenüberliegenden
Seitenwände der Elektrolysewanne. An seinen beiden Endbereichen weist der Richtbalken
je eine Richtbacke mit einem inneren Richtbackenschenkel und mit einem äusseren Richtbackenschenkel
sowie mit einer nach unten offenen und zwischen den Richtbackenschenkeln liegenden
Durchgangsöffnung auf. Die genannten Richtwerkzeuge weisen jeweils einen hydraulischen
Richtstempel auf. In bzw. an den inneren Richtbackenschenkeln ist jeweils mindestens
ein Richtwerkzeug angeordnet. In bzw. an den äusseren Richtbackenschenkeln ist jeweils
mindestens ein Richtwerkzeug angeordnet. Die Richtbacken werden mit ihren Durchgangsöffnungen
für einen Richtvorgang so zur Elektrolysewanne positioniert, dass die eine der genannten
Seitenwände sich in eine der genannten Durchgangsöffnungen hineinerstreckt und dass
die andere der genannten Seitenwände sich in eine andere der genannten Durchgangsöffnungen
hineinerstreckt.
[0007] Unter der Ausdrucksweise "Seitenwand" wird im Wesentlichen die seitliche Umrandung,
insbesondere die Aussen- und Innenseite der Umrandung, einer Elektrolysewanne verstanden.
Die Form der Seitenwand kann beliebig sein. Die Seitenwand weist flache Wandbereiche
auf, welche typischerweise durch ein Blech bereitgestellt werden. Die Seitenwand kann
aber auch Traggerüstelemente aufweisen, welche die Elektrolysewanne verstärken.
[0008] Einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt eine Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen, insbesondere für die
Aluminium-Schmelzflusselektrolyse, anzugeben, mit welcher ein Richtvorgang effizienter
durchführbar ist, insbesondere mit welcher die Einsatzdauer eines Krans reduziert
werden kann.
[0009] Diese und andere Aufgaben löst die erste Ausführungsform nach Anspruch 2. Demgemäss
umfasst die Vorrichtung weiterhin mindestens einen Radsatz mit mindestens einem Rad.
Der mindestens eine Radsatz ist derart am Richtbalken angeordnet, dass der Richtbalken
relativ zur Elektrolysewanne verfahrbar ist.
[0010] Die Anordnung von mindestens einem Radsatz weist den Vorteil auf, dass die Vorrichtung,
das heisst der Richtbalken, bei einem Richtvorgang schrittweise relativ zur Elektrolysewanne
verschoben werden kann. Hierdurch entfällt eine Handhabung der Vorrichtung während
des eigentlichen Richtvorgangs durch einen Kran. Durch den Wegfall der Versetzung
des Richtbalkens durch den Kran ergehen verschiedene Vorteile. Es kann die Arbeitssicherheit
erhöht werden. Weiter kann der Richtbalken schneller und/oder genauer positioniert
werden. Weiter steht der Kran in einer Werkhalle für andere Tätigkeiten zur Verfügung.
[0011] Durch die Anordnung des mindestens einen Radsatzes wird ein Kraneinsatz nur noch
beim Absetzen der Vorrichtung an der Elektrolysewanne sowie nach Beendigung der Richtarbeiten
benötigt.
[0012] Vorzugsweise ist an jedem äusseren Richtbackenschenkel jeweils ein Radsatz angeordnet.
Die Radsätze, welche an den äusseren Richtbackenschenkel angeordnet sind, stehen im
Einsatz auf dem Boden einer Werkhalle oder eines Werkplatzes auf.
[0013] Vorzugsweise ist zwischen den äusseren Richtbackenschenkeln und/oder zwischen den
inneren Richtbackenschenkeln mindestens ein Radsatz angeordnet. Die Radsätze, welche
zwischen den inneren Richtbackenschenkel angeordnet sind, stehen auf dem Boden der
Elektrolysewanne auf.
[0014] Vorzugsweise weist jeder Radsatz mindestens zwei Räder auf, welche quer zur Längsrichtung
und/oder in Längsrichtung des Richtbalkens gesehen, versetzt zueinander angeordnet
sind.
[0015] Die Längsrichtung ist die Richtung, entlang derer der Richtbalken die grösste Ausdehnung
aufweist. Die Richtung quer zur Längsrichtung ist die Richtung, entlang welcher der
Richtbalken bei einem Richtvorgang von Richtposition zu Richtposition vorgeschoben
wird.
[0016] Vorzugsweise sind pro Radsatz vier Räder angeordnet. Zwei Räder bilden jeweils ein
Räderpaar, wobei die Radachsen der beiden Räder kollinear verlaufen. Die beiden Räderpaare
sind dabei in Richtung quer zur Längsrichtung des Richtbalkens versetzt zueinander
angeordnet.
[0017] Vorzugsweise wird mindestens eines der Räder durch einen Motor, insbesondere durch
einen Elektromotor oder einen Hydraulikmotor, angetrieben.
[0018] Vorzugsweise ist an jedem vorhandenen Radsatz mindestens ein Motor zum Antrieb von
mindestens einem Rad angeordnet. Hierdurch kann durch entsprechende Ansteuerung der
Radsätze der Richtbalken relativ zur fest positionierten Elektrolysewanne ausgerichtet
werden.
[0019] Eine erste Weiterbildung ist derart ausgebildet, dass wenn ein Radsatz mehrere Räder
aufweist, jedes Rad durch einen gemeinsamen Motor über ein Getriebe angetrieben werden
kann; oder dass wenn ein Radsatz mehrere Räder aufweist, jedem Rad kann ein separater
Motor zugewiesen sein.
[0020] Eine zweite Weiterbildung ist derart ausgebildet, dass wenn bei Vorhandensein von
mehreren Rädern mindestens ein Rad der genannten Räder durch einen Motor angetrieben
wird und mindestens ein Rad der genannten Räder motorlos ist.
[0021] Vorzugsweise verlaufen, bei Vorhandensein von mehreren Rädern, die Radachsen von
allen Rädern parallel zueinander. Einige der Radachsen können dabei kollinear zueinander
verlaufen.
[0022] Vorzugsweise weist die Vorrichtung weiterhin eine mit dem mindestens einen Motor
wirkverbundene Steuerung und mindestens einen mit der Steuerung wirkverbundenen Sensor,
der zur Erfassung von Merkmalen an der Elektrolysewanne konfiguriert ist, auf.
[0023] Der Sensor und die Steuerung wirken vorzugsweise derart zusammen, dass dem mindestens
einen Motor nach Bereitstellung eines Fahrbefehls, ein Stoppbefehl bereitgestellt
wird, wenn der Sensor ein determiniertes Merkmal an der Elektrolysewanne erkennt.
[0024] Der Sensor kann aber auch zur Abtastung der Seitenwände vorgesehen sein, derart,
dass durch den Sensor ein Verformungsgrad der zu richtenden Verformung bestimmbar
ist, wobei anhand des genannten Verformungsgrads in der Steuerung ein Richtprogramm
berechnet wird, und wobei durch das Richtprogramm während Richtens die Abfolge des
Verschiebens des Richtbalkens mit dem Radsatz und dem Aufbringen der Richtkraft auf
die zu richtende Seitenwand vorgebbar ist.
[0025] Der Sensor ist vorzugsweise ein Radar-Sensor, ein Lidar-Sensor oder ein Laserscanner.
[0026] Das determinierte Merkmal ist beispielsweise eine Rippe eines Traggerüsts ausserhalb
der Elektrolysewanne oder eine zu richtende Verformung.
[0027] Vorzugsweise weist der mindestens eine Radsatz eine Hubeinheit auf, über welche der
Radsatz mit den Richtbalkenschenkeln in Verbindung steht, derart, dass der Richtbalken
bei Betätigung der Hubeinheit relativ zum jeweiligen Radsatz angehoben oder abgesenkt
werden kann.
[0028] Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung weiterhin mindestens eine Zentriereinheit, welche
mit dem Boden und/oder mit den Seitenwänden der Elektrolysewanne beim Setzen der Vorrichtung
den Richtbalken zur Elektrolysewanne zentriert. Vorzugsweise weist jede der Zentriereinheiten
ebenfalls einen Radsatz auf. Vorzugsweise sind die Räder dieses Radsatzes nicht angetrieben.
Vorzugsweise ist der Durchmesser dieser Räder kleiner als der Durchmesser der Räder
des Radsatzes, der am äusseren Richtbalkenschenkel angeordnet ist.
[0029] Einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt eine Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen, insbesondere für die
Aluminium-Schmelzflusselektrolyse, anzugeben, mit welcher ein Richtvorgang zeitlich
schneller durchgeführt werden kann.
[0030] Diese und andere Aufgaben löst die zweite Ausführungsform nach Anspruch 9. Demgemäss
weist der hydraulische Richtstempel des Richtwerkzeugs ein vorderes Ende auf, welches
beim Richtvorgang auf die zu richtende Seitenwand hin bewegbar ist. Das vordere Ende
weist eine richtstempelseitige Lagerstruktur auf. Weiter umfasst die Vorrichtung mindestens
eine Druckplatte, welche eine druckplattenseitige Lagerstruktur aufweist. Die druckplattenseitigen
Lagerstruktur ist mit der richtstempelseitigen Lagerstruktur derart in Verbindung
bringbar, dass die Druckplatte mit dem Richtstempel lösbar verbindbar ist.
[0031] Die Anordnung einer Druckplatte am vorderen Ende jedes Richtstempels weist den Vorteil
auf, dass keine Druckplatten an der Elektrolysewanne anzubringen sind. Folglich kann
der Richtvorgang zeitlich schneller durchgeführt werden. Die lösbare Anordnung hat
zudem den Vorteil, dass für verschiedene Formen von Elektrolysewannen unterschiedliche,
auf die jeweilige Form zugeschnittene Druckplatten eingesetzt werden können.
[0032] Weiter wird durch die beiden Lagerstrukturen die Standzeit des vorderen Endes der
Richtstempel erhöht, weil das vordere Ende selbst nicht mit der Elektrolysewanne oder
daran angeordneten Platten in unkontrollierten Kontakt kommt, sondern über die Lagerstruktur
ein determinierter Kontakt zwischen der Druckplatte und dem vorderen Ende bereitgestellt
wird.
[0033] Vorzugsweise ist ein lösbares Befestigungselement zwischen der Druckplatte und dem
vorderen Ende des Richtstempels derart angeordnet, dass über das Befestigungselement
die Druckplatte zum vorderen Ende festgelegt wird.
[0034] Das Befestigungselement kann beispielsweise eine Schraube oder ein Bolzen sein.
[0035] Vorzugsweise weisen die richtstempelseitige Lagerstruktur und/oder die druckplattenseitige
Lagerstruktur eine konvex gerundete Kontaktfläche auf, welche derart ausgebildet ist,
dass die Druckplatte relativ zum Richtstempel verschwenkbar ist. Durch diese Verschwenkbarkeit
kann die Lage der Druckplatte vor dem Richtvorgang gut an die zu richtende Seitenwand
angepasst werden und während des Richtvorgangs kann sich die Druckplatte zudem relativ
zum Richtstempel verschwenken.
[0036] Vorzugsweise sind die richtstempelseitige Lagerstruktur und die druckplattenseitige
Lagerstruktur derart ausgebildet, dass, wenn die Lagerstrukturen miteinander im Eingriff
sind, die Druckplatte relativ zum Richtstempel im Rahmen eines Spiels quer zur Mittelachse
des Richtstempels verschiebbar ist; und/oder dass die Druckplatte im Rahmen eines
Spiels um mindestens eine Schwenkachse, welche quer zur Mittelachse des Richtstempels
orientiert ist, verschwenkbar ist.
[0037] Durch das Spiel können Lageunstimmigkeiten zwischen der zu richtenden Seitenwand
und der Druckplatte ausgeglichen werden.
[0038] Vorzugsweise weist die Druckplatte eine Frontfläche auf, mit welcher die Druckplatte
mit der Seitenwand in Kontakt bringbar ist. Die Frontfläche kann verschiedenartig
ausgebildet sein. In einer Variante ist die Frontfläche als ebene Fläche ausgebildet.
In einer anderen Variante ist die Frontfläche als bombierte Fläche ausgebildet. In
einer weiteren Variante weist die Frontfläche eine Form auf, welche der Form von Elementen
der Seitenwand angepasst ist.
[0039] Vorzugsweise ist die Druckplatte über eine Führung geführt, wobei die Führung vorzugsweise
am jeweiligen Richtbackenschenkel und an der Druckplatte verlagert ist.
[0040] Einer dritten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt eine Aufgabe zugrunde,
eine Vorrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen, insbesondere für die
Aluminium-Schmelzflusselektrolyse, anzugeben, mit welcher ein Richtvorgang mit einer
grösseren Genauigkeit und/oder an schwer zugänglichen Stellen ausführbar ist.
[0041] Diese und andere Aufgaben löst die dritte Ausführungsform nach Anspruch 14. Demgemäss
sind in bzw. an jedem der inneren Richtbackenschenkel je zwei der genannten hydraulischen
Richtstempel angeordnet und in bzw. an jedem der äusseren Richtbackenschenkel sind
je zwei der genannten hydraulischen Richtstempel angeordnet.
[0042] Insgesamt sind demnach pro Richtbacke vier Richtstempel angeordnet. An einem Richtbalken
mit zwei Richtbacken sind somit acht Richtstempel angeordnet.
[0043] Die Anordnung von zwei Richtstempel pro Richtbackenschenkel hat den Vorteil, dass
Verformungen der Elektrolysewanne in den Innenraum der Elektrolysewanne und vom Innenraum
der Elektrolysewanne weg, gleichermassen gut gerichtet werden können. Es hat sich
gezeigt, dass sich die Seitenwände nicht nur, wie man annehmen würde, nach aussen
verformen, sondern dass auch komplexe Verformungen nach innen auftreten, welche durch
die beiden an den inneren Richtbackenschenkeln angeordneten hydraulischen Richtstempel
gut gerichtet werden können. Dies betrifft insbesondere Verformungen die Nahe am Boden
der Elektrolysewanne sind. Folglich können auch schwer zugängliche Stellen Nahe am
Boden der Elektrolysewanne gerichtet werden.
[0044] Vorzugsweise sind die zwei hydraulischen Richtstempel im bzw. am jeweiligen Richtbackenschenkel
jeweils übereinander angeordnet.
[0045] Vorzugsweise weist der oben liegende Richtstempel einen grösseren Durchmesser auf
als der unten liegende Richtstempel.
[0046] Vorzugsweise weist der oben liegende Richtstempel eine grössere Länge auf als der
unten liegende Richtstempel.
[0047] Vorzugsweise liegen die Mittelachsen aller Richtstempel in einer gemeinsamen Ebene.
[0048] Vorzugsweise verlaufen die Mittelachsen von zwei bezüglich der Durchgangsöffnung
einander gegenüberliegenden Richtstempel kollinear zueinander.
[0049] In einer vierten Ausführungsform lassen sich die Merkmale der ersten Ausführungsform,
der zweiten Ausführungsform und der dritten Ausführungsform miteinander kombinieren.
In einer fünften Ausführungsform lassen sich die Merkmale der ersten Ausführungsform
und der dritten Ausführungsform miteinander kombinieren. In einer sechsten Ausführungsform
lassen sich die Merkmale der zweiten Ausführungsform und der dritten Ausführungsform
miteinander kombinieren.
[0050] In der Folge werden einige optionale Merkmale für Weiterbildungen der hierin beschriebenen
Ausführungsformen beschrieben.
[0051] Die besagte Durchgangsöffnung ist vorzugsweise U-profilförmig ausgebildet, wobei
Richtbackenschenkel die beiden Schenkel des U bereitstellen.
[0052] Vorzugsweise verlaufen die Richtstempel in bzw. an den Richtbackenschenkeln der Richtbacken
parallel zum Boden der Elektrolysewanne und in etwa senkrecht zur Seitenwand der Elektrolysewanne.
Im Einsatz verlaufen die Richtstempel im Wesentlichen rechtwinklig zur Lotrichtung.
Die Richtstempel verlaufen in einer Wirklinie parallel zum Wannenboden. Die Elektrolysewanne
liegt mit dem Boden auf dem Boden einer Werkhalle oder eines Werkplatzes auf.
[0053] Während die eine Richtbacke durch Ausfahren des entsprechenden Richtstempels unter
Aufbringung der Richtkraft die Richtarbeit an der zu richtenden Seitenwand leistet,
sind bei der anderen Richtbacke der/die Richtstempel am äusseren Richtbackenschenkel
als auch der/die Richtstempel am inneren Richtbackenschenkel ausgefahren. Das heisst,
die andere Richtbacke ist wie eine zangenartige Halteklaue mit der Seitenwand, die
gegenüber der zu richtenden Seitenwand liegt, fest verspannt und dient als unverrückbar
festes Gegenlager.
[0054] Vorzugsweise weist die Vorrichtung eine Zentriereinheit auf, die mit dem Richtbalken
verbunden ist. In Arbeitsstellung der Vorrichtung sitzt die Zentriereinheit auf dem
Boden und/oder an den Seitenwänden der zu richtenden Elektrolysewanne auf.
[0055] Vorzugsweise sind an der Zentriereinheit unten an den zu richtenden Seitenwänden
zugewandten Seiten schwenkbare Zentrierhebel verlagert, die nach dem Aufsetzen der
Zentriereinheit auf den Boden in die unteren Eckbereiche zwischen Boden und Seitenwand
spreizbar sind.
[0056] Bei einer Weiterbildung der ersten und der zweiten Ausführungsform ist im bzw. am
inneren Richtbackenschenkel jeweils ein Richtstempel angeordnet, während in bzw. am
äusseren Richtbackenschenkel jeweils zwei Richtstempel angeordnet sind. Insgesamt
sind in dieser Weiterbildung also sechs Richtstempel vorhanden.
[0057] Vorzugsweise besteht der Richtbalken mit seinen beiden Richtbacken aus einer Hohlkasten-Stahlkonstruktion.
[0058] Vorzugsweise weist der Richtbalken an seiner Oberseite im Zentrum mindestens eine
Lagerstelle auf, über welche der Richtbalken an einen Kran anhängbar ist.
[0059] Ein Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung nach obiger Beschreibung umfasst folgende
Schritte: In einem ersten Schritt wird der Richtbalken bezüglich der zu richtenden
Elektrolysewanne positioniert. In einem nachfolgenden Schritt des Richtens mit den
genannten Richtwerkzeugen wird eine Richtkraft auf die Seitenwand ausgeübt, derart,
dass die Seitenwand gerichtet wird.
[0060] Vorzugsweise wird beim Schritt der Positionierung des Richtbalkens der Richtbalken
so positioniert, dass das mindestens eine Rad des Radsatzes neben der Elektrolysewanne
auf einem Boden aufsteht.
[0061] Vorzugsweise wird in einem dem ersten Schritt nachfolgenden Schritt der Richtbalken
bezüglich der Elektrolysewanne verschoben, wobei während des Verschiebens die Seitenwände
mit dem Sensor abgetastet werden, wobei durch den Sensor ein Verformungsgrad der zu
richtenden Verformung erfassbar ist, und wobei anhand des genannten Verformungsgrads
in der Steuerung ein Richtprogramm berechnet wird, und wobei das Richtprogramm während
des Schritts des Richtens die Abfolge des Verschiebens des Richtbalkens mit dem Radsatz
und dem Aufbringen der Richtkraft auf die zu richtende Seitenwand vorgibt.
[0062] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0063] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1a
- eine schematische Frontansicht einer Vorrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen
nach einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 1b
- die schematische Ansicht der Vorrichtung nach der Figur 1a in Kombination mit einer
Elektrolysewannen;
- Fig. 1c
- eine Detailansicht einer Richtbacke nach den Figuren 1a und 1b;
- Fig. 2a
- eine schematische Frontansicht einer Vorrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen
nach einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 2b-e
- mehrere Detailansicht der Fig. 2a;
- Fig. 3a
- eine schematische Frontansicht einer Vorrichtung zum Richten deformierter Elektrolysewannen
nach einer dritten Ausführungsform; und
- Fig. 3b
- die schematische Ansicht der Vorrichtung nach der Figur 3a in Kombination mit einer
Elektrolysewannen.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0064] In den Figuren werden verschiedene Ausführungsformen einer Vorrichtung 1 zum Richten
von deformierten Elektrolysewannen 2, insbesondere für die Aluminium-Schmelzflusselektrolyse,
gezeigt. Gleiche Teile tragen jeweils gleiche Bezugszeichen.
[0065] Die Vorrichtung nach allen Ausführungsformen umfasst einen langgestreckten transportier-
und versetzbaren Richtbalken 3 und mehrere mit dem Richtbalken 3 in Verbindung stehende
Richtwerkzeuge 16, 17, 18, 19.
[0066] Von den Figuren 1b und 2b ist ersichtlich, dass der Richtbalken 3 mit seiner Länge
L den Abstand A von wenigstens zwei sich gegenüberliegenden Seitenwände 4, 5 der Elektrolysewanne
2 überstreckt. Der Richtbalken 3 erstreckt sich entlang einer Längsrichtung H. Der
Richtbalken 3 weist an seinen beiden Endbereichen 6, 7 je eine Richtbacke 8, 9 mit
einem inneren Richtbackenschenkel 10, 11 und einem äusseren Richtbackenschenkel 12,
13 sowie einer nach unten offenen und zwischen den Richtbackenschenkeln liegenden
Durchgangsöffnung 14, 15 auf.
[0067] In bzw. an den inneren Richtbackenschenkeln 10, 11 ist jeweils mindestens ein Richtwerkzeug
16, 17 angeordnet. Ebenfalls ist in bzw. an den äusseren Richtbackenschenkeln 12,
13 jeweils mindestens ein Richtwerkzeug 18, 19 angeordnet.
[0068] Die Richtwerkzeuge 16, 17, 18, 19 weisen jeweils einen hydraulischen Richtstempel
20, 21, 22, 23 auf. Die hydraulischen Richtstempel 20, 21, 22, 23 sind derart ausgebildet,
dass diese von einer Ausgangslage in eine Arbeitslage verschiebbar sind, wobei die
Richtstempel 20, 21, 22, 23 bei der Bewegung von der Ausgangslage in die Arbeitslage
in die jeweilige Durchgangsöffnung 14, 15 hinein bewegt werden.
[0069] Von den Figuren 1b und 2b ist weiterhin ersichtlich, dass die Richtbacken 8, 9 mit
ihren Durchgangsöffnungen 14, 15 für einen Richtvorgang so zur Elektrolysewanne 2
positioniert werden, dass die eine der genannten Seitenwände 4 sich in eine der genannten
Durchgangsöffnungen 14 hineinerstreckt und dass die andere der genannten Seitenwände
5 sich in eine andere der genannten Durchgangsöffnungen 15 hineinerstreckt. Durch
ein Ausfahren der Richtstempel 20, 21, 22, 23 aus den in den Figuren 1b und 2b gezeigten
Lage, können die Seitenwände 4, 5 mit den Richtstempeln 20, 21, 22, 23 gerichtet werden.
[0070] In der gezeigten Ausführungsform weist der Richtbalken 3 weiterhin zwei Zentriereinheiten
36 auf, welche hier jeweils vom inneren Richtbackenschenkel 10, 11, in die jeweilige
Durchgangsöffnung 14, 15 einragen. Mit der Zentriereinheit 36 kann der Richtbalken
3 bezüglich seiner Längsrichtung H bezüglich der Elektrolysewanne 2 positioniert werden.
[0071] Anhand der Figuren 1a bis 1c wird eine besonders bevorzugte erste Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung erläutert. Die erste Ausführungsform umfasst weiterhin
mindestens einen Radsatz 24. In der gezeigten Ausführungsform sind zwei Radsätze 24
angeordnet.
[0072] Ein erster Radsatz 24 ist an einem der beiden äusseren Richtbackenschenkel 12 angeordnet
und ein zweiter Radsatz 24 ist am anderen der beiden äusseren Richtbackenschenkel
13 angeordnet. Die Radsätze 24 sind dabei an Lagerflächen am jeweiligen Richtbackenschenkel
12, 13 angeordnet. Der Richtbalken 3 steht über die Radsätze 24 auf einem Boden B
einer Werkhalle oder eines Werkgeländes auf. Der mindestens eine Radsatz 24 ist derart
am Richtbalken 3 angeordnet, dass der Richtbalken 3 relativ zur Elektrolysewanne 2
verfahrbar ist.
[0073] Jeder der Radsätze 24 weist mindestens ein Rad 25 auf. Hier sind pro Radsatz 24 mindestens
zwei Räder 25 angeordnet. Die Räder 25 stehen dabei in Längsrichtung H gesehen beabstandet
zueinander. Die zwei Räder 25 bilden ein Räderpaar. Vorzugsweise sind zwei Räderpaare
in eine Richtung quer zur Längsrichtung H hintereinander angeordnet.
[0074] Vorzugsweise ist pro Radsatz 24 mindestens ein Motor, wie ein Elektromotor oder ein
Hydraulikmotor, angeordnet. Der Motor kann dabei auf jedes der Räder 25 oder auch
nur einen Teil der Räder 25 einwirken und so den Antrieb für das jeweilige Rad 25
oder die jeweiligen Räder 25 bereitstellen.
[0075] Von den Figuren 1a und 1b ist ersichtlich, dass die Vorrichtung 1 weiterhin eine
mit mindestens einem Motor 26 wirkverbundene Steuerung 27 und mindestens einen mit
der Steuerung 27 wirkverbundenen Sensor 28, der zur Erfassung von Merkmalen an der
Elektrolysewanne 2 konfiguriert ist, aufweist. Der Sensor 28 ist hier in die Durchgangsöffnung
14, 15 gerichtet und kann so Teilbereich der Elektrolysewanne 2 erkennen. Der Sensor
28 und die Steuerung 27 wirkt derart zusammen, dass dem mindestens einen Motor 26
nach Bereitstellung eines Fahrbefehls, ein Stoppbefehl bereitgestellt wird, wenn der
Sensor 28 ein determiniertes Merkmal an der Elektrolysewanne erkennt. Die Wirkverbindung
zwischen Steuerung 27 und Sensor 28 sowie zwischen Steuerung 27 und Motor 26 trägt
das Bezugszeichen 37.
[0076] In der gezeigten Ausführungsform weist der mindestens eine Radsatz 24 weiterhin eine
Hubeinheit 29 auf. Über die Hubeinheit 29 steht der Radsatz 24 mit den Richtbalkenschenkeln
12, 13 in Verbindung. Der Richtbalken 3 kann bei Betätigung der Hubeinheit 29 relativ
zum jeweiligen Radsatz 24 angehoben oder abgesenkt werden. Somit kann die Höhe des
Richtbalkens 3 und der Richtwerkzeuge 16, 17, 18, 19 eingestellt werden.
[0077] In der gezeigten Ausführungsform weist jede der beiden Zentriereinheiten 36 ebenfalls
einen Radsatz 24 auf. Der Radsatz 24 an der Zentriereinheit 36 dient dazu, die Zentriereinheit
36 im Innenraum der Elektrolysewanne verfahrbar aufliegen zu lassen. Vorzugsweise
handelt es sich bei den Rädern am Radsatz 24 um nicht angetriebene Räder.
[0078] Von den Figuren 2a bis 2e ist eine zweite Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
gezeigt. Die zweite Ausführungsform kann mit oder ohne den Radsatz 24 der ersten Ausführungsform
verwirklicht sein. Der hydraulische Richtstempel 20, 21, 22, 23 des Richtwerkzeugs
weist ein vorderes Ende 30 auf, welches beim Richtvorgang auf die zu richtende Seitenwand
4, 5 hin bewegbar ist. Das vordere Ende 30 weist eine richtstempelseitige Lagerstruktur
31 auf. Die Vorrichtung umfasst weiterhin mindestens eine Druckplatte 32. Die Druckplatte
32 weist eine druckplattenseitige Lagerstruktur 33 auf. Die druckplattenseitige Lagerstruktur
33 ist mit der richtstempelseitigen Lagerstruktur 33 in Verbindung bringbar, derart,
dass die Druckplatte 32 mit dem Richtstempel 20, 21, 22, 23 lösbar verbindbar ist.
[0079] Vorzugsweise ist pro Richtstempel 20, 21, 22, 23 je eine Druckplatte 32 angeordnet.
[0080] In der gezeigten Ausführungsform ist weiterhin ein lösbares Befestigungselement 34
zwischen der Druckplatte 32 und dem vorderen Ende 30 des Richtstempels 20, 21, 22,
23 angeordnet. Das Befestigungselement 34 dient dazu, die Druckplatte 32 zum vorderen
Ende 30 zu befestigen.
[0081] In der gezeigten Ausführungsform sind die richtstempelseitige Lagerstruktur 31 und
die druckplattenseitige Lagerstruktur 33 derart ausgebildet, dass, wenn die Lagerstrukturen
miteinander im Eingriff sind, die Druckplatte 32 relativ zum Richtstempel 20, 21,
22, 23 im Rahmen eines Spiels verschiebbar sind. Vorzugsweise ist eine Verschiebbarkeit
im Rahmen des Spiels quer zur Mittelachse M des Richtstempels 20, 21, 22, 23 vorgesehen.
Vorzugsweise ist ein Spiel um mindestens eine Schwenkachse S, welche quer zur Mittelachse
M des Richtstempels 20, 21, 22, 23 orientiert ist, vorgesehen.
[0082] Die Druckplatte 32 weist eine Frontfläche 35 auf, mit welcher die Druckplatte 32
mit der Seitenwand 4, 5 in Kontakt bringbar ist. Die Frontfläche 35 kann verschiedenartig
ausgebildet sein, beispielsweise als ebene Fläche oder als bombierte Fläche. Auch
kann die Frontfläche 35 eine Form aufweisen, welche der Form von Elementen der Seitenwand
4, 5 angepasst ist.
[0083] In der gezeigten Ausführungsform ist die Druckplatte 32 über eine Führung 38 geführt,
wobei die Führung 38 vorzugsweise am jeweiligen Richtbackenschenkel 10, 11, 12 und
13 verlagert ist. Die Führung 38 kann beispielsweise eine Führungslasche sein.
[0084] Von den Figuren 2b bis 2e ist weiterhin ersichtlich, dass die richtstempelseitige
Lagerstruktur 31 vorzugsweise eine konkav gerundete Kontaktfläche aufweist. Die druckstempelseitige
Lagerstruktur könnte auch eine gerundete Kontaktfläche aufweisen. Die gerundeten Kontaktfläche
ist derart ausgebildet, dass die Druckplatte 32 relativ zum Richtstempel 20, 21, 22,
23 verschwenkbar ist. In der Figur 2b liegt die Druckplatte 32 noch im Abstand zur
Seitenwand 4, 5. Aus dieser Lage wird der Richtstempel auf die Seitenwand 4, 5 geführt.
Bei Kontakt mit der Seitenwand 4, 5 über die Druckplatte 32 verschwenkt sich die Druckplatte
32, so wie in der Figur 2c gezeigt. Beim Fortschreiten des Richtvorgangs kann sich
die Druckplatte 32 weiterhin verschwenken, so wie in der Figur 2d gezeigt. Nach erfolgtem
Richtvorgang schwenkt die Druckplatte 32 wieder in die Ausgangslage zurück, so wie
in der Figur 2e gezeigt.
[0085] In den Figuren 3a und 3b wird eine dritte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
gezeigt. Die dritte Ausführungsform kann mit oder ohne dem Radsatz 24 der ersten Ausführungsform
verwirklicht sein. Weiter kann die dritte Ausführungsform mit oder ohne Druckplatten
32 gemäss der zweiten Ausführungsform ausgebildet sein.
[0086] Nach der dritten Ausführungsform sind in bzw. an jedem der inneren Richtbackenschenkel
10, 11 je zwei der genannten hydraulischen Richtstempel 20, 21 angeordnet und in bzw.
an jedem der äusseren Richtbackenschenkel 12, 13 sind je zwei der genannten hydraulischen
Richtstempel 22, 23 angeordnet. Insgesamt sind pro Richtbacke 8, 9 jeweils vier hydraulische
Richtstempel 22, 23 angeordnet.
[0087] In der gezeigten Ausführungsform sind die zwei hydraulischen Richtstempel 20, 21;
22, 23 im bzw. am jeweiligen Richtbackenschenkel 10, 11; 12, 13 in Gebrauchslage des
Richtbalkens 3 gesehen jeweils übereinander angeordnet. Der oben liegende Richtstempel
20, 22 weist vorzugsweise einen grösseren Durchmesser auf als der unten liegende Richtstempel
21, 23. Weiter weist der oben liegende Richtstempel 20, 22 vorzugsweise eine grössere
Länge auf als der unten liegende Richtstempel 21, 23.
[0088] Die Richtstempel 20, 21; 22, 23 sind hier so angeordnet, dass die Mittelachsen M
aller Richtstempel 20, 21; 22, 23 in einer gemeinsamen Ebene liegen.
[0089] Die Mittelachsen M von zwei bezüglich der Durchgangsöffnung 14, 15 einander gegenüberliegenden
Richtstempel 20, 21; 22, 23 verlaufen kollinear zueinander.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0090]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Elektrolysewanne
- 3
- Richtbalken
- 4
- Seitenwand
- 5
- Seitenwand
- 6
- Endbereich
- 7
- Endbereich
- 8
- Richtbacke
- 9
- Richtbacke
- 10
- innerer Richtbackenschenkel
- 11
- innerer Richtbackenschenkel
- 12
- äusserer Richtbackenschenkel
- 13
- äusserer Richtbackenschenkel
- 14
- Durchgangsöffnung
- 15
- Durchgangsöffnung
- 16
- Richtwerkzeug
- 17
- Richtwerkzeug
- 18
- Richtwerkzeug
- 19
- Richtwerkzeug
- 20
- hydraulischer Richtstempel
- 21
- hydraulischer Richtstempel
- 22
- hydraulischer Richtstempel
- 23
- hydraulischer Richtstempel
- 24
- Radsatz
- 25
- Rad
- 26
- Motor
- 27
- Steuerung
- 28
- Sensor
- 29
- Hubeinheit
- 30
- vorderes Ende
- 31
- richtstempelseitige Lagerstruktur
- 32
- Druckplatte
- 33
- druckplattenseitige Lagerstruktur
- 34
- Befestigungselement
- 35
- Frontfläche
- 36
- Zentriereinheit
- 37
- Wirkverbindung
- 38
- Führung
- L
- Länge
- A
- Abstand
- H
- Längsrichtung
- R
- Radachse
- M
- Mittelachse
1. Vorrichtung (1) zum Richten deformierter Elektrolysewannen (2), insbesondere für die
Aluminium-Schmelzflusselektrolyse, umfassend
einen langgestreckten transportier- und versetzbaren Richtbalken (3), der mit seiner
Länge (L) den Abstand (A) wenigstens zwei sich gegenüberliegenden Seitenwände (4,
5) der Elektrolysewanne (2) überstreckt und der an seinen beiden Endbereichen (6,
7) je eine Richtbacke (8, 9) mit einem inneren Richtbackenschenkel (10, 11) und einem
äusseren Richtbackenschenkel (12, 13) sowie einer nach unten offenen und zwischen
den Richtbackenschenkeln liegenden Durchgangsöffnung (14, 15) aufweist, und
mehrere Richtwerkzeuge (16, 17, 18, 19) mit jeweils einem hydraulischen Richtstempel
(20, 21, 22, 23),
wobei in bzw. an den inneren Richtbackenschenkeln (10, 11) jeweils mindestens ein
Richtwerkzeug (16, 17) angeordnet ist,
wobei in bzw. an den äusseren Richtbackenschenkeln (12, 13) jeweils mindestens ein
Richtwerkzeug (18, 19) angeordnet ist,
und wobei die Richtbacken (8, 9) mit ihren Durchgangsöffnungen (14, 15) für einen
Richtvorgang so zur Elektrolysewanne (2) positioniert werden, dass die eine der genannten
Seitenwände (4) sich in eine der genannten Durchgangsöffnungen (14) hineinerstreckt
und dass die andere der genannten Seitenwände (5) sich in eine andere der genannten
Durchgangsöffnungen (15) hineinerstreckt.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) weiterhin mindestens einen Radsatz (24) mit mindestens einem
Rad (25) umfasst, wobei der mindestens eine Radsatz (24) derart am Richtbalken (3)
angeordnet ist, dass der Richtbalken (3) relativ zur Elektrolysewanne (2) verfahrbar
ist.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem äusseren Richtbackenschenkel (12, 13) jeweils ein Radsatz (24) angeordnet
ist; und/oder dass zwischen den äusseren Richtbackenschenkel (10, 11) und/oder zwischen
den inneren Richtbackenschenkel (10, 11) mindestens ein Radsatz (24) angeordnet ist.
4. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Radsatz (24) mindestens zwei Räder (25) aufweist, welche quer zur Längsrichtung
(H) und/oder in Längsrichtung (H) des Richtbalkens (3) gesehen, versetzt zueinander
angeordnet sind.
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Räder durch einen Motor, insbesondere durch einen Elektromotor
oder einen Hydraulikmotor, angetrieben wird.
6. Vorrichtung (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem vorhandenen Radsatz (24) mindestens ein Motor zum Antrieb von mindestens
einem Rad angeordnet ist.
7. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) weiterhin eine mit mindestens einen Motor (26) wirkverbundene
Steuerung (27) und mindestens einen mit der Steuerung (27) wirkverbundenen Sensor
(28), der zur Erfassung von Merkmalen an der Elektrolysewanne (2) konfiguriert ist,
aufweist,
wobei der Sensor (28) und die Steuerung (27) vorzugsweise derart zusammenwirken, dass
dem mindestens einen Motor (26) nach Bereitstellung eines Fahrbefehls, ein Stoppbefehl
bereitgestellt wird, wenn der Sensor (28) ein determiniertes Merkmal an der Elektrolysewanne
erkennt; und/oder
wobei der Sensor (28) zur Abtastung der Seitenwände (4, 5) vorgesehen ist, derart,
dass durch den Sensor (28) ein Verformungsgrad der zu richtenden Verformung bestimmbar
ist, wobei anhand des genannten Verformungsgrads in der Steuerung (27) ein Richtprogramm
berechnet wird, und wobei durch das Richtprogramm während des Richtens die Abfolge
des Verschiebens des Richtbalkens mit dem Radsatz und dem Aufbringen der Richtkraft
auf die zu richtende Seitenwand vorgebbar ist.
8. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens Radsatz (24) eine Hubeinheit (29) aufweist, über welche der Radsatz
(24) mit den Richtbalkenschenkeln (10, 11, 12, 13) in Verbindung steht, derart, dass
der Richtbalken (3) bei Betätigung der Hubeinheit (29) relativ zum jeweiligen Radsatz
(24) angehoben oder abgesenkt werden kann.
9. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der hydraulische Richtstempel (20, 21, 22, 23) des Richtwerkzeugs ein vorderes Ende
(30) aufweist, welches beim Richtvorgang auf die zu richtende Seitenwand (4, 5) hin
bewegbar ist,
wobei das vordere Ende (30) eine richtstempelseitige Lagerstruktur (31) aufweist,
und dass die Vorrichtung (1) weiterhin mindestens eine Druckplatte (32) umfasst, welche
eine druckplattenseitige Lagerstruktur (33) aufweist,
wobei die druckplattenseitigen Lagerstruktur (33) mit der richtstempelseitigen Lagerstruktur
(33) in Verbindung bringbar ist, derart, dass die Druckplatte (32) mit dem Richtstempel
(20, 21, 22, 23) lösbar verbindbar ist.
10. Vorrichtung (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin ein lösbares Befestigungselement (34) zwischen der Druckplatte (32) und
dem vorderen Ende (30) des Richtstempels (20, 21, 22, 23) angeordnet ist, derart,
dass über das Befestigungselement (34) die Druckplatte (32) zum vorderen Ende (30)
festgelegt wird; und/oder
dass die richtstempelseitige Lagerstruktur (31) und/oder die druckplattenseitige Lagerstruktur
(33) vorzugsweise eine konkav gerundete Kontaktfläche aufweisen, welche derart ausgebildet
ist, dass die Druckplatte (32) relativ zum Richtstempel (20, 21, 22, 23) verschwenkbar
ist.
11. Vorrichtung (1) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die richtstempelseitige Lagerstruktur (31) und die druckplattenseitige Lagerstruktur
(33) derart ausgebildet sind, dass, wenn die Lagerstrukturen miteinander im Eingriff
sind, die Druckplatte (32) relativ zum Richtstempel (20, 21, 22, 23) im Rahmen eines
Spiels quer zur Mittelachse (M) des Richtstempels (20, 21, 22, 23) verschiebbar ist;
und/oder dass die Druckplatte (32) im Rahmen eines Spiels um mindestens eine Schwenkachse
(S), welche quer zur Mittelachse (M) des Richtstempels (20, 21, 22, 23) orientiert
ist, verschwenkbar ist.
12. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckplatte (32) eine Frontfläche (35) aufweist, mit welcher die Druckplatte
(32) mit der Seitenwand (4, 5) in Kontakt bringbar ist,
wobei die Frontfläche (35) als ebene Fläche ausgebildet ist; oder
wobei die Frontfläche (35) als bombierte Fläche ausgebildet ist; oder
wobei die Frontfläche (35) eine Form aufweist, welche der Form von Elementen der Seitenwand
(4, 5) angepasst ist.
13. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckplatte (32) über eine Führung geführt ist, wobei die Führung vorzugsweise
am jeweiligen Richtbackenschenkel (10, 11, 12 und 13) und an der Druckplatte (32)
angelenkt ist.
14. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in bzw. an jedem der inneren Richtbackenschenkel (10, 11) je zwei der genannten hydraulischen
Richtstempel (20, 21) angeordnet sind und dass in bzw. an jedem der äusseren Richtbackenschenkel
(12, 13) je zwei der genannten hydraulischen Richtstempel (22, 23) angeordnet sind.
15. Vorrichtung (1) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die zwei hydraulischen Richtstempel (20, 21; 22, 23) im bzw. am jeweiligen Richtbackenschenkel
(10, 11; 12, 13) jeweils übereinander angeordnet sind,
wobei der oben liegende Richtstempel (20, 22) vorzugsweise einen grösseren Durchmesser
aufweist als der unten liegende Richtstempel (22, 23); und/oder
wobei der oben liegende Richtstempel (20, 22) vorzugsweise eine grössere Länge aufweist
als der unten liegende Richtstempel (22, 23).
16. Vorrichtung (1) nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mittelachsen (M) aller Richtstempel (20, 21; 22, 23) in einer gemeinsamen Ebene
liegen; und/oder
dass die Mittelachsen (M) von zwei bezüglich der Durchgangsöffnung (14, 15) einander gegenüberliegenden
Richtstempel (20, 21; 22, 23) kollinear zueinander verlaufen.
17. Verfahren zum Betrieb einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Schritt der Richtbalken (3) bezüglich der zu richtenden Elektrolysewanne
(2) positioniert wird und dass in einem nachfolgenden Schritt des Richtens mit den
genannten Richtwerkzeugen (16, 17, 18, 19) eine Richtkraft auf die Seitenwand (4,
5) ausgeübt wird, derart, dass die Seitenwand (4, 5) gerichtet wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17 zum Betrieb einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 2 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass beim Schritt der Positionierung des Richtbalkens (3) der Richtbalken so positioniert
wird, dass mindestens ein Rad (25) des Radsatzes (24) neben der Elektrolysewanne (3)
auf einem Boden aufsteht.
19. Verfahren nach Anspruch 17 oder 18 zum Betrieb eine Vorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 7 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einem dem ersten Schritt nachfolgenden Schritt der Richtbalken bezüglich der Elektrolysewanne
verschoben wird, wobei während des Verschiebens die Seitenwände mit dem Sensor (28)
abgetastet werden, wobei durch den Sensor (28) ein Verformungsgrad der zu richtenden
Verformung erfassbar ist, und wobei anhand des genannten Verformungsgrads in der Steuerung
ein Richtprogramm berechnet wird, und wobei das Richtprogramm während des Schritts
des Richtens die Abfolge des Verschiebens des Richtbalkens mit dem Radsatz und dem
Aufbringen der Richtkraft auf die zu richtende Seitenwand vorgibt; oder
dass der Sensor (28) und die Steuerung (27) vorzugsweise derart zusammenwirken, dass dem
mindestens einen Motor (26) nach Bereitstellung eines Fahrbefehls, ein Stoppbefehl
bereitgestellt wird, wenn der Sensor (28) ein determiniertes Merkmal an der Elektrolysewanne
erkennt.