[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auffangen von während der
Bearbeitung von Werkstückteilen verwendeten Bearbeitungssuspensionen mit Materialabtrag/Werkzeugverschleiß
sowie eine Werkzeugmaschine mit dieser Auffangvorrichtung.
Beschreibung
[0002] Keramische Substrate oder Komponenten werden in verschiedenen technischen Gebieten,
wie der elektronischen Industrie, Automobilindustrie und in der Medizin (zum Beispiel
als Hüftgelenkprothesen) verwendet. In einigen Bereichen haben technische Keramiken
Metalle und Kunststoffe aufgrund ihrer äußerst harten und verschleißfesten Eigenschaften
verdrängt. Technische Keramik findet insbesondere in solchen Bereichen Anwendung,
in denen andere Materialien an ihre Grenzen stoßen oder in denen die Effizienz von
Systemen verbessert werden soll.
[0003] Die erwähnten Hüftgelenkprothesen bestehen aus zwei Teilen, einem kugelförmigen Kopf
und einer schalenförmigen Gelenkpfanne. Kopf und Gelenkpfanne wurden in der Vergangenheit
aus Metall und/oder Kunststoff hergestellt. Beide Materialien weisen Nachteile, wie
hoher Verschleiß und relative große Abriebpartikel, auf. Die Verwendung von Hochleistungskeramik
zur Herstellung des kugelförmigen Kopfes bringt hier eine Verbesserung, wie sehr kleine
Abriebpartikel und höhere Verschleißfestigkeit.
[0004] Bei Keramiken handelt es sich um einen nicht metallischen, anorganischen, temperaturbeständigen
Werkstoff, der zu mindestens 30 % kristallin ist und sich nur schwer oder gar nicht
in Wasser auflöst. So gibt es Silikat-, Oxid- und nicht Oxid Keramiken. Häufig verwendete
Materialien zur Herstellung von Keramiken basieren auf Silikaten, Aluminiumoxid, Zirkoniumdioxid,
Siliziumkarbid und Siliziumnitrid.
[0005] Keramiken werden in der Regel folgendermaßen gefertigt: zunächst wird bei Raumtemperatur
aus einer Rohmasse aus keramischem Pulver und Bindemittel ein halbfester, noch nicht
belastbarer Rohling geformt. Der Rohling, auch als Grünling bezeichnet, ist ein relativ
weicher, kreideartiger Grünling, der sich noch leicht mechanisch bearbeiten (zum Beispiel
mittels Sägen, Fräsen oder Drehen) lässt. Üblich ist auch die Verwendung von Trockenpressmasse
zur Herstellung des Grünlings, wodurch ein Trocknen nach der Formgebung nicht notwendig
ist.
[0006] Der so bearbeitete Grünling wird abschließend einer Wärmebehandlung (Sintern) unterzogen,
wobei aus dem Grünling ein dichtes, hartes Material entsteht. Nach dem Brennen bzw.
Sintern weisen die Oberflächen der Bauteile oft Rauheiten auf, die in einem Nacharbeitsprozess
(wie zum Beispiel Schleifen, Läppen, Polieren etc.) entfernt werden. So müssen die
für eine Hüftgelenkprothese vorgesehenen kugelförmigen Keramikköpfen nach dem Sintern
poliert werden, um den Anforderungen zu genügen.
[0007] Beim Läppen und Polieren wird die Maßgenauigkeit und Oberflächengüte (zum Beispiel
Anschliff Präparation, Dichtflächen) der Keramikteile verbessert. Der hierfür verwendete
Bearbeitungswerkstoff besteht aus einem nassen, losen Korn, zum Beispiel aus Diamantpartikeln
oder B4C Partikeln. Dies ist kostspielig, jedoch notwendig, um den Anforderungen (zum
Beispiel bei Verwendung als Gelenksprothesen) zu entsprechen.
[0008] Für den Poliervorgang wird der keramische Kugelkopf in eine Poliermaschine eingespannt
und unter Verwendung von Diamantpartikeln poliert. Die verwendeten Poliermaschinen
bestehen typischerweise aus einer oder zwei Bearbeitungsstationen und jeweils einem
oder zwei Absaugstutzen.
[0009] Beim Polieren von keramischen oder auch metallischen sphärischen Oberflächen entstehen
feine Partikel sowie Poliermittelrückstände, die sich in der Umgebung verteilen. Dies
kann zu Verschmutzungen führen, die eine nachträgliche und aufwendige Reinigung erfordern.
Bestehende Lösungen wie Absaugvorrichtungen oder Filtermatten sind oft ineffektiv
oder schwer zu integrieren.
[0010] Die verwendeten Poliermaschinen müssen daher regelmäßig gereinigt und instandgehalten
werden, wobei sich gezeigt hat, dass eine Poliermaschine mit zwei Bearbeitungsstationen
einen monatlichen Mehraufwand gemäß Reinigungs- und Instandhaltungsplan im Vergleich
zur älteren Poliermaschinengeneration mit einer Bearbeitungsstation aufweist.
[0011] Auch werden in den konventionellen - mit einem geringen Automationsgrad versehenen
- Poliermaschinen die zum Polieren verwendeten Diamantpartikel entsorgt, wodurch ein
hoher Kostenaufwand entsteht. Zur Reduzierung der Kosten wäre es wünschenswert, die
verwendeten Diamantpartikel nicht einfach zu entsorgen, sondern möglichst wieder zu
verwenden.
[0012] Es war daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung bereitzustellen,
die ein Auffangen und Recyceln der zum Polieren verwendeten Bearbeitungssuspensionen,
insbesondere Poliersuspension und die darin enthaltenen Partikel (insbesondere Diamantpartikel)
ermöglicht.
[0013] Es war weiterhin die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen optimierten Spritzschutz
gegen aggressiven Polierschmutz und andere Verunreinigung bereitzustellen.
[0014] Diese Aufgaben werden mit einem Behältnis und einer Vorrichtung mit den Merkmalen
der anhängigen Ansprüche gelöst.
[0015] Entsprechend wird ein Behältnis zum Auffangen von während der Bearbeitung von Werkstückteilen
verwendeten Bearbeitungssuspensionen, insbesondere Poliersuspension, in einer Werkzeugmaschine
zum Bearbeiten von Werkstückteilen bereitgestellt,
wobei die Werkzeugmaschine mindestens eine Werkzeugspindel zur Aufnahme von Werkzeugen
und mindestens eine Werkstückspindel (bzw. Werkstückhaltevorrichtung) zur Aufnahme
und Halten des zu bearbeitenden Werkstückteils umfasst,
wobei das Behältnis zur Anordnung zwischen der Werkstückspindel und der Werkzeugspindel
vorgesehen ist,
wobei das Behältnis mindestens vier Seitenflächen A, B, C, D, eine Oberseite E und
eine Unterseite F umfasst, wobei das Behältnis weiterhin umfasst:
mindestens eine erste Öffnung in mindestens einer ersten Seitenfläche A des Behältnisses
konfiguriert zur Aufnahme der mindestens einen Werkzeugspindel,
mindestens eine zweite Öffnung konfiguriert zur Aufnahme der mindestens einen Werkstückspindel,
wobei die zweite Öffnung sich über mindestens zwei weitere Seitenflächen B, C des
Behältnisses erstreckt (wobei die Seitenflächen B, C nicht der ersten Seitenfläche
A entsprechen),
mindestens eine dritte Öffnung konfiguriert zur Aufnahme und Befestigung von mindestens
einer Flasche zum Auffangen (Auffangflasche) von Bearbeitungssuspension),
wobei die mindestens eine dritte Öffnung konfiguriert zur Aufnahme der mindestens
einen Auffangflasche derart in einem unteren Bereich des Behältnisses (bevorzugt nahe
der Unterseite F) angeordnet ist, so dass die Bearbeitungssuspension mittels Gravitation
aus dem Behältnis in die mindestens eine Auffangflasche selbsttätig abfließen kann,
und
mindestens eine vierte Öffnung konfiguriert zur Verbindung mit einer Absaugvorrichtung.
[0016] Es wird demnach ein Auffangbehältnis (bzw. einer Fangglocke) zum Auffangen von während
der Bearbeitung von Werkstückteilen, insbesondere Keramikteilen (zum Beispiel keramischer
Kugelkopf) verwendeten Bearbeitungssuspension bereitgestellt, die in bzw. über der
Bearbeitungsstation zur Außenbearbeitung (zum Beispiel der Außenpolierbearbeitung)
des zu bearbeitenden Werkstückteils, insbesondere Keramikteils positioniert wird.
Das vorliegende Auffangbehältnis ist als Teil einer Vorrichtung vorgesehen, die neben
dem Auffangbehältnis, eine mit dem Behältnis verbundene Absaugvorrichtung und optional
ein Linearmodul, an dem das Auffangbehältnis befestigt ist, umfasst.
[0017] Als Bearbeitungssuspension wird bevorzugt eine Poliersuspension verwendet, wobei
die Poliersuspension Diamantenpartikel (Diamantpulver-Öl-Gemisch) oder Borcarbid B4C
Partikel enthält. Die Poliersuspension ist ein kriechendes, abrasives Medium mit einer
hohen Viskosität.
[0018] Das vorliegende Auffangbehältnis und die das Auffangbehältnis umfassende Auffangvorrichtung
bieten eine einfache und effiziente Möglichkeit, Polierschmutz unmittelbar an der
Entstehungsstelle zu binden und dessen Verbreitung zu minimieren.
[0019] Mit der vorliegenden Erfindung wird eine kompakte, leichte und effizient positionierbare
Fang- oder Absaugglocke geschaffen, die in unmittelbarer Nähe beim Polierwerkzeug
vorgesehen ist, jedoch nicht in den primären Arbeitsraum der Poliervorrichtung eingreift,
aber dennoch eine effektive Schmutzerfassung direkt am Ort des Geschehens ermöglicht.
[0020] Das vorliegende Auffangbehältnis bzw. Fangglocke ist insbesondere derart konstruiert,
dass eine Montage an einem Linearmodul z.B. Linearschlitten respektive -hub, außerhalb
des Aktionsradius eines Polierwerkzeuges, speziell im Kontext der automatisierten
Politur von Hüftgelenksimplantaten, möglich ist.
[0021] Mit der vorliegenden Auffangvorrichtung ist es zudem möglich, die anfallende Bearbeitungssuspension
unmittelbar aufzufangen und gegebenenfalls nach Aufarbeitung wieder dem Bearbeitungsprozess
zuzuführen und zu recyceln. Eine mehrfache Wiederverwendung der Polierpartikel (wie
zum Beispiel Diamantpartikel) kann dadurch gewährleistet werden, was mit einer Kostenreduzierung
verbunden ist.
[0022] Darüber hinaus wird eine Reduzierung der bisher aufwändigen Reinigungsschritte möglich.
So entfällt die Beschaffung und Entsorgung von Reinigungstüchern und die damit verbundenen
Reinigungsmaßnahmen. Auch wird der Kontakt des für die Reinigung zuständigen Mitarbeiters
mit dem aggressiven Polierschmutz und anderen Verunreinigungen reduziert, was zu einer
Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit führt.
[0023] Insgesamt bietet die vorliegende Auffangvorrichtung inklusive Auffangbehältnis bzw.
Fangglocke eine Vielzahl von Vorteilen: effektive Aufnahme von Polierschmutz direkt
an der Quelle, Reduzierung des Reinigungsaufwands nach dem Polierprozess, einfache
Anwendung ohne aufwendige Modifikation bestehender Poliersysteme, kein Eingriff in
den Arbeitsraum des Polierwerkzeuges, verbesserte Schmutzerfassung durch Nähe zur
Entstehungsquelle, einfache Reproduzierbarkeit des Auffangbehältnisses durch 3D-Druck,
Nachrüstbarkeit an bestehende Automationsanlagen, kostengünstige Herstellung und Anpassung.
[0024] Die Erfindung wird im Folgenden näher erläutert.
Werkzeugmaschine zum Bearbeiten von Werkstückteilen
[0025] Wie oben angeführt ist die erfindungsgemäße Auffangvorrichtung zum Auffangen von
während der Bearbeitung von Werkstückteilen, insbesondere Keramikteilen verwendeten
Bearbeitungssuspensionen in Kombination mit einer Werkzeugmaschine, insbesondere einer
Poliermaschine, zum Bearbeiten von Werkstückteilen, insbesondere_Keramikteilen, vorgesehen.
[0026] Die Werkzeugmaschine umfasst eine Werkzeugspindel zur Aufnahme von Werkzeugen und
einen Werkzeugmotor zum Antrieb der Werkzeugspindel. Das zu bearbeitende Werkstückteil
(z.B. Keramikteil) wird in einer Werkstückspindel bzw. Werkstückhaltevorrichtung aufgenommen.
[0027] Werkstückspindel und Werkzeugspindel sind in einer x-y-Ebene zueinander positionierbar,
und zwar bevorzugt um drei oder mehr Bearbeitungsachsen zueinander positionierbar.
[0028] Die Auffangvorrichtung mit dem Auffangbehältnis bzw. Fanglocke ist zwischen der Werkzeugspindel
und der Werkstückspindel vorgesehen. Die Auffangvorrichtung wird dabei so angeordnet,
dass während des Bearbeitungsprozesses des Werkstückteils (wie Keramikteil) sowohl
das zu bearbeitende Werkstückteil (wie Keramikteil) in der Werkstückspindel als auch
das entsprechende Werkzeug in der Werkzeugspindel von dem Auffangbehältnis der Auffangvorrichtung
aufgenommen und abgedeckt sind, sodass während der Bearbeitung entstehende Partikel
sowie die verwendete Bearbeitungssuspension unmittelbar in dem Auffangbehältnis der
Auffangvorrichtung aufgefangen werden können.
[0029] Wie oben angedeutet, ist zur Anordnung der Auffangvorrichtung zwischen Werkzeugspindel
und Werkstückspindel vorgesehen, dass das Auffangbehältnis der Auffangvorrichtung
an einem beweglichen Modul oder Schlitten befestigt ist. Der Schlitten ermöglicht
eine vertikale oder horizontale Bewegung des Auffangbehältnis der Auffangvorrichtung.
Durch gezielte Bewegungen des Schlittens kann das daran befestigte Auffangbehältnis
adaptiv an den jeweiligen Polierbereich herangeführt werden, ohne mit dem Polierwerkzeug
zu kollidieren.
Auffangbehältnis der Auffangvorrichtung
[0030] Wie beschrieben umfasst das Auffangbehältnis mindestens vier Seitenflächen A, B,
C, D, eine Oberseite E und eine Unterseite F.
[0031] Die Seitenflächen A und C, die Seitenflächen B und D sowie Oberseite E und Unterseite
F des Behältnisses sind bevorzugt jeweils zueinander gegenüber liegend angeordnet.
[0032] In einer Ausführungsform des Behältnisses ist vorgesehen, dass die Seitenflächen
A, B, C, D und die Oberseite E / Unterseite F jeweils zueinander in einem rechteckigen
Winkel angeordnet sind. Somit treffen die Seitenflächen und die Oberseite / Unterseite
jeweils senkrecht aufeinander mit rechtwinkligen Kanten.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform des Behältnisses ist allerdings vorgesehen,
dass die Kantenlinien entlang der Seitenflächen B, C des Behältnisses abgerundet sind,
d.h. das Behältnis weist entlang dieser Seitenflächen eine abgerundete Ecke bzw. Kante
auf. Wie noch später erläutert, ermöglicht die Abrundung eine Bewegung der Werkstückspindel
entlang einer Öffnung über die zwei Seitenflächen. Der Winkel der Abrundung der Ecke
sollte dabei so gewählt sein, dass der Mittelpunkt des Absaugstutzen mit dem Kugelmittelpunkt
des Keramikteils nahezu übereinstimmt.
[0034] Das vorliegende Auffangbehältnis oder Fangflocke nimmt den während des Polierprozesses
entstehenden Polierschmutz auf und bindet diesen. Die Fangflocke besteht aus einem
speziellen, temperaturbeständigen Material mit hoher Affinität zu Poliernebel und
Polierrückständen.
[0035] Bevorzugt wird das Auffangbehältnis bzw. Fangflocke additiv mittels 3D Druck, insbesondere
SLS-3D-Druck gefertigt. Selektives Lasersintern (SLS) ist ein additives Fertigungsverfahren,
um räumliche Strukturen durch Sintern mit einem Laser aus einem pulverförmigen Ausgangsstoff
herzustellen. Hierbei bringt eine thermische Energiequelle (Laser) Pulverpartikel
im Baubereich zum Schmelzen und anschließend wird eine neue Schicht Pulver aufgebracht
und der Vorgang wiederholt. Der zum Einsatz kommende pulverförmige Ausgangsstoff basiert
auf thermoplastischen Polymeren, wie z.B. Polyetheretherketon, (PEEK), Polyetherketonketon
(PEKK), Polylactid (PLA), Nylon, Polyetherimide. Polymethylmethacrylat (PMMA), Polyphenylsulfon
(PPSU), Polyurethan (PUR), Polyvinylbutryl (PVB), Polycarbonat (PC) oder Acrylnitril-Butadien-Styrol
(ABS).
[0036] Die Abmaße des Auffangbehältnisses sind im Wesentlichen abhängig von den Dimensionen
der Werkzeugmaschine und den sich daraus ergebenden Bearbeitungsraum zwischen Werkstückspindel
und Werkzeugspindel. In einer Ausführungsform können die Seitenflächen A-D jeweils
eine Länge zwischen 8 und 15 cm, bevorzugt zwischen 9 und 14 cm, z.B. 9cm oder 13
cm und eine Breite zwischen 5 und 10 cm, bevorzugt zwischen 6 und 8 cm aufweisen.
Oberseite E und Unterseite F könne z.B. eine Länge zwischen 10 und 15 cm, bevorzugt
zwischen 12 und 14 cm, z.B. 13 cm und eine Breite zwischen 8 und 10 cm, z.B. 9 cm
aufweisen. Diese Angaben sind jedoch nur als beispielhaft zu betrachten und nicht
als begrenzend, da die Größe des Auffangbehältnisses beliebig an den Arbeitsraum des
Polierwerkzeuges anpassbar ist.
Öffnung des Auffangbehältnis für Werkzeugspindel
[0037] Das erfindungsgemäße Auffangbehältnis weist mindestens eine erste Öffnung in mindestens
einer Seitenfläche A konfiguriert zur Aufnahme der mindestens einen Werkzeugspindel
auf.
[0038] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die mindestens eine erste Öffnung,
bevorzugt eine kreisförmige Öffnung, zur Aufnahme der mindestens einen Werkzeugspindel
eine Innenfase mit Winkel von 10 bis 40 °, bevorzugt von 15 bis 30° für einen Rücklauf
der Poliersuspension aufweist.
[0039] Die Größe der Öffnung ist abhängig von der Größe der Werkzeugspindel und entsprechend
beliebig einstellbar. In einer möglichen Ausführungsform weist die Öffnung für die
Werkzeugspindel einen Durchmesser zwischen 5 und 15 cm, bevorzugt zwischen 6 und 12
cm, insbesondere bevorzugt zwischen 7 und 10 cm, z.B. 8 cm auf.
Öffnung des Auffangbehältnis für Werkstückspindel
[0040] Das erfindungsgemäße Auffangbehältnis weist des Weiteren mindestens eine zweite Öffnung
konfiguriert zur Aufnahme der mindestens einen Werkstückspindel auf, wobei die Öffnung
sich über mindestens zwei weitere Seitenflächen B, C des Behältnisses erstreckt, wobei
die Seitenflächen B, C nicht der ersten Seitenfläche A entsprechen.
[0041] In einer Ausführungsform weist die mindestens eine zweite Öffnung zur Aufnahme der
mindestens einen Werkstückspindel eine Innenfase mit Winkel von 10 bis 40 °, bevorzugt
von 15 bis 30° für einen Rücklauf der Poliersuspension auf.
[0042] In einer Ausführungsform ist die mindestens eine zweite Öffnung zur Aufnahme der
mindestens einen Werkstückspindel als eine längliche Öffnung ausgebildet, die sich
bogenförmig über die (abgerundete) Kante über die Seitenfläche B und Seitenfläche
C erstreckt.
[0043] So kann die zweite Öffnung zur Aufnahme der mindestens einen Werkstückspindel auch
als ein Schlitz beschrieben werden, der bogenförmig oder halbkreisförmig über die
zwei Seitenflächen verläuft.
[0044] In einer weitergehenden Variante kann die zweite Öffnung zur Aufnahme der mindestens
einen Werkstückspindel derart ausgebildet sein und beschrieben werden, dass sich die
schlitzförmige Öffnung parallel zur Unterseite und Oberseite des Auffangbehältnis
erstreckt und jeweils zwei Halbkreise das Ende der Öffnung bilden (ein erster Halbkreis
in der Seitenfläche B und ein zweiter Halbkreis in der Seitenfläche C).
[0045] Die geometrische Ausbildung der zweiten Öffnung zur Aufnahme der mindestens einen
Werkstückspindel ermöglicht somit eine Bewegung der Werkstückspindel (und des zu polierenden
Werkstückes) in einer x-y-Ebene (relativ zur Werkzeugspindel).
[0046] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass entlang der Kanten der mindestens
zweiten Öffnung zur Aufnahme der mindestens einen Werkstückspindel eine Bürstenleiste
vorgesehen ist.
[0047] Die Größe der zweiten Öffnung für die Werkstückspindel ist bevorzugt angepasst an
den Durchmesser der ersten Öffnung für die Werkzeugspindel. So kann der Durchmesser
der zweiten Öffnung gleich dem Durchmesser der ersten Öffnung sein.
[0048] Die Bürstenleiste kann als Streifenbürste vorgesehen sein. Bevorzugt ist die Streifenbürste
bis zu 180°, bevorzugt bis zu 220°C temperaturbeständig.
Öffnung des Auffangbehältnis für Auffangflasche
[0049] Erfindungsgemäß weist das Behältnis der Auffangvorrichtung mindestens eine dritte
Öffnung auf, die zur Aufnahme und Befestigung von mindestens einer Flasche zum Auffangen
(Auffangflasche) von Bearbeitungssuspension konfiguriert ist, wobei die mindestens
eine dritte Öffnung zur Aufnahme der mindestens einen Auffangflasche derart in einem
unteren Bereich des Behältnisses ( d.h. bevorzugt in oder nahe der Unterseite F) angeordnet
ist, so dass die Bearbeitungssuspension mittels Gravitation aus dem Behältnis in die
mindestens eine Auffangflasche selbsttätig abfließen kann.
[0050] Um das selbsttätige Abfließen der Bearbeitungssuspension in die Auffangflasche (bei
bestimmungsgemäßen Gebrauch) zu ermöglichen, weist das Behältnis der Auffangvorrichtung
mindestens einen Abschnitt zum Ablaufen der Bearbeitungssuspension auf, der nicht
horizontal verläuft, sondern vielmehr in Bezug auf die vertikale Achse geneigt ist
(d.h. dieser Abschnitt schließt einen Winkel in Bezug auf die Vertikale von kleiner
90° ein).
[0051] Dies kann durch verschiedene Konstruktionen erreicht werden.
[0052] Gemäß einer ersten Konstruktion bzw. einer ersten Ausführungsform verläuft mindestens
ein Abschnitt der Unterseite F des Behältnisses mit einer Neigung hin zu der mindestens
eine dritte Öffnung für die Auffangflasche, so dass die Bearbeitungssuspension (z.B.
Poliersuspension) mittels Gravitation von der Unterseite F aus dem Behältnis in die
mindestens eine Auffangflasche selbsttätig abfließen kann.
[0053] Der geneigte Abschnitt kann die gesamte Unterseite F des Auffangbehältnisses umfassen,
d.h. die gesamte Unterseite F verläuft mit einer Neigung von einer (hinteren) Seitenfläche
B zu einer (vorderen) Seitenfläche D. Die Neigung der Unterseite F des Auffangbehältnisses
kann zwischen 10 und 40°, bevorzugt zwischen 15 und 30° (in Bezug auf die Horizontale)
betragen.
[0054] In dieser ersten Konstruktion bzw. Ausführungsform ist die mindestens eine dritte
Öffnung zur Aufnahme und Befestigung der Auffangflasche bevorzugt in der Unterseite
F des Auffangbehältnisses vorgesehen. Die Auffangflasche wird in die dritte Öffnung
des Auffangbehältnisses eingeschraubt, d.h. es liegt eine lösbare Verbindung zwischen
Flasche und Auffangbehältnis vor. Hierzu weist die Auffangflasche ein Außengewinde
auf und die dritte Öffnung des Auffangbehältnisses weist ein dazu komplementäres Innengewinde
auf, d.h. die Auffangflasche ist somit leicht montierbar und demontierbar.
[0055] Gemäß einer zweiten Konstruktion bzw. einer zweiten Ausführungsform ist vorgesehen,
dass zusätzlich zu einer mindestens abschnittsweisen Neigung der Unterseite F des
Auffangbehältnisses ein Vorsprung bzw. eine Projektion an das Auffangbehältnis angeflanscht
ist (und von dem Auffangbehältnis entsprechend absteht), wobei der Vorsprung die mindestens
eine dritte Öffnung für die Auffangflasche aufweist.
[0056] Der an das Auffangbehältnis angeflanschte Vorsprung weist eine Neigung hin zu der
mindestens einen dritten Öffnung für die Auffangflasche auf, so dass die Bearbeitungssuspension
mittels Gravitation von der Unterseite F aus dem Behältnis in den angeflanschten Vorsprung
und von dort in die mindestens eine Auffangflasche selbsttätig abfließen kann.
[0057] In einer Ausführungsform des Auffangbehältnisses ist gemäß der zweiten Konstruktion
bzw. zweiten Ausführungsform vorgesehen, dass sich die Seitenfläche D und die Unterseite
F des Auffangbehältnisses in mindestens einem Abschnitt nicht kontaktieren, so dass
dieser mindestens eine Abschnitt zwischen Seitenfläche D und Unterseite F offen ist,
wobei an diesen mindestens einen offenen Abschnitt der Vorsprung angeflanscht ist.
[0058] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform verläuft der hervorstehende oder von
dem Auffangbehältnis abstehende Vorsprung (oder Projektion) über die Gesamtlänge der
Kontaktlinie von Seitenfläche D und Unterseite F des Auffangbehältnisses. Hierbei
ist vorgesehen, dass Seitenfläche D und Unterseite F entlang ihrer Gesamtlänge keinen
Kontakt haben, so dass der an Seitenfläche D und Unterseite F angeflanschte Vorsprung
über die Gesamtlänge von Seitenfläche D und Unterseite F verläuft.
[0059] Der angeflanschte Vorsprung ist in Bezug auf die Seitenfläche D des Auffangbehältnisses
um einen Winkel von 30 bis 60°, bevorzugt 40 bis 50°geneigt ist und in Bezug auf die
Unterseite F des Auffangbehältnisses ebenfalls um einen Winkel von 30 bis 60°, bevorzugt
40 bis 50° geneigt.
[0060] Die zweite Konstruktion bzw. zweite Ausführungsform des Auffangbehältnisses mit dem
vorstehenden Abschnitt bzw. Vorsprung kann auch wie folgt beschrieben werden:
Die (vordere) Seitenfläche D des Auffangbehältnisses ist um einen Betrag m und Unterseite
F des Auffangbehältnisses ist um einen Betrag n gekürzt. Die Ecken der Seitenfläche
A, C, die auf die Seitenfläche D und die Unterseite F treffen, sind um den Betrag
m und Betrag n entfernt, und somit entsprechend an die gekürzte Seitenfläche D und
Unterseite F angepasst. Das Auffangbehältnis weist nunmehr eine längliche Öffnung
auf, die entlang der gekürzten Seitenfläche D und Unterseite F und von der Seitenfläche
A zur Seitenfläche C verläuft.
[0061] Der Vorsprung bzw. der vorstehende Abschnitt des Auffangbehältnisses wird in einem
vorbestimmten Winkel (in Bezug auf die Seitenfläche D und die Unterseite F) entlang
der länglichen Öffnung verlaufend zwischen der gekürzten Seitenfläche D und Unterseite
F und von der Seitenfläche A zur Seitenfläche C des Auffangbehältnisses angeflanscht
bzw. aufgesetzt.
[0062] Die mindestens eine dritte Öffnung zur Befestigung der Auffangflasche kann an einer
beliebigen Position des geneigten angeflanschten Vorsprungs vorgesehen sein. Bevorzugt
ist die mindestens eine dritte Öffnung zur Befestigung der Auffangflasche rechts an
dem Gehäuse (bei Blick auf vordere Seitenfläche D) vorgesehen.
Öffnung des Auffangbehältnis zur Verbindung mit Absaugvorrichtung
[0063] Erfindungsgemäß weist das Behältnis der Auffangvorrichtung mindestens eine vierte
Öffnung auf, die für eine Verbindung mit einer Absaugvorrichtung konfiguriert ist.
[0064] Diese vierte Öffnung kann kreisförmig oder schlitzförmig ausgebildet sein. Die Verbindung
zur Absaugvorrichtung kann flexibel (z.B. als Schlauch) oder starr (z.B. als Absaugkanal)
ausgebildet sein.
[0065] In einer Ausführungsform weist das Auffangbehältnis der vorliegenden Auffangvorrichtung
die mindestens eine vierte Öffnung als eine kreisförmige Öffnung mit einem nach außen
zeigenden Absaugstutzen zum Anbringen einer Absaugvorrichtung, z.B. eines Absaugschlauches
auf. Diese (vierte) kreisförmige Öffnung mit Absaugstutzen ermöglicht das Anbringen
eines (flexiblen) Absaugschlauches, der zum Absaugen von während der Keramikbearbeitung
anfallenden Poliersuspensionsnebel (ggf. Aerosole) und Keramikpartikeln dient.
[0066] In einer Ausführungsform des Auffangbehältnisses ist vorgesehen, dass die mindestens
eine vierte kreisförmige Öffnung mit Absaugstutzen zum Anbringen eines Absaugschlauches
auf einer (vorderen) Seitenfläche D des Behältnisses angeordnet ist, d.h. an einer
Seitenfläche des Auffangbehältnisses, die keine der Öffnungen für Werkzeugspindel
und Werkstückspindel aufweist.
[0067] In einer anderen Ausführungsform des Auffangbehältnisses kann die kreisförmige Öffnung
mit Absaugstutzen zum Anbringen eines Absaugschlauches auf der Oberseite E oder auch
an der Kante, die die (vordere) Seitenfläche D und die Oberseite E verbindet, vorgesehen
sein. In letzterem Fall verläuft der Absaugstutzen schräg nach oben. In dieser Ausführungsform
kann der Absaugstutzen zum Anbringen eines Absaugschlauches mit einem Winkel von zwischen
10- 40°, bevorzugt mit einem Winkel von 15-30° (in Bezug auf die Seitenfläche D) auf
der (vorderen) Seitenfläche angeordnet sein.
[0068] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die vierte Öffnung schlitzförmig
ausgebildet. Die schlitzförmige Öffnung erstreckt sich zumindest teilweise, bevorzugt
vollständig über die Länge einer Seitenfläche, bevorzugt der Seitenfläche D des Auffangbehältnisses,
d.h. über die Seitenfläche des Auffangbehältnisses, die keine der Öffnungen für Werkzeugspindel
und Werkstückspindel aufweist,
[0069] Diese schlitzförmige Öffnung ist konfiguriert zur Verbindung bzw. Anbindung einer
Absaugvorrichtung, die als flexibler Absaugschlauch oder als Absaugkanal vorgesehen
sein kann. Im Falle eines Absaugkanals bestehet dieser aus einem unflexiblen Material,
wie z.B. Kunststoff oder Metall.
[0070] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Ausführungsbeispiele mit
Referenz zu den Figuren im Detail näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1A- D
- eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Auffangvorrichtung;
- Figur 2A - E
- eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Auffangvorrichtung, und
- Figur 3
- eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Auffangvorrichtung.
[0071] Die in den Figuren 1A-1D gezeigte erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Auffangvorrichtung
(10) und des erfindungsgemäßen Auffangbehältnisses (11) ist zwischen der Werkstückspindel
(22) und der Werkzeugspindel (21) einer Werkzeugmaschine (20) vorgesehen. Werkstückspindel
(22) und Werkzeugspindel (21) sind in einer x-y-Ebene zueinander positionierbar.
[0072] Die Auffangvorrichtung (10) umfasst ein Behältnis (11) mit vier Seitenflächen A,
B, C, D, einer Oberseite E und einer Unterseite F. Die Seitenflächen A und C, die
Seitenflächen B und D sowie Oberseite E und Unterseite F sind jeweils zueinander gegenüber
liegend angeordnet sind Die Kantenlinien entlang der Seitenfläche B, C sind abgerundet
ausgebildet, d.h. das Auffangbehältnis weist hier eine abgerundete Ecke auf (siehe
hierzu auch die Figur 2C, D).
[0073] Das Behältnis (11) weist vier Öffnungen (12, 13, 14, 16) auf: eine erste Öffnung
(12) in Seitenfläche A des Behältnisses (11) zur Aufnahme der mindestens einen Werkzeugspindel
(21); eine zweite Öffnung (13) zur Aufnahme der Werkstückspindel (22), wobei sich
die zweite Öffnung (13) über die Seitenflächen B, C des Behältnisses (11) erstreckt;
eine dritte Öffnung (14) zur Aufnahme einer Auffangflasche (15) zum Auffangen von
Bearbeitungssuspension, und eine vierte Öffnung (16) mit nach außen zeigenden Absaugstutzen
(17) zum Anbringen eines Absaugschlauches.
[0074] Die erste Öffnung (12) zur Aufnahme der mindestens einen Werkzeugspindel (21) ist
eine kreisförmige Öffnung (siehe Figur 1C).
[0075] Die zweite Öffnung (13) zur Aufnahme der Werkstückspindel (22) ist eine längliche
Öffnung ist, die sich bogenförmig über die (abgerundete) Kante über die Seitenfläche
B und Seitenfläche C des Behältnisses (11) erstreckt (Siehe Fig. 1A, aber auch Figuren
2D, 2E).
[0076] So kann die zweite Öffnung (13) zur Aufnahme der mindestens einen Werkstückspindel
(22) kann auch als ein Schlitz beschrieben werden, der bogenförmig oder halbkreisförmig
über die zwei Seitenflächen verläuft. Die zweite Öffnung (13) zur Aufnahme der mindestens
einen Werkstückspindel kann auch derart ausgebildet sein und beschrieben werden, dass
sich die schlitzförmige Öffnung parallel zur Unterseite und Oberseite des Auffangbehältnis
(11) erstreckt und jeweils zwei Halbkreise das Ende der Öffnung bilden (ein erster
Halbkreis in der Seitenfläche B und ein zweiter Halbkreis in der Seitenfläche C).
Die geometrische Ausbildung der zweiten Öffnung (13) zur Aufnahme der mindestens einen
Werkstückspindel ermöglicht somit eine Bewegung der Werkstückspindel (und des zu polierenden
Werkstückes) in einer x-y-Ebene (relativ zur Werkzeugspindel); siehe Figur 1B.
[0077] Entlang der Kanten der zweiten Öffnung (13) zur Aufnahme der Werkstückspindel (22)
ist eine Bürstenleiste (18) vorgesehen (siehe Fig. 1A).
[0078] Die dritte Öffnung (14) zur Aufnahme (und Befestigung) der Auffangflasche (15) ist
in der Unterseite F des Auffangbehältnisses vorgesehen, siehe Figuren 1A, 1C. Die
dritte Öffnung (14) weist ein Innengewinde auf, in welches ein Außengewinde der Auffangflasche
zur Ausbildung einer lösbaren Verbindung eingreift. Die in dem während der Bearbeitung
des Keramikwerkstückes in dem Auffangbehältnis aufgenommene Bearbeitungssuspension
kann mittels Gravitation aus dem Behältnis in die Auffangflasche (15) selbsttätig
abfließen.
[0079] Hierfür verläuft, gemäß Figur 1A, 1C, die Unterseite F des Behältnisses (11) mit
einer Neigung hin zur dritten Öffnung (14) für die Auffangflasche (15) , so dass die
Poliersuspension mittels Gravitation von der Unterseite F aus dem Behältnis (11) durch
die dritte Öffnung (14) in die eine Auffangflasche (15) selbsttätig abfließen kann.
Die Die Neigung der Unterseite F des Auffangbehältnisses (11) beträgt zwischen 15
und 30°.
[0080] Die vierte kreisförmige Öffnung (16) mit Absaugstutzen (17) zum Anbringen eines Absaugschlauches
kann auf der Oberseite E oder auch an der Kante, die die (vordere) Seitenfläche D
und die Oberseite E verbindet, vorgesehen sein. In letzterem Fall verläuft der Absaugstutzen
schräg nach oben. Der Absaugstutzen (17) verläuft in diesem Fall mit einem Winkel
von 15-30° (in Bezug auf die Seitenfläche D) angeordnet sein (siehe Figuren 1A, 1C)
[0081] Gemäß der in den Figuren 2A-E dargestellten zweiten Ausführungsform weist das Auffangbehältnis
(11) zusätzlich zu einer Neigung der Unterseite F des Auffangbehältnisses einen Vorsprung
(19) bzw. eine Projektion auf, der an das Auffangbehältnis angeflanscht ist (und von
dem Auffangbehältnis entsprechend absteht). In diesem Vorsprung (19) ist die dritte
Öffnung (14) für die Auffangflasche (15) vorgesehen.
[0082] Wie in den Figuren 2A, B, E erkennbar, verläuft er Vorsprung (19) mit einer Neigung
hin zu der dritten Öffnung (14) für die Auffangflasche (15), so dass die Poliersuspension
mittels Gravitation von der Unterseite F aus dem Behältnis (11) in den angeflanschten
Vorsprung (19) und in die Auffangflasche (15) selbsttätig abfließen kann.
[0083] Der angeflanschte Vorsprung (19) verläuft über die Gesamtlänge der Kontaktlinie von
Seitenfläche D und Unterseite F des Behältnisses (11).
[0084] Der angeflanschte Vorsprung (19) ist in Bezug auf die Seitenfläche D um einen Winkel
von 40 bis 50° und in Bezug auf die Unterseite F ebenfalls um einen Winkel von 40
bis 50° geneigt (Siehe Figuren 2A, B, E)
[0085] Die zweite Konstruktion bzw. zweite Ausführungsform des Auffangbehältnisses mit dem
vorstehenden Abschnitt bzw. Vorsprung kann auch wie folgt beschrieben werden (siehe
Figuren 2A, B, E).
[0086] Die (vordere) Seitenfläche D ist um einen Betrag m und Unterseite F ist um einen
Betrag n gekürzt. Die Ecken der Seitenfläche A, C, die auf die Seitenfläche D und
die Unterseite F treffen, sind um den Betrag m und Betrag n entfernt, und somit entsprechend
an die gekürzte Seitenfläche D und Unterseite F angepasst. Das Auffangbehältnis weist
nunmehr eine (dreieckige) längliche Öffnung auf, die entlang der gekürzten Seitenfläche
D und Unterseite F und von der Seitenfläche A zur Seitenfläche C verläuft.
[0087] Das Gehäuse bzw. Gehäuseabschnitt wird in einem vorbestimmten Winkel (in Bezug auf
die Seitenfläche D und die Unterseite F) entlang der länglichen Öffnung verlaufend
zwischen der gekürzten Seitenfläche D und Unterseite F und von der Seitenfläche A
zur Seitenfläche C angeflanscht bzw. aufgesetzt.
[0088] Die dritte Öffnung (14) zur Befestigung der Auffangflasche (15) kann an einer beliebigen
Position des geneigten angeflanschten Vorsprungs vorgesehen sein. Bevorzugt ist die
mindestens eine dritte Öffnung zur Befestigung der Auffangflasche rechts an dem Vorsprung
Gehäuse (bei Blick auf vordere Seitenfläche D) vorgesehen (siehe Figuren 2A, B, E).
[0089] Die vierte Öffnung (16) mit Absaugstutzen (17) zum Anbringen eines Absaugschlauches
ist auf der (vorderen) Seitenfläche D des Behältnisses (11) vorgesehen (siehe Figuren
2A,B).
[0090] Gemäß der in Figur 3 dargestellten dritten Ausführungsform besteht die Auffangvorrichtung
(10) wiederum aus einem Behältnis (11) mit vier Seitenflächen A, B, C, D, einer Oberseite
E und einer Unterseite F. Die Seitenflächen A und C, die Seitenflächen B und D sowie
Oberseite E und Unterseite F sind jeweils zueinander gegenüber liegend angeordnet
sind Die Kantenlinien entlang der Seitenfläche B, C sind abgerundet ausgebildet.
[0091] Das Behältnis (11) weist ebenfalls vier Öffnungen (12, 13, 14, 16) auf: eine erste
Öffnung (12) in Seitenfläche A des Behältnisses (11) zur Aufnahme der mindestens einen
Werkzeugspindel (21); eine zweite Öffnung (13) zur Aufnahme der Werkstückspindel (22),
wobei sich die zweite Öffnung (13) über die Seitenflächen B, C des Behältnisses (11)
erstreckt; eine dritte Öffnung (14) zur Aufnahme einer Auffangflasche (15) zum Auffangen
von Bearbeitungssuspension.
[0092] Die vierte Öffnung (16) zur Verbindung mit einer Absaugvorrichtung ist hier schlitzförmig
ausgebildet. Die schlitzförmige Öffnung (16) erstreckt sich über die Länge der Seitenfläche
D des Auffangbehältnisses. Diese schlitzförmige Öffnung ist konfiguriert zur Verbindung
bzw. Anbindung einer Absaugvorrichtung, wobei die Verbindung hier als Absaugkanal
(17a) vorgesehen ist.
Liste von Referenzzeichen
[0093]
- 10
- Auffangvorrichtung
- 11
- Behältnis der Auffangvorrichtung
- 12
- erste Öffnung des Behältnisses zur Aufnahme der Werkzeugspindel 21
- 13
- zweite Öffnung des Behältnisses zur Aufnahme der Werkstückspindel 22
- 14
- dritte Öffnung des Behältnisses zur Aufnahme der Auffangflasche 15
- 15
- Auffangflasche
- 16
- vierte Öffnung des Behältnisses mit Absaugstutzen 17
- 17
- Absaugstutzen
- 17a
- Absaugkanal
- 18
- Bürstenleiste
- 19
- Vorsprung angeflanscht an das Behältnis 11
- 20
- Werkzeugmaschine
- 21
- Werkzeugspindel
- 22
- Werkstückspindel
1. Behältnis (11) zum Auffangen von während der Bearbeitung von Werkstückteilen verwendeten
Bearbeitungssuspensionen, insbesondere Poliersuspension, in einer Werkzeugmaschine
(20) zum Bearbeiten von Werkstückteilen ,
wobei die Werkzeugmaschine (20) mindestens eine Werkzeugspindel (21) zur Aufnahme
von Werkzeugen und mindestens eine Werkstückspindel (22) zur Aufnahme und Halten des
zu bearbeitenden Werkstückteils umfasst,
wobei das Behältnis (11) zur Anordnung ) zwischen der Werkstückspindel (22) und der
Werkzeugspindel (21) vorgesehen ist,
wobei das Behältnis (11) mindestens vier Seitenflächen A, B, C, D, eine Oberseite
E und eine Unterseite F umfasst, wobei das Behältnis (11) weiterhin umfasst:
mindestens eine erste Öffnung (12) in mindestens einer ersten Seitenfläche A des Behältnisses
(11) konfiguriert zur Aufnahme der mindestens einen Werkzeugspindel (21),
mindestens eine zweite Öffnung (13) konfiguriert zur Aufnahme der mindestens einen
Werkstückspindel (22), wobei sich die zweite Öffnung (13) über mindestens zwei weitere
Seitenflächen B, C des Behältnisses (11) erstreckt,
mindestens eine dritte Öffnung (14) konfiguriert zur Aufnahme von mindestens einer
Flasche (15) zum Auffangen von Bearbeitungssuspension (Auffangflasche), wobei die
mindestens eine dritte Öffnung (14) zur Aufnahme der mindestens einen Auffangflasche
(15) derart in einem unteren Bereich des Behältnisses (11) angeordnet ist, dass die
Bearbeitungssuspension mittels Gravitation aus dem Behältnis (11) in die mindestens
eine Auffangflasche (15) selbsttätig abfließen kann, und
mindestens eine vierte Öffnung (16) konfiguriert zur Verbindung mit einer Absaugvorrichtung.
2. Behältnis nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenflächen A und C, die Seitenflächen B und D sowie Oberseite E und Unterseite
F des Behältnisses (11) jeweils zueinander gegenüber liegend angeordnet sind.
3. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenflächen A, B, C, D und die Oberseite E und Unterseite F des Behältnisses
(11) jeweils in einem rechteckigen Winkel zueinander angeordnet sind.
4. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kantenlinien entlang der Seitenfläche B, C abgerundet sind.
5. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine erste Öffnung (12), bevorzugt eine kreisförmige Öffnung, zur
Aufnahme der mindestens einen Werkzeugspindel (21) eine Innenfase mit Winkel von 10
bis 40°, bevorzugt von 15-30° für einen Rücklauf der Bearbeitungssuspension aufweist.
6. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine zweite Öffnung (13) zur Aufnahme der mindestens einen Werkstückspindel
(22) eine Innenfase mit Winkel von 10 bis 40°, bevorzugt von 15 bis 30° für einen
Rücklauf der Bearbeitungssuspension aufweist.
7. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine zweite Öffnung (13) zur Aufnahme der mindestens einen Werkstückspindel
(22) eine längliche Öffnung ist, die sich bogenförmig über die (abgerundete) Kante
über die Seitenfläche B und Seitenfläche C des Behältnisses (11) erstreckt.
8. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Kanten der mindestens zweiten Öffnung (13) zur Aufnahme der mindestens
einen Werkstückspindel (22) eine Bürstenleiste (18) vorgesehen ist.
9. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterseite F des Behältnisses (11) mit einer Neigung hin zu der mindestens einen
dritten Öffnung (14) für die Auffangflasche (15) verläuft, so dass die Poliersuspension
mittels Gravitation auf der von der Unterseite F aus dem Behältnis (11) durch die
mindestens eine dritte Öffnung (14) in die mindestens eine Auffangflasche (15) selbsttätig
abfließen kann.
10. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vierte Öffnung (16) zur Verbindung mit einer Absaugvorrichtung kreisförmig oder
schlitzförmig ausgebildet sein.
11. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zur Absaugvorrichtung flexibel, bevorzugt als Schlauch, oder starr,
bevorzugt als Absaugkanal (17a), ausgebildet ist.
12. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Behältnis (11) zur Montage an einem Linearmodul, bevorzugt Linearschlitten oder
Linearhub konfiguriert ist.
13. Behältnis nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Behältnis (11) additiv mittels 3D Druck, insbesondere SLS-3D-Druck, herstellbar
ist.
14. Vorrichtung (10) zum Auffangen von während der Bearbeitung von Werkstückteilen verwendeten
Bearbeitungssuspensionen umfassend ein Behältnis (11) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, eine mit dem Behältnis verbundene Absaugvorrichtung und optional einem
Linearmodul, an dem das Behältnis befestigt ist.
15. Werkzeugmaschine (20) mit mindestens einer Werkzeugspindel (21) zur Aufnahme von Werkzeugen
und mindestens einer Werkstückspindel (22) ) zur Aufnahme und Halten eines zu bearbeitenden
Werkstückteiles, wobei zwischen der Werkstückspindel (22) und der Werkzeugspindel
(21) eine Auffangvorrichtung nach Anspruch 14 vorgesehen ist.